technische Überprüfung in der DDR

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Detlef Grau
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technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 23. November 2006, 22:02

Dies ist also der abschweifende Beitrag zum Thema: Die technische Überprüfung in der DDR. Ich stelle das bewusst hier ein, damit hier auch ein wenig Klarheit in einem für mich sicherheitsrelevanten Thema erhalten bleibt und die Ernsthaftigkeit des begonnenen zu erhalten. Darum lieber Holger hoffe ich, dass Du auch nicht allzu streng mit uns umgehst, wenn wir von der Kronmutter zum TüV in der DDR gekommen sind.

Klare, zeitlich exakt definierte Hintergründe kann ich leider nicht liefern, ich schreibe hier vielmehr aus dem Bauch und aus den Erzählungen meines Vaters sowie eigener Erinnerungen.

Ich stelle hier gleich mal ein paar original Aufnahmen aus der Zeit so um Ende 50ger – Anfang 60ger Jahre ein. Man kann das durchaus gut an den Fahrzeugen erkennen, dem SR2 und der AWO.

Bild

Bild

Hinterher saß man noch gemütlich beieinander und oder genoß den Feierabend bei einer Flasche Bier und ner Zigarette.

Bild

Damals sah man die ganze Sache ja auch noch nicht ganz so verbissen und so war es möglich, dass zum Beispiel solche Unikate entstanden:

Bild

Das Bild zeigt meinen Vater stolz mit einem Eigenbau. Das Chassis stammte von einem Dreirad( ! ) und wurde vorn angeschuht um anfangs einen 600 ccm DKW Motor und zum Schluß einen 900er Wartburgmotor aufzunehmen. Das Getriebe stammte vom Framo, die Hinterachse vom BMW. Die Front ist einem Effi entnommen, der Rest ist Eigenbau. Als Kinder nannten wir das Auto einfach Jumbo. Mein Vater hat ihn so gebaut, dass wir beim campen darin schlafen konnten und an der linken Seite konnte auch ein selbst gebautes Vorzelt ( hab ich heute noch) angebracht werden. Die Zulassung war, wie gesagt, damals nicht das Problem.

Dann kamen die Prägemarken aus Plaste auf. An Holgers Bild sind auf dem original Kennzeichen noch die Löcher für die Noppen der Marke zu erkennen. Die Marken waren farblich je nach Jahr ( ähnlich wie heute ) gekennzeichnet. Ich kann mich an gelbe, rote, grüne und blaue erinnern, es können aber auch noch andere Farben möglich gewesen sein.
Und so sahen die aus:

BildBild

Dazu wurde, wenn technische Mängel bestanden, ein Mängelschein ausgestellt und der sah so aus:

BildBild

Später hat man, sicher um den Produktionsprozess der Kennzeichentafeln um das Bohren der Löcher und die Hervorhebung für die Prägemarke einzusparen, Aufkleber verwendet wie diese:

Bild

Auch sie waren farblich unterschiedlich. Soweit ich weiß, war ein fahren ohne Prägemarke nicht gestattet, es wurde aber nicht überprüft, wann man das letzte Mal zur Überprüfung war. Dies wurde dem Verstand des Halters oder Fahrers überlassen. Man hat lediglich in einschlägigen Zeitschriften aber darauf hingewiesen, dass es neue Prägemarken gab und dass man sein Fahrzeug doch zur technischen Überprüfung vorstellen möge. Hier bei uns auf dem Dorf wurde dies, nach meiner Erinnerung rege in Anspruch genommen.

Überhaupt gab es damals einige Dinge, die auch heute manchmal angebracht wären. Als Busfahrer mussten wir damals einmal im Monat zur Verkehrsteilnehmerschulung und mussten uns das in einem Teilnehmerheft oder auf dem Berechtigungsschein zur Personenbeförderung nachweisen lassen. Auch als 1977 Neuerungen in der StVO erschienen, sollte man schon seine Teilnahme an einer Verkehrsteilnehmerschulung nachweisen können.

Ihr seht, es wurde eigentlich an alles gedacht und auch natürlich mit deutscher Gründlichkeit reglementiert. Was haben wir damals geschimpft über Bürokratie, weil wir ne Stundenkarte schreiben mussten! Heute lach ich mich darüber kaputt oder besser gesagt, ich kann da schon gar nicht drüber lachen, was wir heute alles so dokumentieren und nachweisen können müssen.

Ich hoffe mein kleiner Exkurs in die Vergangenheit hat Euch ein wenig Spaß beim lesen gemacht und hat ein wenig mehr Licht um das Prüfwesen gebracht, damals in der DDR..
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
D. Grau

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Rolf
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Ungelesener Beitragvon Rolf » Donnerstag 23. November 2006, 22:16

Super-schön!
Danke für die Fotos!
Dieser Eigenbau... Traumhaft! [smilie=happy.gif]

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Martin Rapp
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Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Donnerstag 23. November 2006, 22:17

Ja auch von mir Super-Beitrag Super-Fotos. Danke für den tollen Artikel Detlef.

Gruß Maddin

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Wilfried
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Ungelesener Beitragvon Wilfried » Freitag 24. November 2006, 14:57

Vielleicht kann ich noch etwas ergänzen. Ab 1977 gab es keine festen Termine mehr für die technische Überprüfung. In der StvZO war es so formuliert, dass die Deutsche Volkpolizei festlegt, wenn ein Fahrzeug wieder zu einer technischen Überprüfung vorgestellt werden mußte. Ich selbst hatte mir mal einen 16 Jahre alten Trabant gekauft, welchen ich erst überprüfen lassen mußte, ehe ich ihn umgeschrieben bekam. Ansonsten war es so, dass Fahrzeuge die aufgrung ihrer Mängel auffielen zur Überprüfung mußten. Ab 1977 gab es dann auch die Aufkleber mit dem DDR Wappen.

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Wahrhaft königlicher Effi...

Ungelesener Beitragvon Rolf » Samstag 25. November 2006, 01:42

Wahrhaft königlicher Effi...

Mich bringt ja (wie man an dem Zeitstempel für dieses Posting glaubwürdig nachvollziehen kann) immer noch dieser Eigenbau mit F8-Gesicht um eine geregelte Nachtruhe!
Bild
Gibt es den eigentlich noch??? {kratz}

Der hat ja nun wirklich frappierende Ähnlichkeiten mit wahrhaft königlichen Fahrzeugen!

Bild

Wir müssen uns vielleicht doch mal nach geeigneter Umgebung und Begleitung für unsere Autos umgucken!

Bild

Die Junx verstehen es wenigstens, geordnet Aufstellung zu nehmen! :lol:

Bild

Da bricht nicht für drei Tage Chaos aus, wie etwa in Dornburg...
Vermutlich ist dann auch die Speisekarte abwechslungsreicher, als nur mit Würstchen und Bier... :razz:

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Detlef Grau
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Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Samstag 25. November 2006, 09:08

Hätte ich gewußt, dass ich Dich mit den Bildern um den Schlaf bringe ....
ich hätte dreimal überlegt! Aber bestimmt dan doch eingestellt, hihi

Leider gibt es dieses Auto nicht mehr. Mein Vater hat damals und ich mache es heute immer noch so, die Autos der kath. Pfarrer am laufen gehalten. Darum hat er 1972 einen schwarzen Standard 311 Bj.65 vom Pfarrer kaufen können, der bekam nämlich einen neuen Wartburg.

Er hat das Auto erst an einen Kollegen meiner Mutter verkauft und dieser verkaufte ihn nach einem oder zwei Jahren an einen, heute würden wir sagen Jungunternehmer, der damit Farbe für seinen Lackierbetrieb fahren konnte. Tja, und so ein Auto braucht halt auch Liebe, eine Liebe, die nur der aufbringen kann, der es gebaut hat. Die hatten die Nachnutzer eben nicht und so wurde er Anfang der achtziger verschrottet. Schade eigentlich.

Wenn ich das nächste Mal bei meinem Onkel bin, dann werd ich mal ein paar Bilder suchen von einer Wohnwagenbremse, die vom Wartburg aus betätigt wurde, mit einer hydraulischen Kupplung!

bis dahin
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
D. Grau

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Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 6. März 2007, 18:29

Nach dem Detlef die technischen Prüfungen seitens der Halter nannte, hier nur eine Seite der Vorschriften zur KFZ-Kontrolle der BDVP ( Beziksbehörde der Volkspolizei ) in Leipzig.

Auf Wunsch auch die anderen 11 Seiten. Darin wird akriebisch jeder Handgriff erläutert. Bis zum Punkt 7.3. einschliesslich Strassenprüfung !

Bild
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Ungelesener Beitragvon Warti-Ben » Mittwoch 7. März 2007, 22:25

Will mich auch kurz anschließen, schöner Beitrag, vor Allem für einen "Wossi" interessant zu lesen!

Grüße, Ben
Letztens in der Bierstube: "Du bist doch bloß so schee weil i so b´suffa bin!"

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Ungelesener Beitragvon kat » Donnerstag 22. März 2007, 23:12

Detlef Grau hat geschrieben:
Später hat man, sicher um den Produktionsprozess der Kennzeichentafeln um das Bohren der Löcher und die Hervorhebung für die Prägemarke einzusparen, Aufkleber verwendet wie diese:

Bild

Auch sie waren farblich unterschiedlich.


Hi,

sind das Marken für Mopeds?
Auf Kennzeichentafeln wurden sie nicht verwendet, da gab es nur die Aufkleber mit braunem und roten DDR-Emblem.

Gruß
Stefan

WABUFAN_&_Rolf

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Ungelesener Beitragvon WABUFAN_&_Rolf » Sonntag 25. März 2007, 20:33

Als Gemeinschaftswerk...
...von WABUFAN (Archiv-Recherche und Scans) und Rolf (pdf-Erstellung) hier die ultimative Ergänzung zum Artikel von Detlef Grau:

Richtlinien der VP-Leipzig zur technischen Überprüfung.
Klingt aber bei weitem nicht so "gemütlich", wie in der dörflichen Umgebung.

Das Dokument ist hier oder im Download-Bereich ab sofort als PDF-Datei verfügbar.

http://www.wartburgrolf.pytalhost.de/ZW ... eipzig.pdf
Datei-Größe 990 KB (1.014.742 Bytes)

Weil das Original-Layout mitten in Dokument von Hochformat auf Querformat wechselt, ist das hier nun genauso gemacht. Der Adobe-Reader bietet jedoch die Möglichkeit, das Teil nach Bedarf zu drehen:
Bild

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Tom
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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Tom » Montag 21. März 2011, 18:45

... und hier gibt es als Ergänzung noch die farbliche Abfolge der DDR-Prüfplaketten:

http://www.trabantteam-freital.de/extra ... index.html

Neben der technischen Überprüfung (TÜ) gab es auch noch die turnusmäßige CO2-Abgasüberprüfung (tmÜ), die aller 12 Monate durchzuführen war. Die entsprechende Nachweiskarte war in den Fahrzeugpapieren mitzuführen.

http://trabitechnik.com/index.php?page= ... 56&lang=de

Schöne Grüße
Tom
Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung. Wilhelm II

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Mattse » Montag 21. März 2011, 21:29

Toller Beitrag und sehr schöne Fotos! War der Aufbau des F8 aus Holz? Wie lange hätte es dann wohl gedauert, bis die B-Säulen (oder die Schrauben der Türscharniere) vor den grossen Türen kapituliert haben? Respekt für die Handwerkskunst des Aufbaue(r)s! Mich würde auch interessieren, welche Scheiben dafür verwendet wurden.
Wie Wilfried schon richtig geschrieben hat, konnte man auch durch die Genossen der Volkspolizei, etwa bei einer Verkehrskontrolle, mit seinem Fahrzeug zur technischen Überprüfung geschickt werden, wenn z.B. die Eintragung der letzten Überprüfung zu lange zurück lag und das Auto vielleicht noch einen fragwürdigen Eindruck machte.
Bei einer Ummeldung (und die letzte Überprüfung wieder zu lange zurück lag) war das Risiko sehr hoch, zur Überprüfung geschickt zu werden. In Gera hatte die Zulassungsstelle Die. und Do. bis 18Uhr auf. Ich bin dann Im Zweifelsfall (waren es fast immer) so 17,50Uhr hingegangen, dann waren die Kollegen der Zulassungsstelle von dem langen Tag so erschöpft, daß die mir das Auto immer gleich umgemeldet hatten.
Einziger (aber nicht unerheblicher!) Vorteil bei der Überprüfung wäre gewesen: der technische Prüfer (überall nur als "Langer" bekannt) hat bei uns im Handelstransport auch die monatliche Verkehrsteilnehmerschulung durchgeführt, daher kannte man sich! Und, wer weiss, eventuell hätte man ihm auch das Eine oder Andere besorgen können, aber, ich glaube, er hat alles bekommen, was er gebraucht hat!
Grüsse
Eine genagelte Schraube hält besser, als ein geschraubter Nagel!

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Pittiplatsch » Dienstag 22. März 2011, 21:12

Sehr interessanter Beitrag. Weiß noch jemand wie es bei Motorräder geregelt war. Ich kann mich nämlich nicht erinnern je bei einer technischen Überprüfung gewesen zu sein. Motorrad bin ich ja doch ein paar Jahre gefahrenen, über ein Auto brauchte ich nicht nachdenken.
Schöne Grüße aus dem Märchenwald
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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 23. März 2011, 06:40

Einspurige Fahrzeuge wurde auch geprüft.
Meisten ging man zum Verkehrssicherheitskollektiv des Betriebes.
Selbstverständlich während der Arbeitszeit ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Pittiplatsch » Mittwoch 23. März 2011, 10:51

Aha, jetzt weiß ich warum ich nicht bei der technischen Überprüfung war. Während der Arbeitszeit konnte ich nicht, da hab ich am Plattenladen an gestanden.
Schöne Grüße aus dem Märchenwald
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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon WartburgPeter » Mittwoch 23. März 2011, 19:08

ICh kann mich nicht erinnern, jemals eine HU-ähnliche Kontrolle für meine Fahrzeuge vornehmen lassen zu haben. Bei Kauf und Umschreibung wurde ohne jede Zwischenfrage gleich die aktuelle Plakette aufgeklebt... :eek:
Mit meinem Moskwitsch hätte ich nie und nimmer eine technische Überprüfung geschafft. Wegen Ersatzteilmangel und null Chance auf eine Werkstatt, war das letztlich auch der Grund, das gute Stück zu verkaufen. Mein Käufer meinte damals: kein Problem. Er hat das Auto einen Monat später ver- oder geschrottet... :oops:
Beste Grüße
Peter

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon igelsven » Mittwoch 23. März 2011, 20:29

Meine MZ habe ich nur 2 mal zur VP geschoben und zwar nur wenn ich ne neue Kanzel abnehmen ließ,...Den 311er fuhr ich nach einer Verkehrskontrolle zurTÜ, in Berlin die Tassdorfer,ich hatte das Auto gerade mal 3Monate(1986) und das Ergebnis war verheerend.Zur Wiedervorstellung musste ich auch noch die Sonnenschute abnehmen das sie schon zu Ostzeiten verboten war...angeblich weil man durch das grüne Plexiglas die Ampelfarben falsch sieht....
Gruß vom Igelsven Ein Wartburg ist die einfachste Möglichkeit ein Auto zu fahren statt gefahren zu werden und dann noch zu erleben wie Es funktioniert !

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Donnerstag 19. Mai 2016, 09:40

Um das Thema Kennzeichen und Plaketten nochmal aufzugreifen, die Plakettenfolge ist ab 1963 klar und ausgiebig erläutert. Was war aber vor 1963? Gab es da auch schon Plaketten? Musste jedes Kennzeichen ab 1963 eine Plakette haben, also auch Kennzeichen die vorher ausgegeben worden? Wenn ja, müsste es ja die Plakette sein, zum Jahr als das Fahrzeug zur technischen Überprüfung vorgestellt wurde. Also das Fahrzeug hat Erstzulassung 1961 und musste 1965 zur technischen Überprüfung, dann gelbe Plakette. 1970 technische Überprüfung, dann rote Plakette.
Lächle, das Leben ist einfach zu kurz.

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Mossi » Samstag 21. Mai 2016, 14:20

Rein technisch haben die alten Kennzeichen bis Anfang der 60er eine Plakette gar nicht vorgesehen (Prägung, Löcher), es könnte Übergangsregelungen gegeben haben.

Erstaunlich, wie spät sich hier die heute übliche Reglementierung durchgesetzt hat...
Seitenneigung ist kein Zeichen von Fahrunsicherheit!


Seine Freunde nennen ihn Mossi, seine Gegner sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Montag 23. Mai 2016, 10:19

Danke erst mal Mossi für Deine Antwort. Waren die Kennzeichen 1962 alle handgemalt oder gab es da auch schon Klebebuchstaben?
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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon Hanner » Montag 23. Mai 2016, 10:31

Hallo,

es gab ganz früher keine Plaketten. Wenn ich mich recht entsinne, wurden die Schilder beim Autolackierer
machen lassen(wer eine ruhige Hand hatte, konnte es alleine machen).
Später gab es dann Aufklebebuchstaben und die Plaketten.
Freundliche Grüße
Hanner



Man kann nur gewinnen, wenn man schon verloren hat.

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Montag 23. Mai 2016, 16:11

zur technischen überprüfung von kraftfahrzeugen hier ein kleiner auszug
aus dem handbuch für volkspolizeier:

vp 3.jpg

vp 4.jpg


man wurde also dazu "eingeladen" sein kraftrad oder kraftfahrzeug zur technischen überprüfung
vorzustellen, sofern man nicht ohnehin (wie ich als rotzer* laufend) zum vorstellen seine untersatzes verdonnert wurde,
weil das fahrzeug bei einer der häufig standfindenden allgemeinen verkehrskontrollen durch die
genossen der deutschen volkspolizei auffällig wurde. das wurde übrigens auch fahrradfahrern
auferlegt, wenn zb die klingel nicht ging oder sowas.... :evil:

*umgangssprachlich für einen wenig hoffnungsvoll in die sozialistische zukunft blickenden, allseits zu bildenden und zu verbiegenden männlichen jugendlichen der negativ/schädlichen art.


gruß
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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 23. Mai 2016, 17:46

berlintourist hat geschrieben:...umgangssprachlich für einen wenig hoffnungsvoll in die sozialistische zukunft blickenden, allseits zu bildenden und zu verbiegenden männlichen jugendlichen der negativ/schädlichen art.

Also eines "Rowdies" :shock:
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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 23. Mai 2016, 17:55

berlintourist hat geschrieben:...umgangssprachlich für einen wenig hoffnungsvoll in die sozialistische zukunft blickenden, allseits zu bildenden und zu verbiegenden männlichen jugendlichen der negativ/schädlichen art.

Also eines "Rowdies" :shock:

An sonst ist mir das Glück einer Einladung wärend 16 Jahren Fahrzeugbesitzes nur ein einziges Mal anlässlich einer Wohnortummeldung zuteil geworden. Die technischen Überprüfung selbst war dann eher "rustikal", einmal auf die Rampe (keine Hebebühne) zum Gucken, Wackeln und Stochern, dann einmal Gucken ob die Ströme alle Lampen leuchten lassen und zum Schluß eine "Bremsprobe" auf dem Schotterplatz mit Vermessung der entstanden Bremsspuren mit Maßband. Das wars, hernach gab es die Eintragung.
Lieber Old School als gar keine Erziehung.

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Montag 23. Mai 2016, 21:03

bic hat geschrieben:Also eines "Rowdies" :shock:


nee, nee. rowdies kriegten ja keenen mängelzettel, sondern ne vorladung "zur klärung eines sachverhalts" .. 8)
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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 24. Mai 2016, 04:35

berlintourist hat geschrieben: ... nee, nee. rowdies kriegten ja keenen mängelzettel, sondern ne vorladung "zur klärung eines sachverhalts" .. 8) ...

Und Sonnabend Vormittag erscheinen zum Verkehrsunterricht im Volkspolizeikreisamt der Stadt ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Dienstag 24. Mai 2016, 06:54

Und man versuchte auch, Fahrradfahrer zu belehren. Heute gar nicht mehr praktiziert. Die dürfen alles.

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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon dolphingrey » Dienstag 24. Mai 2016, 11:00

WABUFAN hat geschrieben:Und Sonnabend Vormittag erscheinen zum Verkehrsunterricht im Volkspolizeikreisamt der Stadt ...

...würde manchem heutzutage auch ganz gut tun, was man manchmal unterwegs so erlebt :eek: !
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Re: technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Dienstag 24. Mai 2016, 19:19

WABUFAN hat geschrieben:Und Sonnabend Vormittag erscheinen zum Verkehrsunterricht im Volkspolizeikreisamt der Stadt ...

gabs auch wochentags abends (irgendwo da an der thomaskirche) - 2h blablabla ... :lol:
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technische Überprüfung in der DDR

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 25. Mai 2016, 06:48

berlintourist hat geschrieben: ... gabs auch wochentags abends ( irgendwo da an der thomaskirche ) - 2h blablabla ... :lol: ...

Technische Prüfstelle der VP Leipzig in der Andreasstrasse.
Manche wilden Umbauten wurden dort nach Besichtigung gekanzelt ...
Später waren die dann in der Dimitroffstrasse / Nonneninsel - da wo heute die neue Kirche gebaut wurde, deren Glocken nicht läuten dürfen wegen Einsturzgefahr des Glockenturmes ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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