WOLGA M 21 - Warnblinkanlage einbauen

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WABUFAN
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WOLGA M 21 - Warnblinkanlage einbauen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 9. Juni 2016, 18:31

WOLGA 21 - Einbau einer Warnblinkanlage

Bremslicht und Blinker im Originalzustand
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Der Wolga M 21 hat vorne in Kombination die Begrenzungsleuchten und Blinkleuchten. Mit einer 2 – Fadenlampe für 5 W und 21 W sind diese ausgerüstet.
Die Heckleuchten sind 2 Kammerausführungen. Die unteren weissen werden als Rückfahrleuchten genutzt.
Die oberen roten Kammern sind ebenfalls mit einer 2 – Fadenlampe 12 V 5 W / 21 W bestückt.
Der 5 W – Lampenfaden wird für das Standlicht genutzt.
Der 21 W – Faden wird für die Funktion Richtungsblinken links / rechts und Bremslicht benutzt.
Die Besonderheit ist, das beim Richtungsblinken links die linke Leuchte blinkt.
Wird dabei die Bremse getreten, leuchtet die rechte Leuchte dauern.
Eine weiter Besonderheit ist, das beim Richtungsblinken die vorderen Blinkleuchten über je einen Kontakt des Lenksäulenschalters Spannung vom Blinkrelais erhalten.
Im Lenksäulenschalter ist ein Umschaltkontakt und ein Arbeitskontakt je Fahrzeugseite verbaut.

Schaltbild
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M_21_SCHALTBILD.JPG

Alle Kontakte sind in Ruhestellung gezeichnet.
Betätige ich die Bremse, fliesst der Strom vom Dauerplus Anschluss 30 in den Lenksäulenschalter Ruhestellung über die Kontakte zu den hinteren Leuchten HL + HR. Es leuchten beide auf.
Betätige ich den Richtungsblinker links, fliesst der Strom über das Zündschloss 15 / 54 zum Blinkgeber Anschluss 49 und vom Blinkgeber Anschluss 49 a zum Lenksäulenschalter.
Der Umschaltkontakt über der Heckleuchte ( HL ) links geht in Arbeitsstellung und verbindet die linke Heckleuchte mit dem Ausgang des Blinkgebers.
Gleichzeitig schliesst der Arbeitskontakt zur vorderen linken ( VL ) Blinkleuchte mit dem Ausgang des Blinkgebers ( 49 a ). Beide Lampen blinken nach dem Takt des Blinkgebers.
Betätigt man nun noch die Betriebsbremse, erhält vom Bremsschalter nur die rechte ( HR ) Heckleuchte Spannung und diese Lampe leuchtet dauernd.
Diese besondere Schaltung ist nun beim Einbau einer Warnblinkanlage zu beachten.

Austausch des Blinkgebers
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Der originale Blingeber ist für eine Lampenleistung von 2 x 21 W ausgelegt. Beim Warnblinken ist die Lampenleistung aber 4 x 21 W. Mit dieser Belastung ändert sich die Blinkfrequenz und die Hellzeit zur Dunkelzeit der Blinklampen.
Der nun verbaute elektronische Blinkgeber von Ruhla ändert die Blinkfrequenz beim zuschalten von 2 weitern Lampen mit je 21 W nicht.

Warnblinkschalter
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Es wird der Standart Warnblinkschalter aus dem Sortiment der DDR – Fahrzeuge verbaut. Es handelt sich um eine stromstarke und kontaktsichere Ausführung.
Der Schalter besitzt eine Umschaltkontakt. In Ruhestellung wird der Eingang des Blinkgebers ( 49 ) mit dem Zündschloss ( 15 / 54 ) verbunden. Mit dem Lenksäulenschalter wird damit das Richtungsblinken realisiert.
In Warnblinkstellung wird der Eingang des Blinkgebers ( 49 ) mit einem Dauerplus ( 30 ) verbunden.
Der 2. Kontaktsatz verbindet den Ausgang des Blinkgebers ( 49 a ) mit den Blinklampen der Fahrzeugseite ( 54 L + 54 R ). Ein innerer 3. Kontakt schaltet die Kontrolllampe im Schalter auch an 49 a. Diese blinkt parallel zu den Fahrzeugblinkleuchten.

Besonderheiten beim Einbau in den Wolga M 21
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Der Umschaltkontakt 15 – 30 / 49 ist in der Schaltung wie üblich und gleich.
Einen Kontakt des 2. Kreises ( 54 L ) legt man an den Verbindungspunkt des Bremslichtschalters und des Lenksäulenschalters ( 54 B ). Damit blinken beide Heckleuchten.
Der 2. Kontakt 54 R liefert Strom über 2 Dioden ( min. 3 A bei > 50 V ) an die vorderen Blinkleuchten. Die Dioden verhindern eine Verbindung der vorderen Blinkleuchten beim Richtungsblinken.
Die Belegung der beiden Verteiler an der linken A - Säule :

M_21_VERTEILER.JPG


Nachteil der Schaltung
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Beim Warnblinken muss der Lenksäulenschalter in Neutralstellung stehen !
Schaltet man den Lenksäulenschalter nach links, würde die linke hintere Leuchte nicht mitblinken – gleiches gilt auch für rechts !
Tritt man beim Warnblinken die Bremse, erhält der Anschluss 49 a des Blinkgebers Dauerplus und alle Blinkleuchten leuchten dauern, solange man auf das Pedal tritt. Diese Fehlschaltung bleibt für den Blinkgeber ohne belang und Folgen.
Beim Warnblinken erhalten die vorderen Blinkleuchte 0,7 V weniger Spannung. Das fällt so nicht auf.

Aufwand und Ausführung
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Man bestimmt den Einbauort des Warnblinkschalters. Die Kabellängen werden entsprechend geschnitten.
Anschliessend montiert man die Kabelschuhe Adernweise.
Das Kabel 54 R zu den Dioden verlötet man mit der Anodenseite der Dioden. Mit Kabelschuhen wird die Kathodenseite ( Ringkennzeichnung ) versehen und an dem rechten Verteiler unter VL und VR geklemmt.
Der Anschluss 54 L kommt an den rechten Verteiler Anschluss Bremsleitung.

Der Aufwand war, da es sich um den ersten Umbau handelt, mit 8 Stunden doch nicht unerheblich.

Viel Spass beim Nachbau von Andreas

09. Juni 2016

Hier noch Foto’s nach erfolgreichem Umbau :

M_21_BLINKGEBER_DDR.JPG


M_21_WARNBLINKSCHALTER.JPG


M_21_DIODEN.JPG


M_21_VORNE.JPG


M_21_HINTEN.JPG
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

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