Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

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WABUFAN
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Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 28. Mai 2009, 18:41

Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

APG_KFZ_1.jpg

Klingt erst einmal komisch.
KFZ-Bedarf Leipzig hat auch so etwas hergestellt.

APG_KFZ_2.jpg

Das Gerät ist zum Prüfen der Beleuchtung an einen Anhänger vorgesehen. Auch Hängerkabel konnten geprüft werden.
Und was an der Steckdose des Zugfahrzeuges ankommt, konnte auch geprüft werden.
Damit man den Hänger nicht zum Prüfgerät zu ziehen brauchte, war es mit 2 x 6 V - Nickelkadmium-Akkumulatoren ausgerüstet.
Die Lampen sind für 12 V vorgesehen. Die konnten aber auch für 24 V - Anlagen umbestückt werden.
Hier einen Blick auf die Front.

APG_KFZ_FRONTANSICHT_1.jpg

Die Anordnung ist logisch und selbst erklärend.
Oben die Kontrolllampen. Bezeichnet nach ihrer Funktion.
Darunter der Schalter zum schalten der einzelnen Hängerleuchten.
Unten links eine Steckdose ( sicher für den Rasierapparat ) und rechts unten eine Wickmannsicherung zum Schutz vor Kurzschlüssen.

APG_KFZ_FRONTANSICHT_2.jpg

Klar, wer die Anschlussnummern kennt weis, das 58R Rücklicht rechts ist. So auch zu sehen.
Aber an der Seite ist eine Bedienungsanleitung.

APG_KFZ_ANLEITUNG.jpg

Die erklärt einfach und verständlich, wozu das Gerät benutzt werden soll.
Hier ein Blick auf die Rückseite.

APG_KFZ_RÜCKANSICHT.jpg

Oben die Steckdose, die intern mit den Kontrolllampen verbunden ist. Dort kommt z.B. das Kabel von der Hängersteckdose der Zugfahrzeuges hinein.
Die untere Steckdose wird vom Gerät gespeist und mit dem Schalter auf der Frontplatte kann ich die einzelnen Lampen am Hänger prüfen. Also dort kommt der Stecker vom Hänger hinein.
Und wenn ich beide Steckdosen mit einem Kabel verbinde, dann sehe ich, ob die Kabeladern richtig beschaltet sind.
Heute wurde es in der Werkstatt gebraucht.

APG_KFZ_VERBINDUNG.jpg

Eine Hängersteckdosen an einen Benz 230 E bauen.

APG_KFZ_TEST_1.jpg

Einfacher geht es nicht. Die rückseitige obere Steckdose mit einem geprüften Verbindungskabel verbinden und die Kabel im Fahrzeug entsprechend den Kontrollen an der Front anschliessen.
Keine Zeichnung - keinen Schaltplan - etc.

APG_KFZ_TEST_2.jpg

Nun hat das Prüfgerät keine Akkumulatoren mehr. Die sind im Akku-Himmel.
Ich habe einen Netztrafo 220V ~ / 12,6 V / 4 A eingebaut. Den Lampen ist eh egal, ob sie mit Gleich - oder Wechselspannung betrieben werden.
Und in Reihe zum Netztrafo befindet sich eine Glühlampe 230 V - 75 W E 27. Wird der Trafo kurzgeschlossen oder zu hoch belastet, dann leuchtet diese Lampe auf und begrenzt den Stromfluss auf unbedenkliche Werte. Ab 3 x 12 V - 21 W - Lampen glimmt sie schon leicht.

APG_KFZ_SCHUTZLAMPE.jpg

Hier einen Blick auf diese Schutzlampe. Durch einen Kurzschluss leuchtet sie in voller Helligkeit.
Einen Nachteil gibt es auch : Die rückwärtigen Steckdosen sind leider nur 7-polig.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon WartburgPeter » Donnerstag 28. Mai 2009, 18:47

Schönes Werkzeug aus alten Tagen!
Beste Grüße
Peter

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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon uwe22 » Donnerstag 28. Mai 2009, 18:49

sehr schickes Gerät sollte eigentlich in keiner werkstatt fehlen
das wäre eigentlich mal ein projekt eine werkstatt so einzurichten wie es zu ddr zeiten üblich war. oder gibts sowas sogar schon irgendwo?

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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon Warre 1000 » Freitag 29. Mai 2009, 19:32

WABUFAN hat geschrieben: Und in Reihe zum Netztrafo befindet sich eine Glühlampe 230 V - 80 W.

Gute Idée der Glühlampe als Sicherung brauchen! Aber wie funktioniert das?

Ich denke das an der Primärseite wollen die Lampe zu viel Effekt brauchen und an Sekundärseite gibt es nicht so höhe Spannung das man genug Strom dadurch leiten können. Oder sind es etwas mit der Netztrafo? Also Ich bin kein Elektriker aber die Sache intressiert mich.
Stig
Wenn man alles weiß, hat man sicher etwas missverstanden.

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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 30. Mai 2009, 07:14

Hallo Stig,
die Glühlampe ist zwischen dem Netzanschluss und dem Trafo.
Die Glühlampe hat einen niedrigen Widerstand wenn sie kalt ist.
Steigt die Spannung über ihr, dann wird sie hochohmiger. Das Verhalten entspricht einem Widerstand mit PTC-Verhalten. Dabei bedeutet PTC : Positive Temperature Coeffizent.
Steigt die Temperatur, dann wird der Widerstand grösser.
Diese Prinzip nutze ich zum Schutz meiner Lautsprecher im Auto, um diese vor Überlastung zu schützen.
Dabei wird die Leistung erheblich reduziert und die Lautsprecher nehmen keinen Schaden. Realisiert mit einer Glühlampe 12 V - 21 W.
Hier zum weiter lesen : viewtopic.php?f=12&t=1792
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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon Warre 1000 » Samstag 30. Mai 2009, 08:43

Danke WABUFAN! Die PTC war für mir neues. Hier in ZWF-forum kann man sich Alles lernen!
Stig
Wenn man alles weiß, hat man sicher etwas missverstanden.

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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 30. Mai 2009, 10:00

Zum Vergleich :
Der Temperaturfühler C 120 ist ein NTC.
Ein Widerstand mit Negativem Temperatur Coeffizenten.
Steigt die Temperatur, dann wird der Widerstand geringer.
Sehr gut auf der Seite von http://www.wartburgpeter.de/te_tank_temp_anzeige1.htm
beschrieben.
An einem Geber C 120 und einem Kombiinstrument habe ich die elektrischen Werte gemessen und in einer EXCEL-Tabelle abgelegt.
Hier zum nachlesen :
viewtopic.php?f=9&t=5294
Nach Eingabe der Bordspannung werden die entsprechenden Ströme durch das Instrument errechnet und tabellarisch ausgegeben.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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carpetzi

Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon carpetzi » Freitag 5. Juni 2009, 14:32

{beifall} Hallo, ich habe Früher mal beim KFZ-Bedarf Leipzig gearbeitet. Freue mich, das ich auch im Internet noch etwas über meinen alten Arbeitsplatz lese ...

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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 6. Juni 2009, 08:07

carpetzi hat geschrieben: ... Hallo, ich habe Früher mal beim KFZ-Bedarf Leipzig gearbeitet. Freue mich, das ich auch im Internet noch etwas über meinen alten Arbeitsplatz lese ...


Hallo carpetzi,
hoffendlich liesst Du die folgenden Zeilen.

Prüfkoffer TLZ69 - viewtopic.php?f=6&t=496
Prüfkoffer Rudolf Lausch KG Leipzig PK2 - viewtopic.php?f=6&t=1478

Beide Geräte gibt es hier im Forum und weiter Details wie Beschreibungen, Foto's und "Berichte vom Fliessband" eines Werktätigen wären interessant.

Wäre schön, wenn es da eine Hilfe gibt.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon Böhser_353er » Samstag 6. Juni 2009, 11:59

Sehr interessant das ding. Sowas stand in meiner Lehre im Schrank wurde aber nie benutzt.
Ein Nachteil hat das ding aber: Um nachzusehen ob an der Autosteckdose SPannung fürs Bremslicht ankommt braucht man eine 2te Person oder ein längeres Kabel. Abhilfe wäre da einen Summer zu integrieren der beim betätigen der Bremse einen Ton abgibt.

für den NTC gibt es ne Eselsbrücke: Je heißer die Frau desto geringer ist der Widerstand :lol: Sowas lernt man inner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker
MfG Böhser_353er alias Mister Wartburg 2010

Wer IFA fährt, fährt nie verkehrt weil IFA überall hinfährt.
Ein Robur brauch keine Straße sondern nur eine Richtung.
ARO 240 - besser als sein Ruf!

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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon carpetzi » Montag 31. August 2009, 21:07

Hallo WABUFAN,
leider habe ich gar keine Fotos mehr vom ehemaligen KFZ-Bedarf. :oops:
Super das ich hier noch 2 der alten Prüfkoffer gesehen habe.

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Re: Prüfgerät für Anhängerbeleuchtung Typ 8843.6

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 4. Oktober 2010, 20:40

Heute beschreibe ich einen weiteren Einsatz des umgebauten Prüfgerätes.
An einem Warburg 353 war die Hängerkupplung vorhanden - aber die Steckdose nicht angeschlossen.
Aus beiden Rückleuchten gingen Kabel - meistens in rot und eine Ader in blau.
Ich hatte keine Lust, die Rückleuchten zu öffnen.
Viele schrecken vor 7 Kabeln zurück.
Ich beschriebe, wie man das auch so richtig anklemmen kann.
Dabei spielt mir eine Besonderheit des Wartburg 353 zu : Parklicht lässt sich für die rechte und linke Seite getrennt schalten.
Das nutzt man aus.
Als erstes die Sicherung 10 für Instrumentenbeleuchtung und das Kennzeichen entfernen.

Sicherungen_10_12_entfernen.JPG

Anschliessend die Sicherung 12, die für Standlicht rechts zuständig ist.
Damit kann nur noch Spannung auf dem Parklicht links sein.

Rücklicht_Links.JPG

Anschlissend mit einer Prüflampe die spannungsführende Ader gegen Masse suchen.

RückL_suchen.JPG

In der Steckdose findet man den Anschluss 58L und das ist das Parklicht links.
Die erste Ader ist gefunden.
Nun suche ich die nächste Ader. Dazu bleibt die Spannung am Parklicht links.

Suchen_NächsterAnschluss_1.JPG

Eine weiter Ader wird an diesen Anschluss gehalten und mal sehen, was da aufleuchtet.

Blinker_Links_1.JPG

Aha - der Blinker links. Damit muss man diese Ader an Anschluss 54L legen.
Der nächste Anschluss.

Suchen_NächsterAnschluss_2.JPG

Das ist das Bremslicht. Also der Anschluss 54.

Bremslicht_2.JPG

Nicht verwirren lassen - hier sind die alten Rückleuchten mit Sofitten verbaut.

Die Kabel sind schon zum Teil geklemmt.

Dose_Kabel.JPG

Das setzt man mit den übrigen Kabel fort. Nur ein Kabel ist die Masse ( braun ) und kommt an den Anschluss 31.

Nun kommt das Prüfgerät zum Einsatz.
Einmal kann man die Funktion der Steckdose prüfen. Entsprechend leuchten die Kontollampen. Verbunden wird das Gerät mit einem 7 poligen Kabel mit 2 Steckern daran.

Prüfung_ParklichtLinks.JPG

Hier für das Parklicht links.

Püfung_StandlichtLR_Warnblink.JPG

Hier für das Standlicht und die Warnblinkanlage.

Die ander Funktion ist die Spannungszuführung in die Steckdose. Da alle Lampen des Wartburg einseitig auf Masse liegen kann man das so Prüfen. Das Gerät liefert eine Wechselspannung und mit dem Schalter lassen sich nach einander alle Lampen durch schalten. Bei den Prüfungen müssen alle Schalter in Ruhestellung sein. Die Prüfspannung ist eine 12 V Wechselspannung.

Gerät_Speist_Blinklicht_Links.JPG

Das Gerät speisst die Blinkleuchten links. Die vordere funktioniert auch.

Gerät_Speist_Blinklicht_Rechts.JPG

Hier die rechten Blinkleuchten.

Gerät_Speist_Rückleuchten_Bremslicht.JPG

Hier beide Bremsleuchten.

Gerät_Speist_Rückleuchten_ParkLinks.JPG

Hier für Parklicht links.

Gerät_Speist_Rückleuchten_ParkRechts.JPG

Und hier das Parklicht rechts.
Sollte aus irgend einem Grund ein Schluss nach Masse sein, ist das Gerät durch die eingebaute Glühlampe gegen Kurzschluss geschützt.
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