Suche (defekten) Tacho F9

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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 10. November 2015, 08:24

Wartburgbauer hat geschrieben:Ich weiß nun nicht, wie viel Fehler die Kameraperspektive reinbringt, aber 23,75km/h kommt der obere Tacho mit "Stückchen über 20" .eineserchtens näher als der untere mit "fast 30".

Stimmt, Du hast recht :oops: - war schon ziemlich spät gestern. Ich werde das nochmal prüfen.
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Hanner
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon Hanner » Dienstag 10. November 2015, 09:50

Hallo,

hast du mal bei Rüdiger Czirsky (Tel. 03591 607043) in Bautzen versucht? Der repariert hervorragend Tachow´s. Zumindestens
Motorradtachow´s. Hat bisher nur Lobe bekommen. Auch von mir.
Freundliche Grüße
Hanner



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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 11. November 2015, 20:31

Danke Hanner, auch da werde ich mal fragen!
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon MarkusH » Donnerstag 12. November 2015, 17:11

Moin!
bic hat geschrieben:...wie weit ich der Aussage des Tachodienstes trauen kann, "der Tacho ist geprüft und geht richtig". Daher heute einmal den Akkuschrauber mit Drehzahlanzeige und eine Tachowelle genommen und mit gleicher Drehzahl zwei "Versuche" gefahren:... Ein kurzer Überschlag bringt Licht ins Dunkel, bei 950 U/min des Akkuschraubers (mehr machte er wegen ziemlich leeren Akkus nicht), der Wegezahl 1 der Tachos und der Berücksichtigung der Übersetzung des Tachoantriebs von 2,4 sollten 23,75 km/h rauskommen...
Soll also heißen, Du hast die Tachos über einen Tachoantrieb betrieben, nicht direkt an der TachoWelle.
Fraglich, inwieweit man der Drehzahlanzeige eines Akkuschraubers glauben kann.
Es kommt wohl auch darauf an, bei welcher Geschwindigleit die Tachos geeicht werden, (k.A., ob es da eine "Norm" gibt), sie zeigen ja nicht über den ganzen Bereich linear an. Ich könnte mir vorstellen, das sie z.B. bei k=1 mit 1000U/min == 60km/h geprüft werden. Könntest Du mal mit Deinem Schrauber testen, bei 950U/min Tachowellendrehzahl müssten dann 57km/h angezeigt werden.
Ich habe mal einige 353er Tachos mit einem Antrieb getestet, bei dem man die Drehzahl exact einstellen kann (Regelbarer Motor mit Tachogenerator). Bei 1000U/min zeigten sie die 60km/h recht genau an, weiter unten wurde es ungenauer.
bis dann
Markus

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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 12. November 2015, 18:32

@Markus, Du hast natürlich Recht, ich hatte nur den Abend keinen klaren Gedanken mehr fassen können und Unsinn geschrieben. Ich habe mir jetzt erst einmal so einen Laser-Drehzahlmesser bestellt (ein Motor mit Tachogenerator wäre jetzt für meine Zwecke etwas unverhältnismäßig), wenn das Ding da ist, wiederhole ich das Ganze.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 13. November 2015, 23:31

So, da nun der Laser-Drehzahlmesser eher wie erhofft in der Post war, heute noch einmal schnell einen "Probelauf" gemacht. Zuerst habe ich mir den "alten" Tacho vorgenommen und dieses Ergebnis erhalten:

DSC05633.jpg

DSC05636.jpg

Ganz knapp über 50 km/h bei ca. 826 U/min. Letztere ergeben nach x * 60 / 1000 tatsächliche 49,6 km/h, des Tacho geht also hier ca. 0,5 km/h vor. Das Ergebnis finde ich vor allen in Betracht auf den nun nicht gerade labormäßigen Versuchsaufbau überraschend gut und es ist wohl anzunehmen, dass der Tacho korrekt anzeigt.

Ganz anders jedoch der "neue" Tacho:

DSC05640.jpg

DSC05639.jpg

Irgend etwas um 47 km/h bei ca. 937 U/min (mehr machte mein Akkuschrauber wg. nicht ganz geladenen Akku mal wieder nicht). Diese Drehzahl ergebe dann eigentlich ca. 56 km/h, so das der Tacho 9 km/h nachgeht. Die Aussage des Tachoservice "der Tacho ist geprüft und geht richtig" stimmt ja nun offensichtlich wirklich nicht.

Übrigens, ein großer Unterschied ist mir bei den beiden Tachos aufgefallen, wärend der "alte" nach dem Einschalten des Akkuschraubers einen ganzen Moment braucht um sich auf den Anzeigewert einzupendeln (die Ausschläge betragen anfangs ca. +/- 15 km/h), steht beim "neuen" der Wert (wenn auch falsch) sofort an, es gibt also keinerlei Pendelbewegungen des Zeigers; Drehzahländerung folgen aber beide korrekt. Der "alte" Tacho muss also ein anders aufgebautes, unbedämpftes Werk haben.

Jedenfalls habe ich dann noch abschließend probiert, inwieweit man den Tacho durch das Ändern der Vorspannung der Rückholfeder für den Zeiger regulieren kann und festgestellt, dass dies ziemlich gut geht. Das einzige Problem hierbei ist bei dieser Art von Tacho, dass die Ziffern auf den separaten Ring gedruckt sind und man das Werk zum Verstellen jedes Mal aus dem Gehäuse holen und zur erneuten Probe wieder einbauen muss, damit man den Ziffernring zum Ablesen zentriert in das Gehäuse legen kann - dies ist mühselig und kostet Zeit. Die Regulierung habe ich dann aber erst einmal abgebrochen und daher auch nicht fotografiert, weil ich den Tacho erst einmal gründlich reinigen und dann ölen will, hier mach ich mich jedoch erst einmal bezüglich der anzuwendenden "best practice" schlau, wenn gewünscht, berichte ich. Im Moment überlege ich sowieso, denn Tacho in Eigenregie zu überholen (mehr als der "Tachodienst" kann ich auch nicht kaputt machen) und dabei gleich auf meine Achsübersetzung und Reifengröße zu justieren. Bliebe dann nur eine geeignete "do it Yourself"-Methode zum Verbördeln des Frontrings zu finden.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 14. November 2015, 00:02

Eben gefunden: so wird wohl fachgerecht verbördelt (ab 2.35 min), es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn man dies nicht etwas einfacher aufgebaut "Nachempfinden" könnte! An sonst gehen die ja ziemlich grobmotorig mit dem Zeugs um, das Entmagnetisieren scheint auch nichts zu bringen - wie auch bei einem Zinkdruckgußrahmen, das lasse ich dann mal weg.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 14. November 2015, 01:34

bic hat geschrieben:Jedenfalls habe ich dann noch abschließend probiert, inwieweit man den Tacho durch das Ändern der Vorspannung der Rückholfeder für den Zeiger regulieren kann und festgestellt, dass dies ziemlich gut geht.

Falsch, alles falsch, das kommt davon, wenn man nicht nachdenkt! Mit der Änderung der Vorspannung der Feder kann man nämlich nicht so einfach z.B. oben festgestellte 9 km/h-Abweichung ausgleichen, dies wäre viel zu simpel. Prinzipiell funktionieren ja diese Art Tachos derart, dass ein rotierender Permanentmagnet in einer Aluminiumglocke mit angebundenen Zeiger einen Wirbelstrom induziert, welcher dann die Glocke proportional zur Drehzahl des Magneten gegen eine Federkraft auslenkt. Der Zeiger kommt dann dort zu stehen, wo ein Kräftegleichgewicht zwischen der Auslenk- und der Federkraft besteht. Ändert man nun die Vorspannung der Feder, kann man vielleicht für eine bestimmte Drehzahl den richtige Anzeigepunkt einstellen, bewirkt jedoch insgesamt eine Änderung des Gesamt-Anzeigewinkels des Instruments. Um den Tacho zu justieren, ist daher sicher zu stellen, dass dessen Zeiger entsprechend der Vorspannug der Feder den gesamten vorgesehenen Winkelbereich des Ziffernblatts überstreicht, daher die Anzeige von z.B. 0 km/h bis 140 km/h (entspr. 0 bis 2.333 U/min) muss in dem dafür vorgesehenen Winkel erfolgen. Steht hier dann der Zeiger auf einer falschen Stelle, ist eben dessen Position auf der Welle zu ändern. Naja, dass kann ja noch was abgeben, nun brauche ich erst einmal eine linksdrehende Maschine, die auch 2.333 U/min erreicht.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon frankyracing » Samstag 14. November 2015, 07:49

bic hat geschrieben:
bic hat geschrieben:Jedenfalls habe ich dann noch abschließend probiert, inwieweit man den Tacho durch das Ändern der Vorspannung der Rückholfeder für den Zeiger regulieren kann und festgestellt, dass dies ziemlich gut geht.

... nun brauche ich erst einmal eine linksdrehende Maschine, die auch 2.333 U/min erreicht.


...wenn ich mich richtig erinnere :? , haben wir früher einen alten Scheibenwischermotor und einen regelbaren Widerstand dafür benutzt. Exakte Details weiß ich aber nicht mehr -nixwissen- . Die kleinen Handschleifmaschinen sollten doch aber dafür auch brauchbar sein. Oder? Dort lässt sich die Tachowelle zumindest ganz gut spannen.
...fährst Du quer, siehst Du mehr...

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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 14. November 2015, 13:09

frankyracing hat geschrieben:...wenn ich mich richtig erinnere :? , haben wir früher einen alten Scheibenwischermotor und einen regelbaren Widerstand dafür benutzt. Exakte Details weiß ich aber nicht mehr -nixwissen- . Die kleinen Handschleifmaschinen sollten doch aber dafür auch brauchbar sein. Oder? Dort lässt sich die Tachowelle zumindest ganz gut spannen.

Beide Ideen sind gut - danke! Für einen Scheibenwischer- oder wegen der Drehzahl besser Gebläsemotor fehlt mir jedoch so etwas wie ein Regelnetzteil und meine kleine Handschleifmaschine macht im Leerlauf zwischen 10 und 33 tsd U/min, außerdem lässt sich nicht auf Linkslauf umschalten. Allerdings habe ich noch so ein zweites als NoName-Teil rumliegen, da habe ich noch nicht nachgesehen. Was aber auf jeden Fall gehen wird, ist eine alte elektronisch geregelte Bohrmaschine, welche bis 2.500 U/min macht. Allerdings ist bei der der Drehrichtungsumschalter kaputt, also werde ich diese zum Umschalten aufmachen müssen - dann sollte es allerdings gehen.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon MarkusH » Samstag 14. November 2015, 17:19

Moin!
Bei mir geht das mit einem ausrangierten Waschmaschinenmotor. Bei denen ist ein Tachogenerator schon mit dran. Letzteren könnte man auch dort abbauen und für eigene Konstruktionen verwenden.
Ich hatte mir mit so einem Motor und noch einigen Teilen aus der Bastelkiste einen Prüfantrieb für Motorrad-Lichtmaschinen+Zündungen gebaut. Der lässt sich einfach auch zum TachoTest zweckentfremden. Wenn dabei noch eine LiMa montiert ist, lässt sich deren Wechselspannungsfrequenz zur besonders exacten Drehzahlbestimmung nutzen.
Test einer LiMa:
LiMa_Testlauf_01_dr.jpg

Antrieb:
LT2357_Antrieb_01_dr.jpg

ohne Abdeckung:
LT2357_Antrieb_02_dr.jpg

beim Tacho-Test:
TachoTest_01.jpg

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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 14. November 2015, 22:28

@ Markus, ein feines Teil hast Du Dir da gebaut! Für mich jedoch wäre dies der Overkill, für meine Zweck und die einmalige Anwendung muss dieser "Prüfstand" reichen:

DSC05653.jpg

Die Drehzahl der Bohrmaschine kann man idealer Weise an einem Rädchen einstellen, nutzbar ist dann der Bereich von ca. 730 bis über 2.500 U/min, das reicht zum Prüfen von ca. 45 km/h bis über den Anzeigebereich der Tachos hinaus.

DSC05643.jpg

DSC05645.jpg

Im unteren Drehzahlbereich ist jedoch die Einstellerei etwas mühsam, die Maschine setzt dann da schon einmal aus. Daher habe ich mit der Bohrmaschine erst ab 50 km/h gemessen, für alles darunter kam wieder den Akkuschrauber zum Einsatz.

Also dann mal zwei Versuchsreihen gefahren, erst den "alten" und dann den "neuen" Tacho, immer schön von 10 bis 130 km/h auf volle 10er-Stellen der Tachoskala einjustiert und jeweils die zugehörige Drehzahl gemessen. Und dies kam dann dabei raus:

Diagramm.jpg

Das sieht doch erst einmal gar nicht so schlecht aus. In der Tabelle erkennt man es dann an Hand der Zahlen noch deutlicher:

Tabelle.jpg

Bis ca. 60 km/h arbeitet der "alte" Tacho nahezu auf der Ideallinie, beginnt dann etwas vorzugehen (blau=Tachoanzeige, grün=tatsächliche Geschwindigkeit) und hat bei 130 km/h wieder die Ideallinie erreicht. Insgesamt beträgt die Abweichung aber nie mehr als 3 km/h, damit kann man den Tacho wohl als gut bezeichnen.

Gewundert habe ich mich dann aber über den "neuen" Tacho. Bei diesem hatte ich gestern noch ein bißchen mit der Zeigerfeder gespielt (den Zeiger aber sitzen lassen) und wohl mehr oder weniger zufällig die nahzu richtige Einstellung getroffen. Im Bereich zwischen 70 und 100 km/h liegt dieser nahezu deckungsgleich auf der Ideallinie und weicht dann bis 130 km/h nicht mehr als 2 km/h ab. Lediglich im Bereich von 40 bis 60 km/h geht er bis zu 4 km/h nach. Auch dies ist insgesamt ein Ergebnis, mit dem ich erst einmal leben kann. Diesem Tacho werde ich daher vorerst so eingestellt lassen, erst wenn er gereinigt und neu geölt ist, werde ich ihn nochmals prüfen und ggffls. justieren. Woher aber der Knick in den Kurven beider Tachos zwischen 60 und 70 km/h kommt, ist mir jedoch ein Rätsel.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 23. Februar 2016, 02:03

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, auch hier geht es nun weiter.

Nachdem mich schon vor Wochen der Uhrmacher mit der Hiobsbotschaft überraschte, dass auch Uhrwerk, aus welchem er die Unruh gegen die vom "Tachoservice" zerstörte tauschen sollte, eine gebrochene Unruh-Welle hat, war auch ich fast am Boden zerstört. Mittlerweile befinden sich aber nun zwei Uhren im Zulauf, wobei ich hoffe, dass zumindest eine davon ein heiles Werk hat.

Deshalb habe ich mir nun erst einmal den Tacho vorgeknöpft. Als erstes bekam er eine Reinigungs- und Entfettungskur um das Ölbad des "Tachoservice" zu eleminieren und präsentiert sich dann erst einmal so:

DSC06025.jpg

Bei genauer Betrachtung musste ich aber leider feststellen, dass die für die Einstellung des Achsialspiels der Schneckenradwelle zuständige Einstellschraube verlustig gegangen ist, wann und wo auch immer:

DSC06024.jpg

Also dann mal schnell eine neue angefertigt

DSC06026.jpg

und an Ort und Stelle verbracht:

DSC06035.jpg

Rein mechanisch war dann erst einmal weiter nichts zu erledigen, außer den Tacho zu "nullen":

DSC06038.jpg

Dies geht eigentlich ganz einfach, wenn man die Zwischenwelle durch das Lösen ihres Lagerbocks außer Eingriff bringt und direkt das Zählwerk dreht:

DSC06037.jpg

Wie man auf dem Bild sieht, hat der Tacho bereits "sein Fett wegbekommen", denn Öl hält nicht besonders gut an Zahnrädern. Alle Wellenlagerstellen habe ich jedoch mit synthetischen Uhren- Instrumentenöl Nr.3 geölt, allerdings sparsam. Damit geht so etwas hervorragend und kostet nicht die Welt:

DSC06033.jpg


Jetzt blieb eigentlich nur noch die Reparatur des vom "Tachoservice" ausgebrochenen Gehäuserands, wobei zum Glück das fehlende Stück noch vorhanden war

DSC06030.jpg
vorher

DSC06031.jpg
nachher

sowie die ordentliche Befestigung der blauen Blendscheibe für die Fernlichkontrolle:

DSC06029.jpg
vorher

DSC06032.jpg
nacher

Die Klebstoffreste, welche da noch auf dem Scheibchen zu sehen sind, stammen jedoch nicht von mir, sondern müssen vom "Tachoservice" verursacht oder sogar original sein.

Grundsätzlich sind die Innereien des Tachos nun soweit fertig. Nun muss er noch einmal auf den "Prüfstand", denn ich will diesen gleich auf den geringeren Rollumfang meiner 155-R15-Reifen abgleichen. Leider habe ich jedoch bei meiner Bastelei feststellen müssen, dass der Zeiger alles andere als fest auf der Welle sitzt und sich hier schon verdreht hat. Also werde ich erst einmal den "Ursprungszustand" wiederherstellen und mir etwas einfallen lassen müssen, wie ich den Zeiger auf der Welle ausreichend fest bekomme. Erst dann kann ich mich an die Änderung der Wegezahl machen. Später also dann mehr.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Dienstag 23. Februar 2016, 08:12

Vielleicht ist Dir meine Lösung zu profan, bei meinem Kombinationsinstrument hab ich die Zeiger einfach mit Sekundenkleber auf der Welle befestigt.
Lächle, das Leben ist einfach zu kurz.

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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 23. Februar 2016, 20:15

Wilfried hat geschrieben:Vielleicht ist Dir meine Lösung zu profan, bei meinem Kombinationsinstrument hab ich die Zeiger einfach mit Sekundenkleber auf der Welle befestigt.

Ne, zu profan ist mir das nicht, aber ich weiß noch nicht, wie ich das machen soll, da ja zum Justieren der Zeiger noch auf der Welle verdreht werden muss. Ich könnte mir allenfalls vorstellen, nach der endgültigen Justage die Alu-Glocke vielleicht mit Klebeband festzusetzen, dann die Stellung des Zeigers auf dem Skalenhintergrund zu markieren,diesen abzuziehen und mit Kleber o.ä. wieder zu montieren - na mal sehen. Original scheint der Zeiger mit einem Lötklecks auf der Welle arretiert worden zu sein - auch dies halte ich für praktikabel. Aber danke für die Idee.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 8. März 2016, 23:47

Mittlerweile ist der Zeiger wieder fest auf der Position, wo er hingehört und abgeglichen ist der Tacho auch. Zum Arretieren des Zeigers habe ich dann doch zum Lötkolben gegriffen, dass war nur eine Sache von Minuten (Bild erspare ich mir, das Ganze sieht nach einem Klecks Mattschwarz aus wie vorher). Mühselig sind nur die Einstelläufe auf meinem improvisierten "Prüfstand" (siehe oben), da der Tacho zu jeder Korrektur auseinander und wieder zusammen gebaut werden muss. Aber weil ich da nun so schön dabei war, habe ich mir einmal Gedanken gemacht, ob und wie ich den Tacho auf den geringeren Umfang meiner 155*15er Reifen einstellen kann. Und siehe da - das geht nicht, allenfalls einen Kompromiss kann man erreichen, aber der Reihe nach:

  1. Die Funktionsweise der alten Wirbelstromtachos ist ja so, dass durch den sich mit Wellendrehzahl drehenden Magneten in der frei aufgehängten, über den Magneten gestülpten und mit dem Zeiger verbundenen Alu-Glocke ein Wirbelstrom erzeugt wird. Dieser Strom baut dann wiederum ein Magnetfeld auf, welches derart ausgerichtet ist, dass die Glocke veranlasst wird, dem Magneten hinter herzulaufen, wenn dem nicht eine Feder entgegen wirken würde.
  2. Da nun das "Wirbelstrommagnetfeld" und damit auch dessen Kraftwirkung linear mit der Drehgeschwindigkeit des Tachos steigen und die Rückstellkraft der damit beaufschlagte Feder ebenfalls linear zunimmt, ergibt sich eine komplett lineare und zur Drehzahl der Tachowelle proportionale Anzeige.
  3. Hieraus ergibt sich dann, dass ein einmal gebauter Tacho mit einem bestimmten Magneten, einer bestimmten Wirbelstromglocke und einer bestimmten Rückstellfeder auf eine bestimmte Drehzahländerung (z.b. +500U/min) immer mit der gleichen Winkeländerung des Zeigers reagiert, egal ob nun im unteren, mittleren oder oberen Skalenbereich (Verluste durch Schlupf und Mechanik mal ausgenommen)

Trägt man nun ein solches Verhalten mal in ein Diagramm ein, ergibt sich eine schöne Gerade, hier für die IFA-übliche Wegezahl=1:

W1.jpg

Trägt man dann hierzu die sich bei genau dem selben Tacho, Achs- und Tachoantriebsübersetzung ergebenden Werte der im (dynamischen) Abrollumfang ca. 5,14% gegenüber den 5.90*15 kleineren 155*15er Reifen ein, ergibt sich eine stetig mit der Geschwindigkeit wachsende Abweichung (bei 10 km/h Tachoanzeige sind es erst -0,5 km/h, bei 130 km/h dann schon -6,7 km/h) und damit ein flachere Anstieg der Geraden, hier in schwarz dargestellt:

155-15.jpg

Auf den Verlauf dieser Geraden wäre dann der Tacho einzustellen, um eine genaue Geschwindigkeitsanzeige für die 155*15er Reifen zu erhalten, was jedoch bedeutet, die Wegezahl zumindest der Geschwindigkeitsanzeige des Tachos ändern zu müssen (km-Zählwerk ist ja sowieso fix), da sich ja nun die Tachowelle auf 1km nicht 1000 mal (W=1), sondern ca. 1051,5 mal drehen muss.

Aber genau diese Änderung der Wegezahl ist nicht möglich, da diese wie oben beschrieben durch den Magneten, der Wirbelstromglocke und der Rückstellfeder konstruktiv festgelegt ist. Hiergegen hilft auch kein Versetzten des Zeigers und keine Änderung der Vorspannung der Feder, man erreicht dabei lediglich eine Paralellverschiebung der im ersten Bild gezeigten Geraden.

Allerdings nun gerade diesen Umstand dachte ich mir dann doch nutzen zu können, denn wenn es mir gelingt, eben durch das Versetzten des Zeigers und/oder Änderung der Vorspannung eine Paralellverschiebung der Anzeigekennlinie um 4 km/h in Richtung nacheilend (zur Originalanzeige) hinzubekommen, dann schneiden sich die verschobene Gerade (gestrichelt) und die der 155er Reifen bei genau 70 km/h:

Korrektur.jpg

Ich hätte dann einen Tacho, welcher ausgehend von 70 km/h unterhalb abnehmend nach- und oberhalb zunehmend vorgeht - auch nicht schön, aber immer noch besser, als überhaupt keine Anpassung. Auf jeden Fall werde ich dies einmal versuchen, vorher aber mal rechnen, ob sich nicht mit den diversesten Übersetzungen des Tachoantriebs ein ähnliches und vielleicht sogar besseres Ergebnis erzielen lässt, dann kann ich den Tacho in Ruhe lassen.

Ok, ok, das war jetzt ziemlich viel Text für relativ wenig Erkenntnis, aber ich musste mich da auch erst einmal hinein denken und vielleicht hilft es ja jemand, welcher ähnliches vor oder ganz allgemein Probleme mit der Tachoanzeige hat. Also - so sorry.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 11. März 2016, 11:42

So, dann habe ich doch einmal ein bißchen mit der Achs- und Tachoübersetzung rumgerechnet. Eigentlich geht das ganz einfach.

Der Hersteller meiner 155*15er Reifen hat mir auf Anfrage für diese einen mittleren dynamischen Rollumfang (also der Umfang, welcher der Reifen bei der Fahrt tatsächlich hat) von 1920mm genannt. Davon ausgehend:

  1. muss sich das Rad für die Strecke von 1km genau 1000 : 1.92 = 520,8333... mal drehen
  2. auf der selben Strecke muss sich jedoch der Tacho genau 1000 mal drehen (wenn dieser wie die IFA-Tachos eine Wegezahl von 1 hat)
  3. per Achs- und Tachoübersetzung ist also dafür zu sorgen, dass sich bei 520,8333... Radumdrehungen die Tachowelle 1000 mal dreht, benötigt würde dann hier ein Übersetzung von 1000 : 520,8333... = 1,92

Im Laufe der Produktion der 309/311/312er-Getriebe hat es nun verschieden übersetzte Achs- und Tachoantriebe gegeben, hier in der Tabelle hatte ich diese vor einiger Zeit mal zusammengestellt:

Getriebeuebersetzungen.jpg

Und siehe da, am nächsten dran an der oben ausgerechneten erforderlichen Übersetzung von 1,92 ist die von der F9-Limousine mit 1,943. Hiermit würde sich dann der Tacho auf 1km 520,8333... * 1,943 = 1011,98 mal gedreht haben, das ergibt dann eine Voreilung ca. 1,2% - mehr als ausreichend genau.

Da das Getriebe, welches den Tacho einmal antreiben soll, genau wie das F9-Getriebe die Standardachübersetzung von 7:34 Zähnen hat, brauche ich jetzt eigentlich nur noch einen Tachoantrieb mit 4:10, also die Scheibe mit 4 und das Ritzel mit 10 Zähnen. Dann könnte ich den Tacho lassen wie er ist und hätte eine ziemlich genaue Wegstrecken - und Geschwindigkeitsanzeige.

Nur, wo nehme ich einen solchen Tachoantrieb her? Hat jemand vielleicht so etwas rumliegen und braucht es nicht mehr? Hätte ich dann gern genommen!
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 21. März 2016, 02:38

Gott sei Dank geht alles einmal zu Ende und so bringe ich jetzt nun meinen Instrumentensatz kommende Woche zum Verbördeln:

DSC06106.jpg

Da es mir nun gelungen ist, einen Tachoantrieb mit einer 4:10 Übersetzung zu bekommen, brauchte ich am Tacho nicht noch einmal bei, aber es war ja noch genug anderes zu erledigen.

Wie ich ja weiter oben schon schrieb, hatte mir ja der nette Tachoservice beim Versuch das Ziffernblatt der Uhr zu wechseln, die Unruh zerstört. Als ich diese Uhr dann zum Wechseln des Werks zusammen mit einer zweiten Uhr zum Uhrmacher gebracht hatte und den ganzen Kram mit der Nachricht zurück bekam, auch bei der zweiten Uhr sei der untere Lagerzapfen der Unruhwelle gebrochen, war ich erst einmal platt, denn ich war mir (und bin es immer noch) vollkommen sicher, dass das Uhrwerk vorher in Ordnung war.

Da es so nun nicht weitergehen konnte und mir die Erkenntnis kam, dass ich die Uhren genaus so gut selbst kaputt machen kann, wie Tachoservice und Uhrmacher, hatte ich mir noch einmal Nachschub besorgt - zwei nicht besonders schöne, aber als funktionierend beschrieben Uhren aus Kleinanzeigen. Damit hatte ich dann genügend Material, um quasi aus fünf Uhren

DSC06061.jpg

zwei lauffähige Werke zusammenzubauen. Hier ticken diese nun fröhlich vor sich hin:

DSC06062.jpg

Gelernt habe ich bei dieser Bastelei vor allem zwei Dinge die für jemanden, welcher sich auch an der Reparatur dieser Uhren versuchen will, wichtig sein könnten - alle anderen sollten darüber hinweg lesen:

  • Also zum einen sollte man ja denken, da es sich um das gleiche Kaliber handelt, Teile einfach von einem zum anderen Werk tauschen zu können. Leider ist dies nur bedingt und für die gröberen Dinge möglich (z.B. Federwerk), denn es gibt ziemlich viel feine Unterschiede. So ist bei einigen Werken nicht nur die Unruh in Steinen gelagert, sondern auch fast das ganze Räderwerk, bei anderen aber eben nicht. Auch die Lagerung der Unruh und die Ausbildung der Lagerzapfen deren Welle ist unterschiedlich und die Unruhen daher nicht ohne weiteres austauschbar. Hier hatte ich einfach Glück, dass mir dies für die zwei oben gezeigten Werke gelang.
  • Ein weitere Punkt auf welchen man achten sollte, ist die Welle, auf welcher die Zeigerräder laufen. Diese ist von vorn in die Grundplatte geschraubt und von hinten gekonntert. Da nun aber die kleine Rändelmutter, welche die Zeiger sichert, ziemlich fest sitzen kann, dreht man bei der Demontage nicht die Mutter, sondern die Welle ab und hat damit erst einmal Schrott (ist mir leider so passiert). Besser ist es daher, erst das ganze Werk zu zerlegen um die Kontermutter zu entfernen, dann dreht sich bei festsitzender Rändelmutter die Welle mit aus, aber eben nicht ab.

Nun, nachdem die Werke wieder zusammengeschraubt waren, ähnlich wie beim Tacho, diesen noch ein wenig Schmiermittel verpasst

DSC06064.jpg

mehr als das Auffüllen der Tassen der Lager sollte es jedoch nicht sein, dabei jedoch die Unruh und deren Hemmung nicht vergessen. Auch die Zähne der Räder bekommen alle einen klitzekleinen Tropfen - man glaubt kaum, wie leise die Uhren dann nach dem Ölen laufen.

Nachdem ich dann schon vorher die Gehäuse von Tacho und Uhr von Innen einmal "durchgeweißt" hatte (sollte man wegen der besseren Ausleuchtung unbedingt machen)

DSC06104.jpg

blieb dann nur noch die Montage des Uhrwerks im Gehäuse

DSC06105.jpg

das Ergebnis von vorn ist dann ja am Anfang des Beitrags zu sehen.

PS. Ein Hinweis noch für alle, welche sich ähnlich betägigen wollen - man muss mit den Chromringen aufpassen, die z.Z. käuflichen unterscheiden sich nämlich erheblich. Ich hatte mir vorab zum Glück verschieden davon gekauft, einmal einen Satz kpl. mit Dichtung und entspiegelten, aber ziemlich starken Gläsern von VDO, dann einen Satz auch mit Dichtung, Gläsern und einem Blendring von wer weiß wem und zwei einzelne Ringe aus Ungarn. Festgestellt habe ich dann das:

  • Den Satz von wer weiß wem habe ich gleich in den Skat drücken können, dieser ist einschließlich der Gläser um vielleicht 3 mm zu groß
  • Die VDO-Ringe passen auf die Uhr, aber nicht auf den Tacho - wie ich feststellen durfte ist der Durchmessern von Uhr und Tacho unterschiedlich und der Bund am Tacho für die VDO-Ringe zu hoch. Dafür passen die VDO-Gläser im Durchmesser beim Tacho, aber nicht bei der Uhr (zu groß)
  • Die Ungarnringe passen gut auch den Tacho, sind aber ergo für Uhr zu groß

Zusammengestellt habe ich mir dann den Kram also so:

  • Bei beiden Geräten verwende ich die entspiegelten Gläser von VDO - die ist im Cabrio einfach besser. Hierzu habe ich jedoch das Vorderteil des Uhrengehäuse mit der Fächerscheibe so lange ausschleifen müssen, bis die Scheibe ohne Spannung hinein passte.
  • Der Tacho bekommt einen Ungarnring mit der Dichtung von VDO. Da diese Ringe einen recht hohen Steg haben, bleibt auch bei dem starken VDO-Glas (ragt minimal über das Gehäuse hinaus) genügende "Fleisch" zum Bördeln.
  • Die Uhr bekommt einen VDO-Ring ohne Dichtung. Ein solcher ist hier original auch nicht vorgesehen, der Rand des Gehäuses gibt es auch nicht her. Dass das VDO-Glas stärker ist, als die originalen Gläser, lässt sich mit der mit Langlöchern versehen Befestigung des Werks im Gehäuse ausgleichen, hier ist nämlich original vorgesehen, mit dem Uhrwerk das Glas und den äußeren Skalenring von innen gegen den Frontring zu pressen. Gott sei dank reicht nun der Verstellbereich auch für das starke VDO-Glas.

So, das war es nun erst einmal, ich kann nur hoffen, dass das Verbördeln gelingt - vielleicht zeige ich dies dann noch einmal.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon frankyracing » Montag 21. März 2016, 21:33

Alle Achtung {anbeten} für diese Arbeit! Ich hätte wahrscheinlich vor lauter Frust, aus der Uhr einen Drehzahlmesser gebaut... :D
...fährst Du quer, siehst Du mehr...

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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 21. März 2016, 23:10

frankyracing hat geschrieben:.....Ich hätte wahrscheinlich vor lauter Frust, aus der Uhr einen Drehzahlmesser gebaut...

Erst einmal Danke und ich muss gestehen, dass ich eine zeitlang gesucht hatte, ob ich nicht ein Funkuhrwerke finde, welches sich hätte einbauen lassen. Leider oder besser zum Glück hatte alles was ich gefunden habe viel zu dicke Zeigerwellen, so dass die Zeiger zu rustikal geworden wären. An sonst wäre es kein Problem gewesen, Platz ist genug und die Grundplatte des Werks hätte schön zur Befestigung dienen können. So habe ich dann eben die alten Dinger wieder i.O. gebracht - obwohl, laufen wird die Uhr im Auto wohl selten, denn zum Aufziehen braucht man mindestens Hebammen-, besser wären Kleinkinderfinger. Was die sich früher dabei gedacht haben, wird mir ewig ein Rätsel bleiben.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 22. März 2016, 05:49

Da hilft das Uhrwerk mit 12 V= Klappankeraufzug aus dem WOLGA M 24 .... ?
Nur MEZ und MESZ mus man dann mit der Hand stellen.

Ansonsten mein Lob für die filigrane Handwerksarbeit !
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 23. März 2016, 09:49

Seit Jahrzehnten wird behauptet, dass sich das deutsche Handwerk im Niedergang befindet, ich meine dass dies nun endgültig am Boden liegt!

Schaut Euch mal diese Website an: klick und dann diese Bilder:

DSC06108.jpg

DSC06111.jpg

DSC06112.jpg

Merkt Ihr was? Da passt Anspruch und Können nicht im Ansatz zusammen! Obwohl, das muss man wirklich erst einmal "können", beim Verbördeln der Frontringe die Ziffernblätter derart zu vergewaltigen und dann dafür noch € 20,-- für die Kaffeekasse haben zu wollen! Ich bin jedenfalls vollkommen bedient.

Das Verbördeln selbst ist ja bei der Uhr noch halbwegs gelungen (gut ist aber auch hier etwas anderes):

DSC06110.jpg

so dass ich ich diese gestern Abend noch zerlegt und alles wieder gerichtet habe. Aber der Ring vom Tacho ist derart draufgewürgt (und dabei noch wellig und mit Knicken):

DSC06114.jpg

dass ich mit nichts dazwischen komme um diesen wieder aufzubördeln - jedenfalls nicht ohne die Gefahr, das Gehäuse zu beschädigen. Da werde ich wohl mit dem Dremel und der Minitrennscheibe bei müssen. Gott sei Dank habe ich noch einen Ring und der wird dann jetzt selbst verbördelt! Eine Idee für ein kleines Werkzeug, mit welchem das halbwegs sauber funktioniern sollte, habe ich schon.
Langsam komme ich zu der Überzeugung, zukünftig so wenig wie möglich fremd machen zu lassen - ein Tachodienst sieht mich jedenfalls nie wieder! Wie heißt es doch so schön: "Wenn du willst, dass es gut wird, mach es selbst"!
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Mittwoch 23. März 2016, 19:29

Sehr sehr ärgerlich!
Beim Silberpunkt habe ich leider beim Bördeln die innere Scheibe gesprengt. Vielleicht war ich zu ungeduldig. Daher mich nun für eine andere Variante entschieden. Den Ring verkleben und den überstehenden Rand abfeilen / abdremeln.
Viellicht kannst Du auf diese Weise den vermurksten Chromring noch einmal nutzen.
Viel Erfolg.
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Mittwoch 23. März 2016, 21:16

Hatte ich schonmal Oldtimer-Tachoservice Lischke in DD angsprochen? Er hat meinen Tacho und KI gemacht - bin sehr zufrieden. Er bekommt auch viele Aufträge per Post - wird allerdings auch nicht jünger... :oops:
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 23. März 2016, 22:37

@ Tomtom, der Ring ist schon den Weg alles irdischen gegangen, hatte vorhin schnell mal zum Dremel gegriffen. Die Ungarn-Ringe sind ja aus Kupfer und damit ziemlich weich. Ein kurzer Schnitt und er hatte verloren, Gehäuse und sogar die Dichtung haben überlebt. Und gerade weil diese Ringe so weich sind (VDO ist aus Messing), habe ich die Hoffnung da Bördeln selbst hinzubekommen. Lange war mir nicht klar, wie man das früher professionell gemach hat, hier wird es ab Minute 2.34 gezeigt: klick!. Es sind eigentlich zwei Arbeitsgänge, im ersten wird wohl erst die Kante des Rings mit einem Flachstahl (leider nicht genau erkennbar) umgelegt und im zweiten wird der Ring mit einem Kugellager endgültig verpresst. Da nun der Bau einer solchen Vorrichtung etwas übertrieben scheint, dachte mir jetzt, nicht das Werkstück, sondern das Werkzeug zu drehen. Sicherheitshalber habe ich mir für die ersparten 20,-- Kaffeegeld zwei neue Ringe geleistet, da habe ich dann zumindest zwei Versuche frei (einen Ring habe ich ja noch)!

@Wartburgbauer, danke, wenn ich es nicht selbst hinkriege, werde ich darauf zurückkommen - irgendwie muss ich die Geschichte ja mal ein Ende haben.

Aber es gibt auch Lichtblicke, mein 4:10-Tachoantrieb ist da:

DSC06117[1].jpg

vielleicht wird doch noch alles gut!
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 1. Mai 2016, 18:55

Endlich mal etwas geschafft:

DSC06137.jpg

Die Uhr war ja schon vor einiger Zeit fertig, mittlerweile ist sie auch einreguliert - die Uhrzeit stimmt. Nun ist es mir aber auch gelungen, den Tacho zu verbördeln. Mit diesem kleinen Werkzeug

DSC06134.jpg

war dies zwar nicht gerade einfach, aber in akzeptabler Qualität möglich. Wichtig ist, dass die ganze Sache ordentlich eingespannt wird

DSC06135.jpg

aber nur so, dass der Dichtring vorgespannt wird, aber das Glas heile bleibt. Dann bördelt man mit dem Werkzeuglein durch Rollen langsam und vorsichtig den Frontring um (bloß keinen Knick reinmachen), wobei man bei einem relativ flachen Winkel anfängt, diesen immer mehr steigert und bei Notwendigkeit zum Schluß lotrecht den Bund des Ringes anrollt. Besonders leicht geht dies nicht, etwas Geduld muss man schon aufbringen, ich habe etwa ein Stunde hierfür gebraucht.

DSC06132.jpg

Auf jeden Fall ist mir ein besseres Ergebnis gelungen, als das mit einem Schraubenzieher oder ähnlichem möglich wäre.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 29. Mai 2016, 20:31

So.... quasi als Abschluß des Threads:

DSC06219.jpg

Tacho und Uhr sind nun eingebaut und passen farblich nun ganz gut zum originalem Kombiinstrument (leider nicht ganz auf dem Foto).

Ich kann daher nun die "Vorgänger" abgeben:

DSC06224.jpg

Bei diesen beiden Instrumenten handelt es sich um irgendwann von irgendwem hergestellte Nachbauten, eigentlich für den Framo (deshalb Tacho nur bis 100 km/h). Beide sind i.O., die Uhr hat ein Quarzwerk und leider ein "Bläßchen" auf dem inneren Ziffernblatt, Chromringe und die gewölbten Gläser sind ok. Wer Interesse hat, bitte per PN melden.
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Re: Suche (defekten) Tacho F9

Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Sonntag 10. Juli 2016, 18:38

Hallo bic,

habe diesen Thread erst jetzt entdeckt, da ich die letzten Monate schwer mit meinen anderen Fahrzeugen ausgelastet war. Ich kann nur sagen: Respekt vor soviel Akribie und dem Resultat!

Noch im Winter habe ich versucht, die Instrumente von Wartburg 353 auf Ifa F9 zurückzurüsten. Ich will nicht alle Zwischenschritte auflisten, aber hier das vorher-nachher-Ergebnis beim Tacho, in der Mitte der Technikspender:

tachos.png

Das Zifferblatt ist vermutlich vom Typ F8. Es hat den Nullpunkt rechts oben, wie auf allen Prospektabbildungen und in der Betriebsanleitung zu sehen ist. Ich habe elfenbeinfarbene Folie auf Polycarbonatscheiben geklebt. Das ergibt eine saubere Oberfläche und einen sehr schönen diffusen Durchlicht-Effekt, zumal ich 3 statt 1 Glühlampe benutze. Der Tacho hat jetzt außerdem 4 statt 1 Kontrolleuchte.

uhr.png

Mit der Uhr habe ich länger herumexperimentiert. Nachdem ich ursprünglich eine mechanische Uhr einbauen wollte und die Ruhla-Spender (Wecker) höchst unterschiedliche Laufzeiten von 1 - 5 Tagen aufwiesen, habe ich mich entschieden, ein lautloses Quarz-Laufwerk einzubauen - mit 1,5-V-Batterien, die locker 1 bis 2 Jahre halten.

Der Originalitätsfanatiker rümpft jetzt die Nase (wer jedoch genau weiß, was wann beim F9 original war, bitte melden). Doch beachte: das Ergebnis ist für den täglichen Einsatz bestimmt!

Jetzt brauche ich nur noch das Bördelwerkzeug :-| Ich schicke eine PN.

Bis zum nächsten Mal - meine Sitze sind gerade im Finish.

Thorsten


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