Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Motor, Vergaser, Ansaug- und Abgasanlage, Getriebe, Antriebe, Störungen am Motor

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Hanner
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Hanner » Dienstag 30. Oktober 2018, 14:14

Hallo,

Wartburgmotor im Boot Ist nicht optimal. Der wurde nur eingebaut, weil es wenige Motoren
gab. Ein Viertaktmotor läuft weitaus ruhiger. Hatte auch so ein Boot,allerdings mit starrer Welle.
Hatte auch nur Probleme.
Freundliche Grüße
Hanner



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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Dienstag 30. Oktober 2018, 19:18

frankyracing hat geschrieben:...aah :-| Primat-Wellenanlage...prüfe bitte die Pertinaxbuchse im Stevenrohr - wenn diese noch vorhanden ist... :smile:

Toredo hat geschrieben:Mir fällt noch ein, beim ruhig laufenden Vorgängermotor war sogar der Propeller zerkloppt und die Welle krumm. Mit dem neuen Motor ist die Propellerwelle gerichtet und der Propeller auch mehrmals getauscht worden...


...vielleicht fällt Dir ja noch ein, auf welchen maximalen Rundlauffehler die Welle gerichtet worden ist :shock: Wenn der - Deiner Meinung nach, so ruhig laufende Motor, den Prop zerstört und die Welle verbogen hat, liegt das Problem nicht am Motor...


Die Pertinaxbuchse wurde gleich durch ein handelsübliches Wellenlager aus Gummi ersetzt.

Der Motor soll die Wellenanlage zerstört haben ?? Die Vorbesitzer hatten mehrmals harten Grundkontakt - dabei ist alles demoliert worden! Der Propeller war hin. Die Welle war krumm. Schaute man durchs Stevenrohr, konnte man innen sehen wie die krumme Welle mittig das Stevenrohr bearbeitet hatte. Die Pertinaxbuchse war trichterförmig aufgeleiert und die Welle sprang unten klappernd schon "im Dreieck". Dieser Zustand mit dem alten Motor war aber immer noch besser als der jetzige Zustand mit dem völlig anderen "neuen" Motor.

Was Du schreibst ist ja alles völlig richtig und naheliegend! Ja, das Nicken ist in gewissen Grenzen normal und ja, die Welle gibt dem Wippen federnd nach und schwingt sich auf - ist ja alles logisch! Aber nur bei mir so extrem!

Ich muß ich einen ganz derben Bock übersehen haben für den eigentlich keine Meßuhr nötig ist! Als würde irgendwas um Daumenbreite eiern!
Bin echt gespannt was sich am Ende als Ursache ergibt!
Die Vorbesitzerin lud ich nach dem Motorwechsel einmal auf eine Tour ein...es polterte beim Beschleunigen..."Was ist denn das? Das war vorher aber nicht!"

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Dienstag 30. Oktober 2018, 20:10

Eure Erklärungen waren sehr interessant! Ein paar Dinge konnte ich wieder dazu lernen.
Zusammenfassend bleibt folgendes offen: Ist der Nickeffekt bei meinem Motor in der bemängelten Stärke normal oder eher ungewöhnlich?
Das werden wir hier leider nicht klären können!
Trotzdem danke für alle Tips!

Olsen
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Olsen » Mittwoch 31. Oktober 2018, 22:51

Hallo Toredo,
Ich bin neu hier, aber ich hatte die gleichen Probleme. Diese Wellenanlagen sind tatsächlich immernoch sehr verbreitet, heißen " Primat" und wurden von der Firma Pfeifer in Berlin hergestellt. Unter der recht massiven Schlauchverbindung steckt, wie Du sicher weist, das Stevenrohr, das die Verbindung Mitnehmerglocke-> Wellenbock, darstellt. Bei mir ist es vorgekommen, daß die sechs 6mm Schrauben mit dem das Stevenrohr am Drucklager verschraubt ist, locker waren. Das hat sich böse angehört und der Motor hat durch den Tretkurbeleffekt stark vibriert. Den Gummischlauch habe ich durch ein Stück C Feuerwehrschlauch ersetzt um mir den Motorenausbau zu erleichtern, weil man dann die Mitnehmerglocke samt Stevenrohr durch den Wellenbock zurückschieben kann. Somit hat der Gummischlauch sogut wie keine dämpfende Wirkung, er dient nur dazu daß der Kahn nicht absäuft. Die Aufhängungen am Motor sind überall an der gleichen Stelle, also mittig, weil so ein Gewichtsgleichgewicht herrscht und kein Druck auf der Wellenanlage lastet. Den Motor habe ich recht ruhig bekommen indem ich die Schwungscheibe 5 mal ab und angeschraubt habe. Kurbelwelle war regeneriert, Schwungmasse mit 0 Markierung. Einen Bleistift am Motor fixiert, eine Platte mit Papier auf der Spantenseite, Motor laufen lassen und Schwungscheibe immer um ein Loch versetzt angeschraubt, geringsten Ausschlag festgestellt und angeschraubt. Läuft super, und das schon seit 10 Jahren. Übrigens laufen nach meiner Erfahrung die Primatanlagen am besten mit den originalen Alupropellern. Diese Anlagen sind simpel und zuverlässig. Sie sind nur deshalb unbeliebt und werden ausgebaut, weil beim Zündschlüsseldrehen freie Bahn angesagt ist und kein Leerlauf möglich ist. Deshalb würde ich keine gerichtete Welle verbauen, lieber für schmales Geld eine gute Gebrauchte.
Gruß, Mario

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Freitag 2. November 2018, 18:01

Olsen hat geschrieben:Einen Bleistift am Motor fixiert, eine Platte mit Papier auf der Spantenseite,


Solche Herangehensweisen gefallen mir! Einfallsreich und zielführend! :smile:

Olsen hat geschrieben:Motor laufen lassen und Schwungscheibe immer um ein Loch versetzt angeschraubt, geringsten Ausschlag festgestellt und angeschraubt.


Eigentlich dürfte sich da ja nichts ändern. ...So viel zum optimalen Rundlauf der Teile!

Ich habe längst vergessene Kramkisten freigelegt und tatsächlich noch eine Schwungmasse gefunden! Allerdings ohne Kerbe, keine 1, keine 0-Markierung. Bin mit Schmirgel ringsherum ...nichts!
Desweiteren habe ich auch Primatglocken gefunden und einen Drehschwingungsdämpfer. Auch zwei Wellen 20mm.
Zeug wäre also da!

Allerdings sind auch Komponenten da, mit der auf freie Welle mit schwebendem Innenlager und Gelenk umgebaut werden könnte. Damit wäre eine Umrüstung auf gelenkig angeschlossene Welle möglich. Die Kupplungsglocke hat ein Drucklager für den Schub und die normale Autokupplung drin, damit wäre sogar ein Leerlauf integriert.

Habe mich bisher nie durchringen können, diese Umrüstung zu machen. Aber da nun eh der Motor draussen ist...

Ich habe eigentlich eines der langsamsten DDR-Boote mit Wartburg, die es je gab. Anfangs lief das Ding mit dem regenerierten Serien-Wabu trotzdem 48...49kmh nach GPS. Das ist für diese träge Möhre nicht schlecht! Nach und nach sank die Maxgeschwindigkeit bis auf 45 kmh ab.
Nun hat sich herausgestellt, die Kühlwasserzufuhr an meiner Fantasiekühlung ist mit einem Rostklumpen schleichend zugewachsen. Das ist nun nach langem Suchen beseitigt. Bin ja mal gespannt, ob eine ordnungsgemäße Vollgaskühlung die ursprüngliche Geschwindigkeit wieder möglich macht.
Da bei Seewasserkühlung Verkalkungsgefahr besteht ,fahre auch ich nur die empfohlenen 60 Grad. Bei Tuckerfahrt im Leerlauf steigt die Temperatur trotzdem höher an. Die Fördermenge ist bei Leerlauf gerade ausreichend. Eine Stunde Tuckerfahrt ist ohne "versabbern" des unteren Zylinder problemlos möglich. Beim Gasgeben bleibt dann ne große blaue Wolke stehen und der Motor beschleunigt trotzdem sauber durch - echt schön !! Jikov mit Ebza und Wabu-Spulen + Bosch W7BC-Kerzen. Ansauganlage fehlt komplett bis auf den Vergasertopf. Auspuff ist auch ein Fantasieprodukt - eine Mischung aus Resotüte, leeren Topf am Ende und Skodaschalldämpfer. Klingt zwar nach Wabu aber anders und ist Super leise !!

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Olsen » Freitag 2. November 2018, 21:54

Hallo Toredo,
habe bei einem Bekannten das Auswuchten der Schwungscheibe versucht. Auf einer Wuchtmaschine, mit einer Welle für Motorradräder. Gebracht hat es nichts, ließ sich schlecht spannen und bem Überprüfungslauf hatten wir ständig andere Ergebnisse. Deshalb die etwas pragmatische Lösung.
Von Gelenken kann ich persönlich nur abraten. Diese Kardangelenke und Mitnehmer vom 311er sind für diese Drehzahlen ungeeignet. Nagel mich nicht fest, aber ein paar hundert Umdrehungen am Rad sind doch was anderes als Vollgas bei 4500 Umdrehungen. Ich hab schon ausgeglühte Gelenke gesehen. Das ist was für Tuckerboote. Glaub mir, die Primatanlage läuft sehr gut, und nicht jeder kommt mit einem Direktantrieb klar. Das hat auch was.
Auf dem Foto ist mir aufgefallen daß deine Motoraufhängung wie eine Schaukel gebaut ist.Wenn die in sich steif genug ist sodaß sie nicht selbst in Schwingung gerät, mag das gehen. Original sind die Halter, die aus massiven T- Profil bestehen, genau an der selben Stelle wie beim 353er Motor verschraubt, nur daß die Enden in den Motorfundamenten stecken die dann auf die Längsspanten geschraubt sind.
Übrigens läuft mein Holzboot mit einem 40F11 und Luftfilter und Staudruck Seewasserkühlung. Dreht frei und richtig schön rotzig.
Den Lotos habe ich mit einem Lewo 20 ausgerüstet und eine Spitzner Pumpe verbaut. Der Motor hat den Jikov Vergaser verbaut, den ich der einfachheit halber auf 40F11 zurüchrüsten werde. Ich kriege den Übergang von erster zur zweiten Stufe beim beschleunigen nicht hin ( Übergangsloch ).
Wenn dein Boot 45 km/h läuft ist das sehr gut, das schaffen die wenigsten, und schon gar kein Lotos .Zu schwer.
Und den Luftfilter hab ich auch schon mal weggelassen, hat aber außer Leistungseinbußen nichts gebracht. Ich denke die Systeme sind schon ganz gut aufeinander abgestimmt. Den Vergaser unter Last einzustellen, da kein Leerlauf, ist eh schon fisselig. Der Motor muß im Boot sowiso schon schwerer ziehen als im PKW.
Übrigens, große Trabbizündspulen wirken Wunder.

Gruß, Olsen

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Samstag 3. November 2018, 10:39

Ja, das berüchtigte Übergangsloch!!
Ist reine Gewöhnungssache. Am Öffnungsbeginn der 2.Klappe einfach langsamer Gasgeben, dann ist davon nichts zu merken. Ich habe zwei eingestellte Jikov probiert. Beide waren identisch. Ob mit kompletter Ansauganlage und korrekt angeschlossenem Verbindungsschlauch vom Filter zum Schwimmergehäuse das Übergangsloch tatsächlich verschwindet kann ich nicht sagen. Die zweite Vergaserstufe nutze ich auch sehr selten. Nahezu die volle Fahrleistung kommt nur aus der ersten Stufe. Das sind dann so um die 3000 U/min. Die zusätzliche Drehzahl bis 4500 bringt nur wenig. Eigentlich könnten damit aber 55 bis 60 km/h drin sein.
Rechnet man für Vollgas (etwa 4300...4500 Umin je nach Wetter und Tagesform) den theoretischen Weg der Propellersteigung pro Stunde (kmh) aus und vergleicht sie mit dem tatsächlich zurückgelegten Weg pro Stunde auf dem GPS fällt eine komische Abweichung von rund 30% auf. Das ist eine riesige Differenz, was einen schädlich hohen Anstellwinkel (Ist-Soll-Differenz) bedeutet. Der effektivste Anstellwinkel für die höchste Geschwindigkeit ergibt sich beim Gleiter gewöhnlich aber bei etwa 5-10% Differenz. Ein annähernd optimaler Prop ist wegen Platzmangel aber leider nicht montierbar bzw gibt es nicht. Auf der ganzen Welt sind im Boot, abgesehen vom Wabu, 50 PS Benzin-Einbaumotoren ohne Untersetzung nicht üblich. Also gibts dafür auch keine Props von der Stange mit einem passenden Steigungs-Flächenverhältnis. Ggf könnte der Wabu mit seinem Drehmomentverlauf damit aber auch Probleme beim Beschleunigen bekommen. Denkbar wärs! Daher könnte ein absichtlich "falscher" Prop einen eventuell notwendigen und gewollten "Rutschkupplungseffekt" haben.

Thema Gelenk: Die Dinger mögen natürlich keine hohen Drehzahlen, schon gar nicht bei Abwinkelung. Egal ob aus Gummi, Kardanisch oder Gleichlaufgelenk bzw Fingergelenk und Verwandte. Der Motor muss halt immer gerade zur Welle stehen. Das Gelenk soll nur kleine Fehler ausgleichen. (Motorbewegungen). Allerdings ist das nicht die ganze Wahrheit! Praxisbeispiel Z-Antrieb und Doppelkardan. Hier liegt die volle Drehzahl des Motors an. Untersetzt wird erst dahinter. Trotz voller Drehzahl kann der Z-trieb um etwa 15 Grad pro Seite gelenkt werden. Dass die Gelenke das nicht mögen ist zu hören. Allerdings macht man es trotzdem und es hält ja auch irgendwie eine gewisse Zeit.

Zurück zum Eigentlichen: Mein Ihling Buch-6.Auflage verrät mir nichts von Schwungscheiben ohne Markierung. Was ist davon zu halten?

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Olsen » Samstag 3. November 2018, 22:09

Hallo Toredo,
die 5 Propeller die ich zur Verfügung habe sind alle für Wartburg 1000 geeignet und gestempelt. Sind mir über die Jahre zugeflogen. Zwei davon sind Messingpropeller die sich in Durchmesser und Steigung erheblich unterscheiden. Der Alupropeller der Primatwellenanlage ist der kleinste und hat die geringste Steigung. Damit läuft der Wartburgmotor freier und mit höherer Drehzahl und damit optimaler, besonders im Holzboot. Mit 380 kg, 5,40m Länge und 1,60m Breite hat der Motor damit leichtes Spiel und geht so 40-45 km/h. Mehr ist nicht. Der Lotos wiegt 550 kg, ist 5,40m lang und 2,10m breit, beschleunigt in der ersten Stufe bis 30-35 km/h, dann kommt das Loch, und wenn er drüber ist und so um die 3500-4000 U/min dreht, geht er ins gleiten über.
Die größeren Propeller haben am Ruderblatt durch Kavitation Löcher reingebrannt. Ursache: der zu geringe Abstand zum Bootsboden. Die stärkere Steigung hat diesen Übergangsloch Effekt noch verstärkt, da der Motor noch schwerer ziehen mußte.
Daß zwischen theoretischer und tatsächlicher Weg/ Steigung Rechnung eine Differenz besteht leuchtet ein. Das mag bei einem Impeller wie einem Jetski so wirken, aber spätestens wenn der Wasserstrahl das Rohr verlässt sinkt der Wirkungsgrad wie beim Propeller.
Glaub mir, ich kenne keinen der mit einem serienmäßigen 45 oder 50 PS Wartburg 55 oder 60 km/h schafft. Oder die fahren mit dem blanken Rumpf und haben alles Gewicht ausgeräumt. Es gibt Spezialisten die Melkus 3 fach Vergaser und speziell auf den Rumpf angefertigte Propeller Fahren die dann auf gut 60 km/h kommen.
Obwohl gut eingestellt, schaffen meine Harz 4-Kreuzer das nicht.
Apropos Gelenk: Mir ist das lieber die Welle bricht, als wenn einabgerissenes Kardangelenk mir bei Vollgas den Bootsboden zerschlägt.
Und nochwas. Einen WABU Innenborder kann man nicht mit einem Außenborder oder Z-Antrieb vergleichen. Es gibt Umbauten wo ein Lotos mit einem 40 PS Außenborder locker 60 läuft.
Schwungscheiben ohne Kennung habe ich auch, gehe mal davon aus daß es =0 entspricht, da alle gewuchteten ein X für Zylinder 1 tragen.
Gruß, Olsen

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 3. November 2018, 23:57

So, jetzt habe ich mir aber lange genug die Hosentaschen wegen der Geschichten über "das berüchtigte Übergangsloch", "keine Props von der Stange", Kavitation-Löcher im Ruderblatt und abgerissene Kardangelenke zugehalten, aber hier muss ich mich mal meine Senf dazugeben -auch wenn darüber mal wieder das halbe Forum stöhnt- aber an sonst glauben die Leute vielleicht noch die Fake News:

Olsen hat geschrieben:....da alle gewuchteten ein X für Zylinder 1 tragen....

Das ist schlicht und ergreifend falsch, es gab nie ein "X" für Zylinder 1, es gab eine "1" für Zylinder 1, genauer gesagt für die Analogie der Stellung der Schwungscheibe zur Stellung des Hubzapfes der Kurbelwelle beim 1. Zylinder. Dies ab Mai 1969, als man beim AWE begann, den gesamten Kurbeltrieb mitsamt der Schwung- und Riemenscheibe dynamisch auszuwuchten (was heute mangels der hierfür notwendigen Gerätschaften keiner mehr kann), wobei man die Stellung der Schwungscheibe dann mit einer eingeschlagenen "1" kennzeichnete. Eine solche Schwungscheibe sollte man tunlichts nur mit der zugehörigen Kurbelwelle verwenden, oder eben bei einer anderer Paarung auf "0" wuchten lassen. Dies hat man dann früher auch so gemacht, wobei die "1" dann durch eine "0" überschlagen wurde. Schwungscheiben mit Wuchtbohrungen und ohne jegliche Kennzeichung sind daher entweder vor 69 oder aus späterer Ersatzfertigung - ein "X" ist mir noch nie untergekommen (rein theoretisch könnte man auch damit die "1" ausgeschlagen haben, die wäre dann aber noch zu sehen). Was übrigens beim Wuchten heutzutage so geht (sogar incl. Automaten), sieht man hier:

DSC05769.jpg
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Sonntag 4. November 2018, 11:17

Olsen hat geschrieben:am Ruderblatt durch Kavitation Löcher reingebrannt


Ist das nicht normaler Lochfraß? Elektrochemische Korrosion unter Wasser? Ausgelöst durch Kupferantifouling oder sogar durch die Propellerbronze bzw die Muttern an der Wellenspitze? Vielleicht hat sogar das VA irgendeine Spannungsreihe ausgelöst - keine Ahnung!

Im ersten Jahr war meine schicke Neuverzinkung überall mit rostigen Pocken übersäht. In der Nähe des Props war es am schlimmsten. Als schnelle Lösung hatte ich dann zwei Opferanoden aus Mg ans Ruderblatt geschraubt und Stevenrohr und Wellenbock per Kabelverbindung mit einbezogen. Da nun die Verzinkung nicht mehr am lautesten "hier" schreit werden nun stattdessen die noch unendleren Mg- Anoden weggefressen und der Zink wurde die darauf folgenden 17 Jahre nicht weiter zerlöchert! Die Korrosionslöcher bilden in der Nähe der Anoden sogar einen grauen Überzug. Mg war die Rettung! !
Lochfrass.jpg

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Sonntag 4. November 2018, 11:29

bic hat geschrieben:Was übrigens beim Wuchten heutzutage so geht (sogar incl. Automaten), sieht man hier


Interessant!
Wo werden die Wabu-Schwungscheiben beim Wuchten eigentlich aufgespannt? Wird das mittige 14er Loch als Zentrierung für das Wuchten genutzt oder ist das zu ungenau und wird anders gemacht?
Da steht ja was von Milligramm. Das wiegt ja schon der Dreck in der Rauhtiefe {blinzel}
Ich bau jetzt meine Wellenanlage aus. Mal sehen, ob da was eieriges zu finden ist!

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Sonntag 4. November 2018, 17:40

Gibts doch nicht !! Ne eingekloppte Null muss doch irgendwo zu sehen sein! Habe jetzt drei Schwungräder mit Schmirgel und schrägem Licht abgesucht. Wo soll die denn sein? Hab nur an einer von drei Schwungmassen so was wie ein eingeschlagenes "I" entdecken können. Und die war an einer Vollwangenwelle eines zerlegten Melkus montiert.
Schwungrad.jpg


Die Welle ist verbogen.

Schlag.jpg


Die Glocke bewegt sich beim Drehen der Welle so deutlich als wäre die Aufnahme in der Mitnehmerscheibe zusätzlich verbogen.
Dateianhänge
Messuhren.jpg

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Olsen » Sonntag 4. November 2018, 23:20

Hallo Toredo,
ich lese hier schon lange mit und ich wußte daß das Thema früher oder später zum Mienenfeld wird.
Wir sind vom eigentlichem Thema Schwungmasse
abgewichen und haben Themen angeschnitten die in einem Booteforum besser aufgehoben wären.
Wenn ich heute nicht so faul wäre, hätte ich bei meinen fünf Reservemotoren genauer nachgesehen. Möglich daß irgend ein Clown eines KIB eine 1 draufdengeln wollte und es ist ein x geworden. Sollte ich noch Lust dazu haben werde ich ein Foto machen.
Zum Thema Kavitation empfehle ich das Buch " Wie helfe ich mir selbst, Sportboote" vom Technik Verlag Berlin, Seite 19 und 164. Dort ist für Laien verständlich erklärt was es damit aufsich hat. Das hat nichts mit Kupferanstrich und Opferanoden zu tun.
Ein Boot wird in der Regel gleichmäßig, und im Vergleich zu einem PKW, langsam beschleunigt, was die Wirkung der Beschleunigerpumpe unterdrückt und zu einer vorübergehenden Leistungseinbuße führt ( Leistungsloch?, Leistungseinbruch?, ach was soll`s ). Es gibt genug Eigner die sich mit dem Jikov herumschlagen, so auch ich, trotz penibler Einstellung nach Wartburgpeter.
Um die Benutzung der Taschen wie gewohnt zu gewährleisten schlage ich den Kontakt per Mail vor. Vielleicht können wir uns dann unkommentiert gegenseitig die Taschen vollhauen.
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 4. November 2018, 23:33

Toredo hat geschrieben:Gibts doch nicht !! Ne eingekloppte Null muss doch irgendwo zu sehen sein! Habe jetzt drei Schwungräder mit Schmirgel und schrägem Licht abgesucht. Wo soll die denn sein? Hab nur an einer von drei Schwungmassen so was wie ein eingeschlagenes "I" entdecken können. ....

Wusste ich es doch, ich hatte noch Bilder, schließlich ist das Thema hier schon annähernd tausend Mal behandelt worden. Daher, so sieht es in der Theorie aus:

zyl 1.jpg

und so in der Praxis:

161.jpg

Auf dem Theoriebild siehst Du dann auch, das die Zyl. 1 genau in Bezug zum Hubzapfen des 1. Zylinders steht. Ist die Schwungscheibe später einmal neu auf Null gewuchtet worden, dann ist das/der/die "I" mit einer "0" überschlagen (zumindest zu DDR-Zeiten):

auf Null.jpg

Heraus kommt dann praktisch so etwas: "Φ" (nur etwas schlanker :smile: ) Fehlen auf den Schwungscheiben derartige Markierungen und es sind trotzdem Wuchtbohrungen vorhanden, stammen die Scheiben von vor 1969 (gern auch bereits vom F9) oder sind aus dem Ersatzbedarf (das schrieb aber schon einmal --> lesen soll bilden!). Jedenfalls kann man man auch bei diesen Scheiben davon ausgehen, dass diese auf Null gewuchtet wurdend und man kann sie unbedenklich verwenden. Lediglich Scheiben mit einer intakten Zyl. 1 Markierung sind auf die zugehörige Welle gebunden, will man die Scheiben anderweitig verwenden, müssen diese neu gewuchtet werden - aber auch dies schrieb ich bereits :oops: .
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 5. November 2018, 01:27

Olsen hat geschrieben:.... haben Themen angeschnitten die in einem Booteforum besser aufgehoben wären...

Dies wagte ich mir gar nicht vorzuschlagen :shock:

....Möglich daß irgend ein Clown eines KIB eine 1 draufdengeln wollte und es ist ein x geworden....

Kein Kraftfahrzeug-Instandsetzungsbetrieb verfügte n.m.E. über die Technik, die Kurbelwellen samt zugehörigem Gedöhns dynamisch zu wuchten, dies wurde ausschließlich beim AWE gemacht. Wenn denn nun tatsächlich ein Clown in irgendeiner Kinderbibliothek (auch dafür steht das Kürzel KiB {crazy} ) irgendetwas auf die Scheiben gedengelt hat, hatte dies niemals etwas mit einer Zyl. 1 Markierung zu tun (siehe meinen vorigen Beitrag).

Zum Thema Kavitation empfehle ich das Buch " Wie helfe ich mir selbst, Sportboote" vom Technik Verlag Berlin, Seite 19 und 164. Dort ist für Laien verständlich erklärt was es damit aufsich hat. Das hat nichts mit Kupferanstrich und Opferanoden zu tun.

Klar:

prob.JPG

Nur schrieb Toredo davon, dass seine "schicke Neuverzinkung überall mit rostigen Pocken übersäht" war, dies hat aber nun kaum etwas mit Kavitation zu tun, das ist elektrochemische Korrosion - ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren [smilie=hi ya!.gif]. Jedenfalls schrieb er auch, das Problem mit den Opferanode in den Griff bekommen zu haben und dies seit 17 Jahren (!!) und die Dinger schützen aber bekanntlicher Weise nicht vor Kavitation {kratz}

Ein Boot wird in der Regel gleichmäßig, und im Vergleich zu einem PKW, langsam beschleunigt, was die Wirkung der Beschleunigerpumpe unterdrückt und zu einer vorübergehenden Leistungseinbuße führt ( Leistungsloch?, Leistungseinbruch?, ach was soll`s ). Es gibt genug Eigner die sich mit dem Jikov herumschlagen, so auch ich, trotz penibler Einstellung nach Wartburgpeter.

Aha, wieder eine neue Erkenntnis - das mit dem langsamen Beschleunigen eines Bootes im Vergleich zu einem PKW {beifall}. Wenn dann das Boot so langsam beschleunigt, dass "die Wirkung der Beschleunigerpumpe unterdrückt" wird, benötigt man diese auch nicht. Denn das "Übergangsloch" entsteht nur dann, wenn die Drosselklappe quasi "aufgerissen" wird, dann folgt der Anstieg des Kraftstofflusses nicht dem der Luft (da ersterer träger reagiert) und es kommt zur zeitweisen Abmagerung des Kraftstoffluftgemisches (und damit zum Leistungseinbruch) - diese Abmagerung gleicht dann die Beschleunigerpumpe aus. Herr Ruddies aus Berlin hat hierzu mal zur Verdeutlichung eine niedliche Skizze ins Netz gestellt (gestrichelt = Kraftstoff):

BeschleunDia.jpg
Quelle Ruddies
BeschleunDia.jpg (8.5 KiB) 257 mal betrachtet

Wenn sich also viele Bootseigner mit dem Problem "Übergangsloch" herumschlagen, dürfte das andere Ursachen haben, etwa die aus Platzgründen und/oder Unkenntnis in Booten oftmals nicht verwendete originale Ansauganlage und vor allem auch der unterkühlte Betrieb (warum eigentlich?) welcher vor allem bei den Fallstromvergasern zu vermehrten Kraftstoffausfall und Wandfilmbildung in den Vergaserflanschen führt - besonders beim Jikov, da wird der Flansch dann gekühlt, statt beheizt wird {sehrfreuen}
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 5. November 2018, 05:20

Beim Übergang I. zu II. Stufe beim JIKOV entsteht ein Leistungsverlust, wenn der Schlauch der Schwimmerkammerbelüftung zum Luftfilter fehlt.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Olsen » Montag 5. November 2018, 08:56

Das ist sicher richtig, jedoch ist die komplette Ansauganlage des 353er verbaut, incl. Schlauch der Kammerbelüftung. Die Kühlanlage ist so angeordnet daß das Seewasser zuerst den Krümmer passiert, vorgewärmt wird und dann erst den Block erreicht, von wo es erst den offenen Thermostat passieren muß um dann über der Auspuff ins freie zu gelangen. Der Heizungsanschluß am Thermostatgehäuse hat eine kleine Düse verbaut die die Entlüftung gewährleistet. Der Motor hat somit zwischen 70 und 80°C Betriebstemperatur.
Bin für jeden erfolgversprechenden Tip dankbar.
Gruß, Olsen

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 5. November 2018, 11:59

Olsen hat geschrieben:Das ist sicher richtig, jedoch ist die komplette Ansauganlage des 353er verbaut, incl. Schlauch der Kammerbelüftung. Die Kühlanlage ist so angeordnet daß das Seewasser zuerst den Krümmer passiert, vorgewärmt wird und dann erst den Block erreicht, von wo es erst den offenen Thermostat passieren muß um dann über der Auspuff ins freie zu gelangen. Der Heizungsanschluß am Thermostatgehäuse hat eine kleine Düse verbaut die die Entlüftung gewährleistet. Der Motor hat somit zwischen 70 und 80°C Betriebstemperatur.
Bin für jeden erfolgversprechenden Tip dankbar.
Gruß, Olsen

Ich -das Ei- will ja nun nicht klüger sein als die Henne, aber 70 bis 80°C Betriebstemperatur sind für den AWE-Motor 15°C zu wenig. An sonst verstehe ich die Erklärung Deiner Kühlanlage nicht so recht, was bitte, bedeutet "offener Thermostat" und und warum ist am Heizungsanschluß ein Entlüften nötig? Bei einer Staudruckkühlung -ich gehe mal davon aus, dass du eine solche hast- ist eigentlich ein Entlüften nicht notwendig, es sei denn, man hat im System nicht durchströmte Bereiche, wie z.B. hier am grünem Pfeil:

528.jpg

aber auch da kann man das Entlüften mit einer Nebenschlußleitung automatisieren. Hast Du eigentlich so ein Zweiwegeventil (roter Pfeil) eingebaut? Damit lässt sich nämlich die Betriebstemperatur tatsächlich auf den richtigen Wert einstellen, gelegentliches Nachregulieren (und ausgebauter Thermostat) selbstverständlich vorausgesetzt. Die richtige Betriebstemperatur ist nämlich auch Voraussetung für das ordnungsgemäße Funktionieren der Gemsichbildung, da kann der Vergaser noch so gut -auch wenn nach Peters Anleitung- eingestellt sein, ist der Motor zu kalt, passt da nix. An sonst, wenn noch nicht geschehen, würde ich doch einmal die Vorwärmung des Vergaserflansches in Betrieb nehmen, das wirkt manchmal Wunder. Wie steht Dein Vergaser eigentlich? Bei den H 362er und F40er verdreht man ja die Vergaserflansche so weit, das der Vergaser bei der schrägen Einbaulage des Motor dann wieder waagerecht steht:

342.jpg

Hast du das bei deinem Jikov auch gemacht? Wenn nicht, dann stimmt der Kraftstoffspiegel im Schwimmergehäuse nicht, das wäre dann so, als fährst Du mit dem Auto konstant bergauf, das Gemisch wird zu fett - auch hier nützt eine Vergasereinstellung nach Peters Anleitung so nichts.

Ebenso, man glaubt es kaum, hat selbst die Auspuffanlage Einfluß auf die Gemischbildung. Nun muss die im Boot sowieso aus bekannten Gründen anders aufgebaut sein als im Auto, aber mit diesen Teilen:

537.jpg

als "Vorschalldämpfer" funktioniert die Sache ganz gut. Was ist denn bei Dir eingebaut? Mach doch mal ein paar Bilder, vielleicht kann man Dir dann noch ein bißchen weiter helfen.
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Montag 5. November 2018, 14:55

bic hat geschrieben:aber 70 bis 80°C Betriebstemperatur sind für den AWE-Motor 15°C zu wenig


Zielkonflikt: Motor richtige Temperatur -> Motor kalkt bei direkter Seewasserkühlung zu. Mein ausgebauter 45 PS-Motor war an der Kopfdichtung total mit weissem Gestein zu. Also öfter mal die Kaffemaschine Typ 353 entkalken !
oder: 60 Grad fahren. ...Dann hält der Motor vielleicht nicht so lange bzw die CO, Co2, NoX und Feinstaubwerte sind zu hoch. [TÜV]

bic hat geschrieben:warum ist am Heizungsanschluß ein Entlüften nötig? Bei einer Staudruckkühlung


Muss leider zugeben, hab ich letztendlich auch so gemacht. Der Motor ist nicht immer komplett gefüllt. Wenn man anfangs ewig den Motor und den Thermostat trocken fährt, ist das vielleicht nicht so gut. Eine Entlüftungsbohrung von 3mm in einem Drosselpfropfen im Heizungsanschlussfand ich am einfachsten. Das reicht zum schnellen Entlüften und das Thermostat wird mit dieser Umgehung nicht wirkungslos. Der Heizungsanschluss ist eine Möglichkeit, wenn man das Loch im Thermostat nicht aufbohren möchte. Diese 3-Wegehähne habe ich auch irgendwo rumliegen.

bic hat geschrieben:dass diese auf Null gewuchtet wurdend und man kann sie unbedenklich verwenden


Alle meine Scheiben haben Wuchtbohrungen aber keine Markierungen mit denen was anzufangen ist.
Zu der Logik habe ich mich daher auch schon hinreissen lassen.
Deutlich sichtbare Zyl 1- Markierungen habe ich schon mal live gesehen, der Rest dazu steht im Ihling...

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Montag 5. November 2018, 15:02

Olsen hat geschrieben:... haben Themen angeschnitten die in einem Booteforum besser aufgehoben wären...Gruß, Olsen


Wir machen hier einen unterhaltsamen Ausflug mit Hosentaschenzuhalten und so.
Mal ´n bischen maritime Abwechselung in die Ödnis bringen! :smile:

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 5. November 2018, 16:01

Toredo hat geschrieben:Zielkonflikt: Motor richtige Temperatur -> Motor kalkt bei direkter Seewasserkühlung zu. Mein ausgebauter 45 PS-Motor war an der Kopfdichtung total mit weissem Gestein zu. Also öfter mal die Kaffemaschine Typ 353 entkalken !
oder: 60 Grad fahren. ...Dann hält der Motor vielleicht nicht so lange ....

Tja, ein Tod muss man halt sterben -nixwissen- Ist es nicht Wurst, warum nun der Motor nicht so lange hält? Fährt man ihn warm, passt wenigstens die Gemischbildung - oder kann zumindest passend gemacht werden.

Muss leider zugeben, hab ich letztendlich auch so gemacht. Der Motor ist nicht immer komplett gefüllt. Wenn man anfangs ewig den Motor und den Thermostat trocken fährt, ist das vielleicht nicht so gut. Eine Entlüftungsbohrung von 3mm in einem Drosselpfropfen im Heizungsanschlussfand ich am einfachsten. Das reicht zum schnellen Entlüften und das Thermostat wird mit dieser Umgehung nicht wirkungslos. Der Heizungsanschluss ist eine Möglichkeit, wenn man das Loch im Thermostat nicht aufbohren möchte. Diese 3-Wegehähne habe ich auch irgendwo rumliegen.

Was, hast Du einen 60 Grad Thermostaten? Oder wie regelt der normale 85 Grad Thermostat auf 60 Grad ein? Erscheint mir etwas ominös :sad:

Alle meine Scheiben haben Wuchtbohrungen aber keine Markierungen mit denen was anzufangen ist.
Zu der Logik habe ich mich daher auch schon hinreissen lassen.
Deutlich sichtbare Zyl 1- Markierungen habe ich schon mal live gesehen, der Rest dazu steht im Ihling...

Ach guck an - und was orakelst Du dann hier rum?
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 5. November 2018, 16:04

Toredo hat geschrieben:
Olsen hat geschrieben:... haben Themen angeschnitten die in einem Booteforum besser aufgehoben wären...Gruß, Olsen


Wir machen hier einen unterhaltsamen Ausflug mit Hosentaschenzuhalten und so.
Mal ´n bischen maritime Abwechselung in die Ödnis bringen! :smile:

So wie das im Moment aussieht, halte ich mir lieber weiterhin die Hosentaschen zu :smile: Aber was hat eigentlich Eure Süßwasserplanscherei mit "maritim" zu tun?
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Montag 5. November 2018, 16:36

Olsen hat geschrieben:Zum Thema Kavitation empfehle ich das Buch " Wie helfe ich mir selbst, Sportboote"

Kavitation kenne ich. Auch die begleitenden Zerstörungen. Ich empfehle eine Besuch der Schiffsbau und Versuchsanstalt Potsdam/Marquard am Tag der offenen Tür. Die schmeissen für die Besucher u.a. ihren Unterdrucktank an und frieren den kavidierenden Prop optisch per Stroboskop ein. Und nicht nur das - hammerinteressant !!
bic hat geschrieben:Ach guck an - und was orakelst Du dann hier rum?

Ich brauch halt immer etwas länger!
bic hat geschrieben:Was, hast Du einen 60 Grad Thermostaten? Oder wie regelt der normale 85 Grad Thermostat auf 60 Grad ein? Erscheint mir etwas ominös :sad:

Soll ich den Trick verraten? Na gut! Da gibts so neue Sachen...total modern...haben jetzt alle...ich nun auch.
Nennt sich...äh...
Schraubenzieher und Thermometer. :smile:

(Duck und wech!)

Jedenfalls habe ich nun mehrere Schwungscheiben und Drehschwingungsdämpfer zum testen und an der eiernden Wellenanlage genug zu tun!
Muss mir jetzt nur noch was einfallen, wie ich zum Einsetzen der neuen gekürzten Propellerwelle zum Bohren der Befestigungslöcher an der Mitnehmerscheibe vorbeikommen soll. -> Überlangen Bohrer besorgen! Und das auch noch unter Verwendung der schon vorhandenen Löcher in der Nabe. Fehlt bloß noch, dass ich das versaue !!

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 5. November 2018, 18:56

Toredo hat geschrieben:
bic hat geschrieben:Was, hast Du einen 60 Grad Thermostaten? Oder wie regelt der normale 85 Grad Thermostat auf 60 Grad ein? Erscheint mir etwas ominös :sad:

Soll ich den Trick verraten? Na gut! Da gibts so neue Sachen...total modern...haben jetzt alle...ich nun auch.
Nennt sich...äh...
Schraubenzieher und Thermometer. :smile:

Die Herdplatte, den Kochtopf und den Lötkolben hast Du vergessen! Wäre mir aber zu umständlich (und zudem zweifelhaft, ob der Thermostat sich bis 60 Grad runterdrehen lässt und dann auch noch regelt statt nur zu schwingen), ich nehme daher so etwas:

DSC06633.jpg

und spare damit Lötkolben, Kochtopf, Herdplatte, Thermometer, Schraubenzieher und selbst den gesamten Thermostat, das ist dann mal total modern {sehrfreuen}
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Montag 5. November 2018, 20:07

Erkläre doch mal bitte! Was wird damit geregelt bzw was wird angesteuert?
Geregelte Kühlwasserpumpe, Mischer ?

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 6. November 2018, 00:21

Toredo hat geschrieben:Erkläre doch mal bitte! Was wird damit geregelt bzw was wird angesteuert?
Geregelte Kühlwasserpumpe, Mischer ?

Hast wohl gegoogelt? Ist aber ein alter Hut und auch irgendwo hier im Forum zu finden, aber hier nur für Dich noch einmal - das ist sie, hinter der Lima versteckt :smile: :

DSC04977.jpg
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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon Toredo » Donnerstag 8. November 2018, 15:11

Da geht das Wasser also wie früher in die Froststopfen. Es gab ja angeblich gute Gründe warum AWE davon abgegangen ist.
Irgendwas mit höherem Füllungsgrad und Vorverdichtung.
Bei mir geht's auch da rein.
Bei der Pumpe mit Regelung, womöglich noch mit programmierbarer Kennlinie werde ich mal googeln.

Irgendeine Nachlaufkühlung wäre im Boot auch nett! Bei flotter Fahrt und spontanem Langsamfahren geht natürlich bei reiner Staudruckkühlung die Temp schnell hoch.
Bei 90 Grad und Staudruckkühlung würde der Motor damit regelmäßig kochen wenn man ihn nicht "kalt fährt".

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Re: Unwucht im Kurbeltrieb - was lässt sich wie prüfen?

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 8. November 2018, 17:18

Toredo hat geschrieben:Da geht das Wasser also wie früher in die Froststopfen. Es gab ja angeblich gute Gründe warum AWE davon abgegangen ist.
Irgendwas mit höherem Füllungsgrad und Vorverdichtung...

Schon möglich, das wollte ich aber nun nicht mehr diskutieren, wir sollten hier aufhören, da schon lange sowas von OT.
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