Kaltstartprobleme

Motor, Vergaser, Ansaug- und Abgasanlage, Getriebe, Antriebe, Störungen am Motor

Moderator: ZWF-Adminis

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lipsi
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Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon lipsi » Dienstag 24. Januar 2017, 10:21

Hallo Wartburggemeinde,

seit in letzter Zeit die Temperaturen auch unter -10 Grad gesunken sind, habe ich einige Kaltstartprobleme an meinen 353. Motor springt wie immer sehr gut an, nur dann läuft er sehr unrund und hält kein Standgas. Nach ca. 30 sek ist das Problem erledigt und alles ist wieder im grünen Bereich. Ich habe wegen der Kälte erst einmal nur eine Sichtkontrolle gemacht und an Vergaser und Zündung ist nichts Auffälliges zu beobachten. -nixwissen-
Hat jemand noch eine Idee, woran das liegen könnte? Mein nächster Verdacht wäre Wasser im Tank, aber das sollte doch jetzt gefroren sein? :sad:

viele Grüße

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coolmodie
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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon coolmodie » Dienstag 24. Januar 2017, 10:54

was hast für ein vergaser ?
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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 25. Januar 2017, 05:41

Das Gemisch vom Vergaser kondensiert an den Wänden des Ansaugflansches.
Wenn dort eine Sättigung eingetreten ist fällt aus dem Gemischstrom weniger Benzin herraus.

Mit dem BVF - Vergaser kann man eine zusätzliche Abkühlung verhindern :

- Anaugflansch Isolieren so das die Wärme des Motors die Verdunstung unterstützt
- Den Fahrwind vom Vergaser fernhalten
- Die Ansaugluft maximal vorwärmen ( Auspuffentnahme )

An dem Lüfterflügel 2 Flügel entfernen. Gleichzeitig mit Pappe den Kühler verdecken.

Dreiviertel meines Frontkühler ist verdeckt und trotzdem wird die Motorsolltemperatur kaum erreicht.
Die Gummidichtung am Wärmetauscherkasten entfernen und die Luftzuführung über der Haube verhindern. Die Luft unter der Haube ist angewärmt und die kommt in den Innenraum. Leider läuft das Gebläse dann ständig.

Mein Umbau der Heizung mit Messwerten kann man hier lesen :

viewtopic.php?f=47&t=1566
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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon lipsi » Mittwoch 25. Januar 2017, 08:05

vielen Dank für die Hinweise. {beifall}
Ich habe den originalen BFV-Vergaser verbaut. Einen Kühlerschutz habe ich auch, das ist der Originale aus Kunstleder. Dann werde ich mich mal um die Isolierung des Ansaugflansches kümmern, das klingt logisch und ist relativ leicht zu organisieren. Und was ist mit "Auspuffentnahme" gemeint? Klingt nach einen Turbolader [Sportwagen] Werden die Abgase nur für das Vorwärmen des Ansaugflansches benutzt, oder werden die Abgase direkt für die Gemischaufbereitung verwendet. Ich stelle mir gerade einen Schlauch vor, der vom Auspuffrohr zum Vergaser geführt wird. {joint}

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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 25. Januar 2017, 08:57

lipsi hat geschrieben: ... Und was ist mit "Auspuffentnahme" gemeint? Klingt nach einen Turbolader. Werden die Abgase nur für das Vorwärmen des Ansaugflansches benutzt, oder werden die Abgase direkt für die Gemischaufbereitung verwendet. Ich stelle mir gerade einen Schlauch vor, der vom Auspuffrohr zum Vergaser geführt wird. ...


Die warme Lüft über dem Auspuffkrümmer wird zum Vergaser und Luftfilter geführt und angesaugt.
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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon lipsi » Mittwoch 25. Januar 2017, 10:07

ja das kenne ich. So eine Krümmerheizung habe ich noch für einen Trabant irgendwo eingelagert. Gab es solch ein Teil für den Wartburg auch ab Werk? Die bekannte Suchmaschine spuckt gerade nichts aus. -nixwissen-

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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon coolmodie » Mittwoch 25. Januar 2017, 11:12

probiere es einfach mal wenn du den wagen ausmachst den choke zuziehen......

so mache ich das schon seid jahren und der wagen springt am nächsten tag immer super an
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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 25. Januar 2017, 14:15

lipsi hat geschrieben:Temperaturen auch unter -10 Grad .... Motor springt wie immer sehr gut an, nur dann läuft er sehr unrund und hält kein Standgas. Nach ca. 30 sek ist das Problem erledigt ....

???? Wo ist eigentlich das Problem? Das sich das Auto bei beinah arktischer Kältefür 30 Sek. lang nicht so verhält wie bei sommerlicher Wärme? Das ist völlig normal und dem Umstand geschuldet, dass ein klassisches Auto eben noch keine elektronisch gesteuerte Gemischvorwärmung, Kaltlaufreglung etc. besitzt. Früher im Alltagsbetrieb war man froh, wenn das Auto bei -10 Grad überhaupt ansprang. Wenn er dann lief, hielt man ihn mit Choke und Gasfuß eben so lange am Leben, bis er halbwegs rund lief und zog und fuhr dann erst los - 30 sek. sind da nicht sehr lang. Natürlich kann man versuchen, hiergegen etwas zu unternehmen, was so alles möglich ist, hat Andreas ja schon geschrieben. Wenn man jedoch die "Mucken" des alten Autowagens für ein paar Sekunden akzeptiert, ist dies aber überhaupt nicht notwendig - zumal man sich bei einem Wechsel der Außentemperatur auch nur wieder Probleme einhandelt.
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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon Kolumbus » Mittwoch 25. Januar 2017, 15:34

Da kann ich BIC nur beipflichten. Den Trick mit dem Choke beim Ausmachen habe ich bei meinem Alltagswartburg auch immer genutzt. Beim Bund und -25 Grad war übrigens der Wartburg der einzige, der angesprungen ist. Ich habe dann alle anderen Westkisten anschleppen dürfen. Da hing sogar ein Ford Taunus am Haken :shock: :shock: :shock:
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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Mittwoch 25. Januar 2017, 18:10

Hallo,
ich kann nur empfehlen, die Kaltstarteinrichtung (Choke) richtig zu bedienen. Damit läuft der Wartburg auch bei -24 Grad noch einwandfrei. Bei den gegenwärtigen Temperaturen nehme ich den Choke erst nach etwa einem km ganz weg. Ist Übungssache, aber eigentlich sagt Dir Dein Auto, wie es geht: Motor zieht nicht richtig - mehr Choke. Motor "patscht" beim beschleunigen - Choke reduzieren. Irgendwelche Isolier- und Vorwärmmaßnahmen würde ich nicht betreiben. Die Krümmerheizung beim Trabant hat eine ganz andere Aufgabe - nämlich die Wagenheizung zu verstärken.
Der Ansaugschnorchel des Luftfilters steht korrekt quer zur Fahrtrichtung in Winterstellung?
Gruß,
Rolf
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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Mittwoch 25. Januar 2017, 19:35

als ganzjahreswartburgfahrer kann ich dem bereits geschriebenen nur beipflichten :smile:

choke ziehen vorm ausmachen und bei eisigen temperaturen ruhig nochmal herzhaft aufs gas latschen während man schon den schlüssel auf "aus" dreht.
der choke hat auch sowas wie eine handgasstellung, damit läuft er für die erste minute gut im stand (natürlich etwas zu schnell, damit auch zu laut und mit entsprechender fahne - aber was solls..) .. einfach mal bissi rumspielen mit dem choke um diese stellung zu ermitteln.
Helft dem Klimawandel - fahrt Zweitakter !

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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon Warre 1000 » Donnerstag 26. Januar 2017, 19:23

Möglicherweise könntest Du versuchen mit warme Motor der Benzingemisch am Leerlauf justieren. Das sind ein Schraube mit Federn darunter. Erinnere Ich mir recht sollte der Leerlaufgemischschraube 1 und ½ Umdrehungen ausgedrehet werden. Das könnte man ein bischen justieren mit warme Motor so es der höhste Drehzahl am Leerlauf haben. Oder besser die CO-halte gemessen.

Übrigens schliesse Ich mir mit andere an. Im kalte Wetter sollte der Choken halb ausgeziehet werden die erste kilometer.
Stig
Wenn man alles weiß, hat man sicher etwas missverstanden.

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Re: Kaltstartprobleme

Ungelesener Beitragvon lipsi » Freitag 27. Januar 2017, 10:58

vielen Dank für die vielen Hinweise. {beifall} Das ein 35 Jahre altes Auto nicht wie ein modernes Auto funktionieren kann, ist mir schon klar. Ich fahre ihn ja auch schon seit fast 22 Jahren täglich und das Sommer wie Winter. Mir ist das Problem aber erst diesen Winter aufgefallen, vorher hatte ich das nicht. Mit dem Choke spielen funktioniert gut, damit kann man sehr viel beeinflussen und meiner Meinung nach auch den Motor schonen. Ich habe jetzt ca. 130000 km auf der Uhr und er summt noch wie ein Kätzchen. In so einer langen Zeit bekommt man ein sehr gutes Gefühl für sein Auto. Da spürt jede Haarspitze, ob es den Wartburg gut geht, oder ob er einen Husten bekommt. Dieses Wissen hätte ich mir am Anfang meiner Wartburgkarriere manchmal gewünscht. :smile: Das mit dem Choke ziehen beim ausmachen des Motors und ein wenig Gas geben kenne ich auch von meinen Trabant Anfang der 90´iger Jahre. Bisher war es aber beim Wartburg nicht notwendig. Nun habe ich es heute früh mal wieder ausprobiert (-6 Grad) und siehe da, es war schon wieder fast wie früher. Ich werde das mal weiter beobachten und komme langsam zu der Erkenntnis, dass der Vergaser eine Überholung nötig hat. Vieleicht ist ja nach so langer Zeit das eine oder andere Lager (oder Düse) doch nicht mehr ganz so frisch. :roll:
Viele Grüße aus der Lausitz


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