Vorstellung --- 312 Camping

Bitte ausführliche Darstellung in Wort und Bild, Besonderheiten, Ausstattung, Zubehör, Geschichte etc...

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Caravan
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Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Montag 6. November 2017, 16:45

Hallo zusammen,

bevor ich euch mit meinen Problemen belästige, möchte ich mich kurz vorstellen.
Ich heiße Kalle und wohne in Paderborn.
Seit kurzem bin ich Besitzer eines 312 Camping, mit dem ich schon viel Jahre geliebäugelt habe.

1997 habe ich meine erste Schwalbe von einem Bekannten "gekauft", damals noch ein Fahrzeug welches mich günstig (Kiste Bier) über den Winter brachte. Als ich die Schwalbe abgeholt habe, (1968er im Originallack) lehnte diese an einem "311er Wartburg Kombi" {eyedisco}
Ich habe das Auto gesehen und fand es total interessant. Ein Kombi mit gelben Gläsern im Dach und einem Schiebedach über dem Kofferraum. Ich hatte sofort Interesse.
Leider war an einen Verkauf nicht zu denken.
Die Schwalbe hat mich mehr oder weniger zuverlässig durch den Winter gebracht und wurde danach auch schnell wieder abgestoßen, da wir nie wirklich "warm" geworden sind und der "Schwalbenmarkt" noch reich gesäht war, sodass es im nächsten Winter eine neue gab. --- Hätte ich sie mal behalten...

Zurück zum Wartburg.
So richtig aus dem Kopf ist mir dieses Auto nicht gegangen und immer wenn ich einen Camping gesehen habe musste ich an den Wagen aus der Scheune denken.
In unregelmäßigen Abständen habe ich den Besitzer auf das Auto angesprochen, aber er wollte nicht verkaufen.
Vor drei Jahren sprach er mich dann an und fragte, ob noch Interesse an dem Wartburg besteht. Diesen wolle er aber nur zusammen mit dem 311er Coupe verkaufen. --- Das Auto ist mir damals gar nicht aufgefallen.
Leider hieß es nur "die Fahrzeuge sind nicht billig" und Ost-Autos werden jedes Jahr teurer, also können sie dort auch noch länger stehen.

Seit Mitte letzten Jahres kam die Sache ins Rollen.
Ich sollte mir die Autos doch noch mal angucken...
Gesagt getan, ich bin einmal schnell um die Camping herum geschlichen (der leider in den letzten 20 Jahren mehr und mehr zugestellt wurde) und habe versucht den Zustand zu begutachten. Leider bei einem zugestellten Auto kaum möglich.
Das Coupe haben ich mir nicht angeguckt, da es für mich uninteressant ist/war (ich bin grundsätzlich kein Coupe-Fan).
Danach wieder lange nichts gehört.
In der letzten Woche ging es dann schnell. --- "Kalle willst du den Kombi noch haben? Ich habe jemanden der nur das Coupe haben möchte. Ist aber nicht billig."
Jetzt musste ich handeln und einen Preis nennen, da der Verkäufer sich über seine Preisvorstellung ausschwieg. Das Auto sei gut und er habe es gefahren. - Mehr war nicht zu erfahren und eine aussagekräftige Begutachtung an dem Standort nicht möglich.

Ich könnt euch denken was kommt.

Emotional und ohne spezifische Wartburgkenntnisse habe ich einen Preis genannt.
Nach kurzem "ich wollte eigentlich XXXX€ haben" sagte er: "kannst ihn haben".

Also den Camping frei geräumt, weil nun auch andere Autos (auch das Coupe) aus der Scheune müssen und den Camping in meine Garage gebracht.
Erste jetzt erfolgt eine intensive Begutachtung :sad: ---- mehr dazu später.

Unterm Strich bin ich jedoch zufrieden mit meinem Kauf, der Verkäufer (ein langjähriger guter Bekannter von mit) sicher auch, denn der genannte Preis hat ihn sehr schnell zustimmen lassen. Ich denke wir sind beide zufrieden! --- So soll es sein!

Im Anschluss an den Kauf habe ich mich mit dem Thema Wartburg auseinandergesetzt und z.B. über dieses Forum erfahren, dass ich einen 312 gekauft habe. --- Wie gesagt, ich bin Wartburg Neuling.
In der Oldtimerszene bin ich seit vielen Jahren aktiv und fahre keine perfekten Autos und Motorräder, sondern Fahrzeuge die mir im "Alltagsbetrieb" Spaß machen.
So bewege ich z.B. als Alltagsmotorrad eine TS250/1 und seit einigen Jahren besitze ich auch einen Berlinroller, den ich selten bewege. Beides sind ehemalige Winterfahrzeuge, die anders als meine Schwalben auch nach dem Winter bei mir geblieben sind.

Ein paar Details zum Wartburg:

BJ 66
Bis 1990 in der DDR zugelassen - seit dem in der Scheune gestanden

Pro:
- Karosserie in relativ gutem Zustand (natürlich viele DDR Reparaturen und "Verbesserungen")
- zu DDR-Zeiten (80erJahre?) einmal intensiv instandgesetzt und neu lackiert

Contra:
- Motor fest
- Optik mit sehr starken Gebrauchsspuren
- Technik "platt"

ein "typischer" DDR-Gebrauchtwagen

Ich hoffe ihr könnt mich dabei unterstützen den Camping technisch wieder fit zu machen und ihn auf die Straße zu bringen.
Vielen Dank für eure Unterstützung.

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Dienstag 7. November 2017, 20:03

Könnt ihr mir Bezugsquellen für qualitativ hochwertige bzw. langlebige Fahrwerkskomponenten geben?
Ich benötige sämtliche Bremsenteile, Traggelenke und Spurstangenköpfe.

Sollte ich nach DDR-Ware suchen, oder gibt es brauchbare Nachfertigungen?

Gruß

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Dienstag 7. November 2017, 20:05

Das habe ich immer bei Dirk Stamer aus Potsdam bestellt. Und ja, suche nach DDR Ware.
Lächle, das Leben ist einfach zu kurz.

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon W311/58 » Dienstag 7. November 2017, 20:52

Regenerierung von HBZ und RBZ bei Mallin
https://bundesland-thueringen.stadtbran ... 08997.html

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Dienstag 7. November 2017, 21:32

Welche Felgen gehören denn original auf ein 66er Camping?

Auf meinem Auto sind unterschiedliche verbaut.

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Dienstag 7. November 2017, 21:44

13 Zoll mit Ring für die Radkappen. Es passen aber auch alle anderen Felgen vom 353.
Lächle, das Leben ist einfach zu kurz.

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Donnerstag 9. November 2017, 19:45

Die Karosserie meines Autos wurde mit einer sehr zähen, aber elastischen "Pampe" ausgespritzt, ist das original oder wurde es mal nachträglich eingebracht?

Welche Farbe hat die originale Grundierung?

Gruß

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Donnerstag 9. November 2017, 20:09

Mir ist bekannt, dass der Bildupload hier im Forum echt nervig ist. Aber Bilder wären trotzdem schon sehr hilfreich.

Zum Thema Felgen (und auch so zum Stöbern) sei Dir das Wiki empfohlen: http://wiki.w311.info/index.php?title=Felgen
Mittlerweile steht da wirklich schon so einiges drin.

Die originale Grundierung bei den Dresdner Karossen ist meist rotbraun, es gibt aber auch so hellgraue.

Antidröhnmasse ist an der Strinwand, hinter dem Armaturenbrett und im vorderen Fußraum (dort meist unterrostet) sowie entlang der Schweller und Quer am Federtunnel serienmäßig.

Bilder einer bestmöglich originalen IA findest Du im Link in meiner Singatur.

Hinzuzufügen ist, dass die 67er Campings schon sehr nahe an den Fertigungsstand der späteren Austauschkarossen bzw. stilisisch an den 353er angepasst wurden, was die IA angeht:
-schwarzes Lenkrad
-Folienbezogene Türpappen ohne Taschen

Da ich aber nicht weiß, ob meiner im März 67 auch schon davon betroffen war, habe ich mich an den 66er Serienstand angenähert - ist einfach hübscher.

Risse in der Karosserie sind beim Camping üblich, kommen aber oft durch Korrosionsschwächungen und Überladung (es ist eine Camping-Limousine, kein Kombi!) Typisch sind Risse im Federtunnel an den hintersten Karosseriebefestigungen, sowie von da aus durch den Träger (besser: das Trägerchen), dass um den Federtunnel am Radhaus lang liegt und durch das Radhaus nach oben.

Risse im Rahmen sind unüblich - hier kann eigentich nur Misshandlung oder Rost die Ursache sein.
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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Freitag 10. November 2017, 20:27

Mal ein paar Bilder

Bild

Bild

Bild

Glücklicherweise scheint das Auto den originalen Rahmen und die originale Karosserie zu haben.
Rahmennummer stimmt mit dem originalen FZ.Brief überein.
Die originale Farbe (vgl. FZ.Brief) ist an allen Anbauteilen und der Karosserie unter dem grünen Lack vorhanden.

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Freitag 10. August 2018, 21:06

Neues zum Camping,

der Rahmen ist nun fast fertig, ich habe heute noch die Bremsleitungen gebogen, gebördelt und eingebaut.
Vermutlich muss ich da nochmal ran, weil ich den Bremsdruckregler falsch montiert habe :evil:


Bild

Die Karosserie wurde gestern Eisgestrahlt und wartet nun darauf an ein paar (wenigen) Stellen geschweißt und danach neu versiegelt zu werden.

Könnt ihr mir erklären, warum das Bodenblech im Bereich des Fahrgastraums grundiert ist, im Bereich des Kofferraums aber nicht?

Bild

Grüße Kalle

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Freitag 10. August 2018, 21:21

Da wird es sich wohl um Blechteile aus unterschiedlicher Fertigung handeln, die eben nur teilweise grundiert wurden.

Sind das 175/70er Reifen? Find ich persönlich auf dem 312 nicht so doll - und eigentlich auch auf dem 353 nicht. Gut, wenn es nach mir ginge, würde ich gern 6.00-13 aus Heidenau haben, aber da gibt´s leider nix.

Auf die 353er-Höckerfelgen gehen übrigens die originalen 312er-Kappen so gut wie gar nicht drauf, weil die einen zu steifen Rand haben, da braucht´s nen Gummihammer....

Der Schritt, das Auto technisch zu Restaurieren, war sehr vernünftig. Du krigst sonst nie Ruhe rein.
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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Samstag 11. August 2018, 21:47

Ja, die Reifen :x

da gab es ein Missverständnis mit dem Reifenhändler. Er hat 165 / 70 R13 bestellt.
Ich habe es auf der Rechnung nicht bemerkt. War von 165 / 80 R13 ausgegangen... - der Reifenhändler wollte sich davon nichts annehmen {streit}

Biete also diese Reifen für Trabant-Fahrer an. Ich werde nochmal einen Satz 165 / 80 R13 bestellen.

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Montag 13. August 2018, 17:43

Erfreuliche Neuigkeiten,
beim Reifenhändler war heute ein anderer, netter Herr am Empfang.

Ich habe ihm den Brief vom Wartburg gegeben und gefragt, wie die Reifengöße 6.00-13 umgeschlüsselt wird. Er sagte aus dem Kopf 165/80 R13 {top}
Daraufhin habe ich ihm die aufgezogenen Reifen gezeigt --- kurzes Grübeln, dann sagte er: "wir bestellen andere und nehmen die Reifen zurück"!

Top!

Muss ich mich jetzt also nur noch über die zusätzlichen Macken in den frisch lackierten Felgen ärgern, da neue Gewichte angebracht werden müssen.

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 13. August 2018, 18:31

Caravan hat geschrieben:....Muss ich mich jetzt also nur noch über die zusätzlichen Macken in den frisch lackierten Felgen ärgern, da neue Gewichte angebracht werden müssen.

Dann lass die Räder gleich mit Klebegewichten nur von innen auswuchten, das funktioniert sogar mit den uralten Rädern des F9:

rad innen.JPG

rad.JPG

Wie zu sehen, ist von außen nichts zu sehen. Das erspart Dir zumindest jetzt noch zusätzliche Macken und sieht sowieso besser aus.
Lieber Old School als gar keine Erziehung.

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Dienstag 14. August 2018, 09:26

habe ich auch schon überlegt,
jedoch werden diese Gewichte mit einem Messer aus der Felge geschnitten....

Andererseits, wie lange halten neue Reifen.

Danke

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Tobias » Mittwoch 15. August 2018, 22:03

Genau. Die neuen Reifen kannst du ja auch wieder 8 Jahre halten.

Und die Klebegewichte werden mittels Kunststoffspatel entfernt sodass die Felgen keine Kratzer bekommen.
Die Klebereste werden anschließend mittels Folienradierer entfernt.

So mancher Kunde würde das bei seinen Alufelgen nicht gut finden wenn da Kratzer zurückbleiben.
Was nicht passt,wird passend Poliert

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Samstag 22. September 2018, 10:56

Der Unterboden macht viel Arbeit, aber ich will ein technisch gutes Auto...

nach dem Eisstrahlen manuell entrostet und nun mit Owatrol gestrichen, welches den letzten Rest in den Poren versiegeln soll.

Bild

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Caravan » Samstag 22. September 2018, 11:01

Ich werde warscheinlich auch die vorderen Kotflügel und Innenkotflügel entfernen, um diese ordentlich zu entrosten und zu versiegeln.
Ist es möglich diese wieder anzubauen, wenn die Karosserie auf dem Rahmen montiert ist?
Oder lassen sich dann die Spaltmaße nicht sauber einstellen?
Zur Zeit sind diese recht ordentlich.

Das Auto nimmt demontiert viel Platz weg....
Ich müsste den Wartburg eigentlich zum Winter wieder auf das Fahrgestell stellen. Bis dahin muß der Unterboden versiegelt sein!

Grüße

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Re: Vorstellung --- 312 Camping

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Samstag 22. September 2018, 21:31

Ist kein Problem, im Gegenteil, der Rahmen hilft bei der Montage.

Möglich ist, dass es sich notwendig macht, unterlagen unter einzelne Karosserielager unterzulegen (Dicke U-Scheiben o.Ä.), damit sie Spannungsfrei sitzen. Das ist irre wichtig, denn ZUG mögen die GAR nicht. :roll:
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