neuer Motor für den 64er 311er?

Motor, Vergaser, Ansaug- und Abgasanlage, Getriebe, Antriebe, Störungen am Motor

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Andre1964
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neuer Motor für den 64er 311er?

Ungelesener Beitragvon Andre1964 » Sonntag 10. Dezember 2017, 11:22

Hallo Gemeinde,
ich hatte 2016 meinen fragwürdigen Motor in den 64er 311er eingebaut (ist noch immer nicht fertig {aergerlich} ). Er drehte mehr schlecht wie recht, naja wie das manchmal so ist - wird schon gehen. Habe nun festgestellt dass es nicht geht - er ist fest. Nun wollte ich mir eine Generalüberholung ersparen und habe einen anderen gebrauchten Motor ersteigert. Jetzt stelle ich fest dass er andere Anschlüsse hat wie meiner [smilie=hi ya!.gif] .Mein alter Motor ist dieser: leider funktioniert der Bilder-Upload irgendwie nicht... Auf alle Fälle hat der alte Motor rechts den normalen Anschluss für die Wasserpumpe und im Zyl.Deckel die Aufnahme für das Thermostat. Beides hat der ersteigerte Motor leider nicht, außerdem hat der ersteigerte Motor frontseitig diesen Schwingungsdämpfer an der Riemenscheibe (wird wohl ein 353er Motor sein). Da passt ja das Unterbrechergehäuse auch nicht vom 311er... Was hätte ich denn jetzt für Möglichkeiten den neuen Motor doch zu benutzen? Und wo sitzt eig. bei dem neuen Motor die Wasserpumpe?
Ich bin für alle Ratschläge oder Kommentare dankbar - aber bitte keine "hätte hätte Fahradkette" Meinungen. Ich weis, dass die Motor-Aktion etwas "übereilt und blauäugig vonstatten gegangen ist... Naja so ist das halt im Leben - aus Erfahrungen klug werden... Ich versuch nochmal ein paar Bilder anzuhängen. Ansonsten schönen 2. Advent noch... {beifall}
neuer Motor2.jpg
neuer Motor2
neuer Motor1.jpg
neuer Motor1
neuer Motor.jpg
neuer Motor
alter Motor1.jpg
alter Motor1
alter Motor.jpg
alter Motor

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Thilo.K
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Re: neuer Motor für den 64er 311er?

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 10. Dezember 2017, 11:47

Was´n hier los? Da wurde einfach mal ein alter 311-1000-Kopf an einen 353er Motor von 1982 drangebastelt.
Nicht verwendungsfähig. "Wenn schon Scheiße, dann Scheiße mit Schwung", wie mein ehemaliger Ausbilder in der
AGA beim Bund immer so schön sagte.
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Re: neuer Motor für den 64er 311er?

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 10. Dezember 2017, 13:28

Thilo.K hat geschrieben:Was´n hier los? Da wurde einfach mal ein alter 311-1000-Kopf an einen 353er Motor von 1982 drangebastelt.
Nicht verwendungsfähig...

Wo hast Du denn die Erkentnis her? Ich erkenne auf den Foto lediglich eine Zylinderkopf, aber nicht welchen. Ich tippe zwar auch auf einen ohne WAPU, aber ob nun 309 oder 312 lässt sich nicht erkennen. Sollte es ein 312er sein, spricht überhaupt nichts gegen dessen Verwendung, auch wenn dieser hier verkehrt herum montiert ist. Dies ist zwar nicht unbedingt günstig für den Verbrennungsvorgang (die Kerzen sitzen dann zur Auslasseite verschoben), was aber nicht bedeutet, dass es nicht funktioniert.

@ Andre - grundsätzlich kannst Du den "neuen" Motor gut verwenden, Du musst Dir jetzt nur überlegen, wie Du die Peripherie konfektionierst, hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Soweit ich es aber verstanden habe, hatte Dein alter Motor die seitlich über der LIMA angeflanchte Wasserpumpe und einen Zylinderkopf mit eingebauten Thermostaten. Einmal davon abgesehen dass dieser Kopf nicht von irgendeinem Wartburg, sondern vom B1000 stammt und bei Dir auch verkehrt herum montiert war (original zeigen die Schlauchanschlüsse nach vorn) kannst du beides so auch wieder am "neuen" Motor verwenden. Dazu musst Du lediglich den Froststopfen im Flansch für die Wasserpumpe entfernen und die Befestigungbohrungen anbringen (falls nicht bereits vorhanden) - aber Vorsicht die Bohrungen sind Sacklöcher. Dann brauchst Du nur noch die beiden vorderen Schrauben des Motorunterteils gegen die Stehbolzen des alten Motors tauschen und schon war es das dann. So so richtig schön ist das dann zwar alles nicht, funktioniert aber und hat den Vorteil, dass Du den restlichen Kram (Kühler, Schläuche) unverändert weiter nutzen kannst. Übrigens, das große Zündgehäuse stört überhaupt nicht, das kannst Du lassen, wie es ist. Ein "Rückbau" auf 311 wäre sowieso nur mit Tausch der Kurbelwelle und zusätzlichen Bohrungen im Block möglich, dies ist relativ sinnlos.

Darüber hinaus ist natürlich noch vieles mehr möglich, da würde ich aber vorschlagen, Du arbeitest Dich erst einmal in die Materie ein, schaust Dir eine Anzahl Motorräume vom Wartburg an (z.B. Google-Bildersuche) und stöberst mal im Wiki, wass es denn so alles gab. Dann können wir weiter reden.

PS. Zu "hätte hätte Fahradkette": wer zum Teufel kauft schon einen Motor blind ohne zu vergleichen, ob dieser mit seinem alten übereinstimmt? War der preis so günstig, dass Dir Scheuklappen gewaschen sind :shock:
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Re: neuer Motor für den 64er 311er?

Ungelesener Beitragvon Andre1964 » Sonntag 10. Dezember 2017, 15:09

Hey bic - danke für die schnelle und interessante Antwort. Als ich das gute Stück erwarb sah das ganze so aus...
Motorraum-front1.jpg

... dachte einfach das muss so mit dem Thermostat. Wenn ich den Deckel drehe muss ich den Kühlschlauch zum Kühler also anpassen, richtig?
Und wie ich das so sehe kommt das Lüfterrad dem Kühlwasserstutzen am Kühler ganz schön nahe - na mal schaun...
Das Unterbrechergehäuse besorge ich mir noch...

20171210_143032.jpg

Die Sacklöcher für die Wapu kann ich mir auch bohren (lassen) {blinzel} ...
Was ist das eig. für ein Anguss rechts daneben?

20171210_142706.jpg

Und zum Abschluss noch eine Frage... links unterm Ansaugflansch bzw. rechts oben - was war denn da alles mal vorgesehen?


Also ich denke mal mit ein paar Bastelarbeiten bekomme ich das Problem, auch oder NUR dank eurer Hilfe, in den Griff.
Ich kann mich nicht selbst steinigen, aber ich glaube es kommt sehr nahe {aergerlich} . Schweigen meinerseits zum Thema Fahrradkette :x
Dateianhänge
20171210_143132.jpg

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Re: neuer Motor für den 64er 311er?

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 10. Dezember 2017, 17:36

Na, da habe ich aber gut geraten... (wirklich nur geraten)
Ich schätze mal, daß es sich hier um einen "richtigen" 353er.- oder B1000-Rumpfmotor handelt
(Unterscheidung hierbei durch Kurbelwellenausführung, Halbwange oder Vollwange, theoretisch
durch das Zylinderblockdatum zu unterscheiden, praktisch jedoch durch Kontrolldemontage).
Oder vielleicht mit Zahnarztspiegel (Flansch abbauen) in den Einlass hineinschauen. Oder Schraubendreher in die
Benzinpumpenbohrung stecken, Klinge muß dabei mit einer Hubscheibe des Zylinders 3 zur Anlage kommen und
Kurbelwelle drehen. Merkt man dann, welche Welle montiert ist, viele Wege führen nach Rom.
Meines Erachtens wurde der Kopf einfach nur so draufgebastelt. Ergibt ja momentan keinen Sinn.
Oder der Zylinderblock sollte später einmal dafür umgeändert werden. Wer weiß.

Wenn ich nach einem Barkaskopf google, erscheinen übrigens die Köpfe, mit dem vorne liegenden Stutzen
und nicht mit in der Mitte liegenden Stutzen. Ich dachte immer, das soll ein Kopf aus der Ersatzteilproduktion
für den 311er zu Einheitsblockzeiten sein?
Oder ist der tatsächlich für einen Barkas offiziell hergestellt worden und wurde nur "zweckentfremdet"
von privat im 311er eingebaut?
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Re: neuer Motor für den 64er 311er?

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 10. Dezember 2017, 17:59

Andre1964 hat geschrieben:... dachte einfach das muss so mit dem Thermostat. Wenn ich den Deckel drehe muss ich den Kühlschlauch zum Kühler also anpassen, richtig?

Bitte nicht, wie sieht das denn aus, wenn die Schläuche eine 180 Grd.-Wende hinlegen? Entweder Du baust den Kopf (das ist kein Deckel!) wieder so drauf wie vorher, oder Du besorgst Dir einen Zylinderkopf vom 1000er 311er (T.Nr. 3120025000) :

Kopf.JPG
Quelle: Ostmobile-Shop

den "dicken" Kühlwasserschlauch:

Schlauch.JPG
Quelle: Ostmobile-Shop

mit dem Reduzierring:

ring.JPG
Quelle: Ostmobile-Shop

und das Thermostat-Ei:

ei.JPG
Quelle: Ebay, User rg-autoteile

Dann sollte das Ganze in etwa so aussehen:

123.JPG
Quelle: Irgendwo in SK

Handwerklich geht das natürlich noch etwas besser und Gedanken über Deinen Lüfter brauchst Du Dir auch nicht mehr zu machen. (Du sollst das nun jetzt nicht alles im Ostmobile-Shop kaufen, da gab es aber die Bilder :shock: )

Die Sacklöcher für die Wapu kann ich mir auch bohren (lassen) {blinzel} ...
Was ist das eig. für ein Anguss rechts daneben?

Der Anguß ist für die Motoraufhängung beim 312/353er.

Und zum Abschluss noch eine Frage... links unterm Ansaugflansch bzw. rechts oben - was war denn da alles mal vorgesehen?

Links unten ebenfalls Motoraufhängung und rechts oben wird beim 312/353er die Abfangstrebe vom Vorschalldämpfer befestigt. Brauchst Du alles nicht, da kannst Du was anderes anschrauben {kratz}
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Re: neuer Motor für den 64er 311er?

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 11. Dezember 2017, 01:38

Thilo.K hat geschrieben:Na, da habe ich aber gut geraten... (wirklich nur geraten)
Ich schätze mal, daß es sich hier um einen "richtigen" 353er.- oder B1000-Rumpfmotor handelt
(Unterscheidung hierbei durch Kurbelwellenausführung, Halbwange oder Vollwange, theoretisch
durch das Zylinderblockdatum zu unterscheiden, praktisch jedoch durch Kontrolldemontage).

Naja, dass der B1000 nun immer Halbwangenwelle hatte wird oft kolportiert ist aber unbewiesen, zumindest das Rep.Handbuch Motor B1000 von 83 zeigte eine Vollwangenwelle (die Anleitung hat nichts mit der von AWE für den 353er Motor gemeinsam - selbst die Bilder sind andere). Außerdem ist es für den Verwendungszweck von Andre sowieso völlig schnuppe, welche Welle in dem Motor eingebaut ist.

Wenn ich nach einem Barkaskopf google, erscheinen übrigens die Köpfe, mit dem vorne liegenden Stutzen
und nicht mit in der Mitte liegenden Stutzen. Ich dachte immer, das soll ein Kopf aus der Ersatzteilproduktion
für den 311er zu Einheitsblockzeiten sein?
Oder ist der tatsächlich für einen Barkas offiziell hergestellt worden und wurde nur "zweckentfremdet"
von privat im 311er eingebaut?

Das dieser als eine modernisiertere Version für den B1000 mit seitlich angeflanschter Wapu gedacht war (diese Pumpen wurde im B1000 länger verwendet als beim Wartburg, denn obwohl der 353/1 bereits 1971 eingeführt wurde, folget der Zylinderkopf erst 1973), sieht man schon an der Lage der Kerzen. Bei allen Köpfen mit dem dachförmigen Brennraum für den AWE-Motor lagen die Kerzen ohne Ausnahme außermittig in Richtung der Überströmer versetzt auf der kalten Seite (Ansaugseite). Baut man nun den Kopf genau so auf den Motor, zeigen die Schlauchanschlüsse am Thermostatgehäuse in Fahrtrichtung nach vorn, so wie für den B1000 benötigt - ein Schelm, wer Böses dabei denkt :smile: Hier mal zwei Bildchen aus der Rep.Anl. 1970:

kopf2.JPG

kopf3.JPG
kopf3.JPG (21.18 KiB) 664 mal betrachtet
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