Abschlußpressebericht Tulpenrallye 2008

Interessante Geschichten rund um eine Rallye mit langer Tradition und vor allem mit Wartburgbeteiligung bis in die heutige Zeit...

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rallye311
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Abschlußpressebericht Tulpenrallye 2008

Ungelesener Beitragvon rallye311 » Dienstag 8. Juli 2008, 11:04

Noordwijk, den 10. Mai 2008

Abschlußpressebericht

Reinders und Berkhof gewinnen überzeugend die 55. Tulpenrallye

Das Equipe Rutger Reinders und Erwin Berkhof hat die 55. Internationale Historische Tulpenrallye auf überzeugende Weise gewonnen. Das junge Equipe, das mit einem Porsche 911 S von 1967 fuhr, übernahm in der 2. Etappe die Führung in der Expertklasse und konnte diese bis zum Ziel am Grand Hotel Huis ter Duin in Noordwijk am Samstag halten und sogar weiter ausbauen. Der Wettkampf in der Sportklasse war während der ganzen Woche besonders spannend und wurde schließlich durch einen Vorteil des Equipes Janhein de Rooij und Fred Hak mit einem Porsche 356 von 1965 entschieden. Die Tourklasse wurde von Vater und Tochter Pim und Stéphanie Brunet die Rochebrune mit einem Mercedes-Benz 280SL von 1969 gewonnen. Die Rallye führte in diesem Jahr über viele bergige Abschnitte und wurde bei ungewöhnlich schönem Wetter gefahren. Am Montag, dem 5. Mai starteten 184 Teams in Annecy, 165 erreichten nach einer Route von gut 2500km das Ziel in Noordwijk.

Start in Annecy
Der Start zur Tulpenrallye war in diesem Jahr in Annecy in Frankreich. 1948 wurde in dieser Stadt während eines Gespräches zwischen dem bekanntesten Niederländischen Rallyecrack Maus Gatsonides und dem Französischen Simcafahrer Marc Anglevin nach Beendigung der Alpenrallye am See von Annecy die Idee zur Tulpenrallye geboren. Sechzig Jahre später kehrte nun die Tulpenrallyekarawane zurück in diese schöne Stadt. Nach der technischen Abnahme der ausländischen Fahrzeuge, die Niederländischen Fahrzeuge waren bereits vorher bei Crea & Artiva in Nijkerk (NL) abgenommen worden, und der Dokumentenkontrolle im Hotel L 'Impérial Palace Hotel in Annecy gab es eine Cocktailparty am See für die Teilnehmer und Veranstalter.
Am Montagmorgen, dem 5. Mai fiel dann der Startschuß zu der ältesten und bekanntesten Niederländischen Rallye vor dem Hotel.

Die Route
Aufgrund der Tatsache, daß es Anfang April um Ostern in den Alpen stark geschneit hatte, waren die Routechefs Jaap Daamen und Adrie Brugmans das ganze Wochenende vor der Rallye unterwegs um zu kontrollieren ob die höchsten Bergabschnitte befahrbar waren. Letztendlich gab es nur wenige Probleme und es musste nur einer der höchsten Pässe am Dienstagmorgen, der Col die la Crox, auf der Strecke zum Skigebiet von Les Diablerets aus der Strecke herausgenommen werden. Hiefür wurde rechtzeitig eine Umleitung vorbereitet. Leider mussten zusätzlich, sogar oft am gleichen Tag, eine ganze Reihe von Umleitungen erstellt werden, da vor Allem in Frankreich kurzfristig eine Reihe von Straßenbauarbeiten durchgeführt wurden. Die meisten Umleitungen konnten den Teilnehmern rechtzeitig mitgeteilt werden, doch in einem Fall gelang dieses nicht, und die ersten Teilnehmer der Tourklasse mussten schließlich einen Umweg von fast 40km in Kauf nehmen.

Tagesprogramme
Bereits 5km hinter Annecy mussten die ersten Berge bezwungen werden und nach der 2. Zeitkontrolle (TC2) folgten eine Reihe steiler Gefällestrecken, einige davon auf unbefestigten Straßen. Häufig wurden die Straßen rechts und links noch mit hohem Schnee gesäumt. Vor dem Lunch des ersten Tages fand die erste Sonderprüfung in einer komplett weißen Umgebung (Schnee) auf einem Parkplatz des Skigebietes von Beaufort in den Französischen Alpen statt. Das Lunch des ersten Tages fand in Albertville, im Herzen der französischen Alpen statt. Im Anschluß an das Luch kehrten die Teilnehmer und fuhren nördlich in Richtung Aix-les-Bains. Hier wurde am Dienstag zur zweiten Etappe die erneut großenteils durch die Alpen führte, gestartet. Das Lunch wurde in La Chapelle d Ábondance, gelegen im "les Portes du Soleil", dem größten Wintersportgebiet Europas, serviert. Direkt nach dem Lunch wurde eine spektakuläre Sonderprüfung, erneut auf einem Parkplatz bei einem Skigebiet auf dem "Col du Mosses" durchgeführt. Von hier aus wurde dann der Kurs in Richtung der Schweiz gesetzt. Nach einem vorsichtigen Versuch mit einer kurzen Strecke durch dieses Land im Jahr 2007 hatte die Organisation dieses Jahr beschlossen fast den ganzen Tag über Schweizer Bergstrecken zu fahren. Das Diner des zweiten Tages wurde in Lyss, in der Nähe von Bern, serviert. Hier wurden alle Teilnehmer von den Damen des Sponsors "van Lanschot bankiers" erwartet, die so freundlich waren allen teilnehmenden Fahrzeugen die Windschutzscheibe zu reinigen.
Von Lyss aus fuhren die Teilnehmer am dritten Tag noch ein ganzes Stück durch die Schweiz bevor sie kurz vor dem Lunch nördlich von Mulhouse die Grenze nach Frankreich passierten. Natürlich gab es auch hier eine Anzahl sehr schöner Routen in der Jura und Nachmittags wurde erneut der Grand Ballon d Álsace befahren. Das Ziel dieses Tages lag in Riquewihr wo die Teilnehmer von den lokalen Gastwirten besonders herzlich empfangen wurden. Für die Teilnehmer der Expertklasse stand an diesem Abend noch eine Abendetappe an. Diese Etappe wurde zwar großenteils im Flachland gefahren war aber aufgrund der vielen unbefestigten Straßen und einer Flußdurchfahrung besonders spektakulär. Diese Etappe hatte allerdings keinen großen Einfluß auf das Klassement.
Am Donnerstag wurde dann von Riquewihr nach Bad Kreuznach in Deutschland gefahren. Das Lunch fand in kurz hinter der Grenze in Pirmasens statt. Die lange Route durch Deutschland war für die meisten Teilnehmer neu. Auch hier wurden wunderschöne Routen mit vielen bergigen Straßen und den erforderlichen Herausforderungen im Bezug auf das Kartenlesen befahren. Nachteilig in diesem Teil Europas ist die hohe Bevölkerungsdichte mit der Folge häufiger Ortsdurchfahrten.
Am Ziel in Bad Kreuznach wurden die Teilnehmer dann von der Firma DTZ Zadelhoff auf einen "Bitterball" und ein Stückchen Käse eingeladen. Am Freitag verlief die Route dann über einen spektakulären Test am Nürburgring um dann abends die holländische Grenze bei Maastricht zu passieren. In den Gärten de Schlosses Vaeshartelt wurde mit allen Teilnehmern bis spät in den Abend gegrillt. Am folgenden Tag erwartete die Teilnehmer noch ein besonders anspruchsvoller "Kartenleseabschnitt" in den Niederlanden. Die Sonderprüfung dieses Tages wurde auf der Kartbahn "De Landzaat" in Eindhoven durchgeführt und das Lunch fand im Restaurant "Puur! Tussen Heuvel & Park" in Oosterhout statt.

Ziel in Noordwijk
Ab 14:00 nachmittags wurden die 165 verbliebenen Teilnehmer in Noordwijk nach einer Strecke von gut 2500km von einer großen und euphorischen Gruppe von Zuschauern empfangen. Alle Teilnehmer wurden vom Sprecher Bert van den Dool begrüßt und bekamen traditionsgemäß Tulpen auf die Windschutzscheibe gelegt, dieses Jahr gesponsert von Flora Holland Connect und Gebr. Breg Bolbloemenkwekerij Wervershoof. Nach dem Befahren des Zielpodiums wurden alle Teilnehmer der Tradition nach mit Hering und Kornwein verwöhnt. Eine weitere Tradition wurde in Ehre wiederhergestellt: Zum ersten Mal seit 1954 wurden die Teilnehmer von Frau Antje empfangen.
Nach Beendigung des Zielprogramms begann um 19:00 die festliche Preisverleihung und das Jubiläumsfest in der ersten Etage des Grand Hotel “Huis ter Duin”. Gegen 22:30 wurde das Siegerfahrzeug von Reinders und Berkhof durch die beiden Väter in den Pickézaal vom ‘Huis ter Duin” gefahren, begleitet von "Simply the Best" Klängen. Mit stehenden Ovationen der 700 anwesenden Gäste nahm das junge Equipe den Pokal "Coupe Rallye des Tulipes" in Empfang. Für Berkhof war es das vierte mal innerhalb der letzten fünf Jahre dass er die "Tulpe" gewann, für Reinders das erste mal.

Expertklasse
Die erste Etappe in dieser Klasse am Montag wurde überraschenderweise von dem erfahrenen Britischen Team Jayne Wignall und Peter Rushforth mit nur 27 Punkten gewonnen. Reinders und Berkhof wurden zweite mit 48 Punkten, gefolgt van Sinke / den Hartog, Ebus / Berkhof und dem Britischen Team Albiston Watson die alle schon eine Kontrolle verpassten. Am zweiten Tag waren Vater und Sohn Berkhof die einzigen Beiden Navigatoren die nur eine Kontrolle verpassten. Sohn Erwin gewann zusammen mit Rutger Reinders das Tagesklassement und übernahm zugleich die Führung im Gesamtklassement. Vater Jan Berkhof wurde zusammen mit Jan Ebus an diesem Tag Zweiter in beiden Klassementen. Wignall und Rushforth sanken auf einen Dritten Platz, gefolgt von Janus / Froger und Lamberigts / Denzler. Am dritten Tag vergrößerten Reinders und Berkhof ihren Vorsprung mit einem erneuten Tagessieg mit nur 5 Strafpunkten. Damit betrug der Abstand auf den zweiten Platz (Janus / Froger) fast zwei Routekontrollen. Der Tagespreis wurde am vierten Tag von Vater und Sohn Cees und Valentijn de Jong mit nur 12 Strafpunkten gewonnen, gefolgt von den späteren Gewinnern die Ihren Vorsprung zu Janus / Froger auf mehr als drei Kontrollen vergrößern konnten. Am Freitag schien die Spannung wieder steigen als Reinders / Berkhof eine Kontrolle verpassten und sie nur achte im Tagesklassement wurden. Tagessieger wurden Daan Reekers und Pieter van Kruisdijk. Eine fehlerfreie Route am Samstag ohne jegliche Strafpunkte führte dann doch zum Gesamtsieg von Reinders und Berkhof in der 55.Tulpenrallye.

Sportklasse & Toerklasse
Der spannendste Wettkampf während der Rallye fand in Sportklasse mit nur kleinen Unterschieden im Tagesklassement statt. Am Donnerstagabend schienen die Karten für van Ron Lopes Cardozo und Brigitte Stekelenburg am besten zu liegen. Allerdings verpassten sie am Freitag fünf Kontrollen, eine davon vergaßen sie zu notieren, und fielen dadurch im Gesamtklassement zurück. Auch Edmond Planteydt und Marijke Benningshof hatten am Freitagabend noch eine Chance auf einen 2. Platz, aber da sie am Samstag zwei Kontrollen verpassten kamen zu nur auf den dritten Platz hinter Lopes Cardozo und Stekelenburg. Janhein die Rooij und Fred Hak waren am Samstag die verdienten Gewinner der Sportklasse. In der Tourklasse wurde am Mittwoch Pim und Stéphanie Brunet de Rochebrune die Führung übernommen. Sie behielten diese Position bis zum Ende der Rallye und siegten mit einem Vorsprung von mehr als 300 Punkten auf Wolfgang Stübbe und Daniel Schulz.

Stiftung "Kinderen Kankervrij" (Kinder Krebsfrei) Kika
Die Tulpenrallye arbeitete in diesem Jahr intensiv mit der Stiftung "Kika" zusammen die im April unter Beisein vieler Teilnehmer und Fahrzeuge aus der Tulpenrallye eine neue Tulpe getauft hat. Im Namen von Kika nahmen die Niederländischen RTL Moderatoren Rick Nieman und Roderick Veelo in einem Porsche 911 vom Sponsor Pon Porsche Import teil.
Sie übergaben dem Kika Vorsitzenden Frits Hirschstein im Namen von RTL Nederland während der Preisverleihung einen Scheck über 10.000 Euro für die Stiftung. Während des Abends brachten die Teilnehmer durch Teilnahme an einer Lotterie nochmals 10.000 Euro zusammen.

Oud voor Behoud
Zusammen mit der neu eingerichteten Stiftung "Oud voor Behoud" und dem staatlichen Forstamt soll am Ende des Jahres ein Tulpenrallyewald in den Niederlanden angepflanzt werden um einen sichtlichen Beitrag zur Kompensation des während der Rallye ausgestoßenen CO2 zu liefern. Die Finanzierung dieses Waldes basiert auf einer Investition der Organisation und wird durch die hohe Anzahl von Mitgliedern der Stiftung unter den Teilnehmern erweitert. Der Tulpenrallyewald soll Ende dieses Jahres eröffnet werden.

Die 56. Ausgabe der Internationalen Historischen Tulpenrallye soll vom 3. bis zum 9. Mai 2009 stattfinden!

Partner und Sponsoren
Die Partner der 55. Tulpenrallye sind:
van Lanschot Bankiers, Logica,
DTZ Zadelhoff Vastgoed Adviseurs und Vredestein Reifen.

Die 55. Internationale Historische Tulpenrallye wird gesponsert von:
Crea & Artiva, Gant, iSource, Hennessy Cognac, Grand Hotel “Huis ter Duin”,
Inside Investments, Kender Thijssen, Lukkien, Nawon, Moët & Chandon Champagne, Pon Porsche Import, RTL-Z, Steltman Watches, TNT Post, Trust Computer Products und Vierhouten Palletindustrie.

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