'54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Bitte ausführliche Darstellung in Wort und Bild, Besonderheiten, Ausstattung, Zubehör, Geschichte etc...

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Samstag 1. April 2017, 18:54

So, das Getriebe ist fertig. Augenscheinlich handelt es sich dabei um ein (regeneriertes?) Aggregat, das wenig im Einsatz war. Es sind keinerlei Verschleißspuren zu sehen gewesen, lediglich (und ausgerechnet) das Doppel-Schrägkugellager hat unschöne Käfiggeräusche von sich gegeben.

An dieser Stelle Dank dem Autorenkollektiv der Original-Reparaturanleitung und natürlich und vor allem Carsten, der mich mit seiner akribischen Foto-Anleitung sicher durch die komplexe (De-)Montage geführt hat. Außerdem hat er mir das einzige wirklich notwendige "Spezialwerkzeug" geliehen: Die zwei Nutmutternschlüssel für das Doppel-Schrägkugellager am Kegelrad.

Auf den Fotos nach der Fertigstellung sieht man im Prinzip nichts Besonderes, und das ist gut so. Alle Gänge lassen sich sauber einlegen. Der Ausgleich funktioniert. Der Freilauf funktioniert. Die Sperre funktioniert. Alle Lager neu von FAG bzw. SKF sowie alle RWDR neu. Das Zahnflankenspiel habe ich auf Originalmaß eingestellt. Dicht ist das Getriebe ebenfalls, zumindest im kalten Zustand. Gesäubert habe ich das Gehäuse eher grob mit der rotierenden Kunststoffbürste.

Als nächstes ist das Fahrgestell dran. Außerdem muß ich meine Schaltung (Krückstock-Adaption) noch einmal überarbeiten, da das Schaltschema um 180° verdreht liegt, wie ich leider angesichts der Anordnung der Gangräder feststellen mußte.

DSC07487.JPG


DSC07565.JPG


w6.jpg


DSC00017.JPG


DSC00016.JPG

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 2. April 2017, 00:21

{top} gut!

Aber was mich interessiert ist, wie war die Knüppelschaltung mit dem 311er Getriebe realisiert und wie soll die Krückstock-Adaption aussehen? Und warum baust Du nicht auf auf Lenkradschaltung um, gabe es bereits ab 54 auf Sonderwunsch/Export und wurde 55 in die Serie übernommen.

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Sonntag 2. April 2017, 11:15

Aber was mich interessiert ist, wie war die Knüppelschaltung mit dem 311er Getriebe realisiert


Handwerklich sehr sauber gemacht. Wie sich das geschaltet hat, weiß ich leider nicht, weil das Auto beim Kauf nicht fahrbereit war. Da allerdings die Rastkugel für die Ebenenvorwahl mit Originalfeder eingebaut war, wird der Ebenenwechsel wohl recht schwergängig gewesen sein.

Guckst Du hier:

Leipzig (26).JPG


DSC04603.JPG


DSC05306.JPG


DSC05295.JPG


DSC05300.JPG



und wie soll die Krückstock-Adaption aussehen?


Davon habe ich dummerweise im zusammengebauten Zustand keine Fotos gemacht, das hole ich aber in ein paar Wochen nach. Ich habe viele Teile vom W353 verwenden können. Den Rest habe ich aus der VW-, Installations- bzw. Hydraulikabteilung besorgt...

Hier ein Zwischenzustand:

DSC07611.JPG


DSC00019.JPG


Doch, doch, das hat - fertig zusammengebaut - funktioniert. Leider verkehrtherum, dafür werde ich noch eine W353-Umlenkung von 90 auf 180° umbauen und einsetzen. Die zwei Schaltstangenführungen (orange, Kugelgelenk mit Gummilager) stammen vom Golf II - und passen! In der Stirnwand habe ich sie mit zwei Sockeln für eine Treppengeländer fixiert, vorn mit einer Auspuffschelle. Das ist bestimmt haltbarer als das Original mit Filzring.

Und warum baust Du nicht auf auf Lenkradschaltung um, gabe es bereits ab 54 auf Sonderwunsch/Export und wurde 55 in die Serie übernommen.


Damit sind wir wieder beim Kaufgrund: 30er-Jahre-Stromlinienfahrzeug. Das soll auch nach 30er-Jahre bzw. nach dem Auslieferungszustand aussehen - und sich so anfühlen. Geteilte Scheiben, Krückstockschaltung, Selbstmördertüren, Blattfedern - das volle Programm. Die Schaltstange mit weißem Knopf habe ich beim Kauf dazu bekommen. Warum ich dann nicht auf das Original-Getriebe ohne Synchronisation zurückbaue? Weil ich mit dem Auto täglich fahren werde, wie mit allen meinen Schätzchen.

So soll es werden (zum Vergleich mit obigem Foto):

3-4-4-620x465.JPG

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Mittwoch 3. Mai 2017, 21:11

Nach eine Pause habe ich den IFA (bzw. was davon übrig ist) wieder in die Garage gerollt, gerade aufgebockt und festgestellt, daß der Rahmen gerade ist bis auf die beiden Hörner vorn (2 cm Höhenunterschied).

Dann habe ich alle Anbauteile (Kotflügel, Motorhaube, Frontschürze) wieder angebaut. Erfreulicherweise konnte ich nach dem spannungsfreien Einrichten der Teile feststellen, daß die Karosserie tatsächlich symmetrisch ist und nicht "hängt". Lediglich die Querbombierung der Motorhaube ist zu flach.

Und natürlich das ominöse selbstgemachte Abschlußblech/Frontschürze. Es paßt (im Gegensatz zu allen anderen selbstgeschweißten Teilen) überhaupt nicht, die Schraubflansche sind mehrere Zentimeter zu weit auseinander. Das muß ich nachbauen (lassen).

DSC07431.JPG
Zustand wie gekauft

IMG_0672.JPG
Eingerichtet ohne Frontschürze

IMG_0681.JPG
Windlauf ohne Spachtelmasse

IMG_0678.JPG
A-Säule mit Zinn

DSC00162.JPG
Schweißkunst

DSC00159.JPG
Schweißkunst


Viele Grüße
Thorsten

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Sonntag 7. Mai 2017, 09:05

Nach dem Vermessen habe ich das Häuschen vom Fahrgestell gehoben und aufgebockt.

IMG_0695.JPG

IMG_0697.JPG


Nun müssen die beiden den Platz tauschen. Zu diesem Zweck werde ich mir einen fahrbaren Holzrahmen zusammenschrauben, damit ich die Karosse rangieren kann.

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 7. Mai 2017, 11:24

Das sind ja interessante Knotenbleche an Deinen vorderen Rahmenauslegern! Da hat wohl einer der Vorbesitzer gern mal das gemacht: :evil: Was hängt den übrigens vor dem hinteren Federträger auf beiden Seiten innen am Rahmen runter? Kann man so nicht erkennen. An sonst weiter so!

Ach so, was die Frontschürze anbelangt, die ist auch im Original von der Passform her eine Katastrophe und bescheuert einbauen lässt sie sich auch noch. Aber statt Dir jetzt eine neue zu bauen, würde ich mal die Märkte beobachten, gelegentlich taucht so etwa auch noch auf und zeit hast Du ja noch. Außerdem sieht Deine sooo schlecht auch nicht aus.

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Sonntag 7. Mai 2017, 12:34

Die Knotenbleche sind - wie so vieles an dem Auto - selbst gemacht und brauchbar. Das betrifft z. B. auch die Schweller. Meines Wissens hat der F9 keinen Schweller, die hat der Vorbesitzer in Form eines Dreieckprofils dazugeschweißt. Was der Karosserie enorme Biegesteifigkeit verleiht.

Zum hinteren Federträger:
IMG_0699.JPG

IMG_0700.JPG

Meinst Du die Benzinleitung? Die wird neu gemacht, ebenso wie die Bremsleitungen.

Jetzt sehe ich, was Du meinst: die beiden U-Bügel der Anhängerkupplung...

Die Frontschürze ist sicher grundsätzlich brauchbar, allerdings müssen dann die Schraubflansche um je 2 cm nach innen versetzt werden. Das ist sicher kein Problem, falls mir nichts Besseres über den Weg läuft. Konstruktiv ist die Verschraubung in y-Richtung (seitlich) ziemlich blöd, weil man ja die Kotflügel vorher schon so einrichten muß, daß sie zur Motorhaubenkante parallel laufen. Vielleicht ändere ich das in eine X-Verschraubung (in Fahrtrichtung), zumal ein Schraubflansch am Kotflügel ohnehin ab ist.

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 7. Mai 2017, 16:45

Cherryfields hat geschrieben:Das betrifft z. B. auch die Schweller. Meines Wissens hat der F9 keinen Schweller....

Doch, genau solche dreieckförmigen Schweller hatte er original --> schaffe Dir da bloß ein paar Ablauföffnungen!

Ach so, wie war denn Deine Hängerkupplung montiert? Ich kenne diese nur in der Bauform analog zum 311er, daher, der Zug wird am Federträger abgetragen, die Befestigungen am Kofferraumboden/Heckschürze tragen lediglich die Stützlast und führen seitlich.

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Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Sonntag 7. Mai 2017, 19:13

bic hat geschrieben: --> schaffe Dir da bloß ein paar Ablauföffnungen!


Aber selbstverständlich, kein hohlraumähnliches Gebilde ohne Ablaufloch! Die Hohlräume selbst (so viele hat er ja nicht) werden zum Schluß traditionell mit Mike Sanders' Korrosionsschutzfett ausgespritzt.

Ach so, wie war denn Deine Hängerkupplung montiert? Ich kenne diese nur in der Bauform analog zum 311er, daher, der Zug wird am Federträger abgetragen, die Befestigungen am Kofferraumboden/Heckschürze tragen lediglich die Stützlast und führen seitlich.


Hier wurde der Zug/Schub auch kurz vorm Federträger per Bügelschellen an der Y-Strebe eingeleitet, genau da, wo die Bügel auf dem Foto zu sehen sind. Einen Meter dahinter gab es eine Abstützung am Kofferraumboden. Soll angeblich 75 kg Stüzlast vertragen, was ich bei dem leichten (auch selbstgeschweißten) Kofferraumboden bezweifeln möchte, da ich mit dem Wagenheber unter der Querstrebe schon ordentliche - elastische - Verformung erzielt habe, bevor sich die Karosse gehoben hätte.
Unbenannt.JPG
Das einzige Foto der Anhängerkupplung

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 7. Mai 2017, 23:02

Cherryfields hat geschrieben:Hier wurde der Zug/Schub auch kurz vorm Federträger per Bügelschellen an der Y-Strebe eingeleitet, genau da, wo die Bügel auf dem Foto zu sehen sind. Einen Meter dahinter gab es eine Abstützung am Kofferraumboden. Soll angeblich 75 kg Stüzlast vertragen, was ich bei dem leichten (auch selbstgeschweißten) Kofferraumboden bezweifeln möchte, da ich mit dem Wagenheber unter der Querstrebe schon ordentliche - elastische - Verformung erzielt habe, bevor sich die Karosse gehoben hätte.

Aha, das Zugrohr lief also unter der Achse durch! Das geht natürlich mit der Portalachse nicht. Das Problem beim F9-Kofferaum ist Übrigens, dass dieser quasi freitragend hintendran gepappt wurde und hierfür nicht ausreichend steif ausgebildet war. Bei dauerhafter Überlastung (auch durch Hängerbetrieb) knickte der gern mal auf Höhe der Achse weg. Das sieht man dann an Falten im Radhaus und Rissen an der Außenhaut auf Höhe der C-Säule (hatte meiner damals auf auch). Dem hat dann natürlich Dein Hängerzug als Abstüzung gegen den Rahmen entgegen gewirkt, gemeinsam mit dem Dach ergibt sich dann ein ziemlich steifes Dreieck. Die 75 kg sind daher glaubhaft, egal wie weich der Kofferaumboden selbst ist (der dient ja allenfalls zur Queraussteifung), die Last trägt ja die Schürze. Anbauen würde ich an Deiner Stelle den Hängerzug dann wieder, aber benutzen?

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Re: '54er F9 - Sporadische Restaurations-News aus Landshut

Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Donnerstag 11. Mai 2017, 20:18

Hier ein Blick auf mein Ersatz-Fahrgestell. Vorne ein Balken mit Lenkrollen, hinten zwei Balken mit je einer festen Rolle. Eignet sich zum Rangieren zwischen Hof und Garage.

IMG_0019.JPG


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