Schneewittchensarg

Bitte ausführliche Darstellung in Wort und Bild, Besonderheiten, Ausstattung, Zubehör, Geschichte etc...

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 30. Januar 2012, 08:53

Vielleicht kann man die Kotflügel auch ein wenig "bauchiger" gestalten, so dass die Länge ohne Schweißen angepasst wird.

Also, wenn das die Kotflügelkante des linken Heckkotflügels in der Draufsicht ist

_______________________


dann müsste diese Kante einen leichten Bogen von Fahrzeug weg bekommen.

Durch den Bogen müsste die Schraubkante kürzer werden (am besten mit einem Stauchwerkzeug stauchen), oder wenn nicht vorhanden einschneiden.

Durch den Bogen wird der Kotflügel kürzer. Wenn möglich das Vorgehen mit einem anderen gebraucht Kotflügel mal austesten.
Viele Grüße

Carsten

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Montag 30. Januar 2012, 09:29

könnte man versuchen, obwohl ja der verlauf durch die karosse in dem bereich, wo der keder sitzen wird, vorgegeben ist. zweites problem wäre dann bei bauchiger gestalteten kotflügeln die paßform der alten, etwas massiver ausfallenden zierleisten

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 30. Januar 2012, 09:59

camping-oli hat geschrieben:könnte man versuchen, obwohl ja der verlauf durch die karosse in dem bereich, wo der keder sitzen wird, vorgegeben ist.


Wenn man sich den Bereich über dem linken Hinterrad auf den Originalfotos anschaut erkennt man, dass der Karosserieverlauf im Bereich des Keders nicht homogen ist.

Der Keder kann kleinere Unregelmäßigkeiten sehr gut ausgleichen und kaschieren.

camping-oli hat geschrieben:zweites problem wäre dann bei bauchiger gestalteten kotflügeln die paßform der alten, etwas massiver ausfallenden zierleisten


Das stimmt, allederings sollten die sich problemlos an die Kotflügelform anpassen lassen.

Hast du die Leisten mal auf den neuen Kotflügel gelegt ?

Hast du mal die Kotflügel flach auf den Boden/Tisch gelegt und verglichen ?

Hast du mal die Kotflügel mal ein ineinader gelegt und verglichen ?

Das ist zwar gerade alles nur im trüben fischen, aber vielleicht erkennst du ja so unterschiede zwischen den Teilen und kannst dann rückschließen, ob, was, und wie angepasst wurde.
Viele Grüße

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Mittwoch 10. April 2013, 21:07

Ein Lebenszeichen aus TF ;o)

IMG_3877.JPG


Der Winterschlaf ist ausgefallen, es ging mit kleinen Schritten weiter voran…
Die Kotflügelproblematik haben wir letztendlich durch Einkürzen lösen müssen. Die alten waren leider arg materialschwach und nicht mehr zu gebrauchen, der Ersatz hingegen war einfach zu lang. Das Kürzen war aufwendig, ich hoffe jedoch, dass es uns die Spaltmaße danken werden.

IMG_3893.JPG

IMG_3916.JPG


Neben vielen Kleinigkeiten, wie noch einzusetzenden Werkzeughaltern und Ersatzradhaltern im Kofferraum, Positionierung der Halter für die Stoßecken und Ausbesserung von diversen Durchrostungen gibt es allerdings noch viel Arbeit bei der Anpassung der Front. Mit den Spaltmaßen der Türen kann man fast schon zufrieden sein. Die Innenkotflügel sind aufgearbeitet, die Lufteinlassschächte mussten neu gefertigt werden und nun gilt es, sie so zu positionieren, dass auch der Übergang zur Schürze sauber ist.

IMG_4012.JPG
sieht so ein 59er Batteriehalter aus???

IMG_3882.JPG

IMG_3884.JPG

IMG_3923.JPG


Der alte Schlossträger und auch die originale Motorhaube sind vorhanden, die vorderen Außenkotflügel waren nicht mehr zu gebrauchen. Für sie hatte ich im letzten Jahr aufwendig Ersatz gesucht, da ich viel Wert auf die baujahrspezifischen Unterschiede der Außenkotflügel gelegt habe. Es war nicht einfach, hier nach über 50 Jahren noch brauchbaren Ersatz zu finden (danke für die vielen Tips aus dem Forum), alle Ersatzteil-Kotflügel weisen die für die ersten Serien typischen Merkmale nicht mehr auf, gut erhaltene Kotflügel der frühen Baureihen findet man meist nur in Kombination mit ebenso gut erhaltenen Fahrzeugen, so dass ich mich oft gegen ein Schlachten entschieden hatte, um die Originalität eines anderen Wagens nicht für mein Vorhaben zu opfern. Schließlich hatte ich Glück und fand Ersatz, wenn auch mit teilweise schrecklich verrotteten und geflickten Lampentöpfen.

IMG_4009.JPG


Ich hoffe, dass sich der Aufwand lohnt, die Rundungen innen neben dem Scheinwerfer sind flach ausgezogen, typisch für 59er gibt es keine Noppe mehr, die Längskante oben auf den Kotflügel ist schön scharfkantig und auch im Blinkerbereich geht die Rundung sauber von Außenkotflügel zu Schürze über.

IMG_3951.JPG

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IMG_3974.JPG

IMG_3981.JPG

IMG_3983.JPG


Leider kneift es noch an vielen Stellen und die Kotflügel sind noch nicht korrekt eingestellt, das Maß zu den Vordertüren und zum Windlauf stimmt noch lange nicht und dementsprechend klappts auch mit der Motorhaube noch nicht so recht. Die obere Längskante der Kotflügel muss noch sauber in die Türen übergehen, nach all dem Anpassen muss dann noch der Grill ohne zu scheuern eingepasst werden und der Kasten der Schürze verschlossen und mit dem Rahmen verschraubt werden… Die Anbauteile müssen teilweise noch gesandstrahlt und mir Primer bzw. teilweise mit Fertan behandelt werden.

IMG_3995.JPG


Ein ganzer Sack voll Arbeit also noch und ich mach mehr als drei Kreuze, wenn die Karosse geklempnert wieder in der heimatlichen Garage steht. Und selbst dann bin ich mir sicher, werden beim Rohzusammenbau noch einige notwendige Änderungen auffallen und uns beschäftigen

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Mittwoch 10. April 2013, 21:14

Wenn ich an diese Zeit denke...ein Graus. Bis das alles passt.... :cry: -oh oh- -oh oh- -oh oh- -oh oh-

Ich lege dir sehr an´s Herz, bei diesem Schritt absolut keine Kompromisse zu machen. Du ärgerst Dich schwarz wenn jemand neben deinem Auto steht und die Spaltmaße kritisiert, nach all der Arbeit.

Bitte die Türgummis mit in die Geschichte einbeziehen, die sind sehr einflussreich...
Also die Gummis verwenden, die du später auch einbauen willst (die selben, nicht die gleichen!).
Wobei mir unbekannt ist, ob die alte Türgummiausführung etwas entspannter ist.

Viel Spaß und Glück noch!
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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 10. April 2013, 21:46

Sehr schön, das sieht doch wirklich schon super aus.

Hast Du für die Schürze schon eine Lösung gefunden ??

Bei meinem 1959 sieht das teil ja so aus:

http://www.die-besten.de/wartburg/bilde ... thumb.html

Wenn Dein Karosseriespezi eine Verlängerung für die Schürze dengelt, hätte ich an einem Teil zum selbstanschweißen Interesse. :smile:
Viele Grüße

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 10. April 2013, 22:10

Wartburgbauer hat geschrieben: Du ärgerst Dich schwarz wenn jemand neben deinem Auto steht und die Spaltmaße kritisiert, nach all der Arbeit.


Meinst du? Wie waren eigentlich die Spaltmaße früher im Originalbereich?
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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Mittwoch 10. April 2013, 22:16

Mossi hat geschrieben: Du ärgerst Dich schwarz wenn jemand neben deinem Auto steht und die Spaltmaße kritisiert, nach all der Arbeit.

Meinst du? Wie waren eigentlich die Spaltmaße früher im Originalbereich?


Da hast Du nicht ganz unrecht. Was man mit "originalen Unzulänglichkeiten und Schönheitfehlern" macht, da bin ich in einem ständigem inneren Konflikt...

Fakt ist, dass ich mit meinem Vater zusammen viele Stunden damti verbracht habe, dass die Türen überhaupt schließen und dass die Spaltmaße halbwegs sind, die eine Tür ist besser, die andere nicht ganz so, aber für "Wartburgverhältnisse" druchaus im normalen Bereich und auch nicht besonders Auffällig. Aber ich wurde dafür schon kritisiert. Für die, die denken, man könne einfach den Schließkeil verstellen, bis es passt, ist es völlig unverständlich, warum das so aussieht.
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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Mossi » Donnerstag 11. April 2013, 08:14

Interessant wäre in dem Zusammenhang mal ein Vergeich originaler Karossen aus dem 2-3 und aus dem 8-9 Modelljahr.

Ich habe das Gefühl (was leider 50 jahre später nur begrenzt kontrollierbar ist), dass die späten und die E-Karossen spürbar "liederlicher" zusammengeworfen wurden.

Das kann aber nach 2 Instandsetzungsversuchen und 35 Jahren Betrieb auch normal sein....
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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Donnerstag 11. April 2013, 08:28

Mossi hat geschrieben:...Ich habe das Gefühl (was leider 50 jahre später nur begrenzt kontrollierbar ist), dass die späten und die E-Karossen spürbar "liederlicher" zusammengeworfen wurden...

Zumindest wurden natürlich auch die Arbeitszeiten optimiert im Laufe der Fertigung.
Das soll natürlich im Umkehrschluss nicht heißen, dass später liederlich gearbeitet wurde,
aber die Teilprozesse wurden zumindest sehr stark optimiert.

Die folgende Grafik im Wiki zeigt recht gut, wie der Zeitaufwand pro Fahrzeug zwischen 1955 und 1959 sank
und somit unter anderem die Produktionszahlen stiegen:

http://wiki.w311.info/index.php?title=Datei:Arbeitszeit-W311-1955-1959.jpg

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Donnerstag 11. April 2013, 19:24

tolle Grafik!
dann ist mein Camping aber wohl eher ein früher 55er, denn es werden deutlich mehr als 116 Stunden Nacharbeiten nötig sein :D {sehrfreuen} {Zahnlücke}

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Donnerstag 11. April 2013, 19:37

carsten hat geschrieben:Hast Du für die Schürze schon eine Lösung gefunden ??


über die Schürze hatten wir ja schonmal philosophiert... ich denke eigentlich, dass sie so hier aussehen sollte:

Schürze Kasten.jpg


unten mit einer Schraube am Rahmen befestigt

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Freitag 12. April 2013, 22:23

Martin Rapp hat geschrieben:...Zumindest wurden natürlich auch die Arbeitszeiten optimiert im Laufe der Fertigung.
Das soll natürlich im Umkehrschluss nicht heißen, dass später liederlich gearbeitet wurde,
aber die Teilprozesse wurden zumindest sehr stark optimiert...


ein nicht zu vernachlässigenderAspekt ist auch der Verschleiß der Werkzeugsätze. Daher rühren auch die meisten Anpassungsarbeiten bei der Verwendung originaler Blechteile.
in diesem Sinne

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Montag 23. September 2013, 22:55

der Tank ist blank:
P1010106.JPG

P1010113.JPG


und die Karosse neu vor Rost geschützt... denn der könnte mir bei meiner wahnsinns Restaurationsgeschwindigkeit sonst schon bald Probleme bereiten {bedrückt}

IMG_3335.JPG

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Freitag 21. Februar 2014, 22:26

Es geht langsam vorwärts, Ende März soll die Karosserie die Werkstatt wechseln. Dann geht es ans Zinnen, Einstellen, Gummis einsetzen, Zierleisten und Stoßecken anpassen... Es ist also noch immer ein weiter Weg.

IMG_6961.JPG


IMG_6911.JPG


IMG_6886.JPG


IMG_6885.JPG


Werde nun einen Satz Gummidichtungen der frühen Baujahre besorgen müssen - hat jemand gute Erfahrung gemacht mit einem Anbieter? Gerne per PN.

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Dienstag 25. März 2014, 22:38

Der Camping ist wieder in seine heimatlichen Garage zurückgekehrt... Bei der Abholung war der Zweitbesitzer und Sohn des Erstbesitzers dabei und hat zu unserer großen Freude nicht nur ordentlich mit angepackt und viele Fotos gemacht, sondern auch noch originale Fahrtenbücher von 1966 aus dem Keller hervorgesucht! Viele persönliche Erinnerungen an die Urlaubsfahrten durch Ungarn aber auch viele interessante Daten zu Verbrauch und gefahrenen Strecken... Eine wahre Fundgrube! und alles Originalgeschichte zu unserem Fahrzeug :smile: Wir haben noch nicht alles sichten können und werden noch ein Weilchen dafür brauchen...

viel Platz war nicht mehr im Anhänger - das war wirklich Maßarbeit extra für den Wartburg:

IMG_7081.JPG
IMG_7080.JPG


Jetzt ist er endlich wieder bei uns und nun liegt es an mir, zügig das Fahrgestell auf die Räder zu bringen...

IMG_7090.JPG

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 26. März 2014, 09:23

Glückwunsch. Ich kann kaum glauben, dass der Thread schon über FÜNF Jahre alt ist. Komm mir so vor, als hättest Du gerade erst vor kurzem Dein Auto hier vorgestellt.

Wenn man sich den Zustand vor 5 Jahren ansieht ist es wirklich beeindruckend was für ein tolles Ergebnis dabei herausgekommen ist.

Ich schätze mal, mit der Karosserie immer vor Augen, dass die Fertigstellung nicht mehr ganz so lange dauert und schon bald eigene Fahrtenbücher gefüllt werden können. :smile: {top} :smile:
Viele Grüße

Carsten

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Sonntag 11. Mai 2014, 14:34

Dinge auseinanderzubauen, bei denen man nicht gleich weiß, was einen hinter der nächsten Ecke, der nächsten Schicht erwartet, das ist immer besonders spannend... Ich habe die Sitze zerlegt und bereite alles für den Polsterer vor. Die Holzrahmen sind erstaunlich gut erhalten, es müssen nur Teile ersetzt und alles neu verleimt werden. Alles aus Kernbuche beim alten Camping. Bei alten Limos wurde oft Nadelholz benutzt - glaube ich. Interessant ist, dass vor allem die Lehne des Beifahrersitzes (bei den alten Modellen auch aus einem Holz gebogen) völlig verzogen war. Entweder da wurde mal der Sitz umgebaut nach vielen Jahren von links nach rechts oder der Fahrer hatte 'ne dicke Frau :razz:

Polster, Bänder, Stoffe sind natürlich hinüber nach all den Jahren, die Federkerne allerdings würde ich gern - ebenso wie die Holzrahmen - als Originalsubstanz erhalten. Hat jemand von Euch Erfahrung, wie man die am besten aufarbeitet? Oder wo man doch besser Substanz ersetzt, weil das Originale doch zu stark angegriffen ist?

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Dreielferschrauber » Sonntag 11. Mai 2014, 22:59

Ich würde versuchen, die Federkerne mechanisch (also z.B. per Galsperlenstrahlen) entrosten zu lassen. Die Frage ist: Wie konserviert man hinterher? Einfach Klarlack drüber. Oder etwas Ölnebel?

Problem an sämtlichen galvanischen Beschichtungen ist, daß die verschiedenen Chemikalien sich unter die überlappenden Bleche setzen und im Nachgang verdeckt für ordentlich Korrosion sorgen. Im Säurebad entrosten und verzinken ist deshalb aus meiner Sicht keine Lösung.

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 12. Mai 2014, 09:31

Beim Neuaufbau könnten die hier vielleicht weiterhelfen:

http://www.pfk-federkern.de/programm/ol ... timer.html
Viele Grüße

Carsten

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Montag 12. Mai 2014, 09:46

Meine Federkerne waren z.T. ähnlich rostig, naja, vllt. nicht ganz so schlimm.
Ich bin schlicht mit der Drahtbürste (Hand) drübergerast, habe die schlimmsten Stellen mit dünnflüssigem Rostumwandler (Würth) versehen und dann mit Zink-Alu-Spray die Kerne "Lackiert". Sicher - bei extremer Feuchtigkeit würde der Rost wieder durchkommmen...aber mal ehrlich: Wirst Du dein Auto nochmal 10 Jahre mit undichtem Faltschiebedach und durchgerostetem Frontscheibenrahmen im freien stehen lassen? Ich nicht... :lol:


Die Federkerne meiner 65er-Spender-deluxeLimo warenübrigens ebenfalls aus dem Matratzenwerk Ohrdruf - weiß ich noch, weil ich mich damals sehr über das unfreiwillige Wortspiel amüsiert habe... {Zahnlücke}


Ebenso kann ich mich erinnern, dass ich die kleinen "Verbinder", die bei Dir ebenfalls gebrochen sind (letztes Bild) entfernt habe und aus dickem Blech selbst neue gebaut hatte. Ist langsam doch schon ein Weilchen her... -roll-
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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Sonntag 18. Mai 2014, 11:07

Ich habe viel telefoniert, insgesamt haben alle vor Sandstrahlen gewarnt, das nehme die Spannung aus dem Federstahl. Ebenso chemische Entlackung/Reinigung… die Chemie bekommt man aus den Dopplungen nicht mehr weg. Alle Firmen, die Federkerne restaurieren und die ich kontaktiert hatte, wollten komplett neu nachfertigen - auf eine Teilrestauration wollte sich keiner einlassen. Die Polsterer schließlich schimpften über nachgefertigte Federkerne, die immer schlecht passen würden und plädierten für den Erhalt des Originals. Empfehlung: Drahtbürste, Drahtbürste, Drahtbürste und dann, wenn alles nur Flugrost ist und der Federstahl nach dem Biegen in die ursprüngliche Position zurückgeht, ggf. Behandlung mit Öl, Fertan oder Sprühwachs – hier gingen die Meinungen auseinander… Beim Fertan war man sich unschlüssig, was es mit Federstahl so anstellen würde.
Wir haben vorerst die Entscheidung getroffen, möglichst viel originale Substanz zu erhalten und die Federkerne nicht nachzufertigen. Die Nachfertigung des Rahmens der Sitzbank wäre ohnehin schwierig gewesen, da hier in den frühen Jahren eine geflochtene Schnur ins untere Profil eingebördelt wurde, die dann die Nägel aufnehmen konnte. Das wollte keine der Fachfirmen leisten. Mir stehen nun einige Drahtbürstensitzungen bevor…

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Sonntag 18. Mai 2014, 11:32

Ich suche noch einen Türgriff Beifahrerseite für 311 alte Version, mir würde auch der Holzkern genügen, da ja sowieso neu gepolstert wird.

Hier mal Bilder von der Fahrerseite:

IMG_7005.JPG
IMG_7004.JPG
IMG_7002.JPG


spätestens wenn der Polsterer anfangen will, brauch ich da was als Grundlage. Vielleicht hat ja noch jemand was, dann muss ich nicht aufwendig spiegeln und nachfertigen...

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Dreielferschrauber » Sonntag 18. Mai 2014, 14:09

Fertan funktioniert auf glatten Flächen recht gut - aber nur, solange man es nach der Behandlung gut abwaschen kann. Kann man das bei Blechdopplungen nicht, rostet es nach der Behandlung stärker als vorher.
Die Konservierung mit Mike Sanders Fett wäre noch eine Variante. das Zeug kriecht schön in die Dopplungen. Auf den Federn müsstest Du es sicher mit den Fingern auftragen. Oder schön erhitzen und vernebeln (Sauerei, geht aber schneller).

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon pinokio » Sonntag 18. Mai 2014, 17:54

ich würde da nicht mit Fetten oder Ölen arbeiten ,im Hochsommer können im Innenraum locker 50- 65 crad werden ,was glaubt ihr wo das dünne Fett dann hinläuft,
sicher dann auf den schönen Teppich. {Mauer}

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Dreielferschrauber » Sonntag 18. Mai 2014, 18:43

Ich hatte einen dünnen Hauch Fett gemeint, der sich in die Rostporen setzt. Gegebenenfalls kann man nach der Behandlung sogar noch mit einem Lappen drüberwischen.
Es kommt wie so oft auf das richtige Maß an :-|

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Montag 6. Oktober 2014, 00:34

kleiner Zwischenstandsbericht...
Am meisten kümmere ich mich zur Zeit um eine Baugruppe, die ich im Moment noch gar nicht brauche und die eigentlich noch viel Zeit hätte. Aber brauchen werde ich die Sitze auf jeden Fall früher oder später. Die so lange gesuchte Rücksitzbank ist jetzt greifbar nah. Der Holzrahmen ist nachgefertigt und der Federkern aus einer 58er oder 59er Limo ist vom Rost befreit.

DSC_0279.JPG

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Auch die Holzgestelle der Vordersitze wurden aufgearbeitet, da sie an mehreren Stellen gebrochen waren. Wir haben versucht, die Originalsubstanz so weit wie möglich zu erhalten. Der völlig verzogene Rahmen der einen Lehne musste allerdings komplett neugefertigt werden.

DSC_0267.JPG

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DSC_0271.JPG

DSC_0275.JPG


Auch die Holzzierleiste, die an der Rückseite der Lehne befestigt wird, ist nachgefertigt. Die Rundung wurde am Original abgenommen und mit einer Schablone auf die neue Leiste übertragen. Nun unterscheidet sich das Kernbuchenholz noch farblich vom Original - hat jemand einen Hinweis, ob und wie das Holz damals behandelt wurde? Welchen Lack könnt Ihr empfehlen?
DSC_0282.JPG


Die Problematik des Klappmechanismus hatte ich ja in einem anderen Beitrag diskutiert. Die bei mir zusätzlichen Bohrungen und Gewinde sind verschlossen, die Chromteile der Vordersitze sind frisch aufgearbeitet.

Vorher:
DSC_0023.JPG

Nachher:
DSC_1276.JPG


Das war noch eine relativ einfache Aufgabe für den Galvaniseur. Das 59er Gill (nicht umgebördelt) und die hinteren Kastenstoßecken bereiten mir allerdings schon mehr Kopfschmerzen, vor allem, wenn ich dabei an mein Konto denke. Sie sind erstmal zum Abziehen, d.h. Entchromen. Danach kann man besser beurteilen, wie schlimm der Schaden wirklich ist und vor allem kann man dann besser ausbessern.

DSC_1266.JPG

DSC_1258.JPG


Die nächste größere Investition werden wohl die Polsterarbeiten werden. Den nachgewebten roten Stoff mit dem grauen Doppelfaden hatte ich ja bereits vorgestellt. Nun scheint das andere Problem der Kunststoffbiese mit dem geprägten rautenähnlichen Muster kurz vor der Lösung zu stehen. Ich lasse morgen die Anfertigung starten. Es war recht aufwendig, hier passenden Ersatz herzustellen. Die Originalbiese wurde aufgetrennt, so dass man plan das Rautenmuster erkennen konnte. Dieses wurde in eine Grafikdatei übertragen und anhand dieser dann ein Stempelwerkzeug gefertigt. Mit diesem kann nun in einer Presse die graue Folie geprägt werden und das rautenähnliche Muster wird sich dann, nachdem der Polsterer das Material um eine Zentralschnur genäht hat, wieder an den Sitzen des Camping wiederfinden {beifall}

Hier der Stoff:
rechts Original.JPG
rechts Original.JPG (50.21 KiB) 7608 mal betrachtet


Hier die Originalbiese:
2013-12-28 13.58.23.JPG
2013-12-28 13.58.23.JPG (39.07 KiB) 7608 mal betrachtet


und hier ein Prägeversuch, so wird das Material aussehen und dem Polsterer zum Herstellen der Biese geliefert:
2014-09-26 11.00.36.JPG

2014-09-26 11.00.44.JPG


Vielleicht kann ich mir ja die Sitze unter den Weihnachtsbaum legen... diesjahr mein ich :-| Zeitgleich sollen natürlich die Türpappen gemacht werden, dazu muss ich erst noch die Hartfaserplatten anpassen und der eine Holzkern vom fehlenden Zuziehgriff muss hergestellt werden. Ich habe leider keinen finden können, so dass die eine Seite nun gespiegelt wird. Dann hab ich für beide seiten einen.

Die Arbeiten an der Karosse sind aber auch nicht völlig eingeschlafen. Die Hecktür ist entlackt und aufgearbeitet. Ich war schon auf der Suche nach nem passenden Nummernschild... PH 80-62 war seine letzte Kennung, aber eigentlich müsste ich ein etwas höheres und schmaleres KH 11-55 anfertigen - das war sein erstes damals. Eurokennzeichen gibts aber auch, die in die Nummernschildmulde passen - 44cm breit mit Sondergenehmigung... bis dahin ist ja noch etwas Zeit :D
DSC_0260.JPG

2014-09-12 11.28.34.JPG


Die Haltebleche für die Türgummis sind fast vollständig und glasgestrahlt, der Rahmen ist gefärbt und auch die hartnäckigsten Teile der Antriebseinheit sind demontiert - nicht immer ohne rohe Gewalt - und gestrahlt bzw. gereinigt und aufgearbeitet.

DSC_1264.JPG

2014-09-12 20.57.45.JPG

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bei den nächsten Bildern ist dann hoffentlich eins dabei, auf dem mal endlich wieder 4 Räder zu sehen sind und die Karosse vielleicht nicht auf der Seite, sondern auf dem Rahmen liegt...

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Samstag 11. Oktober 2014, 12:35

kleiner Nachtrag noch, ein Vergleich der Originalbiese mit der Nachproduktion:

2014-10-06 14.30.16.JPG


ganz passabel denk ich, auch der Farbton sollte ok sein, wenn man das Original mal vom Dreck der vielen Jahre befreien würde

Zum Thema der Holzblenden an den Lehnen der Vordersitze... wenn man die Rückseite ansieht, kann man erkennen, dass die Oberfläche vor dem Lack behandelt wurde. Gebeizt? Und danach Schellack? Hat hier jemand Erfahrung und Hinweise? Ich werde mal nächste Woche mit den Teilen zu einem Möbelrestaurator gehen und um Rat bitten:

2014-10-09 22.26.44.JPG
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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Dreielferschrauber » Samstag 11. Oktober 2014, 13:54

camping-oli hat geschrieben:Gebeizt? Und danach Schellack?

Gebeizt denke ich ja. Der Lack ist Ende der 50er -wenn ich mal zu den entsprechenden Radiogehäusen aud diesem Jahr schiele- entweder ein Nitrolack oder schon ein moderner Kunstharzlack.
Vereinzelt hat man zur Vereinfachung auch mit eingefärbtem Klarlack gearbeitet, was aber hier nicht der Fall zu sein scheint.
Nitrolack sollte sich unter einem mit Verdünnung getränkten Lappen lösen, Kunstharzlack nicht. Daran kann man es unterscheiden.
Du kannst auch mal bei den Radiofreunden http://www.dampfradioforum.de/ etwas recherchieren. Letztendlich weiß der Möbeltischler aber sicher Rat :smile:

p.s.
Die Biese sieht super aus!

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon kolpak » Montag 13. Oktober 2014, 10:28

Hallo,

das schaut so schon nach Schellack aus - jedenfalls von Schadensbild ausgehend. Wenn sich der Lack mit Alkohol löst, oder aber es weisse Wasserränder gibt, dann ist es Schellack.
Der Vorteil vom Schellack ist der Bernsteinton. Da müsste u.U. nicht gebeizt werden. Wenn du Schellack richtig aufträgst, dann kannst du auch die Glanzstufe sehr individuell festlegen. Der Nachtel ist, dass der Schellack sehr empfindlich auf Wasser reagiert. Die Verarbeitung ist mühsam, da du mindestens 5 Schichten auftragen solltest (mit dem Ballen auftragen und zwischenschleifen mit Bimsmehl). Eine Alternative wäre Petersburgerlack. Den kann man mit dem Pinsel auftragen. Davon 3 oder 4 Schichten und abschliessend abmattieren.


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