Zündspulenprüfstand - Ideen?

Zündung, elektronisch oder mechanisch, EBZA, Steini und ähnliche Systeme

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Wartburgbauer
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Zündspulenprüfstand - Ideen?

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Donnerstag 18. Mai 2017, 12:23

Vorab: Berliner Roller - Batterieunterbrecherzündung 6V mit Kleinzündspule, relevante Bauteile alle identisch mit Wartburg/Barkas. Lediglich der Unterbecher hat einen anderen "Fuß".

Nun war es auch bei mir so weit, dass ich auf die harte Tour feststellen musste, dass es bei den Zündspulen erhebliche Leistungsunterschiede gibt.
Im konkreten Fall ging es um einen Berliner Roller, der manchmal partout nicht anspringen wollte (andermal einwandfrei, gern auch 10x hintereinander einwandfrei) und auch im Leerlauf gelegentlich Zündaussetzer hatte. Eingebaut war eine MZA-Nachbauspule an der originalen und exakt eingestellten Unterbrecherzündung.
Nach dem ich bis hin zum Kabelbaum alle anderen Fehler ausgeschlossen hatte, habe ich angefangen, Zündspulen-Ringtausch zu spielen.
Mit einer DDR-Spule (6V) von 1982 war der Fehler unverändert, mit einer Hochleistungszündpule war alles einwandfrei (die passt aber nicht rein und ist nicht original). Mit der originalen Spule von 1962 lief er noch etwas schlechter. Noch eine andere DDR-Spule (von 1980) brachte erhebliche Besserung, er läuft einwandfrei, ohne Zündaussetzer, das Stroboskop schlägt einwandfrei an (bei den anderen Spulen hatte es ebenfalls Aussetzer) und er hat auch spürbar mehr Leistung.

Interessanterweise ändert der Unterbecherabstand fast gar nichts. Ich habe bei laufendem Motor den Abstand in weiten Grenzen verstellt (vllt. von knapp 0,1mm bis 0,7mm, Soll 0,4mm). Die Zündaussetzer blieben dabei unverändert, lediglich der Motorlauf änderte sich (wohl aufgrund des verschobenen ZZP) etwas.
Auch das Elemenieren des ca. 1V Spannungsabfall vom Batteriepluspol bis an Kl. 15 der Spule mittels direktem Kabel brachte keine Änderung.

Naja, lange Rede, kurzer Sinn:
Ich würde mir gern einen Zündspulenprüfstand bauen, um zukünftig zu WISSEN, was ich mache, und nicht zu experimentieren.
Mein Gedanke war ein elektrisch (Bohrmaschine) angetriebener Unterbrechernocken nebst Unterbrecher und Kondensator, eine Batterie (6 oder 12V, je nach Spule) und eine Stromschlagfrei verstellbare Funkenstrecke (im Idealfall mit einer kleinen Libelle dran), um die maximale Funkenlänge zu prüfen.
Hat noch jemand Einwände/Ideen zu dem Thema?
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Re: Zündspulenprüfstand - Ideen?

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 18. Mai 2017, 14:14


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WABUFAN
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Re: Zündspulenprüfstand - Ideen?

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 19. Mai 2017, 03:28

Die BOSCHTEILE sind was für den WohnzimmerGlasSchrank ....

6V_12V_Konstantstrom_ZWF.JPG

Statt dem mechanischem Unterbrecher einen NPN - Transistor und einen Taktgenerator 8 ... 110 Hz.

Und wenn auf der MZA - Zündspule 6 ... 12 V darauf steht, zurück auf die Ladentafel !

Zuendspule_Falsch.JPG
Zuendspule_Falsch.JPG (28.22 KiB) 102 mal betrachtet

Selbst ich wurde ein Opfer ...

Und eine Zündspule für 6 + 12 V ... ?
Gemessener primärer Widerstand : 3,7 Ohm
Sekundärer Widerstand : 7,6 kOhm

Zum weiterlesen :

Zündspulen reparieren :
viewtopic.php?f=26&t=14958

Zündspulen prüfen für 12 V= :
viewtopic.php?f=26&t=5490
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Zündspulenprüfstand - Ideen?

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 19. Mai 2017, 08:12

WABUFAN hat geschrieben:Die BOSCHTEILE sind was für den WohnzimmerGlasSchrank ....

Dann schau mal hier: https://www.youtube.com/watch?v=FDC3oSwPZ2E

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Re: Zündspulenprüfstand - Ideen?

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Freitag 19. Mai 2017, 08:34

Ich dachte immer, dass sich die Angabe auf die Mopeds bezieht, wo ja die auf der Zündspule angegebene Spannung mit der Bordspannung nichts zu tun hat, weil es völlig getrennte Stromkreise sind.

Ich bilde mir ein, dass in die 6V-Mopeds (Glühlampen) trotzdem eine 12V-Spule kommt (oder umgedreht, ich weiß es nicht mehr).

So eine Spule war es bei mir jedenfalls auch.


Aber mal zusammengefasst, weil der Prüfmöglichkeiten gibt es ja viele: Liefert mir die Messung der max. Funkenstrecke bei variabler Drehzahl brauchbare Ergebnisse, mit denen ich Zündspulen vergleichen kann, wie gut sie sind?
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Re: Zündspulenprüfstand - Ideen?

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 19. Mai 2017, 09:26

Wartburgbauer hat geschrieben:Aber mal zusammengefasst, weil der Prüfmöglichkeiten gibt es ja viele: Liefert mir die Messung der max. Funkenstrecke bei variabler Drehzahl brauchbare Ergebnisse, mit denen ich Zündspulen vergleichen kann, wie gut sie sind?

Aber sicher, allerdings geht es nicht um die max. Funkenstrecke, sondern um den max. Elektrodenabstand, bei welchen die jeweilige Zündspule noch in der Lage ist, die für die Ionistaion zwischen den Elektroden erforderliche Durchschlagspannung zur Verfügung zu stellen. Siehe z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Paschen-Gesetz. Als "Messung" würde ich das Ganze aber dann nicht bezeichnen, eher als vergleichende Prüfung. Eine variable Drehzahl brauchts dafür auch nicht, Du musst Dich nur auf eine festlegen, siehe z.B. die Kurvenverläufe hier: http://w311.info/download/file.php?id=49320&mode=view

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Re: Zündspulenprüfstand - Ideen?

Ungelesener Beitragvon W311/58 » Freitag 19. Mai 2017, 09:27

Die Zündspulen sind ausgeschrieben: Zündspule 12V 8352.1/2 - für alle 6V u. 12V SLPZ z.B. für S51, SR50, Motorrad ETZ - Unterbrecherzündung
SLPZ = Schwunglichtprimärzündanlage.
Gruß Andreas


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