Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Zündung, elektronisch oder mechanisch, EBZA, Steini und ähnliche Systeme

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MarkusH
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon MarkusH » Samstag 7. Januar 2017, 17:11

Moin!

bic hat geschrieben:... das es tatsächlich Zündmodule gibt, welche mit Massepotential geschalten werden können. Leider hat der Kollege nicht den Typ der verwendeten Zündmodule genannt und auf den Fotos ist auch nichts genaues zu erkennen. Die Zündspulen konnte ich jedoch als Telefunken 867 905 104 A indentifizieren


Im ersten Beitrag dort wird der Typ VW 191905351B genannt. Die Auswahl resultiert vermutlich ebenso wie die der Zündspulen aus einem vor Ort vorhandenen Polo.
Ich kann auch keine exacten Maße sagen, aber nach den Bildern von den am Motorrad montierten (Polo-)Spulen beanspruchen zwei davon soviel Platz wie der 3er-Block Suzuki-GT-Originalspulen; den habe ich liegen. Die PKW-Zündspulen müßten demnach etwa 70mm breit sein.

--- Also ich hab jetzt mehrere Tage überlegt, was ich nun mache.... Außerdem ist mir noch nicht klar, wie ich die Module steuere, Kontakte fallen aus ...


Hast Du dieses schon gesehen? Da fallen auch noch Sektorscheibe oder Magnetring weg. Solche (Zahnrad-)Sensoren gibt es mit "Open Kollektor"-Ausgang in NPN oder PNP.
Damit könnte man im (unwahrscheinlichen) Notfall auch mit einer Kontakt-Grundplatte fahren.

bis dann
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 8. Januar 2017, 19:58

MarkusH hat geschrieben:Im ersten Beitrag dort wird der Typ VW 191905351B genannt.

Sorry, hatte ich tatsächlich überlesen. Neu sind die Teile übrigens ab € 16,-- zu haben.

Hast Du dieses schon gesehen? Da fallen auch noch Sektorscheibe oder Magnetring weg. Solche (Zahnrad-)Sensoren gibt es mit "Open Kollektor"-Ausgang in NPN oder PNP.
Damit könnte man im (unwahrscheinlichen) Notfall auch mit einer Kontakt-Grundplatte fahren.

Nein, das hatte ich noch nicht gesehen! Ist aber genial! Reagieren die Sensoren auf den Nockenberg? Und ist die exakte Einstellung nicht ein wenig spielig, da ein aprupter Signalwechsel nicht stattfindet? Der Optionen werden also immer mehr!

Übrigens, den Notfall unterwegs ausgefallene Bauteile auswechseln (oder bei der Zündung auf eine Kontakt-Grundplatte wechseln) zu können, muss ich mit einkalkulieren. Schließlich sind wir beinah jedes Jahr mit dem Auto 1 bis 3 tsd. km im Urlaub unterwegs. Dieses Jahr wird es wohl hoch weit hoch nach Schweden gehen und 3 tsd. km werden es dann wieder locker werden.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon MarkusH » Montag 9. Januar 2017, 00:25

bic hat geschrieben:...Reagieren die Sensoren auf den Nockenberg?
Ja
Und ist die exakte Einstellung nicht ein wenig spielig, da ein aprupter Signalwechsel nicht stattfindet?
??? Findet doch statt!
Die Hall-Sensoren brauchen nach Einschalten eine Umdrehung, um sich einzumessen: Max./Min.-Abstand des entsprechenden Geberteils: Nocke, Zahnrad, Sektorscheibe etc. Wenn der Nockenberg vorbeikommt, schaltet der Sensor den Open-Kollektor-Ausgang um. Wieder zurück wird geschaltet am Ende des Nockenberges. Also genau wie ein U-Kontakt.
Man erhält am Ausgang eine Rechtecksignal etwa in der Höhe der Betriebsspannung minus dem Spannungsabfall am Ausgangs-Transistor (Ub-Uce). Schaltet auch bei Null-Drehzahl, z.B. langsamen Bewegen von Hand beim Einstellen.
Einstellen muß man nur den Zündzeitpunkt, der Abstand des Sensors vom Nocken, ca. 0-3 mm, ist fast egal, man verändert damit nur ein wenig den Schließwinkel, der hauptsächlich von der Nockenform abhängt, wie bei den Zündkontakten.
Übrigens, den Notfall unterwegs ausgefallene Bauteile auswechseln (oder bei der Zündung auf eine Kontakt-Grundplatte wechseln) zu können, muss ich mit einkalkulieren. Schließlich sind wir beinah jedes Jahr mit dem Auto 1 bis 3 tsd. km im Urlaub unterwegs. Dieses Jahr wird es wohl hoch weit hoch nach Schweden gehen und 3 tsd. km werden es dann wieder locker werden.
Es wird keine Probleme mit den Sensoren geben geben. Die dort gezeigte Zündung habe ich 2009 eingebaut und seitdem nicht wieder angefasst außer um sie bei einem Motortausch nochmal ab- und anzubauen. Jetzt seit ca. 60000km im Ganzjahresbetrieb.

bis dann
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 9. Januar 2017, 02:34

Meine Frage nach der Schliesszeit ist damit beantwortet.
Interessante Konstruktion.

Von mir gebaut :

6V_12V_Konstantstrom_ZWF.JPG

Zwischen Kollektor T 3 und Basis T 4 ist noch ein RC - Glied, das den Abschaltvorgang beschleunigt - Verringerung der Abschaltzeit.
T 1 ... T 3 bilden eine Strombank mit 3 Konstantstromquellen und D 1 + D 2 sind die Konstantspannungsquelle U = 1,4 V=.
Der TESLA KU 608 hat eine Uce satt von 0,6V bei 10 A und 0,5 A Basisstrom.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 9. Januar 2017, 17:47

MarkusH hat geschrieben: ??? Findet doch statt!
Die Hall-Sensoren brauchen nach Einschalten eine Umdrehung, um sich einzumessen: Max./Min.-Abstand des entsprechenden Geberteils: Nocke, Zahnrad, Sektorscheibe etc. Wenn der Nockenberg vorbeikommt, schaltet der Sensor den Open-Kollektor-Ausgang um. Wieder zurück wird geschaltet am Ende des Nockenberges. Also genau wie ein U-Kontakt.

Sorry, habe mich falsch ausgedrückt, mit keinem "aprupter Signalwechsel" meinte ich den recht flachen Flankenanstieg des Nockens (der ist ja auch kein Zahnrad) und eine hieraus vielleicht resultierende Schwierigkeit für den Sensor, reproduzierbar immer wieder den gleichen Schaltpunkt zu "treffen". Das die Teile auch einfach nur so mit einem Nocken funktionieren, wusste ich bis dato noch nicht. Hat es eigentlich einen Grund, warum bei Dir die Sensoren deaxial ausgerichtet sind? Vielleicht um für die Sensoren den Nockenanstieg doch etwas steiler aussehen zu lassen?

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon MarkusH » Montag 9. Januar 2017, 19:09

nabend...

So eine Kontakt-gesteuerte Transistorzündung hatte ich erstmals ca. 1976 für mein Motorrad gebaut. Die Schaltung ist sehr einfach gehalten, den BU111 gibt's nicht mehr.

SCHALTUNG.GIF
SCHALTUNG.GIF (5.36 KiB) 1914 mal betrachtet

Von meiner Arbeitsstelle bekam ich damals einige aus Industrie-Gaszählern ausrangierte Gabelsensoren geschenkt; ohne jeglich Infos über die Funktionsweise. Jahre später beschäftigte ich mich mal eingehender mit den Sensoren und kam experimentell darauf, wie sie arbeiten und zu einer Schaltung, um mit ihnen die Zündkontakte zu ersetzen und mit der vorhandenen alten Transistorzündung zu verbinden. Dank aufkommendem Internet fand ich dann auch später genauere Infos. Sensoren dieser Art gibt es weiterhin: Pepperl und Fuchs, SJ3,5-N. Meine 40 Jahre alten Sensoren werkeln unverwüstlich seit 2002 in einem 3Zyl-2Takt-Motorrad, allerdings mit etwas modernisierter Schaltung.

Zuend_Geber_01_dr.JPG

Nochmal als Neue verwenden würde ich sie nicht, da sie recht teuer sind.

bic hat geschrieben:Hat es eigentlich einen Grund, warum bei Dir die Sensoren deaxial ausgerichtet sind? Vielleicht um für die Sensoren den Nockenanstieg doch etwas steiler aussehen zu lassen?

(gemeint sind diese, falls jemand nicht alles mitliest)
Im Prinzip, ja. Ich hatte für diese Art der Anwendung ja kein Vorbild, darum erstmal einen Sensor von Hand neben den rotierenden Nocken gehalten und probiert, in welcher Position er gut arbeitet und auch mit der gewählten Befestigung ins Gehäuse bzw. auf die Grund- und Stellplatte passt. So ergab sich das.

bis dann
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 11. Januar 2017, 23:15

@ Markus, die Lösung mit den grünen Minis gefällt mir von der handwerklichen Ausführung her sehr gut - aber Du hast recht, besonders preiswert sind diese nicht, aber dafür in rauhen Mengen zu bekommen. Das führt mich dann aber zu meiner Frage: Da ich noch immer jede Option abwäge, hatte ich einmal versucht, etwas ähnliches wie die von Dir auf der Wartburggrundplatte verwendeten Hallgeber und Klemmböcke zu finden. Ich nehme an, dass Du bei den Gebern einfach die übliche Befestigungslasche entfernt hast, aber die Böcke? Ich habe nichts vergleichbares gefunden, sind diese ein Eigenbau?

An sonst werde ich mir erst einmal eine diese Kompaktzündspulen und auch eine große Topfspule als Muster besorgen, um zu schauen, wie ich jeweisl 3 solcher Teile montieren könnte. Laubtec hat sich bis jetzt auch noch nicht gemeldet, da werde ich wohl noch einmal nachhaken müssen.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon MarkusH » Donnerstag 12. Januar 2017, 09:32

Moin!
bic hat geschrieben:@ Markus,... Ich nehme an, dass Du bei den Gebern einfach die übliche Befestigungslasche entfernt hast, aber die Böcke? Ich habe nichts vergleichbares gefunden, sind diese ein Eigenbau?
Ja zu beidem.
Auch die Stellplatten für zwei der Geber sind selbstgefeilt, die Originalen sind zu klein für die Konstruktion.

Anstelle der teuren Pepperl und Fuchs -Sensoren kann man bei Aufbau mit Sektorscheibe auch z.B. solche vom Typ HKZ101 (war "damals" in diversen PKW) verwenden, wie hier:
zuendung GT550_kh.jpg

bis dann
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon MarkusH » Donnerstag 12. Januar 2017, 16:27

Da fällt mir noch ein:
Ich habe von einem anderen Projekt noch 5 Stück Hall-Sensor-ICs übrig; eigentlich schon fertige Zahnradsensoren, aber im Gehäuse wie ein etwas dickerer Kleinsignaltransistor. Die Teile sind recht interessant aufgebaut, ein Magnet ist schon im IC mit drin; reagiert auf ferromagnetische Objekte, auch bei "Null-Drehzahl". Falls jemand Interesse an den ICs hat: -->PN oder Email !
Hersteller: Allegro
Typ: ATS667

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 20. Januar 2017, 07:17

Mir fällt da noch etwas zur HKZ ein :

Seite_4.jpg

KFZ - Strposkop Typ 150 von VEB KFZ - Bedarf Leipzig im VEB Kombinat Wohn - und Freizeitbedarf. Von 6 V ... 16 V funktioniert diese.

LP_200.JPG

Hier der Leistungsteil mit pulsweitem geregeltem Sperrwander.
Leiterplatte L 200.
Statt der Blitzröhre kommt die Zündspule.

Heute kann man sie auch noch reparieren. Die Einzelteile bekommt man noch.

Ich bedanke mich bei Ralf - FuFu311 für die Unterlagen.
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 22. Januar 2017, 15:38

Hallo Andreas, das ist ja mal eine ausgefallene Idee! Am besten alles in den alten Gehäusen lassen und die Pistolen wahlfrei im Motoraum verteilen (oder gern auch außen am Auto), das ist dann schon der halbe Weg zu einer echten 007-Karre :shock:

Aber im Ernst, so ideenreich und technisch versiert Deine und Markus Vorschläge für eine Zündanlage auch sind, ich habe mich mittlerweile entschieden, nicht den steinigen Weg des Selbstbaus zu gehen, sondern fertig konfektionierte Bauteile zwecks "Leistungssteigerung" meiner Zündung zu verwenden. Will also heißen, Hochleistungszündspulen in üblicher Topfform + einer Elektronikzündung, welche die 5A der Spulen auch schalten kann. Da für letzteres nach meinem derzeitigem Kenntnisstand lediglich die Zündung von Laubersheimer in Frage kommt, habe ich ein solche erst einmal bestellt.

Nach telefonischer Auskunft von Laubersheimer, ist deren Zündung, bzw. sind deren Zündmodule elektrisch gesehen nichts besonderes. Solche Goodys, wie Schließwinkelreglung und Ladestrombegrenzung beherrschen sie nicht, aber zumindest eine Ruhestromabschaltung ist eingebaut und die Module vertragen eine Dauerbelastung von bis zu 6A. Das ist natürlich nicht das, was die moderneren Zündmodule so leisten, mir sollte es aber reichen und wie oben schon einmal geschrieben, begeistert mich vor allem die solide mechanische Ausführung der Zündung.

Bei den Zündspulen habe ich mich noch nicht endgültig entschieden. Gut verfügbar und preiswert ist die Lucas DLB 105, wobei bei diesem Typ die Innereien wohl manchmal das Bedürfnis haben, ihr Gehäuse zu verlassen:

Innereien.JPG

Obwohl man so dann endlich einmal den Aufbau einer Zündspule bestaunen kann, habe ich mich schon einmal innerlich fast vom Herrn der Dunkelheit verabschiedet.

Verbleiben also als ausgewiesene Hochleistungsspulen die blaue Boschspule 0 221 119 027, die Beru ZS 106 und die Pertronix-Teile. Die blaue Boschspule wird z.Z. wohl nur noch in Brasilien hergestellt

Bosch1.JPG

es gibt aber auch welche ohne "Made in Brazil"

Bosch2.JPG

im altehrwürdigem Aussehen

Bosch3.JPG

und mit einer Bestellnummer, welche die Datenbank bei Bosch-Classic-Cars nicht kennt:

Bosch4.JPG

sowie noch etliche andere "Designs". Glaubt man dem Internet (http://www.ratwell.com/technical/BlueCoil.html) sind sogar Fälschungen auf dem Markt. Da man sich also nicht richtig sicher sein kann, was man da dann kauft, lasse ich erst auch erst einmal die Finger von der blauen Boschspule.

Die Pertronix -allseits empfohlen-

Pertronix1.JPG

ist in verschiedenen Varianten zu erhalten (alu, schwarz, chrom und mit Öl- oder Epoxidharzfüllung), aber nirgends auch nur annähernd preisgünstig.

So wird es wohl nun die Beru ZS106 werden

Beru.JPG

Diese ist gut verfügbar, nur ein Tick teurer als die Lucas und die Bosch, wird sicher nicht gefälscht (hat ja keinen Kultstatus wie die blaue Bosch) ist lackiert (Alubecher werden schnell unansehnlich) und bringt auch gleich die Schelle mit. Das mit der Schelle ist übrigens gar nicht so unwichtig, für die Dinger rufen manche Anbieter bis zu € 17,--/St. auf, so relativiert sich die Preisdifferenz zur Boschspule schnell.

Montiert werden die Spulen dann nicht am Zylinderkopf (wie oben gezeigt beim Munga oder hier beim 1000SP), sonderm am bisherigen Ort (ich habe mir das noch einmal angesehen, der Platz reicht aus), da Beru sagt "montierbar in jeder Lage, jedoch nicht am Motor selbst" - wahrscheinlich müsste man hierzu dann mit Epoxydharz vergossene Spulen verwenden. Um die Zündspulen dann jedoch vor zusätzlicher Strahlungswärme vom Auspuffkrümmer zu schützen, werde ich diesen Abdeckblech verschaffen, ähnlich diesem:

Abdeckblech.JPG

Gern hätte ich hierzu einen solchen Krümmer gehabt

www.klasycznie.pl.jpg
Quelle: www.klasycznie.pl

dieser hat die Angüsse für die Befestigung gleich dran und sollte nach dem ersten Anschein auch an den Wartburgmotor passen - na mal schauen.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon torei » Montag 23. Januar 2017, 13:37

Rene, den Syrenakrümmer inkl. Abdeckblech hab ich da und ja der passt 1:1 an den Wartburg.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 23. Januar 2017, 17:39

@ Torei, das ist ja phantastisch! Aber den Krümmer brauchst Du doch bestimmt selbst, oder gibst Du diesen gegen eine gewisse Summe an Geld auch ab?
Ich suche nun schon eine Weile und z.Z. ist bei OLX (Kleinanzeigen) einer im Angebot, den Anbieter habe ich schon angeschrieben, der reagiert aber nicht. Auch bei Allegro (Ebay auf polnisch) ist ein sogar ungebrauchter zu haben, aber da wollte ich mich nicht anmelden, mit dem Google-Translator kommt man da nicht weit genug.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon torei » Montag 23. Januar 2017, 17:56

Ich brauch den nicht , ist aber eine Schraube für die Abdeckblechbefestigung abgerissen. Aber wie ich dich kenne kannste das ausbohren :-|

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 24. Januar 2017, 04:51

Sehr interessant : LIMA mit " Anbaumodul " für Kühlwasserpumpe oder Servopumpe für die Lenkung ... ?
Noch nie gesehen ...
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon Tobias » Dienstag 24. Januar 2017, 08:25

Da waren Sie ihrer Zeit vorraus. Wassergekühlte Lichtmaschinen sind heute oft verbreitet. Sehr zum Nachteil von denen die sie wechseln müssen. Beispielsweise sind sie in den A-Klassen verbaut.

Der Zündspulenthread hat mir doch tatsächlich eine interessante Sichtweise aufgedeckt. Ich dachte immer Spule ist Spule. Als ich damals meinen ersten 311 hatte habe ich in den originalen Zündspulenkasten einfach moderne Zündspulen aus einem Roller verbaut weil der Kasten wie so oft gerissen war und ich ihn aber wegen der Originalität beibehalten wollte. Das war dann sicher zufällig das alles funktioniert hat.

Und noch eine andere Frage. Dein F9 wird ja meines Wissens mit 12v betrieben. Gab es bei deiner Recherche zufällig auch die ein oder andere leistungsfähige Zündspule für 6V? Diese müssen ja rein theoretisch eine größere Übersetzung für die Sekundärspule aufweisen.
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 24. Januar 2017, 08:44

torei hat geschrieben:Ich brauch den nicht , ist aber eine Schraube für die Abdeckblechbefestigung abgerissen. Aber wie ich dich kenne kannste das ausbohren :-|

Vergib mir, Du erinnerst mich daran, dass ich immer noch Dein Öl im Kofferraum spazieren fahre, daher traue ich gar nicht zu fragen, was Du für den Krümmerhaben willst. Schickst Du mir einfach ein PN?

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 24. Januar 2017, 08:51

WABUFAN hat geschrieben:Sehr interessant : LIMA mit " Anbaumodul " für Kühlwasserpumpe oder Servopumpe für die Lenkung ... ?
Noch nie gesehen ...

Das ist tatsächlich eine Bosch-Lima mit angebauter Kühlmittelpumpe. War früher gar nicht so selten, Saab hatte die auch

2000433.jpg
Quelle: Skandix

und selbst beim 313er hat man solche anfangs benutzt, weil die eigenen Pumpen (Merbelsrod?) nicht hielten.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 24. Januar 2017, 09:01

Tobias hat geschrieben:Gab es bei deiner Recherche zufällig auch die ein oder andere leistungsfähige Zündspule für 6V?

Ja, z.B. die Beru ZS 105, Pertronix hat auch eine und von Bosch gibt es die 0 221 124 001 in 6V - da musst Du einfach mal ein bißchen schauen.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon Tobias » Dienstag 24. Januar 2017, 13:43

Sehr schön. Vielen Dank. Anhand deiner Diagramme kann man sich ja daraufhin die passende Spule heraussuchen. {beifall}
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 24. Januar 2017, 15:21

@ Tobias, es ist ja überhaupt die Frage, ob Du mit dem original mit ca. 7,3 bis 7,5 verdichteten 311er Motor überhaupt etwas anderes brauchst, als Klein- oder Standardzündspulen (mein Motor ist ja immerhin 9,4 verdichtet und da steigt der Zündspannungsbedarf schon nicht unerheblich an). Schließlich sind ja auch abertausende von Autos mit Kleinzündspulen ausgeliefert worden (z.B. auch von DKW) und ich selbst bin auch jahrelang mit den kleinen Beru ZS 220 sehr gut gefahren. Vielleicht käme daher für Dich die Beru ZS 215 in Frage, aber Vorsicht, wenn die 12V Spulen mittlerweile schon teuer geworden sind, die 6V Spulen legen alle noch mal einen oben drauf!

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon torei » Dienstag 24. Januar 2017, 17:44

bic hast ne PN

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon Tobias » Mittwoch 25. Januar 2017, 08:29

Da hast du natürlich recht. Bei dem Standartmotor reichen die Zündspulen allemal. Dennoch wollte ich sie gern wechseln aufgrund der Betriebssicherheit und weil mein Motor sehr unwillig anspringt. Ich schließe es auf die Spulen denn diese werden schon bei kurzem Motorlauf recht heiß. Eine Prüfung nach Andreas seiner Methode habe ich aber (noch) nicht vorgenommen.
Ich könnte mir vorstellen das die Diagramme und die verfügbaren Zündspulen auch im Wiki veröffentlicht werden denn so mancher betreibt mit seinem Warti Motorsport.
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 27. Januar 2017, 21:10

Tobias hat geschrieben:Ich könnte mir vorstellen das die Diagramme und die verfügbaren Zündspulen auch im Wiki veröffentlicht werden ....

Selbstverständlich kann ich mir das auch vorstellen, nur wer würde dies realisieren, Du? Wenn ja, sag was Du dazu brauchst.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 28. Januar 2017, 05:08

Noch ein Vorschlag für eine HKZ und die Bereitstellung der 350 V= :

Bild_4.jpg

Preis der DDR : 831,- EVP ...
Lichtleistung 160 Ws pro Blitz
Ladezeit aus 6 x NC-Zellen 7,2 V / 4 Ah : 12 Sekunden
Leitzahl 64 bei 21 DIN
Gewicht : herunterhängene Schultern ...

ELGAPRESS_GERAET.JPG

Eines meiner Geräte. 160 kW Lichtleistung in 1/1000 Sekunde ...

ELGAPRESS_Generator_350_V.JPG

Die Schaltung. 2 parallele Sperrwandler wandeln die 7,2 V in 350 V= um und laden 4 Elkos 660 µF / 350 V. Die Transistoren begrenzen die Elkospannung auf 350 V durch abschalten der ASZ 1018. Nie mit der Hand daran kommen oder gar mit einem Schraubenzieher Kurzschliessen !

ELGAPRESS_MANIFER.JPG

Der Trafo aus Maniferkernen für die hohe Schwingfrequenz als Pfeiffton hörbar.

Mal noch so ein Vorschlag ....
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 3. Februar 2017, 19:39

Ideen hat der Andreas immer :smile:

Aber mal weiter in der Sache.
Zwischenzeitlich sind nun auch schon die drei Beru ZS106-Spulen eingetroffen. Gekauft habe ich diese über Amazon, dort waren sie unter Berücksichtigung der Versandkosten insgesamt am günstigsten. Fotografiert habe ich diese nicht noch einmal, sie sehen genau so aus, wie weiter oben schon gezeigt. Interessant ist aber, dass sich die Aufkleber leicht ablösen lassen und man so die Spulen zu blauen Klassiker-Bosch-Spulen umlabeln könnte, für deren derzeitigen Preis einer einzigen Spule, ich alle 3 Beruspulen bekommen habe. Das Blau scheint nahezu identisch zu sein und passende Aufkleber gibt es in der Bucht - na, vielleicht mache ich mir ja den Spaß :shock:

An sonst ist die Laubtec-Zündung mittlerweile auch eingetrudelt, hier noch in dem als Muster mitgeschickten alten Zündgehäuse eingebaut:

Laubtec_1.jpg

Leider konnte Laubtec nicht mit Kabelböcken oder Klemmen dienen, so etwas hätte ich aber gern, weil das Kabel mit in den Kabelbaum eingebunden werden soll und dann ein Tausch der Grundplatte schwierig wird. Hier muss mir noch etwas einfallen.

Fehlt jetzt nun noch der Rest des Zündgeschirrs, also Zündkabel, Kerzenstecker und natürlich die Kerzen selbst. Bei letzteren werde ich erst einmal bei den Denso Iridium Kerzen mit eingebauten 5 kOhm Entstörwiderstand bleiben:

1x-iwf20.jpg


welche ich nun schon seit drei, vier Jahren ohne jegliche Probleme fahre, hier schön zu sehen die klitzekleine Iridium-Mittelelektrode:

Iridium_Elektrode.jpg


Bei den Kerzensteckern habe ich die Verwendung von blechgekapselten Exemplaren -egal ob original, Spal oder Beru- schon vor einiger Zeit aufgegeben, da ich gelegentlich Problem mit Nässe im wegen des hochgezogenen Grills ziemlich ungeschützten Motorraum des F9 hatte. Stattdessen bin auf die z.B. in der Motorradscene beliebten und wirklich wasserdichten NGK-Stecker mit Phenolharzgehäuse umgestiegen, mit welchem die Nässeprobleme seit dem passé sind:

Stecker.JPG

Diese Stecker gibt es in allen möglichen und unmöglichen Bauformen in rot oder schwarz, sowie ohne Entstörung und mit 1 oder 5 kOhm Entstörwiderstand, so dass man eigentlich immer ein geeignetes Exemplar findet.

Bleibt noch das Zündkabel, aber hier liegt nun der Haase im Pfeffer. Bisher habe ich immer schwarzes Zündkabel mit Kupferkern und PVC-Isolierung verwendet, zuletzt von Beru. Mit Erstaunen musste ich nun aber lernen, dass PVC-Zündkabel lediglich bis ca. 15 kV durchschlagsfest sein sollen (nach DIN 53481 komischer Weise jedoch 50 kV/mm):

Text2.JPG
Quelle: ist ersichtlich

Da die ganze Aktion hier jedoch zum Ziel hat, deutlich mehr als 15 kV Zündspannung zur Verfügung zu haben, bin ich jetzt unsicher und es muss etwas Anderes her.

Usus sind heute Zündleitungen wie diese:

Beru-Kabel.JPG
Quelle: Beru

jene:

Kabel.JPG
Quelle: keine Ahnung

oder auch solche:

Karbon.JPG
Quelle: NGK

welche als durchschlagsfest bis ca: 35-40 kV angegeben sind. Neben den teilweise abstrusen Meter-Preisen solcher Kabel, stört mich vor allem, dass dies Widerstandskabel mit von ca. 3 bis zu 23 kOhm/Meter sind. Wie ich schon oben geschrieben hatte, besitzen jedoch bereits meine Zündkerzen einen Entstörwiderstand von 5 kOhm und bisher auch die von mir benutzten Kerzenstecker. Damit liege ich bereits bei 10 kOhm und mir stellt sich nun die Frage, darf es noch ein Häppchen mehr sein? Oder waren die 10 kOhm bisher schon zuviel? Mit welchem Wert liege ich für eine Fernentstörung auf der sicheren Seite, ohne allzuviel an eigentlich gewollter Zündleistung in Wärme umzusetzen und ohne das mein Auto in eine Meßkammer muß?

Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Fragen habe nun ein paar Stunden bei Google verbracht, musste aber feststellen, dass das hochgelobte Internet in diese Richtung ziemlich doof ist, eine fundierte Aussage habe ich nicht gefunden.

Auch in der mir verfügbaren Literatur ist hier nichts zu holen, lediglich im Bosch-Buch "Autoelektrik/Autoelektronik" steht hierzu ganz lapidar "Dabei muss ein geeignter Kompromiß zwischen dem erforderlichem Zündspannungangebot und der Entstörwirkung gefunden werden". Dies hilft mir nun auch nicht wirklich weiter.

Lediglich NGK wird da etwas deutlicher, die schreiben in einer Broschüre: Wo Strom fließt, bilden sich elektromagnetische Felder ....... Solche elektromagnetischen Felder entstehen auch bei der Zündung. Ihre Intensität nimmt zum Zeitpunkt eines jeden "Funkenabrisses" an den Mittelelektroden der Zündkerze erheblich zu - es kommt zu starken Spannungsspitzen entlang der Zündleitung. Da zu starke elektromagnetische Felder Störungen in elektronischen Geräten hervorrufen können .... müssen sie innerhalb eines nicht schädlichen Bereichs gehalten werden. Hierzu verfügen Zündleitungen über elektrische Widerstände. Diese begrenzen die Spannungsspitzen beim Funkenabriss und bei der Entladung der Zündspule. Dabei wird die Energie aus anliegender Spannung und Stromstärke in ein anderes Energie-Zeitverhältnis gesetzt. Dazu liefert NGK dann noch kleines, selbsterklärendes Diagramm:

ngk-zuendleitungen-funkenabriss.jpg
Quelle: NGK

jedoch auch keinerlei Werte.

So, nun wie weiter? Hat jemand von Euch da Kenntnisse? Sollte es sich nämlich herausstellen, dass die 5 kOhm in der Zündkerze schon ausreichend wären (gegebenenfalls + zusätzlich entstörtem Kerzenstecker), dann such ich mir einfach wieder ein Zündkabel mit Kupferseele, dann aber mit besserer Isolation als durch PVC. Auswahl ist genug:

Kupferkabel.JPG
Quelle: Beru

Allerdings gestaltete sich bisher die Suche nach diesen Kabeln als Meterware auch nicht so einfach - aber das wird schon werden :smile:

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 1. März 2017, 01:12

Nachdem ich mich jetzt eine ganze Weile nicht um den Kram kümmern konnte, hier nun mal ein ein Zündungsteile-Stilleben:

DSC06738.jpg

Mittlerweile habe ich alles zusammen, die Kerzenstecker sind ohne Entstörwiderstand und das Zündkabel ist das Silikonkabel mit verzinnten Kupferkern Beru 0 300 800 021, also kein Widerstandskabel:

DSC06735.jpg

Übrigens, wenn man 7mm Silikonzündkabel mit Kupferkern als Meterware und dazu noch von einem Markenanbieter sucht, bleibt man zwangsläufig bei den nicht ganz preiswerten beiden Beru-Kabeln (rot oder schwarz) hängen, lediglich ein Kabel von Lucas hatte ich noch gefunden. An sonst herrscht hier gähnende Marktleere, keine Bosch, keine Magneti Marelli, allenfalls noch überteuerte Ami-Ware in 8mm ist noch zu finden, oder nicht spezifizierte Ware wahrscheinlich aus Fernost. Daher habe ich mich für das Beru-Kabel entschieden.

Welcher Entstörwiderstand nun für eine wirksame Nahfeldentstörung tatsächlich erforderlich ist, dazu habe ich nichts erhellendes weiter finden können. Ich werde es daher auf einen Versuch ankommen lassen und anfangs lediglich auf die 5 kOhm der Zündkerzen vertrauen, sollte dies nicht reichen, dann sind die Kerzenstecker schnell ausgewechselt. Mit insgesamt 10 kOhm hatte ich bisher jedenfalls keine Probleme.

Weiter bin ich auch mit der Krümmerabdeckung, um die Zündspulen vor allzugroßer Wärmeabstrahlung des Auspuffkrümmers zu schützen. Der Syrenakrümmer nebst Abdeckblech von Torei ist schon einige Zeit da:

DSC06734.jpg

Obwohl dieser Krümmer vom ersten Augenschein her

DSC06728.jpg

dem 311er-Krümmer gleicht, unterscheidet er sich doch im Detail. Auf jeden Fall passen erst einmal die Anschlußmaße am Block, aber der Leitungsquerschnitt ist geringer:

DSC06729.jpg
Syrena oben

Eine Anpassung wäre jedoch unproblematisch, den kurz hinter den Flanschen erweitern sich die Leitungen erheblich, ein bißchen Fräsarbeit würde hier helfen. Nicht ganz so schön ist, dass der Anschluß zum Vorschalldämpfer ca. 2cm kürzer ist und dieser auch noch etwas über 2cm weiter auskragt, daher um dieser Maß weiter vom Motor absteht.

DSC06731.jpg
Syrena

DSC06732.jpg
Wartburg


Während die fehlenden 2cm in der Länge sich über die Steckmuffen der Auspuffanlage sicher ausgleichen ließen, schränken die 2,5cm zusätzliche Auskragung den Lenkeinschlag nach links ein. Hier müsste ich erst am Auto ausprobieren, inwieweit sich dies auswirkt. Im Zweifel adaptiere ich dann das Abdeckblech an einen 311er-Krümmer. Allerdings schläft mein Auto noch gut einen Monat, frühestens im April komme ich dann mit dem Zünd- und Krümmerkrempel weiter. So lange herrscht hier nun auch Ruhe.

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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon ffuchser » Mittwoch 1. März 2017, 18:43

Iridium Zündkerzen sind wirklich sehr empfehlenswert. Fahre ich nur noch, in diversen Außenbordern (die 4 Takter sind beim Segelboot zu schwer, zu schlapp und das Öl läuft aus.)Im Warti nun auch schon lange, Hier aber die NGK BR6HIX. Stecker auch NGK 5KOHM. nun mit der Beru Zündspule und Silikonkabel ebenfalls von Beru. Zündung ist bisher Steini KTZ, getestet wird demnächst die "Kennlinien Zündung von Projekt 601.
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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 1. März 2017, 23:36

ffuchser hat geschrieben:...nun mit der Beru Zündspule und Silikonkabel ebenfalls von Beru. ...

Hallo Fuchser, habe ich mich neulich im Luftilterkasten-Thread doch nicht verguckt, die Spulen sahen so neu aus :smile:

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Zündspulen Schließwinkel

Ungelesener Beitragvon mario » Sonntag 23. April 2017, 12:51

Hallo,
ich habe mir kürzlich auch die blauen von schoB mit der Endnummer 027 eingebaut, aber nicht so tiefgründige Gedanken wie BIC gemacht. Ich halte das eher wie die Amis: Drauf und los. (Wobei ich das in der Politik verheerend finde.) Nun die Frage: Ist es sinnvoll, die Ladezeit (Schließwinkel) zu verkürzen, um ein Überladen der Spulen zu verhindern?
Danke im Voraus!
"Ein Deutscher fährt nicht mit so einem Auto!"
Zitat eines weißrussischen Grenzers


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