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Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Samstag 7. Januar 2017, 17:11
von MarkusH
Moin!

bic hat geschrieben:... das es tatsächlich Zündmodule gibt, welche mit Massepotential geschalten werden können. Leider hat der Kollege nicht den Typ der verwendeten Zündmodule genannt und auf den Fotos ist auch nichts genaues zu erkennen. Die Zündspulen konnte ich jedoch als Telefunken 867 905 104 A indentifizieren


Im ersten Beitrag dort wird der Typ VW 191905351B genannt. Die Auswahl resultiert vermutlich ebenso wie die der Zündspulen aus einem vor Ort vorhandenen Polo.
Ich kann auch keine exacten Maße sagen, aber nach den Bildern von den am Motorrad montierten (Polo-)Spulen beanspruchen zwei davon soviel Platz wie der 3er-Block Suzuki-GT-Originalspulen; den habe ich liegen. Die PKW-Zündspulen müßten demnach etwa 70mm breit sein.

--- Also ich hab jetzt mehrere Tage überlegt, was ich nun mache.... Außerdem ist mir noch nicht klar, wie ich die Module steuere, Kontakte fallen aus ...


Hast Du dieses schon gesehen? Da fallen auch noch Sektorscheibe oder Magnetring weg. Solche (Zahnrad-)Sensoren gibt es mit "Open Kollektor"-Ausgang in NPN oder PNP.
Damit könnte man im (unwahrscheinlichen) Notfall auch mit einer Kontakt-Grundplatte fahren.

bis dann
Markus

Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Sonntag 8. Januar 2017, 19:58
von bic
MarkusH hat geschrieben:Im ersten Beitrag dort wird der Typ VW 191905351B genannt.

Sorry, hatte ich tatsächlich überlesen. Neu sind die Teile übrigens ab € 16,-- zu haben.

Hast Du dieses schon gesehen? Da fallen auch noch Sektorscheibe oder Magnetring weg. Solche (Zahnrad-)Sensoren gibt es mit "Open Kollektor"-Ausgang in NPN oder PNP.
Damit könnte man im (unwahrscheinlichen) Notfall auch mit einer Kontakt-Grundplatte fahren.

Nein, das hatte ich noch nicht gesehen! Ist aber genial! Reagieren die Sensoren auf den Nockenberg? Und ist die exakte Einstellung nicht ein wenig spielig, da ein aprupter Signalwechsel nicht stattfindet? Der Optionen werden also immer mehr!

Übrigens, den Notfall unterwegs ausgefallene Bauteile auswechseln (oder bei der Zündung auf eine Kontakt-Grundplatte wechseln) zu können, muss ich mit einkalkulieren. Schließlich sind wir beinah jedes Jahr mit dem Auto 1 bis 3 tsd. km im Urlaub unterwegs. Dieses Jahr wird es wohl hoch weit hoch nach Schweden gehen und 3 tsd. km werden es dann wieder locker werden.

Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Montag 9. Januar 2017, 00:25
von MarkusH
bic hat geschrieben:...Reagieren die Sensoren auf den Nockenberg?
Ja
Und ist die exakte Einstellung nicht ein wenig spielig, da ein aprupter Signalwechsel nicht stattfindet?
??? Findet doch statt!
Die Hall-Sensoren brauchen nach Einschalten eine Umdrehung, um sich einzumessen: Max./Min.-Abstand des entsprechenden Geberteils: Nocke, Zahnrad, Sektorscheibe etc. Wenn der Nockenberg vorbeikommt, schaltet der Sensor den Open-Kollektor-Ausgang um. Wieder zurück wird geschaltet am Ende des Nockenberges. Also genau wie ein U-Kontakt.
Man erhält am Ausgang eine Rechtecksignal etwa in der Höhe der Betriebsspannung minus dem Spannungsabfall am Ausgangs-Transistor (Ub-Uce). Schaltet auch bei Null-Drehzahl, z.B. langsamen Bewegen von Hand beim Einstellen.
Einstellen muß man nur den Zündzeitpunkt, der Abstand des Sensors vom Nocken, ca. 0-3 mm, ist fast egal, man verändert damit nur ein wenig den Schließwinkel, der hauptsächlich von der Nockenform abhängt, wie bei den Zündkontakten.
Übrigens, den Notfall unterwegs ausgefallene Bauteile auswechseln (oder bei der Zündung auf eine Kontakt-Grundplatte wechseln) zu können, muss ich mit einkalkulieren. Schließlich sind wir beinah jedes Jahr mit dem Auto 1 bis 3 tsd. km im Urlaub unterwegs. Dieses Jahr wird es wohl hoch weit hoch nach Schweden gehen und 3 tsd. km werden es dann wieder locker werden.
Es wird keine Probleme mit den Sensoren geben geben. Die dort gezeigte Zündung habe ich 2009 eingebaut und seitdem nicht wieder angefasst außer um sie bei einem Motortausch nochmal ab- und anzubauen. Jetzt seit ca. 60000km im Ganzjahresbetrieb.

bis dann
Markus

Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Montag 9. Januar 2017, 02:34
von WABUFAN
Meine Frage nach der Schliesszeit ist damit beantwortet.
Interessante Konstruktion.

Von mir gebaut :

6V_12V_Konstantstrom_ZWF.JPG

Zwischen Kollektor T 3 und Basis T 4 ist noch ein RC - Glied, das den Abschaltvorgang beschleunigt - Verringerung der Abschaltzeit.
T 1 ... T 3 bilden eine Strombank mit 3 Konstantstromquellen und D 1 + D 2 sind die Konstantspannungsquelle U = 1,4 V=.
Der TESLA KU 608 hat eine Uce satt von 0,6V bei 10 A und 0,5 A Basisstrom.

Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Montag 9. Januar 2017, 17:47
von bic
MarkusH hat geschrieben: ??? Findet doch statt!
Die Hall-Sensoren brauchen nach Einschalten eine Umdrehung, um sich einzumessen: Max./Min.-Abstand des entsprechenden Geberteils: Nocke, Zahnrad, Sektorscheibe etc. Wenn der Nockenberg vorbeikommt, schaltet der Sensor den Open-Kollektor-Ausgang um. Wieder zurück wird geschaltet am Ende des Nockenberges. Also genau wie ein U-Kontakt.

Sorry, habe mich falsch ausgedrückt, mit keinem "aprupter Signalwechsel" meinte ich den recht flachen Flankenanstieg des Nockens (der ist ja auch kein Zahnrad) und eine hieraus vielleicht resultierende Schwierigkeit für den Sensor, reproduzierbar immer wieder den gleichen Schaltpunkt zu "treffen". Das die Teile auch einfach nur so mit einem Nocken funktionieren, wusste ich bis dato noch nicht. Hat es eigentlich einen Grund, warum bei Dir die Sensoren deaxial ausgerichtet sind? Vielleicht um für die Sensoren den Nockenanstieg doch etwas steiler aussehen zu lassen?

Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Montag 9. Januar 2017, 19:09
von MarkusH
nabend...

So eine Kontakt-gesteuerte Transistorzündung hatte ich erstmals ca. 1976 für mein Motorrad gebaut. Die Schaltung ist sehr einfach gehalten, den BU111 gibt's nicht mehr.

SCHALTUNG.GIF
SCHALTUNG.GIF (5.36 KiB) 186 mal betrachtet

Von meiner Arbeitsstelle bekam ich damals einige aus Industrie-Gaszählern ausrangierte Gabelsensoren geschenkt; ohne jeglich Infos über die Funktionsweise. Jahre später beschäftigte ich mich mal eingehender mit den Sensoren und kam experimentell darauf, wie sie arbeiten und zu einer Schaltung, um mit ihnen die Zündkontakte zu ersetzen und mit der vorhandenen alten Transistorzündung zu verbinden. Dank aufkommendem Internet fand ich dann auch später genauere Infos. Sensoren dieser Art gibt es weiterhin: Pepperl und Fuchs, SJ3,5-N. Meine 40 Jahre alten Sensoren werkeln unverwüstlich seit 2002 in einem 3Zyl-2Takt-Motorrad, allerdings mit etwas modernisierter Schaltung.

Zuend_Geber_01_dr.JPG

Nochmal als Neue verwenden würde ich sie nicht, da sie recht teuer sind.

bic hat geschrieben:Hat es eigentlich einen Grund, warum bei Dir die Sensoren deaxial ausgerichtet sind? Vielleicht um für die Sensoren den Nockenanstieg doch etwas steiler aussehen zu lassen?

(gemeint sind diese, falls jemand nicht alles mitliest)
Im Prinzip, ja. Ich hatte für diese Art der Anwendung ja kein Vorbild, darum erstmal einen Sensor von Hand neben den rotierenden Nocken gehalten und probiert, in welcher Position er gut arbeitet und auch mit der gewählten Befestigung ins Gehäuse bzw. auf die Grund- und Stellplatte passt. So ergab sich das.

bis dann
Markus

Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Mittwoch 11. Januar 2017, 23:15
von bic
@ Markus, die Lösung mit den grünen Minis gefällt mir von der handwerklichen Ausführung her sehr gut - aber Du hast recht, besonders preiswert sind diese nicht, aber dafür in rauhen Mengen zu bekommen. Das führt mich dann aber zu meiner Frage: Da ich noch immer jede Option abwäge, hatte ich einmal versucht, etwas ähnliches wie die von Dir auf der Wartburggrundplatte verwendeten Hallgeber und Klemmböcke zu finden. Ich nehme an, dass Du bei den Gebern einfach die übliche Befestigungslasche entfernt hast, aber die Böcke? Ich habe nichts vergleichbares gefunden, sind diese ein Eigenbau?

An sonst werde ich mir erst einmal eine diese Kompaktzündspulen und auch eine große Topfspule als Muster besorgen, um zu schauen, wie ich jeweisl 3 solcher Teile montieren könnte. Laubtec hat sich bis jetzt auch noch nicht gemeldet, da werde ich wohl noch einmal nachhaken müssen.

Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 09:32
von MarkusH
Moin!
bic hat geschrieben:@ Markus,... Ich nehme an, dass Du bei den Gebern einfach die übliche Befestigungslasche entfernt hast, aber die Böcke? Ich habe nichts vergleichbares gefunden, sind diese ein Eigenbau?
Ja zu beidem.
Auch die Stellplatten für zwei der Geber sind selbstgefeilt, die Originalen sind zu klein für die Konstruktion.

Anstelle der teuren Pepperl und Fuchs -Sensoren kann man bei Aufbau mit Sektorscheibe auch z.B. solche vom Typ HKZ101 (war "damals" in diversen PKW) verwenden, wie hier:
zuendung GT550_kh.jpg

bis dann
Markus

Re: Zündspulen - mal etwas anders betrachtet

Verfasst: Donnerstag 12. Januar 2017, 16:27
von MarkusH
Da fällt mir noch ein:
Ich habe von einem anderen Projekt noch 5 Stück Hall-Sensor-ICs übrig; eigentlich schon fertige Zahnradsensoren, aber im Gehäuse wie ein etwas dickerer Kleinsignaltransistor. Die Teile sind recht interessant aufgebaut, ein Magnet ist schon im IC mit drin; reagiert auf ferromagnetische Objekte, auch bei "Null-Drehzahl". Falls jemand Interesse an den ICs hat: -->PN oder Email !
Hersteller: Allegro
Typ: ATS667