"Start"hilfe

Der spezielle Bereich für Vergaser und und ihre Tücken

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RobKlett
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"Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon RobKlett » Freitag 10. April 2015, 17:16

Hallo liebe Wartburg-Freunde,

seit einem halben Jahr gehöre ich nun auch zu den stolzen Besitzern eines 353 W und damit konnte ich mir unverhofft einen großen Wunsch erfüllen. Leider fehlt mir in technischer Hinsicht noch der Durchblick und hier und da auch das richtige Gefühl um manches Wartburg-Phänomen richtig einschätzen zu können. Ich möchte mir das aber alles noch aneignen und habe auch schon fleißig den Ihling dazu studiert. Soviel zum Vorgesang.

Der Wartburg stand den Winter über für mehrere Monate in der Garage und ich wollte ihn nun wieder erwecken. Batterie frisch geladen wieder eingesetzt, extra noch frisches Benzingemisch dazugekippt (Tank ca. 2/3 voll), Luft geprüft usw... Schlüssel rein, rumgedreht, alles dreht sich, aber der Wagen springt auch nach mehrmaligem, längerem Anlassen nicht an. Lt. Ihling und Forenbeitrag hab ich mich nun an den Benzinschlauch nach der Pumpe gewagt und wollte den Treibstofffluss testen. Es läuft - für mein Empfinden - wenig. Keine Ahnung ob das stimmt oder nicht. Wie gesagt, da fehlt mir noch das richtige know-how.

Wer könnte mal ein wenig seiner wertvollen Freizeit opfern, und mir in Leipzig über die Schulter zu schauen, vielleicht auch vor Ort den ein oder anderen Tipp/Hinweis geben, damit "der Gelbe" sich wieder aus seiner Garage raus bequemt!? So gesehen könnte ich also im doppelten Sinne etwas "Start"hilfe gebrauchen.

Schon mal vorab vielen Dank
Gruß Robert

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Friedolin
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Re: "Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Samstag 11. April 2015, 12:45

Hallo und Willkommen!
Natürlich gibt es in Leipzig Leute, die Dir gern und kompetent weiterhelfen werden. Aber weil das Forum ja für die Öffentlichkeit da ist, können wir ja auch hier ein paar Maßnahmen diskutieren. Ob Deine Startschwierigkeiten nur, wie Du offenbar vermutest, an der Kraftstoffversorgung liegen, kannst Du herausfinden, indem Du den Vergaser z.B. über einen Trichter am Spritschlauch mit Kraftstoff füllst. Springt er danach an, hast Du den Fehler eingekreist. Danach wäre die Prüfung der einzelnen Komponenten der Kraftstoffanlage ratsam. Die Benzinpumpe schwächelt gerne mal, es kann die Membran ermüdet sein und die Ventile können kleben. Die Pumpe hat zwei kleine Ventile, die verhindern sollen, daß das mühsam geförderte Benzin wieder zurückfließt. Wenn die schmutzig/verklebt sind, kommt ggf. nicht mehr genug an, um den hohen Startkraftstoffbedarf zu stillen.
Bringt die Trichtermethode keinen Erfolg, wäre es von Interesse, welcher Vergasertyp verbaut ist -vielleicht funktioniert die Starteinrichtung nicht- und es kommt die Zündanlage in Betracht. Es ist aber unwahrscheinlich, daß die ganze Zündung ausfällt. Hier kannst Du zusammen mit einem Helfer prüfen, ob ein Zündfunke vorhanden ist, indem Du die Zündkerzen herausschraubst und in die Stecker steckst. Der Helfer betätigt den Anlasser und Du hältst die Kerze mit einem dicken Lappen zum Schutz Deiner Hand gegen "Britzelbratzel" an Masse, z.B. den Zylinderkopf. Gibt es einen hellen. bläulichen Funken, so ist die Zündanlage zumindest nicht völlig ausgefallen.
Spekulatius: Am ehesten würde ich auf eine müde Benzinpumpe tippen. Also: Sprit in die Schwimmerkammer und Startversuch. Danach reden wir weiter.

Viel Erfolg!
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Re: "Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 11. April 2015, 15:57

@ RobKlett, auch von mir erst einmal Hallo und Willkommen! Und dann ist zwar alles richtig, was Friedolin geschrieben hat, aber erfahrungsgemäß ist bei Dir nichts weiter passiert, als das, was vielen Autos mit Vergasern passiert, wenn diese mehrer Monate stehen - der Kraftstoff im Vergaser hat sich "verdünnisiert". Da nun die beim Wartburg pneumatisch angetriebene Benzinpumpe wärend des Startvorgangs (drehen des Motor mit dem Anlasser) nicht gerade die förderfreudigste ist (im Gegensatz zu elektrisch oder mechanisch angetriebenen) schlägt dann der erste Startversuch oft fehl. Mach das, was Friedolin empfohlen hat, gieß den Vergaser an (manche sprühen statt dessen auch Starthilfe- oder Bremsenreinigerspray in den Ansaug), dann sollte das Auto auch anspringen, wenn er problemlos gelaufen hat, als Du es weggestellt hast. Läuft er dann erst einmal, wirst Du sehen, dass die Pumpe auch ausreichend fördert. Viel Glück!
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Re: "Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Sonntag 12. April 2015, 20:46

Hallo Rob,

solche Startschwierigkeiten hatten wir alle einmal. Und Ferndiagnose bleibt immer orakelhaft...
Am sinnvollsten ist es, wenn sich die Leipziger Truppe Deiner Eroberung mal annimmt. Wo in L ist das denn?
Ich hoffe, einer der Leipziger hat mal Zeit dafür :-)
Herzlich willkommen!
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: "Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 13. April 2015, 06:50

Ich begrüsse Dich hier im ZWF !
In einer PN kannst Du mir ja den genauen Ort in Leipzig schreiben.
Sehe auch einmal nach dem Startvergaserbouwdenzug.
Beim BVF - Vergaser muss die Startklappe schliessen und beim JIKOV - Vergaser das Statsystem voll zugeschaltet werden.
Elektrischer Seits wäre das Zündschloss zu prüfen.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: "Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon RobKlett » Montag 13. April 2015, 21:09

Liebe Warti-Freunde,
mal ein kleiner Bericht:
Mir hat heute auch glech ein Wartbürger unter die Arme gegriffen und der Wagen springt wieder an. Endlich wieder Runden drehen. Es lag ganz einfach an der langen Standzeit. Jetzt muss wahrscheinlich noch der JIKOV-Vergaser gereinigt werden, denn im Leerlauf an der Ampel neigt der Wagen dazu, auszugehen :?:
Ich danke euch für die Hilfestellungen - Das es hier so super klappt, hätte ich gar nicht erwartet! Großes Dankeschön! :smile:

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Re: "Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Dienstag 14. April 2015, 10:57

Na prima! Nun sind die Erfahrungen ja unterschiedlich, aber mit einer gut funktionierenden Pumpe und vollem Tank kriege ich den Vergaser auch nach längerer Standzeit bei Anlaßdrehzahl voll. Sieht man sehr schön am Vollausschlag des Mäusekinos beim Anlassen :smile: Ich lasse dabei den Choke zunächst unbetätigt und gebe Vollgas, damit der Motor nicht die Schwimmerkammer sofort leersaugt. Erst wenn das Kino wieder runtergeht, starte ich normal mit Choke und ohne Gas. Für die Überholung des Jikov gibts beim Wartburgpeter eine prima Anleitung: http://www.wartburgpeter.de/tm_vergaser ... eitung.htm
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Re: "Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 14. April 2015, 17:55

Friedolin hat geschrieben:Ich lasse dabei den Choke zunächst unbetätigt und gebe Vollgas, damit der Motor nicht die Schwimmerkammer sofort leersaugt.

Warum gibst Du Vollgas? Für den Antrieb der Pumpe ist dies doch kontraproduktiv, da hierdurch der Unterdruck im Saugrohr und damit auch im Kurbelgehäuse statt ca. 13 kPa bei geschlossener Drosselklappe nur noch ca. 1 kPa erreicht. Damit wird zumindest der Ansaughub der Pumpe geschwächt. Was das Leersaugen der Schwimmerkammer anbelangt (obwohl da ja noch gar nichts drin ist), erfolgt dies bei Vollgas auch schneller als bei geschlossener Drosselklappe, da der auf das Kraftstoffsystem wirkende Unterdruck mit der Luftgeschwindigkeit im Venturi des Vergasers steigt. Wenn man also tatsächlich die "Erstbefüllung" der Schwimmerkammer mittels Anlasser und Pumpe erledigen will, dann Fuß vom Pedal. Wenn man dann darüber hinaus noch verhindern will, dass der Motor erst etwas hüstelt bevor er seine Arbeit aufnimmt, dann die Zündung deaktivieren (z.B. Kerzenstecker abziehen). An sonst kann man nämlich gleich mit Choke starten, den jedes "Hüsteln" beschleunigt die Pumpe und damit den Befüllvorgang des Schwimmergehäuses und nach 3-4 mal hüsteln läuft er dann auch. Wenn nicht, liegt etwas anderes im argen.
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Re: "Start"hilfe

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Dienstag 14. April 2015, 18:38

Ich machs halt so und es geht :smile:
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