Bvf 36 f1 wechseln

Der spezielle Bereich für Vergaser und und ihre Tücken

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joergs
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Ungelesener Beitragvon joergs » Montag 24. Juli 2017, 00:07

Moinsens,

Nachdem ich mich nun nahezu 25 Jahre mit d, Td und TDIbeschäftigt habe, ist mein Wartburgwissen doch etwas angerostet.. Na gut vergasermäßig war ich noch nie der held :eek:

Zum Thema: mein 312er, der erst seit kurzem bei mir steht, nervt mich mit seinem Verhalten. Kalt springt er top an,warm auch. Untenrum fehlt Leistung, hält man ihn bei Drehzahlen geht es ganz gut voran. Ruckeln im mittleren Drehzahlbereich hat er auch. Gut damit habe ich bisher gelebt. Aber seit letzter Wochen hat er auch bei höheren Drehzahlen massiv Leistungsverlust. Choke ziehen und es ist wieder gut. Choke rein und es geht teilweise hunderte Meter gut..
Im Standgas qualmt er doch recht heftig, auch im mittlereen Drehzahlbereich.

Vergaser und Zusatzbenzinfilter(vor der benzinpumpe) hab ich gereinigt, Benzinpumpe ist neu, Zündung passt eigentlich auch.
Zu einem IFA Fachmann. Er meint der vergooser. Aufgefallen war mir schon eine mehrfache kaputte Papierhauptdichtung und verquetschte Schlitze der Düsen. Nen Bvf 36 hab ich als angeblich neue DDR Lagerware bei Ostmobile gefunden und bestellt. Ein neuer Vegaser tut nicht unbedingt Not. Ist aber meine Entscheidung.
So nun hat der Spezi mir aber verschwiegen dass er ab morgen 3 Wochen Urlaub macht..und ich will am we zum IFA Treffen nach Sonneberg und die Woche drauf zum Heimweh. :oops:

Nun kann das ja alles keine Raketenwissenschaft sein. Ich hoffe mal dass der neue vergoooser zumindest grundeingestellt geliefert wird...?!?!

Nun folgender Plan:

-mit altem vergaser warmfahren
-alten vergaser demontieren
-bei neuem vergaser drosselklappeneinstellumg grob checken
-vergaser montieren
-vergaser auffüllen
-Motor starten
-wenn alles klappt wars das

Fragen:

-chokebowdenzug wie montieren? (Zug auf choke nicht gezogen, Klappe im vegaser senkrecht, bowdenzug feststellen)?
-irgendwo habe ich mal gelesen wie man den vergaser ohne das co2 Messdings einstellt. Finde es aber gerade nicht mehr...
- noch irgendwas zu beachten?

Sacht ma was!

Ciao Jörg

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Re: Bvf 36 f1 wechseln

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 24. Juli 2017, 15:33

joergs hat geschrieben: ... Zündung passt eigentlich auch...

Naja, die Zündung sollte nicht nur "eigentlich", sondern schon genau passen und funktionieren - ohne das Du Dir da sicher bist, brauchst Du mit dem Vergaser gar nicht anfangen.
Aufgefallen war mir schon eine mehrfache kaputte Papierhauptdichtung und verquetschte Schlitze der Düsen.

Und warum baut man den Gaser mit einer kaputten Dichtung nach der Reinigung überhaupt wieder zusammen? "Verquetschte Schlitze der Düsen" ändern übrigens nichts an deren eigentlichen Funktion, nur lose oder fest bekommt man diese dann nicht mehr :shock:

Nun kann das ja alles keine Raketenwissenschaft sein. Ich hoffe mal dass der neue vergoooser zumindest grundeingestellt geliefert wird...?!?!

An diesem Vergaser gibt es nichts grundeinzustellen, die Grundeinstellung hat das Werk mit der Auswahl der eingebauten Düsen bereits erledigt,
allenfalls der Schwimmerstand ist zu prüfen. Einstellen musst Du nach erfolgter Montage und bei laufenden und warmen Motor den Leerlauf, daher die Leerlaufgemischzusammensetzung mittels der hierfür vorhandenen Regulierschraube im Zusammenhang mit der Leerlaufeinstellung der Drosselklappe.

Nun folgender Plan:

-mit altem vergaser warmfahren
-alten vergaser demontieren
-bei neuem vergaser drosselklappeneinstellumg grob checken
-vergaser montieren
-vergaser auffüllen
-Motor starten
-wenn alles klappt wars das


Bevor Du hiermit anfängst, sieh Dir Deine Ansauganlage an. Ist diese dicht, irgendwelche Schläuche lose oder mürbe, was macht der Luftfilter - der wurde sicher noch nie gewechselt. An sonst würde ich die Reihenfolge bei der Montage ändern und mit "wenn alles klappt wars das" ist es auch noch nichts. Nach meiner nicht maßgeblichen Meinung ist eher so vorzugehen:

  1. den "neuen" Vergaser zerlegen, den Sitz und die Größen der Düsen, die Drosselklappenwellen auf Spiel und Leichtgängigkeit kontrollieren, Flansch zum Ansaugkrümmer auf Verzug prüfen und ggfls. planen, Schwimmerstand prüfen und ggfls. einstellen (Schwimmernadelventil nicht vergessen), alles penibelst reinigen, mit heiler oder neuer Dichtung zusammenbauen, Drosselklappe so einstellen, dass diese völlig schließt, Leerlaufgemischregulierschraube auf ca. 1,5 Umdrehung einstellen (ab gefühlvollem Anschlag zu).
  2. Den alten Vergaser demontieren, den Vergaserflansch am Ansaugkrümmer auf Verzug prüfen und ggfls. (nach Ausbau und Demontage der Stehbolzen) planen, neuen kpl. Satz Vergaserfußdichtungen bereitlegen
  3. neuen Vergaser unter Beilage der Vergaserfußdichtungen montieren, dabei nicht zu fest anziehen um den Fußflansch nicht zu verziehen (unter die Muttern gehören neue Federwellscheiben), Drosselklappenbetätigung montieren und noch einmal kontrollieren, ob diese auch bis zum Anschlag schließt, Chokebowdenzug anschließen und zwar so, dass bei voll senkrecht stehender Klappe der Betätigungsknopf noch nicht auf Anschlag ist, sondern hier 1-2mm Luft sind. Benzinschlauch anschießen - ein Anfüllen des Vergasers ist übrigens bei einer neuen Benzinpumpe nicht erforderlich, wenn ansonsten die Kraftstoffanlage sauber ist (wie sieht der Filter vom Steigrohr im Tank aus?)
  4. Fahrzeug mit voll gezogenem Choke starten (kann ja wg. dem leerem Schwimmerghäuse einen Moment dauern), dabei Fuß oder Hand von der Drosselklappe weg. Ist der Motor angesprungen, Choke soweit rein, dass er nicht ausgeht, aber Gasstöße annimmt. Dann die Drosselklappeneinstellschraube soweit verstellen, dass der Motor mit erhöhtem Leerlauf läuft, der Choke muss sich dann voll schließen lassen, ohne dass der Motor ausgeht. Nun den Motor bis zur Öffnung des Thermostaten warm laufen lassen (Heizung schließen, damit es schneller geht), dazu entweder denn Leerlauf noch weiter anheben und/oder ein paar beherzte Gasstöße geben.
  5. Hat der Motor die Betriebstemperatur erreicht, stellt man die Drosselklappenschraube soweit zurück, dass der Motor gerade noch rund läuft und nicht ausgeht. Hat man diesen Zustand erreicht, wird mit der Leerlaufgemischregulierschraube im Bereich von 1-2 Umdrehung raus die Stellung gesucht, an welchen der Motor die hier höchste Drehzahl erreicht (langsam vorgehen, der Motor braucht Zeit um hinterher zu kommen). Hat man die Stelle gefunden, muss ggffls. der Leerlauf mit der Drosselklappenschraube noch einmal korrigiert werden.
  6. So, das war es dann, hat man bei dieser Einstellung einen nicht ganz einwandfreien Übergang beim Gasgeben (der Motor bleibt weg), dann kann man das Ganze durch das Herausdrehen der Leerlaufgemischregulierschraube um eine 1/4 Umdrehung noch etwas anfetten.

So, nun viel Spaß und Übrigens, ein "co2 Messdings" braucht man zur Einstellung dieser einfachen Vergaser nicht.
Lieber Old School als gar keine Erziehung.

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Re: Bvf 36 f1 wechseln

Ungelesener Beitragvon joergs » Dienstag 25. Juli 2017, 08:04

moin bic,

danke für die ausführliche antwort. der vergaser sollte morgen bei mir sein, dann werde ich mich mal ans werk machen.

zum thema:

- ja zündung passt. die habe ich erst eingestellt. ist auch verifiziert, dass die passt.
- ansaugtrakt ist frei, luftfilter ist auch neu
- warum baut man einen vergaser wieder zusammen, wenn die dichtung gerissen ist: ganz einfach, wenn du unterwegs stehst und sehen mußt wie du irgendwie wieder heim kommst, dann nimmst du auch mal ne suboptimale vergaserdichtung in kauf... :smile:

ciao jörg

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Re: Bvf 36 f1 wechseln

Ungelesener Beitragvon joergs » Mittwoch 26. Juli 2017, 19:17

moin,

so, der vergooser ist gewechselt. danke für die hinweise!

der wartburg ist jetzt ein ganz anderer als vorher. er räuchert nicht mehr und geht gefühlt besser. ganz unten raus hat er noch ein loch, aber das finde ich schon noch....


ciao jörg

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Re: Bvf 36 f1 wechseln

Ungelesener Beitragvon joergs » Mittwoch 26. Juli 2017, 19:58

ich nochmal...

uff, den alten vergaser mal etwas näher beäugt...da ist noch mehr, außer düsen und dichtung. drosselklappe bewegt sich null bei geschlossener starterklappe.... drosselklappenwelle ausgeklappert... der neue vergaser war schon die richtige entscheidung!

welche erfahrungen gibt es mit aufarbeitung dieses stückes? wer hat wo das schon mal machen lassen? wie war die qualität? kosten?
ein ersatzvergaser kann ja nie schaden...

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Re: Bvf 36 f1 wechseln

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 26. Juli 2017, 22:35

Versuch es mal bei der OLD CAR RANCH von Holger Behnke, ich habe da mal u.a. Flachstromvergaser neu buchsen und mit Nullringdichtung für die Drosselklappenwellen versehen lassen. Preis bei solchen Sachen allerdings nach Aufwand/Absprache.
Lieber Old School als gar keine Erziehung.


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