W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Der spezielle Bereich für Vergaser und und ihre Tücken

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Wartburgbauer
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W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Montag 2. April 2018, 20:56

Ich habe folgendes Problem:

Der 311er fährt an sich gut, springt auch gut an, soweit das bei 6V so üblich ist. Er hat auch gut Leitung und ein vernünftiges Standgas (gut, das Abschalten der Zündung von Zyl. 1 im Leerlauf wirkt sich etwas kräftiger aus, als das von Zyl 2 bzw. 3, aber er läuft soweit gut. Er lässt sich bei den aktuellen Außentemperaturen auch nicht zum Klingeln bringen.

Allerdings hat er im Mittleren Drehzahlbereich (ca. 2000-3000 U/min) ein "Leistungsloch", wo er nicht richtig läuft. Das aber nur, wenn dieser Bereich im ersten oder zweiten Gang zügig Durchfahren wird (Vollgas), nicht, wenn man im dritten oder gar im vierten Gang weiterbeschleunigt.
Auffällig vor allem beim Sportlichen abbigen im zweiten Gang. Nach dem man im Scheitelpunkt Vollgas gibt, läuft er kurz super, stottert dann für vll. 1sek und läuft dann wieder einwandfrei.

Außerdem läuft er schlecht, wenn man nach dem Anfahren bei vllt. 1500 U/min die Kupplung zumacht und dann Vollgas gibt. Er braucht dann einige Zeit (und Meter) bevor er richtig läuft und weniger "nasal" klingt - wie zu mager. Gibt man in gleicher Situation nur Halbgas, läuft er super.

Fahrzeug:
W311 1000 mit -24er Flachstromvergaser, 125er HD
6V, Unterbrecherzundung
letztes Schleifmaß, frisch gemachter Motor (neue Kolben und auf Kolbenringabdichtung umgebaute KW und Riemenscheibe), Wapu unten, alles original W311/1000, auch Ansauganlage mit Nassluftfilter und Resonanztopf hinter dem Vergaser.

Bisher experimentiert:
-Vergaser zerlegt, abgedichtet (jetzt 100pro dicht!) und Mischrohr gerichtet, damit mittig. Die berühmte Dichtung unter dem Gemischaustritt ist neu (Gummi-Rundring).
-Andere Zündspulen (vorher getestet), Zündkerzen, einen verdächtigen Kerzenstecker ausgetauscht
-Andere 125er, 120er und 110er HD ausprobiert
-Schwimmerstand von 16mm durch beilegen einer zusätzlichen bzw. rausnehmen der vorhandenen Dichtung unter dem SNV erst abgesenkt und dann angehoben.
-mit (teil-) gezogenem Chocke gefahren

Alle diese Maßnahmen brachten am beschriebenen Verhalten keine Änderung und wurden unterdessen zurückgebaut. Einzig das Fahren mit Chocke verschlechterte die Gasannahme bei warmem Motor ein wenig und hob (klar) die Leerlaufdrehzahl an.
Ich fand, dass er mit der kleineren HD insgesamt etwas/minimal mehr Leistung hatte, aber das Problem der Aussetzer blieb.

Hat jemand eine schlaue Idee? Nicht, dass es übertrieben störend wäre, aber es würde mich schon freuen, wenn es weg wäre.
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Re: W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 3. April 2018, 03:00

Wartburgbauer hat geschrieben:...gut, das Abschalten der Zündung von Zyl. 1 im Leerlauf wirkt sich etwas kräftiger aus, als das von Zyl 2 bzw. 3...

Das liegt wahrscheinlich daran, dass im Leerlauf die Füllung vom 2. und 3. Pott besonders mickrig ist, würde ich jetzt nichts drauf geben, falls die Kompression stimmt.

Allerdings hat er im Mittleren Drehzahlbereich (ca. 2000-3000 U/min) ein "Leistungsloch", wo er nicht richtig läuft. Das aber nur, wenn dieser Bereich im ersten oder zweiten Gang zügig Durchfahren wird (Vollgas), nicht, wenn man im dritten oder gar im vierten Gang weiterbeschleunigt. ...Auffällig vor allem beim Sportlichen abbigen im zweiten Gang. Nach dem man im Scheitelpunkt Vollgas gibt, läuft er kurz super, stottert dann für vll. 1sek und läuft dann wieder einwandfrei.....Außerdem läuft er schlecht, wenn man nach dem Anfahren bei vllt. 1500 U/min die Kupplung zumacht und dann Vollgas gibt. Er braucht dann einige Zeit (und Meter) bevor er richtig läuft und weniger "nasal" klingt - wie zu mager. Gibt man in gleicher Situation nur Halbgas, läuft er super.

Einwandfreier Lauf bei Teillast und ein "Wegbleiben" im unteren bis mittleren Drehzahlbereich bei Vollast (Drosselklappe voll offen) hört sich immer so nach nach der Auswirkung von ungedämpften Saugrohrschwingungen an, der BVF 362 überfettet hier dann (im Gegensatz zum 40F, der magert hier ab) und magert nach oben hin zunehmend ab. Überfettung + geringer Zündenergie könnte auch das Stottern erklären. Komisch nur, da Du ja den Abzweigtopf eingebaut hast.

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Was hast Du als Ausgleichs- und Leerlaufdüse drin?

Hat jemand eine schlaue Idee? Nicht, dass es übertrieben störend wäre, aber es würde mich schon freuen, wenn es weg wäre.

Obs jetzt schlau ist - aber bau doch mal probeweise den B1000 Abzweigtopf ein, das sollte von der Länge her gerade so passen (bei mir geht es, ich habe noch ca. 5 - 7mm bis zum Kühler). Dieser Topf ist auf die gleiche Frequenz abgestimmt aber durch das gößere Volumen wirksamer. Vielleicht hilft es ja. Hat Dein Luftfiltertopf unten auch noch ein Resonator eingebaut? Die Dinger soll es ja mit und ohne geben - kann sein, der fehlt nur. Vielleicht ist ja Dein Motor auch besonders impulsiv :lol:, dann hilft auch noch ein Wirbelblech am Mischrohr:

Wirbelbleche.JPG

:shock: :shock:
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Re: W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Dienstag 3. April 2018, 20:59

Die Korrekturdüse ist eine 240er, die Leerlaufdüse eine 50er, die Leerlaufluft eine 150, der Einfluss der Leerlaufschraube auf den Motorlauf ist marginal.

Ich habe heute mal ein Video einer kleinen Flanierfahrt (war so schönes Wetter) gedreht. Am Anfang war er noch kalt (Videobeginn unmittelbar nach Kaltstart), da tritt das Loch nicht auf.

In der Zweiten hälfte des Videos, wo er schon ganz gut warm war, passierte es häufiger. Im Video wahrnehmbar ist es vor allem bei ca 5:00, wenn der Tacho 15km/h zeigt. Man hört es im Video nur, beim Fahren merkt man, dass auch deutlich Leistung fehlt. Er macht das auch im zweiten Gang bei höheren Drehzahlen (etwa Tacho-35), da wird es aber von den sonstigen Fahrgeräuschen übertönt.

Leider war heute einiges los und wir haben auch noch eine Baustelle vor der Haustür. Strecke ist bei uns aus dem Tor raus, durch die Baustelle, rechts abbiegen, aus dem Dorf raus etwas zügiger, im nächsten Dorf wenden und zurück.

https://www.youtube.com/watch?v=WhbSczO ... e=youtu.be

Um den Einbau des B1000-Topfes habe ich mich erstmal gedrückt. -roll- Mit dem Dreielfer durch die Lande rollen hat mehr Spaß gemacht. :smile:
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Re: W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Dienstag 3. April 2018, 21:37

Was ist n mit der "Choke ziehen Nummer" in so einem Fall? Oder zu kurz?
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Dienstag 3. April 2018, 21:48

Zum Chocke punktuell ziehen ist der Aussetzer viel zu kurz.
Lässt man ihn immer etwas gezogen, wird es eher schlimmer als besser.
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Re: W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 3. April 2018, 22:23

Puh, jetzt ist mir erst einmal schwindlig!

Wartburgbauer hat geschrieben:Die Korrekturdüse ist eine 240er, die Leerlaufdüse eine 50er, die Leerlaufluft eine 150, der Einfluss der Leerlaufschraube auf den Motorlauf ist marginal.

Der -24 hat eigentlich eine 60er Leerlaufdüse, die würde ich auf jeden Fall mal probieren. Denn jetzt, nach Deinem Video bin ich schon fast davon überzeugt, dass doch nicht irgendwelche Saugrohrschwingungen Dein Problem sind (den B1000-Topf doch mal probieren).

Bei "ca 5:00" (bei "etwa Tacho-35" kann ich nichts erkennen) hört es sich an, als wenn er Dir wegbleibt, weil es ihm für einen Moment ein wenig an Saft zur Anfettung zum Beschleunigen fehlt und zu diesem Zeitpunkt sollte dies eigentlich über die Progressionsbohrung (oder Bohrungen) erreicht werden. Hierfür nimmt dann der Sprit vom Brunnen über der Hauptdüsen seinen Weg über die Leerlaufdüse zu der Progressionsbohrung (ich habe es mal rot eingetragen):

362.JPG

Also die Leerlaufdüse zu wechseln würde ich dann schon mal machen, vielleicht hilft es ja. Wieviele Progressionsbohrungen hat Dein Gaser eigentlich? Gab es mit 1 oder 2 (nein ich meine nicht die Leerlaufbohrung) von den Dingern, u.U. bringt auch ein Vergaserwechsel Verbesserung - wobei, an sonst läuft er ja wirklich Klasse!
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Re: W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon Dixi DA1 » Mittwoch 4. April 2018, 06:18

Also im Video kann ichs auch nicht ganz nachvollziehen. Bei 5:00 min höre ich nur minimal einen Unterschied.Kann an meinem Tabletlautsprecher oder den schlechten Ohren liegen. ;--)

Ich würde auch als erstes mal den Vergaser tauschen um zu gucken ob das Thema gleich bleibt. Falls sich Unterschiede ergeben, kann man sich ja dann immer noch auf die Bedüsung, etc. stürzen.
Ansonsten läuft er ja wie ein Bienchen. [Cabrio]

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Re: W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Mittwoch 4. April 2018, 11:46

Die Anzahl der Progressionsbohrungen weiß ich nicht, und ich bin eigentlich auch nicht gwillt, den Vergaser nochmal auszubauen. -roll-

Die Sache mit der Leerlaufdüse war mir auch schon aufgefallen. Allerdings habe ich heute nochmal alle meine Vergaser (vllt. 12St.) durchgekuckt: Fast alles 50er, zwei 45er Leerlaufdüsen. Mist, keine 60er.
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Re: W311 mit "Leistungsloch" - warum?

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 5. April 2018, 08:28

Wartburgbauer hat geschrieben:...und ich bin eigentlich auch nicht gwillt, den Vergaser nochmal auszubauen. -roll-

Dann ist aber der Leidensdruck noch nicht allzu groß :shock:

PS. Ich guck mal am WE nach, ob ich noch eine 60er habe.
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