F9 Instandsetzung - aktueller Stand

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Aztec62
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F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon Aztec62 » Freitag 5. Juli 2019, 21:08

IMG_1040.JPG


IMG_1039.JPG

Zierleisten müssen noch montiert werden. Ich warte derzeit auf die Klammern.
IMG_1038.JPG


IMG_1034.JPG


IMG_0966.JPG


IMG_0965.JPG

Inneneinrichtung in Rot original.
IMG_0955.JPG


IMG_0950.JPG


IMG_0949.JPG

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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 6. Juli 2019, 13:34

Na, das sieht doch schon mal wieder aus wie ein Auto! Und noch dazu die seltene Ausführung mit dem Tankstutzen im Kotflügel. Alles jedenfalls kein Vergleich mit Deinen letzten "Spaltmaß"-Bildern. Aber sag mal, die Außenhaut ist doch noch nicht wirklich fertig? Ich erkenne da schon auf den Fotos jede Menge Stellen, wo eine wenig Spachtel Verbesserung bringen würde, egal wie der Lack nachher im Finish aussieht.

Willst Du den Ansatz der hinteren Kotflügel so ohne Keder lassen? Ich finde dies ja grundsätlich besser, wenn man die Kotflügel unter der Zwischenlage von irgend etwas korrosionsschützenden anschraubt und dann von hinten und außen ordentlich versiegelt. So habe ich es vor fast 40 Jahren auch gemacht und seither hier keine Probleme. Denn Spalt außen kann man dann mit einer Zierleiste abdecken, das sieht ordentlicher aus:

kotfluegel.JPG

und jeder denkt, das muss so :lol:
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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon Aztec62 » Samstag 6. Juli 2019, 18:19

Jetzt mit Zierrat:

IMG_1044.JPG


IMG_1043.JPG


IMG_1042.JPG


IMG_1041.JPG


Ja, irgendwann muss der noch mal richtig lackiert werden. Dafür ist aber im Moment kein Geld da.
Darum nur "pro Forma" Lackierung ohne große Vorarbeiten.
Hauptsache der kommt wieder zusammen und alles passt.

Diese Keder mag ich auch nicht besonders, darum habe ich die zunächst mal weg gelassen.
Was hast Du als Zierleiste genommen?

Gruß
Henning

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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 6. Juli 2019, 23:19

Aztec62 hat geschrieben:Was hast Du als Zierleiste genommen?

Oh, ich weiß nicht mehr, wo ich diese mal her hatte, die kleben da nun schon seit Mitte der 90er dran und sind frevelhafter Weise aus Kunststoff. So etwas gab es ja schon seit den 60er und damit ist es auch halbwegs zeitgemäß :smile:
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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon Aztec62 » Samstag 27. Juli 2019, 20:10

Jetzt habe ich die ersten Testfahrten gemacht.
Der IFA F9 war wohl ein Auto für ganz hart gesottene Werktätige.
Im Moment bereue ich nicht, das ich für eine richtige Lackierung noch kein Geld hatte.
Ich bin mit so ziemlich allem gefahren, was der Ostblock hergibt, was wohl
kaum ein Wessi von sich behaupten kann, vom Moped bis zum Lastwagen, auch diverse Wartburg 353 und 1.3.

Aber ein solch unkomfortables und beinhartes Auto hatte ich noch nie.
Ich bin ein bisschen enttäuscht.

Gruß
Henning

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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon frankyracing » Samstag 27. Juli 2019, 21:41

Aztec62 hat geschrieben:...Aber ein solch unkomfortables und beinhartes Auto hatte ich noch nie.
Ich bin ein bisschen enttäuscht...


-roll- ...und nun? :idea: Was erwartest Du von einer mehr als 80 Jahre alten Konstruktion? -nixwissen-
...fährst Du quer, siehst Du mehr...

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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 27. Juli 2019, 23:49

Aztec62 hat geschrieben: .... Aber ein solch unkomfortables und beinhartes Auto hatte ich noch nie.
Ich bin ein bisschen enttäuscht....

Tja, da ist dann wohl etwas falsch -nixwissen-

Selbstverständlich ist die (wie sagte Frank schon) 80 Jahre alte (und eigentlich noch ältere) Konstruktion mit den Querblattfedern nicht mit einem Schraubenfederfahrwerk zu vergleichen - dies gilt jedoch nicht für die Härte, sondern eher für das Ansprechverhalten. Die Härte (eigentlich Tragfähigkeit) der Federn wird durch das Dilemma bestimmt, bei den jeweiligen Fahrzeugen dafür zu sorgen, das auch mit zulässigem Gesamtgewicht ein akzeptabler Federweg erhalten bleibt und aber auch bei nur mit dem Fahrer besetzten Fahrzeug noch ein gewisser Komfort sichergestellt werden kann. Dies ist jedoch eher ein physikalisches Problem, welches auf jeder Art von Feder zutrifft und konstruktiv zu lösen ist, es kann nicht den Querblattfedern zugeschrieben werden kann.

Anders sieht es jedoch mit dem Ansprechverhalten aus, hier sind Schraubenfeder, Drehstäbe klar im Vortei, da dies bereits auf geringe Kräfte reagieren. Bei mehrlagigen Blattfedern ist jedoch erst die Adhäsion zwischen den einzelnen Federlagen zu überwinden (wozu ein entsprechendes Losbrechmoment erforderlich wird), diese Art Federn bleibt also dann noch "steif", wenn eine Schraubenfeder bereits auf Lastwechsel reagiert. Dieser Umstand lässt ein Blatfederfahrwerk unkomfortabel werden, vor allem auch dann, wenn es noch mit Rädern/Reifen ohne nenneswerte eigene Federwirkung kombiniert ist, z.B. gut "aufgepumpte" Radialreifen mit auch noch zu niedrigem Querschnitt.

Da ich nun nach 40 jähriger F9-Fahrerei Deine Einschätzung überhaupt nicht teilen kann und das F9-Fahrwerk bis auf das systemimmanente Ansprechproblem nicht für zu hart und völlig unkomfortabel empfinde, kann ich Dir nur empfehlen, mal nach diesen Dingen zu schauen:

  • sind die richtigen Federn eingebaut? Hier gibt es bereits innerhalb der F9-Baureihe Unterschiede und da auch die 311er-Federn passen (zumindest an der VA und je nach verwendeter Achse auch an der HA) und auch etliche Eigenkonstruktionen herumschwirren, kann es durchaus sein, dass Du einfach für das Gewicht des F9 zu steife Federn eingebaut hast.
  • Sind die Ferdern auch ordentlich geschmiert? Sind diese es nicht, ist die Reibung zwischen den einzelnen Federblättern so groß, dass die Ferden versteifen. Bei mir hat sich zur Schmierung Förch S452 Blattfeder-Schmierstoff (als Spray) gut bewährt.
  • wurden die richtigen Stoßdämpfer verwendet? Viele F9 sind auf Teleskopstoßdämpfer umgebaut. Hier sollte man die Dämpfer mit den Werten der ersten 311er-Dämpfer verwenden, spätere Dämpfer sind zu steif. Sind Hebelstoßdämpfer eingebaut, benötigen diese das passende Öl mit einer Viskosität von 1,8 Grd.E.. An sonst sind diese auch zu steif.
  • Welchen Luftdruck fährst Du? Für 155/15 Radialreifen wurden vom Werk vorn 1,6 at und hinten 1,7 at vorgeschrieben, dies gilt jedoch für die volle Zuladung. Bei Besetzung nur mit Fahrer/Beifahrer habe ich mit vorn 1,2 at und hinten 1,3 at gute Erfahrungen gemacht. 15"- Diagonalreifen benötigen in dieser Situation vorn 1,3 at und hinten 1,4 at.
  • Hat das Auto überhaupt schon sein volles Gewicht? Ist alles schon ein- / angebaut?

Ist alles oben angeführte i.O., dann ist das F9-Fahrwerk vor allem bei heutigen Straßenverhältnissen völlig unauffällig und man hat ein Auto, welches auch einmal landweg- und kopfsteinplastertauglich ist - schließlich wurde es dafür mal gebaut :smile:
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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon Springter » Sonntag 28. Juli 2019, 10:19

Wie bic schon richtig erläuterte ist gerade beim Blattfederfahrwerk viel vom Pflegezustand abhängig, konstruktiv bewegt man sich - wenn auch weiterentwickelt- auf Vorkriegsniveau auf das man sich eben einlassen muss. Obwohl das Komfortempfinden sehr individuell ist trotzdem an dieser Stelle mal ein Zitat aus dem Test der 311er Limo aus der mot 11/64 (nachzulesen bei die-besten), mit der gewissermaßen letzten Evolutionsstufe des F9-Fahrwerks:

„Der Wartburg hat mit Abstand die härteste Federung, die man in Europa in einen Personenwagen einbaut.“ :lol:

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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon Aztec62 » Sonntag 28. Juli 2019, 18:29

frankyracing hat geschrieben:
Aztec62 hat geschrieben:...Aber ein solch unkomfortables und beinhartes Auto hatte ich noch nie.
Ich bin ein bisschen enttäuscht...


-roll- ...und nun? :idea: Was erwartest Du von einer mehr als 80 Jahre alten Konstruktion? -nixwissen-


Ein Auto, das federt. Das kann man auch von einer 80 Jahre alten Konstruktion erwarten.

Gruß
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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon Aztec62 » Sonntag 28. Juli 2019, 18:53

bic hat geschrieben:
Aztec62 hat geschrieben: .... Aber ein solch unkomfortables und beinhartes Auto hatte ich noch nie.
Ich bin ein bisschen enttäuscht....

Tja, da ist dann wohl etwas falsch -nixwissen-

Selbstverständlich ist die (wie sagte Frank schon) 80 Jahre alte (und eigentlich noch ältere) Konstruktion mit den Querblattfedern nicht mit einem Schraubenfederfahrwerk zu vergleichen - dies gilt jedoch nicht für die Härte, sondern eher für das Ansprechverhalten. Die Härte (eigentlich Tragfähigkeit) der Federn wird durch das Dilemma bestimmt, bei den jeweiligen Fahrzeugen dafür zu sorgen, das auch mit zulässigem Gesamtgewicht ein akzeptabler Federweg erhalten bleibt und aber auch bei nur mit dem Fahrer besetzten Fahrzeug noch ein gewisser Komfort sichergestellt werden kann. Dies ist jedoch eher ein physikalisches Problem, welches auf jeder Art von Feder zutrifft und konstruktiv zu lösen ist, es kann nicht den Querblattfedern zugeschrieben werden kann.

Anders sieht es jedoch mit dem Ansprechverhalten aus, hier sind Schraubenfeder, Drehstäbe klar im Vortei, da dies bereits auf geringe Kräfte reagieren. Bei mehrlagigen Blattfedern ist jedoch erst die Adhäsion zwischen den einzelnen Federlagen zu überwinden (wozu ein entsprechendes Losbrechmoment erforderlich wird), diese Art Federn bleibt also dann noch "steif", wenn eine Schraubenfeder bereits auf Lastwechsel reagiert. Dieser Umstand lässt ein Blatfederfahrwerk unkomfortabel werden, vor allem auch dann, wenn es noch mit Rädern/Reifen ohne nenneswerte eigene Federwirkung kombiniert ist, z.B. gut "aufgepumpte" Radialreifen mit auch noch zu niedrigem Querschnitt.

Da ich nun nach 40 jähriger F9-Fahrerei Deine Einschätzung überhaupt nicht teilen kann und das F9-Fahrwerk bis auf das systemimmanente Ansprechproblem nicht für zu hart und völlig unkomfortabel empfinde, kann ich Dir nur empfehlen, mal nach diesen Dingen zu schauen:

  • sind die richtigen Federn eingebaut? Hier gibt es bereits innerhalb der F9-Baureihe Unterschiede und da auch die 311er-Federn passen (zumindest an der VA und je nach verwendeter Achse auch an der HA) und auch etliche Eigenkonstruktionen herumschwirren, kann es durchaus sein, dass Du einfach für das Gewicht des F9 zu steife Federn eingebaut hast.


    *Ich würde sagen: Ja, das sind die originalen Federn.


  • Sind die Federn auch ordentlich geschmiert? Sind diese es nicht, ist die Reibung zwischen den einzelnen Federblättern so groß, dass die Ferden versteifen. Bei mir hat sich zur Schmierung Förch S452 Blattfeder-Schmierstoff (als Spray) gut bewährt.

    *Ich habe die Federpakete nicht zerlegt, aber beide waren über Wochen in einem Kriechölbad eingelegt, danach wurde Fett von Hand "einmassiert".

  • wurden die richtigen Stoßdämpfer verwendet? Viele F9 sind auf Teleskopstoßdämpfer umgebaut. Hier sollte man die Dämpfer mit den Werten der ersten 311er-Dämpfer verwenden, spätere Dämpfer sind zu steif. Sind Hebelstoßdämpfer eingebaut, benötigen diese das passende Öl mit einer Viskosität von 1,8 Grd.E.. An sonst sind diese auch zu steif.


    *Mein F9 hat vier funktionstüchtige Hebelstoßdämpfer, gefüllt mit Stoßdämpferöl normaler Viskosität.


  • Welchen Luftdruck fährst Du? Für 155/15 Radialreifen wurden vom Werk vorn 1,6 at und hinten 1,7 at vorgeschrieben, dies gilt jedoch für die volle Zuladung. Bei Besetzung nur mit Fahrer/Beifahrer habe ich mit vorn 1,2 at und hinten 1,3 at gute Erfahrungen gemacht. 15"- Diagonalreifen benötigen in dieser Situation vorn 1,3 at und hinten 1,4 at.

    *Mein F9 steht auf 5.00-16 von Heidenau. Druck war ca. 2.0 bar, ich habe jetzt vorne und hinten 1,5 bar. Das hat schon mal was gebracht.

  • Hat das Auto überhaupt schon sein volles Gewicht? Ist alles schon ein- / angebaut?


*Ja, der F9 ist praktisch fertig. Aber hinten ist er halt ziemlich leicht. Bis da mal was federt, muss es schon dick kommen. Stichwort "Schwebeachse", gut, das war DKW und nicht IFA.
:eek:


Ist alles oben angeführte i.O., dann ist das F9-Fahrwerk vor allem bei heutigen Straßenverhältnissen völlig unauffällig und man hat ein Auto, welches auch einmal landweg- und kopfsteinplastertauglich ist - schließlich wurde es dafür mal gebaut :smile:


*Bei weiteren Probefahrten heute hat sich die Sache auch schon ein wenig verbessert. Es muss sich wohl auch erst alles einlaufen.
Sonst gefällt mir (nachdem ich auch die Lenkradschaltung jetzt endlich kapiert habe) der F9 schon viel besser.
Das "H" Schema ist ja seitenverkehrt.
"bic", Danke, dass Du Dir so viel Zeit für meine Probleme nimmst!

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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 28. Juli 2019, 21:49

Aztec62 hat geschrieben:...Sonst gefällt mir (nachdem ich auch die Lenkradschaltung jetzt endlich kapiert habe) der F9 schon viel besser.
Das "H" Schema ist ja seitenverkehrt....

Dagegen hilft dann so etwas:

DSC08060.jpg

Quatsch, das Schema stimmt natürlich nicht (obwohl [smilie=hi ya!.gif]), der Knauf ist schließlich vom DKW. Ich fand es aber ein nettes Gímmick und außer mir muss sowieso keiner wissen, wie das Teil geschalten wird :shock:

Ich würde sagen: Ja, das sind die originalen Federn.

Mach Dir bitte einmal die Mühe und zähle die Federlagen und miss -wenn möglich- auch die Stärke der einzelnen Lagen. Hier ist einmal (wieder) die Aufstellung der (mir) bekannten Federn für den F9 und den 311er:

Federn.JPG

In der ganz rechten Spalte sind die einzelnen Federraten eingetragen, je größer die Zahl, um so härter die Feder. Wie man sieht, sind die Unterschiede z.T. schon erheblich und wenn Du -wie der Teufel es will- eine Kombifeder an der Hinterachse eingebaut hast, ist natürlich nichts mit Federungskomfort :smile:

Ich habe die Federpakete nicht zerlegt, aber beide waren über Wochen in einem Kriechölbad eingelegt, danach wurde Fett von Hand "einmassiert".

Das war dann einmal nix, das Kriechölbad kriecht, schmiert aber nicht und ist nach der ersten Regenfahrt ohnehin weg. Fett von Hand einmassieren ist ebenfalls relativ sinnlos, da wo es hin soll, nämlich zwischen die Lagen, kommt es nicht und außen drauf braucht man es nicht. Mach Dir bitte die Mühe, bocke die Karre so auf, dass die Federn entlastet sind und nimm das Förch-Zeugs. Das ist so wie es aus der Spühdose kommt äußerst dünnflüssig und kriechfähig, dringt also auch zwischen die Lagen (dafür ist es ja auch gedacht) und wird nach dem Verdunsten des Lösemittel zäh wie Hulle. Unter Druck wird das Zeug dann wieder weich und ist zudem in der Lage einen abgerissenen Schmierfilm selbstständig wieder aufzubauen. Allerdings muss man alles was man nicht mit schmieren will gut abdecken, denn einfach wieder abwischen oder abwaschen ist nicht :smile:

Mein F9 hat vier funktionstüchtige Hebelstoßdämpfer, gefüllt mit Stoßdämpferöl normaler Viskosität.

Was Du jetzt auch immer mit "normaler" Viskosität meinst? -roll- An sonst, ist dies das zweite mal nix :sad: Ein Öl mit einer Viskosität von 1,8 Grd.E ist dünnflüssig wie Wasser. Ein vergleichbares und damit geeignetes Hydraulik-/Stoßdämpferöl findet man heute allenfalls als Gabelöl im Rennsport. Als Hydrauliköl wäre ein ISO VG10 mit einer Viskosität von 10,0 mm²/s bei 40°C geeignet, besser ist aber ein wirkliches Stoßdämpferöl. Ich habe mir mal Fuchs SILKOLENE PRO RSF 2,5WT mit einer Viskosität von 13,6 mm²/s bei 40°C rausgesucht und fahre dieses erfolgreich auf der Vorderachse (hinten habe ich Teleskopdämpfer). Also runter mit Deinem "normalen" Öl und das drauf, was da auch hingehört - Deine Dämpfer sind so völlig vertsimmt. Übrigens, Putoline FORK OIL LIGHT SAE 2,5W, MOTUL Fork Oil - Factory Line Very Light SAE 2,5W, Castrol Fork Oil SAE 2,5W oder (grenzwertig) RAVENOL Fork Oil Ultra Light 2,5W sind auch verwendbar. An sonst aber nicht bei irgend einem Öl auf die SAE 2,5W verlassen, Grad Engler ist nicht direkt in SAE-Klassen umrechenbar.

Mein F9 steht auf 5.00-16 von Heidenau. Druck war ca. 2.0 bar, ich habe jetzt vorne und hinten 1,5 bar. Das hat schon mal was gebracht.

Da kannst Du nun nochmal ein wenig runter - bringt noch mehr {blinzel}

Stichwort "Schwebeachse", gut, das war DKW und nicht IFA

Na vielleicht ist der IFA F9 ja der originalere DKW F9 (so hieß er ja auch noch anfangs) als die komischen Ingolstädter Nachbauten á la dem kastriertem F89 und an dann die F91 bis 1000S :idea:

"bic", Danke, dass Du Dir so viel Zeit für meine Probleme nimmst!

Ich kann ja schließlich nicht zulassen, dass Du den F9 so schlecht machst :smile:
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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon Cherryfields » Dienstag 10. September 2019, 08:28

Hallo,

Zu den Federn: Zerlegen! Ich habe meine Federpakete zerlegt und tatsächlich ein gebrochenes Blatt gefunden. Nachfertigung ca. 80,- Außerdem arbeiten sich die Enden in die darunterliegende Lage ein, was man glätten sollte und die Kante leicht anfasen. Danach zwischen den Lagen schmieren und zusammenbauen. Danach wird die Feder garantiert besser ansprechen.

Zu den Dämpfern: Ich habe sie "überholen" lassen, danach waren sie mit Hydrauliköl befüllt und ließen sich nicht mehr bewegen. Ich habe stattdessen dünnflüssiges Stoßdämpferöl 5W eingefüllt, fühlt sich viel besser an.

Gruß
Thorsten

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Re: F9 Instandsetzung - aktueller Stand

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 10. September 2019, 10:32

Cherryfields hat geschrieben:...Ich habe stattdessen dünnflüssiges Stoßdämpferöl 5W eingefüllt, fühlt sich viel besser an....

Wenn Du von Deinen 5 nochmal 2,5 abziehst, liegste schon fast richtig (siehe weiter oben) :shock:
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