ein interessantes Detail

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Detlef Grau
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ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Dienstag 12. November 2013, 23:21

WIe schon unter "was macht Ihr gerade so?" angedeutet, schreibe ich heute mal über ein interessantes Detail, dass ich so noch nicht kannte.

beim zerlegen eines geschenkten Getriebes mit erstaunlich wenigen Datums-Einprägungen von Regenerierungen

Getriebenummer.jpg


staunte ich nicht schlecht, als ich diese Flanschbuchse (309 1 09 614 0 oder 311 0 09 071 0) sah.

Drucklager.jpg


nach dem herausnehmen zeigte sich ein geniales Detail

alt-neu.jpg

alt-neu2.jpg


Der Clou ist, dass man das Maß Kegelrad zur Mittelachse des Differentiales nicht mit EInstellblechen verschiedener Stärken einstellt,

zerlegt1.jpg

zerlegt2.jpg


sondern durch verdrehen im eingebauten Zustand perfekt ohne ständiges Zerlegen und Zusammenbauen mit mühevollem einfädeln der Nadellager das richtige Maß einstellt.

zieht man die Muttern der Flanschbuchse an

Flansch-geschlitzt.jpg


klemmt man durch zusammenziehen des Spaltes das Gewinde fest und fertig ist die Verdrehsicherung. Ich bin immer noch begeistert von dieser einfachen Möglichkeit der Einstellung. Leider habe ich in meinem Fundus an Teilen und Bildern kein zweites Teil gefunden.

lediglich auf einem Foto, dass ich in diesem Jahr in Eisenach vom Schnittmodell gemacht hab

ESA1.jpg


kann man die Schlitzung erkennen.

Hat jemand von Euch noch Bilder dieses Flansches und kann sie hier einstellen. Ich hätte gern noch ein wenig mehr gewusst, wie zum Beispiel EInsatzzeitraum dieser Lösung, Spezialwerkzeugabbildung des EInstellwerkzeuges und Erfahrungen zur Dauerhaltbarkeit dieser Lösung. EInfach jedes Detail ist wichtig.

Danke schon jetzt für Eure Hilfe
in diesem Sinne

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Re: ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon Mossi » Dienstag 12. November 2013, 23:42

Ich hatte schon mit meinem Namensvetter geknobelt, was du gemeint haben könntest.

Aber dies wäre ja eine massive Vereinfachung des Einstellvorganges gewesen - diese Lösung kommt in dieser Art auch bei der frühen Radlagerverschraubung beim Trabant vor.

Müsste man mal nachkucken.....
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Re: ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 12. November 2013, 23:47

Hallo Detlef, bei Lisse steht: "geteilte einstellbare Flanschbuche" ab Nr. 60 21 901 und 09/1960. Ab 08/1962 dann wieder die ungeteilte Buchse. Also immerhin zwei Jahre in Serie.
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Re: ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Mittwoch 13. November 2013, 08:33

Da stellt sich natürlich dann die Frage, ob man aus Kostengründen wegen der aufwendigeren Herstellung wieder zur ungeteilten Version überging oder ob es Probleme mit der Dauerhaltbarkeit diese Lösung gab. Immerhin wirken axial ziemliche Kräfte auf das Einstellgewinde.
in diesem Sinne

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Re: ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 13. November 2013, 12:27

Detlef Grau hat geschrieben:Hat jemand von Euch noch Bilder dieses Flansches und kann sie hier einstellen.


Bild
Viele Grüße

Carsten

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Re: ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 13. November 2013, 18:56

Detlef Grau hat geschrieben:Da stellt sich natürlich dann die Frage, ob man aus Kostengründen wegen der aufwendigeren Herstellung wieder zur ungeteilten Version überging oder ob es Probleme mit der Dauerhaltbarkeit diese Lösung gab. Immerhin wirken axial ziemliche Kräfte auf das Einstellgewinde.

Alles was man hierzu an Überlegungen anstellt, werden wohl Vermutungen bleiben.
Daher vermute ich jetzt einmal, dass die Ursache für die Wiederaufgabe nicht bei den Kosten der aufwendigeren Herstellung zu finden ist, da die Verringerung des lohnintensiven Montageaufwands die aufwendigeren Herstellung mindestens ausgeglichen hat. Auch an eine Verminderung der Haltbarkeit durch das Einstellgewinde mag ich nicht glauben, Gewinde dieser Größe halten sicher mehr aus, als z.B. das 3306, für welches z.B. SKF nicht einmal eine zulässige Axiallast angiebt. Ich denke eher, dass das Problem in der erforderlichen Fertigungsqualität, daher der Passgenauigkeit der Paarung Buchse/Bohrung gelegen hat, denn neben den aus dem Achsantrieb resultierenden Axialkräfte sind auch die Radiallasten aus den Radsätzen, bzw. resultierende Biegekräfte über die Buchse abzuleiten. Bei der einteiligen Flanschbuchse wirken sich hier Ungenauigkeiten kaum aus, bei zu enger Passung ist lediglich ein höherer Montagedruck erforderlich, bei zu weiter Passung (wenn die Buchse nicht mehr kraftschlüssig in der Bohrung sitzt) werden die Kräfte eben weitergehend über den fest mit der Buchse verbundenen Flansch in das Getriebgehäuse eingeleitet. Aber genau letzteres ist nach meiner Auffassung über das Gewinde der geteilten Buchse nicht im gleichen Maße möglich, zumal dieses lediglich gegen ein Verdrehen geklemmt wird. Es wäre daher erforderlich, alle Kräfte über eine entsprechend präzise gefertigte Passung Buchse/Bohrung in das Gehäuse einzuleiten, der Flansch stünde allenfalls noch für Axiallasten zur Verfügung. Und genau da wird der Haase im Pfeffer gelegen haben, ist die Passung zu eng, dann ist ein Einstellen durch das Verdrehen der Buchse nicht möglich, ist diese jedoch zu weit, dann ist die Haltbarkeit eingeschränkt. In der Praxis werden wahrscheinlich beide Varianten vorgekommen sein, also interne Reklamtionen, weil nicht einstellbar und externe, weil nich haltbar und so ist man dann wieder auf die bewährte einteilige Buchse zurück gegangen.
So, nun habe ich genug spekuliert - könnte mir dies aber tatsächlich so vorstellen.
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Re: ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 13. November 2013, 21:02

bic hat geschrieben:Hallo Detlef, bei Lisse steht: "geteilte einstellbare Flanschbuche" ab Nr. 60 21 901 und 09/1960. Ab 08/1962 dann wieder die ungeteilte Buchse. Also immerhin zwei Jahre in Serie.


Tja, nur leider fehlen bei diesem Druckwerk so ziemlich alle Quellenangaben und die Überprüfung bringt oft andere Werksangaben. {kratz}

Zur Flanschbüchse sagt die Änderungen zum ETK 05. Auflage Stand 01.03.1961

Alte Ausführung

309 1 09 6140 Flanschbüchse bis 60 20869

bei den Nachträgen dann

311 0 09 064 0 Einstellbuchse ab 60 20870
311 0 09 065 0 Flansch ab 60 20870
Viele Grüße

Carsten

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Re: ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Mittwoch 13. November 2013, 21:09

Detlef? Helbing anrufen?
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: ein interessantes Detail

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 14. November 2013, 00:02

Tomtom, hab ich auch schon gedacht, leider kenne ich den Herrn Helbing nicht. Vielleicht sollte ich ihn mal besuchen, wenn ich mal wieder in der Gegend bin. Zumindestens besteht die Möglichkeit an Informationen zu kommen, die man sonst so nicht erhalten würde.
in diesem Sinne

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