311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Die Fachbeitäge zum Thema Getriebe sind hier zu finden.

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carsten
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 17. August 2010, 22:39

Bilder Getriebeüberholung Teil 5

Erst mal danke an WartburgPeter für das schnelle Abzieher-Foto. {top}

Ich habe mir mehrere Möglichkeiten für einen Abzieher überlegt.

1. den geschlitzten Abzieher im Hintergrund verwendet

2. einen Stabilen Winkel (4 mm stark) zum Abzieharm zurechtflexen. (passende Bohrungen sind schon drin).

3. Mehrere Bleche (3 oder mehr) (Holzverbinder) aus dem Baumarkt besorgen. (Oben rechts liegt eins). Ein größeres Loch noch in die Mitte bohren (mind. M10). Bleche übereinander legen. Eine passende Mutter unter das mittlere Loch legen. Eine passende lange Schraube von Oben durch die Mutter schrauben. Auf das untere Ende der Schraube eine passende Hutmutter schrauben. Fertig ist der Tragbalken für den Abzieher.

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Ich habe mich für die erste Variante entschieden.

Tragbalken mit M6 Schraube (Maschinenschrauben). M6 Passt in den Spalt neben dem Stern.
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Hier der (noch) zu breite Kopf.
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Tragprobe des unbearbeiteten Kopfes an einem ausgebauten Stern.
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Dann mit der Flex und einer Schuppscheibe den Kopf bearbeitet bis er passte und so aussah.
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Passt perfekt.
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Hier noch mal der Vergleich bearbeitet und unbearbeitet.
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Der zweite Arm ging viel schneller, da ja nun ein Muster vorhanden war.
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Und zufällig passt eine M6 Mutter genau in den Schlitz des Tragbalkens. Damit werden die Arme perfekt geführt.
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Abzieher angesetzt. Die M6-Mutter im Tragbalken sieht man hier nicht, aber sie sind da.
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Um das Abziehen zu erleichtern und auch um den Sitz des Sternes auf der Welle zu schonen wird der Freilaufstern (wie von Detlef vorgeschlagen) erwärmt.
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Damit sich der Abzieher beim Anspannen nicht verdreht halte ich mit einem Schraubendreher gegen.
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Es funktioniert, der Freilaufstern geht ganz geschmeidig ab.
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Hier noch mal das Wunderwerk des Improvisators.
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Freilaufstern links alt, rechts neu
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Freilaufstern links alt, rechts neu. Wieso hat der eine spiralförmige Rille (zum Ölfördern?) und der andere nicht?
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Freilaufstern links alt, rechts neu. Der neue hat schärfere Grate/Kanten,
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Zum Vorschein kommt ein weiterer Segering. Nun weiß ich auch, warum man den Stern und die Trommel nacheinander abzieht.
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Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Dienstag 17. August 2010, 23:01

Die Spuren sehen aber schon mächtig gewaltig aus...

Daniel (rallye311) gab mir immer den Rat, die neuen Freilaufrollen genau im Durchmesser zu prüfen,
die müssen exakt gleich groß sein sonst tut man sich mit dem Einbau keinen Gefallen,
weil sie nicht gleichmäßig aufliegen.

Ich hätte noch zum Vergleich ein Bild von nem alten 900er-Freilauf:
900getriebe01.jpg
Freilauf eingebaut (altes Getriebe)

900getriebe02.jpg
Der Stern sieht nicht wirklich besser aus, als der vom Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon fredi » Dienstag 17. August 2010, 23:11

Tolle Bilder - super Doku!

Wann schaut man schon so detailliert in ein Getriebe...
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 18. August 2010, 07:05

Tolle Beitrag und gut "Bebildert ".

Diesen Abzieher habe ich zur Verfügung :

Abzieher.JPG

Mit dem breiten Ring über den 3 Armen kann man das Ausschwenken verhindern. Und die Greifer sind echt schmal.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 18. August 2010, 10:31

Martin Rapp hat geschrieben:Die Spuren sehen aber schon mächtig gewaltig aus...

Daniel (rallye311) gab mir immer den Rat, die neuen Freilaufrollen genau im Durchmesser zu prüfen,
die müssen exakt gleich groß sein sonst tut man sich mit dem Einbau keinen Gefallen,
weil sie nicht gleichmäßig aufliegen.


Bilder Getriebeüberholung Teil 6

Dadurch, dass das Getriebeöl noch drauf war und er nur im Bereich der Rollen blank war sah der Stern schlimmer aus als er ist.

Hier noch mal schnell ein paar Bilder

Vor dem Säubern.
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Nach dem Säubern. Hologrammartige Schleifspuren durch die Rollen.
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Hier noch mal mit aufgelegtem Stahllineal (und Hinterleuchtung) zur Tiefe der Spuren.
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Der Freilauf hat vorher ja einwandfrei funktioniert.
Ich habe das Ganze auch so ausgebaut, dass jede Rollen wieder an die alte Stelle auf dem Freilaufstern kann.

Sicherheitshalber kann ich ja vorher noch mal die Durchmesser der Rollen überprüfen.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Mittwoch 18. August 2010, 11:28

Den Durchmesser des Sternes und der Walzen vor dem Einbau genau zu messen ist sehr klug :smile: Zum einen, weil es nachgearbeitete (überfräste) Sterne gibt, die zwangsläufig zum Ausgleich größere Walzen benötigen und zum anderen, weil der Freilauf nur mit gleich großen Walzen zuverlässig funktioniert. Es gibt Walzen in verschiedenen Abstufungen. So aus dem Hut hätte ich gesagt 12.0 ; 12.1; 12.2 , naja, das kann man ja noch genauer recherchieren.
in diesem Sinne

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon WartburgPeter » Mittwoch 18. August 2010, 21:42

Mag sein, daß der Freilauf noch 5.000km, länger oder kürzer hält. Wenn Du schon dabei bist, würde ich ihn gleich auf Vordermann bringen, dann wird es nicht diese Baugruppe sein, die Dich bald zum Ausbau zwingt. Mag der Abrieb gering sein, so sind wenige hundertstel schon Grund für Probleme. Es ist ja nicht so, daß die Rollen durchrutschen und sich "über den Stern" bewegen, sondern sie sollen sicher den Stern mit der Glocke verklemmen. Bei den unterschiedlich angeordneten Riefen einer jeden Fläche bedeutet das in der Praxis etwas das, was huier mit der Auswahl gleich großer Rollen angedeutet wurde. Sind die Grübchen im Stern vorhanden, ist es das Gleiche, als ob die Rollen unterschiedlich groß sind. Damit ist der Kraftschluß über alle Rollen unterschiedlich und es kommt zum Durchrutschen! Mit ruhiger Hand kann man den Stern von Hand abziehen, mancher hat das drauf oder man läßt es aufarbeiten oder oder oder, aber bist Du schon so tief in der Materie, dann setzte Du den Zähler Deines Getriebes am besten wieder auf Null :smile:
Beste Grüße
Peter

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 24. August 2010, 00:01

Bilder Getriebeüberholung Teil 7

Nach ein paar Tagen Pause ging es heute beim Getriebe wieder ein wenig weiter.

Hier schon mal schnell ein paar Bilder, die Texte folgen.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 24. August 2010, 21:13

Bilder Getriebeüberholung Teil 7

Hier nun wie angekündigt die Bilder. Es geht weiter mit dem Entfernen der Freilauftrommel.

Segering entfernen.
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Scheibenfeder wurde beim Einbau wohl schon beschädigt.
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Zum Glück ist der Sitz der Scheibenfeder in der Welle unbeschädigt.
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Das Abziehen der Freilauftrommel geht mit dem 2-Arm-Abzieher superleicht.
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Freilauftrommel.
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Datumsstempel.
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Macken unbekannter Herkunft.
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Freilauftrommel Wellensitz.
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Passfeder.
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Kommen wir nun erstmal zum Ausbau des Ausgleichtriebes (Differentiales).

Dafür müssen die Einstellmuttern (die wo der Simmerring für die Antriebe drin ist) entfernt werden.

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Die Schrauben des Lagerflanschs und das Sicherungsblech werden entfernt.
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Fürs Lösen und Anziehen braucht man einen Spezialschlüssel. Es geht auch mit Hammer und Meißel, aber schön ist das nicht (wie man auf den Bildern oben sieht). :?

Erstmal die Löcher der Einstellschraube grob reinigen.
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Und siehe da M8 passt fast perfekt.
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Einen Türbeschlag für ein Gartentor hatte ich noch übrig. Ein Loch passt schon, ist nur zu klein, das zweite wird ausgemessen und angezeichnet.
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Ein Loch aufweiten und ein neues Bohren. Geht zur Not auch mit einer Handbohrmaschine.
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Körner für das neue Loch, damit der Bohrer nicht auf dem Metall rumeiert und der Entgrater für die Bohrlöcher (geht auch ein größerer Bohrer).
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Dann die Tiefe für ein Loch durch ausprobieren ermitteln und die Schraube mit Muttern durch kontern befestigen. Das Maß für die zweite Schraube bekommt man, indem man die zweite Schraube neben der ersten auf den Kopf stellt.
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Fertig ist das Spezialwerkzeug. Passt und funktioniert.
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Zur Sicherheit wird noch die Einbaulage der Einstellmuttern dokumentiert. Dafür kommt in 12:00 Uhr Position ein Strick über Einstellmutter und Lagerflansch. (Man beachte den alten Körnerpunkt oben auf dem Gehäuse). Das L steht für die linke Getriebeseite.
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Dann die Einstellschraube lösen (dank des Striches kann man auch gut die Umdrehungen beim Lösen zählen). Hier waren es 5 Umdrehungen. Dann weiterdrehen, bis sich die Einstellschraube abnehmen lässt. Dies wird wieder mit einem Strich gekennzeichnet. (Man beachte den alten Körnerpunkt auf dem Lagerflansch).
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Um die ursprüngliche Position der Einstellmutter wiederherzustellen muss man die Einstellmutter mit dem Strich auf ANF ansetzen. Dann 5 Umdrehungen anziehen und weiterdrehen bis die Stiche auf der 12:00 Uhr Position wieder übereinander liegen.
Diese Technik könnte man anwenden, wenn man nur die Simmerringe wechseln will.
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Blick auf das Lager.
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Blick auf die Einstellmutter (außen).
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Blick auf die Einstellmutter (innen).
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Am Lagerflansch der rechten Seite gibt es beidseitig je eine Bohrung mit M8-Gewinde. Ideal für meinen Balkenabzieher. Vielleicht kann man den Flansch auch direkt mit zwei M8-Schrauben abdrücken, das tue ich dem Gehäuse aber lieber nicht an.
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Hier wieder mein Spezialschlüssel im Einsatz.
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Und hier wieder im beschrifteten Zustand.
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Nun muss der Lagerflansch auf beiden Seiten raus.

Die Kandidaten sind:

1. Ein Schlagabzieher (es fehlt nur leider eine passende M14 Mutter), um die Karrosseriescheibe zu befestigen.
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2. Ein selbstgebauter Miniabzieher
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Da die Muttern an die Scheibe geschweißt werden müssen, und zuvor die Zinkschicht weggeflext werden soll, war hier erst mal Feierabend.
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Zuletzt geändert von carsten am Mittwoch 25. August 2010, 00:11, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 24. August 2010, 23:28

Bilder Getriebeüberholung Teil 8

Vorsicht, nicht den anderen Beitrag von heute übersehen.

Hier der fertig geschweißte (M10) Abzieher. Am unteren Ende ist eine Hutmutter als Druckstück aufgeschraubt. Ein anderer Schraubenkopf wäre besser, aber diese hatte ich noch von der Mitnehmergummiaktion über.
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Einstellmutter abschrauben und den Abzieher mittig ansetzen.
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Nun die Einstellmutter wieder aufschrauben.
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Die außenliegende Mutter dient zum Gegenhalten mit einem Maulschlüssel.
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Durch hineindrehen der Schraube wird die Unterlagscheiben-Mutter-Kombination gegen die Einstellmutter-Lagerflansch-Kombi gedrückt und drückt den Flansch nach außen.
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Hier sieht man, dass der Flansch sich etwas bewegt hat. Dummerweise wurde aber auf der anderen Seite das Lager in den Flansch gedrückt, da ich die Einstellmutter auf der Seite entfernt hatte. Es war aber noch genug Gewinde frei, um die Einstellmutter wieder auszuschrauben und das Lager zurückzudrücken. Man muss wohl entweder so weit drücken, dass das Differential gegen das Gehäuse drückt, oder man legt etwas zwischen Differential und Gehäuse.
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Oder man wechselt zum Schlagabzieher. Eine Einstellmutter wird zwischen zwei Karrosseriescheiben geklemmt.
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Wie man sieht sollte die Scheibe größer als der Simmerring sein. Das Gewinde ist hier übrigens noch zu lang.
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Wer keinen Schlagabzieher besitzt kann sich mit einer Gewindestange (hier M14) Muttern, Scheiben und einem passenden Gewicht (z.B. Fäustelkopf mit passender Bohrung) behelfen.
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Die Einstellmutter mit Schlagabzieher nun in den Flansch schrauben. 2-3-mal das Gewicht mit Schwung von der Einstellmutter wegbewegen bis zum Anschlag des Abziehers. Und schon hat man den Flansch herausgezogen.
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Nun noch die Mutter lösen und fertig.
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Flansch mit Lagersitz.
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Laufbahn der Kegelrollen.
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Kegelrollenlager. Laufbahn und Kegelrollen sind aufeinander eingeschliffen. Linke Seite bleibt zusammen und die Rechte ebenso (nicht untereinander tauschen).
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Die andere Seite geht genauso.
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Nun sollen die Kegelrollenlager abgezogen werden. Nachdem ich den Dreiarmabzieher (mit einigem Gefummel und ab- und anschrauben eines Armes) in Position gebracht habe, habe ich gemerkt, dass die Spindel zu kurz zum Abdrücken ist. Eine 22er Nuss und eine M10-Schraube als Druckstück für die Spindel sind die Lösung.
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Druckstück wie es oben in den Abzieher gesetzt wurde.
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Zum Abziehen des Lagers auf der anderen Seite habe ich das Getriebe auf die Seite gelegt. Hier musste etwas unter das Differential gelegt werden, da das Lager so für den Abzieher zu tief lag. Ich habe einen Zollstock zwischen Differential und Getriebe gelegt. Das Lager kam mit schon beim Ansetzen des Abziehers entgegen.
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Nach dem Abziehen der beiden Lager kann das Differential aus dem Gehäuse genommen werden.
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Nun ist das Gehäuse angenehm leicht und handlich.
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Eigentlich wollte ich auch noch die Schaltung demontieren, aber dann war der Akku der Kamera leer.
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 25. August 2010, 22:55

Bilder Getriebeüberholung Teil 9

So, nun habe ich die Schaltung vollständig demontiert.

Getreu dem Motto des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker, "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!" sieht die Schaltgabel für den Rückwärtsgang völlig unbenutzt aus (kein erkennbarer Verschleiß).

Die beiden anderen Gabeln für die Vorwärtsgänge sehen da schon anders aus.

Und oh Wunder, es fehlt mal wieder ein Abzieher aber ich habe da schon eine Idee. Auch eine Gabel zum Gegenhalten muss noch gebaut werden.


Also auf Grund der späten Stunde schon mal schnell ein paar Bilder, die Texte folgen.
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 26. August 2010, 20:53

Hier nun wie angekündigt die Bilder mit den zugehörigen Texten.

Da der Akku und der Ersatzakku der Kamera letztes Mal leer waren reiche ich nun die Bilder für die Kegelrollenlager nach.

Kegelrollenlager.
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Kegelrollenlager mit Einstellmutter (und Lagersitz).
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Der Patient wartet.
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Zum Ausbau der Schaltung erst die Muttern lösen und dann die Schrauben (mit Muttern) rausdrehen. Die Schraube verbindet das jeweilige Bauteil mit der Schaltstange. Die Mutter dient zum Kontern und damit sichern der Schraube.
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Damit alles wieder an seinen Platz kommt. Werden die Teile mit Zettel in einen Sortierkasten gepackt.
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Nun kommen die Mitnehmer an die Reihe.
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Nur zur Sicherheit mal ein paar mehr Fotos von der ursprünglichen Einbaulage. Die abgerundeten Teile gehören nach außen.
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Laut ETK (siehe Link oben oder hier - > http://www.die-besten.de/wartburg/bilde ... _0012.html) sind der obere Mitnehmer (für den Rückwärtsgang) und der untere Mitnehmer (für den 3. und 4. Gang) identisch. Bei diesem Getriebe sehen beide Teile aber leicht unterschiedlich aus.
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Nun kann die erste Schaltstange gezogen werden.
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Als erstes kann die Schaltgabel für den Rückwärtsgang entnommen werden.
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Dann kann der Mitnehmer rausgenommen werden.
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Ohne obere Schaltstange sieht das Ganze schon übersichtlicher aus. Wie man sieht ging die obere Schaltstange auch noch durch die Schaltgabel für den 3.+4.-Gang, die obere Schaltstange fungiert dafür als Führung.
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Die Schaltgabel für den 1.+2. Gang wird noch von der unteren Schaltstange gehalten, die als Führung dient.
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Aber der mittlere Mitnehmer kann raus.
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Und auch die mittlere Schaltstange ging wie die obere Schaltstange noch durch die Schaltgabel für den 3.+4.-Gang, die obere und die mittlere Schaltstange fungieren dafür als Führung.
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Bleibt noch die untere Schaltstange. Das Teil, das wie ein Miniaturschlagring aussieht hat passenderweise auch noch eine Klemmfaust, die die Welle ordentlich fest hält. :idea:
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Schieben von der Diffentialseite geht nicht so richtig toll, aber immerhin ein bisschen.
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Mit einem Schraubendreher in der Nut lässt sich die Welle dann weiterschieben, aber nicht weit genug.
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Klemmfaust aufspreizen hilft nicht wirklich. (Ich bin entweder zu schwach, oder zu ängstlich).
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Letztendlich habe ich die Schaltstange mit einem Tuch linksseitig gepackt und mit einem Schraubendreher die Klemmfaust nach rechts geschoben. Dann die Schaltstange nach links gezogen, gehalten und wieder die Klemmfaust nach rechts geschoben.
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Der letzte Mitnehmer ist raus.
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Den Rest der Stange habe ich dann mit Drehen und Ziehen herausbekommen.
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Nun sind die Schaltgabeln frei und können herausgenommen werden.
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Hier ist die Schaltgabel für den 3. + 4. Gang.
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Es folgt die Schaltgabel für den 1.+2. Gang-
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Nun liegen die Antriebswelle (oben) geht rechts zur Kupplung und die "Kegelradwelle" geht rechts zum Differential vor uns.
In dieser Position ist der Leerlauf aktiv (kein Gang ist eingelegt). Die Geraden Zahnräder rechts sind der 1. Gang.
Dann folgen von rechts nach links die Gänge 2, 3 und 4. Die schrägverzahnten Zahnräder dieser Gänge laufen immer mit.
Welcher Gang gerade aktiv ist wird über Schiebemuffen gesteuert.
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Zylinderrollen, die dafür sorgen, dass immer nur 1 Gang gleichzeitig eingelegt ist.
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Für alle die sich schon immer gefragt habe, was das für eine Schlitzschraube auf der Getriebeoberseite ist, darunter befinden sich die Zylinderrollen.
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Man kann das Getriebe auch umdrehen und schütteln, ich habe lieber die Rollen mir einer Reißnadel nach oben geschoben.
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Wo der Zettel ist war oben im Getriebe.
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Ich frage mich, wo der ganze Dreck herkommt?
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Blick in das Differentialgehäuse.
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Entfernen der Muttern von der Flanschbuchse
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Entfernen der Schrauben von der Augenbuchse (auf der Freilaufseite).
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Entfernen des Sicherungsringes von der Augenbuchse (auf der Freilaufseite). Eigentlich ist die Zange zum auseinanderdrücken von Segeringen gedacht, aber wenn man das Teil wie eine Heckenschere anpackt geht’s auch zum zusammendrücken.
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Zum Ausdrücken der Welle brauchts mal wieder einen Abzieher. Ich muss nur noch längere Schrauben besorgen, oder eine Gewindestange zuschneiden. Sicherheitshalber kann man die Gewinde ja durchschrauben und von hinten noch mit Mutter und Scheibe sicheren, damit dem Alugewinde nix passiert. Dank dem Loch links oben kommt man auch an die linke Schraube ran.
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Der 2. Tisch wird voll und das Getriebegehäuse langsam leer.
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Schaltgabelnummern.
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Zahn(heil)kunde.
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Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 1. September 2010, 15:02

Bilder Getriebeüberholung Teil 10

So, nun ist die Kegelradwelle mit Flanschbuchse auch raus.

Die Texte folgen...
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon rallye311 » Donnerstag 2. September 2010, 13:07

Hallo Carsten!

Auf deinen Bildern ist die Flanschbuchse noch montiert, nicht die Buchse des Hauptlagers sondern die hintere Buchse die das Lager 6008 trägt.

Grüße: rallye311

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Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 2. September 2010, 20:09

rallye311 hat geschrieben:Hallo Carsten!

Auf deinen Bildern ist die Flanschbuchse noch montiert, nicht die Buchse des Hauptlagers sondern die hintere Buchse die das Lager 6008 trägt.

Grüße: rallye311


Laut meinem ETK von 1964

-> http://www.die-besten.de/wartburg/bilde ... thumb.html

ist in der Augenbüchse (auf der Freilaufseite) ein Lager 6008. Die Augenbüchse ist zur Zeit noch im Gehäuse.

Die Flanschbüchse trägt das Lager 3306 und befindet sich zur Zeit noch auf der Kegelradwelle, aber nicht mehr im Gehäuse.

Vielleicht habe ich auch irgenwas falsch verstanden {kratz}.

Vielleicht wird es ja auf den beschrifteten Fotos deutlich.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 2. September 2010, 21:11

Hier nun die beschrifteten Bilder

Bilder Getriebeüberholung Teil 10

Für das Ausdrücken der Kegelradwelle braucht man....? Richtig: Einen Abzieher.

M8 Schrauben in passender Länge waren leider nicht verfügbar, aber eine Gewindestange (1 m) kostet etwas über 1 €.

Hier sind 2 Stangen (30 cm) mal probeweise angesetzt.
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Hätte ich keine Abzieher gehabt, wäre dieses Teil zum Einsatz gekommen. Dafür hätte ich aber die Löcher aufbohren müssen.
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Dann auf die Stangen stecken, eine Hutmutter zwischenlegen und dann Muttern auf den Stangen abwechselnd anziehen.
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Statt der Hutmutter kann man auch ein passendes Loch Bohren.
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Dann drückt das Blech so gegen die Welle. Mit einer Mutter drauf könnte man die Welle vielleicht sogar bei der Montage einziehen.
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Die Muttern sind beim Befestigen der linken Gewindestange abgestürzt.
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Hier ist das Loch, durch das die Mutter mit einem Finger geführt werden muss.
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So sehen die Gewindestange zum Abziehen aus. Links 2 gekonterte Muttern zum bequemen raus und reinschrauben. Rechts ist die Gewindestange bis ins Gehäuse durchgeschraubt. Dort ist dann von innen eine Mutter aufgeschraubt. Außen sind eine Scheibe und eine weitere Mutter gegen die Augenbüchse geschraubt. Sinn des Ganzen ist die Schonung der Alugewinde im Getriebegehäuse.
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Laut Reparaturhandbuch ist eine Gegendruckplatte (4 mm) zwischen Gehäuse und Vierarmnabe einzusetzen, damit die Welle nicht verkantet und die Schaltbegrenzungsscheibe nicht verzieht. 4 mm hat nicht gepasst, aber 2 mm. Beim Abdrücken konnte ich dann auf 4 mm wechseln.
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Abzieher angesetzt. Für optimalen Kraftverlauf wird der Abstand beider Unterlegscheiben zum Gehäuse gemessen. Der Abstand sollte identisch sein.
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Damit die Gewindestangen sich nicht verbiegen habe ich noch eine Schnur zur Hilfe genommen. (nicht schön, aber effektiv).
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Da sich die Welle mitgedreht hat musste sie irgendwie gehalten werden. Zum Glück gibt’s einen perfekten Platz für einen 13er Schlüssel. Wer von Anfang an gelesen hat erkennt nun, dass man gar keine Kupplungsscheibe braucht, ein 13er Schlüssel reicht. {goodidea}
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Hier ist das Getriebe auf die Seite gelegt und die "Gegendruckplatte" wurde gegen 4mm getauscht. Man sieht schon die Nadeln des ersten Lagers hervorblitzen.
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Das Ganze noch mal in der Übersicht.
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Und noch mal mit Abzieher.
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Fühlt sich lose an.
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Und die Welle kann von Hand herausgenommen werden.
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Blick ins Ausgleichsgehäuse. Die Welle ist raus, die Nadeln der Nadellager sind noch da.
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Für die, die es interessier hier noch mal der Abzieher mit den Gewindestangen.
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Und falls sich jemand so einen Abzieher nachbauen (lassen) will, hier ein paar Bilder mit Maßen.
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Die Nadeln der Lager holt ein Magnet schnell und sicher aus dem Gehäuse.
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Ob das alle sind? Im Nachhinein würde ich beim Abdrücken nach dem ersten Lager eine kurze Pause machen, um die Nadeln des 1. und 2. Lagers getrennt zu haben.
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Hier saß die Flanschbüchse mit der Kegelradwelle.
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Flanschbüchse mit Distanzscheiben und Kegelradwelle.
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Flanschbüchse (Rückseite)
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Flanschbüchse (Seite)
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Beschriftung Kegelradwelle und Lagersitze (Nadellager)
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Kegelradwelle Tragbild. Wie man sieht ist eine Distanzscheibe beim Ausdrücken am Gewindestift verformt worden. Leider kann man die Stifte nicht vorher rausdrehen.
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Beschriftung Kegelradwelle
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Beschriftung Tellerrad
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Die Beschriftung der Kegelradwelle und des Tellerrades müssen übereinstimmen.

54 Nadeln, alle da
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Nun muss die Augenbüchse raus. Mit dem Armen des Abziehers vom Freilaufstern könnte es klappen, aber da bräuchte ich beim Abziehen ein paar Hände mehr. Mal sehen, ich habe da schon eine Idee....
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Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Sonntag 5. September 2010, 21:20

schön, wenn man aus dem Urlaub kommt und sieht, daß es weiterging. Aber warum kann ich eigentlich nicht alle Bilder in den letzten beiden Beiträgen von Dir sehen?

Schöne Dokumentation :smile:

[smilie=happy.gif] oh, nach dem Antwortschreiben waren alle Bilder da.
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 5. September 2010, 22:21

Detlef Grau hat geschrieben:schön, wenn man aus dem Urlaub kommt und sieht, daß es weiterging. Aber warum kann ich eigentlich nicht alle Bilder in den letzten beiden Beiträgen von Dir sehen?

Schöne Dokumentation :smile:

[smilie=happy.gif] oh, nach dem Antwortschreiben waren alle Bilder da.


Danke schön... {anbeten}

Das mit den Bildern liegt an den langen Ladezeiten der vielen Bilder, ist halt schon sehr umfangreich geworden.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon wunni » Donnerstag 30. September 2010, 12:55

Hallo!

Also, der Zustand der Zahnräder auf den Fotos ist ja quasi frisch ab Werk! :smile:
Da lohnt sich jeder Aufwand. Mit den heutigen Ölen hat man dann ja zigtausend km Ruhe!

Auch ich fahre mit einem selbst überholten Getriebe rum.
1994 habe ich fast alle Lager erneuert, einen frisch überholten Freilauf eingebaut und neue Wellendichtringe eingebaut.
Seitdem fährt es prima, schaltet sich super und ist leise.

Bei einem anderen Getriebe war das Tellerrad hinüber, weil das große Hauptlager dahinter verschlissen war. Damit fraß sich das Kegelrad in die Tellerverzahnung - aber es lief noch und war sogar leise!

Die Bemerkung "zeige mir 8 Getriebe, bei jedem ist das Gleiche kaputt" kann ich nicht bestätigen (O.K., ich habe "nur" vier Getriebe rumliegen). Anscheinend hat man immer mal was repariert, je nach Teilelage; andere alte Teile blieben drin.
Bei meinen Getriebeleichen sind allerdings überall die Lager futsch. Der Zustand der Zahnräder, Synchronringe und Schaltgabeln ist unterschiedlich.
Beste Grüße!

wunni

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon rallye311 » Donnerstag 30. September 2010, 15:55

Hallo wunni!

Also ich kann die Aussage von Detlef nur bestätigen. Du wirst vielleicht das Glück gehabt haben ein Getriebe mit guter Basis erwischt zu haben, aber wie du selber beschreibst das Hauptlager im Schlachtgetriebe war defekt und folglich Teller und Kegelrad hin. Das man das nicht gehört hat ist um so schlimmer, da man nicht rechtzeitig das Lager wechselt. Meiner persönliche Meinung und Erfahrung ist, daß die DDR-Lager 3306 die nicht original ab Werk verbaut wurden eine eher zweifelhafte Qualität haben. Ich habe schon selber ein neues Differential nach nur 15.000km wegen eines solchen Lagers verloren!
Ich kann nur dazu raten das Hauptlager immer zu tauschen wenn es ungewisst ist seit wann es verbaut ist, und neue Lager aus nicht DDR-Produktion zu verbauen, aber dann gibt es keine Getriebeüberholung für 50 oder 100€.

Zu dem Getriebe von Carsten passt übrigens auch die Aussage von Detlef: Die Schaltgabel vom 4.Gang ist verschlissen und das Zahnrad vom 1. Gang zeigt auch schon deutliche Karies. Es wird sicher noch eine Weile halten, aber neu ist es nicht mehr und wenn die Härteschicht einmal verschlissen ist geht der Verschleiß exponentiell weiter. Zur Erinnerung dieses Getriebe ist auch nur aufgemacht worden weil es geleckt hat, funktional war es noch ok. Das schließt den Kreis, denn meistens wurden die Getriebe erst ausgebaut nachdem sie defekt waren...

Schöne Grüße: rallye311

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 27. Oktober 2010, 18:14

Nach langer Wartezeit und viel Arbeit an Haus und Garten geht hier endlich mal ein bisschen weiter

Bilder Getriebeüberholung Teil 11

Da ich in der Garage war und von 4 Flaschenzügen die Ketten gekürzt habe, damit die im Bootsschuppen nicht ins Wasser hängen konnte ich nicht anders und habe mich anschließend dem Getriebe gewidmet.

Die Augenbuchse muss abgezogen werden. Wie immer versuche ich eine Variante ohne Schweißgerät.

Erstmal wurde die Rundung in die der Abzieher eingreift auf Papier übertragen.
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Passt perfekt.
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Dann wurde die Rundung auf meine Abzieharme übertragen. Dabei handelt es sich um 40 mm breite (das passt genau in die Aussparung links und rechts) Stahlwinkel.
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Passt perfekt.
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Mit Gegenstück sieht das Ganze so aus.
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Mit 4 mm Schrauben wird das Ganze verbunden.
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Die Vorrichtung kann dann jederzeit abgenommen oder angesetzt werden.
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Man könnte nun eine Gewindestange mit Scheibe und Mutter zum Abziehen nehmen, ich nehme wieder den Balkenabzieher. Sieht fast aus wie ein Stabilbaukasten. {rolleyes}
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So sieht das Ganze komplett aus.
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Fehlt nur noch ganz viel Wärme, damit das Abziehen leichter geht. Ich habe natürlich das Gehäuse erhitzt, das sieht nur auf dem Foto anders aus.
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Statt die Augenbuchse herauszuziehen verziehen sich die "Abzieherarme" {bedrückt} .
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Na gut, wird das Teil halt gerichtet und mit dem Scheißgerät verstärkt. Schrauben wäre auch gegangen, schweißen gin nur schneller zumal ich schon die Befürchtung hatte, dass das nichts nutzt.
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Die Pfuschschweißung hat gehalten, aber nun haben sich die 4er Schrauben und die abgewickelten Blechlaschen die in die Augenbuchse fassen verbogen. Bevor ich die Augenbuchse beschädige suche ich lieber eine andere Lösung.

Das Lager der Augenbuchse sitzt an zwei Stellen fest. An der Welle und über den Lagerträger am Gehäuse.

Mit einem Schraubendreher wird der Kugellager herausgehebelt und mit der Zange entfernt.
Bild
Bild

Die Kugeln können dann alle zusammengeschoben und aus dem Lager gehebelt werden.
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Mit den selbstgebauten Abzieherarmen für den Freilauf kann nun der Innenring des Lager von der Welle gezogen werden.
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Zur Sicherheit wird die Welle gestützt.
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Sieht schon ganz gut aus, allerdings muss jetzt ein anderes Druckstück her.
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Pass nicht optimal.
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Dann lieber so. Eine passende Nuss mit eingesteckter Schaube. Die ist festgeschraubt, damit sie nicht den Nadellagersitz in der Welle ruinieren kann.Bild
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Und da hier jetzt mehr Platz ist kann ich auch einen anderen Abzieher nehmen.
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Trommelwirbel und Tusch.....Das halbe Lager ist raus.
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Nun ist genug Platz die obere Welle auszubauen. Dafür brauchts wieder Spezialwerkzeug. Wenn beide Wellen raus sind werde ich die Augenbuchse wohl von innen nach außen drücken.

Die obere Welle ist mit einem Sprengring gesichert.
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Dann kommt eine dicke Scheibe (Schulterring).
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Und wie man dieses Lager abziehen soll, bzw. wie der Originalabzieher funktioniert erschließt sich mir noch nicht.
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Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Donnerstag 28. Oktober 2010, 10:24

Das mit dem Lager zerstören ist eigentlich ne gute Idee. Kannst du die Welle denn jetzt nicht seitlich rausnehmen oder ist es wirklich so eng, daß man die obere Welle auch demontieren muß?

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon rallye311 » Donnerstag 28. Oktober 2010, 12:25

Hallo Carsten!

Sieht doch schon recht gut aus. In der Mail oben meinte ich einegtlich auch nicht die Flanschbuchse sondern die Augenbuchse. Diese würde ich an deiner Stelle auch jetzt herausziehen, dann kannst du noch die Welle zum Gegenhalten nehmen.
Für das Lager oben kann man entweder den originalen Abzieher nehmen oder den Lagerkäfig zerstören und einen unviersellen Lagerabzieher benutzen. Beim originalen Abzieher wird eine Art Klaue mit "Fingern" über den Lagerinnenring gesetzt. Dann wird die Klaue verspannt damit die "Finger" nicht abrutschen können und das Lager kann ausgezogen werden. Bei den universellen Ausziehern wie z. B. hier:http://cgi.ebay.de/Kugellager-Abzieher-Abziehersatz-Kugellagerabzieher-NEU-/310197693965?pt=DE_Haus_Garten_Heimwerker_Handwerkzeug&hash=item4839392e0d gibt es Kugeln die in das Lager gesetzt werden, aber der Käfig muß vorher zerstört werden.
Die untere Welle kann meineserachtens im jetzigen Zusatnd noch nicht demontiert werden.

Also schöne Grüße: rallye 311

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 28. Oktober 2010, 15:36

onkel_jens hat geschrieben:Das mit dem Lager zerstören ist eigentlich ne gute Idee. Kannst du die Welle denn jetzt nicht seitlich rausnehmen oder ist es wirklich so eng, daß man die obere Welle auch demontieren muß?


In einer Woche ist es 1 Jahr her, dass ich bei Dir den Scheibenrahmen abgeholt habe. Ich kann kaum glauben, wie die Zeit verfliegt.

Um die untere Welle herauszunehmen muss laut Reparaturhandbuch die obere Welle entfernt werden. So wie es aussieht braucht man den Platz den die obere Welle einnimmt, um die untere Welle herauszuheben. Im aktuellen Zustand ist es definitiv
nicht möglich die Welle herauszufädeln.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Donnerstag 28. Oktober 2010, 17:14

carsten hat geschrieben:In einer Woche ist es 1 Jahr her, dass ich bei Dir den Scheibenrahmen abgeholt habe. Ich kann kaum glauben, wie die Zeit verfliegt.


Stimmt, war auf deinem Weg nach Neuruppin. Dann solltest du mal wieder ein bißchen schweißen :smile:

carsten hat geschrieben:Um die untere Welle herauszunehmen muss laut Reparaturhandbuch die obere Welle entfernt werden. So wie es aussieht braucht man den Platz den die obere Welle einnimmt, um die untere Welle herauszuheben. Im aktuellen Zustand ist es definitiv
nicht möglich die Welle herauszufädeln.


Ich habe ja auch eine Kopie des Reparaturhandbuches und muß feststellen, daß solche Arbeiten in heutigen Werkstattunterlagen einfach besser beschrieben und vor allem besser bebildert sind. Ich werde mir das weiterhin bei dir anschauen und nächstes Jahr noch mal trainieren. Ich hätte die obere Welle gern eigebaut gelassen, da ich "nur" an den Synchronring für den zweiten Gang ran muß. So wie es aber aussieht bleibt am Ende ein leeres Gehäuse übrig.
Ich hatte mir noch ein Getriebe ersteigert. Das liegt aber leider bei Chemnitz und ich komme dort so schnell nicht hin. Ist ja auch nicht so eilig, da es nur zur Reserve sein sollte. Aber falls jemand in Lichtenau (Sachsen) vorbei kommt und zufällig Richtung Nord-Ost fährt kann er sich ja mal bitte melden.

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Freitag 29. Oktober 2010, 20:37

rallye311 hat geschrieben:Hallo Carsten!
Sieht doch schon recht gut aus. In der Mail oben meinte ich einegtlich auch nicht die Flanschbuchse sondern die Augenbuchse.
Diese würde ich an deiner Stelle auch jetzt herausziehen, dann kannst du noch die Welle zum Gegenhalten nehmen.


Hallo Daniel, momentan ist das Problem, dass ich die Welle mit der Blechscheibe hinten (zum Ausgleichsgetriebe) gegen die Wand drücke.
Daher will ich mal versuchen erst die Wellen auszubauen und mich dann der Augenbuche zu widmen.

rallye311 hat geschrieben:Für das Lager oben kann man entweder den originalen Abzieher nehmen oder den Lagerkäfig zerstören und einen universellen Lagerabzieher benutzen. Beim originalen Abzieher wird eine Art Klaue mit "Fingern" über den Lagerinnenring gesetzt. Dann wird die Klaue verspannt damit die "Finger" nicht abrutschen können und das Lager kann ausgezogen werden.


Das habe ich schon vermutet, da es keine andere sinnvolle Lösung für einen Abzieher gab. Das Lager zerstören wäre meine Notlösung gewesen, soll ja sowieso getauscht werden.


rallye311 hat geschrieben: Bei den universellen Ausziehern wie z. B. hier:http://cgi.ebay.de/Kugellager-Abzieher-Abziehersatz-Kugellagerabzieher-NEU-/310197693965?pt=DE_Haus_Garten_Heimwerker_Handwerkzeug&hash=item4839392e0d gibt es Kugeln die in das Lager gesetzt werden, aber der Käfig muß vorher zerstört werden.


Witziges Teil, als Universalabzieher habe ich die noch nicht gesehen. Könnte vielleicht sogar mit intakten Lagerkäfig funktionieren, so wie die Kugelköpfe aussehen. Die scheinen nicht komplett rund sondern scheibenförmig zu sein, so dass sie in die Laufbahn des intakten Lagers gedreht werden können.

rallye311 hat geschrieben:Die untere Welle kann meines Erachtens im jetzigen Zustand noch nicht demontiert werden.


Stimmt solange die obere Welle im Weg ist hat man keine Chance die untere Welle herauszufädeln.

Viele liebe Grüße auch an die Familie und die Autos {winken}
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Freitag 29. Oktober 2010, 21:02

onkel_jens hat geschrieben:
carsten hat geschrieben:In einer Woche ist es 1 Jahr her, dass ich bei Dir den Scheibenrahmen abgeholt habe. Ich kann kaum glauben, wie die Zeit verfliegt.


Stimmt, war auf deinem Weg nach Neuruppin. Dann solltest du mal wieder ein bißchen schweißen :smile:


Wem sagst du dass, es juckt mich mächtig in den Fingern endlich am Kombi weiterzumachen, aber bis zum Frühjahr will ich das Getriebe fertig haben, damit das Coupe wieder fährt.

onkel_jens hat geschrieben:Ich habe ja auch eine Kopie des Reparaturhandbuches und muß feststellen, daß solche Arbeiten in heutigen Werkstattunterlagen einfach besser beschrieben und vor allem besser bebildert sind.


Stimmt, die Werkstatthandbücher meiner Heckflosse waren echt genial. Jeder Arbeitsschritt ausführlich beschrieben und bebildert.
Andererseit richten sich die Reparaturhandbücher ja an Werkstätten und die hätten sich den passenden Abzieher ja bestellen können. Mit Werkstattbuch, Spezialwerkzeugkatalog (in dem man leider nur die Außenumrisse der Werkzeuge erkennen kann), Ersatzteilkatalog und den Bildern vom Schnittmuster gehts eigentlich ganz gut.

onkel_jens hat geschrieben:Ich werde mir das weiterhin bei dir anschauen und nächstes Jahr noch mal trainieren. Ich hätte die obere Welle gern eigebaut gelassen, da ich "nur" an den Synchronring für den zweiten Gang ran muß. So wie es aber aussieht bleibt am Ende ein leeres Gehäuse übrig.


So ist wenigstens Gelegenheit alle Lager zu erneuern, ist doch auch schön.

onkel_jens hat geschrieben:Ich hatte mir noch ein Getriebe ersteigert. Das liegt aber leider bei Chemnitz und ich komme dort so schnell nicht hin. Ist ja auch nicht so eilig, da es nur zur Reserve sein sollte. Aber falls jemand in Lichtenau (Sachsen) vorbei kommt und zufällig Richtung Nord-Ost fährt kann er sich ja mal bitte melden.


EIn Wartburggetriebe bekommt man gut in einen Bananenkarton verpackt. Schau doch mal unter Versandrechner.de nach, so teuer ist das Porto gar nicht und das Teil kann man sogar abholen lassen.

Mach doch im Forum mal einen eigenen Thread für den Transport auf. Vielleicht kommt ja jemand aus der Richtung nach Neuruppin, das ist vor Dir ja nicht sooo weit und der Markt ist echt lohnenswert. Ich muss leider arbeiten {sehrbedrückt} .
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 4. November 2010, 21:02

Und weiter geht’s mit dem Zerlegen. Nun ist die obere Welle (die Antriebswelle) dran.

Bilder Getriebeüberholung Teil 12


Hier ist das Lager auf der Freilaufseite, das muss raus.
Bild

Wie man sieht ist die Rückseite nicht erreichbar.
Bild

Zwischen Lagerinnen- und Lageraussenring passt perfekt eine M6 Schraube durch.
Bild
Bild

Auf der Rückseite passt exakt eine M6 Mutter zwischen Zahnrad und Gehäusewand.
Bild

Der Plan: Den Lagerkäfig zerstören. 2 x M6 Schraube durchstecken und auf der Rückseite eine M6 Mutter aufdrehen. Dann das Ganze mit dem altbekannten Abzieherbalzen abziehen.

Hier sieht man, wie viel die Mutter (auf Innen- und Außenring) tragen würde
Bild

Lagerkäfig geöffnet.
Bild
Bild

Soweit, so gut. Leider sitzt hinter dem Lager eine Scheibe, an der die Schraube nicht vorbei passt.

Also andere Variante.

Hier mal wieder als Ausgangsbasis die gute alte M6 Schlossschraube (kam schon beim Freilauf zum Einsatz).
Bild

Nach einigen Minuten mit der Schruppscheibe sieht das Teil so aus. T-Förmig in lässt sich zwischen Lagerinnen- und Lageraussenring schieben und drehen.
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Bild

Eingeschoben.
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Um 90° Gedreht.
Bild

Hier noch mal vorher/nachher.
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Seitenansicht.
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Draufsicht.
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Damit man sieht, ob die Abzieherarme richtig sitzen habe ich die Teile mit einem Strich markiert.
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Angesetzt und fertig zum Abziehen.
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Los geht’s.
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Das Lager kommt ganz leicht heraus.
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Hinter dem Lager sieht es so aus. Da ist auch die Scheibe, die die erste Variante vereitelte.
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Hier noch mal Lager mit Abzieher. Der Balken ist übrigens aus dem Lagerabziehersatz, den Daniel oben erwähnt hat.
Bild

Hier mal der Vergleich zwischen Kaufteil und Eigenbau. Wenn man den Eigenbaukopf noch ein bisschen kürzt kann man auch Lager ausziehen ohne den Käfig zu beschädigen. Weiterverwenden würde ich die Lager dann aber trotzdem nicht.
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Weiter geht es nun auf der Seite des Differentials:

Die beiden Sprengringe/Segeringe müssen raus.
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Dank der "Serviceöffnungen" geht’s auch mit einer kürzeren Zange als in Reparaturanleitung beschrieben.
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Da ist der kleine Sprengring.
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Nun kommt der große, der das Lager sichert.
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Obwohl die Abzieherarme verlängerbar sind reicht es nicht.
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Also entfernen wir erstmal die Scheibe von der Freilaufseite.
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Leider ist bei meinen Gewindestangen keine mit M6 Gewinde dabei, also ist für heute Feierabend.
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Laut Werkstatthandbuch wird die Welle von der Freilaufseite mit einem Leichtmetalldorn durchgeschlagen. Dann wird das Lager, das vorher mit dem Sprengring gesichert war, mit einem Spezialwerkzeug abgezogen.

Ich ziehe lieber gleich das Lager, dann spare ich mir auf der Welle rumzukloppen.
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 7. November 2010, 21:51

Bilder Getriebeüberholung Teil 13

Hier war ich letztes Mal stehengeblieben, da mir passende Gewindestangen fehlten.
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Um besser und bequemer arbeiten zu können stelle ich das Getriebe mit der Freilaufseite auf 2 Hölzer.
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Steht sicher und stabil.
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Wo ich schon mal da war habe ich gleich passende Spreizdübel mitgenommen. Mal schauen, ob man die verwenden kann.
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Hier noch die technischen Daten dazu.
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Passen gut in das Lager.
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Leider brechen die Teile beim Einschrauben der Gewindestangen ab.
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Also anders....

Die Gewindestangen werden mit Verbindungsmutter an die selbstgebastelten Abzieher geschraubt.
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Die Scheibe nehme ich vor dem Abziehen noch ab, damit sie sich nicht verkantet.
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Scheibe und Sprengringe lege ich in Einbaulage beiseite.
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Hier ist der Lagerring aufgebrochen und die Kugeln sind so arrangiert, dass die Arme gegenüber liegen.
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Mit dem Finger die Länge die aufgeschraubt werden soll festlegen.
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Dann festhalten und die Mutter bis zum Finger aufschrauben.
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Fertig zum Abziehen.
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Gehäuse noch erwärmen, damit es leichter geht.
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Und wenige Sekunden später ist das Lager raus.
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Hier noch mal das lange Elend in voller Ausdehnung.
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Das Lager kann jetzt bis zum nächsten Lagersitz geschoben werden.
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Wie man sieht sind freilaufseitig und differentialseitig identische Lager verbaut.
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Hier ist der Lagersitz, der einen erneuten Abziehereinsatz erfordert.
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Das ginge auch mit dem "langen Elend", aber ich will wenigsten einmal einfach einen Standardabzieher benutzen. {kicher}
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Festhalten, sonst dreht die Welle mit.
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Blick auf den Lagersitz.
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Nun wird die Antriebswelle soweit wie möglich nach rechts (zur Differentialseite) bewegt.

Dann das Zahnrad für den 4. Gang ganz nach links schieben.
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So bekommt man Zugang zu dem Sprengring auf der Welle.
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Mit einer abgewinkelten Segeringzange kann der Sprengring gespreizt und nach links bewegt werden.
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Hier sieht man den Sprengring frei. Der muss aber noch so weit wie möglich nach links geschoben werden.
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Dann kann die Schaltmuffe nach links geschoben werden.
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Und zuletzt das Zahnrad für den 3. Gang. Erster und zweiter Gang sind fester Bestandteil der Welle.
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Nun kann die ganze Welle so weit wie möglich nach rechts bewegt werden. Dadurch liegt das linke Wellenende frei.
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Nun kann das Zahnrad für den 4. Gang herausgenommen werden. Der Sprengring kommt dann auch gleich raus.
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Zahnrad für den 4. Gang. (Einbaulage)
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Zahnrad für den 4. Gang.
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Zahnrad für den 4. Gang und Sicherungsring.
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Nun kann der Synchronring herausgenommen werden.
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Diese Seite zeigt nach rechts (eckige Seite der Messingarme).
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Diese Seite zeigt nach links (runde Seite der Messingarme).
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Bohrungen im der Bereich der Messingarme.
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Verdrehbarer Weg zwischen Messing- und Stahlring.
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Nun kann das Zahnrad für den 3. Gang herausgenommen werden.
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Zahnrad für den 3. Gang. (Einbaulage)
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Bohrung.
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Details.
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Nun ist nur noch die Antriebswelle übrig und die kann einfach zur Freilaufseite herausgenommen werden.
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Hier noch mal der 2. Gang (links) und der 1. Gang (der auch der Rückwärtsgang ist).
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5 (Fünf)
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Hinten rechts erkennt man nun den Rückwärtsgang.
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Jetzt könnte eigentlich die untere Welle entfernt werden, aber das geht (so wie Daniel gesagt hat) tatsächlich nur, wenn die Augenbuchse komplett entfernt wurde.

Also stelle ich nun das Getriebe auf die Antriebsseite.

Unter die Welle kommen stabile Blechstreifen, da die Welle nun als Druckstück herhalten muss.
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Und hier kommen schon wieder die selbstgebauten Abzieherarme zum Einsatz.
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Hier sieht man, wie die Arme hinter die Augenbuchse greifen.
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Fertig zum Abziehen. Erwärmt wurde auch...
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Die Augenbuchse kommt.
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Die Augenbuchse ist raus. {beifall}
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Nur leider ist der Ring des Lagers noch drin. Und so richtig Platz für einen Abzieher ist nicht. Also beim nächsten Mal das Lager lieber ganz lassen.
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Immerhin kann jetzt die untere Welle aus dem Gehäuse genommen werden.
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So geht’s raus.
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Und hier sieht man wie Sitz der Augenbuchse beim Rausheben genutzt wird.
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Einmal die untere Welle komplett.
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Einmal obere und untere Welle komplett.
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Rückwärtsgang im Detail.
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Rückwärtswelle vom Differential aus.
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Aber vorher will ich das Problem Augenbuchse lösen.
Mit Kugeln werden Innen- und Außenring wieder zusammengebraucht.

Man könnte nun die Eigenbauarme nehmen, aber ich will auch mal den gekauften Lagerabzieher ausprobieren.
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Bis hier ging’s Problemlos.
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Nun darf das IKEA-Montagewerkzeug (Inbus) zeigen was es kann, allerdings nur als Druckstück.
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IKEA hält, aber das Blech gibt nach. Hätte ja auch sowieso nicht ganz gereicht.
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Es hat sich aber nun ein Spalt zwischen Augenbuchse und Lagerring aufgetan. Hier passen wieder die Selbstbauabzieherarme.
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Nun lasse ich einfach die Bilder für sich sprechen....
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Hier ist die Nut für den Originalabzieher.
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Noch ein bisschen Aufräumen und dann ist Feierabend.
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Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Freitag 19. November 2010, 17:18

So, Carsten, habe mir letzte Woche auch den gleichen Kugellagerauszieher liefern lassen und muß sagen, daß sich das Ding wirklich gut macht. Habe heute mein getriebe auch restlos zerlegt. Und eigentlich alles nur um an die kleinen Kügelchen des Synchronringes ranzukommen. Na gut, man lernt ja auch was dabei. Des weiteren hat das Schaltrad des 2. Ganges sehr stark Karies und sollt erneuert werden. Der Kollege Friedrichs in Britz (ich weiß...) hat so was einzeln im Angebot. Falls jemand eine bessere Idee hat - immer her damit. Ist auch nicht so eilig, da das ja ein Reservegetriebe werden soll.

Was ist bei dir defekt, Carsten?


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