311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Die Fachbeitäge zum Thema Getriebe sind hier zu finden.

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carsten
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 21. November 2010, 12:01

onkel_jens hat geschrieben:So, Carsten, habe mir letzte Woche auch den gleichen Kugellagerauszieher liefern lassen und muß sagen, daß sich das Ding wirklich gut macht. Habe heute mein getriebe auch restlos zerlegt. Und eigentlich alles nur um an die kleinen Kügelchen des Synchronringes ranzukommen. Na gut, man lernt ja auch was dabei. Des weiteren hat das Schaltrad des 2. Ganges sehr stark Karies und sollt erneuert werden. Der Kollege Friedrichs in Britz (ich weiß...) hat so was einzeln im Angebot. Falls jemand eine bessere Idee hat - immer her damit. Ist auch nicht so eilig, da das ja ein Reservegetriebe werden soll.


Schön, dass es bei Dir auch weitergeht. Ich habe gestern mal die Garage ein bisschen aufgeräumt und dabei noch 2 Getriebe "gefunden". Damit habe ich also 9 Getriebe (inkl. 2 eingebaute) für 2 Autos. Zum Glück kann man die gut stabeln. Nur lose Getriebeteile habe ich leider nicht.

Bezüglich des Schaltrades kannst du ja mal bei Hr. Helbing nachfragen:

Helbing - Getriebe
Telefon:03622 / 907672
regeneriert Getriebe und ungebrauchte Lagerware
In Kälberfeld hinter Wutha-Farnroda südöstlich von Eisenach.


onkel_jens hat geschrieben:Was ist bei dir defekt, Carsten?


Also wenn man es genau nimmt....nichts. Nur die Schaltgabeln und der Freilauf zeigen leichten Verschleiß.

Das Ding hat mir einfach zu sehr geölt, deswegen hatte ich ja ein regeneriertes Getriebe verbaut, um das alte in Ruhe abzudichten.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Montag 14. März 2011, 11:35

Hallo Carsten, es ist etwas wärmer geworden und eine berufliche Zwangspause hat mir die Zeit gegeben an meinem Getriebe weiterzumachen.

Das Schaltrad habe ich sehr günstig inkl. Synchroneinheit bei Herrn Helbing bekommen. Nicht schlecht, was es noch so an werksneuen Teilen gibt. Dann habe ich noch die kleinen Kügelchen von den Gleitstiften des 3./4. Ganges erneuert und natürlich die Kugellager und Simmerringe. Zum Abdichten habe ich keine Papierdichtungen mehr genommen, da es mittlerweile bessere Dichtmittel auf Silikonbasis gibt, die speziell für solche Zwecke gedacht sind. Die Papierdichtungen suppern ja eh bald wieder durch.

Was soll ich sagen: also ich habe fertig.... :smile:

Läßt sich alles schön schalten, Freilauf funktioniert - hat Spaß gemacht.

Ich hoffe, daß du auch noch etwas Freude hast.

Gruß Jens

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 14. März 2011, 15:31

Hallo Jens,

Glückwunsch zur erfolgreichen Regeneration.

Bei mir geht es jetzt langsam mit dem Schrauben wieder los, nun wird es ja endlich wieder wärmer und die Tage werden auch wieder länger.

Welche/s Dichtmittel hast Du denn verwendet und wo ?
Wie ist der Eindruck der Dichtigkeit bis jetzt ?
Wie weit bist du denn schon damit gefahren ?

Fragen über Fragen....
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Montag 14. März 2011, 15:59

Ich habe von Würth das "RTV Super Silikon" genommen. Es gibt aber auch "Drei Bond" und bestimmt noch etliche andere Mittel. Ich habe mit beiden genannten schon gearbeitet und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Z. B. die Ölwanne am Skoda meiner Mutter ist ab Werk auch nur mit Dichtmittel abgedichtet und ich habe sie damit erneuert. Oder die Wasserpumpe an meinem Wartburg habe ich damit abgedichtet. Das Zeug wird wie Gummi, paßt sich dementsprechend gut an und läßt sich bei Bedarf wieder gut enfernen. Ich habe auch schon die Deckel der Schrägrollenlager am Differential mit abgedichtet. Das hält wunderbar. Nur an den papierabgedichteten Stellen (bei derzeit eingebauten Getriebe) schwitzt es leicht.

Eingebaut habe ich es nich nicht, da mein verbautes ja gut funktioniert. Das wr mehr so eine Arbeit um das Kribbeln in den Fingern etwas zu stillen und mal zu schauen, wie es eigentlich geht. Aber man merkt schon beim trockenen Durchschalten der Gänge, daß das alles viel flutschiger, aber auch präziser abläuft. Für einen Probeeinbau ist mir der Aufwand jetzt doch etwas zu groß. Vieleicht, wenn ich den Motor mal wieder ausbauen muß...

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Mittwoch 16. März 2011, 22:41

onkel_jens hat geschrieben:....Zum Abdichten habe ich keine Papierdichtungen mehr genommen, da es mittlerweile bessere Dichtmittel auf Silikonbasis gibt, die speziell für solche Zwecke gedacht sind. Die Papierdichtungen suppern ja eh bald wieder durch.....



{Du Du} wenn das man nicht nach hinten losgeht {Du Du}

Silikondichtmittel, wie man sie zum Beispiel zum Abdichten des Kurbelgehäuses verwendet oder heutzutage zum abdichten der Ölwanne, können eine Papierdichtung nicht ersetzen. Beim Kurbelgehäuse sind die Dichtflächen derart geplant, das der Einsatz eines dünnflüssigen Dichtmittels mit ausreichend Spaltüberbrückung und genügender Temperatur- und Chemikalienbeständigkeit vorgesehen ist. Das weglassen der Papierdichtungen am Getriebe, wo diese Dichtungen, auch in der angegebenen Stärke, von vorherein bei der Konstruktion berücksichtigt und eingeplant wurden, führt zu anderen Einbaulagen und Einbauspielen. Wenn man zum Beispiel die Papierdichtungen unter den Flanschen der Schulterlager des Differentiales weglässt, ergibt das zwangsläufig anderes Flankenspiel am Differential und zu stramm laufende Schrägrollenlager. Hier ist ohne Korrektur ein Ausfall vorprogrammiert! Das pure durchdrehen im ausgebauten Zustand mit durchschalten bei stehendem Getriebe, sollte nicht als Indiz für Dauerhaltbarkeit herhalten :? .

Auch ein 311er Getriebe ist dicht zu kriegen! Die wahren Ursachen liegen oft im verborgenen. Ich hab mir im Januar einen Dichtungssatz (Papier, original) für den 311er in Magdeburg auf dem Teilemarkt für 6,-Euro gekauft. Da kann an wohl kaum was verkehrt machen.

Ich mahne deshalb so eindringlich, weil wirklich gute oder neue Getriebeteile für einen 311er immer schwerer aufzutreiben sind.
in diesem Sinne

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Freitag 18. März 2011, 11:22

Das Dichtmittel ist ja nicht dünn wie Wasser und extra für solche Sachen entwickelt worden. Bei BMW werden z.B. an älteren Modellen die Papierdichtungen gegen sogenannte Flüssigdichtungen ausgetauscht und es sind gar keine Papierdichtungen mehr lieferbar. Was die Haltbarkeit angeht mache ich mir nicht solche Sorgen, weil ich das an meinem derzeitigen Getriebe auch schon abgedichtet habe und selbst meine Wasserpumpe ist schön trocken. Temperaturbeständig ist das Zeug auch.

Bei ganz aktuellen Fahrzeugen gibt es teilweise nicht mal mehr Ölwannendichtungen, sonder relativ dünnes Zweikomponentendichtmittel, welches mit Spritze in vorgesehene Öffnungen gebracht wird.

Vielleicht ist ja eine kleine "Neuerung" mal nicht schlecht...

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon rallye311 » Freitag 18. März 2011, 12:20

Hallo!

Ich glaube das Detlef gar nicht das Dichtmittel kritisieren wollte sondern nur auf ein möglicherweise geändertes Zahnflankenspiel. Wenn das Spiel nach dem Zusammenbau kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert wurde ist auch alles in Butter.

Grüße: rallye311

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Freitag 18. März 2011, 16:25

Das stimmt. Natürlich habe ich das neu eingestellt und das Tragbild mittels "Tusche" (alternativ lt. Rep.anleitung) :-| kontrolliert. Selbst, wenn man das selbe Differential wieder verbaut, sollte man das auf jeden Fall kontrollieren. Da kan sich ja immer was verschieben.

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Freitag 18. März 2011, 23:09

rallye311 hat geschrieben:....Ich glaube das Detlef gar nicht das Dichtmittel kritisieren wollte sondern nur auf ein möglicherweise geändertes Zahnflankenspiel. Wenn das Spiel nach dem Zusammenbau kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert wurde ist auch alles in Butter....


stimmt ganz genau! Natürlich verwende ich bei Dichtmaterialien das , was im Moment Stand der Technik ist, mit all seinen Vorteilen. Bärendreck oder ähnliche Mittelchen hab ich auch nicht mehr da und wenn, würde ich es wohl auch nicht mehr verwenden :? . Sollte mein Beitrag keiner gewesen sein und Du das Gefühl gehabt haben, ich hätte Dir keine Luft zum atmen gelassen oder Deine Arbeit ungerecht beurteilt, dann möchte ich mich dafür entschuldigen. So war es nicht gemeint!

Fakt ist aber und das wollte ich eigentlich mit meinem Beitrag erreichen, daß man gerade wenn man neue Wege beschreitet, nicht unbedingt seine Arbeitsschritte und Überlegungen damit begründet, daß es woanders auch geht, sondern auch einmal darüber schreibt, welche Überlegungen man im Vorfeld gemacht hat, welche Quellen man eventuell angezapft hat und welche Auswirkungen der Einsatz auf andere Komponenten hat. Nicht alle hier im Forum haben schon ein Getriebe auseinander genommen, was, wenn jemand unsere Beiträge mit in seine Arbeit "fliessen" läßt, nur weil es da ja so steht ?

Wir wollen einander doch helfen und miteinander auch Wissen mehren und bewahren und uns auch vor Schaden schützen.
in diesem Sinne

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Sonntag 20. März 2011, 11:09

Das stimmt, ich denke oft mehr, als ich schreibe. Da ich ja den Beruf des Kfz-Mechanikers erlernt habe erscheint mir wohl zu viel zu banal um es extra zu erwähnen. Da könnte ich mal dran arbeiten... :smile:

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 2. Mai 2011, 23:05

Bilder Getriebeüberholung Teil 14


Nach einer viel zu langen Wartezeit/Pause (fast 6 Monate) habe ich mich nun endlich mal wieder ein wenig mit dem Getriebe beschäftigt.

Das Gehäuse war ja bis auf den Rückwärtsgang, die Ölablassschraube, die Stehbolzen (innen und außen) und die Passstifte ja schon vollständig leergeräumt.

Nun habe ich mich also mal um den Rückwärtsgang gekümmert.

Nach herausschrauben einer Schraube kann eine Scheibe abgenommen werden, die die Welle des Rückwärtsganges in ihrer Position hält.

Die Welle wird nun gemäß dem Reparaturhandbuch von der Freilaufseite aus mit einem Lichtmetalldorn durchgeschlagen.

Ich habe erst überlegt, die Welle mit einer Gewindestange herauszudrücken, war mit aber zu aufwändig.

Ich habe dann Testweise mal einen Hammerstil aus Holz anstelle eines Leichtmetalldornes angesetzt und mit dem Schonhammer daraufgehauen. Die Welle bewegte sich dadurch in die gewünschte Richtung.

Da der Hammerstiel zu kurz war, habe ich nach einem passenden Holz gesucht. Für den Garten hatte ich noch einen Holzstab von einer Sylvesterrakete, der war jedoch zu dun und bracht beim 1. Schlag durch.

Da kein passendes Holz da war habe ich ein Stück Holzlatte abgelängt und mit dem Cuttermesser solange bearbeitet, bis es passte. Das hat dann perfekt funktioniert.

Natürlich musste ich noch ein paar Mal nachschnitzen, damit der Durchmesser stimmt und zum Ende war das Holz zu kurz, typischer Messfehler…

Aber letztendlich lies sich die Welle erstaunlich problemlos entfernen.

Nun noch den Halter des Kupplungsseiles und die Ölablassschraube entfernt und fertig.

Ich hatte für die Reinigung des Getriebes Backofenreiniger besorgt, aber beim Studium der Anwendungshinweise stellte ich leider fest, dass das Zeug nicht auf Aluminium angewendet werden soll. (Zu aggressiv).

Also hat das Getriebe zwei Runden in der Spülmaschine bei 70°C gewonnnen.
Dazu möchte ich aber anmerken, dass das schon fast sauber war durch Kaltreiniger und Bremsreiniger.

Jetzt sieht der Innenraum aus, als käme das Teil gerade aus der Fertigung. Auch außen ist nur noch wenig Schmutz feststellbar, der lässt sich aber mit einer Bürste noch entfernen.

Den Innenraum werde ich noch optimieren, in dem ich ein paar Grate entferne, die den Ölaustausch leicht behindern. Es gibt auch noch einen 5mm langen Gusspickel, den ich wegschleife bevor er womöglich abbricht.




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Oben rechts ist die Halteschraube des Rückwärtsganges zu.

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Eine 14er Nuss passt.

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Mit einer langen Verlängerung kommt man auch in die Tiefe.

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Da ist die Schraube mit Sprengring.

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Da ist die Scheibe, die die Welle in Position hält.

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Hammerstiel statt Leichtmetalldorn.

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Der Schonhammer hat mit der Welle leichtes Spiel.

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Mit dem Hammer geht es leider nicht weiter, da der Kopf im Weg ist.
Also muss etwas anderes zum Durchtreiben gefunden werden. Durchmesser 15 mm oder kleiner.

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Eine Stange von einer Sylvesterrakete (die kann man gut im Garten verwenden – Die Stange, nicht die Rakete) passt, bricht aber beim 1. Schlag durch. Also doch im Schuppen nach einer passenden Holzleiste suchen.

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10 cm von der Gehäuseaußenseite bis zur Lagerung der Welle.

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15 cm sollten reichen, um die Welle durchzutreiben. Das Holz hat einen Querschnitt von 15mm, ist aber quadratisch statt rund.

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Mit einem Cuttermesser wird ganz schnell aus einer 15mm Quadrat Holzleiste ein 15mm Durchmesser Rundstab.

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Zwischendurch mal anpassen.

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Und da, wo es am Holz dunkel ist, wird das überstehende Material noch weggeschnitzt..

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Hier ist die Welle schon ein gutes Stück durchgetrieben. In der Nut der Welle saß die Scheibe, die die Welle in ihrer Position gehalten hat.

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Das Holzstück ist doch zu kurz, 15cm reichen also nicht !!!.

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Bevor ich jetzt noch ein Holz schnitze behelfe ich mir eben mit einer langen Stecknuss.

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Hier ist das Umlenkritzel für den Rückwärtsgang. .

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Hier sieht man den Grund, warum das Holz zu kurz war, ich hatte die untere Öffnung vergessen.

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Bis zur unteren Öffnungen sind es 20 cm.

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Hier sieht man die Welle in voller Schönheit.

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Mit so einem billigen Schaber mit eingebauter Rasierklinge kann man sehr gut Dichtungen entfernen.

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Ohne Dichtungen sieht das schon ganz anders aus.

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Der Halter für das Kupplungsseil wird auch entfernt. Erst die Kontermutter lösen (SW 19).

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Einbaulage des Halters (Abstand vom Getriebe).

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Der Halter für das Kupplungsseil wird auch entfernt. Erst die Kontermutter lösen (SW 19).

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Nach Lösen der Kontermutter kann der Halter mit einem Schraubendreher als Hebel abgeschraubt werden.

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Die Ölablassschraube mit eingebautem Magneten wird auch entfernt (SW 22).

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Hier ist noch ein Metallpickel (ca. 5 mm hoch), der soll auf alle Fälle noch weg.

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Die Gussgrate der Durchgangsöffnungen (Bildmitte) sollen auch noch weg.

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Mit einem passenden Holzstück/keil können auch die Ecken der Flansche gereinigt werden

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Nun ist das Getriebe bis auf die Stehbolzen leer.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 3. Mai 2011, 22:01

So Leute, damit es nun endlich mal weiter geht will ich nun die Lager und Simmerringe für das Getriebe bestellen.

Wenn ich nichts übersehen habe müsste das die komplette Liste sein.



Anz. Bez. Typ DIN Einbauort Lauf. Nr. Pos.

1 Rillenlager 6004 x Cf DIN625 Antriebswelle vorn 521 3
1 Radialdichtring B 20 x 30 DIN 6504 Antriebswelle 524 6

1 Rillenlager 6205 x Cf DIN625 Antriebswelle mitte 528 10 (bis 63)
1 Rillenlager 6304 x Cf DIN625 Antriebswelle mitte 528a 10 (ab 63)

1 Rillenlager 6304 x Cf DIN625 Antriebswelle hinten 541 21

1 Rillenlager 6008 x Cf DIN 625 Augenbüchse 558 37

1 Schrägkugellager 3306 D DIN 628 Kegelradwelle 565 43

2 Kegellager 30 208 DIN 720 Eingang Antriebe 607 9

2 Radialdichtring A 32 x 50 DIN 6504 Eingang Antriebe 608 10


Werde das Ganze wohl bei industriekugellager.de (auch bekannt als ekugellager.de) bestellen.

Hat jemand von der schraubenden Zunft schon positive oder negative Erfahrungen mit einem der angegebenen Artikel gemacht ?

Was habt ihr denn so bei euren Regenerationen verbaut ?

Wofür steht x Cf bei den Rillenlagern und wofür D bei dem Schrägkugellager ?

Wofür steht A bzw. B bei den Radialdichtringen (welche Bauform ist das aktuell) ?
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 4. Mai 2011, 14:09

Okay, die x CF Frage gab es schonmal und wurde hier geklärt:

viewtopic.php?f=15&t=10273&start=0&hilit=kugellager+neu

sind/waren besonders laufruhige Lager.

Bleibt die Frage nach dem "D" beim Schrägkugellager.

Und den persönlichen Erfahrungen.

Vielleicht könnten wir ja auch die Lagerliste

viewtopic.php?f=17&t=5165&p=85010&hilit=+lager+tabelle#p48007

noch ergänzen.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon Oliver R. » Donnerstag 5. Mai 2011, 11:47

Hab auf gleicher Seite nochmal die Bezeichnungen für die Nachsetzzeichen gefunden. http://ekugellager.de/nachsetz.php
Da steht zur Bezeichnung, dass die Buchstaben A,B,C,D,E individuelle Bezeichnungen der jeweiligen Hersteller sind.

Vielleicht ist es empfehlenswert das für das Hauptlager ein Lager mit Polyamidkäfig zu wählen. Das Hauptlager ist nunmal das schwächste Glied im 311er Getriebe und meist ist es so, dass der Käfig bricht und somit Spiel im Lager ist. Die Überreste des Käfigs verteilen sich dann mit dem Öl im Getriebe. Ich denke mir, dass ein Polyamidkäfig nicht soviel Schaden an den Zahnrädern anrichten kann, wie ein Stahlkäfig.

Bei den Radialdichtringen würde ich auf die Doppellippendichtringe (also die mit Staublippe) zurückgreifen. Besonders bei den Abtrieben und der Eingangswelle macht sich sowas bezahlt. http://www.ekugellager.de/wr3760.php Hier mal die Bezeichnungen. Hast du aber bestimmt schon gesehen.
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 5. Mai 2011, 17:29

Oliver R. hat geschrieben:Hab auf gleicher Seite noch mal die Bezeichnungen für die Nachsetzzeichen gefunden. http://ekugellager.de/nachsetz.php
Da steht zur Bezeichnung, dass die Buchstaben A,B,C,D,E individuelle Bezeichnungen der jeweiligen Hersteller sind.


Das habe ich gelesen, ich konnte aber in meinen Unterlagen (Tabellenbuch Metallbau, Maschinenbau-Kalender, etc.) leider nichts zu den Nachsetzzeichen der DDR-Lager finden. Bleibt die Frage nach dem "D" beim Schrägkugellager.

Bei SKF gibt es eine Übersicht über Nachsetzzeichen bei Schrägkugellagern unter anderem stehen die Zeichen auch für unterschiedliche Berührungswinkel. Und ich möchte vermeiden ein falsches Lager zu verbauen.

http://www.skf.com/portal/skf/home/prod ... ink=1_3_14

Oliver R. hat geschrieben:Vielleicht ist es empfehlenswert das für das Hauptlager ein Lager mit Polyamidkäfig zu wählen. Das Hauptlager ist nunmal das schwächste Glied im 311er Getriebe und meist ist es so, dass der Käfig bricht und somit Spiel im Lager ist. Die Überreste des Käfigs verteilen sich dann mit dem Öl im Getriebe. Ich denke mir, dass ein Polyamidkäfig nicht soviel Schaden an den Zahnrädern anrichten kann, wie ein Stahlkäfig.


Wie hart ist denn Polyamid ? Ist das weicher als Stahl ? Der Stahlkäfig hat zumindest den Vorteil, dass wenn er bricht die kleinen Teile am Magneten der Ölablassschraube hängen bleiben und man die bei einem Ölwechsel feststellen könnte.

Oliver R. hat geschrieben:Bei den Radialdichtringen würde ich auf die Doppellippendichtringe (also die mit Staublippe) zurückgreifen. Besonders bei den Abtrieben und der Eingangswelle macht sich sowas bezahlt. http://www.ekugellager.de/wr3760.php Hier mal die Bezeichnungen. Hast du aber bestimmt schon gesehen.


Gute Idee, solche Teile mit Doppellippe habe ich auch bei den hinteren Radlagern verbaut. Das hatte ich hier auch vor, gerade im Bereich der Kupplung (Staub vom Belag) und der Antriebe (Straßenstaub) wird zusätzlich noch ein Einschleifen des Simmerringes in die Welle verzögert/verhindert. Schleifnuten waren bei meinem Auto einer der Gründe, weshalb das Getriebe undicht wurde.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 6. Mai 2011, 06:39

Informationsbuch Wälzlager
Ausgabe 1963
Institut für Wälzlager und Normteile
Fachgebiet Wälz - und Gleitlager Leipzig

Wälzlager - Masspläne für Hauptmasse
TGL 15 504 und folgende
Juli 1962

Ab Seite 12 ... 31

carsten hat geschrieben: ... Was habt ihr denn so bei euren Regenerationen verbaut ?
....
Wofür steht x Cf bei den Rillenlagern ... ? ...

Cf steht für geräuscharm und Cg für sehr geräuscharm.
Siehe Seite 29 Tabelle 2.8 Geräuschverhalten

carsten hat geschrieben: ... und wofür D bei dem Schrägkugellager ? ...

Das D nach der Nummernangabe steht für abweichende Lagerformen.
D = ( Radial- ) Schrägkugellager, zweireihig, mit geteiltem Innenring.
Als Beispiel wird das Lager 3306 D angegeben.
Siehe Seite 28 Tabelle 2.4 in Fortsetzung

carsten hat geschrieben: ... Wofür steht A bzw. B bei den Radialdichtringen ( welche Bauform ist das aktuell ) ? ...

Dazu habe ich keine Unterlagen.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Freitag 6. Mai 2011, 22:24

Vielen Dank für die Infos.
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Freitag 6. Mai 2011, 22:29

Hier mal die Bilder vom maschinengereinigten Getriebe:

K1024_IMG_4320.JPG
vorher

K1024_IMG_4321.JPG
nachher

K1024_IMG_4322.JPG
vorher

K1024_IMG_4323.JPG
nachher


Lager und Simmerringe sind bestellt, ich bin gespannt.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 9. Mai 2011, 20:49

Heute sind die bestellten Lager gekommen.

Morgen habe ich frei, mal sehen, wie weit ich komme.

Außer der Getriebebastelei ist auch noch eine Regenrinne am Carport anzubringen, Schläuche/Minderer und Öler mit dem Kompressor verbinden, zusätzliche Steckdosen (230 V und 400 V) bei der Werkbank anschließen, die Garage wieder aufräumen und und und....
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Dienstag 10. Mai 2011, 17:34

Sorry, wenn ich erst jetzt mal wieder was von mir lasse, war am Wochenende zur ersten Ausfahrt mit neuem Getriebe und neuem Motor im Spreewald und hatte vorher noch eine mittelschwere Havarie, über die ich noch an anderer Stelle mal schreiben werde.

Man ist bei der Auswahl der Lager gut beraten die Lagerluft (C3...) nicht nach gutdünken auszuwählen, sondern sich an die Herstellervorgaben zu halten. Auf Peters Hompage findest Du ausreichende Informationen.

Nach meiner Erfahrung hat es sich bewährt, Lager deutscher Markenhersteller zu verwenden, dann hat man auf dieser Seite eigentlich Ruhe, auch wenn einem manchmal die Preise dafür im Bezug auf die zu erwartenden Jahresfahrleistungen die Spucke wegbleiben lassen. Das ist in die Zukunft investiert.

Bei den Radialdichtringen habe ich gute Erfahrungen gemacht, wenn man für die Mitnehmer anstelle der verwendeten 8er Stärke 10mm wählt. Der Platz nach innen ist da. Vorraussetzung für dauerhafte Abdichtung sind aber gute Laufflächen der inneren Mitnehmer und nicht zu großes Spiel der Trabantenräder im Differentialkorb
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
D. Grau

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 10. Mai 2011, 22:37

Das mit der Havarie tut mir leid, ich hoffe es ist nichts allzu schlimmes.

Lager sind fasl alle von SKF, Ausnahme das Hauptlager, das ist von NSK. Alle Lager komplett für ca. 115 Euro.

Ich habe weder C2 noch C3 Lager geordert, sondern ausschließlich Normlager.


Video bei Youtube: Altes Lager - Viel Spiel und deutliche Drehgeräusche

Video bei Youtube: Neues Lager - wenig Spiel und kaum Drehgeräusche

Bis zum Lagertausch war es ein langer Weg....
die Bilder stelle ich schon mal zur Verfügung, die Texte folgen.

Bilder Getriebeüberholung Teil 15
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 11. Mai 2011, 17:00

Bilder Getriebeüberholung Teil 15


So, wie gestern Abend versprochen folgen nun die Texte zu den Bilder.



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Hier noch mal ein etwas besseres Bild des Gusspickels.

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Ich war kaum mit dem Fräser in der Nähe, da war das Teil auch schon ab. Die Unterseite ist hohl und das Teil war nur mit einer winzigen Fläche (ca. 1/2 mm Durchmesser) verbunden.

Die Verbindungslöcher im Getrieben hatte bei genauer Betrachtung kaum Gussstege, vielmehr ist dies ein Gusstechnisch bedingter Absatz. Der Absatz wurde mit dem Stabschleifer leicht begradigt.

Dann das Gehäuse (außen) noch ein bisschen mit der Messingbürste geputzt und mit Druckluft ausgeblasen. Endlich kam mal der Kompressor zum Einsatz.

Gehäuse wird an die Seite gestellt und weiter geht’s mit der Kegelradwelle.


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Hier noch mal die Welle im Ursprungszustand. Die beinhaltet das Hauptlager. Laut Werkstatthandbuch braucht man eine Haltevorrichtung, eine Presse, zwei Hakenschlüssel (Nutmutterschlüssel).


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Als erstes werden die Distanzscheiben entfernt. Die dünnste Scheibe liegt auf der Flanschbüchse (das ist das Teil in dem sich das Lager befindet) aus, dann folgen die nächstdickeren und die dickste Scheibe zuletzt.


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Ausgebaute Distanzscheiben. Laut Schieblehre 0,5 mm, 0,2 mm und 0,1 mm dick.

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Um an der Welle arbeiten zu können kann man diese mit 4 Schrauben die durch die Flanschbüchse gesteckt werden in den Schraubstock einspannen. Am besten eignen sich lange Muttern, aber natürlich hatte davon nur noch 3. Es geht aber auch mit mehreren hintereinander liegenden „normalen“ Muttern.

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Die Flanschbuchse kann dann so in den Schraubstock gespannt werden.

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Nutbreite der Ringmutter (8 mm).

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Erinnert ihr euch noch an das Lager aus der Augenbüchse ? Da ich nichts besseres in der Werkstatt gefunden habe, habe ich mit entschlossen den äußeren Lagerring mit der Flex zurechtzuschleifen. Der Plan war, den Ring mit den Nasen mit der Rohrzange zu drehen.

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Dummerweise ist der Ring beim Umspannen im Schraubstock gebrochen. Zum Glück ist das Teil so gebrochen, dass die Nasen an einer Hälfte sind.


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Der Ring muss mit der Zange gestaucht werden, da er etwas zu breit ist, passt dann aber perfekt..


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Die Sicherungsbleche der Nutmutter werden geradegebogen.

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Gegenüber hat die Nutmutter schon ein paar Schäden vom Anziehen abbekommen.

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Werkzeug für die Sicherungsbleche.

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Stillleben mit Rohrzange.



Im Werkstatthandbuch wird die Welle oben mit einer Hand gehalten, während unten mit einem Ringschlüssel die innere Nutmutter gelöst wird. Das funktioniert so nicht, mit der Hand die Welle zu halten. Auch mit einem Maulschlüssel am oberen Ende der Welle kann nicht mit genug Kraft gegengehalten werden. Zum Drehen der Nutmutter wurde eine Rohrzange (nicht die auf dem Bild) die gut in die Nuten passte verwendet.

Vielleicht gibt es einen Trick oder eine andere Reihenfolge. Bevor ich was kaputtmache habe ich lieber mal mit dem Getriebespezi aus Kälberfeld telefoniert.

Der Wellenhalter (Spezialwerkzeug) hat wohl einen Halter auf der Unterseite, der in die Verzahnung greift. Ist diese Haltevorrichtung nicht vorhanden kann die Welle quer in den Schraubstock gespannt werden.

Die Muttern können sehr fest sitzen, so dass man diese auch mal komplett zerballert.
Die innere Ringmutter hat ein Linksgewinde (sonst haben wir Rechtsgewinde). Also gilt bei der Mutter: linksrum = fest, rechtsrum = lösen.


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Welle im Schraubstock eingespannt.

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Wenn die Nuten übereinanderliegen kann man am besten mit einem Meißel arbeiten

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Die Mutter bewegt sich keinen Millimeter. Ein paar Kontrollstriche zwischen Mutter und Welle zeigen, es passiert nichts. Körnerpunkte sind nicht vorhanden. Die Sicherungsbleche sind zurückgebogen. Egal ob linksrum, oder rechtsrum, es geht eher die Ringmutter kaputt. Nachdem ich mir zwei mal auf den Knöchel des Zeigefingers gehauen habe, habe ich alle Vorsicht aufgegeben und einen Fäustel und einen scharfen Meißel genommen.
Irgendwann hat sich die Mutter linksrum (fest) bewegt und konnte dann rechtsrum mit etlichen schweren Schlägen gelöst werden.

Auf dem Bild die reichlich zerstörte Mutter und die aufgezeichnete Drehrichtung für das Lösen.

Bild
Das Sicherungsblech kann entnommen werden.


Nun muss die Welle aus der Flanschbusche herausgepresst-/gedrückt werden. Da ich keine Werkstattpresse habe und der Schraubstock nicht so weit öffnen kann muss wieder improvisiert werden.

Zum Einsatz kommt der gute Matador-Abzieher.



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Zum Verlängern der Haken kommen wieder massive Türbänder zum Einsatz.
Das rechte Teil kennt ihr ja noch als Spezialwerkzeug für die Einstellmuttern bei den Antrieben.


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Für den Einsatz als Verlängerung müssen die Bohrungen vergrößert werden.

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So sieht das lange Elend aus, fertig zum Einsatz.


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Abzieher im Einsatz.


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Weiter geht’s auf der Werkbank.

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Die Flaschbüchse ist abgezogen, bzw. die Welle ist abgedrückt. Wie man sieht ist ein innerer Lagerring auf der Welle verblieben.


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Der Abzieher wird am Lagerring angesetzt und mit der Hand in Position gehalten. Ein paar Umdrehungen später ist auch der Lagerring entfernt.


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Das Sicherungsblech muss zurückgebogen werden.

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Hier ist das Sicherungsblech zurückgebogen.

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Der Nutenschlüssel lässt sich mit der Rohrzange nicht drehen. Der Schlüssel wird durch die Rohrzange zusammengedrückt und springt aus den Nuten heraus.

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Also wird ein passender „Griff“ an das Teil geschweißt. Nicht schön, aber es funktioniert.

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Damit der Schlüssel ordentlich sitzt hält eine Schraubzwinge ihn in Position.

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Die Ringmutter ließ sich problemlos lösen. Pfeil zeigt die Losdrehrichtung.

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Blick auf das Sicherungsblech. Wird herausgenommen.

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Das Lager muss nun aus der Flanschbüchse herausgedrückt werden. Dafür wurde der innere Lagerring wieder eingesetzt.

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Ausgedrückt wird wieder mit einem Abzieher. Als Druckstück dient eine 32er Nuss mit eingesteckter Schraube.


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Flanschbüchse mit angesetzten Abzieher.

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Das Lager auf dem Weg nach draußen.

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Lager und Büchse sind getrennt.

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Nach Reinigung und ölen der Flanschbüchse wird das neue Lager im Schraubstock eingepresst. Als Druckstück dient das alte Lager (ohne Innenring).

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Die Flanschbüchse wird mit gereinigten Teilen wieder komplettiert.


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Zum Anziehen der Ringmutter wird die Flanschbüchse wieder in den Schraubstockgespannt.

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Mit dem selbstbau Nutenschlüssel wird die Ringmutter angezogen. Da das Sicherungsblech noch nicht freiliegt wird die Mutter mit Kraft noch 1 mm weitergedreht.

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Hochbiegen der Lasche und die Mutter ist gesichert. Einfach und effektiv.


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Bild
Nun muss die gereinigte Welle zurück in die Flanschbüchse. Zum Einsatz kommt wieder ein Abzieher, der die Welle in die Passung drückt. Der Abzieher (die Arme) stützt sich gegen die Flanschbüchse ab. Besser (gesünder für das Lager) wäre es natürlich, gegen den Innenring zu stützen.

Das Lager ließ sich aber relativ leicht in seinen Sitz drücken. Ferner wurde über die Abzieherspindel auch die Welle und mithin das Lager gedreht, so dass es zu einer gleichmäßigen Belastung des Lagers kam.

Bild
Verpackung und Typbezeichnung des verbauten Lagers

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Nutmutter und Sicherungsblech müssen ersetzt werden.

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Bild
Rückwärtsgang mit Gleitlager.


Zum Wiedereinbau des Rückwärtsganges steht im Handbuch leider nicht besonders viel.
Üblicherweise gilt: „Der Zusammenbau geschieht in umgekehrter Reihenfolge der Demontage“. Bei der Demontage wurde der Rücklaufbolzen in Richtung Differentialgehäuse getrieben und herausgenommen. Also habe ich den Rücklaufbolzen bei der Montage vom Differentialgehäuse aus zurückgetrieben.

DAS WAR FALSCH !!!!.

Der Rücklaufbolzen hat sich im Gleitlager verkantet.


Bild
Bild
Rücklaufbolzen NICHT von dieser Seite einsetzen. !!!

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RICHTIGE Einbaurichtung des Rücklaufbolzens.


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Da durch das Verkanten die Buchse verformt wurde ließ sich das Rad auf der Welle nur noch schwer bewegen und verschieben. Mit feinem Schleifpapier und einem Holz wurde dich Buchse nachbearbeitet.

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Keine Verformung mehr erkennbar. Das Rad läuft wieder leicht.


Bild
Der Bolzen kommt fast immer leicht verdreht heraus, so dass das Sicherungsblech nicht passt.

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Am besten Rücklaufbolzen nicht ganz durchtreiben. Durch das Loch kontrollieren und ggf. auf der Getriebeseite mit einer Zange (am abgeflachten Teil, wo das Sicherungsblech sitzt) in die richtige Position drehen.

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Bolzen in die Endposition treiben. Wie man sieht habe ich mir doch noch ein längeres Holz zurechtgeschnitzt.

Bild
Sicherungsblech montieren.

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Gut zu erkennen, dass der alte Federring platt ist und nicht mehr federt. Also lieber ein Neuteil verbauen, bevor sich die Einzelteile selbstständig machen.

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Anziehen der Schraube auf dem Rücklaufbolzen und fertig für heute.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 12. Mai 2011, 19:20

Nachdem ich gestern mit Daniel telefoniert habe, habe ich noch einen kleinen Nachtrag noch zum Einbau des Hauptlagers in die Flanschbuchse.

Statt das Lager in die Welle zu pressen/drücken, wie ich das gemacht habe gibt es auch noch die Möglichkeit die Flanschbuchse zu erwärmen
(Backofen oder Föhn) und das Lager in die Flanschbüchse fallen zu lassen. Wenn man das noch optimieren möchte kann man das Lager vorher noch in den Kühlschrank (+5°C) packen.

Genauso kann man auch die Welle in das Lager bekommen. Welle in den Kühlschrank packen und die Flanschbüchse im Backofen oder mit Föhn erwärmen. Ich denke 80°C sollten reichen.
SKF Lager mit Metallkäfig verkraften bis zu 150 °C, Lager mit glasfaserverstärktem Polyamidkäfig nur bis zu 120°C.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Samstag 14. Mai 2011, 20:22

Ich habe mich mal mit den Nadelrollen der Führung der Kegelradwelle auseinander gesetzt.

Die wollte ich ja vorsichtshalber ersetzen, um das Getriebe so weit wie möglich auf "Null" zu setzen.

Die Nadelrollen haben laut ETK die Bezeichnung

3x19,8 I DIN 5402

die Rollen habe also 3 mm Durchmesser und sind 19,8 mm lang.


Technische Daten zu Kugeln und Rollen habe ich hier gefunden:

http://www.tis-gmbh.info/Kundeninformation.pdf

Demnach entspricht das I dem heute verwendeten G5.

Ich habe in paar Nadeln bekommen, die waren aber leider nicht neu :oops: . Statt 3 mm Durchmesser hatten die 2,44 bis 2,95 mm Durchmesser.

Ich hab dann mal meine alten Nadelrollen gemessen und 2,93 und 2,92 mm festgestellt.

Macht bei 28 Nadeln 28 x 0,08 mm = 2, 24 mm Luft zwischen den Rollen.

Da passt ja fast noch eine zusätzliche Nadel dazwischen.

Auf den Lagerumfang macht das auch 0,16 mm aus.
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 16. Mai 2011, 20:50

Von onkel_jens habe ich den Link zu

Kugel-Winnie.de

erhalten.


Da gibts exakt die benötigten Nadelrollen zum faien Preis.

http://www.kugel-winnie.de/epages/62136 ... /020101033

Kugeln gibts da übrigens auch (z.B. 4mm für die Synchroneinrichtung).
Viele Grüße

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Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 16. Mai 2011, 21:14

Bilder Getriebeüberholung Teil 16

Heute habe ich den Zusammenbau der Kegelradwelle vollendet.

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Diesen wunderschöne Nutenringschlüssel hat mir Daniel freundlicherweise überlassen {anbeten} {anbeten} {anbeten} .
Seit ich den Karton aufgemacht habe, trage ich ein breites Dauergrinsen vor Freunde.

Ich bin deshalb auch nachdem die Kinder im Bett waren noch fix in die Garage, um das Schmuckstück auszuprobieren.


Bild
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Das Sicherungsblech kommt wieder an seinen Platz, nachdem es gerichtet wurde.
Wichtig ist, dass die schon mal gebogenen Bereiche keine Sicherungsfunktion übernehmen.


Bild
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Anfangs passt der Schlüssel noch nicht ganz, aber links und rechts noch zwei Hiebe mit der Feile und das Teil sitzt perfekt. {beifall} {beifall}


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Die Welle wird mit weichen Backen im Schraubstock fixiert und die Schraube mit dem Nutenringschlüssel und dem Radnabenschlüssel (SW 36) festgezogen.
Lasst euch von der Verlängerung nicht täuschen, ich habe die Mutter nur so fest gezogen, wie sie vorher war. Als Orientierung dienten die Gewindegänge und die Oberkante der Nut in der Welle, in die das Sicherungsblech greift (siehe 4. Bild von oben).

Bild
Zum Schluss noch das Sicherungsblech in die Nuten biegen und fertig ist die Kegelradwelle.
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 17. Mai 2011, 22:08

Weiter gehts mit dem Getriebe.

Heute habe ich mich um die Synchronisierungseinheiten gekümmert.

Schuld waren unter anderem der Schrauberkollege GRAU mit seinem Bild: "so eine Art Osterbote",
zu finden unter
viewtopic.php?f=40&t=3635&p=28186&hilit=+311+getriebe+grau#p30985

die eigene Neugier und der Anspruch nicht auf den letzten Metern das schludern anzufangen.

Und auch wenn ich es fotografisch nicht festhalten konnte, die Kugeln haben ihre beste Zeit deutlich hinter sich gelassen. So ganz rund waren die alle nicht mehr.

Mehr Text dazu gibts aber leider erst morgen. Morgen kommen hoffentlich auch die Kugeln, dann gehts morgen Abend weiter.

Bilder Getriebeüberholung Teil 17
Viele Grüße

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Dienstag 17. Mai 2011, 22:55

Immer wieder schön, wie man Dir bei Deiner Getrieberegenerierung über die Schultern schauen kann - vielen Dank für die umfangreiche Doku, und die vielen Bilder.
Die vielen Verschleißerscheinungen machen sind mehr als interessant, gerne mehr Carsten. :smile:
Viele Leser hast Du hier sicher.

Gruß Maddin

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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 18. Mai 2011, 15:20

So, wie gestern Abend schon angekündigt hier nun die Texte zu den Bildern

Das Getriebe ist jetzt ja nun schon fast vollständig zerlegt.

Ausnahmen:

Der Schaltdeckel, die Freilaufglocke, die Kupplungsglocke, das Ausgleichsgetriebe (Differential) und die Vorlegewelle.


Bild
Auf dem Foto befindet sich die Welle übrigens in der Position, in der man sie auch bei angenommenem Schaltdeckel sehen würde.

Weiter geht es erstmal mit der Vorlegewelle. Die befindet sich unten im Getriebe und wird auf die Kegelradwelle aufgeschoben. Links erkennt man die Aufnahme für den Freilauf.

Die Vorlegewelle ist auf der Kegelradwelle Nadelgelagert.


Gut zu erkenn sind die Zahnräder für die jeweiligen Gänge. Rechts befindet sich der geradeverzahnte 1. Gang, dann folgen nach links die schrägverzahnten Gänge 2 – 3- und 4.



Die Zahnräder für die Gänge 3 und 4 sind fest mit der Vorlegewelle verbunden. Der 2. Gang ist auf der Vorlegewelle gleitgelagert. Der 1. Gang ist axial verschiebbar auf der 4 Arm-Nabe angebracht. Beim einlegen des 1. Ganges wird das Zahnrad nach rechts geschoben und kommt in Eingriff mit dem entsprechenden Gegenstück auf der Eingangswelle (das ist die, über die der Motor die Kupplung antreibt).



Auf Grund der Geradverzahnung klingt das Getriebe auch im 1. und im Rückwärtsgang anders als bei den Gängen 2-4.



Wenn sich der 1. Gang in der Leeraufposition befindet kann der Rückwärtsgang eingelegt werden, in dem das Ritzelpaar auf dem Rücklaufbolzen verschoben wird.



Das Ritzelpaar ist dann im Eingriff mit dem Ritzel für den 1. Gang auf der Vorlegewelle und gleichzeitig mit dem Ritzel für den 1. Gang auf der Antriebswelle. Durch das zusätzlich Zahnrad dreht sich die Drehrichtung um.



Also, wenn 2 Zahnräder im Eingriff stehen, drehen sie sich entgegengesetzt. Kommt ein drittes Zahnrad hinzu (im Eingriff nur mit dem 2.) dreht sich dieses entgegen dem ersten (also entgegengesetzt dem 2.).



P.S. Wenn alle 3 Zahnräder miteinander (also jedes mit jedem) in Eingriffstehen bewegt sich logischerweise gar nichts.





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Noch mal die Welle aus einer andern Blickrichtung. Das Blech am Ende der Welle verhindert ein „überschalten“.



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Position des Blechen und Markierungen auf der Welle.



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Das Blech läst sich um ca. 45° drehen.



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Dank der Seegeringzange geht der Ausbau spielend leicht.





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Hier erkenn man, warum man das Blech um 45° drehen kann.



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Auf der Rückseite hat das Blech drei Nasen, auf denen es auf er 4-Arm-Nabe aufliegt.



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Blick auf die Synchroneinrichtung.



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Das Zahnrad des 1. Ganges lies sich mit etwas druck von der Vorlegewelle ziehen.

Da nicht damit gerechnet habe, dass das so leicht geht habe ich prompt eine kleine Selbstschussanlage ausgelöst. Die Kugeln die das Zahnrad in der Leerlaufposition einrasten lassen und halten sind mir sofort um die Ohren geflogen. Eine konnte ich noch hören, weil sie 3 Meter weiter gegen einen Blechschrank geflogen ist.



Zwei der Kugeln haben sich in das Getriebegehäuse geflüchtet. Eine klebte am Magneten im Differentialgehäuse. Eine lag im Gehäuse (siehe Bild). Und unglaublich aber wahr, die anderen beiden Kugeln habe ich nach kurzer Suche auch gefunden.



Rund sind die aber leider nicht mehr so ganz. Zum Teil haben die eingelaufene, gerade Flächen.



Bild

Hier erkennt man gut die Arme der 4-Arm-Nabe, die Gleitsteine und Federn im Synchronring (Messing).



Da diese Teile und auch das Ritzel des 2. Ganges noch gut aussehen und das Ritzel sich gut und satt drehen lässt habe ich auf eine Abziehen/-drücken der 4-Arm-Nabe verzichtet.



Unterhalb des Synchronringes ist eine gerade Verzahnung zu erkennen, die sich am Ritzel des 2. Ganges befindet. Dies ist die Verzahnung in die das Schaltrad eingreift.



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Kugeln des Synchronrades (die anderen habe ich später gefunden)



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Verzahnung des Schaltrades. In die Nut im inneren des Rades greifen die Kugeln im Leerlauf ein. Die Nut und Teile der Innenverzahnung waren mit einer zähen grauen Masse zugeschmiert. Wahrscheinlich war das Molybdän-Fett. Leider hat das nicht nur die Nut sondern auch noch teilweise die Bohrungen zugesetzt und den Getriebeölfluss behindert. Außerdem hat sich in dem Fett auch Metallabrieb gesammelt, so dass das wohl gut gemeinte Fett eher kontraproduktiv wirkte. In der Nut erkennt man auch die Durchgangsbohrungen, die teilweise zugeschmiert waren.



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Hier noch ein paar Bilder vom Synchronring und der 4-Arm-Nabe.



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Hier sieht man die Aufnahme der Kugeln bei eingelegtem 2. Gang.



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Hier mal ein paar Details von der Verzahnung. Sieht fast aus wie neu, teilweise sind noch die Werkzeugspuren vom Herstellungsprozess erkennbar.



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Hier mal ein Synchronring, der nun aber noch ein Weilchen auf seinen Einsatz warten darf, da das verbaute noch seht gut aussieht.



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Die Kugeln wieder alle zusammen. Sehen rund aus, aber nur von weitem.







Da die Ersatzkugeln noch unterwegs sind mache ich gleich mit dem Rädersatz (und besonders der Synchronisierungseinheit) der Antriebswelle weiter.







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Die Teile habe ich beim Ausbau genauso weggestellt, wie ich sie von der Welle genommen habe.



Die Zahnräder für den 1. und den 2. Gang befinden sich ja fest auf der Antriebswelle.

Die Zahnräder für den 3. und den 4. Gang sind auf der Antriebswelle gleitgelagert.

Zwischen 3. und 4. Gang befindet sich die Synchronisierungseinrichtung.



Auf dem Bild ist der 3. Gang oben und der 4. Gang unten. Wenn man sich das Ganze um 90° nach rechts gedreht vorstellt, hat man die Einbaulage vor sich.



Das Ritzel im Hintergrund gehört zur Vorlegewelle (1.Gang).



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Blick auf die Synchronisierungseinrichtung vom 3. Gang aus.



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Überblick.



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Synchronisierungseinrichtung (alt) wird wieder verbaut.



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Synchronisierungseinrichtung (neu) wird noch nicht verbaut.





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Synchronisierungseinrichtung alt und neu nebeneinander. Es fällt auf, dass die leicht unterschiedlich .aussehen.



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Details. Einem Zahn des Synchronisierungsringes fehlt eine Ecke. Der Fehler ist wahrscheinlich schon bei der Fertigung entstanden.



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Der Innenring lässt sich um ein Stück verdrehen.



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Hier sieht man die Aufnahme der Kugeln bei eingelegtem 3. und 4. Gang. Wie man erkennen kann haben sich die Kugeln schon leicht in das Metall eingearbeitet.



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Drei-Arm-Nabe mit Synchronring.



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Auf der Rückseite eines der Gleitsteine fand sich dieses Teil. Sieht aus wie Kunststoff. An allen anderen Gleitsteinen finden sich solche Teile nicht.



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In jedem Gleitstein befindet sich eine Felder. Das offene Ende der Feder gehört nach innen (zur Welle hin), das geschlossene Ende der Feder zur Außenseite. Nach der Feder wird eine Stahlkugel in den Gleitstein eingesetzt. Die Gleitsteine sind zu beiden Seiten offen. Bei einem der Steine war die Durchgangsbohrung fest verschlossen. Mit einer Reissnadel konnte ein Metallteil herausgelöst werden, dass dort ganz sicher nicht hingehört. (Siehe oberer Pfeil)



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Gleitfläche der Drei-Arm-Nabe. Hübsches Muster, aber woher, warum, wozu ??



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Auf einer anderen Gleitfläche der Drei-Arm-Nabe ist noch der Werksstempel erkennbar, verschleiß ist somit hier kaum/nicht erkennbar



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Die Zahnräder der Synchronisiereinrichtungen wurden mit Bremsenreiniger von Schmutz und Verkrustungen (Molybdänfett) gereinigt.



Wie man sieht ist das Ergebnis fast wie beim Goldwaschen, nur dass hier Metallspäne statt Gold herausgeschwemmt wurden. Dank der Fettkruste kamen die Späne nicht am Ölablassstopfenmagneten an, sondern durften weiter mit den Kugeln der Synchronringe spielen.
Viele Grüße

Carsten

Moderne Technik macht das Leben schön einfach, aber mein Wartburg macht das Leben einfach schön !

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onkel_jens
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Re: 311 Getriebe, Schaltung, Freilauf

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Mittwoch 18. Mai 2011, 16:53

Schön, schön. Du hast die Dreiarmnabe ja auch schon zerlegt. Die läßt sich etwas schwerer als die Vierarmnabe zusammensetzten, da man sie nicht so gut ineinander verdrehen kann, aber es geht auch. Du hast bestimmt auch ein paar mehr Kugeln bestellt, so daß mal ein wegschießen kann :smile: . Die Sicherungsringe habe ich heute zur Post gebracht. Vielleicht sind sie ja morgen schon da. Hauptsache sie bleiben im Umschlag...


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