Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Kühler, Thermostat, Luftaustausch, Innenraumbelüftung etc...

Moderator: ZWF-Adminis

Benutzeravatar
Spritti
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 168
Registriert: Sonntag 7. August 2011, 23:39
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 311 - 1000 Bj 1965
Wohnort: Trebbin

Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon Spritti » Donnerstag 27. Oktober 2011, 21:41

Hallo,
ich habe folgendes Problem. Der Heizungshahn/ Dreiweghahn meines 311 ist undicht und das leider nicht zu knapp. Als ich den Wagen vor ca. einem halben Jahr gekauft hatte, war dies anhand alter Kühlmittelablagerungen auch gut erkennbar. Naja, das kann doch nicht so schlimm sein, kann man ja wechseln- dachte ich mir. Ich habe mir nun noch zwei weitere (ebenfalls gebrauchte) Hähne besorgt, die eigentlich (optisch) noch einen wirklich guten Eindruck machten. Leider hatten diese das gleiche Problem. Die undichte Stelle ist immer zwischen der beweglichen Achse und dem fest eingeschraubten Teil. Also gut, das Teil mal aufgeschraubt und reingeschaut, um zu sehen, wie ich ihn abdichten könnte. Die Abdichtung, die ja eigentlich auch Temperaturen (ich schätze mal so um die 80 °C) aushalten muß bestand lediglich aus einer Art in Öl oder Fett getränktem ehemals wohl weichem Seil oder Filzstrang, welcher über die Jahre hart und ausgetrocknet war. Ich wollte nun schon ein neues Oberteil drehen lassen, daß dann über einen O- Ring zur Achse hin abdichten soll aber vielleicht habt Ihr ja noch Ideen oder Erfahrungen, wie es einfacher und auch kostengünstiger funktionieren könnte. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, daß ich die einzigen drei undichten Heizungshähne erwischt habe, aber ich habe im Forum auch keinen Beitrag zu diesem Thema (Dreiweghahn W311) finden können. Weiß jemand vielleicht was da original zur Abdichtung genommen wurde (Art des Seils oder Filzstrang? und ggf. worin das getränkt wurde oder werden könnte). Ideen zu möglichen alternativen Abdichtungsmethoden wären natürlich auch super. Danke schon mal im Voraus

Benutzeravatar
Oliver R.
Feinstaubbelaster
Beiträge: 1228
Registriert: Freitag 31. August 2007, 17:06
Mein(e) Fahrzeug(e): W311 Limousine Standard Bj. 1957 W353 Limousine Standard Bj.1973 neptunblau
Wohnort: Remptendorf

Re: Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon Oliver R. » Samstag 29. Oktober 2011, 20:08

Weltkulturerbe WARTBURG; Reisetraum aus Eisenach

Benutzeravatar
Spritti
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 168
Registriert: Sonntag 7. August 2011, 23:39
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 311 - 1000 Bj 1965
Wohnort: Trebbin

Re: Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon Spritti » Sonntag 30. Oktober 2011, 22:34

Danke für den Hinweis. Der Heizungshahn/ Dreiwegehahn vom 311 ist aber anders aufgebaut und dichtet auch anders ab. Wo beim 353 bereits ein O- Ring als Dichtung fungiert, ist beim 311 nichts und darüber liegt dann eben einfach eine Art gefettetes Filzband, welches von oben durch eine Art Deckel wie verpresst wird. Daher dachte ich, jemand hat vielleicht konkret zum Heizungshahn des 311 eine Idee oder diesen schon mal regeneriert. Wo läßt sich vielleicht am besten ein o- Ring einsetzten (muß natürlich beim Dreher was ausgestochen werden) oder wie bekommt man die originale Dichtungsvariante wieder fit.
Für letzteren Punkt ist der Link jedoch sehr hilfreich, da dort einige Fette erwähnt werden, die bei 353 gut in diesem Bereich zu arbeiten scheinen (Wasserpumpenfett, Vaseline, O- Ringfett usw.). Ich denke Wasserpumpenfett klingt gar nicht schlecht. Damit könnte es vielleicht gehen. Vaseline stelle ich mir nicht ganz so langlebig vor. Also noch mal Danke für den Hinweis.

Benutzeravatar
WABUFAN
Betriebs-Elektriker
Beiträge: 7660
Registriert: Sonntag 12. März 2006, 12:12
Mein(e) Fahrzeug(e): nur 353er Tourist
Wohnort: Leipzig

Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 31. Oktober 2011, 09:35

Spritti hat geschrieben: ...
Der Heizungshahn/ Dreiwegehahn vom 311 ist aber anders aufgebaut und dichtet auch anders ab. Wo beim 353 bereits ein O - Ring als Dichtung fungiert, ist beim 311 nichts und darüber liegt dann eben einfach eine Art gefettetes Filzband, welches von oben durch eine Art Deckel wie verpresst wird. Daher dachte ich, jemand hat vielleicht konkret zum Heizungshahn des 311 eine Idee oder diesen schon mal regeneriert. Wo läßt sich vielleicht am besten ein o- Ring einsetzten (muß natürlich beim Dreher was ausgestochen werden) oder wie bekommt man die originale Dichtungsvariante wieder fit. ...

Erinnerungen aus meiner Lehrzeit bei einem Heizungsbauer :
Du sprichst von der Dichtung, die bei einem Absperrschieber ( Absperrhahn ) das Kücken über die Spindel nach aussen abdichtet.
Das nannten wir Grafitschnur und diese gab es in verschiedenen Stärken und Formen.
Vorher wurde mit Schleifpaste das Kücken in Form geschliffen. Diese Flächen ergaben die Dichtheit und Verluste im Absperrhahn.
Ein quälende und mügselige Arbeit - alles per Hand.
Dieses Ventil wurde als Sicherheitseinrichtung eines Autoglaven ( Zylinder mit Schienen zur Aufnahme von rollenden Paletten mit Gläsern zum Einkochen ) verwendet. Das Kücken lies sich nur um 90°C drehen und am Betätigungshebel war ein Sperrbolzen, der das Gehäuse mit dem Deckel nach Deckung einer Bohrung sperrte.
Erst dann konnte der Druck bis 10 bar aufgebaut werden.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

Benutzeravatar
Spritti
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 168
Registriert: Sonntag 7. August 2011, 23:39
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 311 - 1000 Bj 1965
Wohnort: Trebbin

Re: Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon Spritti » Montag 31. Oktober 2011, 21:48

Aha, also Grafitschnur heißt diese Dichtung. Hab ich bisher noch nicht gekannt. Da Bilder die Sachen immer am besten verdeutlichen, will ich sie auch nicht vorenthalten.

1. Der Heizungshahn/ Dreiweghahn des 311 komplett.
1404

2. Der Heizungshahn / Dreiweghahn des 311 teilweise zerlegt
1406

3. Der Heizungshahn / Dreiweghahn des 311 komplett zerlegt
1405

Grafitschnur klingt nach einer Abdichtung mit Grafitöl oder? Würde denn Wasserpumpenfett auch gehen? Ich würde einfach die Schnur und den gesamten Bereich (wenn ich es recht verstanden habe) über dem "Kücken" als Fettkammer (mit Schnur) ausführen und dann mit der Messing- Schraubkappe das Ganze zusammendrücken. Da der Bereich zwischen Kücken und Messing- Schraubkappe/ Deckel dann beweglich abgedichtet sein sollte, dürfte ja auch nichts mehr an der Achse (Spindel? -nixwissen- ) rauslaufen- oder?

Benutzeravatar
Tomtom
Schaupannenreparierer
Beiträge: 8632
Registriert: Samstag 21. Juli 2007, 22:21
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 312 300 HT
Wartburg 353W
Camping 312-500
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Montag 31. Oktober 2011, 21:52

Wenn Du das Dichtung Dingens mal richtig gross fotografierst und nen ca.Durchmesser und die Höhe gibst...
Ich habe da so eine Ahnung, was bei mir für komische Filzdinger rumliegen...
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

Benutzeravatar
Spritti
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 168
Registriert: Sonntag 7. August 2011, 23:39
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 311 - 1000 Bj 1965
Wohnort: Trebbin

Re: Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon Spritti » Montag 31. Oktober 2011, 22:23

Aber gern doch. Hier die Daten:
Das Kücken (beweglicher Teil) hat einen Durchmesser von 21,9 mm an der dicksten Stelle auf der ja diese Grafitschnur direkt aufliegt. Die Achse auf dem Kücken (ich bin nicht sicher ob das die Spindel ist) hat einen Durchmesser von 9,7 mm. Hoch ist die Grafitschnur bei mir noch ca. 6 mm, aber wie gesagt, die ist ja auch ausgetrocknet und nicht mehr dicht. Leider ist mein Meßschieber nicht groß genug um den Innendurchmesser des Gehäuses zu messen.
Die Dichtung sollte dann also außen minimal größer als das Kücken, vielleicht 22,5- 23 mm (Außendurchmesser) bzw. innen kleiner also vielleicht so 9,5mm Innendurchmesser sein. Höhe - keine Ahnung. Irgendwo zwischen 8 oder 10 mm wäre sicher gut, da man dies ja über die Verschraubung variieren kann. Ich kann leider auch nicht sagen, in wie weit sich diese Schnüre im Neuzustand zusammenpressen lassen und wieviel hier also das optimale Maß wäre. {kratz}

Ich hoffe, daß dieses Foto die Schnur gut zeigt
1407
Zum Vergrößern bitte anklicken.

Die anderen Bilder oben sollten auch etwas größer werden, wenn man drauf klickt.

Benutzeravatar
simon1411
Schlauchband-Polierer
Beiträge: 30
Registriert: Freitag 26. März 2010, 09:14
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 311, Wartburg 353, Trabant 1,3, Trabant 601, Wabant, S51 Enduro, KR51/2, SR50, SR2, Duo4/1
Diverse Campingtechnik

Re: Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon simon1411 » Montag 1. Oktober 2012, 21:33

Ich hatte das selbe Problem. Ich hab das Innenteil des Hahns in eine Bohrmaschine gespannt, das ganze dann im Schraubstock befestigt und mit ner Dreikantfeile eine Nut fast ganz oben gefräst. Dann den Dichtring vom B1000 rein und seit dem kommt dort kein Tropfen mehr. Klingt alles recht primitiv-ist es auch. Aber Erfolg ist entscheident.
mein Auto fährt auch ohne Wald :lol:

Benutzeravatar
Spritti
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 168
Registriert: Sonntag 7. August 2011, 23:39
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 311 - 1000 Bj 1965
Wohnort: Trebbin

Re: Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon Spritti » Dienstag 2. Oktober 2012, 11:03

Hallo Simson 1411,
ich hatte auch schon überlegt etwas zu "basteln", wußte aber nicht genau wie am besten. Ob es "primitiv" ist oder nicht, ist für mich auch nicht wichtig. Da sehe ich es ganz genauso wie Du, wenn es funktioniert dann ist es richtig. Ich hatte meinen Heizungshahn zwar mit Fett einigermaßen dicht bekommen, aber ganz eben nicht. Ein wenig kommt immer noch durch wenn der Motor richtig warm ist. Also danke für den Hinweis. Das kann ich ja mal ausprobieren. Eine Frage habe ich allerdings noch: Warum unbedingt eine Barkas Dichtung? Ein normaler Nullring entsprechender Größe sollte doch auch reichen oder?
Gruß

Benutzeravatar
simon1411
Schlauchband-Polierer
Beiträge: 30
Registriert: Freitag 26. März 2010, 09:14
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 311, Wartburg 353, Trabant 1,3, Trabant 601, Wabant, S51 Enduro, KR51/2, SR50, SR2, Duo4/1
Diverse Campingtechnik

Re: Wie Heizungshahn W311 abdichten/ regenerieren?

Ungelesener Beitragvon simon1411 » Mittwoch 7. November 2012, 07:34

Klar wird das reichen. Ich hatte den vom Barkas nur einfach noch da und das Barkasventil ist dem vom 311er sehr ählich.
mein Auto fährt auch ohne Wald :lol:


Zurück zu „Heizen und Kühlen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste