Umbau Kühlung

Kühler, Thermostat, Luftaustausch, Innenraumbelüftung etc...

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mimi311
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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon mimi311 » Mittwoch 28. Januar 2015, 09:58

Ja, du hast ja recht. Ich will auch nicht weiter philosophieren. Immerhin habe ich dank solcher Basteleien vor Jahren ein Auto günstig bekommen, da dessen leistungsgesteigerter Motor trotz diverser Verschlimmbesserungen an der Kühlanlage thermisch nicht in den Griff zu bekommen war. Nach dem Rückbau lief der Wagen wunderbar und tut es auch heute noch. Von daher: Weitermachen!
Grüße Andreas

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bic
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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 4. April 2015, 00:12

Na dann werd ich dass mal aufgreifen und weiter machen. Im Zusammenhang mit diesem Syrena-Zylinderkopf macht es für mich erforderlich, das Kühlsystem kpl. umzustricken, denn bisher fahre ich einen 353-Kopf mit integrierter Wasserpumpe. Natürlich hätte ich nun entweder die originale Syrenapumpe

IMG_0063.JPG

oder eine seitlich angeflanschte Wartburgpumpe verwenden können, aber mit der Wartburgpumpe wird der Platz im F9-Motorraum arg eng. Bei der Syrenapumpe hätte mir dann die Riemenscheibe innen am Kühlergrill geschliffen, da deren Welle höher gelagert ist, als am Wartburg. Also warum dann nicht das machen, was schon heftigst diskutiert wurde, nämlich gleich auf eine elektrische Pumpe umbauen? Da, wie ich weiter oben schon geschrieben hatte, mir die Pierburg-Pumpe besser als die von Davies Craig gefällt, habe ich mir also mal zwei Stück in den erhältlichen Gehäusevariante besorgt:

DSC04762.jpg

Bis auf die Ausbildung der Befestigungsfüße sind beide Pumpen identisch. Leider jedoch passen die Füße weder der einen noch der anderen Variante so, dass damit vernünftiger Weise eine Halterung am Wartburgmotor möglich wäre. Alles Drehen und Wenden half nix, irgendetwas war immer im Weg. Da habe ich mich dann daran erinnert, dass früher des öfteren Pumpen, Lichtmaschinen und ähnliches mit Spannbändern in Halbschalen gelagert wurden. Also kurzer Hand von einer Pumpe die Füße entfernt:

DSC04807.jpg

und eine Halterung mit Halbschale gebaut:

DSC04912.jpg

so sitzt diese dann am Motor:

DSC04915.jpg

Die Halterung ist zweiteilig und die beiden Teilen mit Silentblöcken verbunden. Im Zusammenhang mit dem Wasserschlauch:

DSC04924.jpg

ergibt sich dann eine elastische und trotzdem stabile 3-Punktaufhängung der Pumpe (die Schellen sind noch nicht die endgültigen):

DSC04926.jpg

Speisen tut die Pumpe dann den Motor über den den ersichtlichen Kühlwasserzulauf und beide Froststopfenlöcher. Der Zulauf ist jedoch nicht auf meinem "Mist" gewachsen, sondern wurde mir von einem freundlichem Forenmitglied vermittelt (danke nochmals!).

Geregelt wird die Pumpe dann von diesem Teil.

DSC04937.jpg

Der zugehörige Temperaturfühler passt genialer Weise in den Anschluß für die Vergaservorwärmung:

DSC04936.jpg

Der Regler ist ziemlich schlau und man kann diesen umfangreich an das gewünschte Betriebsverhalten der Pumpe anpassen. So ist es z.B. möglich, ganz auf einen Thermostaten zu verzichten und die Pumpe während der Warmlaufphase des Motor zu pulsen um einen Minimalumlauf sicher zu stellen (den Kühlerlüfter steuert der Regler übrigens auch).

Da ich aber irgendwie einen Heizungskreislauf realisieren muss und weil auch der Anbieter der Pumpe meint, mit einem Thermostat würde sich das Regelverhalten verbessern, habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich einen Thermostat unterbringen kann. Ursprünglich wollte ich hierzu einen Thermostat verwenden, welcher direkt im großem Kühlerschlauch sitzt und den Heizungskreislauf am Temperaturgeberanschluß des Kopfes abnehmen. Letzters passt aber nicht, hier wäre der Resonator der Doppelvergaseranlage im Wege. Bleibt also nur so eine ähnliche Lösung, wie mit dem Thermostatei beim 311er. Nach zwei Versuchen mit solchen Lösungen aus dem Motorradbereich (irgendetwas passte hier immer nicht), habe ich mir dann das Dingens besorgt:

DSC04927.jpg

Sieht schlimmer aus als es ist, der Faltenbalgthermostat ist aber natürlich hinüber. Ursprünglich war das Gehäuse mit dem Ring zusammengebördelt, aber dieser ist derart massiv, das ein Aufbördeln nicht Frage kam und ich diesn aufschneiden musste. Nach ein bißchen putzen sieht das Ganze jedoch schon anders aus:

DSC04930.jpg

Der neue Thermostat hat einen Öffnungspunkt von 82 Grd., stammt vom Skoda Favorit und passt ziemlich genau. Also dann erst wieder die beiden Gehäusehäften mit dem dazwischen gelegten Thermostat verlötet:

DSC04931.jpg

und auch noch den ring der Vollständigkeit halber angelötet:

DSC04932.jpg

Jetzt noch ein bißchen verputzen und lackieren und fertig ist der neue Thermost.

So, das ist jetzt der Stand der Dinge, lösen muss ich noch die Verschlauchung vom Kopf zum Kühler und vom Kühler zur Pumpe. Da ich wegen des Elektrolüfters den 353 Kühler behalten will,

DSC03066.jpg

wird dies etwas über Kreuz gehen. Mal sehen wie ich das mache, damit es hinterher nict aussieht, wie gewollt und nicht gekonnt. Oder weiß jemand, ob das Luftleitblech vom 353 an einen 311er Kühler passt? Dann würde ich wohl einen solchen nehmen.

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 4. April 2015, 00:55

PS. Ich hatte noch etwas vergessen, der Thermostat bekam vor dem Einbau natürlich noch zwei Löcher verpasst um einmal die Entlüftung zu ermöglichen und vor allem, um bei geschlossenem Heizungshahn einen kleinen Kreislauf zu haben. Bezüglich der Größe habe ich mich an der Bohrung in der Wasserpumpe beim 353 orientiert, schließlich reicht diese auch für den kleinen Kreislauf.

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon Trabantfahrer » Dienstag 7. April 2015, 17:50

Mir gefällts :smile: Und die beste Entscheidung beim Umbau. Endlich handfeste Ergebnisse!!!
Bin schon auf die erste Ergebnisse gespannt.
Was Andreas angemängelt hatte: die Wasserführung ist auch als Motorträger ausgelegt, heißt org. Halter kürzen, mit anschrauben und fertig.

Die Belastung der Pumpe unter Betrieb würde ich außer Acht lassen, das hält.

Temperaturverteilung stellt sich von alleine ein sollte auch keine Probleme machen. Sicher ist im direkten Buchsenbereich an der Einströmung kälter als anders aber das gleicht sich aus. Kuck ich z.B. in mein 5 Zylinder hat der 1Zulauf an Zyl 1-und geht.

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 7. April 2015, 18:52

Trabantfahrer hat geschrieben:Mir gefällts :smile: Und die beste Entscheidung beim Umbau. Endlich handfeste Ergebnisse!!!

Danke!

Was Andreas angemängelt hatte: die Wasserführung ist auch als Motorträger ausgelegt, heißt org. Halter kürzen, mit anschrauben und fertig.

Ein gekürzter Halter gehört eigentlich zum "Lieferumfang". Da ich im F9 diese Halterung nicht brauche, habe ich diese auch gar nicht erst genommen. Der Zulauf ist übrings aus Edelstahl und nicht aus Alu, auch wenn es auf den Fotos vielleicht so aussieht. Damit ist dieser auch stabil genung um als Teil der Motoraufhängung zu funktionieren.
Die Belastung der Pumpe unter Betrieb würde ich außer Acht lassen, das hält.

Dies hatte ich so auch nicht gesehen. Da Pierburg aber zum Schutz der eingebauten Elektronik eine elastische Aufhängung der Pumpe vorschreibt und ich die hierfür bestimmten Buchsen wegen der entfallenen Füße nicht mehr verwenden konnte (außerdem sind die ziemlich groß), habe ich die relativ weichen Silentblöcke genommen. Diese Blöcke können jedoch keine großen Zug- und Scheerkräfte aufnehmen, so dass ich Sorge hatte, dass diese durch die nun nur seitlich aufgehängte und nicht gerade leichte Pumpe abreißen könnten. Der Zulaufschlauch dient daher der "Zugentlastung" und macht dies auch ganz gut.

Temperaturverteilung stellt sich von alleine ein sollte auch keine Probleme machen. Sicher ist im direkten Buchsenbereich an der Einströmung kälter als anders aber das gleicht sich aus

Welcher Teufel damals DKW geritten hat, den Zulauf wischen den 2. und 3. Zylinder zu legen, und was AWE bewogen hat, diesen dort zu lassen, werden wir wohl nicht mehr erfahren. Die ähnlich aufgebauten Motore von Saab, Nachkriegs-DKW, Syrena und wohl auch Suzuki (so weit ich das mal vor Jahren sehen konnte) hatten den Zulauf jeweils mittig - bei Saab blieb er selbst dann noch da, als die WAPU ähnlich wie beim 353 in den Zylinderkopf wanderte. Der oben auf den Bildern gezeigte Zulauf nutzt jetzt beide Froststopfenlöcher, wobei hier durch unterschiedliche Bohrungsgrößen ein gewissen Abgleich stattfindet, so das in etwa die gleiche Wassermenge jeweils zwischen 1./2. und 2./3. Zylinder in den Block gelangt. Am besten gekühlt ist damit wohl der 2. Zylinder, aber der 1. nicht mehr derart unterversorgt, wie beim Originalzulauf. Das die Einströmung auf der Auslasseite erfolgt, ist schon gut so, damit werden die auf dieser Seite thermisch höher belasteten Buchsen besser gekühlt - nicht umsonst haben Saab, DKW und die anderen dies bis zum Schluß auch so beibehalten. Ich mache mir deshalb hier auch keine Sorgen.

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 16. April 2015, 22:03

So, da werde ich mal in dem ungeliebten "Umbau Kühlung"-Thread weiter schreiben, denn, was man einmal begonnen hat, sollte man auch zu Ende bringen - gut begonnen habe ich den Thread zwar nicht, aber mich irgendwann ein bißchen sehr reingehängt, aber dennoch. Zum Ende kommt nun auch langsam der Umbau meines Kühlsystems, zumindest was die Arbeiten auf dem Trockenen, also der Werkbank anbelangt. Nachdem ich dem instandgesetzten Thermostaten noch ein bißchen Farbe verpasst hatte und dieser sogar ein passendes Abziehbildchen bekommen hat (ja, ja - ist ein Westfabrikat)

DSC04938 (1).jpg

habe ich mir den seitlichen Wasserzulauf vorgeknöpft. Von hinten sieht das Teil so aus:

DSC04963.jpg

Die Abdichtung zum Motorblock übernehmen zwei O-Ringe, um zusätzlich (oder ausschließlich) mit Dichtmittel zu arbeiten, bzw. eine Flachdichtung zu verwenden, fehlt es an Auflagefläche rund um die Kernlöcher. Hier habe ich mal einen Froststopfen darauf gelegt, die Fläche um diesen herum ist am Block dann tatsächlich ja noch schmaler:

DSC04965.jpg
.
Daher habe ich die Angelegenheit bei noch im Block montierten Froststopfen einmal mit ca. 5 bar abgedrückt (der verwendete Kühlerschlauch hat ein Berstdruck von 6 bar) und mehrere Stunden so stehen lassen

DSC04958.jpg

und siehe da, die Abdeckung mit den ollen Handtücher hätte ich mir sparen können, nicht ein Tröpfchen Wasser ist ausgetreten. Dann also dem Zulauf noch Farbe gegeben und dann endgültig montiert, natürlich nicht ohne vorher die Froststopfen zu demontieren:

DSC04971.jpg

Der "Formschlauch" entstand übrigens aus einem 135 Grd.-Bogen und einer Reduzierung von 38 auf 25mm (wen es interessiert, die Formteile aus Silikon in der mattschwarzen, alten Optik gibt es realtiv peiswert -zumindest gegenüber anderen Anbietern- bei Technikplaza.de). Normaler Weise verwende ich zur Befestigung von Schläuchen das bekannte Schlauchband, aber da hier nachher im eingebauten Zustand unter dem Auspuffkrümmer kaum anzukommen sein wird:

DSC04973.jpg

habe ich außnahmsweise einmal Gewindeschellen verwendet - sehen wird man dies später sowieso kaum noch. Jetzt fehlen nur noch die Zu- und Ablaufschläuche zum Kühler, aber was ich hier bauen werde, dafür habe ich schon eine Idee - mir fehlen nur noch (und mal wieder) die Teile.

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon wartifan » Sonntag 26. April 2015, 16:11

Sieht alles schön aus. Viel zu Schade zum benutzen :)

Bin mal gespannt ob das Lüfterchen und der Original-Kühler genug Kühlleistung bringen. Nach meiner Erfahrung nämlich nicht. Aber das hatten wir ja schon.

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 29. April 2015, 23:55

wartifan hat geschrieben:Sieht alles schön aus. Viel zu Schade zum benutzen :)

Danke und das hält auch im Auto schon ein paar Jahre, so lange man dafür sorgt dass nichts sabbert und man beim Schrauben immer ein wenig Vorsicht walten lässt.

Bin mal gespannt ob das Lüfterchen und der Original-Kühler genug Kühlleistung bringen. Nach meiner Erfahrung nämlich nicht. Aber das hatten wir ja schon.
:smile:

Zwischenzeitlich ist nun auch die "Verschlauchung" soweit vorbereitet, dass im Auto nur noch paar letzte Anpassungen nötig werden. Ich hatte ja weiter oben geschrieben, dass ich den 353-Kühler vorerst nicht umlöten will und dass deshalb Vor- und Rücklauf irgendwie über Kreuz vom Motor zu diesem gelangen müssen. Den Zulauf habe ich daher nun so gelöst

DSC05231.jpg

Das "Kühlturm"-Formteil ist ein Original-DDR-Stück, allerdings weiß ich nicht, wo dieses ursprünglich mal verwendet wurde. Mir half es den Zulauf miitels eines 45 Grd. Schlauchbogens auf die andere Seite zu bekommen damit dieser direkt an den Zulaufstutzen des 353-Kühlers angeschlossen werden kann. Mit einem 311er-Bogen hätte es wegen der Notwendigkeit der Reduzierung eine ziemliche Stückelei aus Formteilen und Verbindern werden müssen, wenn es dann überhaupt gepasst hätte. Auch eine Schlauchbogen vom DKW, Skoda oder Syrena, welche zumindest die Reduzierung gleich mitbringen - wie ursprünglich auch der 311er:

s3.jpg
Quelle: unbekannt

hätte daran nichts wesentliches verbessert. Gern hätte ich den "Kühlturm" etwas niedriger gehabt, aber irgendwo musste ja noch die Tauchhülse für das Fernthermometer hin und so passt es nun:

Kuehlturm.jpg

Für den Rücklauf habe ich mir ein Stück Rohr gebastelt:

DSC05238.jpg

welches auch gleich den Anschluß des Rücklaufes des Heizungswärmetausches ermöglicht. Sitzen wird es dann in etwa so:

DSC05239.jpg

Das Ganze ist nachher so elastisch, dass ich keine zu großen Kräfte auf die Anschlußstutzen des Kühlers bekomme. Hier hatte ich schon wegen der relativ großen Bewegungfreiheit der Motor und zu "harter" Anschlüsse schlechte Erfahrungen gemacht. Nun bekommt das Rücklaufrohr noch einen leichten "Knick" (damit der Schlauchbogen zum Kühler passt, muss dieses noch weiter an den Block heran ) und dann etwas Farbe. Damit sind dann alle Vorbereitungen abgschlossen und der nächste Bericht wird ein Funktionsbericht sein - obwohl, für die Montage der Pumpenreglung muss mir ja auch noch etwas einfallen!

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 4. Juni 2015, 00:47

Obwohl der letzte Beitrag nun schon über einen Monat alt ist, heißt das aber nicht, dass ich Sachen Umbau Kühlung so lange untätig war, denn zwischenzeitlich ist nun auch die Reglung der Pumpe montiert. Im Doppelvergaserfred hatte ich ja schon geschrieben, dass der Regler der Pumpe über so etwas wie einen Nässe- und Staubschutz nicht verfügt, der Einbau im Motorraum ohne Gehäuse also nicht sehr ratsam ist. Lange hatte ich überlegt, wo ich denn ein solches Gehäuse im engen Motorraum beim F9 unterbringen kann (hier ist deutlich weniger Platz als beim 311er oder gar 353er), bis mir einfiel, doch hierfür durch den Entfall des Riementriebs für die Lüfterwelle am Motor gewonnenen Platz zu verwenden:

DSC05284.jpg

DSC05290.jpg

Sieht immer noch ein bißchen nach Verteilerdose aus, aber diese Einbausituation hat vor allem den Vorteil, dass die gesamte Verkabelung am Motor selbst verbleibt und die Angelegenheit mit dem Bordnetz nur mit zwei Strippen verbunden wird (die auf den Fotos aufgeringt erkennbar sind), einmal mit der 15 (hole ich mir gleich von den Zündspulen) und einmal mit der 85 des Relais des Elektrolüfters (geschaltete Masse), welches auch gleich in der Nähe sitzt. Die 30 (Batterie +) nehme ich mir dann über eine wassergeschützte fliegende Sicherung gleich direkt an der Lima ab. So brauche ich nicht weiter am Kabelbaum im Motorraum herumstricken und kann alles flugs wieder demontieren, wenn die Sache doch nicht so funktioniert, wie ich es mir vorstelle.

Im Gehäuse selbst geht es dann recht eng zu, schließlich wollen acht Leitungen verbunden sein:

DSC05279.jpg

Gern hätte ich hierzu eine Leiste für Flachstecker oder eine zum Aufschrauben von Ringösen genommen, aber trotz aller Sucherei habe ich nichts gefunden, was mit acht Anschlüssen auch in das Gehäuse passt. Blieb also nur die Lüsterklemme und die Leitungsenden mit Aderendhülsen zu versehen, so sollte es auch keine Probleme geben. Regler und Klemme sind aufgeständert montiert, so dass ich Leitungen dahinter verlegen konnte. Fertig sieht es dann so aus:

DSC05280.jpg

Zum Einstellen kommen ich später auf jeden Fall prima ran und hoffe nur, dass der Motor die Elektronik nicht zerschüttelt. Wen es interresiert, hier mal die Liste der Programme

Programmliste.JPG
Quelle: Anleitung tinyCWA

die im Regler im Auslieferungszustand hinterlegt sind, welche man jedoch über einen erweiterten Setupmodus völlig frei modifizieren kann.

So, nun muss nur noch alles funktionieren ..........

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 4. September 2016, 10:43

So, nun aber, nach sehr sehr langer Verzögerung:

DSC06616.jpg

DSC06617.jpg

Der Motor mit der Pierburg-Pumpe, dem Syrenakopf und der Denso-LIMA sitzt da wo er hingehört. Baulich passt erst einmal alles wie gedacht, auch die "Verschlauchung" war eigentlich kein Problem, lediglich die Federverspannung des Kühlers musste ich ändern. An den Anblick muss ich mich aber erst einmal gewöhnen - wie F9 oder Wartburg sieht das ja nun nicht mehr aus.
Heute dann noch die Zündung machen und ein paar Strippen anschließen und dann schauen wir mal - ich bin jedenfalls gespannt!

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Sonntag 4. September 2016, 16:45

Warum hast Du nicht gleich einen Elektromotor eingebaut? Schön mit elektronischer Steuerung und ein paar Solarzellen auf dem Dach?
Lächle, das Leben ist einfach zu kurz.

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 4. September 2016, 18:56

Wilfried hat geschrieben:Warum hast Du nicht gleich einen Elektromotor eingebaut? Schön mit elektronischer Steuerung und ein paar Solarzellen auf dem Dach?

Ist ein bißchen blöd beim Cabrio mit Solarzellen auf dem Dach :shock:

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 10. September 2016, 02:24

Hei löppt! Und zwar so, wie ich es erhofft hatte, der Motor ist leise (kein Klirren durch Kolbenkippen) und er läuft ziemlich vibrationsfrei, viertaktet mir aber im Leerlauf noch zu sehr, ich muss also noch mal an die Bedüsung (zu fett). Ich hatte die Maschine zwar vorgestern schon einmal auf Betriebstemperatur gebracht um den Kopf nach dem Abkühlen nachziehen zu können, aber da war alles noch provisorisch verkabelt. Übrigens, eine Leckage hatte ich vor dem Nachziehen auch

DSC06632 (1).jpg

die ist jetzt aber weg.

Nun ist alles final verkabelt und auch der E-Lüfter auf den Kontroller der Pumpe aufgeschalten, auch wenn davon nicht viel zu sehen ist:

DSC06650.jpg

Deshalb habe ich ihn nun nochmals bis zur "Zieltemperatur", bzw. darüber hinaus warm laufen lassen, denn ich wollte sehen, ob der Lüfter zugeschalten wird --> funktioniert. Als Zieltemperatur sind im Moment erst einmal per Standardprogramm 85°eingestellt (Regelbereich 80°-90°), der Lüfter wird dann bei 90°zugeschalten Ob ich dies so lassen, werde ich zu sehen bekommen. Während des Warmlaufes läuft die Pumpe mit ca. 1400 U/min, was durch das Leuchten von zwei LEDs in der 7er-Kette angezeigt wird

DSC06639.jpg

und erst ein paar Grad vor der eingestellten Zieltemperatur wird die Drehzahl erhöht

DSC06648.jpg

um dann kurze Zeit vor dem Zuschalten des Lüfter tatsächlich die Höchstdrehzahl von ca. 4500 U/min zu erreichen. Dieses Verhalten soll die Warmlaufzeit verkürzen und kann auch noch optimiert werden.

Erst einmal bin ich nun zufrieden, morgen mache ich dann die erste Probefahrt. Bisher bin ich nämlich erst ein paar Zentimeter im Carport vor und zurück gekullert, um Kupplung und Schalteinstellung zu testen. Kupplung passt, Schaltung noch nicht ganz, warum hätte es auch nicht mal anders kommen können {kratz}

Ach übrigens, während der ganzen Warmlaufphase bin ich nicht über eine Abgastemperatur von 200° gekommen

DSC06643.jpg

auch das ein Zeichen, dass der Motor zu fett läuft.

PS. @ Wilfried, ich warte jetzt gespannt auf Deinen Kommentar!

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon Rallye123 » Samstag 10. September 2016, 10:05

{beifall}

Saubere Arbeit, ich hoffe dein Motor erfüllt dann auch die erhofften Fahrwerte.
Abstimmungsarbeit ist halt bei solchen Projekten im zu machen.

Viel Spaß bei der Ausfahrt zum See

Lars

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 19. September 2016, 01:58

So, nach dem "Brennraumformen"-Thread bringe ich jetzt auch diesen hier zu Ende. Hier hatte ich vorhin ja schon geschrieben, dass ich den Syrenakopf behalten werde, was bedingt, dass ich auch die CWA200 behalten muß. Das scheint allerdings eine gute Wahl zu sein, denn eigentlich bin ich von der Pumpe nebst Controller nur begeistert! Und selbst dann, wenn sich der Syrenakopf wieder erwarten doch nicht bewährt, werde ich mir einen 311-Kopf auf Halbkugelbrennräume umbauen lassen, eher ich wieder auf die Pumpe verzichte.

Aber nun zur Sache, wie ich oben schon schrieb, verlief der erste Probelauf der Pumpe und des Controllers zufriedenstellend. Mittlerweile haben diese die ersten 250km absolviert (200 davon bei 28-30° Außentemperatur) und in Kombination mit diesem Lüfter

Bild 005.jpg

dafür gesorgt, dass ich einen ungewohnt ausgeglichenen Temperaturhaushalt habe (das Finish z.B. bei den Schellen kommt noch).

Die ersten 100 km bin ich mit einem Programm mit einem Regelbereich von 80°-90°gefahren, (Zieltemperatur 85°), wobei der Lüfter dann bei 90°zugeschalten wird. Letzteres erfolgt trotz der hohen Außentemperaturen aber nur gelegentlich und vor allem dann, wenn ich nach zügiger Fahrt (ja, ich fahre den neuen Motor durchaus zügig) z.B. an einer Kreuzung halten musste - hier fehlt es dann augenscheinlich an Fahrtwind. Obwohl die 90° zu keiner Zeit überschritten wurden, habe ich dann einfach vorsorglich und um auszuschließen, dass mein Lüfter doch unterdimensioniert ist, den Regelbereich von 75°-85° eingestellt (Lüfterzuschalten dann bei 85°). Und siehe da, das gleiche Verhalten wie vorher, lediglich um 5°nach unten verschoben - also Zuschalten des Lüfter bei den benannten Situationen und keine Überschreitung der 85°! Das zeigt mir, dass der Elektrolüfter auf keinen Fall zu schwach ist -so wie anderes das schon vermuteten- er hat zumindest im Zusammenwirken mit der E-Pumpe sogar noch Reserven (vielleicht probiere ich das Ganze ja auch noch einmal mit einem Regelbereich von 70°-80°).

Welchen Regelbereich ich dann endgültig einstellen werde, wird sich zeigen, wahrscheinlich werden es die ursprünglichen 80°-90°, diese Temperaturen entsprechen auch der von AWE angebenen optimalen Motor-Betriebstemperatur. Auf jeden Fall werde ich aber noch die Drehzahl der Pumpe während Aufwärmzeit verringern, diese Zeit ist im Moment nicht wesentlich kürzer als beim "normalen" Kühlsystem, darf es aber ruhig sein.

So quasi zum Abschluß, natürlich sind 250km noch nicht gerade repräsentativ, aber der auf Schlag ausgeglichene Temperaturhaushalt und die Einhaltung der Regelbereiche bei den zur Probefahrt hohen Außentemperaturen hat mich schon überrascht und lässt mich vermuten, dass bei so manchen der immer wieder beklagten Temperaturprobleme, einfach die Förderleistung der originalen Pumpen nicht (mehr) ausreicht - vor allem dann, wenn an sonst schon alle Ursachen ausgeschlossen wurden. Ehe jetzt wieder manche Aufschreien, auch diese Pumpen unterliegen einem Verschleiß am Pumpenrad und Gehäuse (man braucht nur Alt- mit Neuteilen zu vergleichen), welcher den Abstand Pumpenrad/Gehäuse vergrößert und damit die Förderleistung verringert. Kommt dann noch eine "schön" dicke Dichtung zum Einsatz, fehlt es dann an den entscheidenden l/s. Zumindest ist dies bei unerklärlichen Problemen mal einen Gedanken wert.

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon Trabantfahrer » Montag 19. September 2016, 20:10

Die Abgastemp-anzeigen aus dem Fliegereibedarf find ich spitze! Nur leider langen sie da kräftig zu...

Ich bin ja ein Verfechter der Pumpe und endlich zeigt einer das das DIE Lösung zur ori. Pumpe im Kopf ist!
René ich hoffe wir können irgendwann mal bei nem Bierchen reden...(PS: die Knöpfe liegen noch, halb fertig. Sorry. Wird!)

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon Rallye123 » Dienstag 20. September 2016, 13:58

Hallo

Ich freue mich auch, damit die Variante mit dieser Pumpe funktioniert, hab ich eigentlich nicht anders erwartet, denn es funktioniert ja auch bei den ganzen neu gegossenen Zylinderköpfe. Mit dem selben Wasseranschluss, halt nur eine andere elektrische Wapu und meist Frontkühler.
Den größten Vorteil bringt die hohe/volle Förderleistung der Pumpe wenn nach langer/hoher Belastung das Gas weggenommen wird ( steiler Berg, am Stoppunkt der Prüfung....) da staut sich im Normalfall die Hitze im Motor, weil der Kühlstrom im Standgas ja fast nicht vorhanden ist.

Ich kann nichts negatives zu dieser oder ähnlichen Varianten sagen, über viele Jahre in der Rundstrecke, Rallye usw eingesetzt.

VG Lars

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Re: Umbau Kühlung

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 22. September 2016, 01:32

Vielen Dank Euch beiden!

Trabantfahrer hat geschrieben:Die Abgastemp-anzeigen aus dem Fliegereibedarf find ich spitze! Nur leider langen sie da kräftig zu...

Das Teil hatte ich vor einiger Zeit in der Bucht erstanden, incl. K-Type Sensor meine ich für ca. 75,--. Die gibt es da immer noch, nun aber für 109,--, allerdings ist Preisvorschlag möglich, vielleicht mal probieren? Schön an dem Teil ist, dass keine Spannungsversorgung nötig ist, so kann man auch mal die Temperatur der Teelichter der Holden messen :shock:

Trabantfahrer hat geschrieben:Ich bin ja ein Verfechter der Pumpe und endlich zeigt einer das das DIE Lösung zur ori. Pumpe im Kopf ist!
René ich hoffe wir können irgendwann mal bei nem Bierchen reden...(PS: die Knöpfe liegen noch, halb fertig. Sorry. Wird!)

Nun ja, die Pumpe ist unzweifelhaft gut, vor allem auch in Zusammenhang mit dem Controller. Und sicher ist die Förderleistung über jeden Zweifel erhaben und bietet mehr als ausreichend Reserve, aber ob das nun DIE Lösung ist? Mich ärgert z.B. etwas, dass durch die von mir gewählte Anbausituation kein vollständiges Ablassen des Kühlwasser möglich ist, vielleicht findet ja hier jemand eine bessere Lösung.

PS. das mit dem [Bier] wird bestimmt mal etwas und was die Knöpfe anbelangt, gut Ding will halt Weile haben - ich hänge mit meinen versprochenen Dingen auch hinterher, aber noch kommt der Broterwerb vor dem Hobby.



Rallye123 hat geschrieben:Hallo

Ich freue mich auch, damit die Variante mit dieser Pumpe funktioniert, hab ich eigentlich nicht anders erwartet, denn es funktioniert ja auch bei den ganzen neu gegossenen Zylinderköpfe. Mit dem selben Wasseranschluss, halt nur eine andere elektrische Wapu und meist Frontkühler.
Den größten Vorteil bringt die hohe/volle Förderleistung der Pumpe wenn nach langer/hoher Belastung das Gas weggenommen wird ( steiler Berg, am Stoppunkt der Prüfung....) da staut sich im Normalfall die Hitze im Motor, weil der Kühlstrom im Standgas ja fast nicht vorhanden ist.

Ich kann nichts negatives zu dieser oder ähnlichen Varianten sagen, über viele Jahre in der Rundstrecke, Rallye usw eingesetzt.

VG Lars

Ich hatte ja mal zu dem Thema "Gaswegnehmen nach hoher Belastung" eine andere Meinung, denn wo keine Energie mehr zugeführt wird, braucht auch keine abgeführt werden. Aber Du hast Recht, es ist schon erstaunlich, wie schnell der Motor nach solchen Situationen wieder auf "Normalmaß" herunter gekühlt wird. Schauen wir mal, wie die Pumpe sich auf Dauer bewährt, aber ich bin da ziemlich zuversichtlich. Diese WE kommt erst einmal Kühlwasser mit dem Shell-Oil drauf und dann schau ich mal, ob ich noch einmal so 200 km auf die Uhr kriege - mit Glück bekomme ich den Motor bis zum Saisonende ja noch halbwegs eingefahren.


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