Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Kühler, Thermostat, Luftaustausch, Innenraumbelüftung etc...

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bic
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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 12. Mai 2017, 08:36

353 WR Monte hat geschrieben:Nun hängt zwar 1/3 des
Lüfter's wo die Hupe sitzt, aber damit sauge ich nun Luft ein, welche vielleicht die Wärmeentwicklung :x unter der Haube
etwas reduziert.

Dass das Unsinn ist, weißt Du aber, dann kannst Du diesen Ventilator gleich weglassen. Kleiner Tipp, decke diese freie Drittel mit einem Blechle ab, denn so wie er jetzt montiert ist, holt sich der Ventilator so ziemlich alles was er so saugen kann durch den offenen Bereich und durch das Kühlernetz fast gar nichts mehr. Ist der jetzt offene Bereich jedoch abgedeckelt, dann muss der gesamte Volumenstrom zwangsläufig durch das Kühlernetz. Dieser wird dann zwar durch den höheren Druckverlust (welchen der Ventilator ja überwinden muss) geringer sein, aber immer noch besser, als andersherum. Wenn Du wirklich die Wärme unter der Haube reduziern willst, dann hau die Rennbirne raus (oder isoliere diese wenigstens) oder mache Schlitze in die Haube.
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353 WR Monte
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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon 353 WR Monte » Freitag 12. Mai 2017, 09:56

Das mit dem Blech klingt logisch. Birne isolieren = denke ich mal drüber nach ! Birne raus = nee ! Grüsse !

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Freitag 12. Mai 2017, 21:49

Ziel ist Optimierung der Kühlung und da macht jeder so seine eigenen Erfahrungen.

Nach diversen Fehlschlägen funktioniert es bei mir inzwischen sehr gut und die Temperatur geht auch bei sommerlichen Temperaturen auf meiner Teststrecke im Harz hoch nach Braunlage auch bei flotter Fahrweise nicht über 85°C.
Im Normalbetrieb bleibt sie bei 70°.
Ich halte den Permanantquirl und den 353-Zylinderkopf mit der serienmäßigen Wasserpumpe generell für suboptimal.
Ich habe nicht auf Zusatzkühler und Superlüfter sondern auf Optimierung der Wasserpumpe und des Kühlkreislaufes gesetzt.

Ich habe folgende Maßnahmen vorgenommen:

1. Optimierung der Wasserführung durch Barkaskopf und Wassereingang unten auf der linken Seite.
2. 312-Kühler mit neuem Netz
3. E-Lüfter hinter dem Mittelkühler (Serienlüfter aus der Blechschnautze reicht völlig)
4. EWP 115 und zweite Bosch EWP zuschaltbar für den kleinen Kreislauf (gut im Winter wie auch im Sommer)
5. Ausbau des Serienthermostats und dort Einbau des Temperaturfühlers
6. Intelligente Steuerung von Lüfter und EWP durch Digital-Controller.

1. EWP 115 u. Bosch EWP.jpg
EWP 115 und Bosch EWP

2.E-Luefter.jpg
E-Lüfter aus 353-Frontkühler

4.Temperaturfuehler.jpg

5.EWP-FAN-Controller.jpg


Optional hatte ich ursprünglich an einen Zusatzkühler (Porsche Boxter) mit E-Zusatzlüfter gedacht, was sich aber als nicht nötig erwies.
Auch der zusätzliche Einbau des Permanent-Quirls mit Versetzung des Kühlers war angedacht. Hatte hierzu bereits den Verlauf der Bremsleitungen geändert.
.
.
Dateianhänge
3.Wasserfuehrung.jpg

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 13. Mai 2017, 00:33

Wartburg-37073 hat geschrieben:....auch bei flotter Fahrweise nicht über 85°C. Im Normalbetrieb bleibt sie bei 70°.....

Das sind 15 bis 25°C zu wenig, als günstigste Betriebstemperatur gab AWE 85 bis 95°C an und selbst 110°C verträgt der Motor problemlos, solange das Kühlsystem i.O. ist und diese Temperatur nicht zum Dauerzustand wird. Bei 70°C steigt dagegen die Gefahr von Kaltlaufklemmern bei plötzlicher Belastung. Ich habe jedenfalls mein Sytem auf eine Zieltemperatur 90°C eingestellt, die Reglung erfolgt dabei zwischen 85°C und 95°C, bei 95°C wird dann der Lüfter zugeschaltet.
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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 13. Mai 2017, 04:32

Wartburg-37073 hat geschrieben: ... Ziel ist Optimierung der Kühlung und da macht jeder so seine eigenen Erfahrungen. Ich habe folgende Maßnahmen vorgenommen:

1. Optimierung der Wasserführung durch Barkaskopf und Wassereingang unten auf der linken Seite.
2. 312-Kühler mit neuem Netz
3. E-Lüfter hinter dem Mittelkühler (Serienlüfter aus der Blechschnautze reicht völlig)
4. EWP 115 und zweite Bosch EWP zuschaltbar für den kleinen Kreislauf (gut im Winter wie auch im Sommer)
5. Ausbau des Serienthermostats und dort Einbau des Temperaturfühlers
6. Intelligente Steuerung von Lüfter und EWP durch Digital-Controller.


Ich bemerke folgendes :
1. Die Zeit des Wasserdurchlaufes durch den Motorblock ist zum 353er viel kürzer. Weiterhin ist die Kühlung von Zylinder 1 am schlechtesten. Der Schlauch von der Wasserpumpe zum Motorblock ist mir zu dicht am Auspuffkrümmer.
2. Der 312er Motor hatte nur 45 PS und ensprechend reichte der Kühler vom 311er. Baute man auf 50 PS um und benutzte weiterhin den 6-flügligen Lüfter und alten Kühler, gab es Kühlprobleme. Daher wurde der verstärkte Kühler im 353er ab 50 PS und der 4-flüglige Lüfter verbaut. Von aussen sind beide Kühler fast nicht zu unterscheiden.
3. Da habe ich nie Versuche angestellt.
4. Ein gleichförmiger Volumenstrom zum Wärmetauscher hat auf die Heizung im Innenraum erhebliche Vorteile.
5. Der Temperaturfühler im 353er liegt im Windschatten des Fahrwindes. Ich würde den Fühler einmal vor dem Fahrwind schützen und die Temp-Anzeige beobachten.
6. Die Ansteuerung des Lüftermotors würde ich im Rücklauf des Kühler einbauen. Beginn mit langsamer Drehzahl ab 75°C und maximale Drehzahl bei 85°C. Per PWM ( Pulsweitenmodulation ) spart man auch noch ein bissel Strom.

Was ich noch machen würde :
Luftfilter unter der rechten Blinkleuchte bauen. Das ergibt kühler Ansaugluft und an den Messstab für das Getriebeöl käme man besser heran. Unter der Motorhaube werden schnell Temperaturen > 80°C erreicht. Besonders beim Frontkühler und im Stand.
Der Vorratsbehälter für die Bremsflüssigkeit wäre auf dem linken Kotflügel vor Wärme besser geschützt.
Der Abstand Lichtmaschine - Rahmen sieht sehr wenig aus. Aber das kann auch täuschen.

Ansonsten ein anderer Umbau und wenn die Ergebnisse sich in der Praxis betätigen, dafür 2 Daumen nach oben !
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon torei » Samstag 13. Mai 2017, 09:46

@ bic
Das sind 15 bis 25°C zu wenig, als günstigste Betriebstemperatur gab AWE 85 bis 95°C an und selbst 110°C verträgt der Motor problemlos, solange das Kühlsystem i.O. ist und diese Temperatur nicht zum Dauerzustand wird. Bei 70°C steigt dagegen die Gefahr von Kaltlaufklemmern bei plötzlicher Belastung. Ich habe jedenfalls mein Sytem auf eine Zieltemperatur 90°C eingestellt, die Reglung erfolgt dabei zwischen 85°C und 95°C, bei 95°C wird dann der Lüfter zugeschaltet.

Die für die optimale Wassertemperatur für maximale Leistung eines Wartburg-Rennmotors liegt bei ca. 65 Grad. Darüber fällt die Leistungskurve wieder ab. Bei den Rundstreckenwartis in den Siebzigern (und auch beim Autocross bis zum Ende der Achziger) waren die Kühlsysteme so konzipiert das sich die Wassertemperatur zwischen 60 und 70 Grad bewegte.

Gruß torei

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Samstag 13. Mai 2017, 10:23

bic hat geschrieben:.... als günstigste Betriebstemperatur gab AWE 85 bis 95°C an und selbst 110°C verträgt der Motor problemlos, solange das Kühlsystem i.O. ist und diese Temperatur nicht zum Dauerzustand wird. Bei 70°C steigt dagegen die Gefahr von Kaltlaufklemmern bei plötzlicher Belastung. Ich habe jedenfalls mein Sytem auf eine Zieltemperatur 90°C eingestellt, die Reglung erfolgt dabei zwischen 85°C und 95°C, bei 95°C wird dann der Lüfter zugeschaltet.


Ich wollte eigentlich nur einen Denkanstoß geben und aus meiner Praxis berichten. Insoweit will ich nur kurz auf Deinen Beitrag eingehen. Man kann ja auch viel zerreden.
Ich kenne den Hintergrund der AWE-Empfehlung nicht. Und was ist "günstig" bei der Temperatur eines Zweitakters im Betrieb? Die Temperatur von 85°- 95° C im Winter, damit Mutti im Innenraum nicht friert?
Melkus hat mir eine Temperatur unter 70°C empfohlen, weil dann die Leistungskurve optimal sei.
Allerdings haben der AWE und Melkus mitunter nicht immer die gleiche Meinung.
Dass mit den Kaltlaufklemmern ist mir von Viertaktern bekannt. Gilt das ebenfalls für Zweitakter? Das werde ich mal den Motorenmann von Melkus fragen. Vielleicht weiß er das noch nicht.

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Samstag 13. Mai 2017, 12:03

WABUFAN hat geschrieben:Ich bemerke folgendes :
1. Die Zeit des Wasserdurchlaufes durch den Motorblock ist zum 353er viel kürzer. Weiterhin ist die Kühlung von Zylinder 1 am schlechtesten. Der Schlauch von der Wasserpumpe zum Motorblock ist mir zu dicht am Auspuffkrümmer.
2. Der 312er Motor hatte nur 45 PS und ensprechend reichte der Kühler vom 311er. Baute man auf 50 PS um und benutzte weiterhin den 6-flügligen Lüfter und alten Kühler, gab es Kühlprobleme. Daher wurde der verstärkte Kühler im 353er ab 50 PS und der 4-flüglige Lüfter verbaut. Von aussen sind beide Kühler fast nicht zu unterscheiden.
3. Da habe ich nie Versuche angestellt.
4. Ein gleichförmiger Volumenstrom zum Wärmetauscher hat auf die Heizung im Innenraum erhebliche Vorteile.
5. Der Temperaturfühler im 353er liegt im Windschatten des Fahrwindes. Ich würde den Fühler einmal vor dem Fahrwind schützen und die Temp-Anzeige beobachten.
6. Die Ansteuerung des Lüftermotors würde ich im Rücklauf des Kühler einbauen. Beginn mit langsamer Drehzahl ab 75°C und maximale Drehzahl bei 85°C. Per PWM ( Pulsweitenmodulation ) spart man auch noch ein bissel Strom.

7.Was ich noch machen würde :
Luftfilter unter der rechten Blinkleuchte bauen. Das ergibt kühler Ansaugluft und an den Messstab für das Getriebeöl käme man besser heran. Unter der Motorhaube werden schnell Temperaturen > 80°C erreicht. Besonders beim Frontkühler und im Stand.
Der Abstand Lichtmaschine - Rahmen sieht sehr wenig aus. Aber das kann auch täuschen.
Ansonsten ein anderer Umbau und wenn die Ergebnisse sich in der Praxis betätigen, dafür 2 Daumen nach oben !


Vielen Dank für die konstruktiven Tips. Deshalb noch einmal kurz zur Erläuterung der von Dir angesprochenen Punkte:

1. Die Wasserführung und der Barkaskopf entsprechen exakt dem, was bei den originalen Melkus RS1000 Motoren vorliegt. Der Barkaskopf hat eine kongruente Figuration zu den Wasserkanälen des Motorblockes. Da war für mich deshalb nicht unwichtig, weil sich einmal beim Gebrauch des 353-Kopfes die Kopfdichtung aus Magdeburg hier entsprechend verformt und es mir dadurch ins Wasser geblasen hatte. Das geschah auf der Autobahn und ein kurzer Kolbenklemmer bei Zylinder 1 war die Folge. War dann entsprechend unangenehm und teuer.
Möglicherweise lag das aber auch daran, dass die Magdeburger Spezial-Dichtung ein billiger China-Nachbau war. Inzwischen wird die übrigens nicht mehr angeboten.
Kopfdichtung.jpg
Kopfdichtung

Zylinderkopf.jpg
Zylinderkopf

Nur bei genauem Hinsehen erkennbar:
Im Bereich des Krümmers befindet sich kein Schlauch, sondern ein Blechrohr. Wenn es dagegen um Wassererwärmung gegangen sein sollte, so wirkt sich das nicht erwähnenswert aus, wie die Praxis zeigt. Wahrscheinlich ist das bei der herkömmlicher Kühlung völlig anders. Besonders im Stand. Hier aber liegt eine digital gesteuerte EWP vor, die rein temperaturabhängig arbeitet.

2. Beim Kühler handelt es sich um eine Anfertigung nach Wunsch. Es wurde ein 312-Kühler benutzt, der bezüglich des Wasserkastens insgesamt etwas tiefer als der 353-Kühler ist und es wurde über die gesamte Tiefe ein Hochleistungsnetz eingebaut. Über den 311-Kühler weiß ich nicht gut genug bescheid. Bei meinem 311-HT war da ebenfalls ein tiefer Wasserkasten, wobei aber das Netz erheblich weniger tief war. Ist wahrscheinlich so serienmäßig. Ich habe das auch dort entsprechend ändern lassen.

4. Da das herkömmliche Thermostat wie in den RS1000-Motoren entfernt wurde, friert man bei kalter Außentemperatur höllisch. Ich bin mal im Februar 400Km von Dresden nach Haus gefahren und weiß wovon ich rede. Durch die analog zuschaltbare zweite EWP kann ich dem kleinen Kreislauf gezielt warmes Wasser für den Wärmetauscher zuführen. Das funktioniert auch ganz gut und man erhält eine ausreichend angenehme Innenraumtemperatur. Mit Thermostat dagegen, egal wie eingestellt, kommt es bei Vollast zu Überhitzungen.
Im Sommer kann ich natürlich den Wärmetauscher bei Bedarf als Zusatzkühler zuschalten.

5./6. Der serienmäßige Temperaturfühler im Zylinderkopf ist vorhanden und liegt im Windschatten der Drei-Vergaser-Anlage. Er ist aber eigentlich nur insoweit noch interessant, wenn die digitale Kontrolle ausfallen sollte. Digital wird die jeweilige Wassertemperatur in 5°-Sequenzen durch den Temperaturfühler im Thermostatgehäuse registriert und im Controller durch Leuchtdioden angezeigt. Der Controller steuert dann entsprechend der vorgenommenen Programmierung die Kühlung. Dies geschieht zunächst durch intervallartiges Einschalten der EWP und später durch kontinierlich steigende Drehzahl der EWP. Erst bei höheren Temperaturen schaltet der Lüfter zu.

7. Dass mit der Lichtmaschine hast Du gut erkannt. Es ist dort tatsächlich zu eng. Es täuscht aber hier insoweit, weil Du nicht deutlich erkennen kannst, dass der Rahmen hier ausgeklinkt wurde.

8. Ich habe bei Ausfall der digitalen Steuerung noch die Möglichkeit einzugreifen und Fan und die beiden EWPs analog zu schalten:
Analoge-Schaltung.jpg
Analoge Zusatzschaltung

Elektrik EWP.jpg
Elektrik für Kühlsystem



Im RS1000 gibt es übrigens überhaupt keinen Lüfter. Der Kühler liegt vorn lediglich im Luftstrom des Fahrtwindes. Im Stand oder im Stau sicher nicht optimal.
Allerdings hat die mechanische Wasserpumpe eine höhere Drehzahl durch eine kleinere Riemenscheibe.

Diese Umstände haben übrigens meine Überlegungen in Hinblick auf die Bedeutung des Lüfters für eine erfolgreiche Kühlung beeinflusst.
Und nur deshalb habe ich mich in diesem Thread gemeldet, um einen Denkanstoß zu geben.
.

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 13. Mai 2017, 12:51

Wartburg-37073 hat geschrieben:Ich wollte eigentlich nur einen Denkanstoß geben und aus meiner Praxis berichten. Insoweit will ich nur kurz auf Deinen Beitrag eingehen. Man kann ja auch viel zerreden.

Das ist Dir ja auch unbenommen und gegen Deinen Praxisbericht habe ich ja nichts einzuwenden. Schade nur, wenn dann dabei jahrzehntealte Motorenbaukenntnisse ignoriert werden und dem geneigten Leser suggeriert wird, es sei doch besser, den Motor mal zwei Dekaden kälter zu fahren, als der Hersteller empfiehlt.

Ich kenne den Hintergrund der AWE-Empfehlung nicht. Und was ist "günstig" bei der Temperatur eines Zweitakters im Betrieb? Die Temperatur von 85°- 95° C im Winter, damit Mutti im Innenraum nicht friert?

Das ist sicher ein angenehmer und auch erwünschter Nebeneffekt. An sonst dürften sich auch die Entwickler in Eisenach -so wie ihre Kollegen weltweit- darüber Gedanken gemacht haben, welche die beste (der Begriff "günstig" gefällt Dir ja nicht) Betriebstemperatur für ihre Motoren im Zusammenhang mit den technischen/konstruktiven Zwängen und der üblichen Benutzung ist. Die Empfehlung kann dann halt so aussehen:

85.JPG

Im Übrigen waren schon für den F9 ohne Heizung 85°C empfohlen, Mutti wurde es damit auch nicht wärmer als bei 70°C.

Melkus hat mir eine Temperatur unter 70°C empfohlen, weil dann die Leistungskurve optimal sei.
Allerdings haben der AWE und Melkus mitunter nicht immer die gleiche Meinung.

Nun hatte das AWE hatte sicher auch ganz andere Prioritäten, hier wurde unter eingeschränkten ökonomischen Bedingungen ein Auto für die allgemeine, tägliche Nutzung durch Jedermann gebaut, dessen Motor gegenüber den üblichen Viertaktern bezüglich der Haltbarkeit schon von vornherein benachteiligt war. Auf derartige Animositäten musste man bei Melkus nun sicher keine Rücksicht nehmen und konnte für eine halbe Handvoll PS mehr vielleicht schon mal eher eine verringerte Lebensdauer in Kauf nehmen.
Denn obwohl beim Zeitakter nicht erst 5l Motorenöl auf optimale 95°C Betriebstemperatur gebracht werden müssen, sind auch dessen Öle bezüglich ihrer Wirksamkeit eher auf einen Betriebsbereich jenseits von 70°C abgestimmt, dies schon deshalb, weil diese meistens auch für die mit wesentlich höheren Betriebstemperaturen laufenden luftgekühlten Motoren verwendbar sind. Verwendet man nun aber im Motor ein Öl außerhalb seiner Spezifikation, erhöht sich zwangsläufig der Verschleiß.
Übrigens, was kann/soll ich mir unter einer "optimalen Leistungskurve" vorstellen, daher, auf welchen Parameter bezogen optimal?

Dass mit den Kaltlaufklemmern ist mir von Viertaktern bekannt. Gilt das ebenfalls für Zweitakter? Das werde ich mal den Motorenmann von Melkus fragen. Vielleicht weiß er das noch nicht.

Was ist das jetzt, soll ich wegen dem Motorenmann von Melkus vor Ehrfurcht zur Salzsäule erstarren? An sonst möchte ich nur mal daran erinnern, dass sich verfahrensbedingt ein 2T-Kolben schneller erwärmt als einer vom 4Ter (wenn man mal aufgeladene Motoren u.ä. außen vor lässt) und daher nicht umsonst das Einbaulaufspiel (!) der 2T-Kolben i.d.R. einen Tick größer gewählt wird - warum wohl?
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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Samstag 13. Mai 2017, 17:24

Ist heute nicht ein wunderbarer Tag? Bei uns ist das Wetter so Klasse, dass zumindest bei mir keine Langeweile aufkam und ich unbedingt ein paar schnellere Runden drehen mußte...
Bei 70° Wasssertemperatur und ohne Kaltlaufklemmer, versteht sich...
.

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon frankyracing » Samstag 13. Mai 2017, 23:42

Wartburg-37073 hat geschrieben:Ist heute nicht ein wunderbarer Tag? Bei uns ist das Wetter so Klasse, dass zumindest bei mir keine Langeweile aufkam und ich unbedingt ein paar schnellere Runden drehen mußte...
Bei 70° Wasssertemperatur und ohne Kaltlaufklemmer, versteht sich...
.


...es ist eigentlich schade, dass auf einen fachlich fundierten Kommentar so geantwortet wird. :eek: ...aber für knapp 3000 U/min bei Teillast, reichen 70 Grad natürlich aus... :shock:

Ziel der optimalen Betriebstemperatur ist ja, einen rundum tragenden Kolben zu erreichen (den es ja eigentlich nur kurz vor dem "Fressen" gibt). Betrachtet man die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten eines GGL-Gusses und einer Kolbenlegierung, die in etwa bei 1:2 liegen, bleiben eigentlich nur zwei Möglichkeiten.

1. Vergrößerung des Einbauspiels um Kaltfresser zu vermeiden.
Dies bedingt aber einen messbaren Leistungsverlust durch Umströmung des Kolbens, zwischen Ringen, Kolben und Zylinderwand.

2. optimales Einbauspiel, errechenbar aus o.a. Koeffizienten.
Wer halbwegs die Rechenwege mit Temperaturdifferenzen und Materialeigenschaften versteht, wird schnell merken, dass bei ca. 360 Grad Kelvin die Wärmeausdehnung beider Materialien gleich ist. Deshalb ist bei allen Wartburg-Motoren eine optimale Betriebstemperatur von rund 90 Grad Celsius vorgesehen.

Dazu noch einige Beispiele aus der Praxis:

1. Rallyemotor (mit Thermostat und Zusatzkühler)
Einbauspiel 0,07 mm
2. Bootsmotor (kaltes See- oder Flusswasser)
Einbauspiel 0,09 mm
3. Rallyemotor (Thermostat defekt, offen)
nach 3 km, Beschleunigen mit Vollgas => Kaltfresser

Mit meiner bescheidenen Erfahrung kann ich sagen, ein schnell zu heißer Motor hat ein Füllungs- oder Auspuffproblem. Dies beeinhaltet natürlich alle relevanten Faktoren wie z.B. Zündwinkel, Verdichtung usw. oder es ist einfach nur eine ungenaue Temperaturanzeige eingebaut.

Man könnte dieses Thema bis zur Unendlichkeit ausweiten, aber auch den Ingenieuren aus der Entwicklungszeit unser Renn-, Rallye- und Normalmotoren war dies alles bekannt. Oft wurde allerdings - bedingt durch die nicht immer perfekte Qualität von Megu - eine kältere Betriebstemperatur (=Leitungsverlust) oder ein größeres Einbauspiel (=Laufgeräusche) empfohlen.

Bei Fragen, fragen!
...fährst Du quer, siehst Du mehr...

www.kurbelwellen-richter.de

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Dienstag 23. Mai 2017, 23:18

frankyracing hat geschrieben:...es ist eigentlich schade, dass auf einen fachlich fundierten Kommentar so geantwortet wird.
Man könnte dieses Thema bis zur Unendlichkeit ausweiten, aber ...
Bei Fragen, fragen!


Ich wollte lediglich über Möglichkeiten berichten, wie man die Kühlung optimieren kann.
Und dass dies auch anders, als hier angesprochen, bewerkstelligt werden kann.

Dass es dabei völlig 'off topic' ist, darüber zu streiten, wann 70°, 80° oder gar 90° Wassertemperatur wann und wo ideal sind, dürfte wohl einleuchten.
Aber keineswegs ist es der Beweis, dass mein Weg der Kühlungsoptimierung obsolet ist.
Warum also diese 'mutatio controversiae' , die ich hier schon öfters beobachte?

Über die Frage nach der idealen Wassertemperatur in welchem Leistungsbereich bei einem leistungsgesteigerten Zweitaktmotor könnte man zwar durchaus diskutieren, aber wie bereits angedeutet, gehört diese hier nicht her, wenn über prinzipielle Möglichkeiten der Kühlung diskutiert wird.

Und deshalb möchte ich hier in eine solche Diskussion auch nicht einsteigen.

Ich bin selbst kein Hobby-Ingenieur und höre auch nicht gern auf solche, sondern lieber auf Fachleute, die sich mich leistungsgesteigerten Motoren seit mehr als 45 Jahren durchaus erfolgreich beschäftigen.
.

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon Hanner » Mittwoch 24. Mai 2017, 10:09

Hallo,

es ist doch aber auch eine Frage des Aufwandes?!
Freundliche Grüße
Hanner



Man kann nur gewinnen, wenn man schon verloren hat.

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Re: Kühlerlüfter 353 Frontkühler

Ungelesener Beitragvon 353 WR Monte » Montag 29. Mai 2017, 05:50

Hi bic, bin deinem Rat gefolgt und habe das offene Drittel mit einer Aluplatte verschlossen, welche ich direkt
an den Lüfter mittels Karosseriekleber befestigt habe. Grüsse !


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