LENKUNG - LEBENSGEFAHR!!!

Rahmen, Federn, Querlenker, Bremsanlage, Haupt- und Radbremszylinder, Handbremse, Reifen, Umbau

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Holger
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LENKUNG - LEBENSGEFAHR!!!

Ungelesener Beitragvon Holger » Mittwoch 22. November 2006, 10:57

Hallo Leute,

kurze Sache, die der Erfurter Produktionsgenossenschaft aufgefallen ist.

Wir haben einen 1.3er (für Insider: Braugold) reinbekommen, und uns mal die Lenkung genauer beäugt. Dabei ist uns aufgefallen, dass an der Hardyscheibe die Schrauben weder splintgesichert sind, noch durch ein Blech gesichert wurden, und auch keine selbstsichernden Muttern waren:
Bild
Das ganze war übrigens kein Einzelfall. Wir haben kürzlich den 1.3er von Koppe übernommen und da sah das ganze genauso aus.

Halten wir ganz persönlich für gefährlich...

Gruß
Holger[/img]
Zuletzt geändert von Holger am Donnerstag 23. November 2006, 12:59, insgesamt 1-mal geändert.
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Rolf
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Re: LENKUNG - LEBENSGEFAHR!!!

Ungelesener Beitragvon Rolf » Mittwoch 22. November 2006, 11:22

Klingt mindestens leichtsinnig und sieht auch so aus... :cry:

Könnte natürlich sein, dass der Anpressdruck der Verschraubungen durch die Hardy-Scheibe hindurch soviel Kraft auf die Gewinde ausübt, dass man im AWE (Neuerer-Vorschlag?) glaubte, diese Scheibchen oder Sicherungsbleche weg lassen zu können.

Im abgebildeten Zustand ist's ja mindest von Dreck und Rost so festgebacken, dass ich da wenig bedenken hätte. Sicherheit durch Rost! *gg*
Bei jedem Tankstopp dann einfach mal nachgucken, ob unter der Haube noch alles vorhanden ist! :lol:

(bitte den Ironie-Schalter zu diesem Posting nach Belieben setzen!)

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Tobias Yello' Thunder
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Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Mittwoch 22. November 2006, 11:48

[säggsch]gloobsch ne[/säggsch]

Weil: Im Ihling steht das ausdrücklich so drinne: Nur Korn - nee Kronenmuttis nehmen! Sogar die Richtung in die die Muttis zeigen sollen, ist vorgeschrieben. Selbst selbstsichernde Muttern wären mir perönliche hier zu heiß - obwohl immer noch besser als ganz ohne...

Tobias
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Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 22. November 2006, 12:35

... Die Muttern an den Rädern werden auch nicht versplintet und müssen wesentlich höhere Kräft übertragen und aufnehmen...
An der Lenkung sollte eine Kontermutter zusätzlich und zur Sicherheit dazu kommen.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

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Holger
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Ungelesener Beitragvon Holger » Mittwoch 22. November 2006, 13:30

Aha, und was schließen wir jetzt für ein Fazit daraus: Heute abend alle mal den Blechdeckel aufmachen und nachsehen...

Gruß
Holger
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Ungelesener Beitragvon Ansgar » Mittwoch 22. November 2006, 13:55

Holger hat geschrieben:Aha, und was schließen wir jetzt für ein Fazit daraus: Heute abend alle mal den Blechdeckel aufmachen und nachsehen...


Und bei der Gelegenheit vieleicht mal sehen wieviel Spiel die Verschraubung in der Hadischeibe hat. Erschreckend wie man dort dein Lenkerspiel verringern kann. -roll-
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Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Mittwoch 22. November 2006, 14:22

Mmh, früher haben wir mal gelernt, dass Verschraubungen von Lenkungsteilen immer und in Jedem Fall geeignet zu sichern sind. Geeignet ist Splint, Sicherungsblech oder Kontermutter. Sicherungsmuttern gab es damals ja noch nicht, zumindestens nicht hier.

Aber! Auch dazu werde ich mal nachsehen im Archive! Denn Lenkungsteile durften auch nicht geschweißt werden und plötzlich gab es 1964/65 rum die Möglichkeit, im Zuge von Einsparung von Material, bestimmte Lenkungsteile im ZIS Halle schweissen lassen zu können.

Jede Regel hat auch also ne Ausnahme.

Egal wie auch immer, ob vorgeschrieben oder nicht, Sicherer ist es in jedem Fall, die Schrauben auch zu sichern um sicher zu sein, dass es sicher ist.

Sicher, oder?
in diesem Sinne

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hm

Ungelesener Beitragvon koppe2003 » Mittwoch 22. November 2006, 15:35

hab vorhin mal bei meinem ersatzteilspender gekuckt, der hat ebenfalls keine versplinteten muttern.
ich muss sagen das ich nie drauf geachtet habe beim schwarzen.
könnte durchaus sein das es auf grund von mangelerscheinungen keine gab.

scheint auf jeden fall nicht selten zu sein.

mfg koppe

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fredi
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Ungelesener Beitragvon fredi » Mittwoch 22. November 2006, 16:58

sind denn nun nur die 1.3er betroffen?

bei mir ist´s jedenfalls schnieke gesichert - ganz sicher!
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Ungelesener Beitragvon matze584 » Mittwoch 22. November 2006, 22:36

... Die Muttern an den Rädern werden auch nicht versplintet und müssen wesentlich höhere Kräft übertragen und aufnehmen...

Öhhh.... Da hats ja auch einen Konus, der sich da hemmend auswirkt. Selbst wenn man das nur Handfest anzieht, kann man sich nach einer Weile auf den Radmutternschlüssel stellen ohne das sich da irgendwas tut.

Bei mir im 353er fehlt auch jede Sicherung rund um die Hardyscheibe. Allerdings würde ich Rolf bedingt zustimmen. Zumindest heut zu Tage.
Aber am Neuwagen hat das ja dann auch ohne gehalten. Und da war weder Dreck noch Rost im Spiel!
Kann es denn also sein, das es Muttern mit hemmendem Gewinde gibt?
Das würde erklären warum die Muttern laut Ihling eine Richtung haben!

Schöne Grüße,
Matthias
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Pappi hat gemeint, der 311 is was für sonntags ;)
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Rolf
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Ungelesener Beitragvon Rolf » Mittwoch 22. November 2006, 23:02

matze584 hat geschrieben:Bei mir im 353er fehlt auch jede Sicherung rund um die Hardyscheibe.


Naja, mein ironisches Posting von weiter oben... :sad:

Ich habe wohl meine Zweifel, dass das so ab Werk gewesen ist!

Bei den "Restaurationen" wird manches (nicht nur an Lenkung und Hardy-Scheibe) doch sehr locker gesehen. Beliebte Stellen für "Murks" sind auch die Fahrwerke.
Mit dringenden Behelfslösungen, die zu Zeiten der Mangelwirtschaft vielleicht gerade noch erklärlich waren, kann sich ja niemand mehr rausreden!

Die paar Pfennige, die Kronenmuttern und Splinte vielleicht zusätzlich kosten, sollten denn doch besser in den Haushalt einer Restauration eingeplant werden!

Also Junx, beim näxten Treffen keine Gesichts-, Lacknasen- oder Chrome-Kontrolle sondern Sicherheits-Check. Gewonnen hat, wer den Platz (eigenrädrig) wieder verlassen darf! :shock:

War da nicht ohnehin der Wunsch aufgekommen, solche Treffen zu verlängern? :D
Open End?

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Martin Rapp
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Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Mittwoch 22. November 2006, 23:03

Also mein Camping war noch nach dem altbewerten Prinzip versplintet.
Ein neues Bild kann ich in versplinteter Version noch nicht bieten.
Die Schrauben waren wie hier im teildemontierten Zustand zu sehen verbaut.
Bild

Gruß Maddin

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Detlef Grau
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Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 23. November 2006, 08:16

Mensch Martin!

Bei uns 311er Fahrern war die Welt doch noch in Ordnung, oder? :smile:
in diesem Sinne

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D. Grau

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Martin Rapp
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Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Donnerstag 23. November 2006, 09:41

:lol: Jooo Detlef da gebe ich Dir voll Recht.
Solche Probleme kannten unsere Wartis zum Glück noch nicht.
Aber dafür sicher andere :smile:

Gruß Maddin

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Ungelesener Beitragvon Holger » Donnerstag 23. November 2006, 10:08

Martin Rapp hat geschrieben:Aber dafür sicher andere :smile:

Ja genau, ich denke da nur an weggefaulte Karosserieausleger beim 311.

Gruß
Holger
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Ungelesener Beitragvon Holger » Donnerstag 23. November 2006, 12:58

Ich habe gestern abend nochmal die Hardyscheibe von meinem weißen 1.3er überprüft. Ein ganz interessanter Sachverhalt: Es wurden zwar Kronenmuttern benutzt, aber keine Splinte, weil in den Schrauben gar keine Löcher drinne sind, wo man einen Splint durch schieben könnte. Und ich bin mir fast sicher, dass das ab Werk bei meinem so war. :arrow:

Gruß
Holger
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Re: LENKUNG - LEBENSGEFAHR!!!

Ungelesener Beitragvon Rolf » Donnerstag 23. November 2006, 13:53

Sehr komisch! :arrow:
Die Kronenmuttern nur als Dekoration? :grübel:

Ich hätte nun gerne 1000 (für das AWE) unbequeme Fragen gestellt.
Um mich nicht restlos unbeliebt zu machen, beschränke mich mal auf diese hier:

    Gab es in der DDR überhaupt eine TÜV-ähnliche Institution? Wie großzügig wurde das gehandhabt? Die Frage nach dem Vorhandensein oder der Art einer Sicherung wesentlicher Lenkungsteile würde heutzutage ja die Betriebserlaubnis in Frage stellen...
    Undenkbar, wenn hier ganze Serien ohne entsprechende Teile auf die Straße rollten. Alleine die versicherungsrechtlichen Konsequenzen mag ich mir kaum ausmalen...

    Welche Blüten trieb die Mangelwirtschaft sonst? Wurde wirklich alles (mit und ohne Sicherung) verbaut, was irgendwie lieferbar war? – Hauptsache die vorgegebenen Plan-Zahlen wurden wenigstens näherungsweise erfüllt?
    Welche Schlüsse muß man denn dann sonst ziehen? Wurde die Verwendung von Verschraubungen einer vorgeschriebenen Festigkeit ähnlich "zufällig" gehandhabt? Mich beginnt zu gruseln!

    Werden auch diese kleineren Aspekte der Wartburg-Geschichte jemals aufgearbeitet und irgendwie schlüssig (lückenlos?) zu dokumentier en sein?

Zurück zur Frage einer Sicherung der Lenkung:
Man darf bei diesen Betrachtungen nicht vergessen, dass der Straßenzustand in der DDR ja einen permanenten "Rütteltest" bedeutete. Die Straßen und deren Wechselwirkungen auf Fahrwerk, Lenkung, Bremsen, Karosse waren ja nicht so topf-eben, wie das heute ist! – Kostprobe:

Bild
Straßenzustand der A4 zu DDR-Zeiten (bei Bautzen) (Quelle: autobahn-online.de)

NEIN, kein Einzelfall!
Auf solchen Holperstrecken hätte ich schon gerne die Lebensversicherung einer gesicherten Schraub-Verbindung gehabt...

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Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 23. November 2006, 14:32

Lieber Rolf!

ja, es gab tatsächlich eine TüV ahnliche Institution. Die technischen Überprüfungen wurden von meist ehrenamtlichen Helfern der Verkehrssicherheitsaktive aus Betrieben oder ähnlichem durchgeführt.
Dabei wurden sehr wohl sicherheitsrelevante Dinge überprüft und dokumentiert. Heute Abend habe ich hoffentlich die Zeit, die ich gestern nicht hatte, ich stelle mal einen original Mängelschein ein. Wenn das Fahrzeug bestanden hatte gab es eine Prägemarke (anfangs), die durch zwei bereits vorhandene Löcher im Kennzeichen eingeklipst und zur Sicherheit mit dem Lötkolben von hinten nochmals bestrichen wurden. Später gab es so Art Abziehbilder. Es wurde zum damaligen Zeitpunkt keine genaue Prüffrist festgelegt, sondern es wurde an die Vernunft appeliert, sein Fahrzeug überprüfen zu lassen. Wenn es neu Prägemarken gab ( rot, blau, grün, ..) wurde über einschlägige Zeitschriften darauf hingewiesen. Meistens war bei dieser Überprüfung auch der ABV dabei (Abschnittsbevollmächtigte der Volkspolizei).
Und hinterher haben die Jungs richtig schön gefeiert mit ner Bockwurst und ner Flasche Bier.

So ist es mir in Erinnerung, als Stift habe ich da immer geschrieben oder mal Scheinwerfer eingestellt, mein Vater hat überprüft. Daher habe ich da auch einiges im Archive! Vielleicht finde ich ja auch noch ein Foto, ma gucken.

Was die Straßen angeht Rolf, mittlerweile ist es stellenweise schon andersherum! Was macht Ihr igentlich mit unserem Solizuschlag? Baut Ihr da keine Straßen von???

Übrigens, dieses Foto ist zeigt eindeutig wie gut unsere Wartburgs doch sind, damals sind ja sogar die Mähdrescher bei der Überführung auf der Autobahn unterwegs gewesen! Welche anderen Autos hätten das über so viele Jahre den abgekonnt?
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
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Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 23. November 2006, 14:34

Achso, fällt mir noch so ein, unsere Busse beim Kraftverkehr mußten einmal im Monat zur Revision, dabei wurde das Auto von einem älteren und erfahrenen Kollegen oder Brigadier überprüft und vom Meister wurde entschieden, was zu machen sei. War immer Arbeit.
in diesem Sinne

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Ungelesener Beitragvon Holger » Donnerstag 23. November 2006, 15:06

Also ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater mit unserem Tourist jemals an so einer Untersuchung teilgenommen hat. Auch das hintere Nummernschild hat vor der Wende nie eine Marke gesehen. Man sieht den Bereich, wo sie normalerweise drangefummelt wurde.
Bild
Nach der Wende dann ist mein Vater sofort zur HU gefahren. Man erkennt auf dem Schild einen dunkleren Kreis links neben dem Strich, wo eine budesdeutsche HU-Plakette geklebt hatte. Die habe ich allerdings entfernt, weil nicht zeitgemäß...

Gruß
Holger
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Ungelesener Beitragvon Rolf » Donnerstag 23. November 2006, 15:10

Hi Detlef!

Dankeschön für Deine Antwort!
Vieles hört sich total gemütlich an.
War es wohl auch... [Bier]

Die Anwesenheit des ABV hätte allerdings meine Feier-Laune leicht gebremst. Es gibt da einen gewissen inneren Widerwillen gegen uniformierte Amtspersonen, die sich auch mit zunehmendem Lebensalter und trotz aller Reise-Erlebnisse nicht verflüchtigen will! -Joint-

Was die Straßen und die Verwendung des Soli angeht...
Wir lernen noch! – Die Erkenntnis, dass eine Annäherung der Lebensverhältnisse nicht mit dem Ausbau der Verkehrswege alleine getan ist, hat leider schmerzlich lange gedauert! :sad:

Auf die Inhalte Deines Archivs freue ich mich, wie immer... :smile:

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Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 23. November 2006, 16:41

Rolf, wie schon so manches Mal bemerke ich eine gewisse Seelenverwandtschaft. Mit Uniformen habe ich auch so mein Problem, zumal die Jungs von der VP damals eher wie Schnittlauch waren-> grün und traten nur in Bündeln auf.

Auf dem Dorfe kannte man die ja meistens, aber inwieweit die erträglich waren, kann wohl niemand so genau sagen. Vornerum waren sie jedenfalls immer darauf bedacht vertraut zu erscheinen. Aber hinter den Kulissen....
das scheint ein anderes Kapitel, das genauso aufgearbeitet werden sollte, wie Euere Straßen
:razz:
in diesem Sinne

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Tobias Yello' Thunder
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Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Donnerstag 23. November 2006, 19:09

Korrigiere:
Schnittlauch: Außen grün, innen hohl und tritt nur bündelweise auf!

Tobias
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Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 23. November 2006, 21:46

Um dem Thema eine gewisse Ernsthaftigkeit zurückzugeben, habe ich mal aus dem Lehrbuch -Kfz-Fahrwerk- vom transpress VEB Verlag für Verkehrswesen 1977 folgendes gescannt:

5.1.3. Rechtsvorschriften
Entsprechend der Aufgabe und Bedeutung der Lenkeinrichtung hat der sozialistische Staat durch spezielle Gesetze, Verordnungen und Bauvorschriften notwendige Festlegungen für diese wichtige Baugruppe und ihre Einzelteile getroffen, damit die Verkehrs- und die Betriebssicherheit optimal gewährleistet sind. Die wichtigsten gesetzlichen Forderungen sind in der StVZO, §§43 und 95, festgelegt.

§ 43 StVZO - Lenkvorrichtung:
„Die Bauart der Lenkvorrichtung und die Belastung der gelenkten Räder sind nach Gesamtmasse und Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges so zu bestimmen, daß ein leichtes und sicheres Lenken möglich ist...
Die Verbindung der Lenkungsteile darf sich durch Abnutzung nicht selbsttätig lösen. Schraubenverbindungen müssen durch Kronenmuttem mit Splint oder durch Sicherungsbleche gesichert sein. Ausgebaute Splinte und Sicherungsbleche dürfen nicht wieder verwendet werden.
Einzubauen sind neue Sicherungsteile, die in ihrer Ausführung dem Original entsprechen.
Lenkvorrichtungen dürfen bei Reparaturen nicht geschweißt werden."

§ 95 StVZO - Ausnahmen:
„Die Deutsche Volkspolizei kann allgemein oder für bestimmte Einzelfälle Ausnahmen von den Bestimmungen dieser Verordnung genehmigen."
Für Reparaturschweißungen an Lenkvorrichtungen von Kraftfahrzeugen und deren Anhängefahrzeugen wurde die Ausnahmegenehmigung Nr. 10/67 zum § 43 mit folgendem Inhalt erteilt:
„Das Zentralinstitut für Schweißtechnik der DDR und die Schweißtechnische Versuchs- und Lehranstalt dürfen Reparaturschweißungen an Lenkungsteilen und Zugvorrichtungen von Fahrzeugen durchführen und sind berechtigt, Ausnahmegenehmigungen für das industrielle Regenerieren von Verschleißteilen an andere Betriebe bzw. Institutionen zu erteilen.

Die Ausnahmegenehmigung wird unter folgenden Bedingungen erteilt:
1.Die vorgenannten Schweißungen dürfen nur von erfahrenen Schweißern,
die vom ZIS oder SVL geprüft und bestätigt sind, ausgeführt werden.

2.Die geschweißten Teile, die im ZIS bzw. SVL geschweißt werden, sind
mit einem ZIS - bzw. SVL -Stempel zu kennzeichnen.

3.Bei Übertragung der Befugnisse an andere Betriebe und Institutionen
ist zu gewährleisten:

a) Für die einzelnen Teile sind vom ZIS bzw. SVL verbindliche
Technologien auszuarbeiten.
b) Die Genehmigungen sind betriebsgebunden.
c) Vom ZIS bzw. SVL sind diese Betriebe zu kontrollieren.
4. Auf Rechnungen und Gutachten ist der Vermerk einzutragen:
Ausnahmegenehmigung Nr. 10/67 zum § 43 StVZO vom Ministerium
des Innern erteilt."
Weitere Forderungen ergeben sich aus
• der Arbeits- und Brandschutzanordnung 361/2 (z. B. § 9, Ziffer 3)
und den Bau- und Betriebsvorschriften für Kraftfahrzeuge, die Festlegungen über Auswechselbarkeit der Baueinzelteile, Wendekreisdurch
messer sowie Spurhaltung, Lastanteil der gelenkten Achse u. a. vor
sehen.

Was das Schnittlauch angeht: Danke für den Hinweis, war mir schon entfallen.
in diesem Sinne

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D. Grau

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Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Samstag 25. November 2006, 20:13

Später muß wohl der § 43 durch den Zusatz "oder andere geeignete Sicherungsmöglichkeiten" ergänzt worden sein. So zumindestens die Aussage von Herrn Friesinger. Ich war heute im Museum (Eisenach), und habe da mal bei allen einsdreiern unter die Haube gekuckt (ich krieg da wohl mittlerweile "Beklopptenbonus". Bei allen war von Kronenmuttern nix zu erkennen. Hier die rote 1.3 Limo:
Bild
Sscheixxe zu erkennen, zugegebenermaßen. Aber die Lichtverhältnisse warn auch nicht so prall.
Beim 1.3er Pickup sah die Sache schon anders aus, und so konnte ich ein schickes Bild schießen:
Bild
Wie man deutlich erkennen kann, wurden hier die Kanten der Muttern "vernietet", und dadurch eine "geeignete Sicherung" erreicht.
Vermutlich wurden die Muttis vom Braugold auch auf diese Art und Weise gesichert, nur ist das durch den Rost (Der steht nicht seit 15 Jahren im Museum...) nicht mehr zu erkennen.
Was man davon halten soll, kann jeder mit sich selber abmachen, ich halte es nicht wirklich für geeignet, und werde dann wohl wieder zu den guten alten Splintbolzen greifen...

Tobias
Zuletzt geändert von Tobias Yello' Thunder am Sonntag 26. November 2006, 18:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Samstag 25. November 2006, 22:41

ich denke, Du hast Recht! Sicherheit hat Vorfahrt! Da spielt es auch gar keine Rolle von wann oder von wem der Gesetzestext ist. Ich verlasse mich auch lieber auf den guten alten Splintbolzen.
in diesem Sinne

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Ungelesener Beitragvon Butzemann » Sonntag 26. November 2006, 10:04

Moin,

Im Ersatzteilkatalog für den 1.3er steht bei den Muttern drin: Sechskantmutter oder wahlweise Kronenmutter, Splinte sind zwar auch aufgeführt aber nicht in der Explosionszeichnung eingezeichnet.
Wahrscheinlich wurde genommen was gerade in der großen Schraubenkiste drinlag....

mfg Gert

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Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 26. November 2006, 11:53

Diese Unterschiede machen mich echt stutzig ...

Hier ein Auszug aus IHLING Ausgabe 1990 Seite 200 und Bild 5.24 und
Text :

Bild

Was ist nun Richtig oder das Sicherste ?
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Mercedes 380SLC W107
Mercedes 250/8 W114
1977 Ford Ranchero GT 500
Mercedes 230E W124 (Winterauto)
Gruppe / Verein: IGWTB - Interessengemeinschaft Wartburg Trabant Barkas
Wohnort: Markkleeberg (bei Leipzig)

Ungelesener Beitragvon wartburgdan » Sonntag 26. November 2006, 12:10

WABUFAN hat geschrieben:
Was ist nun Richtig oder das Sicherste ?


Ich meine, besser als mit Kronenmutter und Splint kann man eine Schraubverbindung nicht sichern. Beim versplinten sollte man natürlich etwas Fett nicht vergessen, damit man den Splint beim nächsten Tausch der Gewebescheibe auch wieder aus dem Loch herausbekommt.
Außerdem ist es auch optisch zum Wartburg passend und historisch korrekt. Selbstsichernde Muttern mit Plasteinsatz gab es beim Wartburg nun mal ab Werk nicht.

Butzemann
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Ungelesener Beitragvon Butzemann » Sonntag 26. November 2006, 12:14

Moin,

Hab gerade nochmal geblättert, in den "Technischen Daten" Wartburg 1.3
Redaktionsschluß 1.2.1990 steht wieder was anderes drin.
Mutter selbstehemmend, geölt einsetzen, Anzugsdrehmoment 25 +/- 3 Nm.
Außerdem sollen nun die Muttern wieder Richtung Lenkgetriebe zeigen.
Dasselbe steht in der Reparaturanleitung 2.Auflage von AWE.

mfg Gert


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