Negativerfahrungen Rostumwandler/Unterbodenschutz

Rahmen, Federn, Querlenker, Bremsanlage, Haupt- und Radbremszylinder, Handbremse, Reifen, Umbau

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Hagen

Negativerfahrungen Rostumwandler/Unterbodenschutz

Ungelesener Beitragvon Hagen » Dienstag 2. Januar 2007, 12:13

Hallo Wartburgfahrer,

ich möchte zur Warnung an alle, die Unterbodenarbeiten durchführen wollen, meine Negativerfahrungen darlegen. Ich habe die Fahrgestellteile meines W. 1,3 im Sommer folgendermaßen behandelt: mechanisch entrostet, mit Hochdruckreiniger und FIT gewaschen, Rostumwandler von Hammerite (bei OBI gekauft) mit Pinsel aufgetragen, Unterbodenschutz auf Kunstharzbasis (OVER 4 SPS von Fertan) aufgespritzt. Das sah zu Anfang alles sehr schön aus und ich dachte, den Rost erstmals besiegt zu haben. Jetzt zeigen sich an den Fahrgestellteilen überall kleine Rostpunkte, die durch den Unterbodenschutz durchbrechen. Diese sind feucht, lassen sich abwischen und schmecken salzig. Das selbe Ergebnis ist an den Stellen zu beobachten, an denen ich statt Unterbodenschutz „Inertol“ von SIKA, einen Bitumenschutzanstrich für Bauteile im Erdreich oder „KFZ-Unterboden“ aus DDR-Zeiten gestrichen habe! Wenn ich das mal weiterbedenke, wird das Fahrgestell bald wieder rostig aussehen, d.h. alle Arbeit war umsonst.
Vielleicht hätte ich lieber schwarze Hammerite-Lackfarbe o.ä. streichen sollen und angesichts der offensichtlichen Unwirksamkeit des Rostumwandlers ganz auf diesen verzichten sollen.

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Mossi
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Ungelesener Beitragvon Mossi » Dienstag 2. Januar 2007, 13:49

das sind keine Negativ-Erfahrungen, sondern einfach Realität.....

und ein bischen saubermachen und anpinseln reicht eben nicht aus.....
(ein bischen Drahtbürsten auch nicht....)

ergo: http://w311.info/viewtopic.php?t=1240

PS: Hammerite hat im Kfz-Bereich aus meiner Sicht nichts zu suchen.....

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T.S.
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Ungelesener Beitragvon T.S. » Dienstag 2. Januar 2007, 13:59

Der beste Schutz ist immer noch der der drunter war, ergo ich hab ihn gelassen und nur punktuell ausgebessert.......und keine Punkte gesehen die besorgnisserregend wären.
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Re: Negativerfahrungen Rostumwandler/Unterbodenschutz

Ungelesener Beitragvon Normen » Dienstag 2. Januar 2007, 14:25

Hagen hat geschrieben:mechanisch entrostet,
mit Hochdruckreiniger und FIT gewaschen,
Rostumwandler von Hammerite mit Pinsel aufgetragen,
Unterbodenschutz auf Kunstharzbasis (OVER 4 SPS von Fertan) aufgespritzt.


ist das so ein rostumwandler der sich schwarz verfärbt und gleichzeitig eine art grundierung sein soll? oder ist das so einer der wieder abgewaschen werden muss? und du hast das vielleicht nicht getan.

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Rahmenrestauration

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Dienstag 2. Januar 2007, 16:23

Also ich hoffe, dass ich mit Sandstrahlen, 2K-Lackierung beim Lackierer mit Trockenkammer ein gutes Ergebnis erzielt habe, was lange hält.
Eine saubere Sache ist solch ein Rundumschlag alle mal.
Voraussetzung ist nur ein guter Rahmen, welcher nicht verzogen ist oder gar durchhängt.

Für die Vergrößerung bitte auf das Bild klicken.
Bild
Ausgangssituation
Bild
Nach dem Sandstrahlen und Grundieren
Bild
Nach der Lackierung
Bild
Nach der ersten Montage

Gruß Maddin

Hagen

Ungelesener Beitragvon Hagen » Dienstag 2. Januar 2007, 20:00

kurz zum Rostumwandler: den ich verwendet habe, hat das Metall glänzend braun-schwarz verfärbt und braucht gemäß Anleitung nicht abgewaschen zu werden wie z.B. der Rostumwandler von Fertan.

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Hammerite

Ungelesener Beitragvon Denis » Mittwoch 3. Januar 2007, 09:24

Hallo,

also ich muss sagen, dass ich bisher mit Hammerite gute Erfahrungen gemacht habe.

BildBild


Ich verwende Hammerite nicht nur am Rahmen sondern auch für andere Wartburgteile wie Ankerplatten, Querlenker etc.

BildBild
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Grüße Denis

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Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 3. Januar 2007, 09:26

@Denis: redest du jetzt vom Preis, vom Verarbeiten oder vom mehrjährigen Winterbetrieb?

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Hammerite

Ungelesener Beitragvon Denis » Mittwoch 3. Januar 2007, 10:37

.... bei meiner ersten Restaurierung des 312érs habe ich noch Rostschutzfarbe aus Altbeständen meines damaligen Arbeitsgebers (KFL) verwendet. Diese war zwar sehr kostengünstig (da fast kostenlos), aber zeigt sich nach 4 Jahren Frühlings, Sommer und Herstbetrieb als rissig und blätter leider stellenweise geringfügig ab.

Nun habe ich mich nach Rücksprache und Beratung mit Oldtimer Kollegen aus unserer Garagengemeinschaft für die Rostschutzfarbe von Hammerite entschlossen. Hier wurden bereits gute Erfahrungen im Betrieb der Fahrzeuge die mit Hammerite behandelt wurden gesammelt.

Im Winterbetrieb mit Salz und Lauge auf den Straßen laufen unsere Oldtimer natürlich nicht. Und somit beziehen sich die Erfahrungen nur außerhalb der Winterzeit.
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Grüße Denis

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Re: Hammerite

Ungelesener Beitragvon WartburgPeter » Mittwoch 3. Januar 2007, 13:09

Denis hat geschrieben:.... Im Winterbetrieb mit Salz und Lauge auf den Straßen laufen unsere Oldtimer natürlich nicht. Und somit beziehen sich die Erfahrungen nur außerhalb der Winterzeit.


Im Ganzjahresbetrieb habe ich leider auch mit Hammerite keine guten Erfahrungen gemacht. Weder, daß die Farbe aktiv vor neuerlichem Rost schützt, noch das sie den Dauerbelastungen insbesondere im Fahrwerksbereich gewachsen ist.
Ich teste nun 2-Komponentenlack in Verbindung mit mehreren Schichtaufbauten. Auf anschließende Konservierung kann man nicht verzichten. Zusätzlich geben mir Zinkuntergründe nun noch Schutz, wenn die Farboberfläche Beschädigungen aufweisen sollte. Mal sehen, wie das in den nächsten Jahrzehnten funzt...
Beste Grüße
Peter

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Rostschutz

Ungelesener Beitragvon Denis » Mittwoch 3. Januar 2007, 13:58

....ich bin der Meinung das hier sicherlich Aufwand (auch preislich gesehen) und der Nutzen abzuwägen ist.

Sicherlich bietet ein verzinkter Untergrund eine sehr gute Basis für die anschließende Rostfarbe. Wenn dazu noch eine Hohlraumkonservierung vorgenommen wird ist man hier schon sehr perfekt und für ein sehr langes Leben gerüstet.

Ich werde meinen Rahmen noch mit dem Hohlraumfett von Mike Sanders http://mike.british-cars.de/ , mit den entsprechenden Hohlraumdüsen behandeln. Dies sollte dann genügen.

Bild


Aber wir wissen doch sicherlich alle, dass es keinen Lebenslangen Rostschutz gibt. Jedes Metallteil, wie gut auch vorbehandelt neigt nach einer gewissen Zeit immer zur Rostbildung.
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Grüße Denis

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Re: Rostschutz

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Mittwoch 3. Januar 2007, 14:12

Denis hat geschrieben:...Jedes Metallteil, wie gut auch vorbehandelt neigt nach einer gewissen Zeit immer zur Rostbildung.


Joo sehe ich ähnlich, man wird den Rost nie vollkommen stoppen können.
Die Hohlraumversiegelung kommt bei mir wohl jetzt auch bald dran, auch ich werde da mit Mike Sanders Hohlraumfett meine Erfahrungen sammeln. Also Männer an den Herd und auf 100°C heizen die Suppe :lol:

Gruß Maddin

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Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 3. Januar 2007, 21:24

ich war am Herd... :smile:

Tip: Brille abnehmen bzw. mit Glasgläsern aufsetzen wg. Schmierfilm abwaschen..... :D

PS: das Zeug ist auf den Stoßstangen im Winter unschlagbar.....

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Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Mittwoch 3. Januar 2007, 22:11

Mossi-offline hat geschrieben:PS: das Zeug ist auf den Stoßstangen im Winter unschlagbar.....


Auch ne gute Idee, um der Salzlauge enntgegen zu wirken. Aber ich werde nach der vielen Arbeit dann doch lieber den Winterbetrieb meiden.

Gruß Maddin

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Ungelesener Beitragvon fredi » Montag 9. April 2007, 22:26

hab mal in einem korrosionsschutzforum geschmökert und die empfehlen da tatsächlich phosphorsäure.

die auf etwa 40% verdünnt und nat. mit handschuhen und schutzbrille per pinsel aufgetragen.

das ist ist in jedem handelsüblich rostschutz und umwandler drin. es bilder sich dabei salze die abgewaschen werden müssen und danach ist das eisen wohl so passiviert, das man das unproblematisch überstreichen kann.
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Ungelesener Beitragvon Warti-Ben » Montag 9. April 2007, 23:12

Wir hatten bei uns in der Werkstatt letztens auch die Restaurierung eines 311er Rahmens.

Erster Schritt bei uns war mechanisches entrosten, anschließend komplett Sandstrahlen, dann mit Rostumwandler drüber, die Salze abwaschen, Grundierung drüber, anschließend noch mit Hammerite streichen. Je nach Geschmack kann man natürlich auch noch mit Unterbodenschutz/ Steinschlagschutz garnieren, dann das Ganze bei 220°C in den Backofen und ...., nein, moment, jetzt bin ich in die Zubereitung meiner Pizza gerutscht. :eek:

Also wie gesagt, das was ich oben beschrieben habe funktioniert bei "durchschnittlichem" Normalgebrauch ganz ordentlich und man hat auch einige Jahre seine Ruhe. 8)
Letztens in der Bierstube: "Du bist doch bloß so schee weil i so b´suffa bin!"

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Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Dienstag 10. April 2007, 08:43

fredi hat geschrieben:...es bilder sich dabei salze die abgewaschen werden müssen und danach ist das eisen wohl so passiviert, das man das unproblematisch überstreichen kann.


Joo ich habe auch solch ein Mittelchen genutzt. Mein Motorblock sah zwischenzeitlich so aus:
Bild

Gruß Maddin


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