Silikonbremsflüssigkeit

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Caravan
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Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Caravan » Mittwoch 13. Dezember 2017, 21:19

Hallo,
leider hat die SuFu nichts ergeben --- erstaunt mich eigentlich.

Gibt es hier im Forum Erfahrungen mit Silikonbremsflüssigkeit im Wartburg, Barkas oder Trabant?
Mir geht es um Erfahrungen mit technischen Schwierigkeiten bei der Verwendung von Silikonbremsflüssigkeit.
In meinem Daf fahre ich sie bisher nahezu problemlos aber erst zwei Jahren, daher habe ich noch keine Langzeiterfahrungen.

Im ersten Versuch lösten sich die Manschetten im HBZ auf.
Nachdem ich alle Manschetten im HBZ getauscht habe, funktioniert es störungsfrei. Bei den RBZ gab es keine Problem.

Alle Komponenten des Bremssystems waren unbenutzte Neuteile.

Gruß
Kalle

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bic
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 14. Dezember 2017, 00:44

Dann such doch mal nach DOT 5 :shock:
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Tomtom
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Donnerstag 14. Dezember 2017, 21:33

Berufene Quellen hauen es mir ja immer wieder um die Ohren: DOT4 ist nicht geeignet für unsere Teile, weil diese aufquellen. Wir tun es trotzdem.... Aber das nur am Rande.
Ich habe einige regenierierte Teile am Start und die wurden abgedrückt. Ich vermute mit DOT4.
Es kann durchaus sein, dass dies bei Dir auch der Fall ist / war. Das könnte Deine Erfahrungen erklären.
Wenn es um Original jüngfreuliche Teile geht mit 30 jährigem Nichteinbau-Jubiläum, weiss ich zwar worum es geht und kann sagen, dass das Zeug, was da drin war, ist, hart, flockig und unbrauchbar ist.
Doch was das ist // war, es mit DOT5 verträglich ist // radioaktiv ist // buntes Leuchten verursacht.. Du verstehst, was ich meine... Wir haben keine Ahnung!
Erst immer auseinandernehmen, penibel reinigen, ATE Bremsenpaste rein und dann loslegen.
Ich vermute, meine Nachricht ist ein Orakel, aber mehr ham wer nich....
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Aztec62 » Freitag 15. Dezember 2017, 10:13

Hallo,
hier meine Meinung dazu:

DOT 5 nimmt zwar keine Feuchigkeit aus der Umgebung auf,aber gerade das ist der Punkt. Feuchtigkeit dringt systembedingt in das Hydrauliksystem der Bremsanlage ein und die Bremsflüssigkeit soll diese binden. Wenn sie das nicht (oder nicht mehr da zu alt = gesättigt) kann, dann verdampft die Feuchtigkeit bei Erwärmung durch das Bremsen und dehnt sich aus. Es ensteht eine Dampfblase im System und das kann zum Ausfall der Bremse führen. Die Feuchtigkeit sammelt sich an der tiefsten Stelle des Hydrauliksystems und das sind meistens die Bremszylinder am Rad.
Bei Silikon Bremsflüssigkeit ist das viel eher der Fall als bei Glycol Flüssigkeit.
Weiterhin sorgt die ungebundene Feuchtigkeit für Korrosion.
Soweit ich weiß ist DOT 5 auch nicht TÜV zugelassen.
Eine Ausnahme davon ist DOT 5.1.
DOT 5 ist auf Silicon-Basis,alle anderen (DOT 3,4,5.1) sind auf Glycol-Basis und können darum Feuchtigkeit aufnehmen.
Also lieber alle zwei Jahre wechseln als mit dem Silikonzeugs rumfahren.
Was die US Armee nutzt muss noch lange nicht gut für uns sein.

Siehe auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bremsfl%C3%BCssigkeit

Gruß
Henning

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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 15. Dezember 2017, 10:44

Aztec62 hat geschrieben:....Also lieber alle zwei Jahre wechseln als mit dem Silikonzeugs rumfahren....

In diesem Zusammenhang interresant ist auch, dass z.B. Harley Davidson, welche ihre Mopeds ab ca. 1980 bis Anfang/Mitte der 2000er Jahre mit Silikonbremsflüssigkeit ausgeliefert haben, n.m.E. auch alle 3 Jahre ein Austausch der Suppe vorschreiben. Wahrscheinlich kann man nur dadurch der Bildung größerer Tröpfchen durch das (überwiegend durch Gummi-/Elastomerteile) in das Bremssystem hinein diffundierte Wasser Herr werden.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Caravan » Samstag 16. Dezember 2017, 11:33

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten.
Mir geht es jedoch um EURE PERSÖNLICHEN Erfahrungen mit dem Zeug in Ost-Fahrzeugen.

Ich habe einen M400, der ist bis in die 80er Jahre mit der originalen russischen Bremsflüssigkeit auf Rizinusöl-Basis gefahren ist.
Die hat ein ähnliches Verhalten in Bezug auf Wasser wie Silikonbremsflüssigkeit.
Es klappt also nicht nur bei den Amis problemlos sondern auch bei den Russen.

Kaum jemand wechselt DOT3 oder DOT4 Bremsflüssigleit alle zwei Jahre und dennoch fahren alle damit.

Das allgemeine Für und Wieder ist mir bekannt. Ich möchte auf Silikon umsteigen, da es nicht so agressiv ist wie DOT3 oder DOT4.

Gruß

Wartburgbauer
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Samstag 16. Dezember 2017, 11:50

Ich nehme immer DOT4, habe damit keine Sorgen. Problematisch ist nur, dass die RBZ nach der Umstellung von DDR-Bremsflüssigkeit auf DOT4 eigentlich immer anfangen zu laufen. Aber da es ja eh kaum noch RBZ geben dürfte, die noch mit DDR-Flüssigkeit (die übrigens kein DOT 3 ist) funktionieren und intakt sind, spielt das auch keine Rolle mehr.

Mein Kumpel hat in seinem 71er 353er Silikonbrühe drin, weil er das Auto im Jahr druchschnittlich so 20km bewegt, und auch nur alle zwei Jahre mal... :shock:
Naja, dafür ist DOT4 sehr ungünstig, daher hat er auf Silikon umgestellt, vor 5 oder noch mehr Jahren. Bis dato keine Sorgen.
Aber ob das nun repräsentativ ist? -nixwissen-

Für ein Auto, dass gefahren wird, gibt es mit DOT4 eigentlich keine Sorgen. Und alle zwei Jahre zur HU mal zur Kontrolle die Trommeln runterzunehmen und die BF zu wechseln, finde ich nicht wild.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 17. Dezember 2017, 01:19

Caravan hat geschrieben:....Das allgemeine Für und Wieder ist mir bekannt....

Tja, aber warum fragst Du dann noch, wenn Dir doch alles bekannt ist? Dann musst Du doch völlig unabhängig von den Erfahrungen Dritter selbst entscheiden können, ob Du nun umsteigst, denn etwas anderes als "für" oder "wider" kann ja bei fremden Erfahrungen auch nicht mehr heraus kommen. Mir selbst graut es jedenfalls vor dem Zeugs.
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