Silikonbremsflüssigkeit

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Caravan
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Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Caravan » Mittwoch 13. Dezember 2017, 21:19

Hallo,
leider hat die SuFu nichts ergeben --- erstaunt mich eigentlich.

Gibt es hier im Forum Erfahrungen mit Silikonbremsflüssigkeit im Wartburg, Barkas oder Trabant?
Mir geht es um Erfahrungen mit technischen Schwierigkeiten bei der Verwendung von Silikonbremsflüssigkeit.
In meinem Daf fahre ich sie bisher nahezu problemlos aber erst zwei Jahren, daher habe ich noch keine Langzeiterfahrungen.

Im ersten Versuch lösten sich die Manschetten im HBZ auf.
Nachdem ich alle Manschetten im HBZ getauscht habe, funktioniert es störungsfrei. Bei den RBZ gab es keine Problem.

Alle Komponenten des Bremssystems waren unbenutzte Neuteile.

Gruß
Kalle

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bic
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 14. Dezember 2017, 00:44

Dann such doch mal nach DOT 5 :shock:
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Tomtom
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Donnerstag 14. Dezember 2017, 21:33

Berufene Quellen hauen es mir ja immer wieder um die Ohren: DOT4 ist nicht geeignet für unsere Teile, weil diese aufquellen. Wir tun es trotzdem.... Aber das nur am Rande.
Ich habe einige regenierierte Teile am Start und die wurden abgedrückt. Ich vermute mit DOT4.
Es kann durchaus sein, dass dies bei Dir auch der Fall ist / war. Das könnte Deine Erfahrungen erklären.
Wenn es um Original jüngfreuliche Teile geht mit 30 jährigem Nichteinbau-Jubiläum, weiss ich zwar worum es geht und kann sagen, dass das Zeug, was da drin war, ist, hart, flockig und unbrauchbar ist.
Doch was das ist // war, es mit DOT5 verträglich ist // radioaktiv ist // buntes Leuchten verursacht.. Du verstehst, was ich meine... Wir haben keine Ahnung!
Erst immer auseinandernehmen, penibel reinigen, ATE Bremsenpaste rein und dann loslegen.
Ich vermute, meine Nachricht ist ein Orakel, aber mehr ham wer nich....
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Aztec62 » Freitag 15. Dezember 2017, 10:13

Hallo,
hier meine Meinung dazu:

DOT 5 nimmt zwar keine Feuchigkeit aus der Umgebung auf,aber gerade das ist der Punkt. Feuchtigkeit dringt systembedingt in das Hydrauliksystem der Bremsanlage ein und die Bremsflüssigkeit soll diese binden. Wenn sie das nicht (oder nicht mehr da zu alt = gesättigt) kann, dann verdampft die Feuchtigkeit bei Erwärmung durch das Bremsen und dehnt sich aus. Es ensteht eine Dampfblase im System und das kann zum Ausfall der Bremse führen. Die Feuchtigkeit sammelt sich an der tiefsten Stelle des Hydrauliksystems und das sind meistens die Bremszylinder am Rad.
Bei Silikon Bremsflüssigkeit ist das viel eher der Fall als bei Glycol Flüssigkeit.
Weiterhin sorgt die ungebundene Feuchtigkeit für Korrosion.
Soweit ich weiß ist DOT 5 auch nicht TÜV zugelassen.
Eine Ausnahme davon ist DOT 5.1.
DOT 5 ist auf Silicon-Basis,alle anderen (DOT 3,4,5.1) sind auf Glycol-Basis und können darum Feuchtigkeit aufnehmen.
Also lieber alle zwei Jahre wechseln als mit dem Silikonzeugs rumfahren.
Was die US Armee nutzt muss noch lange nicht gut für uns sein.

Siehe auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bremsfl%C3%BCssigkeit

Gruß
Henning

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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 15. Dezember 2017, 10:44

Aztec62 hat geschrieben:....Also lieber alle zwei Jahre wechseln als mit dem Silikonzeugs rumfahren....

In diesem Zusammenhang interresant ist auch, dass z.B. Harley Davidson, welche ihre Mopeds ab ca. 1980 bis Anfang/Mitte der 2000er Jahre mit Silikonbremsflüssigkeit ausgeliefert haben, n.m.E. auch alle 3 Jahre ein Austausch der Suppe vorschreiben. Wahrscheinlich kann man nur dadurch der Bildung größerer Tröpfchen durch das (überwiegend durch Gummi-/Elastomerteile) in das Bremssystem hinein diffundierte Wasser Herr werden.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Caravan » Samstag 16. Dezember 2017, 11:33

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten.
Mir geht es jedoch um EURE PERSÖNLICHEN Erfahrungen mit dem Zeug in Ost-Fahrzeugen.

Ich habe einen M400, der ist bis in die 80er Jahre mit der originalen russischen Bremsflüssigkeit auf Rizinusöl-Basis gefahren ist.
Die hat ein ähnliches Verhalten in Bezug auf Wasser wie Silikonbremsflüssigkeit.
Es klappt also nicht nur bei den Amis problemlos sondern auch bei den Russen.

Kaum jemand wechselt DOT3 oder DOT4 Bremsflüssigleit alle zwei Jahre und dennoch fahren alle damit.

Das allgemeine Für und Wieder ist mir bekannt. Ich möchte auf Silikon umsteigen, da es nicht so agressiv ist wie DOT3 oder DOT4.

Gruß

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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Samstag 16. Dezember 2017, 11:50

Ich nehme immer DOT4, habe damit keine Sorgen. Problematisch ist nur, dass die RBZ nach der Umstellung von DDR-Bremsflüssigkeit auf DOT4 eigentlich immer anfangen zu laufen. Aber da es ja eh kaum noch RBZ geben dürfte, die noch mit DDR-Flüssigkeit (die übrigens kein DOT 3 ist) funktionieren und intakt sind, spielt das auch keine Rolle mehr.

Mein Kumpel hat in seinem 71er 353er Silikonbrühe drin, weil er das Auto im Jahr druchschnittlich so 20km bewegt, und auch nur alle zwei Jahre mal... :shock:
Naja, dafür ist DOT4 sehr ungünstig, daher hat er auf Silikon umgestellt, vor 5 oder noch mehr Jahren. Bis dato keine Sorgen.
Aber ob das nun repräsentativ ist? -nixwissen-

Für ein Auto, dass gefahren wird, gibt es mit DOT4 eigentlich keine Sorgen. Und alle zwei Jahre zur HU mal zur Kontrolle die Trommeln runterzunehmen und die BF zu wechseln, finde ich nicht wild.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 17. Dezember 2017, 01:19

Caravan hat geschrieben:....Das allgemeine Für und Wieder ist mir bekannt....

Tja, aber warum fragst Du dann noch, wenn Dir doch alles bekannt ist? Dann musst Du doch völlig unabhängig von den Erfahrungen Dritter selbst entscheiden können, ob Du nun umsteigst, denn etwas anderes als "für" oder "wider" kann ja bei fremden Erfahrungen auch nicht mehr heraus kommen. Mir selbst graut es jedenfalls vor dem Zeugs.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon joey85 » Montag 2. Juli 2018, 15:56

Hallo Caravan,

der Fred ist zwar schon etwas aelter, aber vielleicht interessiert dich ja meine persoenliche Erfahrung:

Ich habe vor ca. 4 Jahren einen 353 Bj. 69 fahrbereit "gebastelt" zwecks ueberfuehrung mit 5 Tageskennzeichen.
Alle Bremsteile wurden selbst ueberholt (hohnen mit Hohnahle und neue Manschetten), Cunifer Leitungen geboerdelt und gebogen und schliesslich mit DOT 5 befuellt.
Ich kann bis heute nichts auffaelliges dazu sagen. Das Einkreissystem ist bis heute dicht. Der Wagen steht nur rum und trotzdem funktioniert alles.

Ein Jahr spaeter hab ich meine ETZ 250 einfach mal auf DOT 5 "umbefuellt" Der Sattel ist da wie die Kolben aus Alu. Ist bis heute absolut funktionsfaehig. Und das sogar mit den alten Dichtungen. Vor kurzem klemmte einer der Kolben und ich musste dann beide auspressen. Was soll ich sagen, die Bremsfluessigkeit ist genauso lila wie vorher und Kolben wie Sattel sehen aus wie neu. Der Fehler war nur aufgetreten, weil ich damals nicht gleich den Sattel zerlegt hatte und die Kolben nur gangbar gemacht habe.

Das mit dem "Wasserziehen" halte ich fuer ein Geruecht. Das ist bei DOT 5 nicht der Fall. Die US Army hat das Zeug damals entwickeln lassen, weil die Fahrzeuge nur rumstehen und die Kosten fuer die festen Bremsen zu teuer waren.

Wie gesagt, bei mir laeuft das und die MZ fahr ich jede Woche.

Gruss
Johannes
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 2. Juli 2018, 17:12

joey85 hat geschrieben:Das mit dem "Wasserziehen" halte ich fuer ein Geruecht. Das ist bei DOT 5 nicht der Fall.

Genau - und die Erde ist ne Scheibe :shock: Außerdem hat sich die gesamte Autoindustrie verschworen, damit sich diese durch den allfällig notwendigen Austausch von DOT 4 dumm und dämmlich verdienen kann [smilie=hi ya!.gif]
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon joey85 » Montag 2. Juli 2018, 17:27

[Sportwagen]
So sehe ich das auch... vorallem ein riesiger haufen Sondermüll und Schrott der neben der Geldverschwendung hier produziert wird.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon ffuchser » Montag 2. Juli 2018, 17:28

nach mehreren frustranen Jahren mit DOT 3,4 und 5.1 hab ich letztes Jahr alles neu gemacht nach dem der 2 Jahre alte HBZ kaputt ging wegen Rost und Dot 5 (Silikonbremsflüssigkeit ) eingefüllt. funktioniert tadellos. Werde diese beim 312er eines Freundes auch noch reintun, weil mir das jährlich (hast Du noch Kolben meine Bremse ist fest) auf den Zünder geht. Sicher zieht normale Bremsflüssigkeit Wasser, Dot 5 aber eben nicht. Ich werde trotzdem alle 2 Jahre mal durchpumpen. Hauptsache die Kolben rosten nicht mehr an, und der HBZ rostet dann nicht mehr.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon joey85 » Montag 2. Juli 2018, 17:35

http://www.korrosionsschutz-depot.de/we ... t5-5-liter

Hier kann man auch einiges nachlesen. Allerdings ist der Hinweis mit den Dichtungen aus silikonkautschuk nicht zu vernachlässigen.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon ffuchser » Montag 2. Juli 2018, 17:41

mit Silikon pflegt man Gummi, ich {smoker} halte das für Quatsch, man sollte aber eben möglichst nicht mit der alten Brühe mischen.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 2. Juli 2018, 19:25

joey85 hat geschrieben:So sehe ich das auch... vorallem ein riesiger haufen Sondermüll und Schrott der neben der Geldverschwendung hier produziert wird.

Falsch verstanden, das:

Außerdem hat sich die gesamte Autoindustrie verschworen, damit sich diese durch den allfällig notwendigen Austausch von DOT 4 dumm und dämmlich verdienen kann [smilie=hi ya!.gif]


ist IRONIE :lol:
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 2. Juli 2018, 19:37


Ja, jede Menge an Werbeversprechen! Und den verzweifelten Versuch sich selbst den Rücken freizuhalten :razz:
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Montag 2. Juli 2018, 23:19

ffuchser hat geschrieben:mit Silikon pflegt man Gummi..

mit silikon füllt man(n) brüste. :-|
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 3. Juli 2018, 00:19

berlintourist hat geschrieben:
ffuchser hat geschrieben:mit Silikon pflegt man Gummi..
mit silikon füllt man(n) brüste. :-|

Nimmt dafür nicht auch DOT 5 :shock:
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon joey85 » Dienstag 3. Juli 2018, 15:57

@ bic,

woher nimmst Du Deine Erkenntnisse? Hast Du Gegenbeweise/Erfahrungen damit?
Arbeitest Du evtl. gar bei ATE und ruehrst DOT 4 selbst zusammen -nixwissen-
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Dienstag 3. Juli 2018, 16:10

ffuchser hat geschrieben:nach mehreren frustranen Jahren mit DOT 3,4 und 5.1 hab ich letztes Jahr alles neu gemacht nach dem der 2 Jahre alte HBZ kaputt ging wegen Rost und Dot 5 (Silikonbremsflüssigkeit ) eingefüllt. funktioniert tadellos. Werde diese beim 312er eines Freundes auch noch reintun, weil mir das jährlich (hast Du noch Kolben meine Bremse ist fest) auf den Zünder geht. Sicher zieht normale Bremsflüssigkeit Wasser, Dot 5 aber eben nicht. Ich werde trotzdem alle 2 Jahre mal durchpumpen. Hauptsache die Kolben rosten nicht mehr an, und der HBZ rostet dann nicht mehr.

Sag mal bitte, ffuchser, hast Du alle Leitungen neu gemacht oder durchgespült? Wie bist Du vorgegangen?

Danke schön :smile:
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon ffuchser » Dienstag 3. Juli 2018, 16:15

HBZ gewechselt, Bremsdruckregler gewechselt, Bremsleitung vorne(4x Gummi gewechselt)
alles abgelassen abgesaugt, leer gepumpt, dann
Vorratsbehälter gefüllt 4x durchgespült, DOT5 Bremsflüssigkeit die durchgespülte gereinigt aufgehoben für andere Spülung,
Dann neu befüllt und alles schön entlüftet. seit dem Herbst nix mehr gemacht.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 4. Juli 2018, 02:26

joey85 hat geschrieben: ....woher nimmst Du Deine Erkenntnisse? Hast Du Gegenbeweise/Erfahrungen damit?
Arbeitest Du evtl. gar bei ATE und ruehrst DOT 4 selbst zusammen. ...

Komisch, ich kann mich nicht erinnern, in diesem Thread etwas von ATE geschrieben zu haben und von DOT 4 schrieb ich nur im Zusammenhang mit dem dumm und dämlich Verdienen - was soll das Gefasel jetzt?

Und Gegenbeweise? Gegen welche "Beweise" eigentlich, dem Werbeversprechen vom Korrosionsschutz-Depot? Meinst Du etwa, das wäre ein Beweis oder Herr Schucht hätte tatsächlich Erfahrungen mit DOT 5 ? Der Herr ist ein Händler und sicher kein schlechter, aber hat er auch die technische Kompetenz zu beurteilen, unter welchen Umständen DOT 5 besser ist als z.B. DOT 4 ? Und wie stützt er denn seine Behauptung, dass "Die Silikon-Bremsflüssigkeit DOT 5 .... überall dort eingesetzt werden" kann, "wo normalerweise die herkömmliche Bremsflüssigkeiten DOT 3 + DOT 4 auf Glykol-Basis verwendet wird" ? Das ist eine ziemlich fahrlässige Aussage und er kann froh sein, wenn ihn niemand in die Haftung nimmt, welcher sich auf diese Aussage verlassen und dadurch irgendeinen Schaden erlitten hat.

Und ja, ich habe einen Beweis, nämlich den Anscheinsbeweis, dass zumindest im europäischen Raum Millionen von Autos mit Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis die Werkhallen verlassen, bzw. verlassen haben und das z.B. ATE (nun kommt die Bezeichnung) als einer der namhaftesten Bremsenhersteller überhaupt keine Bremsflüssigkeit auf Silikonbasis offeriert. Das Ganze hat einen einfachen Grund, nämlich den, dass die oft als Nachteil in Feld geführte hygroskopische Eigenschaft von Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis eigentlich deren Vorteil ist. Ganz im Gegenteil, die hygroskopische Eigenschaft ist sogar erforderlich um zu verhindern, dass jemals Wasser in Tropfenform im Bremssystem auftritt, dann das vor allem durch Elastomerbauteile nach innen in das Bremssystem diffundierende Wasser wird vollständig in der Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis aufgelöst. Wassertropfen in der Bremshydraulik haben nämlich fatalen Folgen, wobei die Förderung der örtlichen Korrosion noch das geringste der Übel ist. Richtig "schön" ist jedoch, dass freie Wassertropfen schon bei etwa 100°C beinah schlagartig verdampfen und die Dampfblasen -da kompressibel- zu einen sofortigen Totalausfall der Bremsanlage führen (zur Erinnerung, der Naß-Siedepunkt von DOT 4 -also bei ca. 3-3,5% Wasseranteil- liegt je nach Hersteller und Fabrikat immerhin noch bei ca. 155°C bis 180°C). Und ebenfalls schön soll sein, wenn die Wassertropfen im Winter zu Eispropfen werden und die Bremsleitungen verschließen.

Und wenn denn wer nun meint, dem Wasserübel durch die Verwendung von silikonbasierter DOT 5 Bremsflüssigkeit zu entkommen, dann ist dieser auf dem Holzweg. Denn nach den in unserem Universum geltenden physialischen Gesetzmäßigkeiten ist die Diffusion von Wasser in das Bremssystem nicht zu verhindern, nur dass dieses Wasser nun in seiner Wirkung nicht "entschärft", sondern sich als Tropfen irgendwo sammeln wird - mögliche Folgen, siehe oben. Und wenn man bedenkt, dass die Menge des diffundierenden Wassers über der Zeit nicht von der verwendeten Bremsflüssigkeit, sondern vom Material und Zustand der vor allem gummiartigen Bauteile der Bremsanlage abhängt und man weiterhin bedenkt, dass der Grenzwert bei glykolbasierter Bremsflüssigkeit bei ca. 3-3,5% Wasseranteil liegt, sind das schon jede Menge Wassertropfen, welche bei einem System mit silikonbasierter Bremsflüssigkeit entstehen werden - eine solche Anlage ist also auch noch wesentlich früher als eine z.B. mit DOT 4 gefüllte nicht mehr funktionssicher.

Das die Gefahr der Wassertropfenbildung nun nicht nur theoretischer Natur ist, zeigt übrigens auch die Vorschrift von Harley Davidson, bei deren mit Silikon-Bremsflüssigkeit gefüllten Bremsanlagen (von ca. 1985 - ca. 2000 von denen verwendet) spätestens aller drei Jahre die Bremsflüssigkeit zu wechseln. {Im Gegensatz hierzu und zur allgemeinen Erbauung diesbzgl. noch ein Zitat von Herrn Schucht welches so eher einem frommen Wunsch gleicht und dessen fachliche Kompetenz ins rechte Licht rückt: "Silikon-Bremsflüssigkeit DOT 5 ist nicht hygroskopisch – sie nimmt also kein Wasser auf, wie dies bei DOT 3 + DOT 4 der Fall ist. Dadurch nimmt die Qualität im Lauf der Zeit nicht ab (keine Sicherheitsgefährdung durch Dampfblasenbildung bei alter, wasserhaltiger, Bremsflüssigkeit und heißen Bremsen) und besteht auch keine Gefahr von Rostbildung im Bremssystem".}

Mir fällt also überhaupt kein Grund ein, warum man außer bei einigen (dafür vorgesehenen) Sonderfällen statt glykolbasierter Bremsflüssigkeit welche auf Silikonbasis verwenden sollte. Natürlich ist es jedem freigestellt auch DOT 5 zu verwenden, aber die (vermeintlichen) Vorteile erkauft man sich mit noch größeren Nachteilen. Will man sich tatsächlich etwas Gutes tun, kann man moderne Entwicklungen von DOT 4 verwenden, wie z.B ATE DOT 4 SL.6 mit besonders niedrigen Viskosität oder ATE DOT 4 TYP 200 mit einem Naß-Siedepunkt von knapp 200 °C - mit letzterem bekommt man dann auch etwas längere Wechselfristen hin.

PS. Ah, eigene Erfahrung habe ich natürlich auch - mittlerweile über 40 Jahre Autofahrerei mit allerlei Autos und ausschließlich glykolbasierter Bremsflüssigkeit und in den ganzen Jahren nicht ein einziger Ausfall der Bremshydraulik - weder irgendwelche leckende Zylinder noch Druckverlust auf der Bremse durch Dampfblasenbildung. Und das Ganze bei zugegebener Weise nicht gerade vorschriftsmäßiger Wechselei der Bremssuppe - naja die letzten Jahre schon, denn die Autos werden im Gegensatz zu mir immer jünger :smile:
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 4. Juli 2018, 04:50

bic hat geschrieben: ... Das Ganze hat einen einfachen Grund, nämlich den, dass die oft als Nachteil in Feld geführte hygroskopische Eigenschaft von Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis eigentlich deren Vorteil ist. Ganz im Gegenteil, die hygroskopische Eigenschaft ist sogar erforderlich um zu verhindern, dass jemals Wasser in Tropfenform im Bremssystem auftritt, dann das vor allem durch Elastomerbauteile nach innen in das Bremssystem diffundierende Wasser wird vollständig in der Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis aufgelöst. ...


Da die Scheibenbremsanlage drucklos ist, kann besser Wasser hineindiffundieren.
Bei einer Backenbremsanlage schlechter, da ein Überdruck mit ca. 1 bar bleibt.
Und Kreis B der Bremsanlage beim 353er ?
Da hat es eine Mischung aus Scheibenbremse und Backenbremse.
Denke ich richtig ?
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Mittwoch 4. Juli 2018, 05:18

Difussionskoeffizent Wasser - Glykol?
Difussionskoeffizent Wasser - Silikonöle?

Wasser wird in Glykol vermutlich mit Faktor >10 schneller diffundieren als in ein Öl. Oder anderes herum, ein Silikonöl nimmt Wasser vermutlich wesentlich langsamer auf, als Glykol. Daraus könnte man Folgerungen anstellen.

Liegt eine Erklärung von ATE vor, dass diese deswegen keine silikonhaltige Bremsflüssigkeit herstellen, weil sie deren Eigenschaften für gefährlich halten? Wenn nein, sollte man nicht damit "argumentieren".

Steht in der Betriebsanleitung dieser Harley Davidson, dass die Bremsflüssigkeit aufgrund einer möglichen Wasseraufnahme alle 3 Jahre gewechselt werden soll? Wenn nicht, wäre auch das lediglich eine Vermutung.

Technisch hätte diese Bremsflüssigkeit wohl einen anderen Vorteil für uns Wenigfahrer. Weniger oder nie mehr Rost in den Bremszylindern, wie ffuchser schon schrieb.
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Mittwoch 4. Juli 2018, 08:24

Meiner Meinung nach gibt es genau einen Grund, Silikonbremsflüssigkeit NICHT zu verwenden:
Gelangt ein Wassertopfen (z.B. durch Kondensation oder bei einer Motorwäsche) in den Vorratsbehälter einer konventionell befüllten Bremsanlage, so wird sich dieser Tropfen schnell in der alkoholischen Bremsflüssigkeit lösen (bzw. umgedreht) und der Siedepunkt der Flüssigkeit in nahezu der gesamten Anlage sinkt vllt. Von 220°C auf – was weiß denn ich – 210°C. Funktional nicht dramatisch.

Passiert das gleiche bei einer Anlage mit Silikonbrühe, so kann der Wassertropfen nicht gelöst werden, er sinkt zu Boden, gelangt in den Hauptbremszylinder und so in die eigentliche hydraulische Anlage, wandert da mit der Zeit hin, wo immer er möchte, vollkommen unbemerkt. Gelingt es ihm, bis in die Nähe einer Radbremse zu wandern, hat er nach wie vor eine Siedetemperatur von 100°C, die Dampfblase ist also bereits bei 100°C vorhanden und das Bremssystem fällt somit (teilweise) aus. (Je nach Größe der Blase, Ein-oder Zweikreissystem und Geistesgegenwart des Fahrers, zu Pumpen wie ein Verrückter).

Das ist jedenfalls meine Theorie. Nicht mehr, nicht weniger als eine Theorie.


Edit....ja, gut, bic hat´s schon geschrieben. Hatte ich nicht gesehen/gelesen. {crazy}
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 4. Juli 2018, 09:39

Tomtom hat geschrieben:Difussionskoeffizent Wasser - Glykol?
Difussionskoeffizent Wasser - Silikonöle?

Wasser wird in Glykol vermutlich mit Faktor >10 schneller diffundieren als in ein Öl. Oder anderes herum, ein Silikonöl nimmt Wasser vermutlich wesentlich langsamer auf, als Glykol. Daraus könnte man Folgerungen anstellen.


Na dann mach doch mal, ich meine Folgerungen anstellen :smile: .

Aber im Ernst, hier geht es nicht um die Diffusions in Flüssigkeiten, sondern um Permeation, daher den Durchtritt durch eine Barriere (z.B. die Wandung eines Bremsschlauchs). Hier gilt das Ficksche Diffusionsgesetz: die Anzahl der pro Zeiteinheit durch eine Fläche einer definierten Schichtdicke hindurchtretenden Moleküle (hier Wasser) sind direkt proportional der Konzentrationsdifferenz der Moleküle vor und hinter der Diffusionsbarriere und der Größe der Fläche, aber umgekehrt proportional zur Diffusionsstrecke.

Konkret heiß das, dass die Menge des durch z.B. einen Bremsschlauch durchtretenden Wassers zu Hauptsache abhängig ist von der Art des Materials des Bremsschlauches, dessen Stärke und dessen Oberflächengröße, sowie dem Konzentrationsgefälle des Wasser (hier also außen/innen) - die Temperatur spielt dabei auch noch eine Rolle, je kälter, desto größer die Diffusion. Nicht abhängig ist diese jedoch von dem Stoff, welcher sich ggfls. auf der Gegenseite der Barriere befindet. Die Menge des durchtretenden Wasser ist also bei glykol- und silikonbasierter Bremsflüssigkeit unter an sonst den selben Umständen gleich, nur dass dieses bei Glykolbremsflüssigkeit sofort in dieser brav gelöst wird und bei Silikonbremsflüssigkeit sich eben zu Tröpfchen sammelt. Erst hier geht es dann um Diffusions in Flüssigkeiten.

Hier übrigens mal eine Darstellung des Durchtrittskoeffizienten verschiedener Elsatomere in abhängigkeit von der Temperatur:

Koeffizent.JPG


Liegt eine Erklärung von ATE vor, dass diese deswegen keine silikonhaltige Bremsflüssigkeit herstellen, weil sie deren Eigenschaften für gefährlich halten? Wenn nein, sollte man nicht damit "argumentieren".

Wer hat denn gesagt, dass ATE silikonhaltige Bremsflüssigkeit für gefährlich hält? Ich hatte lediglich geschrieben, dass diese keine Bremsflüssigkeit auf Silikonbasis offerieren. Vielleicht (und sicher) ist das Zeug ja auch nur so wenig nachgefragt und der Markt so klein, dass es eben nicht angeboten wird. Ob es ATE dennoch für Spezialfälle herstellt -nixwissen-

Übrigens, von einer Gefährlichkeit von silikonhaltige Bremsflüssigkeit hatte ich auch überhaupt nichts geschrieben, ich bin schon der Meinung, dass diese in dafür konstruierten und ausgelegten Bremsanlagen bei entsprechender Wartung (siehe z.B. Harley Davidson) ihren Zweck erfüllt, ich sehe lediglich keinen Grund, diese -auch mit Blick auf die benannten Nachteile- in "normalen" auf glykolbasierte Bremsflüssigkeit ausgelegten Bremsanlagen zu verwenden.

Steht in der Betriebsanleitung dieser Harley Davidson, dass die Bremsflüssigkeit aufgrund einer möglichen Wasseraufnahme alle 3 Jahre gewechselt werden soll? Wenn nicht, wäre auch das lediglich eine Vermutung.

Na klar, in der Betriebsanleitung Deines Autos wird ja auch ganz genau erklärt, warum bei dem dieser oder jener Betriebsstoff nach einer bestimmten Zeit auszuwechseln ist.

Technisch hätte diese Bremsflüssigkeit wohl einen anderen Vorteil für uns Wenigfahrer. Weniger oder nie mehr Rost in den Bremszylindern, wie ffuchser schon schrieb.

Wenn ich oben schrieb, dass ich in über 40 Jahren nie Probleme mit der Bremshydraulik hatte, dann ist da auch mein Wenigfahrer-IFA eingeschlossen. Rost in Bremszylindern ist mir bei diesem nicht bekannt (ich weiß nicht, wie Ihr das immer hinkriegt :smile:). Aber ich schrieb ja auch, dass es natürlich jedem freigestellt ist, auch DOT 5 zu verwenden - solange mir derjenige nicht hinterherfährt, mir entgegen kommt oder sein Fahrweg meinen nicht meinen seitlich aus einer Kreuzung/Einmündung tangiert :shock:
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon ffuchser » Mittwoch 4. Juli 2018, 12:56

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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon joey85 » Mittwoch 4. Juli 2018, 17:17

Hallo Zusammen,

ich bin ueberrascht, welche Wendungen solche Unterhaltungen haben koennen. Es ist wirklich interessant, welche Anmerkungen es gibt und welche Ueberlegungen angestellt werden.

Das mit der Diffusion ist schon richtig, keine Widerrede. Allerdings wirkt Bremsfluessigkeit auf Glykolbasis hygroskopisch, zieht also Wasser an. DOT 5 macht das nicht. Ausserdem ist es schwerer als Wasser und so kann das diffundierte Troepfchen sich eher nicht unten ablagern, sofern es denn ueberhaupt diffundiert.

Wie schon andere geschrieben haben, moechte ich niemanden ueberreden etwas zu benutzen, dem er nicht traut. Jeder kann selber entscheiden ob die Nachteile ueberwiegen oder nicht. Allerdings finde ich persoenlich alleine das einsparen von tonnenweise Sondermuell schon sehr attraktiv (wir recyceln ja auch alten Muell und fahren Wartis, Trabis und MZtten weiter).
Ich hab auch nochmal in anderen Foren rumgelesen, was die so schreiben und versucht Fachberichte (welche wirklich kaum zu finden sind) zu finden.
DOT 3&4 kristalisiert nach einiger Zeit des Stillstands, es reicht schon ein halbes Jahr Stillstand. Dann zerstoeren evtl. entstandener Rost und zusaetzlich die Kristalle die Manschetten und die Suppe laeuft auf den Bremsbelag. Die Frage ist da sicher auch, ob das besser ist.

Wie gesagt, meine ETZ bewege ich ein- bis zweimal woechentlich mehrere Stunden [Rad] , ab November bis Ende Maerz steht sie rum und ich hab seit vier Jahren ruhe. Und das sogar mit den alten Manschetten, welche sich nicht aufloesen -nixwissen-

Servus
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Mittwoch 4. Juli 2018, 18:03

bic hat geschrieben: die Anzahl der pro Zeiteinheit durch eine Fläche einer definierten Schichtdicke hindurchtretenden Moleküle (hier Wasser) sind direkt proportional der Konzentrationsdifferenz der Moleküle vor und hinter der Diffusionsbarriere und der Größe der Fläche, aber umgekehrt proportional zur Diffusionsstrecke.

...soo einfach ist das {dance}
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Re: Silikonbremsflüssigkeit

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 5. Juli 2018, 00:55

joey85 hat geschrieben:...DOT 3&4 kristalisiert nach einiger Zeit des Stillstands, es reicht schon ein halbes Jahr Stillstand....

Wenn das Deine eigene Erfahrung ist, ist diese sicher nicht allgemeingültig. Obwohl mein Auto seit Mitte der 90er jedes Jahr Winterschlaf hält (anfangs 6, seit ein paar Jahre nur noch 5 Monate) kenne ich so etwas nicht. Ein riesiges Problem hätten auch die Autohändler (und die Industrie selbst) bei welchen die Autos zu hunderttausenden oft durchaus noch viel länger stehen, bis sich ein Käufer findet. Das es derartige Schwierigkeiten gäbe, habe ich noch nie gehört. Wer weiß also, was dies bei Dir tatsächlich eine solche Kristallisation verursacht hat, eine (entfernte) Möglichkeit wäre dies:

Zitat:
    Da DOT nicht als Substanz definiert ist, sondern nur über bestimmte Eigenschaften, können die DOTs verschiedener Hersteller sich unterscheiden. I.a. werden es Mischungen verschiedener Substanzen sein, vor allem verschiedener oligomerer Glykole. Wenn hier längere Molekülketten vorhanden sind, können die Dimerisieren und Polymerisieren. Dann ist es tatsächlich möglich, dass diese mit der Zeit kristallisieren. Es wird sich dabei aber immer nur um einen kleinen Anteil der Flüssigkeit handeln. Wenn genügend isomere Anteile dabei sind, passiert da nichts.

Allerdings dürfte die hierfür benötigte Zeit weit über den Wechselfristen liegen, ein halbes Jahr reicht hierfür nicht aus.
Lieber Old School als gar keine Erziehung.


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