Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Rahmen, Federn, Querlenker, Bremsanlage, Haupt- und Radbremszylinder, Handbremse, Reifen, Umbau

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mzler-gc
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Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Dienstag 23. Oktober 2018, 15:49

Moin zusammen!

Tja, ich hatte mir eingebildet, mit "mal schnell Bremse machen" den 353W (Bj.85, ohne Frontkühler) wieder auf die Straße zu bringen.

Fahrwerksbuchsen sind rissig, die Manschetten der Traggelenke durch. Also doch das ganz große Kino.

Ich bin schon recht erfolgreich gewesen und hab das Schwenklager, Gelenkwellen, Federn und Achsschenkel demontieren können.

Dennoch bleiben zwei Fragen:
- Ist es normal, dass bei der Feder mit geschliffenen Ende keine Federunterlage an der Unterseite drunter ist?
- Wo kauft man qualitativ hochwertige Traggelenke und Gummibuchsen?

Ich habe mehrere Quellen dafür gefunden. Weiß bloß nicht, was man von denen halten kann. Ich geb lieber paar Mark mehr aus und hab dafür Ruhe. Will nicht in 3 Jahren den Spuk nochmal machen...


Viele Grüße!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Multi-Plus » Freitag 26. Oktober 2018, 23:20

Ich meine, bei den hinteren Federn des 85ers sind oben Formgummis und unten Sicken im Querlenkertopf für die ungeschliffenen Federenden. Die vorderen waren angeschliffen, unten war nix drunter und oben glaube ich ein Blechring mit glattem Gummi? Müsste noch mal nachschauen. Es gab da viele Ausführungen.
Bei der Teilebeschaffung habe ich gute Erfahrungen mit Hoffmüller/Arnstadt gemacht. Schau mal im Onlineshop. Wenn Du da nix findest - ruf direkt dort an. Die haben große Lagerbestände, einige Ahnung und fertigen Dir auf Wunsch sogar Bremsleitungen nach Maß.

mzler-gc
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Radlager (WAR: Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W)

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Sonntag 4. November 2018, 19:11

Hallo zusammen,

vielen Dank erstmal für den Tipp mit dem Hoffmüller in Arnstadt.

Mit den Federunterlagen ist es etwas verwirrend. Ich habe verschiedene Literatur gewälzt und dabei rausgefunden, dass bei angeschliffenen Enden (vorn unten) keine Federunterlage vorgesehen ist. Bei Varianten mit angelegten Enden (nicht geschliffen) muss eine Federunterlage drunter (unten).

Das scheint aber für hinten offensichtlich nicht zu gelten.
Ich habe Federn mit angelegten Enden ausgebaut und da war keine Federunterlage unten drunter. Aber in dem Achsschenkel ist im Blech eine Vertiefung eingeprägt, wo das Ende der Feder positioniert werden sollte. Das passt übrigens auch mit der Federausrichtung laut Literatur zusammen.


Anderes Thema: Radlager

Beim Zerlegen habe ich festgestellt, dass das Radlager, das in der Radnabe sitzt, auf Position eingepresst ist. Dafür gibt es Werkzeuge, die auch in der Literatur benannt werden.
Wartburgpeter beschreibt die Montage mit diesen Werkzeugen: http://www.wartburgpeter.de/tf_fahrwerk_v.htm
Dabei benutzt er zum Einpressen vom dem Lager in die Radnabe den Distanzring Pos. 2 in diesem Bild: http://www.wartburgpeter.de/technik/fah ... g_3889.jpg

Könnte mir jemand der so einen Distanzring besitzt, oder die Zeichnung davon, mal bitte die genaue Stärke nennen?

Ich habe vorm Ausbau 9,0mm gemessen. Kann das jemand bestätigen?


Mir ist klar, dass die Tiefe entscheidend ist. Liegt man daneben, werden die Radlager verspannt und das geht auf die Lebensdauer. Hab mir damit mal einen Satz Radlager an der MZ ruiniert...

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 4. November 2018, 19:54

Ähm. Nein.
Dafür hast du doch im Inneren die Abstandshülse. Genau wie bei den MZ.- und Simsonradnaben.
Abstandshülse im Fall "Wartburg" aber konisch geformt, da diese mit dem Radmitnehmer harmonieren muss, bzw. den
Grössenunterschied zwischen Kugellagerinnenring vom schmalen Radlager zum Kugellagerinnenring des dicken Radlagers
ausgleichen muss.
Alle Kugellager werden bis zum Anschlag eingepresst.
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Sonntag 4. November 2018, 20:57

Ähm. Jein.
Letztens erst zerlegt und den Gummiring mit Wulst zerquetscht gesehen.
Die Frage berechtigt, also wieder hochscrollen :lol:
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 4. November 2018, 20:58

Gleich mal einen neuen Beitrag erstellen, nicht, dass ich dann später nicht mehr editieren kann und alles umsonst gewesen wäre.
Und das ausgerechnet mit dem Tablet :shock: .

Wie soll ich das erklären? Das schmale Kugellager (6009?) wird der Einfachheit halber bis zum Anschlag in die Nabe
eingesetzt (Nabe = AWE-Bezeichnung für Radlagergehäuse, ich wiederhole mich wahrscheinlich schon zum x. Mal).
Wenn dann im Zuge des Radlagereinbaues die Nabe an das Schwenklager bzw. Schräglenker dran kommt und danach der
Radmitnehmer montiert wird, wird das Lager 6009 automatisch passend zurechtgeschoben.
Dabei werden leider die Kugeln unter Spannung gesetzt, würde zumindest der haarspalterische Zeitgenosse sagen.
Das passiert aber ganz automatisch. Besonders daran zu merken, wenn bei der Montage des vorderen Radmitnehmers
plötzlich das Gewinde vom Antrieb zu kurz zu sein scheint (so kenne ich das zumindest noch).
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Montag 5. November 2018, 18:11

Tomtom hat geschrieben:Ähm. Jein.
Letztens erst zerlegt und den Gummiring mit Wulst zerquetscht gesehen.
Die Frage berechtigt, also wieder hochscrollen :lol:


Hmm, gut möglich, dass da Jemand unüblicherweise die Radnabe schon vor der Montage mit dem breiten 6307er Lager
komplettiert hat. Also volle Pulle das Lager mit der Presse schon in die ausgebaute Nabe eingedrückt hat.
Original soll das so nicht sein. Das breite Lager kommt immer zuerst in den Lagersitz des Schwenklagers/Schräglenkers.
Radnabe lässt sich so auch viel besser montieren. Bin mal vor x-Jahren hier auf den Tip eines Nutzers eingegangen und
habe versucht, die vollständig komplettierte Nabe mit 6307er Lager an den Schräglenker zu bauen. Bin kläglich dabei gescheitert.
Beim Aufziehen der Nabe mittels den (längeren) M10 - Zylinderschrauben hat sich das breite Kugellager zu stark im
Lagersitz des linken Schwenklagers verkantet. Danach war eine der 4 Gewindebohrungen Schrott und ich musste in Ermangelung
einer Reparatur-Gewindebuchse vorläufig mit nur 3 Schrauben fahren...
Vielleicht war ich aber auch nur zu ungeduldig beim Aufziehen der Nabe, wer weiss.
Wie ich auch woanders schon geschrieben habe, ist der Sitz vom Lager 6307 zweigeteilt. Die grössere Hälfte befindet sich
im Schwenklager/Schräglenker und "der schmale Rest" davon in der Radnabe.
Habe dann in der Praxis den Lagersitz des Schwenklagers so gut es ging mit der Heissluftpistole aufgeheizt, Kugellager leicht an der Aussenkante
des Sitzes mit der Hand "angeheftet" und ringsum mit einem (kleineren) Schlosserhammer das Lager leicht eingetrieben.
Ringsum im Uhrzeigersinn zarte Schläge auf den Aussenring, so lange bis zum Anschlag.
Soll bspw. das Schwenklager aber sowieso ausgebaut werden, ist natürlich automatisch der Optimalfall gegeben, um das
Kugellager ordnungsgemäss mit der Presse einzusetzen.
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Mossi » Dienstag 6. November 2018, 15:06

Wenn man statt des Schlosserhammers ein auf den Lageraußenring passendes Rohr nimmt, muss man nicht wie ein Böttcher eine Spiralbahn ums Lager klöpfeln....
Seitenneigung ist kein Zeichen von Fahrunsicherheit!


Seine Freunde nennen ihn Mossi, seine Gegner sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre".

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Donnerstag 8. November 2018, 11:22

Hallo zusammen,

ist man mal ein paar Tage auf Dienstreise geht hier eine rege Diskussion los. :D Erstmal vielen Dank für eure Anteilnahme! {top}

Ja, den Sinn der Abstandshülse ist verstanden. Die gesamte Lagerung wird über die Innenringe verspannt: Gelenkwelle (oder an der Hinterachse die Scheibe)-Innenring-Hülse-Innenring-Radmitnehmer.

Das innere Lager 6307 sitzt zur Hälfte im Schwenklager (oder im Achslenker hinten). Der Außenring ist mehr oder weniger fixiert durch die Radnabe und den Gummiring. --> Festlager
Das äußere Lager 6009 ist das Loslager, denn der Außenring hat keinerlei Anschlag.

Und ja, mir ging es um die axiale Verspannung der Kugeln. Die innere Verspannung über die Innenringe ist fest. Und mit den 100-120Nm Anzugsmoment bekommt man ausreichend Axialkraft. Wenn jetzt der Außenring vom Loslager nicht da sitz, wo er hingehört, hat man ab sofort enorm hohen Verschleiß in den Lagern. Und die Hoffnung, dass sich im Betrieb der Außenring da hinbewegt, wo er sich wohl fühlt (sprich keine Axialkräfte hat) hat schon bei MZ/Simson nicht funktioniert und wird hier erst recht nicht funktionieren.

Ich hätte mir jetzt gedacht, die ganze Toleranzkette zusammenzubauen:
- 6307 in Schwenklager
- Luftleitblech oder Bremsankerplatte drauf
- Radnabe mit Gummiring anschrauben
- Abstandshülse rein
- und dann das 6009 mit >>liebevollen<< Hammerschlägen mit Rohr am Außenring eintreiben, bis die Abstandshülse >>gerade so<< straff sitzt.

Danach natürlich die Radnabe wieder demontieren und alle Lager fetten.


Ich denke, damit kann man die axiale Verspannung der Kugeln so weit wie möglich verhindern.
Bin mir bloß nicht sicher, ob der Plan aufgeht, weil die Passung am Außenring doch recht straff ist.


Viele Grüße!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon B1000-RTW » Donnerstag 8. November 2018, 14:20

Wenn Du es geschafft hast, entschädigt das für Alles! ;)

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Freitag 9. November 2018, 22:38

Hm. Ich habe das Außenlager immer mit der Abstandshülse in die Richtige Position geschoben. Hat bisher schon 50tkm gehalten, (gut, jetzt muß ich links hinten mal bei - hab allerdings auch nicht mehr im Kopp, was ich damals für Lager genommen hatte. War glaube ich ein Sammelsurium.

Gruß

Tobias
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