Bremssattel der Vorderachse überholen

Rahmen, Federn, Querlenker, Bremsanlage, Haupt- und Radbremszylinder, Handbremse, Reifen, Umbau

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WABUFAN
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Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 7. Mai 2008, 20:25

Heute wurde der rechte Bremssattel instand gesetzt und die Radlager getauscht.
Und die rechte hinter Achse bekam neue Lager und ein Handbremsseil habe ich auch noch verbaut.

Der Bremssattel war nun reif und so wurde er abbgebaut. Doch vorher wurden die Kolben mit dem Pedal herraus gedrückt.

KolbenDrücken.jpg

Das erleichtert die spätere Montage von Manschette und Kolbendichtung.
Nur die Bremskolben wollten dann im Schraubstock nicht so wie wir. Also wie nun weiter ?
" Wir zerlegen den Bremssattel ! " - Mh, habe ich richtig gehört ?

SattelTrennen._1.jpg

Immer wird vom Zerlegen abgeraten - sicherlich gibt es dafür
handfeste Gründe. Die 4 Schrauben wurden mit Inbusnuss und Ratsche herraus gedreht. Dann vielen beide Teile von selber auseinander.
" Da sind 2 Null-Ringe drin, die sollten nicht verloren gehen ... "

NullRinge.jpg

Die Kolben gingen wie von selber herraus und bei einem half die Wasserpumpenzange.
Die Kolbenringe mit einem Messer entfernt und alles gereinigt.

Kolbenring_1.jpg

Mit 1.000erder Schleifleinen die Nuten, Öberflächen und den Kolben selber von Oxiden und Rost befreit.
Gleichfalls alle Kanäle mit Draht gereinigt.
Anschliessend die neuen Ringe und Dichtungen mit MoS²-Fett eingebaut.

KolbenFertig_1.jpg

Die Entlüftungsschrauben auch mit MoS²-Fett versehen und anschliessen beide Sattelhälften zusammen gebaut. Aber die Flächen vorher mit einem Haarlineal kontrolliert - kein Nachschleifen nötig.

SattelFertig.jpg

....
Zwischezeitlich habe ich die Lager gewechselt in 1½ Stunden.
....
Dann den Sattel montiert ...

SattelEingebaut.jpg

... und entlüftet. Das Nachfüllen der Bremsenbrühe ist bei mir besonders einfach ...

BrüheAuffüllen.jpg

Also der Sattel lässt sich mit einem guten Werkzeug sehr leicht trennen.
Und was am wichtigsten ist : vorher prüfen, ob sich die Entlüftungsventile bewegen lassen.
Bei zu roher Gewalt brechen die Alu-Dinger weg und dann sollte ein Ersatzsattel da sein !
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon unteroffizier » Mittwoch 7. Mai 2008, 23:39

Vorbildlich, genauso habe ich das auch gemacht.
Aber: Als ich den Sattel gespalten hatte ... unter geisendem Beifall habe ich die Kolben mit Druckluft aus dem Sattel getrieben und gekonnt aufgefangen -gummi-
Außerdem habe ich zur Montage -wie vorgeschrieben- Rizinusöl genommen, selbiges ist mir natürlich ... umgekippt und führt noch heute zu reibungslosem Ablauf auf der Werkbank ;-)
Grüße aus dem Sachsenland
Allzeit gute Fahrt!
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Gelber Hirsch » Donnerstag 8. Mai 2008, 12:35

Wo bekomme ich Dichtringsätze her? Bei den üblichen Verdächtigen?
2 Takter stinken nicht, sie haben Aroma.....

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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Oliver R. » Donnerstag 8. Mai 2008, 15:49

Hallo. Ich weiß nicht, aber MoS Fett ist da eigentlich nicht für geeignet. Für solche Schmierarbeiten sollte man nur Bremszylinderpaste verwenden. Das Fett vermischt sich mit der Bremsflüssigkeit. Dies kann unter Umständen den Siedepunkt herab setzen und Gummidichtungen angreifen.
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 8. Mai 2008, 19:18

Die Dichtungen habe ich bei A-Baller gekauft.

Wie ich den Sattel ( heute den linken Bremssattel ) demontiert hatte, war ich auch sehr verwundert, was da zum vorschein kam.
Ich werde das beobachten. Auf der Büchse stand aber : resistent gegenüber Gummi.
Warten wir mal ab ....
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Warti-Ben » Freitag 9. Mai 2008, 01:21

Ich würde hier auch eher Bremszylinderpaste verwenden und nicht MoS Fett, aber wenn das wirkt ist´s noch besser weil billiger! :lol:
Letztens in der Bierstube: "Du bist doch bloß so schee weil i so b´suffa bin!"

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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Freitag 9. Mai 2008, 08:36

WABUFAN hat geschrieben:Auf der Büchse stand aber : resistent gegenüber Gummi.

Ja, bloß ist die Frage, ob der Gummi auch resistent gegenüber dem Fett ist. Was nach allen Unterlagen eher nicht so sein soll...
Gruß,
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Joachim » Donnerstag 10. Juli 2008, 17:23

Ich muß den Fred hier mal reanimieren.

Na bei mir mind. ein Bremskölbchen je Sattel fest ist werd ich meine auch mal auseinander nehmen.
Waren diese Nullringe bei Dir in irgend einer Weise porös?
Denn solche Nullringe hab ich noch bei keinem Internet-Versand gefunden, nur die Kolbendichtringe unsd Staubmanschettten (hab ich och bereits bestellt).
Am besten sich die Zeitung liest,
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon T.S. » Donnerstag 10. Juli 2008, 18:49

Kannst auch Kupferringe nehmen....sollte dann aber bei allen Verbindungen drinn sein...

Mal ganz bescheidene Frage.....Wabufan

Wie steht es mit dem Abdrücken, nach dem regenerieren?
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Warti-Ben » Donnerstag 10. Juli 2008, 19:48

Joachim hat geschrieben:... Denn solche Nullringe hab ich noch bei keinem Internet-Versand gefunden, ...


O.k., wenn man selten sucht findet man nicht gleich, aber wer ständig Teile sucht und bestellt findet auch das hier!
Letztens in der Bierstube: "Du bist doch bloß so schee weil i so b´suffa bin!"

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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Joachim » Donnerstag 10. Juli 2008, 20:13

geil, danke

Es ist aber in der Tat so, daß ich nicht soo of Ersatzteile suche
Am besten sich die Zeitung liest,
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Holger » Freitag 11. Juli 2008, 09:37

Will auch noch mal kurz dazu was sagen. Ich habe den Dichtungssatz bei Stamer in Potsdam gekauft. 24€

Die Kolben haben wir mit der Fettpresse rausgedrückt. Das ging ganz gut, allerdings hat man hinterher einen erhöhten Reinigungsaufwand, denn die inneren Kanäle für die Bremsflüssigkeit waren voller Fett. Die habe ich über die Entlüftungsnippel freigepustet und dann mit Bremsenreiniger kräftig gespült.

Gruß
Holger
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 11. Juli 2008, 10:37

T.S. hat geschrieben: ... Wabufan - Wie steht es mit dem Abdrücken, nach dem regenerieren ? ...

Abdrücken ? Nicht extra gemacht.
Sattel eingebaut, Brüh drauf und Entlüftet. Dann die Trennlinien der Sattelhälften mit einem Kreidestrich versehen. Pedal mit beiden Füssen eine Minute belastet und die Kreide war trocken.
Die Bremskolben in den Satteln sind bis heute dicht.
Die Bremssteine werden gleichmässig abgenutzt.
Die Nullringe waren nicht porös. Und Kupferringe einbauen ? Da Kupfer fliesst, muss ich dann doch die Schrauben nachziehen.
Nach der Überholung bin ich 1.500 km gefahren.
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon T.S. » Freitag 11. Juli 2008, 14:24

WABUFAN hat geschrieben:
T.S. hat geschrieben: ... Wabufan - Wie steht es mit dem Abdrücken, nach dem regenerieren ? ...

Abdrücken ? Nicht extra gemacht.
Sattel eingebaut, Brüh drauf und Entlüftet. Dann die Trennlinien der Sattelhälften mit einem Kreidestrich versehen. Pedal mit beiden Füssen eine Minute belastet und die Kreide war trocken..


Ehrlich......:
bei uns war nach der Bremsenumbauaktion bei 120 Bar, 1h später nen Tropfen drann....eine Minute Test ????... [TÜV] [TÜV] [TÜV] ....zumal nach einem Bericht in der Oltimer M/P die dargestellte Firma diese auch mit 150 Sachen prüft!
Ergo: Nochmal.......
Hab da bis du diesem Zeitpunkt auch nicht so drauf geachtet, aber die Sache wäre mir heute zu heiss....

WABUFAN hat geschrieben: Da Kupfer fliesst, muss ich dann doch die Schrauben nachziehen.


Metalisch dichtend, also nix nachziehen.....zumal auch da Drehmomente vorgeschrieben sind.
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Joachim » Montag 21. Juli 2008, 16:13

Obwohl ich jetzt allem anschein nach meine Bremssättel eh erneuern muß (innen ziemlich viel Korrosion)
hätt ich doch noch mal ne Frege:

Die neuen Dichtungsringe haben innen an einer seite sowas wie ne Phase dran(also kein quadratischer Querschnitt).
Die alten ausgebauten haben aber nen quadratischen Querschnitt.
Müßte die seite mit der Phase nun nach oben (also in Richtung Belag) oder nach unten (also in richtung des Zylinderbodens)?
Und wieviel spiel dürfen die Bremskolben zur Zylinderwand maximal haben?
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 21. Juli 2008, 23:34

Die Zylinder haben eine Spielpassung.
Da der Druck der Flüssigkeit nach allen Seiten und auf allen Flächen gleich wirkt, ist die Phase ( wofür auch immer ), uninteressant.
Die Kolben und die Zylinderbuchsen dürfen keine sichtbaren und fühlbaren Unebenheiten haben. Rost wegpolieren geht nicht.
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon rallye311 » Dienstag 22. Juli 2008, 07:58

Hallo!

Nun, das mit dem glatten Zylinder sehe ich anders: Die Kolben müssen absolut glatt sein, daß ist richtig. Allerdings können die Zylinder relativ rauh sein, da sie keine richtige Dichtfunktion haben. Über kleine Rostspuren im Zylinder würde ich mir keinen Kopf machen. Stell doch mal einfach ein Foto ein.

Grüße: rallye311

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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Joachim » Dienstag 22. Juli 2008, 19:33

Daß es nich groß was bringt, den Rost wegzupolieren war mir schon klar.
Nur wenns innen schon angerostet ist und ich da was weg nähme, ist das Maß ja ein anderes.
Wenn der Kolben zu viel spiel hat kann er ja klemmen, was bei ne Bremse besonders suboptimal ist.
( Ich denk, daß ist genau das, was Du meinst, WABU?)
Darum hab ich bereits regenerierte Bremssättel organisiert.

Bei den dichtringen dacht ich nur, daß die Form da ne spezielle Funktion hat, weil sie ja den Bremskolben beim Loslassen etwas zurück drücken sollen, damit bei gelöster Bremse die Reibungsverluste gering gehalten werden.
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Jörg » Dienstag 29. Juli 2008, 01:07

Moin, guter Beitrag mit guten Tips, was mich aber auch interssiert ist, wie du das mit dem zweite Foto gemacht hast.
Zwei Hände an dem Bremssattel und die dritte am Auslöser, Jörg

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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 29. Juli 2008, 08:27

Jörg hat geschrieben: ... aber auch interssiert ist, wie du das mit dem zweite Foto gemacht hast.
Zwei Hände an dem Bremssattel und die dritte am Auslöser ...

Meine Kamera hat einen Intervallauslöser. Aller 30 sec. macht sie minimal ein Bild. Auf einem Stativ oder mit einer Halteklammer, ist sie standfest.
Man kann jede Funktion der Kamera mit der Hand einstellen.
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 29. Mai 2009, 09:05

Ergebniss nach einem Jahr und 10.600 km Fahrstrecke :
Die Bremssattel sind trocken und das MoS²-Fett erfült seine Aufgabe. Die Bremsflüssigkeit hat gleichen Stand wie nach der Überholung.
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Jörg » Freitag 29. Mai 2009, 11:04

Moin,

gut zu wissen das so eine Überholung doch lohnt, wir standen letztens bei Johy 85 seinem 353er auch vor der Überlegung. Aber für die Hu hat`s der Alte so noch mal getan nach dem Johannes in bearbeitet hat.

Jörg

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Bremssättel aufarbeiten

Ungelesener Beitragvon Hagen » Freitag 16. Oktober 2009, 12:26

Hallo Wartburgfahrer,

ich möchte jetzt 2 gebrauchte Bremssättel vom W. 1,3 aufarbeiten (entrosten, lackieren, neue Entlüftungsventile und Staubschutzmanschetten für die Kolben). Nachdem ich die kleinen Kolben entfernt habe, stehe ich vor der Frage, ob ich die Dichtgummis (Dichtringe) an der Bremssattel-Zylinderwand herausnehmen und erneuern sollte oder ob ich diese noch drin belassen kann. Der Wartburg, von dem die Bremssättel stammen, hatte ca. 130.000 km gefahren. Und ich weiß nicht genau, ob ich die Kolben bei geringem Rostfraß an der blanken Außenhülle noch verwenden kann. Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt ?

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Re: Bremssättel aufarbeiten

Ungelesener Beitragvon Joachim » Freitag 16. Oktober 2009, 20:18

also wenn da Rostansatz an den Kolben ist würd ich die SO nicht weiter nehmen, führt zu weniger schönen Ergebnissen :twisted:
Dichtungsgummies austauschen: wenn Du das Modul schon auseinander hast mach einfach, die werden auch nicht jünger, sonst verlieren die nachher ne Woche später ihre strukturelle Integrität und du sitzt wieder dran.

Wie sehen denn die Zylinderborhungen aus?
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Dienstag 23. März 2010, 14:22

Hallo!
Bin auch grade beim Aufarbeiten.Wie ist das rostmäßig mit der Stirnseite der Kolben? Da,wo die Kolben gegen den Bremsstein drücken,da sind die doch IMMER angerostet Geht da leicht zu entrosten?Bzw. diese Stelle mit Kupferpaste zu benetzen?
Achso: Damit ich nicht extra wieder ein neues Thema eröffnen muß: Vorm Sandstrahlen,müssen da die Nachsteller von den Ankerplatten zwingend runter oder geht das so?Weil der Nachstellbolzen durch die Ankerplatte zurückgehalten wird.
Danke,Gruß Thilo
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Montag 5. April 2010, 22:01

AUFARBEITEN DER BREMSSATTELKOLBEN

Bin zwar auch nicht so der Vertreter der Geiz-ist-geil-Fraktion,aber man kann auch ca.20 Jahre alte Bremskolben aufarbeiten.Ein Pro-Argument für eine Aufarbeitung ist z.B. der LDM-Preis von 16€ das Stück.Freilich,das jeweilige Endergebnis ist abhängig von der Ausgangsbasis.Aber man kann es auf jeden Fall erstmal versuchen.
Der korrosionsmäßige Schwerpunkt liegt ab dem Bereich der Nut (Fixierung der Staubschutzmanschette) bis zur Oberseite.Innen auch,aber dies ist relativ uninteressant für uns.
Rost kann man an diesen Stellen abtragen,da diese nicht direkt mit dem Bremssattelzylinder in Verbindung stehen.Selbst wenn der Kolben vollständig eingeschoben ist,sieht man das.
wartburglenker 056.jpg
wartburglenker 056.jpg (91.36 KiB) 12326 mal betrachtet

Man benötigt dazu: mind. 800er Sandpapier,besser noch 1000er Sandpapier,kleiner Schraubendreher und/oder ein altes Messer, WD 40,Elsterglanz (blau),besser noch (rot),
Rot steht für Chrompflege.Diese Tube gibt es nicht so häufig,wie die Blaue, eignet sich aber besser zur Chrompflege da mit kleineren Schleifkörpern versetzt.
Außerdem brauchen wir dann noch ein sauberes Stück Tuch und etwas Watte,etwas Kupferpaste kann übrigens auch nicht schaden...
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So sieht ein Kolben "frisch" aus dem Bremssattel aus.
wartburglenker 053.jpg
wartburglenker 053.jpg (77.07 KiB) 12307 mal betrachtet
Bereich ab der Nut bis ganz oben relativ stark angegriffen.Das kommt hauptsächlich dadurch zustande,weil die Bremskolben während des Betriebs gegen die Bremssteine stoßen - Die Chromschicht wird immer dünner bis sie komplett ab ist.Der untere Bereich,auf den es ankommt, ist meistens noch i.O.
Lediglich eine hauchdünne Verfärbung ist meistens dran,könnte man sagen.Außerdem evtl. punktuelle Abplatzungen der Chromschicht.Die Kolben sind von Haus aus hartverchromt.
Das ist bspw. bekannt von den Tragrohren der Telegabeln von Mopeds und Motorrädern.Jedenfalls platzt die Schicht dort auch immer so punktuell ab. Die Abplatzungen sollten nicht unbedingt größer als ca. 0,1mm sein.Wird der Kolben an der Lippe entlanggeführt,so darf man die "Krater" nicht spüren.Jedenfalls ich mache das so.
Die dünne Rostschicht unten läßt sich super runterpolieren.Dazu Elsterglanz (rot - ich hatte leider nur blaues) + Watte und/oder Tuch verwenden. Unterseite auch bearbeiten.
Das geht auch relativ schnell.
Danach wird der Bereich ab der Nut bis oben entrostet.Das macht man mit dem kleinen Schraubendreher oder Prüfer,Messer und Sandpapier unter Zuhilfenahme von WD 40. Es ist auch hilfreich, die Kolben einige Tage in Benzin einzulegen,damit sich die Rostschicht besser ablöst.
Das wäre das Soll-Endergebnis:
wartburglenker 052.jpg
wartburglenker 052.jpg (75.77 KiB) 12306 mal betrachtet

Wie gesagt: Alles abhängig von der Ausgangsbasis.Sind die Abplatzungen der Chromschicht zu intensiv,braucht man sich gar nicht erst die Mühe zu machen.Dann muß halt ein neuer Kolben bzw. neuer Kolbensatz ran.
wartburglenker 054.jpg
wartburglenker 054.jpg (75.35 KiB) 12298 mal betrachtet

Dieser Kolben bzw. dessen Abplatzungen bewegen sich im Grenzbereich.Mehr darf es wirklich nicht sein.Die Dichtringe verschleißen dadurch unter Umständen schneller/Undichtigkeit.Zum Abschluß versieht man die entrosteten Stellen am besten mit einer HAUCHDÜNNEN Schicht Kupferpaste,damits nicht wiederkommt.
Aber nur den oberen Bereich > Logo!
Maximale Erfolge!
Gruß Thilo
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 8. April 2010, 18:47

Also am 08. Mai 2008 hatte ich die Bremssattel der Vorderachse überholt.
Bis heute ist keine Undichtigkeit fest zustellen. Auch der Einsatz von MOS² - Fett hat keine negativen Spuren hinterlassen.
Dabei habe ich eine Strecke von genau 18.500 km zurückgelegt.
Bei Tausch von Winterrädern auf Sommerrädern sehe ich die Bremsklötzer und im rechten Bremssattel ...

KLOTZ_R1.JPG

... ist zu sehen, das der Äusserste fast auf Null ist.
Links sahen die noch ganz passabel aus ...

KLOTZ_L1.JPG

... und hätten noch eine Weile gehalten.
Warum nun ausgerechnet rechts aussen der Klotz so weit herunter ist ?
Also ein Satz neue Klötzer spendiert.
Die Bremsscheiben habe ich nun nicht gemessen. Keine Riefen und Kanten sind ein Zeichen eines " guten Bremser's " ...
Da die alten Klötzer parallel Abgenutzt waren, funktionieren alle Bremskolben gleichmässig. Da ist kein handlungsbedarf. Die alten Klötzer hielten auf den Kilometer genau ( ! ) 35.000 km und kamen am 16.10.2006 hinein.

KLOTZ_L3.JPG

Linke Seite mit neuen Klötzern.
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon fredi » Freitag 16. April 2010, 22:18

Ich hab mich heute abend da auch rangetraut - meine Kolben gingen sehr straff, is eben auch (nicht von mir) ungepflegte Lagerware. 7 von 8 Kolben sahen noch ganz manierlich aus, alles gereinigt, nochmal in Rostlöser eingejaucht, aber silber werden die so wohl nicht. Nun Dichtungsatz besorgen und dann mit Bremskolbencreme einbauen. Bei Baller ist der sehr straff vom Preis, zumindest, wenn man den westeuropäischen nimmt. Ich wür gern Erfahrungen dazu hören. Welchen benutzt ihr?

@ Andreas - hast du gar keine Feder bei deinen Belägen verbaut?
353 W aus 77 garniert als chrommodell

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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 17. April 2010, 08:41

Die Abdeckungen sind meines Erachtens nur etwas für die Optik und haben keinerlei mechanische Funktion. Die federnden Enden kommenn nicht mit den Bremssteinen in Berührung. Sie gleichen nur unterschiedliche Gussmasse der Sattelhälften aus.
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Thilo.K
Abschmiernippel
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Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 18. April 2010, 18:23

Die Haltespange soll wohl zusätzlich die Steine nach unten drücken,um das Spiel Belagträgerbohrung - Splint auszugleichen.
Die Spangen gabs erst beim 1.3er. Vorher beim 353er gab es die bekannten Blechabdeckungen mit der Beschriftung PAL/353W
made in Czechoslowakia usw.
Bremssattel%20353W_600x600_100KB.jpg
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