Bremssattel der Vorderachse überholen

Rahmen, Federn, Querlenker, Bremsanlage, Haupt- und Radbremszylinder, Handbremse, Reifen, Umbau

Moderator: ZWF-Adminis

Benutzeravatar
rallye311
Simmerringer
Beiträge: 1123
Registriert: Dienstag 14. Februar 2006, 12:27
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 311 000 Bj. 59
Wartburg 311-008 Bj. 61
Wartburg 312-500 Bj. 67
Gruppe / Verein: AME - Automobilbau Museum Eisenach
Wohnort: Hansestadt Köln

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon rallye311 » Montag 26. September 2011, 15:20

Hallo!

Kolben aus Alu halte ich nicht für geeignet. Warum: Aluminum und Stahl haben einen unterschiedlichen Wärmeausdehungskoeffizienten. Alu dehnt sich fast doppelt so viel. Wenn man das Spiel so einstellt daß die Bremse bei -40°C noch funktioniert könnte es dann bei warmer Bremsflüssigkeit Probleme geben und der kolben klemmt bzw kommt nicht mehr richtig zurück.

Grüße: rallye311

Benutzeravatar
Tobias Yello' Thunder
Erfurter Produktionsgenossenschaft
Beiträge: 4490
Registriert: Donnerstag 9. Februar 2006, 18:56
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Limousine Bj. '88, W353-1600i Tourist Bj. '10, QEK Aero Bj. '89, Leporello Bj. '91
Wohnort: Erfurt

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Montag 26. September 2011, 20:00

Mal ganz davon ab, daß ich nicht glaube, daß die Kolben, wenn man sie wie die Stahldinger hohldreht, noch den Druck aushalten. Müßte man also aus Vollmaterial machen. Gut, das sollte jetzt nicht das Problem sein. Weiterhin bleibt dann aber immer noch die Frage, wo die Wärme denn hin abgeleitet werden soll - in die Bremsflüssigkeit?

Tobias
Wartburg 353-1600i Tourist - die Bestie lebt!!!

kat
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 172
Registriert: Dienstag 28. November 2006, 10:56

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon kat » Dienstag 27. September 2011, 21:26

Ein Bekannter hat sich Kolben aus Edelstahl selbst gedreht.

Benutzeravatar
phi
Bierdosenhalter
Beiträge: 97
Registriert: Dienstag 1. September 2009, 09:36
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 1.3 Tourist, Trabant 601, Barkas B1000 KB, MZ ES 150/1, MZ ETZ 125e, Simson KR51/1 und S51.
Gruppe / Verein: IFA-Pannenhilfe
Kontaktdaten:

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon phi » Dienstag 17. April 2012, 12:40

Da im 1.3er-Forum noch niemand sich dazu geäussert hat, versuche ich mein Glück mal hier -roll-

Hat jemand von euch Erfahrungen mit den Sätteln aus dem Ersatzteilhandel?

Da gehts los mit 80 Euro im Tausch über 100 Euro ohne Tausch bis zu knapp 300 Euro (im Tausch!)

Wenn man die Einzelteile rechnet, die man schlimmstenfalls braucht (4 Kolben, alle Dichtringe), käme man ja locker auch in Preisregionen um die 80 Euro... Meine Überlegung wäre nun, die 100 Euro-Sättel zu kaufen. Dann hätte ich gleich noch ein Paar neue und könnte mir die alten in Ruhe aufarbeiten.

Benutzeravatar
Trans353
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 182
Registriert: Mittwoch 16. November 2011, 20:20
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 353 W 400 (Trans)

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Trans353 » Samstag 15. Dezember 2012, 11:33

Hst Du Dir die Neuen für 125 gekauft?

Benutzeravatar
Tomtom
Schaupannenreparierer
Beiträge: 8763
Registriert: Samstag 21. Juli 2007, 22:21
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 312 300 HT
Wartburg 353W
Camping 312-500
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Samstag 15. Dezember 2012, 11:46

phi hat geschrieben:Wenn man die Einzelteile rechnet, die man schlimmstenfalls braucht (4 Kolben, alle Dichtringe), käme man ja locker auch in Preisregionen um die 80 Euro... Meine Überlegung wäre nun, die 100 Euro-Sättel zu kaufen. Dann hätte ich gleich noch ein Paar neue und könnte mir die alten in Ruhe aufarbeiten.

So ähnlich habe ich es auch gemacht, habe in Schwerin 1 Satz regnerieren lassen und erst danach getauscht.

Aus folgenden Gründen.
- Die Sättel wurden neu verzinkt.
- Aufarbeiten kostet Zeit. Wenns blöd läuft, bist Du einige Wochen ohne Bremssättel.
- Und nicht zuletzt: es wird in Zukunft sicher nicht billiger, wäre also eine Investition die sich lohnt.
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

Krümel
Tastenquäler
Beiträge: 311
Registriert: Sonntag 6. November 2011, 22:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Trabant 6o1 S de luxe,Trabant Cabrio,Wartburg 353 W,Wartburg 312 Camping

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Krümel » Sonntag 16. Dezember 2012, 18:09

Bei welcher Fa. in Schwerin hast Du regenerieren lassen ?

Benutzeravatar
phi
Bierdosenhalter
Beiträge: 97
Registriert: Dienstag 1. September 2009, 09:36
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 1.3 Tourist, Trabant 601, Barkas B1000 KB, MZ ES 150/1, MZ ETZ 125e, Simson KR51/1 und S51.
Gruppe / Verein: IFA-Pannenhilfe
Kontaktdaten:

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon phi » Sonntag 16. Dezember 2012, 20:51

@ Trans353: Ja, aber letzten Frühling haben die noch knapp unter 100 EUR gekostet :idea:

Hat alles wunderbar geklappt und bin damit schon ein paar Tausend Kilometer unterwegs gewesen.

Benutzeravatar
Toni
Mr. Wartburg 2012
Beiträge: 570
Registriert: Sonntag 20. April 2008, 22:43
Mein(e) Fahrzeug(e): 6 x Trabant Limo/Universal 1976-1990
2 x Wartburg 353W/S Tourist 1982 + 1988
2 x Schwalbe 1970 + 1976
3 x Jawa 20 1965 - 1970
2 x Carpati Super 1964 + 1966
1 x SR2e 1964
1 x Spatz 1965
1 x Astra F 1994
1 x CT6-1B deluxe 1978
1 x HP401.01/06 1988
1 x HP301.01/3 1990
1 x HP280.01 1972
Wohnort: Keula
Kontaktdaten:

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Toni » Dienstag 18. Dezember 2012, 12:57

Aktuell sind übrigens von NK und Quinton-Hazell KEINE Neuen Sättel mehr lieferbar, deshalb wohl die utopischen Preise bei ebay. Hab die letzten Monate über diverse Händler versucht, die neue noch für 85-120€ im Angebot haben - Nichtmehr lieferbar war die Antwort bei allen.
Übrigens, Bremskolben Volvo 740/760 bis Bj. 12/88 hinten sind identisch :-|
------------------------------->http://www.ddr-kfz.de.tl<-------------------------------
Wer hat behauptet, eine Ritter Sport Alpenmilch wäre kein vollwertiges Frühstück?

Beppo
Strafzettelquittierer
Beiträge: 438
Registriert: Samstag 22. Juli 2006, 20:40
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Tourist
W1.3 Limousine
und einiges mehr, was 2taktet
Wohnort: im Erzgebirge

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Beppo » Freitag 22. Juni 2018, 13:00

So, ihr Gutsten. Bin grade dabei, die aus dem 1.3er ausgebauten Sättel neu zu machen und eher zufällig dabei über folgendes Video gestolpert

https://youtu.be/K-pDmPlNEAA?t=4m45s

Habe den Link so kopiert, dass er an der richtigen Stelle beginnt. Nach ca. 5 Sekunden, also bei ca. 5:00 min kommt die Aussage, dass die Dichtringe konisch sind. Ich habe mir vorhin meine neuen Dichtringe angeschaut und nichts dergleichen sehen können (Brille hatte ich auf).

Bitte um Info´s. Danke

Benutzeravatar
Thilo.K
Abschmiernippel
Beiträge: 3909
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 17:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Shiguli WAS 2103 - 1973 - dunkelblau
Shiguli WAS 2103 - 1977 - orange
Wohnort: Belgern

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Freitag 22. Juni 2018, 13:34

Dichtringe müssen vom Querschnitt konisch sein. Das ist logisch.
Erforderlich, um das Lüftungsspiel zwischen Bremsstein und Bremsscheibe herzustellen.
Wird das Bremspedal losgelassen, werden die Bremskolben bzw. die Steine, damit in ihre Ausgangslage zurückgeführt.

Beim Bremsen wird der Bremskolben nach aussen gedrückt. Dabei rutscht er über den Dichtring und verdreht ihn.
Versetzt diesen also unter Spannung. Wird der Bremsdruck aufgehoben, entspannt sich der Dichtring von selbst und drückt den
Bremskolben um wenige Zehntelmillimeter zurück.

Die Kolbendichtringe erfüllen damit eine Doppelfunktion.
Abdichtung des Bremssattelzylinders und Rückstellung der Bremskolben.
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

berlintourist
SeineAutosimmer- TippTopp- inSchusshalter
Beiträge: 826
Registriert: Samstag 23. August 2014, 23:24
Mein(e) Fahrzeug(e): 314 eckfrontcabriokombicoupé

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Freitag 22. Juni 2018, 13:52

ich kann nur bestätigen, das die dinger konisch sind.

hier auf dem bild lässt sichs "erahnen" ..
Wartburg - aus freude am schrauben ...

Beppo
Strafzettelquittierer
Beiträge: 438
Registriert: Samstag 22. Juli 2006, 20:40
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Tourist
W1.3 Limousine
und einiges mehr, was 2taktet
Wohnort: im Erzgebirge

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Beppo » Freitag 22. Juni 2018, 15:25

Besten Dank! Auch für die ausführliche Erklärung und das Foto.

Anbei ein Bild meines Dichtsatzes.

Ich werde nochmal genau gucken und glaube, ich habe an meinen Ringen "über die falsche Ecke" den Konus gesucht. Falls die nichts taugen, mache ich eben mal wieder eine Ausfahrt zu Danzer. [Lenker]
Dateianhänge
Bremssattel Dichtsatz Kolben Staubmanschette (1).JPG

Beppo
Strafzettelquittierer
Beiträge: 438
Registriert: Samstag 22. Juli 2006, 20:40
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Tourist
W1.3 Limousine
und einiges mehr, was 2taktet
Wohnort: im Erzgebirge

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Beppo » Freitag 22. Juni 2018, 20:08

Thilo.K hat geschrieben:Beim Bremsen wird der Bremskolben nach aussen gedrückt. Dabei rutscht er über den Dichtring und verdreht ihn.
Versetzt diesen also unter Spannung. Wird der Bremsdruck aufgehoben, entspannt sich der Dichtring von selbst und drückt den
Bremskolben um wenige Zehntelmillimeter zurück.

Einbau also wie im Video beschrieben mit der dicken Seite in Richtung Bremsklotz?

Ich habe mal zum Vergleich alt und neu nebeneinander fotografiert und finde bei beiden nichts konisches -nixwissen-
Links im Bild die Neuware, rechts die ausgebaute Dichtung. Die neue ist im Durchmesser übrigens etwas kleiner. {kratz}
Dateianhänge
DSCI3067.JPG
DSCI3068.JPG
DSCI3069.JPG
DSCI3060.JPG

Benutzeravatar
Tomtom
Schaupannenreparierer
Beiträge: 8763
Registriert: Samstag 21. Juli 2007, 22:21
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 312 300 HT
Wartburg 353W
Camping 312-500
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Freitag 22. Juni 2018, 20:26

Wollte auch schon nachsehen. Die originalen Dichtungen sind nicht konisch. So ist mir das auch in Erinnerung...
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

berlintourist
SeineAutosimmer- TippTopp- inSchusshalter
Beiträge: 826
Registriert: Samstag 23. August 2014, 23:24
Mein(e) Fahrzeug(e): 314 eckfrontcabriokombicoupé

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Freitag 22. Juni 2018, 21:08

sorry beppo,

meine augen sind auch bebrillt und erkennen in deinen bildern das konische ... sogar an den alten teilen.
im ersten bild: altteil unten breiter.
vll ist "konisch" auch nicht ganz korrekt. eine seite ist etwas ausgestellt, wie eine lippe (oder so) ..

setz mal die neuteile verschieden ein und du wirst mit einem zarten finger spüren, das da "was ist" .. :smile:

8)
Wartburg - aus freude am schrauben ...

Wartburgbauer
Abschmiernippel
Beiträge: 3250
Registriert: Samstag 10. Dezember 2011, 11:12
Mein(e) Fahrzeug(e): 190er Benz 1988 (Alltagsauto)
Jawa 555 1959 (Alltagsmoped)
Wartburg 312 Camping 1967
B1000 Bus im Aufbau
Wohnort: bei Dresden

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Freitag 22. Juni 2018, 21:59

Habe grade mal einen neuen Dichtring von NK angesehen. Da ist beim besten Willen nichts konisch... :? Auch dann nicht, wenn ich einen Messschieber als Parallelitätsnormal anlege.
Suche ständig Schrauben M8 Schlüsselweite 14 und frühe ESKA-Schrauben!
Mein erstes Projekt: Der Camping!
Mein Barkas Bus im Aufbau

Benutzeravatar
Thilo.K
Abschmiernippel
Beiträge: 3909
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 17:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Shiguli WAS 2103 - 1973 - dunkelblau
Shiguli WAS 2103 - 1977 - orange
Wohnort: Belgern

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Freitag 22. Juni 2018, 22:42

Falls nein, müssen dafür die Nuten leicht konisch in den Bremssattel eingefräst worden sein.
Irgendwie muss ja dieser Verdreheffekt der Ringe erzielt werden. Wenn die Ringe ganz winklig sind, bzw. die
Nuten, hätte man nicht diesen Rückstelleffekt der Kolben. Ist übrigens ein ganz kleines Mass.
Zehntelmillimeter sind da schon fast zu viel. Eher 0.10 - max. 0,15mm.
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

Benutzeravatar
WABUFAN
Betriebs-Elektriker
Beiträge: 7721
Registriert: Sonntag 12. März 2006, 12:12
Mein(e) Fahrzeug(e): nur 353er Tourist
Wohnort: Leipzig

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 23. Juni 2018, 07:53

Ich habe auch " vorgestern " 8 Kolben neu beringt. Wenn da eine Richtungsabhängigkeit besteht, dann sollte ein Montagehinweis irgendwo stehen.

WABUFAN hat geschrieben: ... Ergebniss nach einem Jahr und 10.600 km Fahrstrecke :
Die Bremssattel sind trocken und das MoS²-Fett erfült seine Aufgabe. Die Bremsflüssigkeit hat gleichen Stand wie nach der Überholung. ...


Heute nach 94.100 km seit der Überholung am 07.05.2008 sind die Sattel dicht und beim wechseln der Steine habe ich alte Steine eingesetzt und die Bremskolben mit dem Pedal herraus gedrückt und mit der Wasserpumpenzange in die Augangstellung bewegt. Das sollte man einmal im Jahr tun.
Das MoS² fett erfüllt seine Aufgabe und die Gummis vertragen das.
Da ich in Zukunft Kupferbremsleitungen habe, ist DOT 3 nicht mehr nötig.
Ein Hydrauliköl sollte da besser sein. Die Siedepunkttemperatur liegt wesentlich höher.
Wenn dann der TÜVer mit seinem Gerät den Siedpunkt oder Wassergehalt prüft, wird er staunen.
Schauen wir einmal ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

Beppo
Strafzettelquittierer
Beiträge: 438
Registriert: Samstag 22. Juli 2006, 20:40
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Tourist
W1.3 Limousine
und einiges mehr, was 2taktet
Wohnort: im Erzgebirge

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Beppo » Samstag 23. Juni 2018, 08:27

Ein interessantes Thema mit geteilten Meinungen.

Ich wollte nachher Danzer anrufen und/oder hinfahren, habe aber zum Glück nochmal auf dessen Seite geschaut

Screenshot 2018-06-23 08.15.14.jpg

Fällt also aus wegen ist nicht.

Das Reparaturhandbuch liegt grade vor mir und dort wird nur das austauschen der "Gummischutzkappen der Kolben" beschrieben, mehr aber nicht. Es gibt nur noch den Satz:" Es ist nicht gestattet, den Bremssattel zu zerlegen und Teile auszutauschen."

Hat jemand andere, weiter führende Literatur?

Benutzeravatar
Thilo.K
Abschmiernippel
Beiträge: 3909
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 17:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Shiguli WAS 2103 - 1973 - dunkelblau
Shiguli WAS 2103 - 1977 - orange
Wohnort: Belgern

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Samstag 23. Juni 2018, 11:24

Hmm.
Wäre natürlich auch möglich, dass die Dichtringe 0815 sind und die Nuten auch, nur das es zwischen
Nuten und Ringen etwas Spiel gibt. Also ganz straff gingen die Ringe meiner Meinung nach nicht einzudrücken.
Weil wie gesagt, nur so kann sich ja der Gummi verdrehen und so funktionieren, wie es soll.
Damit könnte diese leicht konische Form der alten, gebrauchten Dichtringe alleine durch die Funktion zustande kommen.
Wird es wohl auch so sein.
Probiere nochmal, ob du was merkst, wenn die Ringe verschieden einsetzt. Ansonsten wird sich wohl diese Formgebung
wirklich nur durch den späteren Betrieb ergeben.
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

Benutzeravatar
Thilo.K
Abschmiernippel
Beiträge: 3909
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 17:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Shiguli WAS 2103 - 1973 - dunkelblau
Shiguli WAS 2103 - 1977 - orange
Wohnort: Belgern

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 24. Juni 2018, 10:43

Hoffentlich hast du auch neue Kanaldichtringe (so sage ich zumindest dazu), also diese Verbindungsdichtringe,
neu gekauft. Original sind das Rechteckgummiringe. Gegen 0815-Nullringe würde ich die jetzt aber nicht unbedingt
ersetzen wollen, weil die Dichtfläche damit etwas schmaler wird. Damit könnte man eine potentielle Undichtigkeit provozieren.

Bitte nicht die alten Dichtringe nochmal verwenden, da verhärtet und plattgedrückt.
Solange die alten Bremssattel noch original ungeöffnet sind, wird sich keine Undichtigkeit ergeben, weil
alles fest zusammengebacken ist.
Nach Demontage und anschliessender Montage ist dies aber gut möglich.
Die alten Ringe wirken wie plattgedrückte Kupferdichtringe, einmal platt, immer platt.
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

Benutzeravatar
Thilo.K
Abschmiernippel
Beiträge: 3909
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 17:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Shiguli WAS 2103 - 1973 - dunkelblau
Shiguli WAS 2103 - 1977 - orange
Wohnort: Belgern

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 24. Juni 2018, 11:27

Habe mich jetzt mal ein wenig belesen. Und wie man sieht, bildet es:-)

Bremskolbendichtringe und Kanaldichtringe sind beides Rechteckdichtringe. Oder auch R-Ring genannt.
Werden allgemein im Hydraulikbereich verwendet, egal ob Fahrzeug oder Industrie.
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

Beppo
Strafzettelquittierer
Beiträge: 438
Registriert: Samstag 22. Juli 2006, 20:40
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Tourist
W1.3 Limousine
und einiges mehr, was 2taktet
Wohnort: im Erzgebirge

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Beppo » Sonntag 24. Juni 2018, 18:33

Thilo.K hat geschrieben:Bremskolbendichtringe und Kanaldichtringe sind beides Rechteckdichtringe. Oder auch R-Ring genannt.

Kann ich so bestätigen, weil mein Rallye- und Berufs-Schraubender Hallennachbar mir heute selbiges sagte.

Thilo.K hat geschrieben:Solange die alten Bremssattel noch original ungeöffnet sind, wird sich keine Undichtigkeit ergeben, weil
alles fest zusammengebacken ist.

Und genau deshalb habe ich sie nicht voneinander getrennt. 8)

berlintourist hat geschrieben:setz mal die neuteile verschieden ein und du wirst mit einem zarten finger spüren, das da "was ist" .. :smile: 8)

Ich habe es mal mit den alten Ringen probiert, weil ich die neuen nicht verheizen wollte. Einen eingebaut und nach Gefühl die breite Seite (sofern vorhanden und nicht eingebildet oder vom Fingerquerschnitt abhängig) nach außen - zum Zylinderboden hin - gefühlt. Danach den Ring gedreht und oh Wunder (!) die breite Seite war wieder an der selben Stelle. :idea:
Also ist das Gefühl entweder Einbildung oder die Fräsung ist konisch, was mir aber mein eingangs genannter Nachbar verneint hat.

Naja, jedenfalls nur noch Feinarbeiten und dann liegt wieder ein regenerierter Satz Bremssattel in meinem Lager. [Bier]

PS: Und wieder mal ein Thema hier im Forum besprochen, wenn auch nicht entgültig geklärt.

Benutzeravatar
Thilo.K
Abschmiernippel
Beiträge: 3909
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 17:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Shiguli WAS 2103 - 1973 - dunkelblau
Shiguli WAS 2103 - 1977 - orange
Wohnort: Belgern

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 24. Juni 2018, 18:57

Aha, also hast du die Bremssättel nicht zerlegt und die Kolben nur so herausgenommen?
Das geht?
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

berlintourist
SeineAutosimmer- TippTopp- inSchusshalter
Beiträge: 826
Registriert: Samstag 23. August 2014, 23:24
Mein(e) Fahrzeug(e): 314 eckfrontcabriokombicoupé

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Sonntag 24. Juni 2018, 20:31

Thilo.K hat geschrieben:Das geht?

das geht tatsächlich, thilo. aber ich habe dazumal auch gegen jede empfehlung die teile getrennt .. inzwischen gibts ja sogar die kleinen nullringe als ersatz. (damals noch nicht)
gruß
Wartburg - aus freude am schrauben ...

Beppo
Strafzettelquittierer
Beiträge: 438
Registriert: Samstag 22. Juli 2006, 20:40
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Tourist
W1.3 Limousine
und einiges mehr, was 2taktet
Wohnort: im Erzgebirge

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Beppo » Sonntag 24. Juni 2018, 20:48

Thilo.K hat geschrieben:Aha, also hast du die Bremssättel nicht zerlegt und die Kolben nur so herausgenommen?
Das geht?

Jepp, geht. Beim nächsten mal würde ich allerdings die Kolben noch herausdrücken, wenn der Sattel noch am Auto ist. Das macht sich vermutlich einfacher, als mit der Zange. Möglich wäre noch die Fettpresse zum rausdrücken oder - mit absoluter VORSICHT - mit Druckluft. Da braucht man aber entsprechende Adpater, welche sich unsereiner aber sicher gut selbst basteln kann.

Bilder habe ich heute nicht gemacht, kann also nur welche von der fertigen Arbeit nachliefern.

Benutzeravatar
Thilo.K
Abschmiernippel
Beiträge: 3909
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 17:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Shiguli WAS 2103 - 1973 - dunkelblau
Shiguli WAS 2103 - 1977 - orange
Wohnort: Belgern

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 24. Juni 2018, 20:54

Habe die Bremssättel auch dazu zerlegt. Also "damals", als der rote Tourist noch aktuell war.
Diese R-Ringe gabs da aber auch schon bei LDM. Also so ca. 2012. Natürlich auch wie gewohnt zu Apothekerpreisen,
aber als Laie kennt man ja selten die DIN oder TGL von so einem Normteil, zwecks woanders suchen...
Normale Nullringe (oder O-Ringe??) würde ich für solche Hydraulikspielereien nur ungerne benutzen.

Ich glaube, die Kolben würden sich im Sattel gegenseitig verkeilen, wöllte man die mit Druckluft u. Co
aus dem noch montierten Sattel herausdrücken.
Adapter für Druckluft nicht nötig. Kurzes Stück Mopedbenzinschlauch über der Düse von der Druckluftpistole schieben
und diese gegen die Anschlussbohrungen des Sattels drücken. Bremssattelhälfte mit Bohrungen nach unten auf einen alten Teppich o.ä.
legen, damit es nicht zu dolle scherbelt :-)
Je nach Bremssattelhälfte kann es erforderlich sein, gewisse Verbindungsbohrungen mit Schraube, Karosseriescheibe und
Gummizwischenlage abzudichten, um diverse Bremskolben unter Druck zu setzen.
Aber das wirst du bestimmt bald selbst feststellen. (Bis ins letzte Detail weiss ich das auch nicht mehr - einfach zu lange her)

Gruss Thilo :-)
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

Benutzeravatar
Detta
Rostumwandler
Beiträge: 4
Registriert: Sonntag 17. Juni 2018, 17:49
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 353 Tourist Deluxe Baujahr 1982

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Detta » Montag 17. September 2018, 19:11

Heute war ich seit Langem mal in der Werkstatt. Gemacht sollen die Bremsen gemacht werden und wenn möglich das Fahrzeug vorbereiten für die Überführung ins Winterdomizil.
Die anfängliche Euphorie über den Allgemeinzustand des Autos ist der Ernüchterung gewichen. Nach der Demontage der Kotflügel zur besseren Zugänglichkeit zu den Bremsen, zeigte sich der allgegenwärtige Rost. Was war ich froh, dass die A- Säulen so gut Rost geschützt ist, aber die abstehenden Bleche links und rechts müssen doch ersetzt werden.

Nun zu den Vorderradbremsen. Scheiben und Bremssteine sind in Ordnung, aber Die Endlüftungsschraube des linke Bremssattels hat bei der Demontage den Geist aufgegeben( ich muss dazu sagen, das Bremspedal bewegt sich nicht einen Millimeter).


Auf der rechten seit sieht es etwas besser aus. Ich will gar nicht wissen wie die Bremsflüssigkeit aussieht oder das Innere der Bremssättel.
Gelesen habe ich ja, dass man die Bremssättel, durch Zerlegen, Reinigen und einem Reparatursatz wieder gangbar machen kann?
Dateianhänge
Bremse li.jpg
Rost li.jpg
Gesammt.jpg

Benutzeravatar
Thilo.K
Abschmiernippel
Beiträge: 3909
Registriert: Sonntag 20. Januar 2008, 17:50
Mein(e) Fahrzeug(e): Shiguli WAS 2103 - 1973 - dunkelblau
Shiguli WAS 2103 - 1977 - orange
Wohnort: Belgern

Re: Bremssattel der Vorderachse überholen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Mittwoch 19. September 2018, 00:36

Hmm, Bremssteinabdeckbleche. Ganz seltene Dinger, sollen wohl schon ca. 1984 entfallen sein...

Was die abgerissene Entlüftungsschraube anbelangt, ginge ein kompl. Bremssatteltausch am Schnellsten.
Oder eben versuchen, den Rest auszubohren. Aber eben "richtiges" Ausbohren, also Oldschool, kein Linksausdreher oder
ähnliche Spielereien.
Mit dem Akkuschrauber ganz klein vorbohren, möglichst den Kernlochdurchmesser dabei anstreben, danach Schraubenrest
mit der Lötlampe ausglühen, mit Spitzzange herausziehen und Gewindebohrung in Verbindung mit WD40 o.ä. nochmal
kurz nachschneiden. (wenn kein passender Gewindebohrer gerade zur Hand ist, geht dazu notfalls auch mal eine
alte Entlüftungsschraube)
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."


Zurück zu „Rahmen / Fahrwerk“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 11 Gäste