Drehmaschinen/Drehbank Motor

Es muss ja nicht immer nur um die rein technischen Themen gehen :-)

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carsten
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Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 11. August 2014, 17:29

Hallo liebe Elektrikfreunde,

ich habe da mal ein kleines Problem, oder besser eine Frage.

Ich bin stolzer Besitzer einer kleinen Drehbank von 1949, die Platz im Keller gefunden hat.

Nix großes, kein automatischer Vorschub, aber dafür mit reichlich Zubehör und günstiger und haltbarer als ein Baumarktgerät.


Nun aber zur Frage:

Das Teil wird mit einem Drehstrommotor von Vorwerk angetrieben.

0,55 KW / 3/4 PS und eine feste Drehzahl von 1500 U/Min.

Der Antrieb erfolgt über Riemenscheiben, Vorgelege und ein optionales Zwischenvorgelege. So sind in 12 Abstufungen Drehzahlen von 80-2100 U/Min wählbar, je nach gewählter Übersetzung. Dafür müssen dann natürlich immer ein paar Schrauben gelöst werden, um den Riemen zu positionieren und zu spannen.

Vielleicht hätte ja jemand eine Lösung für einen regelbaren Motor (230V oder 3x230V) der die Wahl der Drehlzahl vereinfacht, oder vielleicht gar eine Regelung für den vorhandenen Motor. Ach ja, der Motor muss/soll in beide Richtungen drehen können.


Vielen Dank und viele Grüße Carsten
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Re: Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon Warre 1000 » Montag 11. August 2014, 21:28

Ich bin kein Elektriker, aber mit eine "Inverter" vermute Ich das gelungen. Also eine "Frekvensumwandler", wie ändern von statische 50 Hz stufenlos zwichen 20 Hz und 80 Hz. Du musste doch mit ein Elektriker gesprochen, falls möglich sind mit ein so alte Motor, und lassen Er die Umkupplungen machen. Vielleicht auch ein kleine "Proserror" und Anziege verwenden, womit man der Drehzahl ändern können.
Stig
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Re: Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 11. August 2014, 22:02

Hallo Carsten, sinnvoll ist Dein Wunsch nur mit einem Frequenzumrichter zu erfüllen. Mit einem solchen bleibt das Drehmoment weitgehend konstant und die Drehzahl ist nicht allzu sehr belastungsabhängig. Du könntest Deinen Motor behalten (wenn es denn Asynchronmotor ist, was ich aber annehme) und an 400V betreiben (falls du Kraftstrom hast), das wäre am günstigsten oder auch mittels eines Phasenschieber-Kondensator für 1x230V umrüsten (hierbei verlierst Du aber ohne zusätzlichen Anlauflkondensator 2/3 an Anlaufleistung, schau einmal hier), Frequenzumrichter gibt es für alle Einsatzfälle (sicher auch mit der Option, einen Anlaufkondenstor abzuschalten). Allerdings glaube ich nicht dass Du diesbzgl. unter 200,-- bis 300,-- fündig wirst.
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Re: Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon Hanner » Dienstag 12. August 2014, 00:05

Hallo,

Frequenzumrichter ist das Thema. Ist aber kostenintensiv. Den kann man stufenlos regeln.
Habe auch so einen an meiner Drehmaschine. Es gibt sie fertig. Oder du hast einen Elektroniker, der dir so etwas bastelt.
Freundliche Grüße
Hanner



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Re: Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon Kai » Dienstag 12. August 2014, 00:12

Kleiner Hinweis: Es gibt auch Asynchronmotoren, die einen Frequenzumrichter nicht vertragen. Nicht jede Asynchronmaschine lässt sich per se mit einem Frequenzumrichter betreiben. Dies kann gerade bei sehr alten Motoren der Fall sein. Das hängt mit dem fest montierten Lüfterrad zusammen. Alte Motoren werden über ein direkt mit der Welle verbundenes Lüfterrad gekühlt, welches bei langsamen Drehzahlen nicht mehr ausreichend kühlen kann. Hier wäre dann eine aktive Kühlung mit einem elektrisch angetriebenen Lüfter notwendig.

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Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 12. August 2014, 05:29

Spontan fällt mir der Motor einer Waschmaschine ein.
Liefert 800 W an der Welle mit 10.000 ... 15.000 U/min.
An der Motorwelle ist ein Tachogenerator, der die Wellendrehzahl ermittelt und den Motor entsprechend über einen Leistungsteil versorgt.
Anker und Feldwicklung liegen parallel und das ergibt ein Nebenschlussverhalten.
Einen Wechselstrom Asynchronmotor in der Drehzal über die Frequenz zu stellen - je höher die Frequenz und die Drehzahl, um so geringer die Leistung. Da spielen die steigenden induktiven Widerstände der Wicklungen eine Rolle.
Speist man eine Frequenz unter der Sollfrequenz ein, steigen die Wärmeverluste in der Wicklung durch kleinere induktive Kompnenten und der Motor wird sehr schnell thermisch überlastet.
Und letzt endlich : Man nehme einen 12 V / 500 W Gleichstromgenerator ( max. 750 W Dauerbetrieb ), verschiebe die Bürsten in die neutrale Lage und kann über den Feldstrom die Drehzahl stellen - das Netzteil liefert dann um die 63 A bei 12 V ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 12. August 2014, 09:29

Sensationell, ich bin mal wieder begeistert und dankbar für die schnellen und zielführenden Hinweise.

Aktuell ist die Elektrik noch nicht wieder angeschlossen, aber so richtig überzeugend sieht das Konstrukt für mich auch nicht aus.

Die Bank lief vor dem Abbau mit 3 Phasen. Ein Kabel führt zu einem kleinen (nachgerüsteten) Sicherungskasten am Tisch der Bank. Dort war dann ein Schleifbock und der Motor der Bank angeschlossen. Eine Phase würde abgezweigt für eine Schuko Mehrfachsteckdose und für die Beleuchtung.

Für die Schaltung des Drehmachinenmotors ist ein Schalter mit 3 Stellungen (links - aus - rechts) vorgesehen.

Ich werde heute Abend mal Bilder nachreichen.

Ach ja, ein Not-Aus-Schalter ist auch (noch) nicht vorhanden, der soll auch noch einen Platz finden.
Viele Grüße

Carsten

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Re: Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon Hanner » Dienstag 12. August 2014, 16:49

Hallo,

ich noch einmal. An meiner vorherigen Drehmaschine(auch ohne Leitspindel)hatte ich ein Getriebe vom
Opel P4. Damit konnte man verschiedene Geschwindigkeiten fahren und die Drehrichtung ändern.
War einfach und effektiv.
Freundliche Grüße
Hanner



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Re: Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 12. August 2014, 20:13

Hier mal auf schnelle die Bilder.

http://www.die-besten.de/wartburg/bilde ... thumb.html

Ist noch nicht komplett wieder aufgebaut, aber man sieht schon wie es aussieht.

Schön auch, dass das Original Werbeprospekt und auch die Betriebs-/Montageanleitung von 1948/1949 sogar noch dabei war.
Hätte nie gedacht, dass diese Matizdruckerkopien so lange halten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Matrizendrucker

Wenn ich heute Spiritus rieche muss ich immer noch an die Schule denken ;)
Viele Grüße

Carsten

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Re: Drehmaschinen/Drehbank Motor

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 13. August 2014, 17:09

Und wie so oft gibt es auch bei diesem Erzeugnis einen Ost/West-Bezug

http://ddr-fahrradwiki.de/index.php?title=Askania
Viele Grüße

Carsten

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