D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Es muss ja nicht immer nur um die rein technischen Themen gehen :-)

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Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 16. Oktober 2008, 09:59

GKM hat geschrieben:Eben im trabantforum gefunden :
Im Zusammenhang:
http://www.trabantforum.de/ubb/Forum1/HTML/004727_14.html ...

Zitat : " ... Als bestes Beispiel kann man im Heimbereich z.B. den RFT/Robotron Cubus oder dem Nachfolger des RS 5001 nehmen. Bekannt waren sie aber in der Presse tauchte nie etwas zu den Geräten auf ! ... "
Das Steuergerät RS 5001 ist nicht der Nachfolger des REMA Cubus. Der REMA Cubus wurde zur Frühjahresmesse 1988 vorgestellt.
In der Zeitschrift Radio Fernsehen Elektronik Heft 05 / 1982 wurde der RS 5001 vorgestellt. Hersteller ist VEB Kombinat ROBOTRON.
RS_5001.jpg

Falls das Gerät einmal nicht will, habe ich damit die Serviceunterlagen.
Falsch ist auch die Aussage, das die Geräte nie auftauchten.
Ich zumindest, besitze einen RS 5001 und kann noch mindestens 6 Freunde nennen.
Der REMA Cubus kam leider nie in den Handel. Er war aber eine eigenwillige Gestaltung. Der REMA Cubus war eine Weiterentwicklung vom REMA RK 5, RK 7, RK 8, RK 88, RK 88 IC.
Hier ein Bild der Rückseite der Zeitschrift FUNKAMATEUR Heft 05 / 1988 :
REMA_CUBUS.jpg

Oben links ist der REMA CUBUS zu sehen.
Zum Weiterlesen der Geschichte hier schauen : http://www.rft-hifi.de/Steuergeäte
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Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Donnerstag 16. Oktober 2008, 10:08

Hallo!

Ich kann auch einen RS 5001 mein Eigen nennen.Hab den in Verbindung mit den
Corona-Bassreflexboxen "übernommen". Das Besondere daran ist doch daran das
das Tunerteil und Verstärkerteil komplett in einem Gehäuse untergebracht sind..
Das Gerät ist von 1983

Gruß Thilo
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Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 16. Oktober 2008, 10:22

Kleine Korrektur : Die Boxen CORONA B 9271 sind Kompaktboxen.
Das waren die ersten 3 - Wege - Boxen der DDR.
Und sind die einmal defekt, dann zu mir auf die Werkbank. Die Unterlagen besitze ich dafür.

RFE_2_19831.jpg
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Ungelesener Beitragvon ossiholgi » Donnerstag 16. Oktober 2008, 12:30

Moin!
wo wir gerade so schön OT sind:
Ich habe einen Ziphonia Verstärker HSV 920, der leider mit kräftigen Brummgeräuschen nervt. Das Gräusch ist unabhängig von der Lautstärke zu hören. Ist das sogenanntes "Netzbrummen", und kann man da was machen?

In diesem Sinne

Holger aus Elmshorn, Elektroniklaie
Jetzt bin ich 47, aber ich habe die Kraft der drei Kerzen!

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Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 17. Oktober 2008, 10:19

Selbstverständlich kann da geholfen werden.
Die Elektrolytkondensatoren des Netzteiles haben ein Alugehäuse. Durch Korresion bildet sich eine Isolierschicht zwischen Gehäuse und Masse.
Mit einem Schraubenzieher eine provisorische Verbindung herstellen. Ist das Brummen weg, dann war das der Fehler.
Andernfalls sind die Elkos ausgetrocknet und müssen getauscht werden.
Im Schaltbild werden 3 x 2000 µF / 70 V= angegeben.
Die kann man tauschen mit 4700 µF / 63 V=.
Hier der Schaltplan aus FUNKAMATEUR Heft 6 / 1975 :
HSV_920.jpg

Gebe ich dir auch in einer besseren Auflösung.
Ich besitze auch den Tuner 920 und den Plattenspieler OPAL 216. Und die originalen Boxen B 9301.
Im Original war der Plattenspieler nur für 33,3 U/min, also für Langspielplatten ausgelegt. Den habe ich umgebaut für 2 Drehzahlen. Hier die Leiterplatte des analogen Generators für 50 Hz / 67,5 Hz ( 33,3 - 45 U/min ).
OPAL_216_Generator_LP.jpg

1986 erfolgte dann der Einbau eines modernen digitalen Generators. Eben wie beim Auto : der neuste Schrei der Technik wurde verbaut !
Hier die unbestückte, gebohrte Leiterplatte.
OPAL_216_DigitalGenerator_LP.jpg
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Ungelesener Beitragvon ossiholgi » Freitag 17. Oktober 2008, 10:32

WABUFAN hat geschrieben:Selbstverständlich kann da geholfen werden.


Ich hatte da gewisse Hoffnungen... :lol:

WABUFAN hat geschrieben:Gebe ich dir auch in einer besseren Auflösung.
[/attachment]


Ich bin ja eher "geübter Laie", ein Plan in besserer Auflösung wäre für mich besser, evtl. auch mit "Lagebeschreibung" der Teile. Danke im Voraus!

WABUFAN hat geschrieben:Ich besitze auch den Tuner 920 und den Plattenspieler OPAL 216. Und die originalen Boxen B 9301.


Wenn das der optisch passende ist hatte ich den auch - leider nur kurz nach Erhalt des Pakets, denn das hatte einen Transportschaden! So ein schönes Teil (von den ungewöhnlichen Plastefarben mal abgesehen, ist wohl "Zeitgeschmack"), fetter Plattenteller, hatte was á la Thorens. Ich könnte den Absender heute noch......

Ich wäre heute ganztags erreichbar, könnte den Verstärker auf den Schreibtisch holen und wir machen OP am offenen Herzen :D , wenn Du Lust und vor allem Zeit hättest! Würde mich freuen! Rufe gern aufs Festnetz zurück, habe "Flachrate".

Bis dahin

Holger aus Elmshorn, Tel. als PM
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Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 17. Oktober 2008, 10:50

Thema Plattenspieler :

T 146, hergestellt 1968 von der THUROW KG. Plattenteller mit 42 cm Durchmesser und 8 kg Gewicht, 4 Geschwindigkeiten, UC - Kompandersystem ( nachgerüstet für DMM - Plattenschnitt ), mit Rillenanzeige, Höhen - und Vertikalschlagmessung und Fernbedienbar in allen Funktionen. Umschaltbar für Kennlienen nach RIAA, CCIR, OIRT und Schelllackplatten. Von mir mit einer automatischen Störaustastung 1988 gegen Knistern und Knacken der Schallplatten ausgerüstet.
Vorgestellt in der RFE Heft 7 / 1969.

T_146_Studiplattenabtaster.jpg


Wegen Abdriften des Themas abgetrennt.

die Mod.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 24. Oktober 2008, 16:32

Heute zeigt mir ein Freund ein etwas seltsames Gerät.
ELA_70_1_Front.jpg

Sieht nach einem Radio aus.
Aus dem Originalkarton ausgepackt und am 28.02.1990 verpackt. Das gleiche Datum auf der Garantieurkunde.
ELA_70_2_Karton_Garantie.jpg

Schmunzelnd fragt er mich, was das wäre.
HELI-Radio in Limbach - Oberfrohna baute zu DDR-Zeiten doch nicht solche Geräte ? Etwa Konsumgüterproduktion ?
Und dann 4 U - Tasten ? Und nur einen Lautstärkeregler ?
Seit 100 Jahren hat ein Radio mindestens 2 Knöpfe : Lautstärke und Senderwahl.
Aber hier ?
Auseinander geschraubt und das Typenschild.
ELA_70_3_Typenschild.jpg

Das Symbol von HELI - Radio ist darauf. Aber zum Öffnen braucht man 2 Verrieglungsschlüssel der Rundfunkkasettentechnik. Und die hat nicht jeder. Die an der linken und rechten Kante mittigen Löcher.
Als 4er Bild einen Blick hinein.
ELA_70_5_Innen.jpg

Alles Schön und Gut, aber wo ist die Senderwahl ?
Aussen sind 4 Tasten mit U1 ... U4 und im Gerät ist der UKW - Eingangsteil zu sehen. In dem 4-fach Bild oben rechts das eckige Teil mit den Löchern. Der ist ausgelegt von 87,5 ... 104 MHz.
Nur die 4 DDR-Sender haben nie über 100 MHz gesendet !
Also ein UKW-Radio, das nicht von aussen einen Senderwechsel zulässt ?
Aber irgendwie passt das schon : 4 Stationstasten für 4 UKW - Sender DDR I, DDR II, Berliner Rundfunk und Stimme der DDR.
Am Tastensatz auf der Leiterplatte gibt es 4 Einstellregler ( R 30 ... 33 ) zur Senderwahl. Nur nicht von 87,5 ... 104 MHz sondern nur von 100 ... 105 MHz !
ELA_70_4_Abstimmung.jpg

Warum aber nur die 4 DDR - Sender ?
Bei der NVA durfte man kein West - Radio hören.
Udo Lindenberg in seinem Titel " Sonderzug nach Pankow ( Original : " Kommt, wir fahr'n nach Kotzschenbroda " ... ) : ... und schliesst sich ein im Klo und hörst West - Radio ... brachte es auf den Punkt !
Wir denken, es ist ein Gerät, das an einer Antennenanlage betrieben wurde. Die örtlichen 4 UKW - Sender wurden auf den Bereich von 100 ... 105 MHz umgesetzt und damit brauchten z.B. die Soldaten keine Radios mit in die Kaserne zu bringen. Und Feindsender konnten auch nicht gehört werden !
Oder im öffendlichen Bereich, wo verhindert werden sollte, das der RIAS ( RussischerIndustrieArbeiterSender ) zufällig aus dem Lautsprecher dröhnt ... - oder in Hotels International ... - oder Komandeure der Kampfgruppen - oder .....
Vielleicht hat einer so ein Teil schon einmal gesehen und kann dazu etwas sagen ?
Somit ein seltenes Teil für die Sammlung.
Noch produziert nach der Wende in der DDR am 09.11.1989.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon ossiholgi » Freitag 24. Oktober 2008, 17:14

WABUFAN hat geschrieben:Udo Lindenberg in seinem Titel " Sonderzug nach Pankow ( Original : " Kommt, wir fahr'n nach Kotzschenbroda " ... ) : ... und schliesst sich ein im Klo und hörst West - Radio ... brachte es auf den Punkt !


Na, da wollen wir aber Glenn Miller nicht Unrecht tun, denn die Originalmelodie ist "Chattanooga Choo Choo"! Der Zug nach Kötzschenbroda müsste von den Brummers sein, die haben sich gern bekannte Melodien geschnappt und darauf neue Texte gezimmert.

In diesem Sinne

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon wartburg86 » Freitag 24. Oktober 2008, 20:12

RussischerIndustrieArbeiterSender [smilie=to funny.gif]

Gast

Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Gast » Freitag 24. Oktober 2008, 20:22

Ich bezweifle, das dieses Gerät an einer GGA betrieben wurde die die UKW Kanäle umsetzt. Modulare Band II Umsetzer wurden in Burgstädt nicht gefertigt und Gestellrahmenumsetzer (TV/UKW) existierten zwar, aber nur in wenigen Exemplaren. Außerdem setze die die Kanäle über 100MHz in den Bereich unter 100MHz um, damit auch ätere UKW Empfänger alle Sender empfangen konnten. Ich habe eine einzige Anlage gesehen und die stand im Antennenraum der GGA Burgstädt. Der Kontrollempfänger im Rahmen war eine Farb TV/UKW-stereo Kombie mit dB Anzeige gefertigt von Präcitroic Karl Marx Stadt. Eine Kaserne und wenn sie 5000 Mann Besatzung hatte, hätte sich solch Anlage nie leisten können.
Da heißt es weiter forschen, wozu das Teil auch immer gut war.

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Freitag 24. Oktober 2008, 20:32

Was das HELI Teil angeht, denke ich Andy kommt der Sache schon nahe.

Ich denke, dass ist speziell für Hotels oder Ferienheime oder Wohnheime... Nutzung von Frequenzen ausserhalb des Bereiches für den öffentlichen Rundfunk.

Grüsse Tomtom
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 26. November 2008, 18:48

Nun oben habe wir schon über die ersten 3 - Wegeboxen B 9271 aus der ehemaligen DDR gesprochen.
Heute war so ein Teil zu reparieren. Der Hochtonlautsprecher L 9811 ( 4 Ohm / 25 VA ) hatte in einer Box den Dienst quittiert.
Also bei E-Bay 2 Stück für 30,- € ersteigert.
B_9271_Komplett.jpg

Links der Tieftonlautsprecher, oben rechts der Mitteltonlautsprecher und unten rechts besagter defekter Hochtonlautsprecher.
Das " Schmiedefeuer " angeworfen und nach einer ¼-Stunde war der Lautsprecher getauscht.
Tieftöner_Demontiert.jpg

Beim Probebetrieb stellten sich Aussetzer herraus. Also nun doch die Leiterplatte aus der Box geholt. Dazu war der Tieftöner zu demontieren. Gut auch, das die Kabel lang genug sind.
Erst dann kommt man an die Leiterplatte.
Weiche.jpg

Dann die Leiterplatte mit der Lautsprecherweiche und der Schutzschaltung ( schaltet die Box bei Überlastung ab ) ausgebaut.
LP_1.jpg

Hier die Rückseite.
LP_2.jpg

Noch am Reissbrett entworfen. Also ohne Layoutprogramm am PC.
Da ich etwas rechnen musste, war der RECHENSCHIEBER zur Hand - eben standesgemäss und zeitgemäss ...
RechenSchieber.jpg

Alles fertig, zusammen gebaut und geht.
Dann der Aufbau der Anlage im Wohnzimmer zur Probe.
HGT_Anlage_Komplett.jpg

Verstärker ist ein REMA TONICA RX 81, ein Mischpult REGIE 3000 STEREO vom VEB Funkwerk Köpenick mit einem Mikrofon DM 2411 - bekannt unter dem Namen " Schwarzwurzel ". Oben links der Würfel - ein umgebautes Netzteil, was manches Kofferradio statt der Batterien versorgte. Das Mischpult kommt mit 6 V = aus, also einen Stabilisator-IC eingebaut ( B 3170 ). Rechts neben dem Mikrofon ein POP-Schutz vom Röhrenmikrofon CMV 563 ( VEB Mikrofontechnik Gefell ).
Das wird mein Freund morgen zu einer Hochzeitsfeier nutzen.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Mittwoch 26. November 2008, 18:55

Hallo Andreas!

Ist doch ne Corona-Box was? Hab ja selbst welche.Muß selbst sagen:Trotz Alter immer noch ein
unbeschreiblich guter Klang! Bin am Überlegen ob die vielleicht doch in den Tourist reinkommen
sollen....Bin ja nicht oft zu Hause, dann werden die wenigstens sinnvoll genutzt.

Gruß Thilo
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 26. November 2008, 19:13

Hallo Thilo,
oder lese einmal hier weiter : viewtopic.php?f=12&t=1792
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Franz » Donnerstag 18. Dezember 2008, 20:30

Der geht immer noch :smile:

Bild

mfg.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 18. Dezember 2008, 20:51

Zur Anlage SK 3930 habe ich noch den PLL-Sythesheisertuner und den Verstärker. Das Kasettendeck wird auch einmal im Monat eingeschalten, damit die Elkos formiert werden.
Und die Orginalen 2 - Wege Bassreflex - Boxen B 3010 ...
Auch ja, die Zeitschrift Radio Fernsehen Elektronik Heft 2 / 1984, wo die Anlage vorgestellt wurde. Und die Serviceunterlagen - die werden heute sehr oft gebraucht.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Franz » Donnerstag 18. Dezember 2008, 20:55

meister WABUFAN ich glaube speziell für dich muss ich mal ein parr bilder von den geräten die auf unserem Dachboden stehen machen :eek:

mfg.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Dirk » Donnerstag 18. Dezember 2008, 21:33

WABUFAN hat geschrieben:Nur die 4 DDR-Sender haben nie über 100 MHz gesendet !

Einspruch, Euer Ehren! Als Mitte der 80er Jahre für DT64 die 5. Senderkette aufgebaut wurde, ging man durchaus über die 100 MHz hinaus. Was viele jugendliche Besitzer von R160 und ähnlichen älteren Schätzchen zu wilden "Abgleich"aktionen veranlasste. In Berlin sendete DT64 auf 102,6 MHz (15 kW vom Fernsehturm aus), in Dresden auf 102,1 wenn ich mich recht erinnere usw.
Was aber den ursprünglichen Verwendungszweck des von Dir untersuchten Brüllwürfels nicht hinreichend erklärt.
Beste Grüße,
Dirk
Kaum macht man's richtig, schon gehts...

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Chris051162 » Donnerstag 1. Januar 2009, 11:02

WABUFAN hat geschrieben:Heute zeigt mir ein Freund ein etwas seltsames Gerät.
Sieht nach einem Radio aus.
Aus dem Originalkarton ausgepackt und am 28.02.1990 verpackt. Das gleiche Datum auf der Garantieurkunde.
Schmunzelnd fragt er mich, was das wäre.
HELI-Radio in Limbach - Oberfrohna baute zu DDR-Zeiten doch nicht solche Geräte ? Etwa Konsumgüterproduktion ?
Und dann 4 U - Tasten ? Und nur einen Lautstärkeregler ?
Seit 100 Jahren hat ein Radio mindestens 2 Knöpfe : Lautstärke und Senderwahl.
Aber hier ?
Auseinander geschraubt und das Typenschild.
Das Symbol von HELI - Radio ist darauf. Aber zum Öffnen braucht man 2 Verrieglungsschlüssel der Rundfunkkasettentechnik. Und die hat nicht jeder. Die an der linken und rechten Kante mittigen Löcher.
Als 4er Bild einen Blick hinein.
Alles Schön und Gut, aber wo ist die Senderwahl ?
Aussen sind 4 Tasten mit U1 ... U4 und im Gerät ist der UKW - Eingangsteil zu sehen. In dem 4-fach Bild oben rechts das eckige Teil mit den Löchern. Der ist ausgelegt von 87,5 ... 104 MHz.
Nur die 4 DDR-Sender haben nie über 100 MHz gesendet !
Also ein UKW-Radio, das nicht von aussen einen Senderwechsel zulässt ?
Aber irgendwie passt das schon : 4 Stationstasten für 4 UKW - Sender DDR I, DDR II, Berliner Rundfunk und Stimme der DDR.
Am Tastensatz auf der Leiterplatte gibt es 4 Einstellregler ( R 30 ... 33 ) zur Senderwahl. Nur nicht von 87,5 ... 104 MHz sondern nur von 100 ... 105 MHz !
Warum aber nur die 4 DDR - Sender ?
Bei der NVA durfte man kein West - Radio hören.
Udo Lindenberg in seinem Titel " Sonderzug nach Pankow ( Original : " Kommt, wir fahr'n nach Kotzschenbroda " ... ) : ... und schliesst sich ein im Klo und hörst West - Radio ... brachte es auf den Punkt !
Wir denken, es ist ein Gerät, das an einer Antennenanlage betrieben wurde. Die örtlichen 4 UKW - Sender wurden auf den Bereich von 100 ... 105 MHz umgesetzt und damit brauchten z.B. die Soldaten keine Radios mit in die Kaserne zu bringen. Und Feindsender konnten auch nicht gehört werden !
Oder im öffendlichen Bereich, wo verhindert werden sollte, das der RIAS ( RussischerIndustrieArbeiterSender ) zufällig aus dem Lautsprecher dröhnt ... - oder in Hotels International ... - oder Komandeure der Kampfgruppen - oder .....
Vielleicht hat einer so ein Teil schon einmal gesehen und kann dazu etwas sagen ?
Somit ein seltenes Teil für die Sammlung.
Noch produziert nach der Wende in der DDR am 09.11.1989.


Also die Vermutung, dass diese Geräte insbesondere in Kasernen - hier in den U-Zimmern angebracht waren, kann ich nicht nur bestätigen sondern habe die Teile selber gesehen. So u.a. an der OHS der Grenztruppen der DDR in Suhl (Friedberg). Das Gerät befand sich meist mittig über der Tür zum Unterkunftszimmer. Die beiden sich links und rechts befindlichen Vierkant, waren zur Verriegelung mit dem Gehäuse gedacht und waren gegen ein unbefugtes öffnen. Die "Sendezentrale" befand sich in einem Container in der Nähe des Stabsgebäudes. Empfangen werden konnte DDR 1 und 2, Stimme der DDR und Berliner Rundfunk und manchmal Sender Friedberg - selbst gestaltetes Programm der Genossen Offiziersschüler. Ich muß auch anführen, dass es sich bei diesem Gerät bereits um eine neue Ausführung handelt. Die älteren Modelle (wie z.B. in den GT Kompanien Riebau und Binde-Kaulitz) sahen aus wie ein Lautsprechergehäuse. Die Bedienanlage stand meistens beim Polit und war verschlossen. An diese Anlage konnte über einen fünften Eingang ein Magnettonbandgerät angeschlossen werden.
Eins ist mir noch in Erinnerung. Irgendeiner der DDR Sender hatte nach dem Ertönen der DDR Nationalhymnde Sendepause. Kurze Zeit später konnte man (wenn auch sehr leise) AFN hören. Die Sendetürme standen ja fast in der Nähe.
Gruß Christian
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 1. Januar 2009, 11:52

Dirk hat geschrieben: ... Einspruch, Euer Ehren !
Als Mitte der 80er Jahre für DT64 die 5. Senderkette aufgebaut wurde, ging man durchaus über die 100 MHz hinaus. Was viele jugendliche Besitzer von R160 und ähnlichen älteren Schätzchen zu wilden "Abgleich"aktionen veranlasste. ...
In Berlin sendete DT64 auf 102,6 MHz (15 kW vom Fernsehturm aus), in Dresden auf 102,1 wenn ich mich recht erinnere usw.
Was aber den ursprünglichen Verwendungszweck des von Dir untersuchten Brüllwürfels nicht hinreichend erklärt.
Beste Grüße, Dirk ...

War nicht DT 64 eine Sendung, die über die Frequenzen des Berliner Rundfunkes ausgestrahlt wurde ?
Dirk hat geschrieben: ... Was viele jugendliche Besitzer von R160 und ähnlichen älteren Schätzchen zu wilden "Abgleich"aktionen veranlasste. ...

Nach tieferen Frequenzen, also unterhalb von 87,5 MHz, konnte man dann den " BOS - Funk " im 4 - Meterband hören. Diese Änderung war aber leider nur mit mechanisch abgestimmten Tunern möglich.
Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei. Bei 85,635 MHz kam dann klar das Grün-Weisse-Radio.
Chris051162 hat geschrieben:Also die Vermutung, dass diese Geräte insbesondere in Kasernen - hier in den U-Zimmern angebracht waren, kann ich nicht nur bestätigen sondern habe die Teile selber gesehen. So u.a. an der OHS der Grenztruppen der DDR in Suhl (Friedberg). Das Gerät befand sich meist mittig über der Tür zum Unterkunftszimmer. Die beiden sich links und rechts befindlichen Vierkant, waren zur Verriegelung mit dem Gehäuse gedacht und waren gegen ein unbefugtes öffnen....

Bestätigt meine Vermutumg.
Dankeschön für den Hinweis, welchen ich an den Besitzer weiterreichen werde.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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Dirk
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Dirk » Samstag 3. Januar 2009, 19:41

WABUFAN hat geschrieben:War nicht DT 64 eine Sendung, die über die Frequenzen des Berliner Rundfunkes ausgestrahlt wurde ?

Ja, so hat das mal angefangen. Da lautete die Telefonnummer auch noch Berlin 5509431. Ab ca. 1981 hat man dann zusammen mit Hallo-Das Jugendjournal auf einer Berliner Frequenz (95,05 MHz?) zaghaft die Sendezeiten etwas erweitert. Aus "Hier sind Hallo und DT auf UKW" wurde bald "DT auf UKW" und daraus das "Jugendradio DT64". Da gab man sich auch die einprägsamere Telefonnummer Berlin 5777.

Während allseits beliebte Stationen meistens kommerziellen Mainstream dudelten, habe ich auf Jugendradio musikalische Schätze wie Laurie Anderson, The Residents, später auch AG Geige oder Der Expander des Fortschritts und zahllose Weitere kennen und schätzen gelernt. Sendungen wie Parocktikum von Lutz Schramm, Electronics von Olaf Zimmermann (bis heute fortgeführt als Elektro Beats) und andere haben meinen Musikgeschmack nachhaltig beeinflusst.

So richtig spannend wurde das Programm in der Wendezeit, sowohl musikalisch als auch redaktionell. Es gab jede Menge Suchtfutter für das, was zwischen den Ohren sitzt. Man merkte einfach, dass dort zeitweise bis zu 140 Leute arbeiteten, die ihr Handwerk gelernt hatten und oft auch gelebt haben. Doppelmoderationen waren in den Magazinsendungen die Regel und die Moderatoren hatten was zu sagen, man quatschte nicht nur dummes Zeug oder wenns hoch kam über's Wetter.

DT64 hat meine Ansprüche an Hörfunk auf ein bis heute sehr hohes Niveau gehoben. Der einzige Sender, der mich seit einigen Jahren halbwegs konstant zufrieden stellen kann (wenn auch nicht vergleichbar) ist Radio Eins. Hier leider nur per Sat und Webradio zu empfangen, also nichts für unterwegs.

Beste Grüße,
Dirk
Kaum macht man's richtig, schon gehts...

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Franz » Dienstag 27. Januar 2009, 21:27

Hier mal teile unserer alten Wohnzimmereinrichtung die jetzt in die Werkstatt verbannt wurde
HMK-T 200 Tuner
und FERA V150



Bild

mfg.
Franz
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon atomaschi » Freitag 30. Januar 2009, 23:10

Mensch Franz, da haste deinen Wohnort aber schnell mit dem Holger - ich möchte mal sagen - abgeglichen. :razz:

Und was steht'n da nettes auf deinem "Funkturm" drauf? Das sieht interessant aus! :smile:

Zurück zum Thema:
Vaddern hat daheim im Keller auch noch so einiges an RFT-Geräten rumstehen. Unter anderem einen Plattenspieler der aus ungeklärter Ursache immer wieder kaputt ging. Wenn ich dran denke, mach ich mal ein paar Bülders bei meinem nächsten Heimaturlaub. Würde mich mal interessieren was den ambitionierten Heimelektronikern von damals (und heute) noch so dazu einfällt.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 31. Januar 2009, 12:55

atomaschi hat geschrieben: ... Zurück zum Thema : ... Würde mich mal interessieren was den ambitionierten Heimelektronikern von damals ( und heute) noch so dazu einfällt. ...

Instandsetzen, Reparieren, Defekte suchen - und ... und ...
Würde mal so sagen : Alles ist zu reparieren, solang die Bauteile nicht vergossen sind und Spezialwerkzeuge erfordern.
Also bitte die Bilder und dann sehen wir weiter !
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon atomaschi » Samstag 7. März 2009, 15:24

Hallo an die Elektrikergilde,

ich habe heute mal die Gelegenheit genutzt und ein paar Geräte aus dem Haushalt meiner Eltern abgelichtet:

REMA Allegro 82 - Radio mit Schtereooo! Läuft noch! Alter (mir) unbekannt.
Bild

Plattenspieler - Gehört denke ich zum Radio. Sollte auch noch funktionieren. Die zwei Boxen tuns auch noch.
Bild

RFT SP3930 - HiFi-Stereo-Anlage. Dieses ist der besagte Plattenspieler der nicht mehr Platten spielen mag. Das passende Kassettendeck (siehe Franz' Beitrag oben) is auch noch da, mag aber auch nicht mehr. Hergestellt: ca. Mitte 80er Jahre schätze ich. Die Fernbedienung oben drauf gehört natürlich nicht dazu!
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RFT B9151 HIFI MERKUR - Die dazugehörigen Boxen. Funktionieren prima!
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Das geübte Auge hat erkannt: Die RFT-Geräte stehen stilecht in einer "Hellerau"-Schrankwand. Der Barcode wurde wohl damals noch mit blosem Auge ablesen... :lol:
Bild

beitette SL100N - Mein erster Fotoapparat. Müsste auch so von paar'n'80 sein. Dasselbe Modell is auch noch in orange da.
Bild

robotron RR2311 - Radiowecker! Mit Tastsensor zum Abschalten des Wecktons. Hei-Tesch sag ich bloß! Müsste auch noch gehen! Hergestellt: so gegen Ende der 80'er meine ich.
Bild

RFT skr700 - Radio-Cassettenrecorder. Das Ding ist bei uns eigentlich ständig gelaufen. Sieht auch noch ziemlich top aus. Leider funktioniert auch hier das Kassettendeck nicht mehr. Haben wir Kinder wohl irgendwann kaputtgespielt mit unseren Unmengen an Hörspielkassetten. Müsste auch so alt sein wie die Stereoanlage!
Bild

An Omas Röhrenradio kam ich leider nicht mehr ran, da das ganz hinten im Keller steht und der total zugestellt ist. Naja, bleibt noch was für's nächste mal Stöbern über. :-| Das SW-Fernsehgerät "debüt VT" und der Bunt(!!!)-Fernseher von RFT anno '89 (unbeschreiblich teuer) sind leider schon länger entsorgt. :oops:

Grüße,
Christian
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 8. März 2009, 09:28

ALLEGRO 82
--------------
Das 1. Stereo-Radio in gemischter Technik. Die Endstufen je 6 VA an 4 Ohm waren mit Transistoren, von der Antenne bis zum Stereodecoder in Röhrentechnik.
Ähnliche Geräte waren TRX 2010 und TRX 3000, die in die BRD unter dem Namen BRUNS exportiert und verkauft wurden.

PLATTENSPIELER
---------------------
Hier der PERFEKT 216.
Er hatte das magnetische Abtastsystem MS 16 SD. Einen schwereren Plattenteller, um Rumpelgräusche bei der Abtastung zu vermeiden. Eingebaut ist ein Verstärker zur Schneidkennlinienentzerrung.
Der PERFEKT 215 besass einen leichteren Plattenteller und ein Kristallabtastsystem.
Beide Geräte haben ein 4-Geschwindigkeitslaufwerk ( 16-33-45-78 U/min ) und eine mechanische Endabschaltung.
PERFEKT 016 war wie der 216, aber ohne Gehäuse als Zarge.
Der Nachfolger war die TÜRKIS - Serie von VEB Phonotechnik Zittau.
Dabei handelt es sich um Mittelklassegeräte, die fast die HIFI-Norm nach TGL 26600 ( DIN 45500 ) erreichten.

ANLAGE S 3930
--------------------
Dieses HIFI - Anlagensystem wurde für den Heimgebrauch hergestellt.
VEB Sternradio Sonneberg ist der Hersteller.
Anfang der 84er Jahre war die erste Anlage die S 3000.
Hier die Zeitschrift Radio-Fernsehen-Elektronik vom Februar 1984, die das System komplett beschreibt und die Serviceeinstellungen enthält.
RFE_2_84.jpg

Man beachte auch die "Fussbekleidung" - eine Modeerscheinung Mitte der 80er Jahre in der DDR ...
In den folgenden 5 Jahren wurden die Komponenten weiter entwickelt.
Aus VEB Sternradio Berlin kam die 2. HIFI-Anlage - die HMK 100 und 1989 die HMK 200.

SCHRANKWAND
--------------------
Richtig, hier handelt es sich um ein BARCODE.
Da die Erfassung direkt mit dem Rechnertakt ( 8-Bit - CPU U880 - 4 MHz ) zutun hatte, waren die Abstände so gross.
Diese Daten wurden dann dem Zentralen Artikelkatalog zugefügt und weiter verarbeitet. Das erfolgte mit dem ROBOTRON - Datenbanksoftware REDABAS ( ähnlich DBASE ).

KAMERA SL 100
-------------------
Viele Leute wollten nicht unbedingt eine schwere und komplizierte Kamera aus dem Hause PENTACON mit in den Urlaub schleppen.
Mit dem SL-System war ein leichter Umgang für den Normalanwender geschaffen. SL steht dabei für "Schnellladesystem" - das heist, in einer Kasette befand sich Filmmaterial für maximal 13 Bilder. Die Bildgrösse war Standartkleinbild, also 24 x 36 mm Bildgrösse.

LAUSITZ 2011
-------------------
Ein normales 4-Band- Radio. Die Uhr ist erweitert miit Alarm - und Weckfunktion.
Eigendlich sollte das Radio eine " Klappzifferuhr " erhalten.
Die Uhr machte bei der Herstellung Probleme. Da aber das Radio schon fertig war, wurde in diesen rechteckigen Ausschnitt eine grosse Netztaste eingebaut und somit war das Lausitz 2000 entstanden.
Hier so ein "entgleistes Entwicklungsmuster" :
KlappZifferUhr.jpg


SKR 700 / 701
--------------------
Dem internationalen Trend folgen, wurde im VEB Sternradio Berlin ab 1986 auf einer nagelneuen Anlage ( aus dem nicht sozialistischen Ausland ), Kofferradios mit Kassettenlaufwerk hergestellt.
Vorgänger war das SKR 500 - fast eine transportable Schrankwand.
Die Geräte waren für einen langen Betrieb aus 6 Monozellen R 20 oder Netzanschluss für 2 x 3 VA Lautsprecherleistung ausgelegt.
Ein beliebtes "Jugendweihegeschenk", wenn man es bekam und die "sozialistische Wartegemeinschaft" nicht all zu lang war.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon atomaschi » Sonntag 8. März 2009, 15:07

Danke Andy für diese umfassende Lehrstunde in Sachen Heimelektronik. Ich dachte mir doch, dass du da wieder jeden Entwicklungsschritt herbeten kannst. :smile: Die Hintergründe zum Barcode der Schrankwand, einfach nur {anbeten} {anbeten} {anbeten}

Bleibt noch die Frage, was tun mit den defekten Geräten? Lohnt sich die Reparatur und wenn ja, wer kann/macht denn sowas noch? -nixwissen- Eins ist klar: Je länger man wartet, desto geringer werden die Chancen die Teile noch in Aktion zu sehen.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 8. März 2009, 16:10

So gesehen kein Problem.
Es gibt heute sehr viele Austauschbauelemente und somit ist eine Reparatur möglich.
Eine PN an mich und Paket packen - und los geht es.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Tourist353 » Sonntag 8. März 2009, 17:30

Ich habe gestern einen funktionstüchtigen Prominent Duo geschenkt bekommen! Bei meinen Eltern steht auch noch ein Rema Andante das ich noch wegholen und bei mir steht eine Jena 5020 hergestellt so anfang der 60ziger Jahre natürlich funktionstüchtig! Kopfhörer (RFT natürlich) habe ich auch noch entdeckt ein paar def. das andere funktioniert!
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