D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Es muss ja nicht immer nur um die rein technischen Themen gehen :-)

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Dirk
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Dirk » Donnerstag 10. Dezember 2009, 00:03

WABUFAN hat geschrieben:damit der Generator nicht in den Einstellungen weg lief.

Das nennt man dann einen Kimble-Generator - ständig auf der Flucht!
WABUFAN hat geschrieben:Nur wozu brauchte der TV-Service-Techniker der DDR das PAL-System ?

Soweit ich weiss, war für die DDR langfristig die Umstellung auf PAL fest geplant. Daran lag es auch, dass ab ca. 1984 nur noch PAL-fähige Empfänger an die Bevölkerung verkauft wurden - nur noch gesellschaftliche Bedarfsträger konnten reine SECAM-Geräte beziehen. ARD und ZDF "in bunt" war da eher unerwünschter Nebeneffekt. Da Studios und Sendernetz praktisch schon "PAL-Ready" waren, konnten DFF und Post 1990 ohne große Umbauarbeiten einfach die Sendenorm umschalten. Bemerkt haben das oft nur die, deren alter Raduga 726 (sofern nicht längst abgefackelt) plötzlich "im Gesicht" so grau aussah, die anderen haben sich allenfalls über den Gewinn an Bildqualität gefreut.

Dass man mit dem Zwitter aus CCIR-Fernsehnorm (Westeuropa) und SECAM (Osteuropa) auf einer einsamen Insel technischer Probleme saß, war besonders unter Exportgesichtspunkten bitter. Die ohnehin prekäre Situation in Sachen moderner ICs wurde dadurch auch nicht gerade erleichtert, vom internationalen Programmaustausch mal abgesehen. Schließlich wollte sich die "größte DDR der Welt" doch international mit handwerklich-technsicher Brillanz präsentieren. Dazu passen SECAM-Farbfeuer und ähnliche Dreckeffekte schon mal gar nicht. Erste Versuchssendungen mit Stereo-Ton z. B. sind auch schon Mitte der 80er Jahre gelaufen. Meistens in Dresden, denn da war das Entwicklungszentrum der VVB Rundfunk und Fernsehen angesiedelt (nach der Wende von Technisat übernommen und in einen Neubaustandort am Dresdner Stadtrand verlegt).

Wenn mich meine Erinnerung nicht anlügt, haben wir um 1983 herum in Radeberg etwa eine halbe Million tragbare TVs gebaut - pro Jahr! Dass die im Inland nicht alle Platz hatten, versteht sich von selbst. Um die 90 % dürften NSW-Exporte gewesen sein. Ich erinnere mich unter anderem an die "Marken" Bruns (D), Palladium (D), ITT (D), Elin (A), Audio Sonic (NL) und La Redoute (F/B). Das ging bis zum Export endmontagefertiger "Bausätze" nach Algerien, die dort nur noch zusammengesteckt wurden. Da war es nur logisch, dass man im Inland den gleichen Farbstandard haben wollte, wie die wichtigsten Exportmärkte - das spart einfach Aufwand.

625-zeilige Grüße,
Dirk
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Hanner » Donnerstag 10. Dezember 2009, 09:56

Hallo,

so ein Koffergerät habe ich mir damals besorgt,weil es eine japanische Bildröhre hatte.
Die Farben konnte man einzeln einstellen?!.Habe die Unterlagen dafür neulich sogar noch
irgendwo liegen gesehen.

Freundliche Grüße
Hanner
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 15. Dezember 2009, 07:50

Dirk hat geschrieben: ... Ich erinnere mich unter anderem an die "Marken" Bruns (D), Palladium (D), ITT (D), Elin (A), Audio Sonic (NL) und La Redoute (F/B). ...

Nun bin ich mal in meine Küche zur Kaffeemaschine gegangen.
Ein Reimport, der österreichischen Verwandschaft ...

ELIN_KM2.JPG


ELIN_KM3.JPG


Als dann doch einmal der Schalter seinen Dienst quittierte, meine die Annahmekraft im VEB Dienstleistungskombinat, es handle sich um ein West - Gerät.
Ich bin dann in einen Bastlerladen, kaufte den Schalter und wechselte diesen aus. Und funktioniert bis heute.
Aller 2 Monate etwas Essig hinein und der Kalk geht ...
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 23. Dezember 2009, 06:39

Beitrag aus Karosserie / Heizregister und eine Änderung vom 22. Febebruar 2007 10:25 Uhr hier her kopiert :

Im Jahre 1980 brachte die DDR einen elektronisch geregelten Lötkolben DELTA R 80 herraus. Die maximale Leistung war 50 W. Die Temperatur lies sich von 200°C ... 400°C einstellen. Die Anheizzeit war mit 45 Sekunden sehr kurz. Der Kaufpreis 135,00 Mark ( EVP ).

Bild

Die Regelelektronik ist auf einer Leiterplatte im Griff untergebracht.
Eine LED zeigte die Heizphase an. Um die Temperatur zuhalten, leuchtet sie aller 5 Sekunden auf.
Damit habe ich Telefonverteiler gelötet. Das waren 80 Lötstellen in Folge. Ein 60 W Lötkolben schaffte das gerade so.
Meiner funktioniert heute noch und die Temperatur steht auf 300°C.
Hier noch einmal die Leiterplatte. Alles konventionelle Technik und jederzeit zu reparieren. War aber bis heute nicht notwendig.

Bild
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Oliver R. » Donnerstag 24. Dezember 2009, 13:43

Diese Kaffeemaschine habe ich auch. Nur muss man bei der Kanne aufpassen. Der Griff muss regelmäßig auf festen Sitz überprüft werden. Sonst kann es passieren das er nach oben aus der Kanne rutscht, bedingt durch die Gewichtskraft des Heißgetränkes, und die Kanne dann nach vorn über kippt und der Inhalt sich in der Küche verteilt. Ich spreche hier aus Erfahrung. :x
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon majo » Samstag 16. Januar 2010, 21:32

Hier geht´s mal um eine e-bucht Auktion. Dran schreiben kann man ja vieles, und wenn Schtaaasiiiii dranne steht kaufen´s die Leute gleich 3mal. Nun aber meine Frage: Was wurde damit noch gemacht? Gab´s das Teil auch für andere Sachen, außer für Leute bespitzeln?
Ich vermute da sowas in Richtung DJ oder Radio oder ähnliches.
ANDY.... kannst Du helfen?

http://cgi.ebay.de/MfS-Stasi-Technik-CA ... 5885664609

Danke für alle Antworten. [Bier]
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Dirk » Samstag 16. Januar 2010, 22:01

Hm, das ist ein recht zusammenwürfelter Hybrid aus Geracord, SK-Serie und HMK-Serie. Sowas macht in Entwicklung / Herstellung einige Arbeit und gesehen habe ich das auch noch nie. Dürfte neben der Dokumentation von Schallereignissen auch bestenfalls noch als Diktiergerät (zu teuer), als Diaton-Steuergerät (kann ich mir nicht vorstellen) und für wissenschaftliche Zwecke (?) geeignet sein. Mir scheint der angegebene Verwendungszweck / die angegebene Herkunft zumindest nicht unrealistisch. Vorstellen könnte ich mir noch eine Anwendung im Bereich Funkaufklärung / Auswertung, aber das ist reine Spekulation.
Beste Grüße,
Dirk
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 17. Januar 2010, 10:52

majo hat geschrieben: ... Hier geht´s mal um eine e-bucht Auktion. Dran schreiben kann man ja vieles, und wenn Schtaaasiiiii dranne steht kaufen´s die Leute gleich 3mal. Nun aber meine Frage : Was wurde damit noch gemacht ? Gab´s das Teil auch für andere Sachen, außer für Leute bespitzeln ?
Ich vermute da sowas in Richtung DJ oder Radio oder ähnliches.
ANDY.... kannst Du helfen ? ...

Ich versuche das einmal - einen Ausflug in die Geschichte der Diktiertechnik der ehemaligen DDR ...
Das Laufwerk sieht aus wie das vom HMK - K - 100. Das Gehäuse ist eher dem Tapedeck Geracord 61XX zu zuordnen.
Die Tatenkombination oben links wird original vom Bandzählwerk belegt. Das schein hier nicht nötig. Was mich an die INDEX - Funktion des Bürodiktiergerätes BDG 2000 erinnert. Dort konnte man manuell eine Marke auf das Band bringen - ein elektronisches Leszeichen. Das war eine sehr tiefen Frequenz. Normal nicht hörbar. Aber beim schnellen Vorlauf / Rücklauf war dieser Ton wesentlich höher und damit auswertbar.
Eine ähnliche Funktion hatte das HMK - K - 100 / 200. Mit der Taste REC-MUTE wurde eine Pause von 4 Sekunden auf die Kassette gebracht, die mit der Funktion INTROSCAN gefunden wurde. Anschliessend wurde der folgende Titel für 15 Sekunden angespielt. Dann wurde die nächste leere Bandstelle gesucht.
Offensichtlich wurde eine Kassette einmal schnell Vorgespult, die Marken gesucht und nach dem vollständigen Rücklauf wurden einer der gezählte INDEX - Punkt angefahren.
Leider ist das Bild nicht so deutlich - mindestens konnte die Bandgeschwindigkeit bei der Wiedergabe geändert werden - der linke grosse Regler rechts.
Im DJ - Bereich ( SchallplattenAlleinUnterhalter ab 1976 ) und Rundfunkbereich wurde das Gerät wohl nicht eingesetzt. Der Rundfunk nutzte für Reportagen Kassettengeräte, die aber wegen der Qualität mit 9,5 cm/s arbeiteten. Das ergab zwar nur 15 Minuten Laufzeit einer Kassettenseite, aber die Qualität war erheblich höher.
Dieses Gerät wurde eher bei der automatischen Überwachung von Telefonanschlüssen eingesetz. Da wurden Geräte von der Firma Assman / BRD Magnetschallplatten genutzt. Wie bei einer Schallplatte - nur mit Magnetschicht und Tonkopf im Tonarm. Der Mangel an Ersatzteile erforderte eine Eigenentwicklung - denn Telefonate in den Westen waren für wenige Ohren sehr interessant. Man nannte das auch " ... den Anschluss auf Überwachung legen. "
Und Dirk hat nicht unrecht.
Wenn man sich die Entwicklung der Bürotechnik ab der 60er Jahre ansieht.
Es war schon immer ein Problem, zwischen dem schnellen Reden des Chef's und der Sekretärin, die das schreiben musste. Eine Sekretärin für 10 Chef's - welch eine Einsparung ... Er nuschelte sein Schreiben in das Diktafon - die Sekretärin konnte zwischen Kaffee trinken, Schlange stehen und Schminken tippen.
Am Anfang der Diktiergeräte gab es auf der Grundlage des SMARAGD BG 20 / 0 ... 6 das BG 25. Mit einer Bandgeschwindigkeit von 4,75 cm/s reichten die 18er Spulen ewig. Durch Kombination des Motors ( 2.850 / 1.490 U/min ) mit dem Durchmesser der Riemenscheibe auf der Schwungmasse, liessen sich Bandgeschwindigkeiten von 38,1 - 19,05 - 9,53 - 4,75 cm/s erreichen. Ersatzriemen wurden aus dem Schlauch des LKW S 4000 11 mm breit geschnittet - nur die Schläuche waren auch knapp ...
Des nächste Gerät war das BG 21 aus Zwönitz. Abgeleitet vom BG 23 ( das Küchengerät, da das Gehäuse vollständig aus Weichplaste war ), erhielt das Gerät ein Mikrofon mit Steuerschalter. Die Bandgeschwindigkeit war 6,2 cm /s, was für die Reden ausreichte. Alle Funktionen wurden am Mikrofon mit 5 Tasten für den Chef ausgelöst - die Sekretärin erhielt einen Fussschalter mit 3 Hebeln : Stop, Wiedergabe und Kurzrücklauf.
Dannach kam das BG 31 volltransistorisiert und das Laufwerk vom BG 26 mit bandzugfühlenden Bremsen war die Grundlage. Bandgeschwindigkeit wiederum 4,75 cm/s.
In allen Funktionen fernbedienbar. Der Chef bekam das Handmikrofon - die Sekretärin den Fussschalter. Mit einer Spule konnten Telefongespräche mitgeschnitten werden ...
Eine weiter Entwicklung war das Kassettengerät MIRA. Mit eingebautem Mikrofon und Batterien 4 x R 14 Baby - Zellen auch im 6 V - Wartburg / Trabant geeignet.
Das wurde dann zum MIRADIKTAT umgebaut. Das Chefgerät besass ein Mikrofon mit Schalter. Die Sekretärin besass ein gleiches Gerät - aber mit einer Unterbrechung wurde der Löschgenerator ausgeschalten. Sie konnte nicht ausversehen die Reden von " BiggBoss " löschen. Dafür hatte sie einen Fussschalter, der aber nur die Wiedergabe stoppen konnte. Einen Kurzrücklauf ( 5 Worte ) gab es nicht. Mitgeliefert wurde eine Löschdrossel für 220 V ~, mit der war in wenigen Sekunden eine Kassette komplett gelöscht.
Hier aus meiner Sammlung beide Geräte.

MIRA_MIRADIKTAT_KKG.JPG

Links das MIRA für Musik mit grösserer Masse der Schwungmasse. Oben links das neu entwickelte Elektret - Kondensator - Mikrofon. Leider fehlt die Kassettenfachabdeckung.
Rechts das Gerät MIRADIKTAT mit kleiner Schwungmasse für einen schneller Hochlauf auf die Bandgeschwindigkeit. Auf den Serviceunterlagen von 1977 das Mikrofon mit Handschalter. Die Stellung des Schalters ist mit OFF / ON gekennzeichnet. Den Fussschalter muss ich noch suchen - ist ein Stosseltaster aus der Starkstromtechnik mit Anschlusskabel und Diodenstecker. Und die Löschdrossel entmagnetisiert meine Schraubenzieher heute noch ...
Als nächstes erblickte das BDG 2000 die Welt. Durch vollständige elekrtronische Steuerung die Fernbedienbarkeit des Laufwerkes mit Tipptasten, war das auf Kassettenbasis gebaute Gerät mehr in der Werkstatt wie in der Firma ....
" Fräulen XY bitte zum Diktat ... " war wieder auf den Korridoren in der Verwaltung öfters hörbar ...
Diese Geräte gab es in 2 Varianten, was die Laufwerke betraf. Die Ersteren hatte eine diskrete Steuerung mit vielen Schaltkreisen - die Zweite war mit einem Einchipmikrorechner aus gerüstet. Das Letztere wurde dann im VEB Stern - Radio - Berlin zum HMK - K 100 ( 200 ). Das Erstere wurde in der SK 3.000 ... SK 3.939er Anlage im VEB Stern - Radio - Sonneberg verbaut. Das Laufwerk hatte 2 Motoren.
Ein Motor war für das Umspulen zuständig.
Der Tonwellenmotor war eine Entwicklung von VEB Elektromotrenwerke Hartha. Mitten auf dem Feld die Konstruktionsabteilung und von 2 Zäunen umgeben, konnte man Personen, die nicht den Anfahrtsweg nutzten, erkennen.
Der Motor ist ein Drehfeld Gleichstrommotor. Mit einem IC wurde Drehstrom erzeugt und mit einem Tachosignal die Drehzahl stabilisiert. Bremste man den Motor per Hand, dann lief er mit Solldrehzahl oder er Stand.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon majo » Sonntag 17. Januar 2010, 13:27

Andy Du bist der Wahsinn!!!!!! {beifall}
Danke für die ausführliche Führung durch das Nirvana der DDR-Elektronik-Industrie. :smile:
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Tino » Sonntag 28. Februar 2010, 20:33

Gestern hab ich dieses Schmuckstück geschenkt bekommen:
S3000klein.jpg
S3000klein.jpg (26.36 KiB) 15050 mal betrachtet

mit den dazu passenden Boxen B3010.Leider gibt es den passenden Plattenspieler nicht mehr :sad: .
Der Klang ist prima. Die relativ kleinen Boxen machen ganz schön Betrieb.
Leider macht das Kassettendeck keinen Mucks mehr. Die Netztaste brennt auch nicht.Vielleicht ist nur ne Sicherung durchgebrannt.
Drin war eine mind. 20Jahre alte Orwo-Kassette. Habs in nem anderen Gerät probiert. Leiert etwas, geht aber sonst.Rondo Veniziano war drauf 8) .
Eine sehr interessante Seite zum Thema Hifi von RFT und Co gibts hier im Netz: http://ifatwww.et.uni-magdeburg.de/~madaus/kindex.html

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 28. Februar 2010, 20:40

Lecker ... !
Bei mir steht noch die S 3938. Verstärker, Boxen B 3010, Kasettendeck und Plattenspieler.
Und der Tuner : S 3938 mit Senderspeicher, digitaler Abstimmung und Batterie für die Erhaltung der Speicherplätze. Mit einem feuchten Bindfaden hört man Westradio ....
Werde mal die Kamera bemühen.

Tino, zum nächsten Treffen bringe das Deck mit.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Tino » Sonntag 28. Februar 2010, 20:58

Lecker, ja besser kann mans nicht sagen! Und die Beschriftung aller Tasten usw. in deutsch! Da die Vorbesitzer sehr pfleglich damit umgegangen sind, alles im Bestzustand. Keine Kratzer usw.
Dieser Tuner hat den Senderspeicher noch nicht. Der Empfang ist echt klasse. Feuchter Finger in der Antennenbuchse langt :D :-| .
Im Vergleich mit einem Pioneer Tuner (allerdings auch schon 15 Jahre alt, mein Jugendweihekauf als Teil einer Komponentenanlage mit Boxen...) um Welten besser.
Ja ein Bild wär klasse.

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Arndt Fritzsche » Sonntag 28. Februar 2010, 22:20

...läuft bei meinen Eltern immer noch. Ich glaube, das ganze Paket (Verstärker, Tuner, Kassettendeck, Plattenspieler und Boxen) hat damals etwa EVP 4.200 Mark gekostet.

Durchaus fair in Anbetracht der Nutzungsdauer. Wenn ich wüßte, daß eine der modernen Anlagen 30 Jahre halten würde, gäbe ich auch das Äquivalent (in Monatsgehältern) in EUR aus.

Gruß und bis zum Treffen am Samstag in Leipzig

Arndt

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Nordmann » Montag 1. März 2010, 10:42

Mensch diese Anlage mit Plattenspieler steht bei meinen Eltern auch noch. Macht prima Musik, der Klang mit den originalen RFT- Boxen ist selbst nach heutigen Masstäben richtig gut. Das war bzw. ist echt Qualität Made in GDR ! War allerdings auch richtig teuer. Paar tausend Mark mußte man schon hinlegen- dafür konnte man auch ein gebrauchten Trabant oder ähnliches in der Preisklasse kaufen... .
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Franz » Montag 15. März 2010, 21:06

weicht evtl. etwas von der "Heimelektronik" ab... aber macht ja nichts -roll-

Vatter´n hatt heute zwei Verstärker bekommen:

Vermona Regent 1010:

Bild


Mit praktischen Tragetaschen:

Bild

mfg.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 16. März 2010, 16:46

Vom REGENT 1010 den Schaltplan :

REGE1010.JPG

Wenn, dann schicke ich ihn in einer grösseren Auflösung.
Es sind nur Endstufen. Die konnte man kaskadieren. Von verschiedenen Quellen mit 0 dBm ( 0,775 V ) für Vollleistung ansteuern. Brachten an 4 Ohm bis 145 VA im Dauerbetrieb ( 1 kHz Sinuston an Ersatzlast ).
Nachfolger waren dann REGENT 2010 mit 200 VA Sinus an 4 Ohm und Musikleistung weit über 300 VA ...
Diese Technik lässt sich heute ohne Probleme reparieren.
Man beachte die amerikanischen Endtransistoren von RCA 2 N 3773, die später durch TESLA KD 503 getauscht wurden ...
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Franz » Dienstag 16. März 2010, 21:13

Was du alles so hast, Andreas {kratz} Wahnsinn.

Ich denke aber mit den Geräten wird es keine Probleme geben. Die werden wohl erstmal auf den Dachboden eingelagert....

mfg.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 17. März 2010, 07:56

Vergiss bitte nicht, diese Geräte aller ¼ Jahre über einen Widerstand - Glühlampe 100 W - in Serie zum Gerät für eine Stunde einzuschalten. Damit werden die Elkos formiert. Der Lautsprecherausgang bleibt unbenutzt.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 18. März 2010, 20:10

Hier noch ein transportables Gerät - MALIREX :

MALIREX1.JPG

Richtig ! Flachbatterie einlegen - Dia einstecken und wenn man darauf drückt, kann man das Dia sehen. Etwas klein bei einer Bildgrösse von 36 x 24 mm - Kleinbildformat.

MALIREX2.JPG

Ich besitze nur keine Dia's.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 18. März 2010, 20:17

Hört man das Wort Fernbedienung, dann denkt jeder an einen flachen schwarzen / grauen Kasten mit viel bunten Knöpfen.
VEB RAFENA - Werken ( Hersteller von Fernsehern ) reichten für Schwarz / Weiss - Fernseher 3 Knöpfe : Helligkeit, Kontrast und Lautstärke.

FERNB_1.JPG

Im Originalkarton noch verpackt - Typ FE 855 491.

FERNB_2.JPG


Oben die Bedienungseinrichtung im formschönen weissen Plastegehäuse ...

FERNB_3.JPG

... mit 10 Meter Kabel und einem Oktalstecker, der in den Fernseher kam.
Gekauft am 29. Juli 1958 ...

FERNB_4.JPG

... für 35,- EVP - entsprach damals ein zehntel des Monatslohnes.
Fehlt nur noch der Fernseher dazu ...
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Franz » Donnerstag 18. März 2010, 20:36

So eine FB haben wir auch noch irgendwo rumliegen {kratz}

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Donnerstag 18. März 2010, 21:17

Der Diabetrachter - wie groß ist denn der "Bildschirm" - auf Deinen Fotos fehlt jeglicher Größenbezug - aber ein wenig größer als das Diaformat dürfte das schon sein, oder?

Tobias
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Donnerstag 18. März 2010, 21:22

...etwas unter Zigarettenschachtel, meine ich.
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Nordmann
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Nordmann » Freitag 19. März 2010, 10:31

Mal eine Frage für die RFT-Technik-Experten.
Ich spiele mit dem Gedanken mir wieder ein guten alten Kassettenrekorder anzuschaffen, da ich noch sehr viele alte Kassetten liegen habe. Wohlgemerkt immer sauber, trocken und Staubgeschützt. Nun bin neugierig :smile:
So und da heutzutage Kassettenrekorder fast nur noch aboluter Ausschuß /Schrott sind, überlege ich mir mein damals heißgeliebten KR 650 wieder zu besorgen.
Besser wäre natürlich der SKR700.
Damals hatte meine Schwester den Stern-Rekorder (der mit dem Holzgehäuse) und machte immer einen Aufstand wenn ich den mal benutzt habe. Diskussionen...
Und dann nach Ferienarbeit (habe Gemüse und Blumen auf der Straße aus'm Schulgarten verkauft - gerecht 50% Pionierkasse , 50% meins) und dann nach etlichen "Altstoffsammelaktionen" konnte ich uch mit Zuschuß von Opa und Oma (mit dem Versprechen auch mal Heino zu spielen wenn ich dort bin) mir meinen heißgeliebten KR650 für recht teure 1100 Mark kaufen, der mich schon immer im RFT-Laden in Rostock anlächelte.
Ein tolles Gerät mit wirklich gutem Klang, mit rot/grünen Leuchtdioden im Takt der Musik, mechanischem Zählwerk mit Autostop, sehr gutem Radio/Tunerteil, Klangwage und extra Klang-Unterstützung für normale Fe oder Cr- Kassetten, eingebautes Micro, TA-und Überspielkabelbuchsen, anständige Leistungsabgabe, Kassettendeck mit Reverse und Autostop - kurz ich war stolz wie Oscar. :smile:
Der Strom-/Batterieverbrauch war allerdings ganz schön heftig wenn wir so draußen z.B. an der Tischtennisplatte Musik haben wollten. Maximal 1,5 Stunden im Kass.-Betrieb dann ging's mit leiern wegen der schwachen Batt. los. Auf Radio spielten die Batt. ewig, was auch gut war. Mußten doch hören mit der Fußballübertragung ob unser FC Hansa Rostock den gehassten BFC ("Bayern München der DDR") schlägt :lol: .
Später gab es auch den KR 660 (800 Mark) welches aber nur ein wesentlich abgespeckter KR 650 war. Eine Krönung war natürlich der SKR 700 - aber der kostete damals satte 1460 Mark... . Und dann gab es ja unter anderen noch den ganz großen aber wirklich teuren SKR 501 den wir später für unsere FDJ-Schuldisco nahmen... .
Nun meine eigentliche Frage, da damals diese Kassettenrekorder wirklich viel und stark beansprucht worden sind , waren nach Jahren dann auch die/der Tonkopf restlos am Ende. Gibt es heute für so ein Gerät eigentlich noch Ersatz ? Conrad und Schuricht sind mir schon bekannt aber welche Nummer und passen dann diese Westprodukte in ein DDR- Gerät ???
Danke Euch.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon telefoner » Freitag 19. März 2010, 11:27

die ersatzteile gibts noch, sind aber bückware und teuer.
normalerweise muss ein laufwerk was lange nicht benutzt worden ist, überholt werden.
also antriebspese neu, der motor könnte auch schrott sein, reinigen, fetten, ölen...
die andruckrolle ausbauen und 24 stunden in gummipfleger einlegen.

eine feinjustage der tonwelle und des kopfes, sowie minimale erfahrung auf dem gebiet, setze ich einfach mal voraus.
sonst wird das nichts...

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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 20. März 2010, 07:29

In den DDR - Mono - Kassettenrecordern wurde folgender Tonkopf von VEB Goldpfeil Hartmannsdorf verbaut :

Typ MB 4 : X1C25
Induktivität in mH : 55 ± 20 %
Rv in Ohm : 70 ± 20 % ( Wechselstromwiderstand bei 333 Hz )
Rc in Ohm : 48 ( ohmischer Wicklungswiderstand )
Spaltweite : 1,6 µm
Systemhöhe : > 1,5 mm
Übertragungsfaktor : > 1,2 pV / µA bei 333 Hz
Wiedergabespannung bei 250 nW Bandfluss ( Bezugspegel 0 dB bei 333 Hz ) : 0,8 µV / pVs
Bei Wiedergabe eines Bezugsbandes mit Bezugstonteil 0 dB bei 333 Hz ergibt das eine Spannung von 200 µV an den Anschlüssen.
Den Durchgang eines Tonkopfes nie mit einem Ohmmeter messen. Der Gleichstrom magnetisiert den Tonkopf so stark, das das Magnetband später angelöscht werden würde. Ausserdem wird das Rauschen bei Wiedergabe wesentlich erhöht.

Hier zwei Studiomagnetköpfe ( meine Reserve ) der Studiomagnetbandlaufwerke 38,1 cm/s in Stereo und Langlebensdauerausführung :

StudioFerrit_A_W_Köpfe.JPG

Links ein Sprechkopf für die Aufnahme A2H41 mit der Nummer 1426.
Rechts ein Hörkopf für die Wiedergabe W2H42 mit der Nummer 1625.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon igelsven » Sonntag 21. März 2010, 01:08

Franz hat geschrieben:So eine FB haben wir auch noch irgendwo rumliegen {kratz}

mfg.
Franz

Wär bestimmt was schönes für meinen Fernseher damit ich nicht immer aufstehen muß {blinzel}
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Nordmann » Sonntag 21. März 2010, 22:24

Daumen hoch für dich Wabufan ! Genauso hatte ich mir das vorgestellt, eine fachliche genaue Auskunft. Bekomme ich die Tonköpfe denn noch zu kaufen ?
Die Riemen gibt es ja schon noch zu kaufen.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 22. März 2010, 08:50

Restbstände dürften noch vorhanden sein.
Oder einen Typengleichen von einem anderen Hersteller.
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Re: D D R Heimelektronik und was man vergessen hat

Ungelesener Beitragvon Dreielferschrauber » Mittwoch 21. April 2010, 21:56

igelsven hat geschrieben:Wär bestimmt was schönes für meinen Fernseher damit ich nicht immer aufstehen muß {blinzel}


Gibt es denn für den Rubens eine Fernbedienung? Bei Fernsehern fehlt mir leider der Überblick. Bei Röhrenradios aus der DDR kenne ich 2 Modelle mit Fernbedienung.
1.)Spitzensuper "Olympia 571" vom Sachsenwerk Niedersedlitz mit Fernbedienung FB57
2.)Großsuper Stradivari IV - DAS Flaggschiff aus der DDR

Zu Olympia 571 W/L mit FB57 kann ich Bilder beisteuern:
P1000789.JPG

P1000787.JPG


Ein herrliches Gerät mit klarem und gleichzeitig vollen Klang.
Das Radio (hergestellt 1957 - 1958 gab es in 3 Ausführungen
571W mit konservativ klassischem dunklen Holzgehäuse
571W/L mit "L" wie "Luxus", das Gerät im Bild
571 W/P mit "P" wie Plattenspieler. Optisch dem W/L ähnlich und oben mit Einbauplattenspieler.
Die Fernbedienung hat 3 Drehpotentiometer - für Höhen, Tiefen und die Lautstärke. Zum Sender wechseln muß Mann dann doch aus dem Sessel. {Musik}
Wenn ich denn mal viiiiel Zeit habe (also eher im nächsten Winter), kommt hier noch ein Thread zu Röhrenradios der 50er Jahre mit einer kurzen Entwicklungsübersicht von 1950 bis zum Ende der DDR-Röhrenära 1967.
@Wabufan, bei technischen Details kannst Du mir sicher helfen. Wärst Du dabei?


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