312 Die Frage nach der richtigen Nummer (zusammengeführt)

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carsten
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 20. März 2013, 08:34

mimi311 hat geschrieben:Die unberührten 312er (1965-66) die ich kenne tragen alle den 1000-Schriftzug am Heck.


Wovon auch ein paar hier zu sehen sind

http://wartburg1000.3x.ro/registru.htm
Viele Grüße

Carsten

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Mittwoch 20. März 2013, 08:55

Da sind ja tolle Aufnahmen aus Rumänien bei, danke Carsten. Der schwarze 58ger mit platten Reifen und diesen Lego Rückleuchten... , ein frisch gemachter Wagen fährt aus einer Ruine...
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon mimi311 » Mittwoch 20. März 2013, 08:58

carsten hat geschrieben:Wovon auch ein paar hier zu sehen sind
http://wartburg1000.3x.ro/registru.htm


Erstaunlich wohin es die Eisenacher Finalprodukte verschlagen hat.
Grüße Andreas

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Mittwoch 20. März 2013, 13:33

mimi311 hat geschrieben:... obwohl dessen korrekte Bezeichnung 312-1 ist.

Bin ich gegenteiliger Meinung.
Im Originalbrief (ausgestellt vom AWE) von 1967 (mein Camping) steht als "Art des Fahrzeuges" ganz klar "312 500". Keine Spur von einer "/1" oder einer "-1".
Auch das Fahrgestell trägt lt. Brief schlicht die Bezeichnung "312 0".

Mein (1000er) 311er (Spender-) Camping mit vom VoPokreisamt ausgefülltem Brief trägt das Fahrgesgell die Bezeichnung "311 500" mit Motor Typ 312.

Der Westbrief meiner 312er (Spender-) Limo deluxe trägt als Typ die 312 100, wobei hier die 100 für deluxe steht, denke ich.

In den mir bekannten Prospekten wurde der 312 immer als "Wartburg 1000 mit neuem Chassis" vorgestellt.

Es bleibt aber trotzdem schwammig, was die Sache mit der 1000 (Typbezeichnung am Fahrzeug) angeht. Die oben dargestellte Version (1962/63 mit "312") halte ich für naheliegend.
Aber offiziell ist die Sache aus meiner Sicht ganz klar:
311(/900) bis Ende 1961 mit 900ccm
311 1000 mit Motor Typ 312 ab 1962 bis 65
312 ab 65 bis 66/67 je nach Karosserieausführung
353 ab 66 (Limo) 67 (Tourist)
353W ab 75
(353W) 1.3 ab 88 bis zum bitteren Ende.

Die /1 kenne ich auch nur aus dem Ihling und aus der Umgangssprache.
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon pinokio » Mittwoch 20. März 2013, 17:29

So würde ich das auch Unterstreichen {blinzel}

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Mittwoch 20. März 2013, 19:39

Wartburg-37073 hat geschrieben:
Thilo.K hat geschrieben:Befestigungsmaterial Luftführung: Stahldraht + 2x Federn (identisch mit Federn für Motor-
haubenschloß - Wartburg-Federnservice)
Gruß Thilo


Ich habe zwei blau-gelbe Schachteln 'Ferderservice' vom VEB Marienberg, aber die Federn von der Motorhaubenverriegelung (30x9mm im entspannten Zustand) sind nicht dabei. Wo kann ich die bekommen?


Du schneidest Dir 2 längere Stücken Stahldraht ab oder auch normalen Kupferdraht, am
besten mit schwarzer Isolierung, damits optisch nicht so ins Auge sticht.
Federn: Gibt es nur im KLEINEN Wartburg-Federnservice. Und zwar nur 1x.
In der großen Schachtel ist die Feder nicht zu finden, wie ich gerade festgestellt habe.
Habe selber nur 1 Feder da, hätte Dir die sonst im Briefumschlag zugesendet.
Gruß Thilo
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Krümel » Mittwoch 20. März 2013, 19:58

Vielleicht kann ich auch noch was beitragen.

Originalbrief Camping Bj. 1967 , Erstzulassung 22.Dez. 1966
Art des Fahrzeuges 312 500
Typ 312 0
Motor Typ 312 1

MfG

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 20. März 2013, 21:19

Ich habe mit Absicht erstmal nichts geschreiben, man fühlt sich manchmal wie der Rufer in der Wüste.

Ich kenne Leute, die halten ums Verrecken am 312/1 fest. Warum? Wissen sie selbst nicht mehr, war halt schon immer so. Genau wie 1:25 zum Einfahren und 1:33 grunsätzlich - weils so ist. Und weil es so durch Sekundärquellen kolportiert wurde,

Es gibt bis dato keinen Hinweis einer Primärquelle (Werk, KTA etc.) wo von einem 312/1 die Rede ist. Aber dafür säckeweise Sekundärquellen und - ja genau, alte Säcke.

Die 312 Schriftzugerweiterung wurde nach derzeitiger mündlicher Schulmeinung als Nachrüstzeichen hergestellt und vertrieben - in den 60ern, mit einer dem DDS nach beklagten, quasi mit schöpferischer Energie und Möglichkeiten überladenen Zeit, nichts ungewöhnliches.
Aber einen ausgelieferten oder in Prospekten und BA ausgeführten mit Schriftzug - den gabs bis dato noch nicht. Und dann stellt sich die Frage: Was ist denn jetzt der 312er? Der 311er mit 312er Motor? Der 312er mit 353er Motor? Unter unter uns Kosterwchwestern: Wie schnell ist sowas gewechselt?

Sofern es nachweislich saubere Briefe, Typgenehmigungen etc. gibt, kann man den Punkt gern wieder zur Diskussion stellen, leider wurde auch von den ärgsten Verfechtern der Bm 311-1000 sowie der 312/1 - Vertretung noch nichts untermauerndes beigetragen..... Weil es ggf. bis auf den Ihling udn die gute alte Zeit nichts gibt?
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon B1000-RTW » Mittwoch 20. März 2013, 21:45

Ich habe verschiedene Typscheine vom KTA (Vorläufer der KTA-Datenblätter) vom 312. Da steht drin:

Personenkraftwagen Typ 312 000 (Limousine) bzw 312 100 (Luxuslimousine)
Fahrgestell Typ AWE 3120
Antriebsmaschine Typ 3121


Vielleicht kommt daher die Stricheins-Story - über die Motorbezeichnung?
Viele Grüße vom Preußen aus Sachsen
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Mittwoch 20. März 2013, 22:04

Mossi hat geschrieben:Die 312 Schriftzugerweiterung wurde nach derzeitiger mündlicher Schulmeinung als Nachrüstzeichen hergestellt und vertrieben - in den 60ern, ...aber einen ausgelieferten oder in Prospekten und BA ausgeführten mit Schriftzug - den gabs bis dato noch nicht... leider wurde auch von den ärgsten Verfechtern der Bm 311-1000 sowie der 312/1 - Vertretung noch nichts untermauerndes beigetragen..... Weil es ggf. bis auf den Ihling udn die gute alte Zeit nichts gibt?


Ja, das ist das Fazit. Und für mich ist damit klar, dass das '1000'-Emblem auf meinem 312, Bj. 11/65 so bleibt, wie es ist.

23.családi-069.jpg


8.DSCF5866.jpg

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Mittwoch 20. März 2013, 22:20

Mossi hat geschrieben:Die 312 Schriftzugerweiterung wurde nach derzeitiger mündlicher Schulmeinung als Nachrüstzeichen hergestellt und vertrieben - in den 60ern, ...aber einen ausgelieferten oder in Prospekten und BA ausgeführten mit Schriftzug - den gabs bis dato noch nicht... leider wurde auch von den ärgsten Verfechtern der Bm 311-1000 sowie der 312/1 - Vertretung noch nichts untermauerndes beigetragen..... Weil es ggf. bis auf den Ihling udn die gute alte Zeit nichts gibt?


Jetzt wo Du es sagst: Ja, das habe ich so auch schon gehört.

Und ob man das dann an einen 311/1000 oder einen 312 oder gar an einen 311/900 bastelt, wird dem Zubehörhersteller dann egal gewesen sein...
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Mittwoch 20. März 2013, 22:45

Nun äussere ich mich auch mal zur "312"
Es liegen sowohl 312en als auch 1000er zur Bestückung von Diego bereit, das wäre nicht das Thema.
Doch was gehört denn nun ran?
Ich habe gerade für mein 312er HT versucht, festzustellen, ob es einen 312er Schriftzug am Heck original gab oder nicht. Ein Nachweis der 312 ist mir bisher nicht gelungen.
Mein Wagen hatte die 1000 (03/66), die Bohrungen in der Heckklappe sind original. Kann man nach Sandstrahlen ja gut feststellen.
Auch mein persönlicher Referenzfavorit von Frau Biedermann (vorgestellt in Oldtimer Praxis vor 2 Jahren) hat eine 1000 auf der Heckklappe.

Gerade das HT wäre die späte Gelegenheit gewesen, etwas vom "Serienbrei" abzuweichen. Dort ist es zumindest nicht geschehen.

Ergo: Lassen wie das ist. Es gibt genug andere Baustellen :-)
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Mittwoch 20. März 2013, 22:56

Tomtom hat geschrieben:Ich habe gerade für mein 312er HT versucht, festzustellen, ob es einen 312er Schriftzug am Heck original gab oder nicht. Ein Nachweis der 312 ist mir bisher nicht gelungen.
Mein Wagen hatte die 1000 (03/66), die Bohrungen in der Heckklappe sind original. Kann man nach Sandstrahlen ja gut feststellen.


Hallo Tom, also die Bohrungen in der Heckklappe sagen da gar nichts aus. Ist ja auch logisch, wenn es sich um 'Nachrüstzeichen' handelt.
Beide Zeichen haben die gleiche Bohrungen. Ich habe beide vorliegen und habe es nachkontrolliert.
Michael

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 20. März 2013, 23:27

Vermutlich wird der Motor (jedenfalls ließt sich das so aus der damaligen Fachpresse heraus) das ausschlaggebende Argument gewesen sein. Was ja auch sinnvoll erschien. Nur: damals liefen ziemlich sicher schon die Projektierung / Erprobung om Nachfolger - und sowas hat seine Nummer wohl schon im Vorfeld bekommen.

Und wenn man sicher überlegt, das der 312er ja nur eine Verlegenheitslösung ist.....
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Mattse » Mittwoch 20. März 2013, 23:39

Wartburgbauer hat geschrieben:Jetzt wo Du es sagst: Ja, das habe ich so auch schon gehört.

Ja genau, wo wir dann wieder mal bei "so gehört" wären!
Wenn schon einem Ihling und anderen Publizisten nicht zu glauben ist, wem dann?, doch dem Schulmeister aus Rostock? Ja, was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!
Keiner von uns war zwischen Jan. ´62 und Jan. ´63 in den ehrwürdigen Produktionshallen anwesend und wird es ganz genau wissen, aber was spricht dagegen, dass das AWE in dieser Zeit dem Wagen den Schriftzug 312 mitgaben, um hier wenigstens damit auf den neuen Motor hinzuweisen? Bin mir fast sicher, das es so war. Ich denke, dass auch die Importeure einen optischen Hinweis darauf wollten, denn immerhin wurde jede Verbesserung des Wagens sehr Werbewirksam unterstrichen! Ich glaube auch nicht, das dem AWE angegliederte Zubehörproduzenten, ohne "Auftrag" oder in Eigeninitiative "irgendetwas" hergestellt haben, ohne zu wissen, ob die produzierten Teile auch Absatz finden! Das es dann doch ein Jahr später wieder anders geworden ist, lässt erklären, das die bis Dato hergestellten Schriftzüge zu Hauf im Ersatzteilhandel gelandet sind, denn wenn es so war, hat das AWE diese Schriftzüge nur für 26209 im Jahr 1962 hergestellten Wagen benötigt.
Was von Fotos in Prospekten und Betriebsanleitungen zu halten ist, wissen wir ja (eigentlich) auch. Es wurden für jede Ausgabe nicht etwa neue Fotos gemacht, sondern diese gern über mehrere Jahre (Ausgaben) beibehalten.
Vielleicht kann zum nächsten Heimweh z.B. der Herr Stück (ist ja immer anwesend) darüber Auskunft geben! Ich denke doch, dass man wenigstens Ihm Glauben schenken kann!
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 21. März 2013, 02:18

Tja, die Eisenach habe aus irgendeinem Grund ihre eigene Terminologie (na ja eigentlich Typologie) terminiert.

Und all das wahrscheinlich nur, um die 1000 statt der 312 im Namen zu führen.
Der Grund dürfte vermutlich im Export und der Vergleichbarkeit mit der Konkurrenz gelegen haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Auto_Union_1000

Den Hubraum in der Typbezeichnung zu führen war damals, und ist ja auch heute noch üblich. (Davon zeugt ja auch der 1.3er Wartburg).

Die 1000 hat sich dann ja auch bis zum "neuen Wartburg 1000" gehalten, der heute ja nur noch als 353 betitelt wird.

Werks-Chroniker Rödiger hat 1966/67 hat eigentlich eine logische Sichtweise, die auch auf die Motorisierung abstellt. Bis 1962 ist die Bezeichnung 311 und ab 1962 mit dem 1000er Motor sinds 312 (Wartburg 1000) und zwar bis 1966. Die Variante mit dem neuen Fahrwerk hat übrigens hier noch nicht die Bezeichnung 312-1, die wohl nur den Sinn hat, die Fahrzeuge mit neuem Fahrwerk von den Wartburg 1000 mit altem Fahrwerk abzugrenzen.

IMG_3833.JPG
Rödiger 70 Jahre AWE Festschrift

IMG_3831.JPG
Rödiger 70 Jahre AWE Festschrift

IMG_3835.JPG
Rödiger 70 Jahre AWE Festschrift

IMG_3834.JPG
Rödiger 70 Jahre AWE Festschrift


Hier mal die Prospekte von 1962, als der Wagen noch als Wartburg 312 vorgestellt wurde

312 Presse 1962.jpg
Presseinfo 1962 Frühjahr


http://www.die-besten.de/wartburg/prosp ... n-62er.htm
http://www.die-besten.de/wartburg/prosp ... n-62er.htm

Vielleicht sollten wir mal unsere 312, mit und ohne -1, Erkenntnisse in einem Thread bündeln, ich glaube da gab es schon mal etwas dazu :smile:
Viele Grüße

Carsten

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Donnerstag 21. März 2013, 06:11

Mattse hat geschrieben:
Wartburgbauer hat geschrieben:Jetzt wo Du es sagst: Ja, das habe ich so auch schon gehört.

Ja genau, wo wir dann wieder mal bei "so gehört" wären!
Wenn schon einem Ihling und anderen Publizisten nicht zu glauben ist, wem dann?, doch dem Schulmeister aus Rostock? Ja, was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht!
Ich glaube auch nicht, das dem AWE angegliederte Zubehörproduzenten, ohne "Auftrag" oder in Eigeninitiative "irgendetwas" hergestellt haben, ohne zu wissen, ob die produzierten Teile auch Absatz finden!
Vielleicht kann zum nächsten Heimweh z.B. der Herr Stück (ist ja immer anwesend) darüber Auskunft geben! Ich denke doch, dass man wenigstens Ihm Glauben schenken kann!


Glauben heißt bekanntlich auch 'nicht wissen'.

Sorry, ich wollte hier nur mein Fahrzeug vorstellen und keinen Glaubenskrieg zur Frage: 'Was ist eigentlich 312 ?' auslösen.

Ich bin sehr dankbar für die Erkenntnis, dass das bei meinem Fahrzeug '312' vorhandene Emblem '1000' nach allen bekannten Fotos das Richtige ist. Wobei ich mit '312' mein Fahrzeug, also das mit der 311-Karrosse auf 353-Fahrgestell meine, welches 1965/66 produziert wurde.
Insoweit waren die bisherigen Beiträge auch sehr zielführend und hilfreich.
Dankenswerterweise hat Pille diese Diskussion angestoßen. Ich hatte aus Unkenntnis schon vorgehabt, das '312'-Emblem anzubringen. Gerade die mir bisher unbekannten Fotos von 'unberührten' 312 waren aber dann sehr überzeugend.Ich bin diesbezüglich besonders Mattse, Mossi und Carsten für Ihre interessanten Beiträge sehr dankbar. Auch die Beitrage von den Experten Tom, York und Olli waren für mich ausgesprochen hilfreich.

Aber weitere Diskussionen, so interessant und wichtig sie auch zweifelsohne sind, sollten zur besseren Übersicht und Auffindbarkeit für diesbezüglich Interessierte vielleicht besser in einem eigenen Themenbeitrag erfolgen. Das ist wirklich nicht böse gemeint. Ich möchte die Diskussion nicht abwürgen und Niemanden, und gerade besonders nicht die bisher Hilfsbereiten damit vor den Kopf stoßen. Es ist nur ein Vorschlag, aber die '312-er Problematik' hat eigentlich mit dem Thema: Fahrzeugvorstellung und Restauration in Ungarn eher weniger zu tun.

Ich würde gern künftig hier weiter über mein Fahrzeug berichten und Fragen stellen dürfen. Und anhand der hilfreichen Antworten die Problemlösung und den Fortgang der Instandsetzungsmaßnahmen zeigen dürfen. Verzeiht mir bitte meine Pragmatik!
Mit Dank und freundlichen Grüssen aus dem verschneiten Göttingen
Michael

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Mossi » Donnerstag 21. März 2013, 09:25

"dass das AWE in dieser Zeit dem Wagen den Schriftzug 312 mitgaben, um hier wenigstens damit auf den neuen Motor hinzuweisen? Bin mir fast sicher, das es so war. Ich denke, dass auch die Importeure einen optischen Hinweis darauf wollten, denn immerhin wurde jede Verbesserung des Wagens sehr Werbewirksam unterstrichen!!"

Haben sie ja - mit der 1000. Und offensichtlich war dies der Weg....

Die Wahrscheinlichkeit liegt hier sehr hoch im Bereich der 1000 - das relativ seltene orkommen der 312 stützt diese These..

Herr Kittler hats mal kolportiert - den aber als Quelle zu nennen, widerstrebt mir etwas. Und wenn wir uns darauf einigen immer nur eine Quelle als wahr anzunehmen, z.B. 80 jährige Werksangehörige, dann müssten wir uns a: nur noch auf diese Quelle berufen, b: alle anderen ignorieren und c: was machen wir, wenn diese Quelle offensichtlich daneben liegt? Dogmaverkündung?
Mit einem kleinen Denkanstoß an den wißbegierigen Lernenden an der weißen Elster....
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon mimi311 » Donnerstag 21. März 2013, 09:32

"Der größte Feind des Historikers ist der Zeitzeuge"
Will damit sagen, daß von einzelnen namhaften Personen nachhaltig ein Geschichtsbild erzeugt wird, daß unter Umständen eher auf eigenen, getrübten Wahrnehmungen, als auf belegbaren Fakten basiert. Gerade in der Kleinstadt am Fuße der Wartburg ist man darauf bedacht das Licht auf die eigene Person heller erscheinen zu lassen als es war.
Grüße Andreas

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Mattse » Donnerstag 21. März 2013, 10:30

Wartburg-37073 hat geschrieben:Glauben heißt bekanntlich auch 'nicht wissen'.

Richtig, ich habe mich mit diesem Satz
Mattse hat geschrieben:Keiner von uns war zwischen Jan. ´62 und Jan. ´63 in den ehrwürdigen Produktionshallen anwesend und wird es ganz genau wissen

auch nicht ausgeschlossen!
Wir sind uns ja nun alle einig, das die 312 (ab ´65) auch die "1000" am Heck trugen. Somit ist Deine Frage auch richtig beantwortet.
Das der Wartburg zw, ´62 und ´63 (zumindest Werksintern) 312 genannt wurde, auch. Dies belegen auch zahlreiche Publikationen. Ab 1963 dann 311-1000. Ob nun zw. ´62 und ´63 "312" am Heck stand, sei mal dahingestellt.
In diesem Sinne...
Grüssle
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 21. März 2013, 11:16

Hier noch mal die Stelle, wo wir das Thema schon mal hatten:

viewtopic.php?f=24&t=10004&p=109422#p109183

Nur, um eine eventuelle Zusammenführung in einem eigenen Thread zu ünterstützen {goodidea}
Viele Grüße

Carsten

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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Donnerstag 21. März 2013, 14:02

Wollen wir die Diskussion mal dahin verlagern?

Ich fange mal an, denn interessant ist das Thema, nur unpassend hier.
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Re: 312 Die Frage nach der richtigen Nummer

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Donnerstag 21. März 2013, 14:11

Ich führe mal die 311/312-Diskussion hier weiter, um den Ungarn-Threat nicht weiter zuzumüllen.

Mattse hat geschrieben:
Wartburg-37073 hat geschrieben:Glauben heißt bekanntlich auch 'nicht wissen'.

Richtig, ich habe mich mit diesem Satz
Mattse hat geschrieben:Keiner von uns war zwischen Jan. ´62 und Jan. ´63 in den ehrwürdigen Produktionshallen anwesend und wird es ganz genau wissen

auch nicht ausgeschlossen!
Wir sind uns ja nun alle einig, das die 312 (ab ´65) auch die "1000" am Heck trugen. Somit ist Deine Frage auch richtig beantwortet.
Das der Wartburg zw, ´62 und ´63 (zumindest Werksintern) 312 genannt wurde, auch. Dies belegen auch zahlreiche Publikationen. Ab 1963 dann 311-1000. Ob nun zw. ´62 und ´63 "312" am Heck stand, sei mal dahingestellt.
In diesem Sinne...
Grüssle


Aber mal so ganz nebenbei: Offtopic ist das auch in diesem Threat...

Man müsste mal einen 311-312-Typenbezeichnungs-Threat aufmachen und alles bisher geschriebene da reinpacken.


Woher hast Du das? Ich kenne keinerlei zeitgenössische Publikationen außer den Werbeprospekten von 1962.
Und dort ist die Erklärung aus meiner Sicht auch ganz einfach: Die "Werbeabteilung" war sicher eher mit künstlerisch, als mit technisch begabten Leuten besetzt, ist ja auch druchaus sinnvoll so.

Ich glaube schlicht an ein Missverständnis.

Oder gibt es irgendeine werksinterne Schrift, die von einem bereits 1962 produzierten Wartburg 312 mit Plattfedernfahrwerk beinhaltet? Motor 312 ist klar, aber nicht das ganze Auto.
Denn offiziell blieb es bei 311 (siehe KFZ-Briefe)

Ich halte es ehrlichgesagt auch etwas übertrieben nach Einführung von einer Wasserpumpe, geändertem Kühler und einer Hubraumerweiterung um knapp über 10 Prozent und einer Leistungssteigerung von ebenfalls knapp über 10 Prozent gleich von einem neuen Auto zu sprechen...
Da gab es zuvor einschneidentere Ereignisse, denke ich.

Aber wie gesagt: Denke, halte, vermute....
Etwas klares, zeitgenössisches was eindeutig Fakten belegen kann, wäre mal schön. Aber wo her nehmen? {kratz}
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Re: Erfahrung mit 312 Restaurierung in Ungarn

Ungelesener Beitragvon Mossi » Donnerstag 21. März 2013, 17:41

Das andere ist genauso unelegant.....

Mods, macht mal bitte ein Thema á la Typenbezeichnung 312 auf, und stopft das hier rein.

Man darf bitte folgendes nicht vergessen: Man sollte sich darüber klar sein, was letztendlich bezeichnet werden soll. Motor, Fahrgestell, Projektbezeichnung oder das Auto komplett draußen als Finalpodukt im Verkauf.

Da stimmt von jedem was...... und eben auch nicht. Ich persönlich ziehe das Auto als Gesamtkunstwerk vor, beim Fahrgestell gibts nämlich ein 312/1.
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Re: 312 Die Frage nach der richtigen Nummer

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 21. März 2013, 20:22

Wartburgbauer hat geschrieben:Ich kenne keinerlei zeitgenössische Publikationen außer den Werbeprospekten von 1962.


Ich schon ....


Wartburgbauer hat geschrieben:Ich halte es ehrlichgesagt auch etwas übertrieben nach Einführung von einer Wasserpumpe, geändertem Kühler und einer Hubraumerweiterung um knapp über 10 Prozent und einer Leistungssteigerung von ebenfalls knapp über 10 Prozent gleich von einem neuen Auto zu sprechen...
Da gab es zuvor einschneidentere Ereignisse, denke ich.


1957 ein synchronisiertes Getriebe, das war schon eine wesentliche technische Verbesserung

1959 gab es mal ein bisschen Kosmetik in Form von neuem Grill und anderen Zierleisten.

Die zahlreichen Änderungen beim 311er Wartburg 1000 waren da aber schon eine andere Liga. Motor, Kühlung/Heizung, Wegfall der Zentralschmierung, Sitze, Lenkrad, Blinker/Lichthupe, Kofferklappe, und noch etliche Detailänderungen rechtfertigen schon eine neue Bezeichnung, die der Wagen dann ja auch bekommen hat.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 312 Die Frage nach der richtigen Nummer

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Donnerstag 21. März 2013, 21:02

Dem 311 in diesem Zug eine "1000" an die Heckklappe zu machen, halte ich für durchaus angebracht, schließlich ist das ja die wesentliche Änderung, Verbesserung.
Aber dennoch sind ja 90 Prozent aller Teile unverändert geblieben.

Wenn man das mit der Einführung des 13-Zoll-Fahrwerks (ich schreibe mal bewusst nicht 312) vergleicht, wo sich ja wirklich alles geändert hat, was an dem Fahrgestell ist, inclusive dem Motor, ist das doch eine "kleine" Sache, die Einführung des 1000ers.

Ich finde jedenfalls nicht, dass die Änderung der Sitze (die doch glaube schon eher war? -nixwissen- ), des Kühlkonzeptes und des Hubraumes (mit fast identischem Block und Kopf) eine komplett neue Typbezeichnung wert wäre, während die Neukonstruktion des Gesamten Fahrgestells, (inclusive des Motors und Kühlkonzeptes) nur eine schäbige "/1" wert sein sollte, wo doch bis auf das Getriebe und die Bremsenteile keine Schraube des alten Chassis mehr passte, sich Fahreigenschaften gewaltig änderten, das erste und einzige Mal in der Geschichte des Wartburg (Nachkrieg)...

Ganz schöner Monstersatz geworden, sorry... -roll- [Bier]

@ Carsten: Kannst Du diese "Medien" mal bitte zusammensuchen? Wäre interessant.

Wobei ich schon die AWE-eigenen Prospekte für wenig aussagekräftig halte, aus oben beschriebenem Grund. Auch Zeitschriften wie DDS und (obwohl schon bedeutend besser) KFT halte ich dort nicht für unanfechtbar.

Werksinterne Dokumente wären das Absolute, finde ich. [smilie=hi ya!.gif]
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Re: 312 Die Frage nach der richtigen Nummer (zusammengeführt

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Donnerstag 21. März 2013, 22:21

Hurra, endlich ein eigener Spielplatz! Danke!

@ Mossi:
Fahrwerk 312/1 habe ich ebenfalls noch nie gelesen. Worin unterscheidet sich dies vom "Stino-312er" Fahrgestell?
Oder ist das normale 312er Fahrgestell (13", Schraubenfedern) das 312/1?
Allerdings ist das so in meinem Brief vom Camping nicht vermerkt. [smilie=hi ya!.gif]
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Re: 312 Die Frage nach der richtigen Nummer

Ungelesener Beitragvon carsten » Samstag 23. März 2013, 06:01

Wartburgbauer hat geschrieben:@ Carsten: Kannst Du diese "Medien" mal bitte zusammensuchen? Wäre interessant.


Habe ich zum Teil schon gemacht, siehe weiter oben.

Zur Ergänzung auch im Motor-Jahr wird der Wartburg 1000 noch zusätzlich 312 genannt.


Wartburgbauer hat geschrieben:Wobei ich schon die AWE-eigenen Prospekte für wenig aussagekräftig halte, aus oben beschriebenem Grund. Auch Zeitschriften wie DDS und (obwohl schon bedeutend besser) KFT halte ich dort nicht für unanfechtbar.


Tja, wie da mit den Quellen so ist, man muss die nutzen die zur Verfügung stehen, oder neue finden...

Bild

Diese Informationen wurden auf der Fruhjahrsmesse Leipzig unter anderem an die Pressevertreter verteilt, mit dem Ziel den Wartburg als Modell 312 vorzustellen. Bei den 1962er 312-Prospekten denke ich heute , entgegen der von mir viel weiter oben gemachten Angabe die sich auf ein Buch von Michael Stück bezog, dass diese Prospeke sehr wohl offiziell verteilt und auch versendet wurden. Mit liegt ein Satz vor, den ich aus der USA bezogen habe. Ferner tauchen diese Prospekte noch echt häufig auf. Druckerzeugnisse die das Werk eingezogen hat, wie die Festschrift von Rödiger, sind dagegen absolute Raritäten.

Im Buch "Das Messealbum" ist ein 1962 auf der Frühjahrsmesse ausgestellter Wage zu sehen, mit der typischen Messebeschrifteten Windschutzscheibe. Von der Form und Größe sieht es aus wie Wartburg 312. Allerdings ist die 312 in der Scheibenwölbung und durch die Auflösung nicht lesbar. Es würde aber zu den Messeinformationen passen.

Das die Abteilung Werbung - Messen des VEB Automobilwerk Eisenach ohne Rücksprache einen Namen ausdenkt, Werbematerial druckt und das Ganze dann auch noch publiziert ist für mich nicht vorstellbar.

Interessant wäre der Grund für die Abkehr der Typbezeichnung. Neben der erwähnten 1000, die einem 312 ja nich im Wege gestanden hätte glaube ich da an ökonomische und vertriebstechnische Gründe, da so der Wagen (und auch die Ersatzteile) als 311 weiterhin ex- bzw. von dem Empfängerländern importiert und zugelassen werden konnte.
Viele Grüße

Carsten

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Re: 312 Die Frage nach der richtigen Nummer (zusammengeführt

Ungelesener Beitragvon Mossi » Samstag 23. März 2013, 11:00

"Das die Abteilung Werbung - Messen des VEB Automobilwerk Eisenach ohne Rücksprache einen Namen ausdenkt, Werbematerial druckt und das Ganze dann auch noch publiziert ist für mich nicht vorstellbar."

Und wenn genau diese Vermutung die Schwachstelle in der Argumentation ist?

Selbst wenn die Nomenklatura dann im Rahmen der Nachvollziehbarkeit und zur Verwechselungsminimierung angepasst wurde, an welche sollen wir uns nun, 50 Jahre später, auch um massive Mißverständnisse zu vermeiden, halten?

Die des Entwurfes?
Die der internen Verwendung?
Die der Publikationen (inkl. der nachträglich geänderten Bezeicnhnungen)?
Die des Volksmundes?
Die der nachträglichen plausiblen Einordnung?

Ich denke, man fährt mit der Benennung 311, 311-1000 und 312 nicht sonderlich verkehrt. Sofern die böse Schrägstrichformulierung 312 + irgendwas nicht fällt. Danach weiß meistens keiner mehr, worum es geht.... spätestens wenn ich sage, ich habe einen 312-108 kuckt der bewanderte Besserwisser immer komisch....
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Re: 312 Die Frage nach der richtigen Nummer (zusammengeführt

Ungelesener Beitragvon carsten » Samstag 23. März 2013, 18:06

Mossi hat geschrieben:"Das die Abteilung Werbung - Messen des VEB Automobilwerk Eisenach ohne Rücksprache einen Namen ausdenkt, Werbematerial druckt und das Ganze dann auch noch publiziert ist für mich nicht vorstellbar."

Und wenn genau diese Vermutung die Schwachstelle in der Argumentation ist?


Dann hätte das sicher zu einer Personalveränderung geführt :D .


Mossi hat geschrieben:Ich denke, man fährt mit der Benennung 311, 311-1000 und 312 nicht sonderlich verkehrt. Sofern die böse Schrägstrichformulierung 312 + irgendwas nicht fällt.


Sehe ich genauso, zumal oft der 311 vor dem 1000er mittlerweile ja als Neunhunderter bezeichnet wird. Wer hätte gedacht, dass man (bzw. das Fahrzeug) mit weniger Hubraum und einem rückständigeren (komisches Wort) Fahrzeug mal mehr Anerkennung bekommen kann. :shock:
Viele Grüße

Carsten

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