Drehstrom ???

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Samstag 28. Januar 2012, 18:34

WABUFAN hat geschrieben:Der Trafo PR 1 liegt immer an Spannung. Damit ist die Sekundärspannung vorhanden.
Daher leuchtet die Anzeigeleuchte immer.


Ah, ok, bei mir fällt der Groschen pfennigweise.

PT1 macht also aus 400V auf der Eingangsseite 36 Volt auf der Ausgangsseite ?
(Wie bei meiner guten alten Modellbahn, oder beim Handy(Stecker)netzteil) nur das hier 36 V Wechselspannung rauskommen ?

Zwischen N und L3(an der Zange) entsteht dann also quasi ein geschlossener Stromkreis, der nur für die Steuerung/Regelung zuständig ist ?

L1 und L2 versorgen außer dem Trafo PT1 nur noch die Schweißzange, diese allerdings nur wenn das Schütz schließt.

Nur fürs eigene Verständnis habe ich da schon wieder 2 Fragen ???

Wofür ist die Schleife an PT3 ? Rückmeldung das Strom fließt ?

Und wofür sind die 50V Gleichstrom ??

Ich hoffe ich nerve Dich nicht {winken} {winken}
Viele Grüße

Carsten

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WABUFAN
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 29. Januar 2012, 08:19

carsten hat geschrieben: ... PT1 macht also aus 400V auf der Eingangsseite 36 Volt auf der Ausgangsseite ? ( Wie bei meiner guten alten Modellbahn, oder beim Handy - ( Stecker - ) netzteil ) nur das hier 36 V Wechselspannung rauskommen ? ...

Genau so ist es.
ABER : In der Beschreibung auf Seite 5 unter dem 1. Bild und unter Überschrift " ... Schweissen ohne Stromflusskontrolle " steht ... " ... eine Wechselspannung von 42 V und speist das Relais PRS mit Gleichspannung. ... "
Auf deinen Bildern aber hat der Trafo PT 1 36 V~ ....

carsten hat geschrieben: ... Zwischen N und L3(an der Zange) entsteht dann also quasi ein geschlossener Stromkreis, der nur für die Steuerung/Regelung zuständig ist ? ...

Genau so ist es.
Hier würde ich sagen : Der Stromkreis ist für die Steuerung des Schützes zuständig.
Warum man das nicht mit den 400 V~ gemacht hat ? Keine Ahnung - würde aber auch funktionieren.

carsten hat geschrieben: ... L1 und L2 versorgen außer dem Trafo PT1 nur noch die Schweißzange, diese allerdings nur wenn das Schütz schließt. ...

Genau so ist es.

carsten hat geschrieben: ... Wofür ist die Schleife an PT3 ? Rückmeldung das Strom fließt ? ...

PT3 ist ein normaler Transformator. Die Primärseite besteht hier aus dickem Draht und durch diesen Draht fliesst der Strom der Schweisszange. Zieht die Zange weniger Strom ist die Sekundärspannung niedrieger. Nach Gleichrichtung über den Brückengleichrichter ändert sich die Anzugszeit des Relais PRS und entsprechend die Schweisszeit. Damit gleicht man Widerstandsänderungen an der Schweissstelle aus.

Eine Besonderheit gibt es auch auf der Sekundärseite des Trafos PT 3 :
Der Kondensator CS 4 von 4 µF. Mit der Sekundärwicklung ergibt das bei 50 Hz Netzfrequenz einen Resonanzkreis. Da auch 60 Hz Netzfrequenz zugelassen sind, wird bei 50 Hz die Resonanz dieses Schwingkreises ausgenutz, um bei der niedrigeren Frequenz eine gleiche Sekundärspannung V~ zu erhalten. Damit entfällt die Abhängigkeit von der Netzfrequenz !
Beispiel : Mein Trafo hat 230 V~ und liefert 5 V~ bei 50 Hz. Verdoppelt man nun die Freuqenz auf 100 Hz bei gleicher Primärspannung, ergibt das die doppelte Sekundärspannung - somit 10 V~ !
Wollte man die Zange nun an 230V~ betrieben, müsste auf den Trafo sekundärseitig mehr Windungen ( + ca. 70 % ) aufgebracht werden, um ähnliche Bedingungen wie zum 400 V~ Betrieb zu haben.

carsten hat geschrieben: ... Und wofür sind die 50 V Gleichstrom ?? ...

Das Relais PRS ist ein Gleichstromrelais.
Daher der Brückengleichrichter.
Wenn man 36 V~ gleichrichtet, erhält man nach der Gleichrichtung den Scheitelwert der Wechselspannung.
Dieser Scheitelwert ergibt sich aus Wurzel 2 und ist 1,41. 36 V~ x 1,41 = 50,1 V=.

carsten hat geschrieben: ... Ich hoffe ich nerve Dich nicht ...

Niemals - nöö - nie ...

Frage von mir : Wie wird der Schweissvorgang ausgelöst ? Ist das mit der Zange gekoppelt oder ist das ein extra Druckknopf ?
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 29. Januar 2012, 10:33

Hier noch mal schnell 2 Bilder von der Verdrahtung der Zange.

K1024_IMG_8498.JPG

Man beachte die Kabelummantellung zum Trafo.

K1024_IMG_8497.JPG
Viele Grüße

Carsten

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 29. Januar 2012, 19:51

Trotz eisiger Kälte habe ich heute die Schweißzange neu verdrahtet.

Um die Kabelverstärlung weiterzunutzen habe ich die einzelnen Drähte gezogen. Bei 2 davon kann man sehr schön die Schadstelle sehen.

Abschließend habe ich mit der Punktzange mal einen Schweißpunkt gesetzt und die Ausknöpfprobe gemacht.

Der Punkt hält, das Blech reisst, so muss es sein. Und das beim 1. Versuch.

Auf Grund dieses Erfolgserlebnisses (und schneidender Kälte) habe ich von einer Lastprobe durch setzen mehrerer Punkte erstmal abgesehen.



Hier gibt es die Bilder:
http://www.die-besten.de/wartburg/bilde ... thumb.html



Mein spezieller und besonderer Dank noch mal an WABUFAN.

Ich hoffe die Neu-Verkabelung kann in deinen Augen bestehen. {anbeten}
Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 29. Januar 2012, 20:00

Dieser Trafo den ich da sehe ist das der Schweisstrafo ?
Der sieht mir sehr klein aus. Es kann aber sein, das hier das Blechpaket nach hinten verlängert wurde.

Aber sonst ist die Verdrahtung so in Ordnung.
Man muss immer daran denken, das 1.000 V bei 75 % Luftfeuchtigkeit 1 mm Strecke für einen Überschlag brauchen.

Der Schweisspunkt sieht für den " ersten Punkt " sehr gut aus !

Viel Spass beim Punkten und Strichen : ... --- ...
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 30. Januar 2012, 07:47

WABUFAN hat geschrieben: ... Wie findet man die Ader für L 1 wenn 2 schwarze Kabeladern vorhanden sind ?
" Zwischen Himmel und Erde ist Leiter 1 ... ! "
Himmel = blau ( Neutralleiter)
Erde = grün / gelb ( PE )
L 1 = das dazwischen liegende schwarzes Kabel ist es. ...


Das habe ich einmal auf deinem Bild eingezeichnet :

Kabelbelegung_Drehstrom.jpg

Der Schutzleiter PE ( grün / gelb ) hätte ich 2 cm länger angelegt ...
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 30. Januar 2012, 08:12

WABUFAN hat geschrieben:Der Schutzleiter PE ( grün / gelb ) hätte ich 2 cm länger angelegt ...


Der ist schon etwas länger, als die anderen Kabel.

Wenn einmal zu stark am Kabel gerissen wird, wird der als letztes getrennt, oder gibt es noch einen anderen Grund den länger zu lassen ?
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 30. Januar 2012, 19:57

Der Schutzleiter muss als letzter getrennt werden.
Ist zur persönlichen Sicherheit, wenn ein Aussenleiter Gehäuseschluss hätte ...

Noch eine Frage hätte ich :

Trafo_SchweissZange.jpg

Die Masse des Trafokernes wüsste ich gerne.
Also Länge x Breite x Höhe.
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 30. Januar 2012, 23:21

WABUFAN hat geschrieben:Noch eine Frage hätte ich :
Trafo_SchweissZange.jpg

Die Masse des Trafokernes wüsste ich gerne.
Also Länge x Breite x Höhe.


Reiche ich gerne nach.
Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon Autolali » Dienstag 31. Januar 2012, 00:12

Ist das eine Dalex-Zange?Wo hast Du sie Erstanden?

gruß Steffen
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 31. Januar 2012, 08:06

WABUFAN hat geschrieben:Noch eine Frage hätte ich :
Trafo_SchweissZange.jpg

Die Masse des Trafokernes wüsste ich gerne.
Also Länge x Breite x Höhe.


97 x 90 x 90 mm
Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 31. Januar 2012, 11:10

Autolali hat geschrieben:Ist das eine Dalex-Zange?Wo hast Du sie Erstanden?

gruß Steffen


Zange und Steuergerät sind von ARO, die Teile wurden baugleich (und mit gleicher Typbezeichnung) auch von Dalex verkauft.

Gekauft habe ich die von 2 Jahren und nach einigen Monaten herumgesuche über E-Bay. Preis war 157 Euro, wobei andere oft das 3-4-fache bezahlt haben.

Wichtig war für mich auch der Umstand, dass nicht nur 1 Satz Schweißarme dabei sind sonden auch noch lange und kurze Arme. Die Teile gehen meist schon ordentlich ins Geld.

Und die original Dokumentation war auch dabei, wie man sieht ein unschätzbarer Vorteil, falls mal was nicht funktioniert.

Mein Glück war die ungeschickte Produktbeschreibung "Punkt - Schweißgerät". Außerdem wurde nur Abholung angeboten (tel. Rückfrage ergab aber das Versand doch möglich ist).

Neue Zangen gibt es ab ca. 260 Euro, da ist dann aber leider nur ein Satz kurze Arme dabei.
Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Dienstag 31. Januar 2012, 12:51

Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 14. September 2017, 09:27

Ich hätte mal eine Frage zu Thread

http://w311.info/viewtopic.php?f=6&t=12 ... 21#p130892

der ist leider gesperrt, darum versuche ich jetzt hier.

Ich habe das alte Schweißgerät abgegeben und ein nahezu baugleiches bekommen, dass aber besser erhalten und wenig genutzt ist und einen Stoßpunkter dabei hat.

Das neue hat die gleiche Technik wie das alte. Ist innen leider wohl mal feucht geworden und leicht oxidiert.

Da das Schütz nicht mehr so toll aussieht und nicht anzieht mal die Frage, kann man den Schütz gegen ein neueres Bauteil tauschen ? Beschriftet ist das/der mit 50~ 36V 25A.

Ich habe da leider wenig (bzw. keine) Ahnung. Geht dieser hier ?
Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 14. September 2017, 10:17

carsten hat geschrieben:.... kann man den Schütz gegen ein neueres Bauteil tauschen ? Beschriftet ist das/der mit 50~ 36V 25A.

Schütze gibt es in allen nur erdenklichen Bauformen. Wichtigste Eckdaten bei den elektromechanisch angetrieben (es gibt z.b. auch welche mit pneumatischen Antrieb) Dingern sind:

  • die Anzahl und Art der Kontakte (Öffner/Schließer/Wechsler/etwaige Hilfskontakte)
  • die Strombelastbarkeit der Kontakte (Nennstrom)
  • die Stromart für welche die Kontakte geeignet sind (Gleich-/Wechselstrom)
  • die Nennspannung der Leistungsseite (z.B. 230/400/600/1000V)
  • die Nennfrequenz der Leistungsseite (z.B. 50/60Hz)
  • die Nennspannung, Stromart und Nennfrequenz der Spule
Danneben gibt es weiter Kennwerte, wie z.B. die Bauform, die Schutzart, die Gebrauchskategorie (rein ohmsche Last, bzw. induktive Last), deren Aufzählung jetz hier aber zu weit führen würde.

Nach der Beschriftung Deines Schützes ist dies eines mit einem Nennstrom von 25A auf der Leistungsseite, mit 36V Nennspannung der Spule und einer Nennfrequenz von 50 Hz, wobei diese für die Spule gelten sollte. Wenn Du nun noch die Anzahl und Art der Kontakte ermittelst und heraus bekommst, welche Spannung und welche Stromart Dein Schütz schalten können muss, findest Du auch problemlos Ersatz - aber nicht wundern, die Dinger sind heute viel kleiner als früher.
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Donnerstag 14. September 2017, 10:39

Ich habe nur die Daten aus den Unterlagen im genannten Drehstrom-Thread.

Geht so etwas ?

http://www.ebay.de/itm/like/39163060350 ... dispItem=1
Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 14. September 2017, 11:32

Das ist ein stino Drehstromschütz (z.B. zum Schalten von Asynchronmotoren) mit einem Hilfskontakt als Schließer zum Aufbau z.B. einer Selbsthaltung (zum Schalten mittels zweier Tasten Ein/Aus). Falls dein altes Schütz nicht irgendwelche Gimmicks hat, sollte dies gehen. Mach doch einfach mal ein Foto von Deinem Teil oder zeige mal den Schaltplan Deines Gerätes, dann erkennt man schon mehr.
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 15. September 2017, 09:15

bic hat geschrieben:.... oder zeige mal den Schaltplan Deines Gerätes, dann erkennt man schon mehr.

Sorry, ich hatte nicht gesehen, dass hier der Plan schon am Anfang veröffentlicht war. Also, das gezeigte Schütz sollte nach den angegebenen Daten funktionieren, ein Kontakt und der Hilfkontakt bleiben dann halt unbelegt. Natürlich kannst Du auch mal nach zweipoligen Schützen Ausschau halten (z.B. Siemens Onlinekatalog), für die reine Funktion muss es aber nicht sein. Vorsichtig wäre ich mit dem Umsatnd, dass das Teil aus China stammt, nicht umsonst muss man bei Markenfabrikaten noch eine 0 am Preis dranhängen. Schau doch mal nach Siemens, ABB, Eaton, etc.
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Freitag 15. September 2017, 14:35

Vielen Dank für die Ausführungen.

Beim ersten Testen hat die Betriebsleuchte schwach geleuchtet und das Schütz hat nicht angezogen.

Dafür ist die Sicherung geflogen. Ich habe also den Deckel abgenommen, die Sicherung wider eingeschaltet und festgestellt, dass das Unterteil des Schützes nur leicht flatterte und nicht angezogen wurde. Wenn das Unterteil in Postion gehoben wurde (mit einem Gummischlauch) konnte das Schütz die Position kurz halten und das Schütz fiel dann wieder ab. Einmal war Schweißstom da, aber danach flog die Sicherung beim Betätigen des Punkters.

Auf allen blanken Metall(Stahl)-teilen war ein feiner Pelz, wie beim Schimmelkäse. Der Rest sah super aus. Vermutlich hat beim letzten Betrieb sich das Innere des Kastens die Luft erwärmt und nach dem Wegpacken und Abkühlen sich die Feuchtigkeit nierdergeschlagen und Korrosion verursacht.

Im Haus war anschließend das Arbeitszimmer und die Badezimmerbeleuchtung stromlos ????

Nach einigem Suchen bin ich dann drauf gekommen, dass eine Sicherung der Phasen geflogen ist. Sicherung erneuert und Zack Strom wieder da.

Gestern bin ich dann Abends nochmal in die Garage, da ich schon vermutet (gehofft) habe, dass dem Schütz eine Phase (wegen der Sicherung) fehlte.
Und siehe da, der Schütz funktioniert und die Sicherung fliegt. Dann die Kontakte mit der Kontaktfeile blank gemacht und alle Verschraubungen, Potis und mit weißer Schicht überzogenen Schrauben mit WD40 versorgt. Das weiße verschwindet und wie Zauberei sieht es nun aus wie neu.

Jetzt ist das Licht der Betriebsleute satt hell und nachdem die Sicherung anfangs noch flog, funktioniert der Stoßpunkter nun tadellos.
Schauen wir mal, wie lange das so bleibt.
Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Freitag 15. September 2017, 21:25

VIELEN DANK, dass der Beitrag wieder geöffnet ist, zusammengführt wurde und fortgesetzt werden kann. :smile:

Das Schweißgerät funkioniert nun scheinbar, aber ein paar kleine Probleme gibt es doch noch.

Die Sicherung fliegt bei höherem Schweißstrom.

Der Schweißsstrom lässt sich in 6 Stufen einstellen.

In Stufe 1 ist alle OK und alles stabil.

In Stufe 2 fliegt die Sicherung manchmal bei Betätigen des Punkters. Bei häufigem betätigen (wie beim Morsen) fliegt die Sicherung definitiv.

In Stufe 3 fliegt die Sicherung sehr Wahrscheinlich.

In Stufe 4-6 fliegt die Sicherung definitiv.

Wenn man in Stufe 1 den Punkter auslöst und dann den Schweißsstrom erhöht geht es bis Stufe 4. Bei Stufe 5 fliegt die Sicherung.
In Stufe 4 kann man dann sogar Schweißen. Aber sobald man den Schalter am Punkter löst und neu auslöst fliegt die Sicherung.


Das Netz hat mehrere Sicherungen.

In der Garage sind die 3 Phasen für den Drehstrom mit Automaten. Jeweils B20.
Im Keller dann 3 Phasen für den Drehstrom mit Automaten. Jeweils B30.
Und dann davor 3 Phasen mit D20 35A Schraubsicherungen (vor dem Verteiler für den Hausstom).
Und davor wiederum 3 Phasen größere Schraubsicherungen am Hauptanschluss vor dem Stromzähler.

Bei niedrigem Schweißstrom fliegt mal die eine, mal die andere Phase in der Garage.

Bei höhrere Schweißstrom fliegt mal die eine, mal die andere Phase in der Garage und/oder eine Phase im Keller.

Welche Optionen habe ich nun. Ich bin für konstruktive Vorschläge mehr als dankbar. {anbeten}

Das Gerät ist ein CD12a und bis auf die Regelung identisch mit dem o.g. D12a.
Viele Grüße

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 16. September 2017, 06:22

Der Strom durch die Schweisszange ist immer gleich. Es wird nur die Zeitdauer verändert.
Wollte man die Leistung ändern, müsste man die Zange nicht zwischen den Aussenleitern L1-L2, L2-L3, L3-L1 und 400 V~ betreiben, sondern zwischen einem Aussenleiter und dem Neutralleiter L1-N, L2-N, L3-N mit 230 V~ .

Der Einschaltstrom ist das Problem und der Zeitpunkt des Einschalten.
Da deine Sicherung 20 A und die Spannung 400 V~ ist, kann man maximal 8 kW pro Phase entnehmen.

Beim Einschalten hat der Trafo der Schweisszange den ohmischen Widerstand - der sich mit einem Ohmmeter messen lässt.
Nach dem Einschalten und im Betrieb hat der Trafo zusätzlich einen induktiven Widerstand, der von der Grösse des Kernes und der Windungszahl und der Belastung abhängt.

Das ist wie bei einer Glühlampe - z.B. 12 V / 21 W ist der Kaltwiderstand 0,8 Ohm ( der Strom bei 12 V x 15 A = 180 W ! ) und wenn sie leuchtet, ist der Warmwiderstand 6,8 Ohm und der Strom 1,75 A.

Man hat 2 Möglichkeiten :
- ein Widerstand begrenzt den Einschaltstrom und wird überbrückt
- man benutzt einen Nullspannungsschalter, der nur im Nullduchgang der Wechselspannung einschaltet. Auf Halbleitebasis ist das ein SolidStateRelais ...
SHARP stellt so etwas z.B. unter der Typenbezeichnung S216SE1 etc. her.
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Samstag 16. September 2017, 08:32

Hallo WABUFAN,

vielen Dank. Ich bin ja leider der totale Elektikunwissende. Ist für mich fast wie der Catweazle Elektik-Trick.

Ist es sinnvoll die Sicherungsautomaten zu ändern von B auf C ? Oder eine andere Klasse ?

Zu den 2 Möglichkeiten :
- ein Widerstand begrenzt den Einschaltstrom und wird überbrückt

Was ist das für ein Widerstand und wo kommt der hin ? Ist das einer oder für jede Phase einer ?


- man benutzt einen Nullspannungsschalter, der nur im Nullduchgang der Wechselspannung einschaltet. Auf Halbleitebasis ist das ein SolidStateRelais ...SHARP stellt so etwas z.B. unter der Typenbezeichnung S216SE1 etc. her.

Das Teil hat ja viele Beine...wo wird das eingesetzt ?

Entschuldige die vielleicht dummen Fragen, aber ich bin da echt weit von deinem Kenntnisstand entfernt. Ich bin da so gesehen auf Kindergartenniveau und du Universitätsprofesser {anbeten}
Viele Grüße

Carsten

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carsten
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Samstag 16. September 2017, 09:24

Viele Grüße

Carsten

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 16. September 2017, 10:28

carsten hat geschrieben:https://www.amazon.de/gp/aw/d/B00475BK5S/ref=mp_s_a_1_4?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85Z%C3%95%C3%91&qid=1505546437&sr=8-4&pi=AC_SX236_SY340_FMwebp_QL65&keywords=anlaufstrombegrenzer&dpPl=1&dpID=41zfc3jUDsL&ref=plSrch

Kann sowas das Problem beheben ??

Ja, aber nur wenn das Teil auch funktioniert, wenn -wie bei Dir- lediglich 2 der 3 Phasen genutzt werden - das wäre vorher abzuklären und wenn das Teil keinen negativen Einfluß auf das Schweißverhalten Deines Gerätes hat - dies wäre auszuprobieren. An sonst würde es wahrscheinlich schon reichen, geeignete LS-Automaten zu verwenden. Hier kämen jedoch nicht "C"-Automaten, sondern "D" oder noch besser "K"-Automaten (gegenüber "D" besserer Schutz im Kurzschlußfall) in Betracht, diese sind besser auf induktive Verbraucher (Motoren/Transformatoren) abgestimmt und lösen nicht so schnell bei kurzzeitig überschrittenen Nennstrom aus, hier einmal die Auslösekennlinien im Vergleich:

Ausloese.JPG

Die komische, abgeknickte Kurvenform kommt daher zustande, dass LS (Leitungsschutzautomaten)-Automaten immer zwei Auslösemechanismen haben, einmal eine magnetische Auslösung für schnelles Abschalten im Kurzschlußfall, dass ist diese, welche Dich im Moment bei den "B"-Automaten am Arbeiten hindert und im unteren Teil der Kurve dargestellt ist und einmal eine thermische Auslösung zum Schutz der Leitungen (es werden immer nur die Leitungen geschützt) gegen Überlast - dargestellt im oberen Kurventeil. Wie Du im oberen Teil des Diagramms erkennen kannst, ist das Verhalten im Überlastfall bei allen Varianten gleich, die Automaten unterscheiden sich nahezu ausschließlich in der magnetischen Auslösung. Während ein Standard "B"-Automat hier bei ungefähr dem 3- bis 5-fachen des Nennstroms auslöst, erfolgt dies beim "D" erst beim 10- bis 20-fachen des Nennstrom.

Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Du mit dem Austausch der LS-Automaten Erfolg haben wirst, wenn denn Dein Gerät i.O. ist (früher verwendete man für solche Teile übrigens träge oder extra träge Schmelzsicherung). Was Dir dann aber passieren kann ist, dass nun statt der 20A Automaten die 30A Automaten (übrigens eine ungewöhnliche Nenngröße) auslösen. Dann steht hier die selbe Aktion an, bzw. ggfls. der Austausch gegenüber 25A Schmelzsicherungen. Falls die 30A Automaten lediglich im Strompfad zur Garage sitzen und Deine Zuleitung zur Garage min. einen Querschnitt von 6 qmm hat, kann man auch über den Entfall nachdenken, die Absicherung der Leitung übernehmen dann die vorgeschalteten 35A D02-Sicherungen. Um hier etwas genaueres sagen zu können, müsste man aber den Aufbau Deiner Installation incl. der verlegten Querschnitte und Leitungslängen kennen - soweit wollen wir das aber erst einmal nicht treiben. An sonst scheint Deine Hausinstallation ja schon -na sagen wir mal- etwas ungewöhlich zu sein, eine derartige Staffelung von Sicherungsnenngrößen -35A, 30A, 20A- vermeidet man eigentlich, da so nicht wirklich sicher gestellt werden kann, welche der Sicherungen im Schadensfall dann tatsächlich auslöst - aber gut, dies führt jetzt zu weit.
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Samstag 16. September 2017, 23:27

Sind doch keine B30 sondern B25.

Die Drehstromverkabelung ist quasi ein gewachenes Konstrukt.

Ursprünglich war kein Drehstomanschluss in der Garage vorhanden. Daher wurde vom Sicherungskasten ein Kabel (Daumendickes Erdkabel) zur Garage verlegt und dort ein weiterer Sicherungskasten gesetzt. Von diesem gehen 3 Drehstromdosen ab. 1 x für den Kompresser. 1 x an der Werkbank und 1 x am Garagentor.

Später kam dann noch eine Drehbank im Keller dazu. Dafür wurde eine neue Dose gesetzt, die in die Leitung zur Garage zwischengesetzt
und abgesichert wurde.
Viele Grüße

Carsten

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 17. September 2017, 05:36

Sicherungen auf TRÄGE ändern ... - nicht so mein Ding ...

Vielleicht kannst Du bitte den Widerstand der Primärwicklung des Trafo's der Schweisszange am Stecker messen. Dann kennen wir den maximalen Einschaltstrom.

Ein Beispiel :
Wenn man da 5 Ohm messen wird, ergibt sich eine Stromspitze von 400 V~ x 1,41 = 564 V~ Scheitelwert und bei 5 Ohm fliessen dann 112,8 A was einer Leistung von 63,xx kW entspricht !
Da flackert bei Mutti in der Küche das Licht ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 17. September 2017, 09:18

Klar, kann ich versuchen. Wie und wo soll ich messen ? Multimeter habe ich.
Viele Grüße

Carsten

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 17. September 2017, 09:41

WABUFAN hat geschrieben:Sicherungen auf TRÄGE ändern ... - nicht so mein Ding ...

Wo ist das Problem? Wenn man sich an die in der Elektrotechnik geltenden Bemessungsregeln hält ist dies zulässig. Außerdem gibt es bei LS-Automaten kein "TRÄGE" und das was ich Carsten vorgeschlagen habe, ist völlig i.O. Wie ich sinngemäß schon schrieb, wenn man das Netz kennen würde, könnte man noch viel weiter gehen - eine Angabe, wie "daumendickes Kabel" hilft dafür natürlich nicht wirklich, meine Daumen sind wahrscheinlich dicker als Carsten seine :shock:

WABUFAN hat geschrieben:Wenn man da 5 Ohm messen wird, ergibt sich eine Stromspitze von 400 V~ x 1,41 = 564 V~ Scheitelwert und bei 5 Ohm fliessen dann 112,8 A was einer Leistung von 63,xx kW entspricht ! Da flackert bei Mutti in der Küche das Licht ...

Mal davon abgesehen, dass Du nicht so einfach alle strombegrenzenden Parameter ignorieren kannst und es sich in der Elektrotechnik bei Angaben von Strom und Spannung aus Gründen der Vergleichbarkeit vereinbarungsgmäß immer um den Effektivwert handelt (wenn nicht anders angegeben), reicht ein 20A "K" oder "D" -Automat sogar für Deine Î 112,8 A. Denn wie oben zu erkennen ist, liegt der Auslösepunkt der magnetische Auslösung erst beim 10 bis 14 fachen des Bemessungsstrom, daher zwischen 200 und 280A (Effektivwert). Bei den "K"- und auch "D"-Automaten spricht daher die magnetische Auslösung bei Deinen Î 112,8 A (80A effektiv) erst überhaupt nicht an und irgendwo im Bereich ab etwas über 1s (80A : 20A = 4 facher Bemessungsstrom) wird dann die thermische Auslösung wirksam. Dies ist soweit alles i.O., denn was immer vergessen wird, die LS (Leitungsschutz)-Automaten (und auch die Schmelzsicherungen) schützen nie irgendwelche Geräte, sondern immer die Leitungen derart, dass diese trotz Kurzschlüsse und Überlast ihre projektierte Lebensdauer von 20 Jahren (PVC-isolierte Kabel und Leitungen) auch erreichen, also nicht schon vorher abfackeln oder die Isolierung vorzeitig unbrauchbar wird. Im konkreten Fall bei Carsten bleibt also der Schutz auch erhalten, wenn er die "B"- gegen K"- oder "D"-Automaten auswechselt - Voraussetzung hierfür ist natürlich, das aktuell alles ordnungsgemäß bemessen und dimensioniert ist.

Also verwirre Carsten bitte nicht mit Deiner eher elektronischen Betrachtungsweise :shock:
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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 17. September 2017, 19:59

Also verwirre Carsten bitte nicht mit Deiner eher elektronischen Betrachtungsweise


Eigentlich werde ich ganz gerne mal verwirrt, zumal mir dabei ja auch gelegentlich mal ein Licht aufgeht.

Also bitte WABUFAN weiterposten.

Bezüglich der Sicherungen habe ich auch schon geschut gehabt, aber die D-Charakter Teile haben den Hinweis: "(Nur für Industrieanwendungen und sonstige spezielle Einsatzbereiche zulässig - nicht zulässig für Hausinstallationen)".

http://www.schalterversand.de/Sicherung ... -Euro.html

https://www.ksh-technik.de/de/kopp/kopp ... 4-ve-1-stk

Ich habe mal ein paar Bilder hochgeladen, die das Innenleben zeigen.

Der Schweißstromschalter hat zwei Schleifkontakte.

Der eine läuft innen , direkt um die Schalterachse und der andere außen und hat verschiedene Ratenstellungen.
Die Kabel sind passend zur Stellung des Schalters beschriftet.


IMG_20170917_122845[1].jpg
Dalex





Hier noch alle Bilder vom Innenleben:
http://www.blechfreund.de/bilderseiten/ ... thumb.html
Viele Grüße

Carsten

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Re: Drehstrom ???

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 18. September 2017, 08:18

Ich gehe halt immer von schwirigsten Fall aus ...
Aber Rene hat schon recht - eher im " Volkston " schreiben ...

Ich versuche immer die Einschaltstromstösse so gering zu halten wie es geht.

Um die Impedanz des Stromnetzes ( Spannungseinbruch bei Belastung ) messen zu können ...

NSM_2.JPG

... nutze ich ein Netzschleifenwiderstandsmessgerät NSM II von VEB Heilbad Heiligenstadt.
Nach einer Neuintallation sehr hilfreich.

Ein Beispiel was auch passieren kann.
In einem Wandler STARON 2243 für 12 V= / 230 V~ 50 Hz hatte ich am Ausgang einen Kondensator 4 µF / 250 V~ parallel zu einer 40 W - Leuchtstroffröhrenarmatur zur Phasenschiebung auf cos phi = 1 geschalten.
Beim Einschalten ...

4_BUZ_11.JPG

... tat es eine Schlag mit Qualmwolke. Die eingebaute 25 A - KFZ Sicherung merkte davon nichts. Die eingebaute Strombegrenzung funktioniert erst nach Anlauf einer Schaltung ( IC B 260 ) zur Spannungsregelung per RWM. Pech gehabt !
Und viel Arbeit mit Lötkolben und neuen Transistoren.

Also nun wieder zur Schweisszange.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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