Wartburg 353 als Fahranfänger

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Pikofan
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Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Pikofan » Sonntag 26. Juli 2015, 14:04

Ganz einfache Frage:
Ist ein Wartburg 353 für Fahranfänger empfehlenswert? Hab mich schon seit mehreren Jahren in das Auto verguckt. {blinzel} Er wäre dann ein Alltagswagen(tägliche Strecke ca.70km).
Nach den Kosten frag ich jetzt mal nicht, steht ja schon alles im Forum.
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Sonntag 26. Juli 2015, 14:56

Der Tousist meines Vaters war eines der ersten Autos, mit denen ich selbst gefahren bin.
Halte ihn für ein gutes Anfängerauto, wenig Ablenkung, viel direktes Fahrgefühl, einfache Bedienbarkeit.
Ein wenig Rücksicht auf die bauartbedingten Nachteile im Vergleich zu modernen Mistkrücken ist natürlich angebracht. Geziehltes Üben der teils grundsätzlich anderen Verhaltensregeln im Grenzbereich im Gegensatz zum Fahrschulauto (ohne ABS) ist aber absolut Pflicht. Passive Sicherheit ist auch akzeptabel - zumindest im Vergleichzu aktuellen Kleinwagen a la Citroen AX, Peugeot 106 usw.

70km am Tag ist eine Hausnummer - das läppert sich. Du solltest Dich darauf einstellen, dass besonders in der Anfangszeit an dem Auto einiges zu tun sein wird, immer mal wieder. In Eigenleistung erfüllt ist das aber dennoch unschlagbar günstig. Auch die sich aus meiner Sicht beim Alltagsoldtimer ergebende moralische Pflicht, das Auto nicht herunterzurödeln, sondern zu pflegen, fordert einiges an Zeit (Hohlraumkonservierung, jährlich min. 1/2 Tag Rostbekämpfung incl. Pinselarbeiten,...)
Ich mache es bei meinem 1988er Benz (und der ist ab Werk deutlich besser Rostgeschützt, als ein 353er) bei jedem Räderwechsel - und es findet sich immer was!
Suche ständig Schrauben M8 Schlüsselweite 14 und frühe ESKA-Schrauben!
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Friesentrabi » Sonntag 26. Juli 2015, 16:26

Herzlich willkommen im Forum.

Sicherlich kann man ihn als Anfängerauto fahren. Allerdings musst Du auf jeden Fall das sichere Handling mit diesem speziellen Fahrzeug üben. Lenkung, Straßenlage, Bremsen (Pedale), Schaltung und vor allem der Umgang mit einem Zweitaktmotor inkl. einem Getriebe, dass am bequemsten aber eben ohne Motorbremse im Freilauf zu fahren ist. Auch das Tanken ist anfangs etwas Übungssache. Man muss schon nahezu genau wissen, wie viel noch in den Tank passt, wenn man an der Zapfe steht. Dh man sollte das Verhalten der eigenen Tankanzeige kennen und dies in Verbindung mit dem Kilometerstand und dem Verbrauch betrachten. Denn die entsprechende Ölmenge muss für das Gemisch vorher berechnet werden.
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Sonntag 26. Juli 2015, 18:02

Es passieren (auch alten Hasen) immer mal wieder Situationen, wo man sich überschätzt. Das ist ganz natürlich.
Als Fahranfänger evtl. öfter, da einige Erfahrungen einfach noch fehlen.
(Das sollte bitte keiner persönlich nehmen...)

In diesen Situationen, die dann wirklich brenzlig werden können, hat der Wartburg nicht die Sicherheitsreserven, die ein moderneres Fahrzeug bietet.
Das sind vor allem die Bremswege und das fehlende Beschleunigungsvermögen beim Überholen. Und in letzter Konsequenz im Fall der Fälle fehlende Airbags...

Ich würde davon abraten.
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon mimi311 » Sonntag 26. Juli 2015, 18:15

Ich finde die Frage etwas merkwürdig.
Meiner Meinung nach ist ein Auto ohne technische Hilfsmittel eher als Anfängerauto geeignet, da es einem schneller die physikalischen Grenzen zeigt und man sich von Anfang an ein defensiveres Fahren aneignet.
Mein Anfängerauto war damals ein Wartburg 353 und darauf habe ich fahren gelernt, mit Auslotung der oben beschriebenen Grenzen und es hat mir nicht geschadet.
Grüße Andreas

Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln:
Erstens durch Nachdenken, das ist der Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der Bitterste.

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon dolphingrey » Sonntag 26. Juli 2015, 20:13

Mein Anfängerauto hab´ ich heute noch :smile: und zwar meinen kleinen Delphingrauen. Ich hab´ ihn auch behalten als ich andere Alltagswagen hatte. Im Nachhinein betrachtet hat´s ihm nicht geschadet, ich musste bei ca. 80000 die Kupplung wechseln und heute hatter um die 136000 drauf [Drehzahlmesser] .
Heutzutage würde ich ´nen Warti nicht als Anfängeralltagsauto nutzen.
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon zwinsch » Sonntag 26. Juli 2015, 22:58

Ich weiß nicht ob ich einen 353er als alltagsauto bei der Strecke fahren würde aber an sich finde ich spricht da als Anfängerauto nichts dagegen denn wenn man einen 2er Golf oder so etwas als erstes Auto fährt hat man auch keinen Airbag oder andere kleine Helferlein.
Ich finde es eh nicht gut das nur in neuesten Autos Fahrschule gemacht wird
Mit einem alten Auto lernt man halt gleich vorausschauend zu fahren und sich auch um sein Auto zu kümmern {top}
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Montag 27. Juli 2015, 08:23

Hier einen realistischen Tipp abzugeben, welcher genau auf Dich "Pikofan" zutrifft ist schwierig. Deine "ganz einfache Frage" ist nämlich gar nicht so einfach, wenn man mal etwas genauer nachdenkt. Es gibt einige Fragen, welche Du Dir selber stellen musst:

    1. Habe ich die technischen Fähigkeiten und die Schraubermöglichkeit (Garage) das Auto im Alltagsbetrieb fahrbereit zu halten?
    2. Wenn nicht, habe ich Personen an der Hand die mir da helfen können? - Werkstatt eines Freundes
    3. Habe ich die Zeit, mich um die Pflege und Wartung zu kümmern?
    4. Weiß ich wo ich Ersatzteile bekommen kann?
    5. Habe ich die finanziellen Mittel um das Auto zu unterhalten und gegebenenfalls reparieren zu lassen?

Einfach gesagt kann man mit Punkt 5 fast alle vorherigen Punkte kompensieren, nur wer von uns kann und will das? Der Wartburg braucht Pflege und eine Werksgarantie für die nächsten 10.000km ist auch nicht mehr möglich. :-|

Einen Rat möchte ich Dir ungern geben, da ich Dich, Deine Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht kenne, aber mit den obigen Punkten kannst Du wohl sehr gut selbst entscheiden ob für Dich ein 353 in die engere Wahl kommt. Das Thema Sicherheit will ich hier mal nicht mit einbeziehen, klar ist der Wartburg 353 nicht auf dem Stand eines Autos aus dem 21. Jahrhundert.

Gruß Maddin

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Warre 1000 » Montag 27. Juli 2015, 09:25

Ich schliesse mir an mit Tomtom und Martin Rapp.

"hat der Wartburg nicht die Sicherheitsreserven, die ein moderneres Fahrzeug bietet."
"Habe ich die finanziellen Mittel um das Auto zu unterhalten und gegebenenfalls reparieren zu lassen?"
"klar ist der Wartburg 353 nicht auf dem Stand eines Autos aus dem 21. Jahrhundert."

Wir haben ein Hyundai Getz Bj 2006. Er hat gut gelaufen im 9 Jahren. Sind das ein Alternativ?

Selbst wenn Ich Rentner bekommt, kaufe Ich wahrscheinlich ein Wartburg Tuorist als Alltagsauto. Mit wenige kilometer hat das keine grosse ekönomishe Bedeutung, das er 9 l/km verbraucht und nicht 5 l/km. Ich bekomme deprimiert, wenn Ich die Motorhaufe öffnen an eine moderne Auto. Es gibt kein Platz für der Hand zu einstecken, und Kabeln und Schlauchen geht hin und hier. Und was kann das Fehl sein? Wahrsheinlich eine electronische Geber, wo man nicht gesehen können.

Wie gut und einfach der Wartburg doch sind!
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Montag 27. Juli 2015, 11:08

Es ist weniger die Frage, ob der Wartburg für den Fahranfänger geeignet ist, als vielmehr die, ob der Fahranfänger für den Wartburg geeignet ist. Ich bin als Fahranfänger Trabant gefahren und würde sagen, wir waren (und sind) beide füreinander geeignet. Es setzt aufseiten des Fahranfängers voraus, daß er bereit ist, mit einem Auto mit Technik aus den 1960er Jahren auszukommen, anfallende Reparatur- und Wartungsarbeiten selbst zu erledigen und sich auf die im Vergleich zu heute geringen Beschleunigungs- und Verzögerungswerte einzulassen. Ich überhole z.B. ausgesprochen selten und nur bei absolut idealen Bedingungen. An sich ist das für jedes Auto ratsam, aber die anderen merken ihre Grenzen nicht so sehr. Von der Handhabung her finde ich den Trabant angenehmer als den Wartburg, aber das ist Geschmackssache. Ich würde jederzeit wieder als Anfänger auf dem Trabant starten, aber, wie gesagt, ich bin auch kein typischer Autofahrer. Westauto habe ich gar keins und will auch keines; ich war so froh, als ich vom 4er Fahrschulgolf endlich auf meinen Trabant umsteigen konnte...
Zitat des Prüfingenieurs: Ah, Wartburg! Die Perle der Landstraße!

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Pikofan » Montag 27. Juli 2015, 12:05

Vielen Dank für die vielen Ratschläge und Meinungen,
ich sehe ja, die Meinungen gehen auseinander aber ich durchdenke alles nochmal. Deswegen habe ich erstmal hier gefragt.
Auf alle Fälle steht fest, irgendwann hol ich mir nen Warti.

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon henner2203 » Montag 27. Juli 2015, 20:09

Hallo Pikofan,

auch mein erstes Auto war der 353er, jedoch hatte ich zu dem Zeitpunkt schon 4 Jahre meinen Lappen und eine Menge Fahrpraxis. Hinzukommt, dass ich nicht auf ein Auto angewiesen war oder bin.
Wenn Du aber darauf angewisen bist, täglich, bei jedem Wetter, mit dem Auto zur Arbeit zu fahren und dann noch eine beachtliche Strecke zu fahren hast, wird es schnell ziemlich teuer.
An einem so alten Auto ist gerade in der Anfangsphase eine Menge zu tun und es kommt eines nach dem anderen.

Ist der Wartburg eines von zwei Fahrzeugen, so ist das alles kein Problem. Dann kann man auch einmal den Wagen wechseln, wenn etwas repariert oder aber ein Fehler gefunden werden muss.
Stell dir vor, eine Kleinigkeit geht kaputt, du hast aber das Ersatzteil nicht vor Ort, musst aber am nächsten Morgen um 08.00 auf der Arbeit sein?!

Trotzdem will ich Dir den Mut nicht nehmen, ein Wartburg ist ein tolles Auto, mit guter, solider Technik und nebenbei ein ganz tolles Hobby. :-)

LG Henning

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Warti353 » Samstag 1. August 2015, 08:45

Hallo,

ehrlich...ich würde aus den gesagten Gründen von Tom auch dringend abraten.Es gibt soviele Möglichkeiten auch ohne den Wartburg,den du ja noch garnicht hast,zur Arbeit zu kommen.

Ich würde das Auto erstmal kennenlernen wollen,und mir einen meinetwegen alten Fiesta für 300 Euro kaufen,der bietet Platz und du kannst erstmal Fahrpraxis lernen,bervor du dich voll und ganz deinem Wartburg widmen kannst.

Soll keine Kritik sein,eben nur ein gut gemeinter Rat.Ich weiß,wir alten Hasen haben gut reden,aber das ist eben der sichere Weg.

Gruss

Holger

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Samstag 1. August 2015, 19:18

Warre 1000 hat geschrieben: Ich bekomme deprimiert, wenn Ich die Motorhaufe öffnen an eine moderne Auto. Es gibt kein Platz für der Hand zu einstecken, und Kabeln und Schlauchen geht hin und hier. Und was kann das Fehl sein? Wahrsheinlich eine electronische Geber, wo man nicht gesehen können.
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Das stimmt. Einfache Technik hat Vorteile. Als Fahranfänger war ich nämlich neugierig darauf, wie ein Auto fährt und warum es fährt.
Moderne Autos, die Fahrfehler ausgleichen und die man nicht mehr mit einfachen Mitteln selbst reparieren kann, gab es damals zum Glück noch nicht.
Bei mir war es ein uraltes Käfer-Cabrio, wo ich zunächst Rostbekämpfung machen und in den ersten drei Jahren ständig Motoren wechseln mußte, bis ich mir endlich einen mit weniger Laufleistung besorgte.
Ein Käfer in den siebziger Jahren ist bezüglich Technik, Kosten und Ersatzteilbeschaffung gut vergleichbar mit einem Wartburg von heute.
Man bekommt durch die einfache Technik nicht nur ein gutes Gefühl für die physikalischen Grenzen beim Fahren, sondern man lernt auch, wie ein Auto funktioniert, weil man es mit einfachen Mitteln selbst reparieren kann.
Aber natürlich ist der Spaßfaktor hier nicht ganz unwichtig.
Allerdings sind die Zeiten auch gefährlicher geworden, so dass man mit alten Autos auch eher unter die Räder kommen kann.

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon ralle_rs6 » Montag 3. August 2015, 20:32

Ich persönlich kenne dich nicht und ebenfalls deine Erfahrungen mit Autofahren nicht. Manche Anfänger haben ja schon vorerfahrung, dann würde ich sagen, mit Übung ist auch ein Oldi kein Problem. Ein Wartburg ist eine vollkommen andere Technik, als das, was heute in den Fahrschulen gelernt wird.

Und vom heutigen Straßenverkehr mal abgesehen. Unsere Autos waren auch noch ohne Airbag und ABS/ESP , aber das bekommt man nicht in Fahrschulen beigebracht. Gerade wenn du soviel KM am Tag fährst, würde ich für den Anfang, eher was moderneres kaufen. Es muss ja kein Neuwagen sein. Aber unter Golf IV Sicherheitsniveau würde ich kein Kind losschicke. Mit Übung und Spaß, kann man nen Wartburg auch noch später kaufen. Es wäre doch schade, wenn wieder ein Warti durch fahrfehler in die ewigen Jagdgründe geht.

Wenn du Vorerfahrung hast und mit Autos ohne diese Sicherheitsfeatures klarkommst, dann mal los. Würde mich freuen.

Ralph
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon knaecke » Dienstag 4. August 2015, 20:11

@Pikofan: darf ich ganz ehrlich sein? Wenn ja, Folgendes:

ich denke nicht, dass der Wartburg das richtige Auto für das ist, was du vor hast. Nicht weil er schlecht ist, sondern weil er gut ist. In einem Alltagseinsatz wie du ihn beschreibst, bei Wind und Wetter jeden Tag 140km, hast du das Ding schnell in einem Zustand, in dem es nicht mehr sehenswert ist. Bei der Anzahl noch verfügbarer Fahrzeuge im ordentlichen Zustand sollte man auch das bedenken. Ich denke, dass man deutlich entspannter lebt, wenn man ihn sich als Hobby nebenbei zulegt. Im Gegensatz zu vielen Anderen hier im Forum teile ich nicht die Meinung, dass heute alles Mist ist. Mal im übertragenen Sinne. Ich zum Beispiel habe mit einem Fabia Combi 1,9TDI angefangen. Ein wunderbares kleines und vernünftiges Auto. Der war am Ende 14 Jahre alt und hatte 240tkm auf der Uhr. Und was war: außer den Stoßdämpfern hinten und ein paar Querlenkern vorn alles Werkszustand, bis auf Verschleißteile versteht sich. Und da bei einem Verbrauch von um die 4l. Ein Fahrzeug dieser Art würde dir im Alltag so viel Geld sparen, dass du den Wartburg locker nebenbei halten kannst. Für den Sonntag und so. Überdenke das vielleicht mal.
Wie auch der schreckliche Unfall im Juni diesen Jahres gezeigt hat, ist der Wartburg auch von der Sicherheitsseite her nicht mehr zeitgemäß. Ich hätte davor Angst, ehrlich.
Beste Grüße...

Stephan

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Dienstag 4. August 2015, 20:58

So ist es ...

Als Alltagsfahrzeug nur dann zu empfehlen, wenn du täglich nicht mehr als insgesamt 20-30 Km
unterwegs bist. Und Autobahn schon mal gar nicht (nur gelegentlich ist eigentlich auch schon zuviel).
Fahrzeug sollte man auch nicht unbedingt im Winter bewegen, da größerer Rostfraß damit begünstigt
wird. Die ganze Geschichte sollte man vorwiegend hobbymäßig betreiben.

Mein erstes Auto war auch ein 353er Wartburg (2005). Hatte aber auch keinen weiten Weg bis
zur Arbeit.
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Mittwoch 5. August 2015, 19:00

Was spricht gegen Autobahn? Der Wartburg ist dafür ideal, man kann gut die LKW überholen. Ich fahre gern Autobahn mit dem Wartburg.
Zitat des Prüfingenieurs: Ah, Wartburg! Die Perle der Landstraße!

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Pikofan » Montag 4. April 2016, 21:23

Wenn ich mir jetzt mal "alle" Meinungen so durchlese sehe ich das fast jeder eine andere Einstellung dazu hat. Platz zum schrauben hätte ich und den Willen (und Hilfe) mich mit der Materie auseinanderzusetzen auch, aber vielleicht ist die Zweitwagen-Lösung besser. Mich persönlich stört halt diese ganze Technik in den neueren Autos, die wenn mal was kaputt geht richtig teuer wird. Ich habe auch schon mit dem Gedanken Trabant 601 gespielt, vielleicht zum eingewöhnen in die Technik, aaaaber alles nur ein Gedanke. Es stimmt ja das man dort keine unterstützenden Systeme hat und noch "richtig" Auto fährt. Naja mal sehen was sich ergibt...
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PS: Und die finanzielle Sache ist mir auch klar.

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Tobias » Montag 4. April 2016, 22:29

Wenn du gerne einen Ostoldtimer als Anfanfsauto haben möchtest würde ich dir ehr zu einem Trabant der späteren Baujahre raten.
Zu dem günstigen Anschaffungspreis addieren sich weitere Vorteile wie: Kopfstützen und Rollgurte, EBZA, günstige Ersatzteile und einfache Bedienbarkeit.

Und wenn mal etwas repariert werden muss ist es beim Trabant eigentlich so: Wer Lego Technik zusammenbauen kann, der kann auch einen Trabant reparieren
Was nicht passt,wird passend Poliert

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Dienstag 5. April 2016, 01:12

Autobahn....

Was soll ich dazu schreiben? Mit Tempo 100 (ich weiß, max. Tempo 110 wären als Dauergeschwindigkeit möglich)
wird man schon dauernd von LKW´s überholt, das soll entspannend sein? Ich glaube weniger...Landstraße fuhr ich
sehr gerne mit dem Wartburg. In dem Fall ist die Übersetzung sogar noch ausreichend, besser sogar als beim
Shiguli/Lada, bei dem man sich schon ab Tempo 80 einen 5. Gang wünscht.
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon majo » Dienstag 5. April 2016, 10:45

Thilo.K hat geschrieben:Autobahn....

Was soll ich dazu schreiben? Mit Tempo 100 (ich weiß, max. Tempo 110 wären als Dauergeschwindigkeit möglich)
wird man schon dauernd von LKW´s überholt, ......


LKW´s fahren V/max 89 km/h ..... Ausnahmen nach verbotenen Eingriffen gibt´s auch, sind aber eher selten. Bei der heutigen Überwachung der Fahrer und Fahrzeuge durch digitale Tachographen, verbietet sich, bei den momentan drakonischen Strafen, jegliche Manipulation von selbst. Sollte dein Wartburg bei angezeigten 100 km/h ständig von LKW überholt werden, würde ich mal behaupten, daß die Voreilung deines Tachos mehr als 20 km/h beträgt. :eek:
Mein letztes Arbeitsgerät fuhr laut Tacho 90 km/h und laut GPS-Navi 87 bis 88 km/h. .... und da war ich stellenweise auch mal der Schnellste im Elefantenrennen. :D
Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen! Wir haben so viel mit so wenig, so lange versucht, daß wir jetzt qualifiziert genug sind fast alles mit nichts zu bewerkstelligen!

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Dienstag 5. April 2016, 10:57

Doch, doch, ist mir mal aufgefallen. Das war mal während einer Autobahnfahrt bei Dunkelheit.
Da verstärkt sich der Effekt gleich nochmal. So große Voreilung hat der 353er Tacho ja nicht.
Aber, was solls. Lang, lang ist´s her. Das war mal 2009 oder so.
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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Bort » Dienstag 5. April 2016, 18:18

Also 70 km am Tag und das fünfmal die Woche, da kommt schnell was zusammen wo es evtl. dann doch netter is nen Alltagsauto zu haben.
Wenn du unbedingt den Willen hast einen Warti zu haben, dann kauf dir nen guten mit TüV und evtl. mit nem H. Wenn du dann doch merkst das ein Warti nix is dann solltest Du ihn auch wieder los werden.

Schrauben musste eh lernen, irgendwas gibts immer ;--)

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Re: Wartburg 353 als Fahranfänger

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Dienstag 5. April 2016, 18:49

Im Wartburg hat mich noch NIE ein LKW überholt. Und ich gehöre zu den gemütlichen 110 Dauergeschwindigkeitsfahrern. Es sei denn, man möchte diese komischen Transporter, die mit 160 über die Bahn blasen, als LKW sehen. Im Trabant überholen LKW mich schon oft, aber das ist auch kein Streß für mich. Man fährt im Trabi halt seine 85 bis 90 laut Tacho und läßt die andern an sich vorbeiziehen...
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