Benzin Zusatz

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Gert
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Benzin Zusatz

Ungelesener Beitragvon Gert » Dienstag 5. Juni 2018, 17:28

Hallo zusammen!!

Ich hätte mal ne Frage zum Thema Benzin Zusatz. Mein Kumpel hat mir vor kurzen geraden für
meinen 311 Bleizusatz mit in den Benzin zu kippen. Er macht das bei deiner MZ und seitdem fährt
sie besser. Ein alter Autoschlosser hat gesagt "totaler Quatsch"- das ist nur für alte 4-Takter nötig wegen
der Ventile. Außerdem hätten die alten 2- Takter zu DDR Zeiten genug Blei bekommen und brauchten daher
so was nicht mehr.
So ne Flasche soll um die 10 € kosten und soll für etwa 300 L reichen. Was meint Ihr dazu??

Grüüße Gert

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onkel_jens
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Re: Benzin Zusatz

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Dienstag 5. Juni 2018, 18:20

Der alte Autoschlosser hat recht. Blei/Bleiersatz hat die Aufgabe bei alten Viertaktern die Ventilsitzringe zu schmieren. Diese waren früher aus anderem Matrial und dort sollte normalerweise ja kein Motorenöl sein, welches dort schmiert.
Bei Zweitaktern hat es sicherlich auch dieFeinstabdichtung übernommen. Hauptzweck waren aber sicherlich die Notschmiereigenschaften falls der Ölfilm mal abreißt. Das sollte heutzutage nicht mehr passieren. Spar die zehn Euro und kaufe gutes Öl.

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bic
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Re: Benzin Zusatz

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 6. Juni 2018, 11:38

onkel_jens hat geschrieben:...Blei/Bleiersatz hat die Aufgabe bei alten Viertaktern die Ventilsitzringe zu schmieren. Diese waren früher aus anderem Matrial und dort sollte normalerweise ja kein Motorenöl sein, welches dort schmiert.

Nun ja, die eigentliche Aufgabe von Blei, richtiger Weise der organischen Bleiverbindung Tetraethylblei im Kraftstoff war nicht die Schmierung von Ventilsitzen, sondern die Erhöhung der Klopffestigkeit des Kraftstoffs. So ganz nebenher bildete sich dann bei der Verbrennung des Kraftstoffs mit dem Tetraethylblei auf den thermisch hochbelasteten Auslaßventilen und deren Sitzen (und nur da) eine Oxydschicht aus, welcher eine Schmierwirkung und damit die Lebensdauerverlängerung der Paarung Auslaßventil/Sitz vor allem bei direkt im Guß der Zylinderköpfe ausgebildeten Ventilsitzen nachgesagt wurde. Bewiesen wurde dies jedoch nie und trotzdem eröffnete die den Menschen eigene Vorsicht dann nach dem Verbot von bleihaltigem Kraftstoff einen riesigen Markt für entsprechende Ersatzstoffe, deren Notwendigkeit und Wirkung aber ebenfalls nicht nachgewiesen sind.

Bei Zweitaktern hat es sicherlich auch dieFeinstabdichtung übernommen. Hauptzweck waren aber sicherlich die Notschmiereigenschaften falls der Ölfilm mal abreißt. Das sollte heutzutage nicht mehr passieren.

Einzig bekannte Auswirkung (nicht nur) bei Zweitaktern war ein geschmolzener Belag aus Bleiverbindungen an falsch gewählten Zündkerzen mit zu niedrigem Wärmewert, welcher dann zum Totalausfall der Kerzen führte. Von der Ausbildung irgendeines Film auf Zylinder/Kolben durch das Tetraethylblei, welcher dann Notlaufeigenschaften sicherstellen sollte, ist nicht bekannt - ganz im Gegenteil, um ein Absetzen des bei der Verbrennung "übrig" bleibenden Bleis und Bleioxids im Motor zu verhindern, wurde dem Kraftstoff Zusätze hinzugefügt, welche mit dem Blei und dem Bleioxid reagieren, diese dadurch flüchtig halten damit sie mit dem Abgas abgeführt werden können (so gelangte das Blei übrigens dann direkt in die Umwelt).
Zusammengefasst heißt das eigentlich, ein Zweitakter brauchte und braucht für seine Funktion nie Blei- oder entsprechend Ersatzzusätze zum Kraftstoff, die Verwendung von solchem Zeugs kann bestenfalls wirkungslos und schlimmstenfalls schädlich sein.

Spar die zehn Euro und kaufe gutes Öl.

Hier kann ich nur zustimmen {top}
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onkel_jens
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Re: Benzin Zusatz

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Mittwoch 6. Juni 2018, 17:38

Das hast du gut beschrieben. Man lernt ja auch als Kfz Mechaniker immer wieder was dazu. Das ist ein Thema was schon vor zwanzig Jahren nicht mehr in der Lehre behandelt wurde. Dann war es quasi vollig sinnlos in der DDR den Zweitaktkraftstoff zu verbleien. Welch eine Ressourcenverschwendung. :-|

VG

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Re: Benzin Zusatz

Ungelesener Beitragvon Gert » Mittwoch 6. Juni 2018, 18:15

Danke für die Antworten!!
Ich sehe das genauso. Lieber gutes Öl als diese Zusätze die nichts bringen (zumindest für den Motor).

Grüße und immer gute Fahrt Gert

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Re: Benzin Zusatz

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Mittwoch 6. Juni 2018, 18:54

Nee, sinnlos war das Verbleien (das ja nicht nur in der DDR erfolgte) nicht, denn es hat, wie bic schon schrieb, die Klopffestigkeit erhöht und so aus übler Klingelbrühe einen brauchbaren Kraftstoff gemacht. Aber heute gibt es eben andere Möglichkeiten, die entsprechende Klopffestigkeit zu erreichen und daher kann auf das Gift gut verzichtet werden.
Zitat des Prüfingenieurs: Ah, Wartburg! Die Perle der Landstraße!

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Re: Benzin Zusatz

Ungelesener Beitragvon Mossi » Montag 11. Juni 2018, 21:22

"Außerdem hätten die alten 2- Takter zu DDR Zeiten genug Blei bekommen und brauchten daher so was nicht mehr."

Nun ja, spätestens bei einem aktuell regeneriertem Motor ists dann nach dem Säuern und Bohren/Hohnen mit der neuen Wellen und den Nachbaukolben vorbei mit der Bleianlagerung.....

Bleifrei quasi.....
Seitenneigung ist kein Zeichen von Fahrunsicherheit!


Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre"....


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