Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Zündanlage, Lichtanlage, Instrumente, Lima, Anlasser

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bic
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Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 12. Februar 2014, 00:39

Heute war meine neue LIMA in der Post, welche wegen Platzproblemen ab dieser Saison Dienst im F9 tun soll. Das diese kleiner als die Wartburg-DLM ist war klar, schließlich hatte ich sie deshalb ausgesucht. Aber über diesen Unterschied war ich dann doch überrascht:

Lima 1.jpg

Lima 2.jpg

Meine Platzprobleme scheinen gelöst, bleibt nur Halterung und Riemenscheibe umzubauen.

Es ist schon frappierend, welche Entwicklung da statt gefunden hat. Die Denso links mit einem Nennstrom von 40A (in der gleichen Bauform gibt es die auch noch bis 55A) ist nicht viel schwächer als die VEM mit 42A. Der Regler ist integriert und hat so einen Schnickschnack wie, Batterie-Sensing, Gesteuerte Vorerregung, Ruhestromabschaltung, Erkennung "Generator dreht", Notregelung und eine Load-response Funktion. Die technische Entwicklung scheint doch nicht stehen geblieben zu sein.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 12. Februar 2014, 09:26

Na ja - aber :
Es handelt sich um einen Compactgenerator und der braucht wesentlich mehr Drehzahl.
Der originale Topfgenerator liefert bei 1.600 U/min Rotordrehzahl schon 2/3 seines maximalen Stromes. Das wären bei 42 A dann 28 A = 392 W.

bic hat geschrieben: ... Heute war meine neue LIMA in der Post, ... Der Regler ist integriert und hat so einen Schnickschnack wie, Batterie-Sensing, Gesteuerte Vorerregung, Ruhestromabschaltung, Erkennung "Generator dreht", Notregelung und eine Load-response Funktion. Die technische Entwicklung scheint doch nicht stehen geblieben zu sein. ...

Braucht die DDR-Drehstromlima nicht :
- Batterie-Sensing
Die Sollspannung wird in der LIMA gemessen und auf 14 V gehalten. Messpunkt ist der Regleranschluss D+.
- gesteuerte Vorrerregung
Die DDR - LIMA hat zur Vorrerregung die Ladekontrolle.
- Ruhestromabschaltung
Durch die Ladekotrolle fliessen max. 2 W = 0,16 A durch den Rotor - da wird nichts warm und belastet die Battrie.
- Erkennung Generator dreht
Da sehe ich auf die Ladekontrolle ...
- Notreglung ...
Auch nicht nötig - geht oder geht nicht.
Wäre der Regler defekt, schaltet man eine Lampe 12 V / 21 W zwischen DF und Anschluss 15 - beim Einschalten der Zündung fliesst dann ca. 1 A Erregerstrom und bis nach Hause kommt man alle mal ohne Reglung der Spannung ...

Das ist meine persönliche Meinung ...
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 12. Februar 2014, 09:50

@ Andreas, um wieviel höher ist denn der Drehzahlbedarf so zirka? Ein gewisser Ausgleich ist ja über die Riemenscheibe möglich, dies muss ja sowieso geändert werden.
Bosch gibt übrigens den Stromwert aus der Typenbezeichnung für Topfgeneratoren bei 1.500 U/min und für Kompaktgeneratoren bei 1.800 U/min an. Wie Denso dies handhabt, habe ich noch nicht heraus gefunden.
Übrigens, den Regler-Schnickschnack habe ich nicht für umsonst als solchen bezeichnet, aber dieser ist nun einmal da. Ob man diesen "braucht" oder nicht, steht in den Sternen. Ich wollte lediglich aufzeigen, dass hier in den vergangenen Jahrzehnten doch eine Entwicklung stattgefunden hat.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 12. Februar 2014, 10:10

Gefunden :

http://aa.bosch.de/aa/de/Berufsschulinf ... 2003_2.pdf

Es werden 1.800 U/min für 37 A = 518 W bei einem max. Strom von 70 A = 980 W bei 6.000 U/min genannt.
Dieses Verhältniss auf die DDR - LIMA ergibt 22,2 A = 310 W bei 1.600 U/min.
Wirkungsgrad mit 54 % bedeuted, das ich bei maximaler Last 530 W mehr an Leistung benötige. Das wären dann 1,5 kW Motorleistung oder dann 2,1 PS.
Seite 5 : http://www.bosch-automotivetechnology.c ... ienz~1.pdf

Das habe ich jetzt auf die Schnelle gefunden.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 12. Februar 2014, 12:45

Erst einmal Danke, Andreas, aber diese Aussage kann ich nicht so recht nachvollziehen, bzw. verstehe ich nicht, was Du damit meinst:
WABUFAN hat geschrieben:Dieses Verhältniss auf die DDR - LIMA ergibt 22,2 A = 310 W bei 1.600 U/min.


Eigentlich bräuchte ich überhaupt keine DLM, denn leuchten wie ein Christbaum tut mein Auto keinenfalls, lediglich ein Satz Zusatzscheinwerfer mit 2x35W und ein Autoradio sind gegenüber der "Normalausführung" zu versorgen, selbst die Scheinwerfer haben noch 35/35W. Wenn denn nicht dieses Teil wäre:

DSC03065.jpg

Der Lüfter nimmt nach Datenblatt abhängig von der Pressung etwa 8,5A auf und dann wird es mit der 220W-GLM knapp. Daher eine DLM und eine kleine deshalb, weil die Maschine vom Wartburg unmittelbar am Motorblock anliegen und ich auch einen kleineren Lüfter (Bosch) verwenden muß, damit ich wenigsten einen halben Zentimeter Abstand zum Motorraumstehblech bekomme. Riemen nachspannen ist da nicht mehr.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 13. Februar 2014, 17:49

Die Gleichstromlichtmaschine 12 V ist bis 330 W belastbar.
Dein Lüfter hat bei 12 V 8,5 A = 102 W Leistungsaufnahme.
Bei 14 V - Bordnetzspannung ( x 1,12 ) sind das dann 9,9 A und 139 W.
Bei Tagfahrt ohne Problem.

Und : Besorge dir einen Regler 12 V / 500 W - da ist die Kennlinie Spannung - Strom der LIMA günstiger.

Versuche auch folgendes : Den Lüfter mit Glühlampen als Vorwiderstand zu betreiben.
Eine H4 55 / 60 W kann mein beide Fäden in Reihe schalten, den Abblendfaden alleine oder den Fernlichtfaden zum Abblendfaden parallel.
Damit hätte man 3 Lüfterdrehzahlen zur Auswahl ...
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 13. Februar 2014, 20:04

Danke Andreas für Deine Tipps und Anregungen. Ich hatte ja selbst auch lange überlegt, ob ich diesen "Stilbruch" begehen soll oder doch eine GLM verwende, zumal ich im Dunklen nicht wirklich soooo viel unterwegs bin. Gegen die GLM habe ich mich dann eigentlich aus drei Gründen entschieden:

  • weil ich bei mir im Auto keinen geeigneten Montageort für den Regler habe
  • und selbst dann, wenn ich einen solchen finden würde, den neu gebundenen Kabelbaum wieder aufdröseln müsste
  • die Kosten für eine neue, bzw. neuwertige 12V-GLM nebst Regler das Doppelte betragen, als ich für die Denso ausgeben muste.
Hinzu kommt noch die größere Fehleranfälligkeit der GLM, welche ich noch aus alten Zeiten in Erinnerung habe. Und da alles nur geschraubt wird, damit problemlos rückgängig gemacht werden kann und weil ich die Maschine nun schon habe, wede ich es auch damit einmal probieren. Änderungen am Kabelbaum sind auch nicht nötig, da ich auf Batterie-Sensing verzichten werde und sich der LIMA-Regler die Erregerspannung über den Batterieanschluß holt.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon mario » Freitag 14. Februar 2014, 14:57

WABUFAN hat geschrieben:Versuche auch folgendes : Den Lüfter mit Glühlampen als Vorwiderstand zu betreiben.
Eine H4 55 / 60 W kann mein beide Fäden in Reihe schalten, den Abblendfaden alleine oder den Fernlichtfaden zum Abblendfaden parallel.
Damit hätte man 3 Lüfterdrehzahlen zur Auswahl ...


Aber wozu? Damit bleibt doch der momentane Strom der gleiche. Der Lüfter muss länger arbeiten, um zu kühlen und verbraucht insgesamt mehr.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Freitag 14. Februar 2014, 18:40

Außerdem:
Jetzt ist die Lima schon fast so klein, daß man die in einem ausgeräumten Gleichstrom-Lima-Gehäuse unterbringen könnte - was der Originalität Vorschub leisten dürfte. Allerdings wäre dann das Kühlproblem noch zu lösen, denn das moderne Ding ist nicht nur deswegen so "luftig gekleidet", weil die Kapitalisten das Material sparen wollten...

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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon Rallye123 » Samstag 15. Februar 2014, 10:15

Na er hat doch aus Platzgründen die Kleinere genommen, Jörg hat auch bei einem Motor eine ähnlich kleine Lima eingebaut, da wir bei der neuen Zylinderkopfausführung ( 353 ) über beide Froststopfen das Kühlwasse zuführen.
Und Platztechnich ist es super, bei einem Originalen Wartburg sollte man sie natürlich nicht verbauen aber wenn es um Funktiomalität geht dann kann man doch den Fortschrit nicht aufhalten, und da unser Wartburg Einspritzung hat kommt es auf die Lima auch nicht an

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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 15. Februar 2014, 19:15

Tobias Yello' Thunder hat geschrieben:Außerdem:
Jetzt ist die Lima schon fast so klein, daß man die in einem ausgeräumten Gleichstrom-Lima-Gehäuse unterbringen könnte - was der Originalität Vorschub leisten dürfte. Allerdings wäre dann das Kühlproblem noch zu lösen, denn das moderne Ding ist nicht nur deswegen so "luftig gekleidet", weil die Kapitalisten das Material sparen wollten.

Das käme ja einer Neukonstruktion gleich und mit dem "luftig gekleidet" hast Du recht, ein wesentlicher Punkt, warum die Kompakt-Lichtmaschinen so hoch belastet werden können, ist ihre optimierte Kühlung. Im Gegensatz zu den Topfgeneratoren saugen diese die Luft beidseitig aus Richtung der Lagerschilder an und blasen dann in der Mitte wieder radial aus.


Da aber bei mir gerade noch einen Motor auf der Werkbank steht, habe ich einmal provisorisch beide Lichtmaschinen montiert, um zu sehen, wie viel zusätzlichen Platz mir die Denso schafft:

Denso.jpg

IKA.jpg

Die abzulesenden Werte auf den Fotos täuschen wegen der verzerrten Perspektive, tatsächlich kann ich bei der Denso lotrecht so ca. 14,5cm und bei der FEK ca. 18,5cm bis Außenkante ablesen. Damit hat sich mein Platzproblem erledigt, mit 4cm Gewinn hatte ich gar nicht gerechnet. Selbstverständlich ist die Riemenscheibe noch zu ändern (vielleicht passt gar die von der FEK) und auch die Halterung der Denso ist noch endgültig zu lösen.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon Trabantfahrer » Montag 17. Februar 2014, 09:27

Bist du dir sicher mit dem intergrierten Regler?
Ich frage nur da ich optisch die gleiche letzte Woche erst angebaut gesehen habe und da war ein 3 pol. Anschluss dran für nen externen.

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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 17. Februar 2014, 18:59

Trabantfahrer hat geschrieben:Bist du dir sicher mit dem intergrierten Regler?

Selbstverständlich bin ich sicher, dies ergibt sich aus der Art der Anschlüsse, dem Datenblatt der Maschine und steht selbst auf dem Typenschild drauf (IC regulator built in).
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Montag 24. Februar 2014, 19:06

bic hat geschrieben:Heute war meine neue LIMA in der Post, welche wegen Platzproblemen ab dieser Saison Dienst im F9 tun soll..

Gefällt mir!
Damit ließe sich diese DLM ja auch an Motoren mit unterliegender Wasserpumpe verwenden - was mit der IFA-42A ja immer nicht ganz so gut geht ...

Gruß
Tommy (an seinen Barkas umgekehrt eine größere Lima (90A) gebaut habend. - Da bin ich übrigens ganz froh, dass sie erst bei etwas angehobener Drehzahl so richtig in die Gänge kommt; sonst würde der Motor im Leerlauf sicher halbwegs ausgehen, wenn beide Batterien leer sind ...)
Ein Nickerchen hinterm Lenkrad schützt vorm Älterwerden!

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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 20. September 2014, 22:26

Mit der Denso im F9 wurde es nun in dieser Saison doch nichts mehr, zu viele andere Dinge waren zu erledigen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so habe ich mich nun einmal daran gemacht, die Maschine an den Wartburgmotor anzupassen. Drei Sachen waren, bzw. sind dazu zu klären, 1. die Halterung am Motor, 2. die Riemenscheibe muss in Flucht mit dem Riementrieb gebracht werden und 3. ist die Frage der Abspannung der Maschine zu klären.

Relativ einfach ließ sich das Problem mit der Halterung klären. Grundsätzlich hätte man eine neue, an den Lagerbock der Denso angepasste Halterung anfertigen können. Ich wollte jedoch nicht allzuviel Aufwand betreiben und die Wartburghalterung beibehalten, schon um die alte LIMA ohne weiteren Aufwand wieder einbauen zu können, wenn sich herausstellen sollte, dass es mit der Denso aus irgendeinem Grund doch Probleme geben sollte. Und das sitzt sie schon, wo sie hingehört:

DSC04069.jpg

Die Anpassung gestalltete sich ziemlich einfach. Da die Denso im Lagerbock eine Bohrung für einen 10er Bolzen hatte und beim Wartburg hier leidiglich ein 8er vorgesehen ist, habe ich den Lagerbock mit einer Buchse versehen, damit ist die Lima hier gut geführt:

DSC04067.jpg

Eine zweite Buchse dient als Spannhülse, wobei die Unterlegscheibe das sich Einarbeiten der Hülse in den weichen Alu-Lagerbock verhindert :

DSC04068.jpg

Mit dieser "Konstruktion" lässt sich nun die Denso genau so montieren, wie die originale LIMA. So sieht das Ganze nun noch ohne Riemen aber schon mit der richtigen Riemenscheibe aus:

DSC04071.jpg

DSC04072.jpg


Ein Problem was am Anfang größer erschien war, eine passende Riemenscheibe zu finden. Als ich nämlich die Scheibe das erste Mal demontiert habe, war ich ziemlich verduzt, denn der Wellenstumpf sieht etwas ungewöhnlich aus:

DSC04065.jpg

Fast nur Gewinde, keine Passfeder, die Scheibe sitzt lediglich auf dem schmalen Bund und zudem hat die Welle noch den ungewöhnlichen Durchmesser von 15mm. Nach DIN sieht das Alles gerade nicht aus und meine Hoffnung, leicht eine Riemenscheibe zu finden, welche den Versatz von 12mm ausgleicht, schwand augenblicklich. Und so war es dann auch, alle Sucherei brachte nichts und ich war schon drauf und dran mir eine Scheibe drehen zu lassen, bis mir einfiel es doch mal direkt bei Denso zu versuchen. Und da ist sie, die passende Riemenscheibe, rechts neben der originalen:

DSC04066.jpg

damit flutscht es jetzt auch mit dem Riemenzug:

DSC04073.jpg

DSC04075.jpg


Nun bleibt nur noch eine passende Spannstrebe zu bauen. Angefangen habe ich bereits damit:

DSC04077.jpg

Allerdings gefällt mir der lange Schlitz nicht so recht, denn diesen werden ich nur zu einem Drittel nutzen können und er macht mir somit die Strebe unnötig instabil. Auf dem Foto ist die LIMA nämlich bereits soweit nach außen geschwenkt, wie ich es später im Auto maximal haben möchte, um mir nicht den Platzvorteil gegenüber der Wartburg-LIMA zu nehmen. Im Augenblick sieht es bei mir nämlich so aus:

DSC03081.JPG

Der Pfeil zeigt auf den tatsächlich vorhandenen Spalt zwischen der LIMA und der Motorraumseitenwand. Hier brauche ich aber zukünftig mindestens drei Zentimeter, um den Motor ca. einen Zentimater nach links (in Fahrtrichtung gesehen) versetzen zu können und endlich auch einmal den Keilriemen nachspannen zu können. Aber auch für die Strebe wird mir noch etwas einfallen.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 21. September 2014, 07:48

Vielleicht sehe ich das auf deinen Bildern nicht richtig :

Der freie Abstand des Keilriemens zum Zündgehäuse und der Umschlingungswinkel des Keilriemens der Keilriemenscheibe der Kurbelwelle erscheint mir zu gering.
Letzterer könnte bei hoher Belastung der LIMA zum rutschen führen.
Verstärkt wird das Rutschen des Keilriemens durch die Leistungsaufnahme der originalen Lüfterwelle, Wasserpumpe und des freiblasenden Lüfters für den Kühler.

Kann man nicht die originale Befestigung der GL - LIMA des Motorblockes nutzen und den Adapter für die DLM - LIMA werglassen ?
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 21. September 2014, 11:51

Guten Morgen WABUFAN und vielen Dank für Deine aufmerksamen Augen. Aber mit dem seitlichen Abstandes des Riemens zum Zündgehäuse kann ich Dich beruhigen, dies täuscht in der Perspektive, hier ist mehr als ausreichend Platz. Außerdem habe ich für das Foto den Riemen von Hand gespannt, da der "Probemotor" auf der WAPU-Welle keine Riemenscheibe hat. Daher kann es sein, dass ich hier beim Halten zum Fotografieren etwas aus dem Kurs gekommen bin.
Der Umschlingungswinkel der KW-Riemenscheibe ist aber genau so, wie beim Original. Der Riemen läuft unverändert von der Scheibe der WAPU-Welle kommend in die Scheibe der KW und verlässt diese nahzu horizontal Richtung LIMA. Dies ist bei dieser LIMA-Halterung auch mit der alten DLM so (siehe letztes Foto). Vielleicht täuscht dies auch hier, denn die Halterung ist die unveränderte vom B1000 und diese bewirkt vielleicht, dass die LIMA etwas tiefer sitzt als mit der Wartburghalterung - hier fehlt mir der Vergleich.
Die Böcke am Motorblock direkt zur Befestigung zu benutzen, dies hatte ich auch überlegt, aber dann verworfen. Nur den vorderen Bock zu verwenden, würde bedeuten, alle Momente durch den Zug auf der Riemenscheibe nur in diesen einzuleiten, wobei ich dann die Sorge habe, dass dieser durch die auftretenden Verwindungskräfte bricht - Guß hat nun einmal nur eine geringe Elastizität und nicht für umsonst nutzt die 353-Halterung neben den Bock auch noch die Verschraubung der Motorgehäuseunterteils. Man könnte nun den zweiten, hinteren Bock mit nutzen und die LIMA mit einem langen Bolzen und -ähnlich wie jetzt- einer Druckhülse befestigen. Dann würden aber die beiden Böcke gegeneinander verspannt und gerade dieses Verspannen bedeutet ja wieder Bruchgefahr. Deshalb habe ich es bei der B1000-Halterung belassen.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 9. Oktober 2014, 22:19

Da ist mir doch dieses Teil zugeflogen:

DSC04095.jpg

Die Spannstrebe stammt von einem Volvo-Penta und ist mit 5x22mm wesentlich stabiler als die Wartburghalterung mit 3x20mm. Der Schlitz ist zwar auch sehr lang, aber wenigstens gebogen. Wegen des stärke Materials bin ich zuversichtlich, dass die Strebe auch stabil sein wird, wenn diese stark abgewinkelt ist. Das Abwinkeln ist durch den bei der Denso-LIMA weit zurück liegenden Spannbock nämlich erforderlich. Also ein bißchen gebogen, gehämmert, gesägt und gebohrt und die erste Anprobe gemacht:

DSC04099.jpg

DSC04096.jpg

Sitzt passt und wackelt! Die Ausschwenkung auf den Fotos entspricht etwa der Mitte der tatsächlichen Verstellbarkeit, so dass sich der lange Schlitz relativiert. Jetzt muss ich mich noch um das Finish kümmern und die Denso kann ins Auto. Sicher nicht mehr dieses Jahr, für mich ist die Saison am Monatsende vorbei, aber im Frühjahr probiere ich sie aus.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 14. Oktober 2014, 22:53

So, quasi als Abschluß. Die Spannstrebe noch ein bißchen verputzt

1 (1).jpg

lackiert und angebaut

2 (1).jpg

Nun heißt es aufs Frühjahr warten.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon 3d-Feiler » Mittwoch 19. Oktober 2016, 17:39

Darf man fragen, welche Denso Lichtmaschine das ist?

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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 19. Oktober 2016, 21:49

3d-Feiler hat geschrieben:Darf man fragen, welche Denso Lichtmaschine das ist?

Das darfst Du und eine Antwort gibt es auch: die Lima ist eine aus der 100211er-Reihe. Davon gibt es etliche Varianten, da musst Du mal schauen, auf was Du Wert legst, meine ist eine 4730, also eine Kubota-OEM. Aber Obacht, es sind jede Menge China-Clone auf dem Markt.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon 3d-Feiler » Donnerstag 20. Oktober 2016, 15:49

Vielen Dank, habe die 50A Version gefunden und die wird dann auch Ihren Weg in den 311 finden.
Eine Frage habe ich noch, wo hast Du die Riemenscheibe gekauft? Die werde ich ja dann auch brauchen.

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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 21. Oktober 2016, 18:09

3d-Feiler hat geschrieben:Eine Frage habe ich noch, wo hast Du die Riemenscheibe gekauft? Die werde ich ja dann auch brauchen.

Das weiß ich ganz ehrlich nicht mehr, ich hatte einfach gegoggelt und dann einen Händler gefunden, welcher Ersatzteile für die Limas verkauft.
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Freitag 21. Oktober 2016, 21:46

bic hat geschrieben:
3d-Feiler hat geschrieben:Eine Frage habe ich noch, wo hast Du die Riemenscheibe gekauft? Die werde ich ja dann auch brauchen.

Das weiß ich ganz ehrlich nicht mehr, ich hatte einfach gegoggelt und dann einen Händler gefunden, welcher Ersatzteile für die Limas verkauft.


bic hat geschrieben:...bis mir einfiel es doch mal direkt bei Denso zu versuchen. Und da ist sie, die passende Riemenscheibe, rechts neben der originalen (20 Sep 2014)
{Ärgern}

:-|
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Re: Miniaturisierung bei den Drehstromlichtmaschinen

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 22. Oktober 2016, 00:03

berlintourist hat geschrieben: {Ärgern}

Ehrlich, ich war nicht extra in Japan! Ich hatte tatsächlich nach Denso gegoggelt und bin hierüber fündig geworden. Aber da ich mich nun tatsächlich geärgert habe, habe ich noch einmal in meinen Sammelsurium von Lesezeichen gesucht und fand dort noch diesen Link: klick! und wirklich habe ich die Scheibe da am 10.09.2014 gekauft. Jetzt alles gut, oder soll ich noch die Zugangsdaten veröffentlichen ? :shock:
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