Problem mit den Strömlingen

Zündanlage, Lichtanlage, Instrumente, Lima, Anlasser

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Sammler
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Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Freitag 20. April 2018, 10:44

Hallo
Eine blöde Frage, aber ich bitte trotzdem um Antwort.
Hat mein 311 schon 12 V Technik? Beim Trabant weiß ich, wie ich das genau bestimme. Beim Warti nicht. Es war eine 12V Batterie eingebaut, aber das muss ja nichts heißen. Bevor ich alles Putze und wichtige Bauteile abschieße (Tankanzeige; Temperaturfühler....) will ich das wissen.

Gruß

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Freitag 20. April 2018, 10:58

Die 12 V Batterie ist schon mal ein starker Hinweis. Wenn Du aber dennoch Zweifel hast, sieh nach, was auf der Lichtmaschine steht. Fehlt das Schild, hilft nur messen.
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 21. April 2018, 07:55

Die Motorraumlampe mit 6 V - Lampe dürfte die 12 V nicht überlebt haben.
Auch der Hitzdrahtblinkgeber 6 V an 12 V lebt da auch nicht lange.
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon oldiedriver » Samstag 21. April 2018, 08:56

Steht doch aber im Zweifelsfall auf fast jeden Verbraucher drauf.
Viele Grüße
Jörg

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Samstag 21. April 2018, 10:02

Hallo
Ja das mit der Lima ist logisch dass es da drauf steht, ich hatte das etwas mißverständlich geschrieben. Ich meine was da original verbaut ist, weil wenn ich die Zündung einschalte, tut sich erstmal nicht viel, dass könnte ja erstmal auf defekte Lampen und Kontaktkorrossion hindeuten.
Aber es scheint so als müsste ich wirklich alles auseinanderbauen und schauen, was verbaut ist.

Hat jemand einen Schaltplan für einen 311 Bj. 1964 ?

Gruß

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 21. April 2018, 11:21

Sammler hat geschrieben:Hallo
... Ich meine was da original verbaut ist,

Original hatten alle 311er eine 6V-Anlage nur wird Dir diese Erkenntnis nicht viel nutzen, denn sehr viele Autos wurden auf 12V umgebaut.

Hat man es damals (und auch heute) richtig gemacht, gehörte dazu natürlich der Wechsel der Batterie, aller Lampen und Lämpchen, der Lima+Regler, des Blinkgebers, der Zündspulen, der Hupe, des Scheibenwischermotors (und vielleicht dessen Schalters) und des Kombiinstruments dazu. Der Anlasser wurde meist auf 6V gelassen und ggfls. nur der Zugmagnet gegen eine 12V-Ausführung getauscht und der Gebläsemotor erhielt einen Vorwiderstand (habe ich was vergessen?). So hatte ich damals jedenfalls gemacht.

Du hast also nun genügend Teile zum draufschauen um zu entscheiden, ob Dein Auto nun eine 12V-Anlage hat.

weil wenn ich die Zündung einschalte, tut sich erstmal nicht viel, dass könnte ja erstmal auf defekte Lampen und Kontaktkorrossion hindeuten.

"Tut sich erstmal nicht viel" ist ja immer noch besser, als es tut sich gar nichts, Du könntest hier mal etwas konkreter werden, wenn man Dir helfen soll. An sonst kann das auf alles mögliche und nicht nur auf defekte Lampen und Kontaktkorrossion hindeuten - aber wie gesagt, man müsste hier von Dir schon ein wenig mehr wissen.

Aber es scheint so als müsste ich wirklich alles auseinanderbauen und schauen, was verbaut ist.

Das ist hochradig zu empfehlen und nicht nur um zu schauen, was eingebaut ist, sondern um den Kram in einen ordentlichen, betriebssicherern Zustand zu versetzen, nichts ist schlimmer, als eine Elektrik, welche immer wieder spinnt.

Hat jemand einen Schaltplan für einen 311 Bj. 1964 ?

Hier ist einer von 1963, der dürfte passen:

schaltplan311_63.pdf
(281.21 KiB) 20-mal heruntergeladen
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Montag 23. April 2018, 20:13

Hallo
Versuch der 3.

Ich habe schon oft von 6 auf 12 V umgerüstet und umgekehrt. Ich werde, nicht nur aus Bequemlichkeit 12V lassen, wenn einiges an 12V verbaut ist. Wenn man halt zurückrüsten wöllte muss man halt die Kabelstärke beachten, da ja bei halber Spannung und gleicher Leistung der doppelte Strom fließt.

Meine Formulierung war etwas unglücklich, ich habe bis jetzt nur den Starter probiert, Die Glühlampen im Tachometer und die Anzeigen funktionieren nicht. Da weder Scheinwerfer noch Rückleuchten montiert sind, habe ich das Licht nicht getestet.

Ich werde das Auto innen eh erst komplett leerräumen,da ich den Boden komplett versiegle. Und ich werde dieses Postgelb auch vom Armaturenbrett entfernen müssen. Mir ging es hauptsächlich um den Schaltplan, da ich dann ohne große Beschrifterei abstecken kann.

Danke für den Schaltplan.


Ich habe auch noch ein paar Mechanische 12 V Regler davon werde ich einen einbauen, dann sieht das Original aus.

Gruß

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Montag 23. April 2018, 20:47

Vergleiche aber vorher, ob die Kabelfarben mit dem Schaltplan übereinstimmen.
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Montag 23. April 2018, 21:00

Schaltpläne gibt es doch nun genug im Netz...
https://www.google.com/search?q=wartbur ... 92&bih=630

Wegen der 12V - 6V Problematik... wie wäre es denn, mal auf die Zündspulen zu schauen? Da steht es auf dem Boden doch in Klartext :smile:
Wenn schon nüscht umgerüstet wurde, dann doch sicher die Spulen -roll-
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 24. April 2018, 04:14

Sammler hat geschrieben: ... Ich habe schon oft von 6 auf 12 V umgerüstet und umgekehrt.
....
Ich habe auch noch ein paar Mechanische 12 V Regler davon werde ich einen einbauen, dann sieht das Original aus.
Gruß ...

Von 12 V auf 6 V umrüsten mit neuem, ausgebundenem Kabelbaum ... ?
Von aussen ist kein Unterschied zwischem 6 V und 12 V Regler zu sehen.
Ein 12 V - Regler und eine 6 V - Lichtmaschine sollte man nicht paaren.
...
Willst Du ernsthaft wirklich mit dem Auto fahren ?
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Donnerstag 26. April 2018, 19:40

Natürlich will ich mit dem Auto fahren, natürlich nicht im Alltag.
Ich gehe stark davon aus, dass das eine 12V Lima ist, da das Auto (ich habe sie gestern erst bekommen) laut Papieren bis 2004 zugelassen war.

Gruß

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Donnerstag 26. April 2018, 20:32

Willst Du jetzt das Auto so lassen, wie es ist, oder auf 6Volt zurück rüsten?
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 26. April 2018, 22:45

Wilfried hat geschrieben:Willst Du jetzt das Auto so lassen, wie es ist, oder auf 6Volt zurück rüsten?

Tja, wir haben hier wohl eher das Problem, dass der Threaderöffner nicht einmal weiß, wie es ist {kratz}
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Sonntag 29. April 2018, 22:21

Hallo
Ich habe heute mal geschaut.
Das Auto ist definitiv 12V (Generator, Starter und Blinkgeber) auf 6V zurück mache ich bei diesem Auto nicht.
Habe heute mal probiert zu starten, die Unterbrecher bekommen Strom, funken aber nicht. Ich vermute die Kondensatoren, da ich die Unterbrecher schon getauscht hab.

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 30. April 2018, 04:44

Und welche Prüfungen gingen dem vorraus ?
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 30. April 2018, 09:35

Sammler hat geschrieben:die Unterbrecher ..... funken aber nicht.

Das ist ja schon einmal positiv, denn wesentlich zweckmäßiger sind Funken an den Elektroden der Zündkerzen :shock:

Spaß beiseite, aber sag mal Sammler, weißt Du eigentlich genau, was Du da machst ? Nachdem Du weiter oben geschrieben hattest "Ich habe schon oft von 6 auf 12 V umgerüstet und umgekehrt" vermutete ich eine gewisse Fachkenntnis bei Dir, im Moment zweifle ich aber wieder daran. Es kann natürlich auch sein, dass Deine Formulierung etwas unglücklich geraten ist.

Beantworte doch bitte erst einmal das, was Wabufan fragte, denn mit solchen Aussagen "die Unterbrecher bekommen Strom, funken aber nicht. Ich vermute die Kondensatoren..." kann kein Mensch etwas anfangen - zumal die Unterbrecher allenfalls den "Strom" rückwärts über die Zündspulen bekommen und es gerade die Kondensatoren sind, welche (Abriß)Funken an den Unterbrechern verhindern sollen. Nicht funkende Unterbrecher sind daher normal und damit auch die Kondensatoren heile, aber ich glaube, Du meinst das alles sowieso ganz anders.
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Montag 30. April 2018, 10:01

Hallo
Ich habe die bei eingeschaltener Zündung die anliegende Spannung am Unterbrecher (Klemme 1) in geöffnetem Zustand gemessen. Als ich die Zündung ausschaltete habe ich den Widerstand in geschlossenem Zustand gemessen. Bei allen 3 hatte ich mehrere Kiloohm, als ich neue einbaute hatte ich fast 0 . Da ich auch die Bosch Spulen gegen Originale DDR-Spulen getauscht habe, welche sicher funktionieren, kann das eigentlich nur an den Kondensatoren liegen, da ich auch keinen Funke hinbekomme, wenn ich die Grundplatte oder die Unterbrecher verdrehe.

Ich kann meine Beiträge gerne in Fachchinesich schreiben, wenn das gewünscht ist, ich habe Mechaniker gelernt.

Der Motor macht auch keine Anstalten anzuspringen, auch nicht mit Startpilot, an den (neu eingebauten) Zündkerzen kommt auch kein Funke an.

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Wilfried » Montag 30. April 2018, 11:36

Oder an der Klemme 15 liegt kein Strom an.
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 30. April 2018, 12:01

Sammler hat geschrieben:Ich kann meine Beiträge gerne in Fachchinesich schreiben, wenn das gewünscht ist, ich habe Mechaniker gelernt.

Fachchinesisch hat den Vorteil, dass sich damit Dinge exakt beschreiben lassen, welche mit umgangssprachlichem Mandarin eben so nicht beschrieben werden können. Also mach mal, ist besser :smile:

Ich habe die bei eingeschaltener Zündung die anliegende Spannung am Unterbrecher (Klemme 1) in geöffnetem Zustand gemessen.

Und welchen Wert hast Du da gemessen? An sonst hat diese Messung wenig Wert, Du hast lediglich festgestellt, dass der Strompfad ab Batterie über Zündschloß und der Primärseite der Zündspulen bis zum Unterbrecherhammer lastlos funktioniert. Was passiert, wenn dann tatsächlich ein Strom fließt, bzw. einer fließen sollte, kann man so nicht schlußfolgern.

Als ich die Zündung ausschaltete habe ich den Widerstand in geschlossenem Zustand gemessen. Bei allen 3 hatte ich mehrere Kiloohm, als ich neue einbaute hatte ich fast 0.

Nun, da hätte es wahrscheinlich ein Reinigen und eine Kontaktfeile getan, aber neue Verbrecher sind auch nicht verkehrt, wenn auch vielleicht Verschwendung.

Da ich auch die Bosch Spulen gegen Originale DDR-Spulen getauscht habe, welche sicher funktionieren,

Oha, dies ist jetzt aber eine optimistische Annahme, es mehren sich die Stimmen, welche sagen, dass von den Steinzeit-Spulen nicht mehr viele funktionieren oder zumindest nicht mehr ihre volle Leistung abgeben können. (Zur Leistung von Zündspulen schau mal in diesem Thread: klick!)

kann das eigentlich nur an den Kondensatoren liegen, da ich auch keinen Funke hinbekomme, wenn ich die Grundplatte oder die Unterbrecher verdrehe.

Jetzt verquirlst Du aber ein bißchen was - ein Zusammenhang zwischen dem Verdrehen der Grundplatte/Unterbrecher und der Funktion der Zündfunkenerzeugung und der Kondensatoren existiert nicht. Die Hauptaufgabe der Kondensatoren ist es, die Entstehung eines Abrißfunkens an den Unterbrecherkontakten beim Öffnen dieser zu verhindern (und damit deren Standzeit zu verlängern). Konkret geschieht dies, indem der (parallel zum Kontakt) geschaltet Kondensator beim Öffnen des Kontaktes den Stromfluß so lange aufrecht erhält, bis er voll geladen ist, so dass das Öffnen des Unterbrechers quasi leistungslos erfolgt und somit ein Abrißfunke erst gar nicht entstehen kann (nebenher bilden die Kondensatoren mit den Zündspulen auch noch einen kleinen Schwingkreis, welcher die Aufladung der Spulen ein wenig verbessert). Selbstverständlich kann ein Kondensator auch einmal defekt sein (mehr hierzu erfährst Du z.B. hier), aber ein solcher wäre das Letzte was ich vermuten würde.

An sonst dient das Verdrehen der Grundplatte oder der Unterbrecher dem Einstellen des Zündzeitpunktes, mit der Erzeugung eines Zündfunkens hat dies rein gar nichts zu tun, lediglich der Zeitpunkt, wann der Funke in Bezug zur Stellung der Kurbelwelle/Kolbens entsteht, wird hiermit bestimmt. Anders sieht es allerdings mit dem Verstellen des Unterbrecherambosses aus, hiermit wird der sogenannte Schließwinkel eingestellt (quasi das Verhältnis der Offen- zur Geschlossenzeit des Unterbrechers), welcher direkten Einfluß auf die mögliche Aufladung der Zündspulen hat (siehe auch im o.a. Thread).

Der Motor macht auch keine Anstalten anzuspringen, auch nicht mit Startpilot, an den (neu eingebauten) Zündkerzen kommt auch kein Funke an.

Was für eine Logik! Da würde ich mich aber mal auf die Suche nach dem Verbleib der Zündfunken machen, denn ein Starthilfespray mit eingebautem Zündfunken gibt es noch nicht {sehrfreuen} Ach so, bedeutet "neu eingebaute Zündkerzen" nun tatsächlich neue Zündkerzen oder nur andere/alte Kerzen neu in den Motor eingeschraubt?
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Montag 30. April 2018, 12:07

Ich vermute mal, dass die komplette Primärseite der Zündspulen und deren weiterreichende Leitungen zu den Kondensatoren
und Unterbrechern i.O. sind.
Ich würde die Hochspannungsseite nochmal untersuchen. Also HV-Anschluss der Zündspulen auf Korrosion untersuchen,
Zündkabelenden, Kerzenstecker (Enstörwiderstand drin). Also alle möglichen Ursachen von Übergangswiderständen abklappern.
Ein defekter Kondensator in einer Batteriezündung ist sehr selten. Kenne ich selbst nicht.

Da fällt mir gerade ein, haben die grossen 60mm-Spulen überhaupt so einen Anschlussdorn dran, wie die Kleinen?
Ich meine nein, da ich so eine Spule (DDR) schon mal in der Hand hatte. Vielleicht liegt der Fehler auch schon darin begründet?
Bei den grossen Spulen muss der Zündkabelanschluss also anders gelöst sein.
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 30. April 2018, 18:55

Thilo.K hat geschrieben:Da fällt mir gerade ein, haben die grossen 60mm-Spulen überhaupt so einen Anschlussdorn dran, wie die Kleinen?
Ich meine nein, da ich so eine Spule (DDR) schon mal in der Hand hatte. Vielleicht liegt der Fehler auch schon darin begründet?
Bei den grossen Spulen muss der Zündkabelanschluss also anders gelöst sein.

Sammler schrieb doch, dass er "Bosch Spulen gegen Originale DDR-Spulen" getauscht hat, ohne sich näher dazu auszulassen. Aber Du hast Recht, die großen DDR-Spulen haben den üblichen DIN-Steckanschluß und keinen Dorn, aber den DIN-Anschluß sollten die Boschspulen auch gehabt haben, so dass hier eigentlich nichts schief gehen könnte.
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Montag 30. April 2018, 20:58

Bei allen 3 hatte ich mehrere Kiloohm, als ich neue einbaute hatte ich fast 0

Fast 0 ist korrekt. Im Primärkreis (also zwischen 1 und 15) liegen wir unter 10 Ohm.
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Dienstag 1. Mai 2018, 01:25

Auf alle Fälle ist es sehr unwahrscheinlich, dass gleich alle 3 Kondensatoren gleichzeitig kaputt sein sollen.
Und wie gesagt, in einer Batteriezündung tun die meistens relativ unauffällig ihren Dienst und halten lange.
Ok, die werden zwar im Betrieb sehr heiss, müssen aber nicht so hohe Spannungsspitzen aushalten, wie bspw.
in einem Schwunglichtmagnetzünder (Moped und ähnliche andere Konsorten).
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Dienstag 1. Mai 2018, 10:31

Hallo
Das mit dem Starthilfespray habe ich nur ausprobiert, das es ja auch sein kann, dass der Motor keinen Kraftstoff bekommt und deshalb nicht anspringt.
Ich habe vorsichtshalber die Unterbrecher getauscht, da einer davon sich nicht bewegt hat. Außerdem will ich nicht alle Nase lang irgendwo stehen bleiben, weil ich aus Faulheit Teile drinlassen hab, welche 15 Jahre lang nicht gelaufen sind. Lieber tausche ich diese aus und setze die Ausgebauten instand, dass ich diese dann woanders einbauen kann, wenn ich sicher bin, dass sie halten.
Das fast 0 Ohm stimmt wenn man Spannungfrei direkt am Unterbrecher misst. Am Kontakt 1 direkt am Unterbrecher habe ich Batteriespannung gemessen.

Die großen Spulen haben keinen Anschlußdorn, ich habe aber auch nur Spulen für Zündkabel mit Messinghülse.

Die Zündkerzen sind neu, keine Alten.

Ich werde mal die Kabel und die Stecker auch tauschen und dann mal sehen.

Gruß

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Dienstag 1. Mai 2018, 10:42

Die originale Unterbrecherzündung ist ja im Grunde genommen relativ primitiv aufgebaut, viele Teile
sind nicht dran, ausserdem hat jeder Zylinder seine eigene Zündanlage. Jedes Bauteil hat nicht x - Doppelfunktionen.
Auch ohne viel zu messen und bloss durch Probieren bin ich meistens schon zum Ziel gekommen.
Zündkabel mitwechseln. Beim Testen zunächst mal nur die Kabelenden ohne Stecker gegen Motormasse halten.
Eventuell vorhandene Kohle-Zündkabel (beim Wartburg blau gefärbt) auf alle Fälle gegen Motorgeräte- bzw. Mopedzündkabel
mit Kupferlitze ersetzen.
Ausserdem alle möglichen Ringkabelschuhe ggf. entrosten und mit Polfett einschmieren (falls noch nicht passiert).
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Samstag 5. Mai 2018, 22:11

Hallo
Ich habe den 311 heute anbekommen. Ich habe den Vergaser gereinigt und ganz neuen Kraftstoff geholt. Er läuft schön ruhig und nimmt das Gas hervorragend an. Die komischen NGK Kerzenstecker habe ich gegen Originale DDR Stecker ausgetauscht. Im Standgas habe ich 13,7 V Ladespannung an der Batterie, da ich aber eh alle Kontakte reinigen werde, wird das sicher noch mehr. Jetzt kommen nächste Woche die neuen Reifen drauf, damit er mobil ist, dann kommt er beiseite.
Gruß

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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 6. Mai 2018, 05:04

Im Standgas 13,7 V bei 900 U/min bedeuten, das eine Drehstromlichtmaschine verbaut ist.
Und die gab es aus Grossenhain für 14 V ( 42 A oder 57 A ) und 28 V ( 25 A ).
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Re: Problem mit den Strömlingen

Ungelesener Beitragvon Sammler » Freitag 11. Mai 2018, 22:41

Hallo
Ich habe heute den 311 mal länger laufen lassen. Selbst im warmen Zustand ist der Motor absolut dicht. Da ich ihn aufgebockt habe, um meine Reifen montieren lassen zu können, konnte ich das Getriebe auch testen. Es funktioniert alles , nur die Bedienung der Freilaufsperre erschließt sich mir noch nicht. Den Vergaser habe ich eingestellt (nach Gehör). Ich werde ihn aber nach dem ich den Luftfilterkasten eingebaut habe wahrscheinlich nachjustieren müssen. Sobald ich nächste Woche die Räder wieder drauf habe, kann ich mal die Bremse testen. Die Reifen des Käfers, die ich abmontieren lies, waren leider schlauchlos montiert und die Schläuche, welche im Wartburg drin waren, holte mein Kollege nur noch in Stücken heraus.
Gruß


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