Zündung - Radio entstören

Zündanlage, Lichtanlage, Instrumente, Lima, Anlasser

Moderator: ZWF-Adminis

Benutzeravatar
Tobias Yello' Thunder
Erfurter Produktionsgenossenschaft
Beiträge: 4494
Registriert: Donnerstag 9. Februar 2006, 18:56
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Limousine Bj. '88, W353-1600i Tourist Bj. '10, QEK Aero Bj. '89, Leporello Bj. '91
Wohnort: Erfurt

Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Freitag 14. Juli 2006, 21:37

Ich habe gestern beim Yello Thunder II die ollen stahlummantelten Zündkabel aus Däderä-Zeiten mitsamst Steckern rausgeschmissen und durch Silikonkabel und NGK-Stecker ersetzt, weil die ollen Dinger ständig Aussetzer prozudiert haben. Nun läuft der Bock wieder. Leider kann ich jetzt die Zündungen im Radio verfolgen. Sprich: Es stört, und das nicht gerade wenig.
Die Frage an die anwesenden Elektronik-Experten ist nun:

Was kann man dagegen tun? Oder kann man das nur hinnehmen?

Tobias
Wartburg 353-1600i Tourist - die Bestie lebt!!!

HONI
Werkzeugsucher
Beiträge: 61
Registriert: Freitag 2. Juni 2006, 17:34

Ungelesener Beitragvon HONI » Freitag 14. Juli 2006, 23:14

Die Zündspulen mit nem Kondensatro bepflanken, das Zündkabel schirmen, geht mit Alufolie, besser ist aber metallisches Gewebeband, sieht aus wie ne Rolle Pflaster. Allerdings weiss ich nicht wo es das gibt, hatte damals mal ne Rolle von der Energieversorgung, ein Kumpel hat da mal gearbeitet und sowas mitgebracht.

MfG HONI!!

Benutzeravatar
Tobias Yello' Thunder
Erfurter Produktionsgenossenschaft
Beiträge: 4494
Registriert: Donnerstag 9. Februar 2006, 18:56
Mein(e) Fahrzeug(e): W353 Limousine Bj. '88, W353-1600i Tourist Bj. '10, QEK Aero Bj. '89, Leporello Bj. '91
Wohnort: Erfurt

Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Samstag 15. Juli 2006, 02:26

Muß die Abschirmung Masse haben?

Tobias
Wartburg 353-1600i Tourist - die Bestie lebt!!!

HONI
Werkzeugsucher
Beiträge: 61
Registriert: Freitag 2. Juni 2006, 17:34

Ungelesener Beitragvon HONI » Samstag 15. Juli 2006, 11:33

Tobias Yello' Thunder hat geschrieben:Muß die Abschirmung Masse haben?

Tobias


Ja, ein definiertes Potenzial ist immer wichtig, sonst könnte der Schirm leicht selbst zur Antenne werden und somit das Problem noch verstärken. Bei sehr hohen Frequenzen (>100MHz) passiert das sowieso, aber da kommen wir beim Warti nur knapp mit dem Radio hin und das sendet ja nicht :D.

MfG HONI!!

Benutzeravatar
WABUFAN
Betriebs-Elektriker
Beiträge: 7734
Registriert: Sonntag 12. März 2006, 12:12
Mein(e) Fahrzeug(e): nur 353er Tourist
Wohnort: Leipzig

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 16. Juli 2006, 10:47

Radio entstören, viel Wege führen zur "Radioaktivität ...... "

1. IHLING : 04.04.1967 ab Fahrgestell 02.0 7797
Verbesserung der Nahentstörung durch Isolierung der Zündspulen gegenüber der Karosserie und verbinden des Zündspulenhalters mit der Motormasse am Vergaserfuss mit 4 mm² Braun.
Der Zündspulenhalter wurde mit Plastestücken gegen die Karosserie isoliert. Fehlen die Plastestücken ?

2. Durchgang der Zündkerzenstecker prüfen
Mit einem Multimeter im kOhm-Bereich musst Du ca. 5,0 kOhm zwischen Kabelanschluss und Kerzenkontakt messen. Ist der Widerstand defekt, dann ist dort eine Funkenstrecke und die ist nicht unter der Steckerabschirmung.

3. Austausch der blauen Hochspannungskabel mit Kohlefaser gegen die Schwarzen mit Kupferader. Die Kohlefaser sind manchmal Stellenweise weggebrannt.

4. Reinige mit Lappen und Spiritus ( Geht auch Benzin ohne Öl ) die Zünnspulen. Manchmal ist dort eine Kriechfunkenstrecke, mitunter durch einen Haarriss.

5. Nehme die Zündkabel aus der Halterung am Vergaserdämpfer herraus, manchmal findet dort die Hochspannung einen Weg nach Masse.

6. Mit Schelle einen Kondensator 2,5 µF an den Zündspulenhalter. Den Plusanschluss vom Sicherungskasten, die 12V-Leitung der EBZA und die Anschlüsse 15 der Zündspulen an den Mittelkontakt.
Also den + Anschluss " vorbeischleifen ".

7. Die EBZA-Leistungsteil muss gegen Masse isoliert sein. Den Masseanschluss an die linke vordere untere Schraube. Dort liegen die Leistungstransistoren mit dem kürzesten Weg. Das Kabel an der anderen Seite mit unter die Schelle vom Kondensator 2,5 µF verbinden.

8. Antennenstecker am Radio ziehen und Abschirmung gegen Masse messen, der darf keine Verbindung haben. Andernfalls den Schluss suchen, meistens in der linken A-Säule durchgescheuert.

9. Radio auf UKW zwischen 2 Stationen stellen und da kein Sender empfangen wird, ist der HF-Teil stumm geschaltet. Lautstärke aufdrehen und nun gibt es 2 Möglichkeiten.
Du hörst ein helles Knacken und Knistern das sich mit der Drehzahl ändert, dann suche den + Zweig von der Batterie über den Zündschalter bis zu den Anschlüssen 15 der Zündspulen ab. Der Zündschalter könnte schon eine Ursache sein. Auch der Hochspannungbereich ab Zündspule kommt in Frage.
Du hörst eher ein dumpfes Brodeln, abhängig von der Drehzahl. Schalte das Radio provisorisch direkt an den + Pol der Batterie. Damit schliesst Du Übergangswiderstände in der + Leitung aus.
Hilft auch das nichts, dann das Radio gegen Masse isolieren und mit 2,5 mm² an den - Pol der Batterie.

10. Hilft das alles nichts, dann die Lautsprecherleitungen ansehen, die sollten keine Masse zur Karosserie haben. Auch über diese Drähte können Störungen eindringen, dann 2 Ferittkerne Rund besorgen und mit ca. 5 Windungen wie im PC die Lautsprecherleitungen HF-Dicht machen ....

11. Hilft auch das nichts, dann in die + Leitung und - Leitung des Radios eine stromkompensierte Entstördrossel mit 2 x 2,5 mH bei 4 A und den Stromeingang des Radios mit Kondensator 2,5 µF und Schelle wie bei der Zündung verblocken ( Radio erhält Masse über die Drossel, da ja gegen Masse isoliert ).

Vielleicht hilft irgend ein Vorschlag.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

Benutzeravatar
Carsten35
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 163
Registriert: Mittwoch 9. August 2006, 02:00
Wohnort: Peine

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon Carsten35 » Sonntag 23. September 2018, 10:48

Beim 1.3er mit normalen 4 Takt Motor (IFA - VW Lizenz)
welche Möglichkeiten hat man denn da?
Was kann ich wo an der Zündspule anbauen?

Die Lichtmaschine soll ja irgendwie schon etwas vorgesehen haben, dass man da einen Kondensator einbauen kann, aber ich nix haben Ahnung :-(

es gibt von VW für Bosch - Systeme bei der Zündung ja so ein Teil für die Zündung. Geht das? Wo baue ich das an? Kann da jemand etwas Licht in das Dunkle bringen??

https://www.motointegrator.de/artikel/3 ... gJf4vD_BwE

da ist auch das Bild vorhanden.

Benutzeravatar
WABUFAN
Betriebs-Elektriker
Beiträge: 7734
Registriert: Sonntag 12. März 2006, 12:12
Mein(e) Fahrzeug(e): nur 353er Tourist
Wohnort: Leipzig

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 24. September 2018, 06:23

Man muss die Störquelle suchen und lokalisieren.
Dann geht es systematich zur Fehlerbeseitigung.
Dazu braucht es viel Geduld ...

Besonders nach Punkt 9 suchen.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

Benutzeravatar
Carsten35
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 163
Registriert: Mittwoch 9. August 2006, 02:00
Wohnort: Peine

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon Carsten35 » Montag 24. September 2018, 15:18

Danke schon einmal.

Wie sieht es denn mit dem Bosch Entstörkondensator aus, sollte man den einbauen? Und vor allem WO :-(
Die Zündspule ebenso, da gibt es doch sowas bestimmt auch, oder?
Lichtmaschine, Entstörkondensator?

Benutzeravatar
WABUFAN
Betriebs-Elektriker
Beiträge: 7734
Registriert: Sonntag 12. März 2006, 12:12
Mein(e) Fahrzeug(e): nur 353er Tourist
Wohnort: Leipzig

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 25. September 2018, 06:17

Suche erst einmal die Quelle der Störung.
Z.B.: Zündung einschalten und den Scheibenwischer.

Dabei das Radio einmal im UKW ( FM ) Bereich und dann im L - M - K - ( AM ) Wellenbereich einschalten.

Bei der Entstörung wird unterschieden :

Fernentstörung : Mit einem Kondensator nach Masse werden Störungen auf Leitungen verringert. Die Leitung wird am Kondensator " vorbeigeschleift ".

Nahenstörung : Mit Kondensatoren und Drosselspulen wird die Störquelle beseitigt.
Zum Beispiel an den Kohlebürsten eines Motors.

Bei Gleichsromlichtmaschinen nie einen Kondensator am Regler DF und Masse schalten ! Da wird der Regelkontakt zerstört !
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

2-Takter sind einfacher im Aufbau wie 4-Takter

Benutzeravatar
Carsten35
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 163
Registriert: Mittwoch 9. August 2006, 02:00
Wohnort: Peine

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon Carsten35 » Dienstag 25. September 2018, 07:14

DANKEND :-)

Benutzeravatar
bic
Abschmiernippel
Beiträge: 3294
Registriert: Mittwoch 20. Februar 2013, 07:23
Mein(e) Fahrzeug(e): diverse
Wohnort: Meddewade

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 25. September 2018, 19:12

Carsten35 hat geschrieben:DANKEND :-)

Wofür bedankst Du Dich? Weißt Du denn nun, was zu tun ist? Ich wüsste es jedenfalls nicht :oops:

Um Dir mal nun zu ein bißchen Klarheit zu verhelfen, hier einmal die Darstellung der klassischen Entstörmaßnahmen, welche i.d.R. ausreichenden Erfolg garantieren:

siemens_wp17_art1_bild2.png

Das Ganze sieht vielleicht erst einmal verwirrend aus, beschränkt sich jedoch auf eine handvoll Maßnahmen, für welche ich wie folgt vorschlagen würde:

Entstörung Lichtmaschine:

Da Du sicherlich eine halbwegs moderne Drehstromlichtmaschine mit integriertem Regler im 1.3er hast, beschränken sich die Maßnahmen auf den Anbau eines Enstörkondensators in der Größe von ca. 2,5 - 3 µF, welcher zwischen Masse und B+ (oder auch mit 30 bezeichnet) geschaltet wird. Die meisten Lichtmaschinen haben hierfür bereits eine Stelle, wo der Kondensator angeschraubt werden kann und die Kondensatoren passende Anschlußklemmen:

Austausch_erregerdioden_lima-02.jpg

entst-dlm.jpg

Hat Deine Lichtmaschine zufällig auch die Klemme "W", empfiehlt es sich auch diese mit einem identischen Kondesator zu versehen:

22356496bt.jpg

Den integrierten Regler muss und kann man auch nicht entstören, jedenfalls nicht mit einfachen Maßnahmen. Der von Dir gezeigte Kondensator ist übrigens nicht geeignet, dies ist ein Zündkondensator und der ist mit einer Kapazität von ca. 0,22 µF zu klein.

Entstörung Zündanlage

Auch das ist jetzt nich allzu aufwändig, zumal ein Teil davon bereits ab Werk erledigt sein sollte, denn auch schon zu DDR-Zeiten war die Fernentstörung (damit, wenn Du durchs Dorf rauschst, nicht alle Radios im Umkreis knattern und zischen) gesetzlich vorgeschrieben, dies betrifft vor allem die Hochspannungsseite der Zündanlage.

Da man ja aber nicht sicher sein kann, dass hier noch alles so ist, wie es sein sollte, ist im Zweifel alles erneuern. Dies ist jedoch nicht allzu schwierig, da pro Kerze nur je eine Entstörwiderstand im Strompfad benötigt wird. Dieser Widerstand ist heutzutage meistens bereits in den Kerzen selbst eingebaut, hat man solche Kerzen, dann muss man hier gar nichts mehr tun. An sonst sind entstörte Kerzenstecker zu verwenden, diese gibt es mit einem Entstörwiderstand von 3 - 5 kΩ, wobei Du ruhig welche mit 5 kΩ verwenden kannst. Auch bereits entstörte Zündkerzen mit entstörten Kerzenstecker zu betreiben ist nicht schädlich, dass verringert allenfalls ein wenig die Zündenergie. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, statt entstörte Kerzen und -stecker Widerstandszündkabel zu verwenden. Dieses ist aber in guter Qualität ziemlich teuer, das billigere Kohlefaserkabel (z.B. das blaue DDR-Kabel) hat jedoch seine Tücken, davon rate ich ab. Zusätzlich wäre es dann noch schön, wenn Du auch für die Verteilerseite enstörte Stecker und einen entstörten Verteilerfinger bekämst, ganz dringend erforderlich ist dieser jedoch nicht.

An sonst wäre dann noch die Zündspule selbst zu entstören. Auch dies erfolgt mit einem Enstörkondensators in der Größe von ca. 2,5 - 3 µF, welcher zwischen Klemme 15 und Masse geschalten wird:

3000187_4634.jpg

wobei darauf zu achten ist, dass das Zündspulengehäuse eine ordentliche Masseverbindung hat (also nicht isoliert ist wie beim 353er).

Abschließend wäre noch darauf zu achten, das in Abhängigkeit von der verwendeten Antenne deren Fuß eine gute Masseverbindung hat, dass alle Anschlüsse sauber und nicht etwa korrodiert sind (vor allem auch die Masseanschlüsse) und dann kann man ruhig noch eine extra Masseverbindung vom Zündspulenmassanschluß direkt zum Motorblock verlegen (ca. 6 mm2) .

Mit diesen Maßnahmen sollte eigentlich erst einmal Ruhe im Karton sein, machen dann noch Scheibenwischer- und Gebläsemotor Probleme, kann man diesen auch mit Kondensatoren, bzw. Entstörfiltern zu Leibe rücken.

Interessant wird es erst dann, wenn die im Bild gezeigten und beschrieben Maßnahmen nicht reichen. Dann muss man sehr gezielt suchen und vielleicht spezielle Maßnahmen vorsehen, dies geht dann aber nicht mehr so einfach per Ferndiagnose. Vielleicht hilft dann auch ein in die Spannungsversorgung des Radios geschalteter Entstörfilter, welche man überall hinterher geworfen bekommt:

Filter.JPG

Aber versuche es erst einmal wie beschrieben. Viel Glück :shock:
Lieber Old School als gar keine Erziehung.

Benutzeravatar
Carsten35
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 163
Registriert: Mittwoch 9. August 2006, 02:00
Wohnort: Peine

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon Carsten35 » Dienstag 25. September 2018, 20:54

Was soll ich sagen...
Das davor war ja schon ...
und das jetzt....

TOLL
Vielen Dank

schade dass es nur so wenige qualifizierte Auskünfte im Netz gibt wie diejenigen, die Du eben gegeben hast. Herzlichen Dank für die Mühe... !!!

Benutzeravatar
Carsten35
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 163
Registriert: Mittwoch 9. August 2006, 02:00
Wohnort: Peine

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon Carsten35 » Dienstag 25. September 2018, 21:18

Eventuell kannst Du mir noch einen Tipp geben:

Ich habe ein neues Massekabel verlegt von Batterie auf Gehäuse , dabei habe ich allerdings eine V2A Schraube verwendet, musste jetzt aber feststellen, dass die elektrische Leitfähigkeit von Edelstahl extrem schlecht ist. Kann das die Masseverbindung Batterie - Fahrzeugkarosse beeinträchtigen?

Da ich gemerkt habe, wenn ich mehrere Masserückleiter (Zigarettenanzünder, Antennenverstärker, Navi, Radio, USB Ladegerät) über einen Massepunkt gesetzt habe, dann habe ich eine deutliche Verschlechterung des Radioempfanges bemerkt, was kann das sein?

Ich lege gerade ein neues Massekabel 10qmm von Batterie direkt in den Innenraum für Radio & Antennenverstärker, Ergebnis war = 0.

Die Antenne habe ich auf einem Extra Blech befestigt, das Blech mit 10qmm Kabel direkt zur Batterie (weiteres Kabel), Ergebnis = 0 Verbesserung

Darf ich noch fragen ?
Die von Dir verwendeten Entstörkondensatoren auf Lichtmaschine und Zundspule, welche sind das genau? Bezeichnung meine ich. Ich nix haben Ahnung, sorry für die Ahnungslosigkeit :-( Eventuell auch eine Bezugsquelle?

Der von Dir gezeigte EF 20 ( für Anschluss Radio) ist bei Amazon ausverkauft und finde ich ansonsten nur gebraucht, gibt es da noch andere?

oh weh oh weh... zu viele Fragen?

Benutzeravatar
bic
Abschmiernippel
Beiträge: 3294
Registriert: Mittwoch 20. Februar 2013, 07:23
Mein(e) Fahrzeug(e): diverse
Wohnort: Meddewade

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 25. September 2018, 23:36

Carsten35 hat geschrieben:Eventuell kannst Du mir noch einen Tipp geben:

Ich habe ein neues Massekabel verlegt von Batterie auf Gehäuse , dabei habe ich allerdings eine V2A Schraube verwendet, musste jetzt aber feststellen, dass die elektrische Leitfähigkeit von Edelstahl extrem schlecht ist. Kann das die Masseverbindung Batterie - Fahrzeugkarosse beeinträchtigen?

Kaum, die elektrische Leitfähigkeit von Edelstahl ist tatsächlich nicht ganz so prickelnd (2% bezogen auf 100% für Silber), das Zeug gilt aber noch als "guter Leiter" und ist immer noch besser als Quecksilber, welches als Kontaktmaterial bei Quecksilberkontakten Verwendung fand:

Queck.JPG
Quelle: wikipedia

Aber darauf kommt es gar nicht an, entscheidend ist welchen Querschnitt und Übergangswiderstand die Auflagefläche z.B. Deines Kabelschuh zum Gehäuse bildet, denn hierüber soll der größte Stromfluß erfolgen. Ist dies i.O. könntest Du zur Not auch das Kabel mit einer Kunststoffschraube anschrauben.

Da ich gemerkt habe, wenn ich mehrere Masserückleiter (Zigarettenanzünder, Antennenverstärker, Navi, Radio, USB Ladegerät) über einen Massepunkt gesetzt habe, dann habe ich eine deutliche Verschlechterung des Radioempfanges bemerkt, was kann das sein?

Tatsächlich der Verschlechterung des Empfangs? Das kann ich Dir so jetzt nicht erklären, möglich ist, dass Du Dir damit irgendwie einen Schirm gebaut hast, Hochfrequenztechnik ist mitunder eigenwillig [smilie=hi ya!.gif]

Ich lege gerade ein neues Massekabel 10qmm von Batterie direkt in den Innenraum für Radio & Antennenverstärker, Ergebnis war = 0.
Die Antenne habe ich auf einem Extra Blech befestigt, das Blech mit 10qmm Kabel direkt zur Batterie (weiteres Kabel), Ergebnis = 0 Verbesserung

Was hattest du Dir davon versprochen? Die Karosse ist doch schon ein sehr guter Masseleiter, ist zwar nur aus Stahl, der "Querschnitt" im Prinzip aber gewaltig. Ein hierzu paralell geschalteter Kupferleiter bring nur dann etwas, wenn im eigentlichen Strompfad über die Karosse erhöhte Übergangswiderstände z.B. durch vergammelte Anschlußpunkte vorliegen. Satt der Signalsenke nun einen verstärkten Masseanschluß zu liefern, halte ich es für sinnvoller die Gehäuse etwaiger Störstrahler auf kurzem Weg kräftig zu erden (bei Dir z.b. die Zündspule), daher an Masse zu legen und etwaige als Empfangsantenne fungierende Leitungen zu schirmen (z.B. auch das + Anschlußkabel des Radios - siehe Bild oben).

Was die Antenne selbst anbelangt, da musst du Dich nach den Montagevorschriften des Herstellers richten. Manche Antennen benötigen Masse am Antennenfuß, andere nicht. Allerdings gibt es auch Empfehlungen, auch Antennen, welche Masse benötigen, isoliert einzubauen und die Masse dann über das Antennenkabel direkt vom Radio abzunehmen, dies quasi gleich als "Gegengewicht" zum Antennenstab (+ Pol der Dipolantenne --> Schirm des Kabels dann - Pol), nur dann muss dies auch die Konstruktion der Antenne hergeben.

Ich würde die Spielerei mit der Antenne erst einmal lassen und diese erst einmal gemäß Anleitung einbauen. Sehr hilfreich ist es jedoch, die Antenne möglichst weit von eventuellen Störern (Zündung, Lima) zu montieren, nicht umsonst war früher der Heckeinbau so beliebt. Sicher ist jedenfalls, dass keine Antenne mi 10qmm geerdet werden muss, denn Deine Auto ist sicher nicht Radio Eriwan :shock:

Jetzt lass erst mal das Basteln mit dicken Kabeln und mach mal das, was ich empfohlen habe. Hat das dann kein Erfolg, muss man weiter schauen. Ich selbst habe jedenfalls noch nie mehr machen müssen um ein Blech-Auto (keine Pappe) ausreichend zu entstören.

Darf ich noch fragen ?
Die von Dir verwendeten Entstörkondensatoren auf Lichtmaschine und Zundspule, welche sind das genau? Bezeichnung meine ich. Ich nix haben Ahnung, sorry für die Ahnungslosigkeit :-( Eventuell auch eine Bezugsquelle?

Darfst Du, muss ich auch antworten? :shock: Ne, google doch mal einfach mit der Bildersuche nach "Entstörkondensator KFZ", da werfen sie Dir die Dinger für drei Euro fuffzig hinterher, die haben so viele, dass sie die verkaufen müssen -roll-

Der von Dir gezeigte EF 20 ( für Anschluss Radio) ist bei Amazon ausverkauft und finde ich ansonsten nur gebraucht, gibt es da noch andere?

Auch hier hilft googeln, aber aufpassen, so etwas gibt es auch für NF-Verbindungen z.B. vom Empfangsteil zur Endstufe. Du brauchst es jedoch -wenn überhaupt- für die Spannungsversorgung.
Lieber Old School als gar keine Erziehung.

Benutzeravatar
Carsten35
Ventileinsatzputzer
Beiträge: 163
Registriert: Mittwoch 9. August 2006, 02:00
Wohnort: Peine

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon Carsten35 » Montag 1. Oktober 2018, 01:22

super vielen Dank...
ich versuche meine Glück...
muss ja gut gehen, bei all den Tipps.
Heute Zündkerzen gewechselt - waren von NGK - und nicht entört :-(
Es geht weiter

Butzemann
Triebwerkmeister
Beiträge: 696
Registriert: Samstag 18. Februar 2006, 17:30
Mein(e) Fahrzeug(e): Wartburg 1.3, Simson SR50, Diamant Sportfahrrad 1957, Simson Spatz 1969
Wohnort: Meißen

Re: Zündung - Radio entstören

Ungelesener Beitragvon Butzemann » Montag 1. Oktober 2018, 05:55

Den EF20 gibts auch noch woanders zum Beispiel bei Voelkner.de für 9,99 zzgl. Versand


Zurück zu „Elektrik“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 7 Gäste