Wartburg Identifikation

Rahmen, Federn, Querlenker, Bremsanlage, Haupt- und Radbremszylinder, Handbremse, Reifen, Umbau

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Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon chefpuhbär » Sonntag 7. Oktober 2012, 00:49

Servus aus Bayern,
Als Traumauto habe ich mir frisch einen Wartburg zugelegt. ( Mein Avatar ) Bin jetzt aber sehr verwirrt welches Modell es ist und was überhaupt noch orginal ist. Der Wagen wurde laut DDR Fzg. Brief 1982 mal umgebaut.
Das erste Bj. im Brief ist 1955 mit der Fgst. Nr. 8119 12 84-7 und der Motornummmer 02.E.123170 . Der Wagen ist aber das erste mal 1968 angemeldet worden . Hat er dann 3 Jahre rumgestanden ?
Dann der Umbau 1982. Jetzt ist die Fgst. Nr. F9-P-1111689-8x (bzw Sternchen) und Mot. Nr. E 0165142.65 ( laut Brief ). Er soll jetzt 45 PS haben. Er ist schon auf 12 Volt umgerüstet.
Ich habe auch noch eine aktuelle Nr. auf dem Motor gefunden 5310100186 , aber ich vermute mal das ist eine Teile Nr. , da auf dem Zylinderkopf eine ähnliche Nr. steht.
Hier noch ein paar Bilder , ich hoffe ihr könnt mir viele Info´s geben. Bin über jede Info Dankbar.
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Innen
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Sonntag 7. Oktober 2012, 01:08

Okay, ich finge mal an.

Erstmal herzlich willkommen im ZWF! :smile:

Dein Auto ist zu 100 Prozent original. :smile:
Original DDR.

Grundsätzlich ist es ein 311er Wartburg, so viel steht fest.

Der Motor stammt aus dem 353er und hat (zumindest laut der Teilenummer) 50PS.
Vergaser, Ansaugtrakt, Kühler und Kleinteile wie die Ablage unter dem Ama-Brett, Spiegel,... sind ebenfalls aus dem 353er.
Die Zusatzscheinwerfer sind DDR-Zubehör (verbaut am B1000, Trabi,...)
Die Blinkerkappen stammen vom B1000, Multicar oder sonstigem DDR-Nutzfahrzeug.

Die Karosserie ist höchstwahrscheinlich eine Ersatzkarosse aus den 70ern, da sie die Typischen merkmale aufweist (Löcher für 312er Stoßdämpferaufnahmen vorgesehen, Amaturenbrett mit wenig Chrom,...).

Interessant wäre hier die Karosserienummer, und das Schildchen in der rechten A-Säule. Nicht nur für die bestimmung der Geschichte deines Autos, sondern auch hierfür:
viewtopic.php?f=4&t=7480&p=136505&hilit=karosserienummer#p136505

Die Nummern (sowohl Fahrgestell-, als auch Motornummer) sind mir ein Buch mit sieben Siegeln, folgen nicht den mir bekannten Systemen.

Sicher der EZ 1955 ist? Dann wäre es zuerst ein F9 gewesen, später zum 311er umgebaut.

Die Motornummer steht am Block in Fahrtrichtung vorn rechts, kurz unter der Fläche zum Zylinderkopf. Sollte eingeschlagen sein, in der dort befindlichen Planfläche, die beim 353er zur Aufnahme der Auspuffstütze dient (zwei Gewinde M8)

Hast Du einen originalen DDR-Brief? Wann ist der ausgestellt? Ist die Unterschrift vom AWE drin? Oder ist irgendwo ein Vermerk "ERsatz für Brief Nr. ..."? Wer waren die Besitzer? Firmen? Irgendwelche "Sonderbedarsträger"? (NVA,VoPo,...)

Viele Fragen... {rolleyes}
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 7. Oktober 2012, 02:07

Auch von mir ein herzliches Willkommen.

Auf Grund des Armaturenbrettes (Blechlaschen statt Chromblenden für die Frontscheibenbelüftung) würde ich mich der Vermutung anschließen, dass es sich um eine Ersatzkarosse handelt.

Fgst. Nr. 8119 12 84-7 sieht fast so aus wie bei einem 1957er Kombi. Nur die führende 8 passt nicht so richtig ins Bild. War das vielleicht ein P, statt einer 8 ?

Wenn Du noch den alten Brief dazu hättest, würde das aus den technischen Daten hervorgehen, daher gehe ich mal davon aus, dass Du einen neueren Brief zu dem Fahrzeug hast.

Möglicherweise war die Karosserie irgendwann hinüber und der Rahmen wurde mit einer Limousinen-Karosserie ausgerüstet.

Die Motornummer 02.E.123170 stammt m.E. von einem Tauschmotor. Der zum Rahmen gehörende dürfte die Nummer ?????.7 getragen haben. auch bei der Nummer Nr. E 0165142.65 dürfte es sich um eine Ersatzteilnummer gehandelt haben.

Bei dem Umbau 1982 ist dann vielleicht der Rahmen getauscht und die Technik modernisiert worden.

Die "neue" Rahmennummer ist schon merkwürdig. Schau doch mal auf dem vorderen Querträger ob sich dort vielleicht noch eine andere Nummer findet. So etwas wie 78E?????? oder 82E??????.
Viele Grüße

Carsten

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon chefpuhbär » Sonntag 7. Oktober 2012, 12:23

Ich wußte doch, hier wird dir geholfen. Danke für die schnellen Antworten.
Ich habe den Originalbrief ( Nr. A 615429 ) , denn es steht nichts von Ersatz drauf. Der Wagen wurde am 28.02.1968 zum ersten mal zum Verkehr zugelassen. Der Eigentümer war" Industriezweig Gummi und Aspest " in Fürstenwalde. Die Firma wurde 1970 dann VEB Reifenhandel.
Wegen der Karosserienummer muß ich erst nochmal schauen. Die angegeben Nr. stehen alle so im Brief, habs noch mal geprüft. Aber eine richtige Mot. Nr. habe ich noch. lautet 17.169 846 mit einem BVF Vergaser 40F 1-16 .
Im Brief unter 14 Bemerkung steht die zweite Motornummer , mit einem Datum von 68 ,also ab der ersten Zulassung.
Die technischen Daten waren Typ 311000 Radstand 2450 Leistung 40 PS bei 4200 und 1000 ccm Läng 4300 Breite 1570 Höhe 1450
Jetzt ist ein Motor mit 45 PS eingetragen und der Typ hat sich auf 312 geändert.
Mfg Markus

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Sonntag 7. Oktober 2012, 13:15

Also ist der aktuelle Motor nicht eingetragen.

Das ist ein Motor Typ 353.1, höchstwahrscheinlich 50PS.
Der Vergser -16 gehört eigentlich in den B1000.

Motornummer mit 17 => Motor von 1965 + 17 =1982.

1965 ein 900er mit 40PS. Schon merkwürdig. Normalerweise war ab 62 alles Motor Typ 312 mit 45PS, und 311er gab es nur bis 65.

Durch wen wurde die Betriebserlaubnis erteilt? Vom AWE oder von der VoPo? Ich glaube auf der vorletzten Seite des Briefs steht sowas.

Ich denke der VEB wird wohl irgendwo irgendwelches Kontingent hergekrigt haben, und aus E-Teile o.Ä. einen 311er zusammengebastelt haben.

Noch was: Wann sind im Brief Farbänderungen eingetragen? Könnte Hinweise auf das Alter der E-Karosse geben.
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon chefpuhbär » Sonntag 7. Oktober 2012, 16:40

Ja das denke ich jetzt auch langsam, aber das ist mir egal. Der Brief wurde von der VoPo ausgestellt. Die Farbe wurde auch beim Umbau 82 geändert. Ursprünglich war er mal Grau. Vielleicht wird er auch wieder so. Ist ja auch wieder modern. Aber ich schaue noch mal nach der Karosserie Nr.
Jetzt möchte ich ihn erst mal wieder in Fahrt bringen und eine Zulassung bekommen. Der Motor hatte aber mal einen Frostschaden , die Froststopfen sind raus und das Thermostatgehäuse ist defekt. Wo bekomme ich Froststopfen her, habe schon alles durchsucht, aber ohne Erfolg. Ein Thermostatgehäuse habe ich schon aufgetrieben. Naja und dann natürlich die Bremse, Reifen, Dichtungen und viele andere Kleinigkeiten. Aber ich bin guter Dinge. Ich würde gern im nächsten Jahr zum Heimweh Treffen nach Eisenach fahren. Über Teiletips würde ich mich auch freuen.
Habe ich mit diesem Aufbau eine Chance auf eine H-Zulassung ? Ich versuche Ihn natürlich so hübsch wie möglich zu machen.
Mfg Markus

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Butzemann » Sonntag 7. Oktober 2012, 18:52

Froststopfen gibts sogar bei ebay, das sind keine speziellen Wartburgteile, du mußt nur den richtigen Durchmesser wissen.
Bei LDM gibts auch welche die für den 353er deklariert sind 36mm mit Durchmesser, allerdings recht teuer.

mfg gert

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 7. Oktober 2012, 19:01

Zum Thema Froststopfen schau mal hier:

viewtopic.php?f=2&t=10158&p=131639
Viele Grüße

Carsten

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Sonntag 7. Oktober 2012, 20:47

Zum H-Kennzeichen.

Dort bewigst Du dich in einem Grenzbereich.
Kommt sicherlich auf den Gutachter an. Wenn er keine Ahnung von Wartburgs hat (ist bei vielen so...) winkt er das durch, als solches.

Aaaaaber: Alles muss fachgerecht aussehen und sein:
-Keine geknickten oder scheuernden Kabel und Schläuche
-Keine wilden Kabel und Halter für irgendwas

Den Lüfter würde ich im Vorfeld lieber ausbauen, für den Oldtimerbetrieb reicht der originale aus.

Der Motor...tja.
Eingentlich dürfte das so nicht sein, mit 311er Bremse und 50PS. Eigentlich. Es fahren einige Autos so draußen rum. Was Dir dort wiederfährt, weiß ich nicht.

Perspektivisch würde ich den Warti aber trotzdem "reorignalisieren", zumindest bis zu einem gewissen Maß.
Speziell die Ablage unterm Ama-Brett, die vier Nebler und der Lüfter erregen sofort den Eindruck einer "Bastelbude".

Wenn Du das ein wenig "zurückfährst", kommst Du sicherlich durch.
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon chefpuhbär » Sonntag 7. Oktober 2012, 20:59

Mit dem Lüfter meinst du den doppelten am Heizungskasten ? Die Scheinwerfer sind schon abgeschraubt. Vielleicht ist der am Spritzblech auch gar nicht angeschlossen, wozu sonst 2. Ich hatte noch keine Batterie angeschlossen. Den Kabeln wollte ich mich auch noch widmen. Sicherungen und Anschlüsse sehen übel aus.
Mfg Markus

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Sonntag 7. Oktober 2012, 21:04

Sehr gut.

Der "schneckenförmige" Lüfter hat im 311er nichts zu suchen. An Stelle dessen Gehört ein Schlauch zum Kanal an der Motorraumseitenwand.
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 7. Oktober 2012, 21:32

EIn H-Kennzeichen brauchst Du eigentlich nur, wenn du in die sog. Umweltzonen der Großstädte möchtest. Leider läßt sich das H-Kennzeichen ja nicht mit dem Saisonkennzeichen kombinieren, was bei den Wartburgs eigentlich sinnvoller ist, da man damit tatsächlich Steuern und Versicherung sparen kann.

Ich muss gestehen, dass ich mit meinem Coupe auch ohne H-Kennzeichen in die Feinstaubzonen fahre. Kann 40 Euro und einen 1 Punkt kosten, aber bisher kam das bei mir noch nicht vor. Man sieht dem Auto ja auch so an, dass es "historisch" ist.

Ich bin ja der Meinung, dass auch so ein Original-Alltags-DDR-Zustand, in dem sich Dein Auto befindet erhaltenswert ist. So sahen zum Ende der DDR die meißten 311er aus. Heute auf Treffen kaum noch vorstellbar. Der Schneckenlüfter ist ein interessanres Detail, das ich so bisher auch noch nicht gesehen habe.


"Die Kriterien für einen Oldtimer im Sinne der neuen Richtlinie sind: das Fahrzeug muss – im Vergleich zu ,normalen alten’ Fahrzeugen – einen guten Pflege- und Erhaltungszustand aufweisen. Zudem müssen die Hauptbaugruppen an den damaligen Originalzustand angelehnt oder zeitgenössisch ersetzt sein. Und schließlich dürfen zusätzliche Ausrüstungen oder Ausstattungen den Originaleindruck des Fahrzeugs nicht beeinträchtigen.

Als Abweichungen vom Originalzustand sind Änderungen erlaubt, die nachweislich innerhalb der ersten zehn Jahre nach Erstzulassung oder Herstellungsdatum erfolgt sind – oder hätten erfolgen können. Auch technische Modifikationen innerhalb der Fahrzeugbaureihe liegen im Bereich des Zulässigen, zum Beispiel bei Motoren. Nicht zeitgenössische Änderungen erhalten nur dann einen Haken, wenn sie nachweislich vor mindestens 30 Jahren durchgeführt wurden. Als Belege gelten Gutachten, Fahrzeugpapiere, Herstellerfreigaben, Betriebsanleitungen, Prospekte, aber auch Fachliteratur und Presseberichte.

Für ein positives Oldtimer-Gutachten muss das Fahrzeug außerdem die Hauptuntersuchung (HU) bestehen und darf nur leichte, dem Status „Kulturgut“ angemessene Gebrauchsspuren aufweisen: Patina ja, verbraucht nein, heißt die Faustregel. Außerdem dürfen keine wesentlichen Teile fehlen und keine Unfallrestschäden oder Anzeichen unsachgemäßer Instandsetzung erkennbar sein.

Ein wichtiger Punkt besteht darin, die Gebrauchsspuren am Fahrzeug von erheblichen Nutzungsspuren abzugrenzen, die durch mangelhafte Pflege entstanden sind. Allerdings kann die viel zitierte Patina an einem Oldtimer auch wertsteigernd sein. Daher ist es häufig sinnvoll, vor Beginn von Restaurierungsarbeiten die Einschätzung eines Sachverständigen einzuholen."

Quelle: http://www.aachener-zeitung.de/blogs/se ... -nein.html

Da der letzte Neuaufbau 1982 erfolgte dürften auch die damit verbundenen "Optimierungen und Modernisierungen" nun nach 30 Jahren Bestandsschutz haben {goodidea} .
Viele Grüße

Carsten

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon carsten » Sonntag 7. Oktober 2012, 21:51

chefpuhbär hat geschrieben:Ja das denke ich jetzt auch langsam, aber das ist mir egal. Der Brief wurde von der VoPo ausgestellt. Die Farbe wurde auch beim Umbau 82 geändert. Ursprünglich war er mal Grau.


Du könntest zur weiteren Klärung ja mal die Seiten 6,7,8,9,10,11 und das Deckblatt scannen oder fotografieren und hochladen oder mailen. {kratz}
Viele Grüße

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Sonntag 7. Oktober 2012, 22:00

Ja, da gebe ich Carsten recht. Die Geschichte Deines Autos ist hochinteressant, wie ich finde. Mögicherweise lässt Du uns ja daran Teil haben?
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon chefpuhbär » Sonntag 7. Oktober 2012, 22:09

Ja es ist schon krass wie erfinderisch der Osten war. Ich glaube am besten ist es den Tüv Prüfer meines Vertrauns mal mit ins Boot zu nehmen. Bin mal auf seine Mimik gespannt. Aber hauptsächlich muß sich mein Kleiner mal wieder von allein bewegen. Und natürlich auch wieder anhalten. Das würde mich schon befriedigen .
Habe gerade noch fotografiert. Hier noch Fzg Brief
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Fzg Brief Seite 1.jpg
Fzg Brief Seite 6+7.jpg
Fzg. Brief Seite 8+9.jpg

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon chefpuhbär » Sonntag 7. Oktober 2012, 22:11

Sehr geiles Forum! Danke

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Sonntag 7. Oktober 2012, 22:14

Baujahr tatsächlich 55...
Auch wenn es nicht als solches gekennzeichnet ist, wird es wohl ein "neu augebauter" F9 sein.
1955 gab es noch keinen 311er. Höchtens Vorserie/Prototyp.
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon chefpuhbär » Sonntag 7. Oktober 2012, 22:48

Ich habe was von 162 Stück gelesen ich glaube bei wiki. Diese wurden wohl parallel zum F9 gebaut.

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Montag 8. Oktober 2012, 00:29

DDR-Zustand finde ich gut... :smile:
Alle sprechen hier übrigens vom doppelten Lüfter. Ist doch schlicht und ergreifend
´ne Sirokko oder? Erkennt man nicht so richtig.
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon carsten » Montag 8. Oktober 2012, 00:37

OK, sieht tatsächlich so aus, als wäre aus Resten und einer Ersatzkarosserie ein neues Fahrzeug gebastelt worden.
Selbst ein Lenkradembem vom Multicar kam zum Einsatz ; ).

Dies ist somit ein (auch im Brief dokumentierter) Eigenbau.
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Montag 8. Oktober 2012, 13:20

Mögicherweise hatte er ja doch früher auch mal eine 55er Karosse, bis 82.

Das wäre natürlich hochinteressant. Gibt es noch Bilder von dem Auto vom vor 82? Eventuell mal die Vorbesitzer kontaktieren?

Oh, über 100 Stück 1955...da habe ich mich aber vertan...Sorry.

Was Du mit dem Auto nun machst, ist natürlich Deine Entscheidung. "Original DDR", so wie es gefahren ist, hat natürlich auch was für sich. Wem´s gefällt, der soll gerne diese Autos so erhalten. Denn zugegeben, top original restaurierte Autos mit perfekt glänzendem Lack treffen nicht so recht das Straßenbild der DDR. :smile:
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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon chefpuhbär » Dienstag 30. Oktober 2012, 14:22

Servus
habe jetzt noch mal geschaut ob ich eine Nummer an der Karosserie finden , aber ohne Erfolg. Habe an der rechten A-Säule unterm Amaturenbrett geschaut. Hat jemand eine genaue Positionsbeschreibung, oder vielleicht ein Bild. Vielleicht auch eins von der Fgstellnr. Die habe ich bisher nur im Fzg Brief gefunden.

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Re: Wartburg Identifikation

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Dienstag 30. Oktober 2012, 14:30

Oh, entschuldige, da habe ich mich wohl etwas ungünstig ausgedückt. :sad:

Die Karosserienummer ist vom Motorraum aus zu sehen, bei Dir wohl mit Antidröhn zugespachtelt.

Das Karosseriewerkeschildchen ist verränkungsfrei bei geöffeter Beifahrertür zu sehen, falls vorhanden (ca. 3x5cm groß, zwischen den Türscharnieren, Stück oberhalb des Fangbandes, aber unterhalb des Türkontaktschalters für die Innenfunzel.
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