Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

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svenyo
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Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon svenyo » Dienstag 8. November 2016, 12:32

Hat jemand Erfahrungswerte bzgl. des Einsatzes der Mororbremse.

Bei Bergabfahrten (Alpen) welche Dauerdrehzahl / Geschwindigkeit kann ich ohne Zwischengas über einen längeren Zeitraum bergab fahren, um die Bremswirkung des Motors zu nutzen ?!?

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Kolumbus
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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon Kolumbus » Dienstag 8. November 2016, 13:37

Hallo,

ich würde es nicht darauf ankommen lassen. Ich habe bei einer Rallye im Allgäu nur einmal Probleme mit heissen Bremsen gehabt, als ich von einer Alm fast 1000m auf steiler Strecke gewundenen engen Strecke ziemlich langsam abfahren musste. Allerdings habe ich einen W mit Scheibenbremse gefahren. Da musste ich eine Pause einlegen.

Alles andere hängt davon ab, wie der Zustand Deines Motors so ist.
Zwei linke Hände, aber man kann es doch mal versuchen ;-)

svenyo
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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon svenyo » Dienstag 8. November 2016, 15:11

Bei meinem 353W habe ich da weniger Bedenken bzgl. der Bremse.

Wir fahren aber immer mit zwei Wartburgs, dabei ein 311'er.

Vom Großglockner herunter wurde bei ihm die Bremse recht weich.

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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 8. November 2016, 16:00

svenyo hat geschrieben:Vom Großglockner herunter wurde bei ihm die Bremse recht weich.

Da hilft nur vor solchen Touren ein Wechsel der Bremsflüssigkeit (um den Naßsiedepunkt hoch zu halten) und das möglichst spielfreie Einstellen der Bremsen (um bei Fading noch Pedalweg zu haben). Außerdem sollte man bei längeren Abfahrten das Bremspedal nicht wirklich loslassen, denn die Dampfblasen bilden sich erst (wenn der Siedpunkt bereits erreicht ist) wenn der Druck im System vermindert wird. Daher lieber dauerhaft und gleichmäßig bremsen und zur "Entspannung" anhalten. Den Motor als Bremse würde ich nicht wirklich nutzen wollen, allenfalls als Unterstützung im Gefahrenfall (dann ist es auch egal, ob dieser dann koppheister geht). Denn wie lange (Zeit oder Wegstrecke) es dieser ohne ausreichend Schmierung mitmacht, wird Dir wohl keiner sagen können - hier kommt es zu sehr auf den Einzelfall an - Risiko halt.

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Kolumbus
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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon Kolumbus » Mittwoch 9. November 2016, 10:42

bic hat geschrieben:Außerdem sollte man bei längeren Abfahrten das Bremspedal nicht wirklich loslassen, denn die Dampfblasen bilden sich erst (wenn der Siedpunkt bereits erreicht ist) wenn der Druck im System vermindert wird. Daher lieber dauerhaft und gleichmäßig bremsen und zur "Entspannung" anhalten.

Das ist aber genau das Gegenteil, wie man eigentlich so immer liest. Also ich bremse lieber ziemlich weit runter, um dann der Bremse eine Atempause zum Abkühlen zu geben. Damit bin ich bis jetzt gut gefahren.
Neben der Bremsflüssigkeit sollten auch die Beläge in Ordnung sein. Mein Vorbesitzer hat irgendwelche Billigware verwendet, die waren nach einer Rallye dann fast aufgefressen. Also auch hier gilt bei den Bremsen nicht sparen.
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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 9. November 2016, 16:34

Kolumbus hat geschrieben:Das ist aber genau das Gegenteil, wie man eigentlich so immer liest. Also ich bremse lieber ziemlich weit runter, um dann der Bremse eine Atempause zum Abkühlen zu geben.

Aber das funktioniert nur dann, wenn die Bremsflüssigkeit in den RBZ ihre Siedetemperatur noch nicht erreicht hat, nur das weiß man ja eben nicht. Hat diese jedoch die Siedetemperatur bereits erreicht und man nimmt den Druck aus dem System, kommt es schlagartig zur Dampfblasenbildung. Bei halbwegs modernen Tandem-Hauptbremszylinde soll man die "Luft" dann zwar wieder weggepumpt bekommen, beim 311er aber sicher nicht. Ob das mit dem weit runter Bremsen für eine Atempause zum Abkühlen vorteilhafter ist, kann ich jetzt so nicht sagen - rein oberflächlich betrachtet musst Du dabei jedoch mehr kinetische Energie in Wärme umsetzen, als beim konstante Bremsen und läufst dann eher der Gefahr der Überhitzung (müsste man eigentlich mal rechnen).

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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 9. November 2016, 17:22

Als kleinen Tipp zur Verbesserung der Bremsenkühlung: "Radkappen im Kofferaum plazieren".
Viele Grüße

Carsten

Moderne Technik macht das Leben schön einfach, aber mein Wartburg macht das Leben einfach schön !

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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon svenyo » Donnerstag 10. November 2016, 10:46

Ständig den Fuß auf der Bremse sehe ich auch kritisch.

Bei meinem 311'er hatten sich mal der Kleber aufgelöst und somit waren die Bremsbackenbeläge nicht mehr vollflächig mit dem Träger verbunden ...... Vielleicht hat sich ja dieser durch Hitze aufgelöst ..... wer weiß ?!?

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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon mario » Dienstag 11. April 2017, 13:27

Die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt und dann solche Pläne gemacht, oben auf dem Pass mit möglichst wenig Benzin anzukommen, Öl zuzukippen (Mischungsverhältnis drastisch erhöhen), um dann unten aus dem Kanister mit reinem Benzin die 1:50 wieder herzustellen.... Habe ich nie gemacht. Ich sperrte allerdings den Freilauf und ließ den 3. Gang drin, zur leichten Unterstützung der Bremse bei nicht zu hoher Motordrehzahl ((fauler?) Kompromiss). Ein auch hier verweilender Wartburg-Kumpel hat ziemlich rabiat den 1. eingesetzt, ohne dass der Motor Schaden nahm. Hm. Und was ist mit den zweitaktenen Dreirädern in Italien, die schnurren bergab auch so vor sich hin, bei wesentlich größerem Last-/ Hubraumverhältnis?Vllt. alles kein Problem? In der Bedienungsanleitung findet man nur den lapidaren Satz, bergab den Freilauf zu sperren.
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Tommy_OAL
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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Montag 24. Juli 2017, 23:18

Gehört ja eigentlich nicht wirklich ins Getriebeforum; aber:
Ich würde eher nicht zum Dauerbremsen raten.

Basierend auf diversen Bremsen-Teil- oder Totalsausfällen, vor allem beim B1000 mit seinen noch viel hoffnungsloser als im 311/12 überforderten Trommelbremsen, sehe ich das Hauptproblem NICHT im Ausfall durch Dampfblasenbildung wegen Überhitzung der Bremsflüssigkeit; sondern in der Überhitzung der Beläge. - Wenn man "normale" DOT4 fährt, liegt deren Siedepunkt bei etwas über 200°C - sofern die Suppe noch nicht arg mit Kondenswasser "verdünnt" ist. (Dann geht er auf um die 155° runter, hab ich grade nachgesehen.) - Die 200° Zylindertemperatur habe ich bisher offenbar nie erreicht. Insbesondere mit den roten Cosid-Belägen, wie sie im B1000 ja werksseitig ab 1978 nicht mehr eingebaut und auch den Werkstätten verboten wurden, bricht weit vorher die Wirkung derartig zusammen, dass nicht nur von einer Bremswirkung im eigentlichen Sinn nicht mehr gesprochen werden kann (was mich in Kroatien schon mal beinahe im Meer landen ließ), sondern durch die kaum noch vorhandene Reibeleistung kaum noch weiter Erwärmung da ist (ein genialer Selbstschutz der Bremse? :eek: :-| . In diesem Zustand liegt zwar die Backentemperatur wohl um die 200° (ich hab kürzlich mal ein bisschen rumprobiert und die Trommeln mit dem IR-Thermometer "angeleuchtet"); aber die Zylinder werden lange nicht so heiß. (Allenfalls die Verbindungsleitung in der Duplex-Vorderbremse könnte kritisch sein.) – Von daher sehe ich da nicht so die Gefahr.

ABER - wie eben beiläufig erwähnt: Man sollte die Beläge vor Überwärmung bewahren, soweit möglich. Das geht eben besser, wenn man sie immer mal wieder von der Trommel nimmt, also ganz vom Pedal geht. (Ich fahre derzeit Schweizer Beläge, auf die wir nach langem Suchen gekommen waren (Furka); die sind besser, vor allem temperaturstabiler, als alles, was ich vorher probiert habe. Dennoch lassen sie bei starker Beanspruchung nach. - In diesem Fall mag man vielleicht den Zustand erreichen, dass bei fortdauernder Überlastung der Bremsanlage die Zylinder so heiß bekommt, dass Dampfblasen zum Problem werden könnten. – Allerdings hatte ich bei einem früheren Trommelbremsauto auch dies nicht beobachten können; da hatte ich, hie und da mal die Bremsen so belastet und dies auch nach Beginn deutlich sichtbaren Qualmens fortgesetzt, dass die damaligen Kunststoff-Radmutternkappen schon geschmolzen waren. - Hmm, naja, ich war damals noch jung und unsterblich. - Auch da hatte ich aber noch keine kochende Suppe, der Druck war immer noch da, nur halt weich wegen des Belag-Fadings.)
ABER:
Beim 353 mit Scheibe hatte ich schon mal einen überhitzungsbedingten Ausfall des vorderen Bremskreises. Fühlt sich nicht sooo gut an. - Passiert war das nach einer langen Bergabfahrt mit Qek und voller Beladung - und zwar nicht daheim in den Alpen, sondern in Thüringen. - Da war aber auch schon vorher ein erhebliches Nachlassen der Bremswirkung zu beobachten; normal hätte ich angehalten, um die Bremse abkühlen zu lassen; nur: es ging einfach nicht mehr, weil es da wirklich steil wurde; so musste ich weiterfahren, bis das sehr starke Gefälle zu Ende war ... Bei Scheiben sollte man wohl vorsichtiger sein, weil da die Suppe heißer wird, weil der Sattel ja die heißen Scheiben, die schon mal rot werden, umschließt.

Gruß
Tommy
(der an langen Bergabstrecken durchaus "motorbremst", auch wenn es ja beim Zweitakter nicht das Meiste bringt. - Ich hatte damit nie Probleme und bin der Ansicht, dass sich im Motor im Lauf der Zeit ja eine ganze Menge Schmierstoff "ansammelt", so dass das schon einige Zeit geht, auch wenn kaum noch was nachgeliefert wird. Man sieht es ja, wenn man einen gelaufenen, aber nicht kaputten Motor mal aufmacht, wie schön ölig das innen alles ist ... - Allerdings gebe ich dann zwischendrin schon immer mal wieder ein Gasstoß - bei kurzzeitig getretener Kupplung, ich will ja nicht beschleunigen; ob das wirklich was bringt oder allein der eigenen Gewissensberuhigung dient, weiß ich allerdings nicht ...)
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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 25. Juli 2017, 00:04

Bloß gut, dass es hier im Norden kaum Berge gibt :shock:

PS. gibt es die Furka-AG noch? Die Homepage ist jedenfalls tot.

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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Dienstag 25. Juli 2017, 00:50

bic hat geschrieben:Bloß gut, dass es hier im Norden kaum Berge gibt :shock:

Naja naja, also den Harz runter, von Ost nach West (aber andersrum eigentlich auch) kann man die Bremsen schon auch ganz schön "aufkochen". (Und Harz ist ja schon Norden, aus meiner Sicht sogar hoher ... :smile:

PS. gibt es die Furka-AG noch? Die Homepage ist jedenfalls tot.


Hmm? :eek:
Na, da muss ich mal Phi fragen. Würde mich ja sehr betrüben, zumal ich ja für die nächste Aktion schon reichlich altbackene Altbacken gesammelt habe von einer Reihe von Leuten ...

Gruß
Tommy
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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 25. Juli 2017, 01:40

Tommy_OAL hat geschrieben:
bic hat geschrieben:Bloß gut, dass es hier im Norden kaum Berge gibt :shock:

Naja naja, also den Harz runter, von Ost nach West (aber andersrum eigentlich auch) kann man die Bremsen schon auch ganz schön "aufkochen". (Und Harz ist ja schon Norden, aus meiner Sicht sogar hoher ... :smile:

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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon 353W » Dienstag 25. Juli 2017, 08:37

Die Bedienungsanleitung vom F8 von 1939 empfiehlt für längere bergab Fahrten: Zündung aus und Vollgas geben.

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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Dienstag 25. Juli 2017, 10:38

353W hat geschrieben:Die Bedienungsanleitung vom F8 von 1939 empfiehlt für längere bergab Fahrten: Zündung aus und Vollgas geben.


Ich glaube, da sollte gleichzeitig der Kerzenschlüssel griffbereit liegen... :shock:
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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon EMST » Dienstag 25. Juli 2017, 12:27

bic hat geschrieben:Bloß gut, dass es hier im Norden kaum Berge gibt :shock:

PS. gibt es die Furka-AG noch? Die Homepage ist jedenfalls tot.


wieso die Website erfreut sich doch des Lebens:

http://www.furka-ag.com/cms/index.php?id=200

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Re: Freilauf / Motorbremse / Dauerdrehzahl

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 25. Juli 2017, 14:04

EMST hat geschrieben:
bic hat geschrieben:Bloß gut, dass es hier im Norden kaum Berge gibt :shock:

PS. gibt es die Furka-AG noch? Die Homepage ist jedenfalls tot.


wieso die Website erfreut sich doch des Lebens:

http://www.furka-ag.com/cms/index.php?id=200

Danke für die Kontrolle [smilie=hi ya!.gif] , noch heute früh bekamm man nur einen 404 vom Apache gemeldet.


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