Renault - Wartburg

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Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Void Max » Sonntag 20. August 2017, 16:56

Kooperation mit Renault Moin, im Netz und diversen Youtube Videos wird immer wieder die versuchte Zusammenarbeit mit Renault angesprochen, als darum ging einen Viertakt Motor in den Wartburg 353 zu bekommen. Ich bin mir nicht sicher wie weit die Zusammenarbeit schon ging? Ich dachte eigentlich nur zum Wartburg 355. [Sportwagen]
Dann ein Gerücht, dass seit Jahren herumgeistert nur eine Bestätigung: Renault war 1990 an einer Übernahme des Wartburg interessiert, doch VW soll das über die Treuhand verhindert haben, weil sie dann auf die Verträge für ihre alten Polo-Motoren bestanden hätte, die ihnen Günter Mittag 1984 unterschrieben hatte. Ist das wahr? Hätte Wartburg wie Dacia in Rumänien unter dem Dach des Renault weiterleben können? [Drehzahlmesser]

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon brummbaer » Sonntag 20. August 2017, 19:43

Du bist ja mutig so etwas öffentlich zu fragen ! :roll: - aber,
1. setzen wir mal voraus; wenn Renault gekauft hätte, wäre das trotzdem keine Garantie für gar nichts gewesen :cry:
2. du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass du ein immer noch so heisses Eisen öffentlich in irgendeiner Form
irgendwie bestätigt bekommst ! :?
3. und wer bitteschön soll sich hier an dieser Stelle so weit aus dem Fenster lehnen und für was überhaupt ? :idea:

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon EMST » Sonntag 20. August 2017, 20:44

Diese Zusammenarbeit wäre der Wartburg 1300 (1977) gewesen

Weshalb heißes Eisen?! das ist 30 Jahre her! und sehr gut in Ihlings Büchern beschrieben

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 20. August 2017, 22:01

Hahaha...Heißes Eisen. :shock:
Auch in der Wartburgdoku wird übrigens Renault immer als zukünftiger Motorenlieferant beschrieben.
Habe ich bis jetzt nicht verstanden. Wäre da Dacia nicht naheliegender gewesen? Warum
der Umweg über Renault?
Vielleicht hatte aber Dacia selbst nicht die nötigen Produktionskapazitäten in Form
von Material und Arbeitern, um extra für IFA Motoren bauen zu können.
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon EMST » Sonntag 20. August 2017, 22:05

Dacia war wohl recht hart als Verhandlungspartner - daher der Gang nach Frankreich zum Lizenzgeber

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ffuchser
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon ffuchser » Sonntag 20. August 2017, 22:21

Nein die Rumänen konnten keine zusätzlichen Motore entbehren, so ließt es sich im ihling.
dazu kommt, das Renault auch hätte 1.4er oder 1.6 er liefern können.
Der W353 war ja auf ca 80PS und max 160Nm ausgelegt, also einen optimalen 1.6er.
Daher hält ja das 353er Getriebe viel mehr aus als zB das Trabantgetriebe im 1.3er 4 Takt Wartburg.
Weiterhin muss man sagen das in den 70er Jahren der seitengesteuerte 1300er Dacia Motor genau so Rückständig war, wie in den 80er Jahren der 1300er VW Motor. Das führte dazu, das VW den 1100 und 1300VW Graugussblock 4 Takter noch nachträglich mit einem modernen Zylinderkopf (Hydrostößel) ausstattet, bevor die DDR diese Motore baute und sie in die dafür ungeeigneten DDR PKW einbaute.
Im Osten musten die Ingenieure nicht auf billige technisch unsinnige Möglichkeiten zurückgreifen (McPerson Vorderachsen, Starrachsen hinten Golf 1-4 ohne Allrad Schwimmsattelbremsen ect), wie in der BRD, nur um Gewinn zu machen, in der DDR wurde kein Gewinn gemacht, man suchte wenn die Möglichkeit bestand nach der technisch sinnvollsten Lösung.
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon EMST » Sonntag 20. August 2017, 22:26

ffuchser hat geschrieben:Nein die Rumänen konnten keine zusätzlichen Motore entbehren, so ließt es sich im ihling.
dazu kommt, das Renault auch hätte 1.4er oder 1.6 er liefern können.
Der W353 war ja auf ca 80PS und max 160Nm ausgelegt, also einen optimalen 1.6er.
Daher hält ja das 353er Getriebe viel mehr aus als zB das Trabantgetriebe im 1.3er 4 Takt Wartburg.
Weiterhin muss man sagen das in den 70er Jahren der seitengesteuerte 1300er Dacia Motor genau so Rückständig war, wie in den 80er Jahren der 1300er VW Motor. Das führte dazu, das VW den 1100 und 1300VW Graugussblock 4 Takter noch nachträglich mit einem modernen Zylinderkopf (Hydrostößel) ausstattet, bevor die DDR diese Motore baute und sie in die dafür ungeeigneten DDR PKW einbaute.
Im Osten musten die Ingenieure nicht auf billige technisch unsinnige Möglichkeiten zurückgreifen (McPerson Vorderachsen, Starrachsen hinten Golf 1-4 ohne Allrad Schwimmsattelbremsen ect), wie in der BRD, nur um Gewinn zu machen, in der DDR wurde kein Gewinn gemacht, man suchte wenn die Möglichkeit bestand nach der technisch sinnvollsten Lösung.


Wobei auch der 4-Takter (EA111) von VW als alte Kiste verschrien ist und ggü. dem Wartburg 3Zyl 4 Takter und sogar dem ältern Wartburg 1.6L OHC technisch unterlegen ist

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Bort » Sonntag 20. August 2017, 22:56

Hallo,
aus welchem Buch vom Herrn Ihling wird den hier zitiert?

Besten dank

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 21. August 2017, 00:46

ffuchser hat geschrieben:Im Osten musten die Ingenieure nicht auf billige technisch unsinnige Möglichkeiten zurückgreifen (McPerson Vorderachsen, Starrachsen hinten Golf 1-4 ohne Allrad Schwimmsattelbremsen ect), wie in der BRD, nur um Gewinn zu machen, in der DDR wurde kein Gewinn gemacht, man suchte wenn die Möglichkeit bestand nach der technisch sinnvollsten Lösung.

Wie überall auf der Welt hatten sich auch in der DDR die Ingenieure dem Diktat der Kaufleute zu beugen, schlimmer Weise kam hier zusätzlich auch noch das Diktat der Partei oben drauf. Und auch in der DDR war Gewinn angestrebt, dies sogar planmäßig (ohne Gewinn funktioniert keine Wirtschaft, auch keine sozialistische) --> ob er sich dann wie geplant realisieren ließ, ist eine zweite Sache. Und McPerson-Federbeine hat man vor allem deshalb nicht verwendet, weil hierfür Lizenskosten in Devisen (ja, ja - de Wiesen und de Wälder) fällig gewesen wären. Dass die Werke tatsächlich bestrebt waren, jeweils die "technisch sinnvollsten Lösung" zu finden, ist nicht abzustreiten, aber das Wort sinnvoll schließt auch die wirtschaftlichen Belange mit ein und diese waren in der DDR nun schon sehr speziell. Ich empfehlen wohl nun zum zigsten Mal, sich einmal das Buch "Plaste, Blech und Planwirtschaft" zu Gemüte zu führen, da dürfte wohl jedem ein Licht aufgehen, warum wohl dies oder jenes so gemacht wurde oder so gekommen ist. Im Übrigen findet sich hierin ab Seite 608 die "Renault-Story". Um es kurz zu machen, der Motor wäre sowieso nur in Exportfahrzeuge eingebaut worden (Lieferung von 10.000 St./a) und gescheitert ist die Angelegenheit eben an den fehlenden Devisen (die staatliche Plankommission verweigerte ihre Zustimmung) .
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 21. August 2017, 00:51

EMST hat geschrieben:Wobei auch der 4-Takter (EA111) von VW als alte Kiste verschrien ist und ggü. dem Wartburg 3Zyl 4 Takter und sogar dem ältern Wartburg 1.6L OHC technisch unterlegen ist

Aha! Der hat aber den beiden AWE-Motoren eins voraus, er ist millionenfach gebaut worden! Also, was soll uns Dein Einwand denn nun sagen? Hätte, wäre, könnte? Hat aber nun mal nicht :shock:
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon brummbaer » Montag 21. August 2017, 03:01

Wieso heisses Eisen ? - nix ha ha
Weil ich den sehen möchte, der sich hinstellt und sagt:
+ ich habe den Vertrag mit Renault auf Veranlassung von dem und dem verhindert
+ ich habe bei der Treuhand widerrechtlich . . ., aber , , ,
+ ich kann belegen, dass der Vertrag mit G. M. nicht . . .
- ich weis was Volksw. damals gemacht hat, denn der und der . . .
Und weis kommt von Wissen - und das muß man ggf. belegen können !
Und wer steht jetzt auf und sagt: "Ich war es, der . . . so blöd kann Keiner sein ! (und wird es auch nicht !)
Bücher lesen wird der thread steller wohl können - und was dort geschrieben steht, ist Hörensagen sonst nichts.

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon EMST » Montag 21. August 2017, 10:29

Jürgen4 hat geschrieben:Dacia kommt aus rumänien...daher wäre es wirklich von der Planung und den Kosten sinnvoller gewesen....

ich denke allein qualitätsmäßig sind die Motoren auch noch mal getrennt, sowas können uns aber sicher die Dacia Fahrer beantworten

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Montag 21. August 2017, 12:22

Ich habe Plaste, Blech und Planwirtschaft mal aus der Bücherei geliehen und kann es sehr empfehlen. War es nicht so, daß der Renault-Motor eigentlich den Export ins NSW retten sollte, als dort Zweitakter keine Zulassung mehr bekamen? Soweit ich mich erinnere, ist es eine der typischen Fehlleistungen der SED gewesen, dieses Geschäft nicht zu machen, da der Renault-Motor hätte längs und damit ohne wesentliche Änderungen ins Fahrzeug eingebaut werden können, während für den später politisch erwünschten VW-Deal das halbe Fahrzeug umgestrickt (und eine bedeutende Zulieferindustrie ausgerüstet) werden mußte, was den VW-Deal auch ohne "Wende" zum wirtschaftlichen Fiasko für die IFA werden lassen mußte?
Im Übrigen: Gute Bücher sind eben nicht Hörensagen, sondern stützen sich auf Quellen. Die Entscheidungen der Plankommission sind ja durchaus schriftlich dokumentiert.
Zitat des Prüfingenieurs: Ah, Wartburg! Die Perle der Landstraße!

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 21. August 2017, 13:12

{top} {top} {top} {top} {top}
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon EMST » Montag 21. August 2017, 15:01

Friedolin hat geschrieben:Ich habe Plaste, Blech und Planwirtschaft mal aus der Bücherei geliehen und kann es sehr empfehlen. War es nicht so, daß der Renault-Motor eigentlich den Export ins NSW retten sollte, als dort Zweitakter keine Zulassung mehr bekamen? Soweit ich mich erinnere, ist es eine der typischen Fehlleistungen der SED gewesen, dieses Geschäft nicht zu machen, da der Renault-Motor hätte längs und damit ohne wesentliche Änderungen ins Fahrzeug eingebaut werden können, während für den später politisch erwünschten VW-Deal das halbe Fahrzeug umgestrickt (und eine bedeutende Zulieferindustrie ausgerüstet) werden mußte, was den VW-Deal auch ohne "Wende" zum wirtschaftlichen Fiasko für die IFA werden lassen mußte?



Genauso ist es! Der R12 Motor wäre ein Mittelkühler geworden. ein schönes Buch ist übrigens auch: DDR-Legende Wartburg: Prototypen und Projekte, Planwirtschaft und Export Historie seit 1896: Wartburg, Dixi, BMW, EMW, IFA
DDR-Legende Wartburg: Prototypen und Projekte, Planwirtschaft und Export Historie seit 1896: Wartburg, Dixi, BMW, EMW, IFA4.

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Montag 21. August 2017, 21:11

Es gab im Netz mal einen sehr interessanten Artikel namens "Volkswagens Griff nach der DDR". Leider adhoc nicht mehr auffindbar.
Dort war noch ein wenig weiter beschrieben, was da so abging... {joint}
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Void Max » Dienstag 22. August 2017, 00:10

Thilo.K hat geschrieben:Hahaha...Heißes Eisen. :shock:
Auch in der Wartburgdoku wird übrigens Renault immer als zukünftiger Motorenlieferant beschrieben.
Habe ich bis jetzt nicht verstanden. Wäre da Dacia nicht naheliegender gewesen? Warum
der Umweg über Renault?
Vielleicht hatte aber Dacia selbst nicht die nötigen Produktionskapazitäten in Form
von Material und Arbeitern, um extra für IFA Motoren bauen zu können.


Nein, die Motoren wären ab 1969 für 10 Jahre lang direkt aus Frankreich gekommen. Der Motor des R12 wäre in den Wartburg 355 gekommen. So viel weiß ich schon. Dacia war damals selbst nur Bezieher von Teilen aus Frankreich. Auch ist sehr wahrscheinlich das Jacques Duclos von der PCF bei Pierre Dreyfus, der Generaldirektor von Renault direkt für ein Engagement in der DDR eingesetzt hat und dafür später den Karl-Marx-Orden bekommen hat. [smilie=hi ya!.gif]
Fraglich ist aber wie weit eine Kooperation für einen Viertakter des 353 ging. Denkt einer es ist Zufall das man eine Chassis eines Warburg 353 auf das Fahrwerk eines R12 setzen könnte? [TÜV]

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Void Max » Dienstag 22. August 2017, 00:19

bic hat geschrieben:
EMST hat geschrieben:Wobei auch der 4-Takter (EA111) von VW als alte Kiste verschrien ist und ggü. dem Wartburg 3Zyl 4 Takter und sogar dem ältern Wartburg 1.6L OHC technisch unterlegen ist

Aha! Der hat aber den beiden AWE-Motoren eins voraus, er ist millionenfach gebaut worden! Also, was soll uns Dein Einwand denn nun sagen? Hätte, wäre, könnte? Hat aber nun mal nicht :shock:


Aber Renault R12 hätte man in Eisennach ab 1970 ein Jahrzehnt lang verbauen können. Die Frage ist ob einer Version des 353 oder der als Prototyp gebliebene 355 - der ja fast Zwilling des Renault R17 war. Wer da sich vom wem inspirieren hat lassen, sei dahin gestellt, wobei der 355 zwei Jahre früher als der Renault R17 war. {streit}

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Void Max » Dienstag 22. August 2017, 00:32

EMST hat geschrieben:
Friedolin hat geschrieben:Ich habe Plaste, Blech und Planwirtschaft mal aus der Bücherei geliehen und kann es sehr empfehlen. War es nicht so, daß der Renault-Motor eigentlich den Export ins NSW retten sollte, als dort Zweitakter keine Zulassung mehr bekamen? Soweit ich mich erinnere, ist es eine der typischen Fehlleistungen der SED gewesen, dieses Geschäft nicht zu machen, da der Renault-Motor hätte längs und damit ohne wesentliche Änderungen ins Fahrzeug eingebaut werden können, während für den später politisch erwünschten VW-Deal das halbe Fahrzeug umgestrickt (und eine bedeutende Zulieferindustrie ausgerüstet) werden mußte, was den VW-Deal auch ohne "Wende" zum wirtschaftlichen Fiasko für die IFA werden lassen mußte?



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Man soll ja bekanntlich nicht Äpfel mit Birnen vergleichen: Der Renault Deal stand um 1970 ins Haus. Der VW Deal kam 1984. Da war der R12 schon ein alter Hut. Aber mit den Devisen aus einem Export von Wartburg 353 mit R12-Motor oder Wartburg 355 wäre innerhalb der 14 Jahre eine ganze neue Generation Wartburg denkbar gewesen. Vielleicht wäre der 1.3 ein Jahrzehnt früher unter einem anderen Namen gekommen? {goodidea} Oder Dietel hätte eine total neue Version gezaubert, wenn plötzlich das Geld dafür vorhanden gewesen wäre. Wenn Mitte der 1970er ein Quasi-1.3er da gewesen wäre, wäre natürlich der unsägliche VW-Deal 1984 nie Zustande gekommen und die DDR hätte sich Milliarden gespart und viel Geld und Prestige durch den Autoexport bekommen. (Da lang)
Meine eigentliche Frage war: Stimmt es das Renault noch 1990 Interesse an Wartburg als Marke hatte, es aber durch VW verhindert wurde? {kratz} Oder ist nur so ein Gerücht?

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Void Max » Dienstag 22. August 2017, 00:39

EMST hat geschrieben:Diese Zusammenarbeit wäre der Wartburg 1300 (1977) gewesen

Weshalb heißes Eisen?! das ist 30 Jahre her! und sehr gut in Ihlings Büchern beschrieben


Nein, der Wartburg 355 als Coupé in Serie für den Export ist gemeint. Die Warburg 1300 Sache war Jahre danach. In Eisenach hielt man wohl den Kontakt mit Renault über Jahre wach. {winken} [Cabrio]

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 22. August 2017, 01:53

Void Max hat geschrieben:Aber mit den Devisen aus einem Export von Wartburg 353 mit R12-Motor oder Wartburg 355 wäre innerhalb der 14 Jahre eine ganze neue Generation Wartburg denkbar gewesen.

Nö, die de Wiesen wären für "wichtigere" Dinge abgeschöpft worden. Die Entwicklung und Produktion von PKWs stand auf der Agenda der Partei- und Staatsführung nun einmal unter "ferner liefen". Und an sonst sind wir wieder bei wäre, könnte, hätte - hat aber nun mal nicht, alles Andere ist Träumerei.
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Dienstag 22. August 2017, 11:03

Im Grunde genommen, kann man sich doch besonders als IFA-PKW-Fahrer, kaputtfreuen,
daß die meisten Typen jahrzehntelang produziert wurden. Und dann nur mit geringen Modifikationen.
Ich meine das aus heutiger Sicht als Oldtimer-Fan. Somit wurden viele Ersatzteile hergestellt
und meist von privat gesammelt. Wäre aller 6-7 Jahre ein neuer Fahrzeugtyp herausgekommen,
wäre es heutzutage schon lange Essig mit Wartburg fahren...
Und ein Auto, speziell so ein altes, läuft nun mal nicht ohne Ersatzteile.
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 22. August 2017, 11:16

Da hast du meine volle Zustimmung und ja, die Ersatzteilproduktion hatte schon abstruse Dimensionen angenommen. Das für uns heute Schöne daran, ein großer Teil davon wanderten nicht direkt in ein Auto, sondern ins persönliche Ersatzteillager und hieraus tauchen die Teile bis heute immer noch auf. Man braucht nur einmal in der Bucht die Anzahl der Angebote für die 3-Zylinder DKW und die für die AWE-Fahrzeuge zu vergleichen um festzustellen, dass wir eigentlich gesegnet sind.
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Friedolin » Dienstag 22. August 2017, 21:13

Auch ein mögliches Übernahmeinteresse von Renault 1990 halte ich für unwahrscheinlich. Das AWE war völlig veraltet, lag verkehrsmäßig bescheiden, war zu klein und ohne Expansionsmöglichkeit, die Firmenstruktur DDR- typisch mit Unmassen von Fremdaufgaben überfrachtet -10.000 Mitarbeiter bauten im Jahr 79.000 Autos (naja, nicht alle bauten Autos, aber das ist halt das Problem)- und die Marke war allenfalls im Ostblock noch bekannt, wo man sehnlichst auf Westwagen wartete. So hart es klingt: Trabant und Wartburg als Marke waren 1990 ein k.o- Kriterium. Das sieht mit der heutigen oft verklärten Brille manchmal anders aus, aber wer den "moralischen Verschleiß" der DDR und all dessen, was mit ihr zusammenhing, damals erlebt hat, der wundert sich nicht, daß gerade die "Ikonen" der damaligen Industrie selbst mit einer kräftigen Finanzspritze keine Marktchance gehabt hätten, zumal die westliche Autoindustrie locker in der Lage war, den Bedarf zu decken. Man brauchte keine heruntergekommenen Werke im Osten...
Der Vergleich zu Dacia hinkt auch insofern, als Rumänien ja ein ganz anderes Lohnniveau hatte und damals nicht Mitglied der EU war - Eisenach lag seit dem 3.10.1990 im Hochlohnland (Bundesrepublik) Deutschland, auch wenn die Ostlöhne deutlich niedriger waren - mit den ex-Ostblockstaaten war kaum zu konkurrieren.
Zitat des Prüfingenieurs: Ah, Wartburg! Die Perle der Landstraße!

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Donnerstag 24. August 2017, 23:05

Thilo.K hat geschrieben:H
Habe ich bis jetzt nicht verstanden. Wäre da Dacia nicht naheliegender gewesen? Warum
der Umweg über Renault?

Dacia konnte oder wollte keine Stückzahlen liefern.

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Donnerstag 24. August 2017, 23:37

Friedolin hat geschrieben:Auch ein mögliches Übernahmeinteresse von Renault 1990 halte ich für unwahrscheinlich. Das AWE war völlig veraltet, lag verkehrsmäßig bescheiden, war zu klein und ohne Expansionsmöglichkeit, die Firmenstruktur DDR- typisch mit Unmassen von Fremdaufgaben überfrachtet -10.000 Mitarbeiter bauten im Jahr 79.000 Autos (naja, nicht alle bauten Autos, aber das ist halt das Problem)- und die Marke war allenfalls im Ostblock noch bekannt, wo man sehnlichst auf Westwagen wartete. So hart es klingt: Trabant und Wartburg als Marke waren 1990 ein k.o- Kriterium. Das sieht mit der heutigen oft verklärten Brille manchmal anders aus, aber wer den "moralischen Verschleiß" der DDR und all dessen, was mit ihr zusammenhing, damals erlebt hat, der wundert sich nicht, daß gerade die "Ikonen" der damaligen Industrie selbst mit einer kräftigen Finanzspritze keine Marktchance gehabt hätten, zumal die westliche Autoindustrie locker in der Lage war, den Bedarf zu decken. Man brauchte keine heruntergekommenen Werke im Osten...
Der Vergleich zu Dacia hinkt auch insofern, als Rumänien ja ein ganz anderes Lohnniveau hatte und damals nicht Mitglied der EU war - Eisenach lag seit dem 3.10.1990 im Hochlohnland (Bundesrepublik) Deutschland, auch wenn die Ostlöhne deutlich niedriger waren - mit den ex-Ostblockstaaten war kaum zu konkurrieren.

Nö.

Das neue Werk, was heute Opel und Benteler (zwischenzeitlich war hier auch VW zu hause!) heisst, entstand doch schon ab 1978. Das Stadtwerk wäre irgendwann so oder so verschwunden. Das Presswerk 2 arbeit bis heute als Benteller Umformtechnik. Der Rest ist Opel. Beide enstanden NICHT auf der grünen Wiese.

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Donnerstag 24. August 2017, 23:40

1990 gabs übrigens nochmal eine kleine Zusammenarbeit Renault mit AWE. Daraus resultierte der Wartburg 1.4.

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Donnerstag 24. August 2017, 23:51

Ruhig Brauner... :-)
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Donnerstag 24. August 2017, 23:56

Wartburg 1300 mit Renault-Motor.
Modell 1978.

Das Fahrzeug wurde zum Ende der 1980er Jahre von einem Werksangestelltem erworben und erhielt irgendwann eine neues Frontmittelteil und Stossstangen vom Typ 1.3.

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353-Heinz
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Re: Renault - Wartburg

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Donnerstag 24. August 2017, 23:58

Tomtom hat geschrieben:Ruhig Brauner... :-)

"Brauner"?


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