Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Motor, Vergaser, Ansaug- und Abgasanlage, Getriebe, Antriebe, Störungen am Motor

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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 25. August 2018, 00:14

Helmar hat geschrieben:.... Was die Nebenluft angeht, so tritt der Fehler ja nur im Leerlauf auf, wo wir um die 600 umin liegen. Ich denke da sehen die Luftverbräuche schon anders aus und der Einfluss der Falschluft steigt...

Ja so ca. 0,43 m3/min, aber daraus resultiert kein höherer Einfluss von Falschluft, denn diese ist ja nicht konstant oder wird mit der Luftpumpe eingeblasen [smilie=hi ya!.gif] . Allerdings steigt der Differenzdruck bei geschlossener Drosselklappe auf ca. 130 - 150 mbar, wobei dies dann auch nur 1/6 unseres atmosphärischen Drucks entspricht, viel mehr passiert hier dann auch nicht - zumal Du ja schon alles nachbearbeitet hast (und wenn, dann würde es sich auch auf alle drei Töpfe auswirken). Nimm Dir wirklich nochmal die Zündung vor.

Ach ja, 600 U/min im Leerlauf kriegt nur ein wirklich guter Motor hin (meiner z.B. :shock:), das Werk sprach da eher von 1.000 U/min, hast Du dann auch noch Probleme?
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Helmar » Samstag 25. August 2018, 11:07

Kleines Update,

Vergaser ist montiert und Auto läuft im standgas erstmal gut. leider in der Eile nen Putzlappen im Vergaser übersehen, der kam dann als Flocken aus dem Auspuff :roll:

das Metallische Geräusch IST nicht der Motor, sondern könnte der Freilauf sein. sowohl beim getretener Kupplung als auch bei gesperrtem freilauf kommt das Geräusch nicht.

nachher probefahrt, ich werde berichten.
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Zylinder 1 säuft im Standgas ab.

Ungelesener Beitragvon Helmar » Montag 27. August 2018, 07:57

Moin Gemeinde,

so ich habe ja nun schon eine weitere Erkenntnis gewonnen mit dem Metallischen Geräusch, was offensichtlich aus dem Getriebe stammt, wahrscheinlich vom Freilauf.

Gestern noch ne Große Proberunde gefahren mit Autobahn. Dabei Festgestellt, daß mein Mäusekino doch korrekt anzeigt und ein guter Indikator dafür ist, was im Vergaser gerade vor sich geht.

Bei der Proberunde soweit keine Auffälligkeiten im Betrieb. Standgas wird gehalten bei ca 650 umin. Der Motor sonst leistungswillig und drehfreudig, alles ok. Hin und wieder unplausieble Anzeigen im Mäusekino:

Im Standgas steigt der Spritverbrauch manchmal bis zum Ende des grünen Bereiches, wenn man danach losfährt hat man im gegenzug dazu die erste Sekunden quasi keinen Verbrauch, obwohl man beschleunigt. Das ist aber nicht immer so. Sobald man auch im Leerlauf leicht Gas gibt "normalisiert" geht der Verbrauch zurück und folgt der bekannten charakteristik.

Weiterhin scheint der Zylinder 1 feucht zu werden.

Fazit: Es hat sich auf jeden Fall etwas verbessert, die Frage wird sein ob das von Dauer ist. Als ich die beiden Vergaser überholt habe war es kurz nach dem Montieren auch ok. Auch war die Annomalität der Verbrauchsanzeige zu beobachten. Damals ging der Verbrauch im Leerlauf allerdings bis über den roten Bereich hinaus.

Was mir noch beim Dichtungsswechsel aufgefallen ist. Die Hohlräume (der Guß hat dort zur Materialeinsparung hohlräume ohne Funkion, die zur Pertinaxplatte hin und zum Saugrohr mit der Dichtung abgeschlossen sind) im Vergaserfuß waren reichlich mit Kraftstoff gefüllt.

Vermutung: Scheinbar scheint sich in diesen Hohlräumen Kraftstoff zu sammeln, evtl auch im Leerlauf, was den steigenden Spritverbrauch im Leerlauf erklären würde. Irgendwann sind die Kammern voll und der Kraftstoff wird wieder in das Saugrohr gegeben, was dann evtl. zum Absaufen des einen Zylinders führen könnte. Eventuell besteht von den Hohlräumen des Vergaserfußes eine kleine Verbindung zum Saugrohr. Bei Last werden diese Kammern durch den Unterdruck im Saugrohr "evakuiert". Im Standgas nimmt die Druckdifferenz im Saugrohr ab und die evakuierten Kammern streben auch den Druckausgleich an, den sie aber nur über das Nachsaugen aus dem Vergaser erreichen können. Sie saugen sich also mit Gemisch voll. Ist der Druckausgleich erreicht, wird das gespeicherte Gemisch wieder in das Saugrohr abgegeben.
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon ffuchser » Montag 27. August 2018, 14:20

Klingt zwar möglich, aber es scheint mir, dass (so ich mich erinnere an die Symptome vor 25 Jahren) du Schmutz im Rädchen der KMVA hast. mach dort mal penibel sauber und dann beachte mal die Verbrauchsanzeige.
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Helmar » Montag 27. August 2018, 22:15

Also die KVMA geht definitiv. Da habe ich schon verschiedene Geber dran gehabt. Sauber gemacht und getestet. Ich bin da ziemlich penibel, weil ich mich doch recht stark dran orientiere beim Fahren und man so einen guten Einblick habe, was im Vergaser so abgeht. Ich hab mich da echt dran gewöhnt an dieses Ding und kann es absolut nicht leiden wenn es nicht funktioniert. @bic meine Motoren liefen alle so um die 600-650 Umin im Leerlauf. Alles was darüber liegt ist mir zu unruhig im Leerlauf.
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Helmar » Freitag 31. August 2018, 07:49

So nach mehreren kurzen und auch längeren Probefahrten scheint es erstmal behoben zu sein. Wobei der aufmerksame Beobachter der KMVA feststellen kann, daß da trotzdem noch gelegentlich eigenartige Verbräuche nach dem Lastwechsel auftreten. Allerdings in weit geringerem Maß als zuvor. Ich werde das weiter beobachten und auch den Motorblock am Krümmer nochmal ordentlich reinigen um zu sehen, ob da nochwas nachdrückt. Jedenfalls wurde das Standgas nach der Reparatur immer gehalten und er ist mir auch im Leerlauf nicht mehr abgesoffen, auch nicht bei stop and go im dichten Feierabendverkehr. Sollte sich der Fehler wieder einstellen, müßtem man überlegen, wie man den Vergaserfuß zum Saugrohr zuverlässig abdichten kann, oder die Hohlräume im Vergaserfuß auffüllen.

Soweit scheint mein Theorie also erstmal hinzukommen.

Die nächste Baustelle ware dann also das Getriebe. Ich nehme an, der Freilauf muß gewechselt warden.
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon pinokio » Freitag 31. August 2018, 08:45

Das metalliche schlagen was aus deinem Getriebe kommt , kommt sicher nicht vom Freilauf .
Schau dir mal an wie so ein Freilauf aufgebaut ist ,dann kommst du selbst drauf.

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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Helmar » Freitag 31. August 2018, 09:26

Hallo Pinokio,

ja das kann gut sein, daß es nicht der Freilauf selbst ist. Ich kenn den Freilauf schon, und er funktioniert auch ohne Beanstandungen. Aber fakt ist, daß das Geräusch bei gesperrtem Freilauf nicht auftritt. Möglicherweise sind es auch andere Teile, die bei der rotierenden Welle vermutlich irgendwo anschlagen, oder Teile, die sich darauf mitdrehen.
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon wartifan » Freitag 31. August 2018, 11:10

Ich hab die EBZA seit fast 20 Jahren mit den großen Zündpulen im Alltagseinsatz. Klappt wunderbar.

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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Hanner » Freitag 31. August 2018, 14:38

Hallo,

ich hatte ein überholtes älteres Getriebe drin. Das hat nach einem halben Jahr auch Geräusche
gemacht. Habe es dann rausgeschmissen und das vorige wieder eingebaut. Das läuft noch.
Was war? Die Ausführung hatte keine Hülse um die Antriebswelle, und die hat geschlagen.
Freundliche Grüße
Hanner



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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Helmar » Freitag 31. August 2018, 15:49

Ja ich hab die EBZA2s auch in zwei Wagen seit den neuzigern zuverlässig im Einsatz.

@Hanner. Meinst du das Pilotlager hinter der Schwungscheibe oder im Getriebe selbst? Gab es da verschiedene Ausführungen? Also es könnte durchaus sein, daß die Welle irgendwo schlägt.
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon pinokio » Freitag 31. August 2018, 17:24

Die Getriebe des 353er waren alle mit Stützlager im Kupplungsgehäuse ,die Pilotlager wurden hinter der Freilaufglocke mal gegen eine Buchse getauscht.

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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Helmar » Montag 3. September 2018, 11:49

So kleines Update,

bin am Wochenende ca. 200kM gefahren. Gemische Strecke größtenteils Landstraße aber auch Stadtverkehr.

- Der Motor ist im Standgas nicht ein einziges mal ausgegangen! Soweit erstmal so gut.
- Wie oben schon beschrieben steigt die KMVA Anzeige immer noch im Stand an, aber meist nur bis zum vierten Würfel
- Kerze Zylinder 1 jetzt Schwarz und ölig, an Krümmerdichung weiterhin feucht.
- Teilweise unnatürlich hoher Verbrauch, als wenn ein Topf nicht richtig mitmacht, teilweise fährt er ohne Beanstandungen (80km/h mit zwei grünen Würfeln).

- Vergaser ist am eingepressten Rohr für die Spritzufuhr etwas undicht, das muß ich wohl auch mal abdichten. Vergaser ansonsten etwas feucht, obwohl alle Flächen geplant wurden und neue Dichtungen verbaut sind.

Als nächstes werde ich den Geberteil der EBZA tauschen, denn der ist noch nicht untersucht worden
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 3. September 2018, 16:03

Helmar hat geschrieben:- Der Motor ist im Standgas nicht ein einziges mal ausgegangen! Soweit erstmal so gut.
- Wie oben schon beschrieben steigt die KMVA Anzeige immer noch im Stand an, aber meist nur bis zum vierten Würfel
- Kerze Zylinder 1 jetzt Schwarz und ölig, an Krümmerdichung weiterhin feucht.
- Teilweise unnatürlich hoher Verbrauch, als wenn ein Topf nicht richtig mitmacht, teilweise fährt er ohne Beanstandungen (80km/h mit zwei grünen Würfeln).

Was hängst Du Dich eigentlich immer so an der KMVA auf? Das Teil ist ein Indikator und kein Meßgerät und es zeigt Dir auch keinen "Verbrauch" sondern lediglich die aktuelle Durchflußmenge an - solange es eben heile ist. Das damit etwas nicht stimmen kann, müsste Dir aber schon aufgegangen sein, eine Erhöhung der Durchflußmenge des im Stand laufenden Motors (daher mit nahezu geschlossener Drosselklappe) gegenüber der Durchflußmenge unter Last (daher mit offener Drosselklappe) ist physikalisch unmöglich, zumindest bei der in unserem Universum geltenden Physik (es sei denn, Du hast ein beim Leerlauf sich öffnendes Bypassventil eingebaut und die Benzinpumpe pumpt den Sprit fröhlich ins Freie :shock:)

Was übrigens Deine verölte Kerze im 1. Zylinder anbelangt, hast Du denn nun eigentlich mal Deine Zündung i.O. gebracht? Der AWE-Motor hat zugegebener Weise eine etwas ungleiche Gemischaufteilung auf die einzelnen Zylinder (siehe auch weiter oben im Thread), aber derart ungleich, dass zwei Zylinder normal versorgt werden und nur einer "absäuft" ist diese nun auch nicht. Dir wird der 1. Pott wohl häufig wegbleiben, anders ist der Umstand nicht zu erklären. Als Argument hiergegen hilft auch nicht, dass Dein Motor im Stand läuft ohne auszugehen, eine halbwegs ordentliche Maschine läuft hier auch auf zwei Pötten (manchmal sogar auf nur einem), nur die Fahrer merken es dann nur nicht.

Und wie der Verbrauch sich unnatürlich erhöhen soll, wenn ein Pott "nicht richtig mitmacht" (du meinst wohl ausfällt), verstehe ich nicht. Der Spritverbrauch hängt lediglich von der jeweils aktuellen, den Vergaser durchstömenden Luftmenge ab (denn diese fördert ja den Kraftstoff) und diese Menge wird durch den Zündausfall eines Zylinders nicht größer. Größer wird diese allenfalls dadurch, dass Du den durch den Zündausfall verursachten Leistungsverlust dadurch ausgleichen willst, in dem Du mehr Gas gibst. Schuld an einer etwaigen Verbrauserhöhung ist also dein Gasfuß.

Also, statt weiter an der KMVA rumzubasteln, bring erst einmal Deine Zündung i.O. damit auch der 1. Pott vernünftig mitläuft. Ist das dann der Fall und die KMVA zeigt immer noch Unsinn an, ist dies eben so und Du kannst es so lassen oder versuchst es zu beheben - als Fehlerdiagnosegerät taugt die KMVA sowieso nicht viel.
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Helmar » Montag 3. September 2018, 18:11

Hallo BIC,

ich hab an der KMVA gar nicht rumgebastelt, und sicherlich ist das ein Schätzeisen. Aber als langjähriger Wartburgfahrer weiß man welche Durchflußmenge zu welchem Lastfall paßt wenn alles in Ordnung ist, und deshalb ist es schon eine zusätzliche Informationsquelle. Du mußt sie ja nicht nutzen. Was den steigenden Durchfluß im Stand angeht, so hab ich ebenfalls erst gedacht die KMVA hat ein Problem. Hat sie aber nicht, denn auch dort wurde mehrfach alles überprüft und getestete Bauteile eingebaut.

Es ist eben ein komplexes Problem, oder mehrere, da ist dann eben auch mal der eigene Kopf gefragt.Auf jeden Fall hat das erneute Abdichten des Ansaugflansches schonmal eine Verbesserung gebracht.

Was die Zündung angeht, so ist dort alles getauscht, mehrfach und mit neuen Bauteilen versehen, bis auf das Geberteil der EBZA. Jetzt habe ich aber ein zweites Geberteil und kann das mal reinsetzen
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Freitag 26. Oktober 2018, 19:56

Also - ich persönlich finde die KMVA ja nun auch nicht so wirklich geeignet als Diagnose-Messgerät (und hab sie bei meinen Autos ausgebaut, weil mich das Herumgeblinke nervt). Aber eins gibt mir zu denken: Die im Leerlauf manchmal unnatürlich ansteigende Durchflussmenge - und dann der scheinbare Nullverbrauch danach. – Erklärbar wäre das MbMn durch ein nicht einwandfreies Schwimmerventil: erst macht es nicht richtig zu (vielleicht auch vibrationsbedingt, mir leuchtet in Wahrheit eh nicht ein, dass diese filigrane Konstruktion unter Vibration überhaupt noch funktioniert - aber das gilt m.o.w für jeden Vergasermotor); dann fördert die Pumpe mehr Sprit als in Wahrheit benötigt in die Schwimmerkammer. Das Schwimmerventil schließt plötzlich DOCH, der zu hohe Kraftstoffstand in der SchwiKa normalisiert sich wieder - aber während dieser "Normalisierung" muss nichts nachgefördert werden - Mäusekino auf Null.
Weitergedacht könnte so ein "hakendes" Schwimmerventil zu einem manchmal korrekten, manchmal zu hohen (evtl. - wenn es beim "Aufgehen" auch hakt - auch einem zu niedrigen) Schwimmerstand führen. Gerade im Leerlauf kann das so weit gehen, dass sich der zu hohe Kraftstoffstand übers Hauptdüsensystem und den Vorzerstäuber in die Mischkammer des Versagers entleert (weil ja sonst nicht viel Sprit weggesaugt wird); mittendurch tropfen kann der austretende Sprit nicht, weil die Drosselklappe ja zu ist. Er wird sich also an der Wand entlang an der Klappe vorbeimogeln und weiterhin an der Wand entlang nach unten rinnen. Mangels nennenswerter Strömung (bei geschlossener Drosselklappe) wird er sich auch sicher nicht wieder untermischen und damit gleichmäßig auf die drei Töpfchen verteilen - sondern der Schwerkraft folgend nach unten zu rieseln trachten. Und wohin? Zu Zylinder eins, der ist ja am tiefsten (außer man fährt bergab).

Zugegeben, ein etwas phantasievolles Szenario. Dennoch würde ich da mal nachsehen.

Gruß
Tommy
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Freitag 26. Oktober 2018, 20:17

das problem der kraftstoffmomentanverbrauchsanzeige (tolles wort) ist deren überflüssigkeit :smile:. die fehler kommen meiner bescheidenen und unmassgeblichen meinung nach hauptsächlich vom geber der errungenschaft der sozialisten. eine winzige undichtigkeit / etwas nebenluft und schon spinnt das filligrane werk im inneren des gebers wegen minimaler luftbläschen und gibt falsche/verfälschte werte ans mäusekino.
Wartburg - aus freude am schrauben ...

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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon wartifan » Freitag 26. Oktober 2018, 21:38

Also, ich kann nicht meckern und hab das Ding seit sicher nun mind. 20 unauffällig in Betrieb. Die Geber habe ganz selten anfänglich mal gewechselt. Der Jetzige läuft schon ewig und 2 Tage. Das Instrument habe ich allerdings seitlich unter dem Armaturenbrett angebracht, wo es nicht so aufdringlich ist.

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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 27. Oktober 2018, 01:54

wartifan hat geschrieben:Also, ich ..... hab das Ding seit sicher nun mind. 20 unauffällig in Betrieb....

20 was? Minuten? :shock:
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 27. Oktober 2018, 05:27

Ist die Benzinleitung undicht und saugt die Benzinpumpe Luft an, zeigt die KMVA diesen Fehler an.
Ohne würde der Fahrer nur einen Leistungsverlust jenseits von 110 km/h und fast Vollgas bemerken.
Wenn ich per Autobahn A 14 Leipzig - Dresden fahre und die KMVA zeigt 6 L/Stunde an, tanke ich nach 100 km Strecke 6 Liter.
Genau das soll sie bewirken - den Fahrer motivieren, sparsam zu fahren.
Die KMVA wurde am 21.12.1983 gezeichnet und am 05.01.1984 geprüft ...

KMVA_Datum.JPG

Und welches Fahrzeug hatte schon serinmässig ab 1984 so eine Anzeige ... ?
Leider ist es nie dazu gekommen, die Anzeige auf L / 100 km zu erweitern. Das taten dann findige Bastler und Volkserfinder ...
Nach 30 Jahren " Dauerbetrieb " funktioniert sie bei mir tadellos.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Samstag 27. Oktober 2018, 15:37

WABUFAN hat geschrieben:... und die KMVA zeigt 6 L/Stunde an, tanke ich nach 100 km Strecke 6 Liter.


Wie kommst Du auf die 6l/h? Hast Du die bunte Peilskala mal "geeicht"? Also: welche LED beudeutet wieviel Liter?

Gruß
Tommy
(der die Befürchtung hat, dass dieser Thread langsam abdriftet vom ursprünglichen Thema)
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Re: Motor geht im Standgas aus -> EBZA?

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 28. Oktober 2018, 06:30

Genau diese Strecke gefahren und nach 100 km getankt.
Die Werte stehen an den LED's.

BIS_19_L.JPG

Mein verbautes Aufbaugerät links. Dazu gelegt eines bis 19 L/Stunde.
Mit einem Messzylinder kann man das auch machen. Pro Minute 0,1 Liter Durchfluss bei 6 L/Stunde.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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