Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Rahmen, Federn, Querlenker, Bremsanlage, Haupt- und Radbremszylinder, Handbremse, Reifen, Umbau

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mzler-gc
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Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Dienstag 23. Oktober 2018, 15:49

Moin zusammen!

Tja, ich hatte mir eingebildet, mit "mal schnell Bremse machen" den 353W (Bj.85, ohne Frontkühler) wieder auf die Straße zu bringen.

Fahrwerksbuchsen sind rissig, die Manschetten der Traggelenke durch. Also doch das ganz große Kino.

Ich bin schon recht erfolgreich gewesen und hab das Schwenklager, Gelenkwellen, Federn und Achsschenkel demontieren können.

Dennoch bleiben zwei Fragen:
- Ist es normal, dass bei der Feder mit geschliffenen Ende keine Federunterlage an der Unterseite drunter ist?
- Wo kauft man qualitativ hochwertige Traggelenke und Gummibuchsen?

Ich habe mehrere Quellen dafür gefunden. Weiß bloß nicht, was man von denen halten kann. Ich geb lieber paar Mark mehr aus und hab dafür Ruhe. Will nicht in 3 Jahren den Spuk nochmal machen...


Viele Grüße!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Multi-Plus » Freitag 26. Oktober 2018, 23:20

Ich meine, bei den hinteren Federn des 85ers sind oben Formgummis und unten Sicken im Querlenkertopf für die ungeschliffenen Federenden. Die vorderen waren angeschliffen, unten war nix drunter und oben glaube ich ein Blechring mit glattem Gummi? Müsste noch mal nachschauen. Es gab da viele Ausführungen.
Bei der Teilebeschaffung habe ich gute Erfahrungen mit Hoffmüller/Arnstadt gemacht. Schau mal im Onlineshop. Wenn Du da nix findest - ruf direkt dort an. Die haben große Lagerbestände, einige Ahnung und fertigen Dir auf Wunsch sogar Bremsleitungen nach Maß.

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Radlager (WAR: Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W)

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Sonntag 4. November 2018, 19:11

Hallo zusammen,

vielen Dank erstmal für den Tipp mit dem Hoffmüller in Arnstadt.

Mit den Federunterlagen ist es etwas verwirrend. Ich habe verschiedene Literatur gewälzt und dabei rausgefunden, dass bei angeschliffenen Enden (vorn unten) keine Federunterlage vorgesehen ist. Bei Varianten mit angelegten Enden (nicht geschliffen) muss eine Federunterlage drunter (unten).

Das scheint aber für hinten offensichtlich nicht zu gelten.
Ich habe Federn mit angelegten Enden ausgebaut und da war keine Federunterlage unten drunter. Aber in dem Achsschenkel ist im Blech eine Vertiefung eingeprägt, wo das Ende der Feder positioniert werden sollte. Das passt übrigens auch mit der Federausrichtung laut Literatur zusammen.


Anderes Thema: Radlager

Beim Zerlegen habe ich festgestellt, dass das Radlager, das in der Radnabe sitzt, auf Position eingepresst ist. Dafür gibt es Werkzeuge, die auch in der Literatur benannt werden.
Wartburgpeter beschreibt die Montage mit diesen Werkzeugen: http://www.wartburgpeter.de/tf_fahrwerk_v.htm
Dabei benutzt er zum Einpressen vom dem Lager in die Radnabe den Distanzring Pos. 2 in diesem Bild: http://www.wartburgpeter.de/technik/fah ... g_3889.jpg

Könnte mir jemand der so einen Distanzring besitzt, oder die Zeichnung davon, mal bitte die genaue Stärke nennen?

Ich habe vorm Ausbau 9,0mm gemessen. Kann das jemand bestätigen?


Mir ist klar, dass die Tiefe entscheidend ist. Liegt man daneben, werden die Radlager verspannt und das geht auf die Lebensdauer. Hab mir damit mal einen Satz Radlager an der MZ ruiniert...

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 4. November 2018, 19:54

Ähm. Nein.
Dafür hast du doch im Inneren die Abstandshülse. Genau wie bei den MZ.- und Simsonradnaben.
Abstandshülse im Fall "Wartburg" aber konisch geformt, da diese mit dem Radmitnehmer harmonieren muss, bzw. den
Grössenunterschied zwischen Kugellagerinnenring vom schmalen Radlager zum Kugellagerinnenring des dicken Radlagers
ausgleichen muss.
Alle Kugellager werden bis zum Anschlag eingepresst.
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Sonntag 4. November 2018, 20:57

Ähm. Jein.
Letztens erst zerlegt und den Gummiring mit Wulst zerquetscht gesehen.
Die Frage berechtigt, also wieder hochscrollen :lol:
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 4. November 2018, 20:58

Gleich mal einen neuen Beitrag erstellen, nicht, dass ich dann später nicht mehr editieren kann und alles umsonst gewesen wäre.
Und das ausgerechnet mit dem Tablet :shock: .

Wie soll ich das erklären? Das schmale Kugellager (6009?) wird der Einfachheit halber bis zum Anschlag in die Nabe
eingesetzt (Nabe = AWE-Bezeichnung für Radlagergehäuse, ich wiederhole mich wahrscheinlich schon zum x. Mal).
Wenn dann im Zuge des Radlagereinbaues die Nabe an das Schwenklager bzw. Schräglenker dran kommt und danach der
Radmitnehmer montiert wird, wird das Lager 6009 automatisch passend zurechtgeschoben.
Dabei werden leider die Kugeln unter Spannung gesetzt, würde zumindest der haarspalterische Zeitgenosse sagen.
Das passiert aber ganz automatisch. Besonders daran zu merken, wenn bei der Montage des vorderen Radmitnehmers
plötzlich das Gewinde vom Antrieb zu kurz zu sein scheint (so kenne ich das zumindest noch).
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Montag 5. November 2018, 18:11

Tomtom hat geschrieben:Ähm. Jein.
Letztens erst zerlegt und den Gummiring mit Wulst zerquetscht gesehen.
Die Frage berechtigt, also wieder hochscrollen :lol:


Hmm, gut möglich, dass da Jemand unüblicherweise die Radnabe schon vor der Montage mit dem breiten 6307er Lager
komplettiert hat. Also volle Pulle das Lager mit der Presse schon in die ausgebaute Nabe eingedrückt hat.
Original soll das so nicht sein. Das breite Lager kommt immer zuerst in den Lagersitz des Schwenklagers/Schräglenkers.
Radnabe lässt sich so auch viel besser montieren. Bin mal vor x-Jahren hier auf den Tip eines Nutzers eingegangen und
habe versucht, die vollständig komplettierte Nabe mit 6307er Lager an den Schräglenker zu bauen. Bin kläglich dabei gescheitert.
Beim Aufziehen der Nabe mittels den (längeren) M10 - Zylinderschrauben hat sich das breite Kugellager zu stark im
Lagersitz des linken Schwenklagers verkantet. Danach war eine der 4 Gewindebohrungen Schrott und ich musste in Ermangelung
einer Reparatur-Gewindebuchse vorläufig mit nur 3 Schrauben fahren...
Vielleicht war ich aber auch nur zu ungeduldig beim Aufziehen der Nabe, wer weiss.
Wie ich auch woanders schon geschrieben habe, ist der Sitz vom Lager 6307 zweigeteilt. Die grössere Hälfte befindet sich
im Schwenklager/Schräglenker und "der schmale Rest" davon in der Radnabe.
Habe dann in der Praxis den Lagersitz des Schwenklagers so gut es ging mit der Heissluftpistole aufgeheizt, Kugellager leicht an der Aussenkante
des Sitzes mit der Hand "angeheftet" und ringsum mit einem (kleineren) Schlosserhammer das Lager leicht eingetrieben.
Ringsum im Uhrzeigersinn zarte Schläge auf den Aussenring, so lange bis zum Anschlag.
Soll bspw. das Schwenklager aber sowieso ausgebaut werden, ist natürlich automatisch der Optimalfall gegeben, um das
Kugellager ordnungsgemäss mit der Presse einzusetzen.
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Mossi » Dienstag 6. November 2018, 15:06

Wenn man statt des Schlosserhammers ein auf den Lageraußenring passendes Rohr nimmt, muss man nicht wie ein Böttcher eine Spiralbahn ums Lager klöpfeln....
Seitenneigung ist kein Zeichen von Fahrunsicherheit!


Seine Freunde nennen ihn Mossi, die Anderen sprechen nur vom "dicken Typ mit der Zigarre"....

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Donnerstag 8. November 2018, 11:22

Hallo zusammen,

ist man mal ein paar Tage auf Dienstreise geht hier eine rege Diskussion los. :D Erstmal vielen Dank für eure Anteilnahme! {top}

Ja, den Sinn der Abstandshülse ist verstanden. Die gesamte Lagerung wird über die Innenringe verspannt: Gelenkwelle (oder an der Hinterachse die Scheibe)-Innenring-Hülse-Innenring-Radmitnehmer.

Das innere Lager 6307 sitzt zur Hälfte im Schwenklager (oder im Achslenker hinten). Der Außenring ist mehr oder weniger fixiert durch die Radnabe und den Gummiring. --> Festlager
Das äußere Lager 6009 ist das Loslager, denn der Außenring hat keinerlei Anschlag.

Und ja, mir ging es um die axiale Verspannung der Kugeln. Die innere Verspannung über die Innenringe ist fest. Und mit den 100-120Nm Anzugsmoment bekommt man ausreichend Axialkraft. Wenn jetzt der Außenring vom Loslager nicht da sitz, wo er hingehört, hat man ab sofort enorm hohen Verschleiß in den Lagern. Und die Hoffnung, dass sich im Betrieb der Außenring da hinbewegt, wo er sich wohl fühlt (sprich keine Axialkräfte hat) hat schon bei MZ/Simson nicht funktioniert und wird hier erst recht nicht funktionieren.

Ich hätte mir jetzt gedacht, die ganze Toleranzkette zusammenzubauen:
- 6307 in Schwenklager
- Luftleitblech oder Bremsankerplatte drauf
- Radnabe mit Gummiring anschrauben
- Abstandshülse rein
- und dann das 6009 mit >>liebevollen<< Hammerschlägen mit Rohr am Außenring eintreiben, bis die Abstandshülse >>gerade so<< straff sitzt.

Danach natürlich die Radnabe wieder demontieren und alle Lager fetten.


Ich denke, damit kann man die axiale Verspannung der Kugeln so weit wie möglich verhindern.
Bin mir bloß nicht sicher, ob der Plan aufgeht, weil die Passung am Außenring doch recht straff ist.


Viele Grüße!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon B1000-RTW » Donnerstag 8. November 2018, 14:20

Wenn Du es geschafft hast, entschädigt das für Alles! ;)

Bild
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Freitag 9. November 2018, 22:38

Hm. Ich habe das Außenlager immer mit der Abstandshülse in die Richtige Position geschoben. Hat bisher schon 50tkm gehalten, (gut, jetzt muß ich links hinten mal bei - hab allerdings auch nicht mehr im Kopp, was ich damals für Lager genommen hatte. War glaube ich ein Sammelsurium.

Gruß

Tobias
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Freitag 28. Dezember 2018, 21:07

Hallo zusammen! {winken}

ich will euch mal ein paar Bilder zukommen lassen, von dem was bisher passiert ist:

k-WP_20180624_13_10_33_Pro.jpg

Transport auf einem Bagger-Anhänger

k-WP_20180702_17_34_11_Pro.jpg

Aufbocken und Räder demontieren. Irgendwelche Kunden sind beim Basteln immer dabei. :smile:

k-WP_20180919_16_27_55_Pro.jpg

neue Reifen und Felgen gepulvert...

k-WP_20181009_16_52_57_Pro.jpg

Der Grund, weshalb der ganze Aufriss gemacht wird. Manschetten der Traggelenke durch, Silentbuchsen der Dreiecklenker porös. Also kann man auch alles gleich richtig machen, muss eh alles zerlegt werden...

k-WP_20181009_16_52_17_Pro.jpg

In diesem Mucht sollen irgendwo die Schrauben sein, die den Bremssattel zusammenhalten...

k-WP_20181020_11_09_43_Pro.jpg

Gefunden und erfolgreich zerlegt.

Paar "Spezialwerkzeuge" wurden auch gebastelt:
k-WP_20181005_19_22_00_Pro.jpg

Schlüssel um den Kühlwasserablasshahn im Motorblock zu öffnen

k-WP_20181009_17_08_20_Pro.jpg

Klassischer Federspanner

k-WP_20181026_18_13_08_Pro.jpg

modifizierter Ringschlüssel um an die oberen Stoßdämpferaufnahmen im Kofferraum ranzukommen:
k-WP_20181026_18_04_29_Pro.jpg


Schlaghammer
k-WP_20181029_17_38_46_Pro.jpg


Damit nahm die allgemeine Zerlegung seinen Lauf um genau zu wissen, was man für Ersatzteile bestellen kann. Hab mich für Hoffmüller/Arnstadt und LDM-Tuning entschieden. Bin recht zufrieden mit deren Qualität so weit man das bis jetzt beurteilen kann.

k-WP_20181117_11_43_55_Pro.jpg

Teile vom Strahlemann zurück

k-WP_20181117_11_43_45_Pro.jpg

Brantho-Kurrux-Orgie 8)

k-WP_20181117_11_44_05_Pro.jpg

Schön sauber! 8)


Nun freue ich mich, saubere, neue Teile zusammenzubauen! Silentbuchsen sind auch schon eingepresst.

Weitere Bilder und eventuelle Fragen kommen bestimmt!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Freitag 28. Dezember 2018, 21:29

{top}
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Multi-Plus » Samstag 29. Dezember 2018, 14:55

Sehr schön!
Find ich gut, dass sich jetzt die nächste Generation mit der Technik beschäftigt und weiter trägt :smile:
Dann dürfen wir uns ja auf eine Teilnahme am Heimweh 2019 freuen, oder?
Gruß und guten Rutsch!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Sonntag 3. Februar 2019, 20:17

Hallo zusammen,

es geht weiter - Montage!

Hinterachse:
k-WP_20181230_18_26_30_Pro.jpg

k-WP_20190102_07_26_43_Pro.jpg


Neue Bremsleitung
k-WP_20190111_17_21_08_Pro.jpg

Schöne Nippel gebördelt {blinzel}
k-WP_20190111_17_47_19_Pro.jpg


Vorn gehts weiter - Bremse:
Schön sauber
k-WP_20190116_20_48_36_Pro.jpg

Nun auch schwarz
k-WP_20190116_20_48_03_Pro.jpg

Bausatz:
k-WP_20190121_19_47_39_Pro.jpg

Fertig
k-WP_20190122_20_48_29_Pro.jpg


An der Stelle jetzt mal eine Frage: Wie ist das Anzugsmoment der 4 M8-Schrauben, die die Bremssattelhälften verbinden? In der üblichen Literatur finde ich nichts. Da wird nur geschrieben, man soll die Fachwerkstatt aufsuchen.
Ich bin derzeit bei 25Nm - Normmoment für Schrauben der Ferstigkeitsklasse 8.8. Denkt ihr, das passt?

Vorderachse:
k-WP_20181229_07_17_12_Pro.jpg

Fertig
k-WP_20181231_13_19_31_Pro.jpg

Einbaufertig
k-WP_20190122_21_18_07_Pro.jpg

Huch, alkoholfreies Bier in der Werkstatt -Joint-


Neue Baustelle: Saubermachen und Verschleißteile wechseln:
k-WP_20190127_19_37_10_Pro.jpg

Einbaufertig
k-WP_20190127_20_04_21_Pro.jpg


Naja, und an der Benzinpumpe bin ich auch dran. Muss nur nochmal gucken, wie das Oberteil draufgeschraubt wird. Muss ja zum Flasch passen...

Ansonsten müsste man mal noch paar vorbereitende Arbeiten unterm Auto machen, aber jetzt ist es einfach zu kalt um sich auf den Garagenboden zu legen...

Weiter gehts, wenns wärmer wird! ;-)

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Sonntag 3. Februar 2019, 21:27

Auch wenn es hier nicht hingehört:
In erster Linie kontrollieren, ob beide Drosselklappenwellen noch nicht ausgeklappert sind.
Speziell die, der ersten Stufe. Vergaserdeckel (oben) oft krumm und muß erneuert werden. Vergaserflansch unten kann hingegen
ggf. nachgearbeitet werden. Für unteren Flansch stehts neue Dichtung verwenden, sonst gerne Verzug des Flansches (mal in
einer Ausgabe des DDS gelesen - ob die Pertinaxplatte hierbei auch neu sein sollte, keine Ahnung). Alles andere ist simpler Teiletausch
plus Einstellarbeiten.
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon calle » Dienstag 5. Februar 2019, 08:17

die untere Feder bei den hinteren Bremsbacken hängt man von hinten ein.
wie die obere

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Dienstag 5. Februar 2019, 11:51

Ich weiß. 8) Die war aber widerspenstig! {Mauer}

Spricht aus technischer Sicht was dagegen, die Feder so zu lassen?

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Dienstag 5. Februar 2019, 12:52

Es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Backen vorklappen.
Mit der unteren Feder hatte ich aber noch nie Probleme.
Häng die Feder ein, wenn die Backen noch vor dem Wiederlager hängen. dann erst eine Backe auf der Wiederlager stellen und die zweite, mit einem Schrhraubendreher von unten senkrecht zwischen Backe und Wiederlager durchgeführt, sodass er sich oben am Radlagergehäuse abstützt, hochgehoben. Fertig.
Geht nur bei noch loser Ankerplatte schlecht.
Suche ständig Schrauben M8 Schlüsselweite 14 und frühe ESKA-Schrauben!
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Mittwoch 8. Mai 2019, 11:17

Hallo zusammen,

meine letzte Meldung ist 3 Monate her – in der Zeit hat sich viel getan!

Um ehrlich zu sein, ich hatte vor, die Hinweise von calle und Wartburgbauer bezüglich der unteren Feder an den hinteren Bremsen zu ignorieren. Aber manchmal leitet einen das Schicksal, der Zufall, die Vorsehung (oder wie auch immer man das nennen möchte) wieder auf den rechten Weg! :lol: Dazu später mehr…

Wie Thilo schrieb: simpler Teiletausch zuzüglich Einstellarbeiten

- Benzinpumpe gereinigt und mit neuer Membran bestückt
- Keilriemen gewechselt, dabei Unterbrechergehäuse und Lichtmaschine sauber gemacht
- Dabei bemerkt, das die Wasserpumpenwelle hakelt und nicht schön dreht
- Kopf runter und verrostetet Wasserpumpenlager ausgebaut
- Am Ende praktisch den Kopf überholt
- Kühler ausgewaschen, ausgeblasen
- Siffige Teile, die nicht mehr schön aussahen mit Farbe behandelt (Ansaugtopf, Luftfiltertopf, etc.)

Dann wurde es wärmer, man konnte sich wieder unters Auto legen:
- Konservierungsmaßnahmen: zuerst ne Lage FluidFilm, danach Elaskon. Reichlich eklig, aber notwendig…
- Bremsleitungen eingebaut
- Fahrwerk (Dreiecklenker, Schwenklager, Federn, Dämpfer, etc.) eingebaut

Und dann kam der Punkt, wo ich die hinteren Bremstrommeln aufsetzen wollte. Passt nicht. Ausbauen. (Ja, in dem Moment hatte ich die untere Feder wieder in der Hand. :lol: ) Mit den Alten verglichen – der Bogen, wo der Bremszylinder draufdrückt ist ca. 4mm zu lang, also stehen die Backen zu weit außen. Gut, Feile, weg mit den 4mm. Dann nahm das Chaos seinen Lauf: Fenster für die Nachsteller an der falschen Stelle (wieder Feile). Ist aber Mist, weil dann die Fenster so groß werden, das der Nachsteller beim Ausfahren nicht mehr mitgenommen wird. Am Ende sind die neuen Nachbaubacken inclusive der neuen Nachbau-Handbremsseile (die auch 2cm zu kurz waren) im hohen Bogen in den Schrotteimer geflogen. Die alten Handbremsseile und Backen wurden gereinigt, für gut befunden und eingebaut. Punkt, Ende, Aus. Ich bin angepisst über die Qualität vom Nachbauschrott.

Aber was Gutes hatte die Aktion: zum einen hab ich ne Erfahrung bzgl. Nachbauteilen gesammelt und zum anderen hab ich jetzt ne gewisse Routine die Bremsbacken ein- und auszubauen und die Federn korrekt zu montieren. Geht am Auto tatsächlich einfacher als auf der Werkbank. 8)

Der Rest war einfach:
- Räder ran, Bremsanlage befüllen und entlüften
- Kopf und Kühlung montieren
- Zündung einstellen
- Abbocken, Anlassen, Losfahren.

War tatsächlich so einfach! :) Kleinere Einstellarbeiten, waschen, polieren. TÜV und Oldtimergutachten letzte Woche Freitag, Zulassung diese Woche Montag. Und dann bin ich meine ersten Kilometer im Wartburg gefahren. Toll! :lol: Das mit dem Freilauf ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Gab noch kleine Kinderkrankheiten:
- Drehlichtschalter hatte ne Macke und die Lichthupe nicht durchgeschalten
- Deckeldichtung der Benzinpumpe taugte nix und der Sprit tropfte fröhlich auf den Schalldämpfer
Aber das ist jetzt alles gelöst.

Nun geht’s in großer werdenden Kreisen um die heimische Garage. Fahren und ausprobieren einfach. Ich freu mich! [Lenker]


Soviel Prosa und keine Bilder. Sorry, ich werde Bilder nachreichen! Hatte bis jetzt keine Zeit mal den ganzen Wust auf dem Handy zu sortieren…

Viele Grüße!

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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon berlintourist » Donnerstag 9. Mai 2019, 21:41

mzler-gc hat geschrieben:Hallo zusammen,Aber manchmal leitet einen das Schicksal, der Zufall, die Vorsehung (oder wie auch immer man das nennen möchte) wieder auf den rechten Weg!

war dein vater pfarrer oder biste selber einer? :lol:
mzler-gc hat geschrieben:Aber was Gutes hatte die Aktion: zum einen hab ich ne Erfahrung .... und zum anderen hab ich jetzt ne gewisse Routine die Bremsbacken ein- und auszubauen und die Federn korrekt zu montieren. Geht am Auto tatsächlich einfacher als auf der Werkbank.

also mit der routine wär ich mal vorsichtig, ist an den trommelbremsen mal wieder was zu tun, fängt man gern wieder bei "null" an,
obwohl es doch so gut ging beim letzten mal :lol:. das hiess bei mir zb eine seite ewig gefummelt - zweite seite nur minuten.

viel spass mit dem qualitätsprodukt wartburg!
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Re: Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W

Ungelesener Beitragvon mzler-gc » Mittwoch 15. Mai 2019, 11:36

berlintourist hat geschrieben:
mzler-gc hat geschrieben:Aber manchmal leitet einen das Schicksal, der Zufall, die Vorsehung (oder wie auch immer man das nennen möchte) wieder auf den rechten Weg!

war dein vater pfarrer oder biste selber einer? :lol:


Nee! Wie gesagt, eigentlich weiß man, das es falsch ist, Ratschläge, die auch noch begründet sind, mit Absicht wegen Faulheit ignorieren zu wollen. Ist klar, das man dafür "n Tritt in Arsch" verdient hat... :lol:

Bilder!!! So sieht er derzeit aus.
k-WP_20190514_17_47_01_Pro_cl.jpg

k-WP_20190514_17_47_13_Pro_cl.jpg


Bilder von der Montage kommen noch...

Dinostrabbi
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Generalinstandsetzung Fahrwerk 353W - Frage

Ungelesener Beitragvon Dinostrabbi » Donnerstag 16. Mai 2019, 19:57

Hallo miteinander, vielleicht kann mir jemand bie meinem Problem weiterhelfen!

Seit nunmehr 17 Jahren bin ich Trabantfahrer und habe mir jetzt mit einen Wartburg 353 zusätzlich einen kleinen Traum erfüllt!
Der Wartburg, Baujahr 82 steht gut da, nach 18 Jahren Standzeit muß alllerding schon ein bisschen was gemacht werden, schon allein des TÜV´s wegen.

Im Großen und Ganzen hält sich die Ganze Sache wirklich in Grenzen, nur eine Sache bereitet mir ein wenig Kopfschmerzen!
Die vordere linke Auflage für die Karosserie, genau im Spritzbereich vom Vorderrad, wurde wohl sehr vernachlässigt und ist meines Erachtens nach nicht mehr zu retten, sie ist an mehreren Stellen völlig durchgerostet :x !

Weiß irgend jemand von euch, ob es hierfür noch Ersatz gibt oder ob vielleicht noch jemand was dementsprechendes auf Lager hat?
Hat jemand einen Tip wie ich hier sonst auf anderem Wege die Sache in den Griff bekomme?

Für die eine oder andere Nachricht wäre ich wirklich dankbar!
Gruß Tino


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