Techn. Änderungen Wartburg, Teil 1, W-311

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Rolf
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Techn. Änderungen Wartburg, Teil 1, W-311

Ungelesener Beitragvon Rolf » Freitag 18. August 2006, 18:25

Verzeichnis der technischen Veränderungen am Wartburg

Teil 1, Wartburg-311
Von den Anfängen bis zur Einführung des 312er

Der nachfolgende Text ist im Wesentlichen ein Zitat aus
"Wartburg, Wie helfe ich mir selbst" von Dipl. Ing. Horst Ihling

Leider endet diese Übersicht (in den mir vorliegenden Ausgaben) ab Januar 1972.

Um eine möglichst abgeschlossene Übersicht über die gesamte Wartburg-Produktion zu erhalten, habe ich versucht, Ergänzungen dieser Zusammenstellung vorzunehmen.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wartburg_%28Pkw%29

Ganz sicher ist das aber unvollständig!
Ich bitte die Fachleute herzlich um Ergänzungen und Korrekturen!

Das gesamte Verzeichnis hat inzwischen den Umfang von 22 A-4-Seiten und ist eher ein Fall für die Suchmaschine des Forums. Vielleicht können wir mit dem Angebot zugleich die Fragen vom Neulingen klären und eine geschichtlich relevanten Überblick geben!

Verzeichnis der technischen Veränderungen am Wartburg besteht aus folgenden Teil-Beiträgen:

Teil 1, Wartburg-311 http://w311.info/viewtopic.php?t=668

Teil 2, Wartburg-312 (Fahrwerk mit Schraubenfedern) http://w311.info/viewtopic.php?t=669

Teil 3, Wartburg-353 http://w311.info/viewtopic.php?t=670

Teil 4, Wartburg 1,3 http://w311.info/viewtopic.php?t=671

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Beginn des Zitat-Teiles Ihling:

Der "Wartburg" erfuhr seit Beginn seiner Serienfertigung Anfang 1956 neben den großen Weiterentwicklungsstufen, wie neues Fahrwerk und neue Karosserie, eine ganze Reihe von kleineren Änderungen und Verbesserungen im Detail. Im folgenden sollen deshalb die wichtigsten Änderungen behandelt werden, die nicht nur den Käufer eines Gebrauchswagens interessieren, der wissen möchte, zu welcher Zeit welche Verbesserungen serienmäßig eingeführt wurden, sondern auch für die vielen Wartburg-Freunde, die bemüht sind, ihr Fahrzeug auf möglichst neuestem Stand zu halten.

Grundsätzlich wird werkseitig beim Einsatz von Änderungen immer auf die Fahrgestell-Nummer orientiert. Auch bei Anfragen oder Reklamationen an das Werk muß immer die Fahrgestell-Nr. angegeben werden. Diese ist stets im vorderen Querträger des Rahmens auf der rechten Seite eingeschlagen. Eine Ausnahme bilden die Rahmen, die als Ersatzteil geliefert werden, bei denen sich die Nummer vorn links befindet und vor deren Ziffern ein "E" eingeschlagen wurde. Neben der laufenden Fahrgestell-Nummer wird auch das betreffende Baujahr mit angegeben. So setzt sich bei allen Fahrzeugen bis einschließlich 1959 die Fahrgestell-Nummer aus verschiedenen Zifferngruppen zusammen.
Die ersten Zahlen orientieren über Baumuster und Ausführung (z. B. Limousine oder Kombiwagen), und die letzte Zahl gibt das Baujahr an. So geht beispielsweise aus der Fahrgestell-Nummer 11 15375/7 hervor, daß es sich um das Baumuster 311, Standard-Limousine, mit der laufenden Fahrgestell-Nr. 15375 des Baujahrs 1957 handelt.

Ab Baujahr 1960 bis einschließlich 1965 erfolgte eine Änderung der Numerierung, indem vor der laufenden Fahrgestell-Nummer mit zwei Ziffern das Baujahr angegeben wurde, die Baumusterbezeichnung entfiel und für Standard- und Luxus-Limousine mit und ohne Schiebedach, sowie Coupé und Kabriolett eine gemeinsame Fahrgestell-Nummernreihe festgelegt wurde. Dabei handelt es sich z. B. bei der Nummer 62 12350 um ein Fahrzeug dieser Ausführung des Baujahres 1962 mit der laufenden Nummer 12350.
Ab Baujahr 1966 wurde die direkte Angabe des Baujahrs weggelassen, und ab diesem Zeitpunkt wurden fortlaufende Zahlen verwendet. Also handelt es sich bei der Nummer 01 17515 um ein Fahrzeug des Baujahres 1966 oder bei 0210305 um das Baujahr 1967 mit laufender Fahrgestell-Nr. 10 305.

Bei der Festlegung der Fahrgestell-Nummer ist weiter zu beachten, daß jeweils ab 1. Oktober des laufenden Jahres der Beginn der Nummernreihe für das folgende Jahr erfolgte.
Also beispielsweise ein Fahrgestell mit der Nummer 63078 wurde im Oktober 1962 gefertigt.
Bei Anlauf des Bm 353 ist zu beachten, daß das Bm 312/1 bis Fahrgest.-Nr. 01 19401 gefertigt wurde und das Bm 353 ab Fahrgestell-Nr. 01 30001 (außer 0-Serie) anlief.
Ab Baujahr 1967 wurde ab 2. 1. 67 die Numerierung ab Fahrgestell-Nr. 0200001 nur noch im laufenden Jahr vorgenommen.


2. Januar 1956
ab Fahrgestell-Nr. 00 009/6

Serienanlauf des Baumusters 311 des Wartburg 900; Weiterentwicklung des IFA F 9. Verlängerung des Radstandes, Leistungssteigerung des Motors von 30 auf 38 PS, Lenkradschaltung, verstärkte Hinterachse, verbesserte Schwingungsdämpfung durch Teleskop-Stoßdämpfer. Neuentwickelte viertürige Stahlblechkarosserie mit reichlich dimensioniertem Kofferraum.
Ab Oktober 1955 bis Ende des Jahres wurden parallel zur F 9-Fertigung bereits 162 Fahrzeuge gebaut.


6. Juni 1957
ab Fahrgestell-Nr. 6430/7

Einführung der verbesserten 180 Watt Lichtmaschine IKA 8001.4 anstelle der
bisherigen 130 Watt Lichtmaschine.
Gleichzeitig Verwendung eines neuen Reglerschalters IKA 8101.4, der der Leistung der stärkeren Lichtmaschine angepaßt ist. Versetzung des Reglers von der Lichtmaschine auf den Motorseitenschutz, da er hier weitgehend vor Schwingungen und Erschütterungen bewahrt bleibt, die seine Funktion beeinträchtigen können. Lichtmaschine und Reglerschalter zusammen austauschbar!


31. Januar 1958
ab Fahrgestell-Nr. 8501/8

Einführung des Synchrongetriebes mit synchronisiertem 2., 3. und 4. Gang.
Erhöhung des Fahrkomforts durch Erleichterung der Schaltbarkeit. Nachträglicher Einbau der Synchronisiereinrichtungen bei durchzuführenden Generalreparaturen möglich.


15. Oktober 1958
ab Fahrgestell-Nr. 1175/9

Einführung der verbesserten neuen Bremsanlage mit 50 mm breiten Bremsbacken und einer Gesamtbremsfläche von 920 cm². Vorn Duplex, hinten Simplex-Bremsen. Gleichzeitig um 12 mm verbreiterte Radlagerung und neue breitere Bremstrommeln. Nicht austauschbar!


1. Dezember 1958
ab Fahrgestell-Nr. 4557/9

Einführung eines neuen Ziergitters, das vom Sportwagen des Bm 313 zur äußeren Kenntlichmachung der Verbesserung am Fahrzeug übernommen wurde. Austauschbarkeit gegeben.


31.Juli 1959
ab Fahrgestell-Nr. 21 301/9

Einführung eines neuen Kraftstofftanks in Schalenbauweise (rollnaht-geschweißt in Verbindung mit Verstärkung der gesamten Heck-Bodenpartie.
Neuer Kraftstoffbehälter wird vom Kofferraum aus in einen Ausschnitt des Hinterachstunnels eingeschraubt. Nicht austauschbar !


7. September 1959
ab Fahrgestell-Nr. 25 501/9

Einführung einer neuen verbesserten Scheibenwischeranlage mit Parallelschlag und neuentwickeltem leistungsstarken geräuschärmeren Wischermotor. Geringerer Abfall der Drehzahl bei Belastung; Verbesserung des Übertragungsgestänges, des Wischbilds und damit Erhöhung der Fahrsicherheit. Austausch der kompletten Anlage möglich. Es sind jedoch Änderungen an der Karosseriestirnwand und am Leitungsbündel notwendig.
Gleichzeitig Einführung der Parkschaltung zur Senkung des Stromverbrauchs beim parkenden Fahrzeug.


23. September 1959
ab Fahrgestell-Nr. 27 501/9

Ersatz des Kupplungsausrückers mit Graphitring durch einen Kugellagerausrücker zur Vermeidung des hohen Verschleißes und Gewährleistung ausreichenden er Lebensdauer besonders bei häufigem Stadtverkehr. Austauschbar.


12. November 1959
ab Fahrgestell-Nr. 60 3104

Einführung von weicheren Blattfedern. Die Polyamid-Einsätze reduzieren sich bei der Hinterfeder von 22 auf 20 Stück. Bei der Vorderachsfeder bleibt die Stückzahl von 16 bestehen. Austauschbar.


9. Dezember 1959
ab Fahrgestell-Nr. 60 5100

Einführung des asymmetrischen Abblendlichts. Verbesserung der Fahrbahnausleuchtung besonders auf der rechten Fahrbahnseite. Änderung des Leuchtsystems der Bilux-Lampen durch anders geformte Abdeckkappen für die Abblend-Glühwendel. Ebenfalls Änderung der Streuscheiben-Riffelung. Umgestaltung der Befestigung und Anschlußmöglichkeit der Glühlampen, um Verwechslungen auszuschließen. Austauschbarkeit nicht gegeben, nur die kompletten Scheinwerfer sind austauschbar.


5. April 1960
ab Fahrgestell-Nr. 60 13356

Einführung eines Kofferklappenschlosses und dadurch Wegfall der Fernbetätigung mit Seilzug und Schloß. Gleichzeitig erfolgte Verbesserung der Haubenscharniere und Einsatz der automatischen Haubenabstützung, so daß die Haubenarretierung in geöffneter Stellung nicht mehr umständlich mit der Hand ausgelöst werden muß. Austauschbar im Rahmen von Überholungen möglich (Schweißarbeiten).


7. April 1960
ab Fahrgestell-Nr. 60 13556

Einführung des Luftfilters mit Filterkappe und Schnorchel zur weiteren Verringerung des Ansauggeräusches. Austauschbar in Verbindung mit der Veränderung der Vergasereinstellung (Hauptdüse 115 statt 120; Vergaser – Typ H 362-18 ).


8. April 1960
ab Fahrgestell-Nr. 60 13671

Einsatz einer verbesserten Zahnstangenlenkung mit höherer Übersetzung.
Wegfall der äußeren Führungsschiene durch Führung innerhalb des Gehäuses.
Verwendung gummigelagerter Spurstangenköpfe und damit Wegfall des Zentralschmierungsanschlusses. Austauschbar komplett mit Spurstangen und Spurstangenkugelgelenken. Gleichzeitig Einführung des Tankdeckelschlosses und damit Fortfall des Kugelverschlusses am Einfüllstutzen und des Tankdeckels, der vom Kofferraum aus geöffnet wurde. Neue Klappe mit abgefedertem Deckel und Schloß. Austauschbar bei Karosserieüberholungen, da kompletter Einfüllstutzen neu eingeschweißt werden muß.


5. Mai 1960
ab Fahrgestell-Nr. 60 15201

Einführung von 2 Polyamid Kleiderhaken an den Mittelsäulen. Einbau nachträglich möglich (Verkleidung entsprechend ausschneiden).


15. Mai 1960
ab Fahrgestell-Nr. 60 16 236

Beseitigung des Kupplungsrupfens durch Einsatz eines Kupplungsseils mit druckfester Hülle. Gleichzeitig Wegfall der Getriebeabstützung.
Anbringung einer zusätzlichen Halterung am Getriebe zur Aufnahme der Druckhülle. In Verbindung mit Anbringung der Halterung und Faltenbalg austauschbar.


12. Dezember 1960
ab Fahrgestell-Nr. 61 3399

Einbau des neuen Einheitsscheinwerfers mit 170 mm Durchmesser Lichtaustrittsfläche zur Durchsetzung einer weitgehenden Standardisierung im PKW-Bau. Außerdem bringt diese konstruktive Auslegung eine Verbesserung der Fahrbahnbeleuchtung und Vereinfachung der Montage und Einstellung. Die Austauschbarkeit der kompletten Scheinwerfer mit den bis dahin verwendeten Einbauscheinwerfern ist gegeben. Um eine einheitliche Außenansicht des Fahrzeugs zu erhalten, ist jedoch ein satzweiser Austausch notwendig.


27. Dezember 1960
ab Fahrgestell-Nr. 61 5442

Einführung neuer Stoßstangen vorn und hinten. Vorn Stoßecken mit Mittelteil, hinten Stoßecken mit Bügel, der gleichzeitig die neue Kennzeichenbeleuchtung aufnimmt, die eine bessere Ausleuchtung des Kennzeichenschilds gewährleistet. Außerdem können jetzt auch die verschiedensten ausländischen Kennzeichen angebracht werden. Komplette Stoßstangen vorn und hinten austauschbar.


3. Januar 1961
ab Fahrgestell-Nr. 61 6095

Einführung einer neuen Vordersitz-Lehnverstellung für die Ausführung "de Luxe". Leichtgängige Verstellung durch Rastenarretierung in Verbindung mit Federn und Ausrückhebel auch wahrend der Fahrt. Nur satzweise als Komplettteile austauschbar. Nachträglicher Einbau in Sitze der Standard-Ausführung möglich.


21. Februar 1961
ab Fahrgestell-Nr. 61 10 251

Vergrößerung des Fassungsvermögens des Kraftstoffbehälters von 40 auf 44 l durch Tieferziehen der beiden Behälterhälften um etwa 8 mm. Austauschbar.


19. April 1961
ab Fahrgestell-Nr. 61 14 896

Einführung von drei Einzelzündspulen anstelle des Dreifachspulenkastens, die nicht nur qualitativ besser, sondern auch im Fall von Störungen leichter auswechselbar sind. Der Umbau erfordert außer der Beschaffung von drei Zündspulen plus Halter einschließlich des Befestigungswinkels auf Motorseitenschutz nur geringe Änderungen des Zündkabelsatzes, der Zündleitung und der Befestigung.


25. April 1961
ab Fahrgestell-Nr. 61 15496

Erhöhung der Motorleistung von 38 auf 40 PS. Gleichzeitige Änderung des Verdichtungsverhältnisses von 6,6 bis 6,8 auf 7,3 bis 7,5. Komplett-Motor und auch nur Zylinderkopf austauschbar.


15. September 1961
ab Fahrgestell-Nr. 61 25 001

Einführung eines bezüglich Funktionssicherheit und Lebensdauer verbesserten Blinkgebers. Veränderung der Befestigung vom Motorraum unter die Armaturentafel. Austauschbarkeit bei Beachtung verschiedener Gesichtspunkte möglich.


30. September 1961
ab Fahrgestell-Nr. 61 25 937

Einsatz der verbesserten und konstruktiv weiterentwickelten Lichtmaschine IKA 8001.5 mit Nennleistung von 220 W. Austauschbar gegen die bis dahin verwendete Lichtmaschine IKA 8001.4 mit 180 W, wenn gleichzeitig Verwendung des Reglerschalters IKA 8108.8, der der Nennleistung von 220 W angepaßt ist, anstelle des Reglerschalters IKA 8101.4 erfolgt.


4. November 1961
ab Fahrgestell-Nr. 62 2090

Veränderung der Farbabstufung der Heckleuchten von Gelb-Weiß-Rot in Gelb-Weiß-Gelb und Erhöhung der Lichtwerte. Beim Auswechseln der defekten Sofittenlampe für das Schlußlicht muß hier auf jeden Fall das rote Farbglasrohr wieder mit eingesetzt werden. Paarweise austauschbar.


2. Januar 1962
ab Fahrgestell-Nr. 62 5750

Einführung des 45-PS-Motors mit einem Drehmoment von 9,5 mkp. Neben Hubraumerweiterung auf 992 cm³, Verstärkung der Kurbelwelle und der Kolbenbolzen, Verbesserung des Zylinderkopfs und Überarbeitung der Ansauganlage. Gleichzeitig Zwangsumlaufkühlung in Verbindung mit Wasserpumpe, ruhigerem Polyamid-Lüfter, Kühlwassertemperaturregler, neuem Kühler und verbesserter Frischluftheizung.
Außerdem serienmäßiger Einbau einer Lichthupe (neuer Kombinationsschalter und neues Lenksäulenlager) mit dem vom Wartburg-Sport übernommenen Lenkrad. Verbesserung der Ausstattung durch vordere Armlehnen auch für Standard, zusätzlicher Kofferdeckelgriff und zweite Sonnenblende für den Beifahrer. Wegfall der bis dahin verwendeten Öl-Zentralschmierung und Übergang zur Fettschmierung mit gleichzeitiger Erhöhung des Wartungszyklus auf 5000 km. Auf Grund der Innenmaße wurden ab 2. Januar 1962 alle Wartburg-Ausführungen - außer Schnelltransporter und Sport-Coupe - für insgesamt 5 Personen zugelassen. Das bezieht sich auch rückwirkend auf sämtliche gefertigten Fahrzeuge. Für diese kann nachträglich Kraftfahrzeugbrief und Zulassung bei den VP-Kreisamtern entsprechend geändert werden.


18. Oktober 1962
ab Fahrgestell-Nr. 63 1225

Wegfall des Zellgummibelags für Stirnwand, Pedal- und vorderen Boden und Behandlung dieser Stellen einschließlich aller Schweißnähte in Koffer-, Fahrgast- und Motorraum mit einem kombinierten Abdicht- und Antidröhnspachtel.
Auf dieser Masse liegt bei Standard-Ausführung Riffelgummi und bei Ausführung "de Luxe" Velourteppich.


2. Januar 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 5861

Einführung der neu gestalteten Blink-Brems-Schlußleuchten IKA Nr. 8201.5 vom VEB Fahrzeugelektrik Ruhla. Entfall der bisherigen separaten Rückfahrscheinwerfer. Funktion derselben wird durch eine Kombinationsschaltung von den Bremsleuchten übernommen. Leuchten sind paarweise austauschbar. Bei nachträglichem Einbau Leitung für Rückfahrscheinwerfer an Bremsleuchten klemmen.
Als Sicherheitsmaßnahme ist der Einsatz der schaumstoffgepolsterten beiden Sonnenblenden zu werten. Durch die mit einem Plast-Grundkörper versehenen und mit Schaumstoff und Folie abgedeckten Sonnenblenden wird gleichzeitig die vordere Dachkante abgepolstert (austauschbar).
Auch der Sicherheit dient die Einführung einer Scheibenwaschanlage. Manuelle Betätigung durch Pumpe in Armaturentafel und Doppelspritzdüse auf Motorhaube. Nachträglicher Einbau möglich.
Verbesserung der Bequemlichkeit durch Veränderung der Rückenlehnenform vorn. Durch Verwendung von Selfa-Federn muldenförmige Ausbildung mit seitlichen Wülsten und dadurch gute Abstützung der Rückenpartie. Nachträglicher Einbau möglich.


4. Januar 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 6009

Einführung der Befestigungspunkte fur Sicherheitsgurte. Anbringungsmöglichkeiten für die vom VEB Döbelner Beschläge- und Metallwerke hergestellten genormten Dreipunkt-Haltegurte oder auch "Doblina-Sicherheitsgurte". Verankerungspunkte befinden sich an den beiden Türmittelsäulen, den Karosserielängsträgern und der Bodenwanne der Fondsitze. Nachträglicher Einbau in Verbindung mit zusätzlichen Verstärkungen möglich.


10. Januar 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 6361

Einsatz des neuentwickelten verbesserten Anlassers IKA Nr. 8201.5 vom VEB Fahrzeugelektrik Ruhla anstelle des Anlassers IKA-Nr. 8201.103 vom VEB Elektrogerätewerk Suhl. Der neue Anlasser ist bei geringerer Masse austauschbar.


15. Januar 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 4621

Erhöhung der Garantiezeit der Batterien durch den Hersteller, VEB Grubenlampenwerk Zwickau, von 6 auf 12 Monate. Gleichzeitig Mitlieferung eines Garantiescheins. Weitere Verbesserungen ab Juli 1964 durch Vergrößerung der Oberfläche der wirksamen Elektroden. Außerdem nunmehr 7 statt 6 Plusplatten und 8 statt 7 Minusplatten. In die Garantiekarte muß Datum der Inbetriebnahme (Erstladung) eingetragen werden. Ab Ende 1964 werden bei Neufahrzeugen keine gesonderten Garantiekarten mehr mitgegeben, da das Herstellungsdatum auf der Polbrücke eingeschlagen ist, welches bei Reklamationen Aussage betr. Fertigungszeitpunkt gibt, z. B. 10/64 - Oktober 1964.


22. Januar 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 7057

Einführung eines neuen verbesserten Freilaufsterns mit käfiggeführten Rollen und zentraler Drehfeder. Durch diese Anordnung wird erreicht, daß die Rollen bei gelöstem Freilauf aus der Klemmstellung zurückgeführt werden und dadurch das Einlaufen in die Laufflächen des Sterns und damit vorzeitiger Ausfall verhindert wird. Einzelteile sind untereinander nicht austauschbar. Es kann nur der komplette neue Freilauf mit Stern, Käfig, Drehfeder, Klemmdeckel und Zylinderrolle anstelle der alten Ausführung verwendet werden.


15. April 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 13 061

Einführung des plastummantelten Kupplungsseils. Dadurch weitgehende Unempfindlichkeit gegenüber dem Eindringen von Feuchtigkeit und dem daraus resultierenden Einfrieren in den Wintermonaten. Austauschbar.


7. Mai 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 19 503

Einsatz eines Vergasers mit einer federnden Schwimmernadel. Durch diese Federung wird das Kraftstoffniveau im Schwimmergehäuse auch beim Auftreten von ungünstigen Motorschwingungen konstant gehalten. Austauschbar.


26. Juli 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 19 503

Einführung neuer Hartgewebe-Unterbrecherhebel mit Novotex-Anlaufnasen und verbessertem Kontaktmaterial. (Vorab bereits ab 1. 12. 1962, Fahrgestell-Nummer 63 4112, Verwendung eines qualitativ besseren, größeren und einstellbaren Schmierfilzes). Höhere Lebensdauer und vergrößerte Nachstell-Intervalle und vor allem ausreichende Notlaufeigenschaften gegenüber dem Polyamid-Unterbrecherhebel. Austauschbarkeit möglich und unbedingt zu empfehlen.


29. Juli 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 19 796

Einführung des Lichtmaschinen-Reglerschalters mit Temperaturkompensation.
Dadurch ist die geregelte Spannung unabhängig von der Temperatur. Durch zusätzliche Kompensationswicklung auf der Spannungsspule wird der in der Grundjustierung eingestellte Spannungswert im Arbeitstemperaturbereich von - 40 bis + 60 ºC konstant gehalten. Austauschbar.


15. August 1963
ab Fahrgestell-Nr. 63 20 924

Ersatz der relativ starren Lagerung und Aufhängung von Motor, Getriebe und Auspuffanlage durch elastische Aufhängung zur Vermeidung der Übertragung von Motorschwingungen und Körperschall über die Motor-, Getriebe- und Auspuffaufhängung auf den Aufbau und damit Auftreten von Dröhngeräuschen im Fahrgastraum. Austauschbar bei Durchführung verschiedener Änderungen und Verwendung der verstärkten Auspuffanlage.


13. November 1963
ab Fahrgestell-Nr.ab Fahrgestell Nr. 6l 3163

Einführung von durchgehend senkrecht abgekanteten hinteren Kotflügeln in Verbindung mit gerader Anlagefläche an der betreffenden Heckpartie. Bei der alten Ausführung waren die hinteren Kotflügel im vorderen Bereich verwunden und erforderten bei Montage- und Reparaturdurchführung Anpaß- und Nacharbeiten. Nicht austauschbar.


25. November 1963
ab Fahrgestell-Nr. 64 4120

Einführung des Vergasers Typ H 362-24 mit Leerlaufgemischregulierung. Gemischzusammensetzung für Leerlauf liegt damit bereits durch entsprechende Düsen fest. Es erfolgt bei Einstellung nur noch Regulierung der Menge. Vergaser komplett austauschbar.


16. Dezember 1963
ab Fahrgestell-Nr. 64 5473

Einführung anschraubbarer vorderer Kotflügel. Schraub- statt Schweißverbindung im Bereich des Windlaufs durch zwei Sechskantschrauben M 5. Austauschbar. Bei Ersatz neuer Kotflügel - alte Karosserie - muß der Kotflügel im betreffenden Bereich nachgekantet und mit Windlaufpfostenrahmen verschweißt werden.


18. Dezember 1963
ab Fahrgestell-Nr. 64 5708

Einführung einer Fahrbereichsmarkierung am Geschwindigkeitsmesser in Verbindung mit neuer Farbgestaltung für Geschwindigkeitsmesser mit Wegzähler und Fernthermometer mit Kraftstoffvorratsanzeiger. Austauschbar.


18. Dezember 1963
ab Fahrgestell-Nr. 64 5721

Erhöhung der Funktionssicherheit des Kupplungsausrückhebels durch Änderung der Klemmverbindung in eine Schweißverbindung. Dabei entfiel die Schlingfeder auf der Kupplungswelle und wurde durch eine Rückzugsfeder am Ausrückhebel ersetzt, die an einer Lasche am Befestigungsflansch des Motors eingehangen ist. Gleichzeitig erfolgte die Einführung eines zweiten Faltenbalgs. Durch Verlängerung des Ausrückhebels um 5 mm konnte außerdem die Ausrückkraft um etwa 0,5 kp verringert werden.


24. Februar 1964
ab Fahrgestell-Nr. 64 10 936

Einführung der PVC-ummantelten Handbremsseile. Dadurch weitgehend unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und damit Einfrieren. Austauschbar.


26. Februar 1964
ab Fahrgestell-Nr. 64 11 120

Einführung des neuen Lenksäulenblinkschalters 8600.19/1 mit anderer Schaltfolge für Lichthupe und Horn. Betätigung der Lichthupe in Richtung Lenkrad, Horn in Richtung Armaturentafel. Gegenüber Schalter 8620.5 mit komplizierterer Schaltung austauschbar.


11. April 1964
ab Fahrgestell-Nr. 64 13 917

Einführung nadelgelagerter Kolbenbolzen (Nadellager 312 03 520 02) in Verbindung mit Verstärkung des Kolbenbolzens von 18 mm Durchmesser auf 20 mm Durchmesser. Gleichzeitig erfolgte die Einführung der Kolben 312 0 03 032 02. Austausch nur in Verbindung mit Kurbelwelle - Kolben möglich.


30. April 1964
ab Fahrgestell-Nr. 64 15 332

Einführung nadelgelagerter Doppelgelenkwellen (311 012 512 22) anstelle der bisherigen Scharniergelenkwellen. Durch Nadellagerung wesentliche Qualitätsverbesserung und außerdem leichtgängigere Lenkung. Scharniergelenkwellen und Doppelgelenkwellen komplett sind untereinander austauschbar.


31. Juli 1964
ab Fahrgestell-Nr. 64 21 701

Wegfall der lackierten Holz-Türdeckleisten aus Buchenholz bei der Ausführung "de Luxe" und Einführung von Deckleisten mit einem Überzug aus Kunstleder FC 12, Farbe Schwarz, Narbe 506. Um eine Beschädigung des Kunstleders beim Abziehen der Befestigungsschrauben zu vermeiden, erfolgte zusätzlich Einbau von Senkscheiben. Deckleisten sind austauschbar. Lackierte Holzdeckleisten können auch nachträglich mit Kunstleder überzogen werden.


26. August 1964
ab Fahrgestell-Nr. 6l 23 626

Einführung des Stahlschiebedachs anstelle des bisherigen Faltdachs. Erhöhung der Lebensdauer und Einbruchsicherheit im Fahrzeug. Nachträglicher Einbau analog wie beim Stoffschiebedach aufwendiger, da umfangreiche Arbeiten an der Dachaußenhaut und darunter notwendig. Spezialbetrieb für diese Arbeiten: VEB Kfz-Instandsetzung Gera.


15. September 1964
ab Fahrgestell-Nr. 64 25 028

Abschluß verschiedener Maßnahmen der Einführung einer verbesserten weicheren Lagerung der gesamten Lenkradschaltung unter weitgehender Verwendung von Gummi- und Plastteilen. Mit dieser Änderung erfolgte Einführung von Teilen, die später auch für Bm 312/1 und 353 verwendet wurden.
Neuer Schalthebel mit zwei Polyamid-Halbschalen und Rundring (ab 14. 7. 1966; komplett gegen alte Schalthebel austauschbar). Verbesserte Lagerung in Gummiblöcken und Kunststoffschalen der Schaltwelle an der Stirnwand (ab 9. 9. 1964; komplette Lagerung austauschbar). Neue federnde Gewindestange mit klapperfreien Polyamidkolben in Verbindung mit nicht abgekröpftem Hebel auf der Schaltstange (ab 15. 9. 1964; komplett austauschbar).
Abfederung des Kugelbolzens auf Getriebe-Schaltstange durch Einführung zusätzlicher Feder- und Zylinderrolle (ab 28. 5. 1964; in Verbindung mit Schaltstange austauschbar).
Ab Dezember 1964 Ersatz der Druckfeder TGL 39-613 und Zylinderrolle 4 X 6 II TGL 15 516 durch die Druckfeder 0,55 X 3,5 X 17,5 TGL 18 395. Gegenüber alter Ausführung austauschbar.


17. September 1964
ab Fahrgestell-Nr. 64 25 150

Veränderung der Sonnenblenden. Tragkörper mit Gelenk besteht nunmehr aus Kunststoff. Dabei wurde gleichzeitig die Befestigung am Dachrahmen geändert, da der Gelenkzapfen des Tragkörpers, in den der Halter der Sonnenblende eingeschraubt wird, in den Dachrahmen hineinragt. Ein Austausch ist möglich, wenn zwischen den beiden vorhandenen Befestigungslochern in der Mitte eine Durchgangsbohrung von 14 mm Durchmesser zur Aufnahme des Gelenkzapfens nachträglich angebracht wird.


3. Oktober 1964
ab Fahrgestell-Nr. 65 483

Verbesserung der Abdichtung der Schaltwelle durch Einführung einer Manschette aus Perbunan in Verbindung mit Polyamid-Buchse anstelle Gummimanschette mit Tellerscheibe. Verwendung eines zusätzlichen Sicherungsrings zur Gewährleistung einer einwandfreien Anlage der Schaltwelle. Einzelteile nicht austauschbar. Neue Manschette und Buchse nur in Verbindung mit Schaltwelle und Sicherungsring austauschbar.


23. Oktober 1964
ab Fahrgestell-Nr. 65 1875

Einführung eines verbesserten Kombinationsgeräts (312 024 002 0) mit neuem Geber für Kraftstoffanzeige (312 024 003 0). Bei der neuen Ausführung Veränderung der Farben der Skalenmarkierung von 40 bis 120 ºC. Die Skalen sind rot und grün markiert. Beim Austausch müssen beide Teile erneuert werden, da der neue Geber nicht zum alten Gerät paßt und umgekehrt das neue Gerät nicht mit dem alten Geber abgestimmt ist.


2. Januar 1965
ab Fahrgestell-Nr. 65 8201

Abschluß der Einführung verschiedener Karosserie-Änderungen, die zwar erst bei Einsatz des neuen Fahrwerks beim Bm 312/1 notwendig waren, die aber im Hinblick auf den dabei zu erwartenden größeren Änderungsumfang werkseitig vorgezogen wurden. Hierzu gehören Änderung von Kühlerverkleidungs-Mittelteil und -Unterteil, Änderung Federtunnel, Bodenanlage, Radkasten in Verbindung mit den Hintersitzen. Außerdem Änderung des Motorseitenschutzes rechts und links (Einprägung für Stoßdämpfer neues Fahrwerk bereits vorhanden, aber noch nicht gelocht). Durch Anbringung von zwei Konsolen im Bereich des hinteren Federtunnels wurde Verwendbarkeit auf Fahrwerk 311 weiterhin gewährleistet. Nach Beseitigen dieser Konsolen und Herstellung der beiden Durchgangslocher im Motorseitenschutz links und rechts sind sämtliche ab 2. Januar 1965 gefertigten Karossen schon für das neue Fahrwerk des Bm 312/1, das am 1. 9. 1966 eingeführt wurde, verwendbar.


5. Januar 1965
ab Fahrgestell-Nr. 65 6779

Einführung von Sicherheitsgurten vorn. Bei allen Fahrzeugen rückwirkend ab Fahrgestell-Nr. 63 6009 Können Sicherheitsgurte nachträglich an vorhandenen Befestigungspunkten verankert werden. Bei älteren Wagen besteht die Möglichkeit, Befestigungspunkte nachträglich anzubringen. Das Material des Gurtes ist elastisch und verformt sich bei starker Unfallbelastung plastisch, dehnt sich dabei aus, ist dann nicht mehr verwendbar und muß ausgetauscht werden!


7. April 1965
ab Fahrgestell-Nr. 65 11 290

Einsatz einer neuen verbesserten Zylinderkopfdichtung aus einem mit Drahtgewebe armierten Dichtungsmaterial (Ferro) hoher Beständigkeit gegenüber Temperatur-Beanspruchungen und chemischen Einflüssen. Bessere Arretierung durch zwei Paßlöcher. Bei der Ferro-Zylinderkopfdichtung kommen außerdem zwei Locher 9 mm Durchmesser mit dem Abstandsmaß 288 mm hinzu. Austauschbar.


8. Juli 1965
ab Fahrgestell-Nr. 65 21205

Anbringung eines zusätzlichen Wulstes am Wasseraustrittsstutzen des Zylinderkopfs, damit Gummi-Formschlauch zum Thermostaten und Kühler besseren Halt bekommt und auch beim Druckanstieg im Kühlsystem nicht abspringen kann. Austauschbar.


Eine Fortsetzung gibt es hier:
Teil 2, Wartburg-312 (Fahrwerk mit Schraubenfedern) http://w311.info/viewtopic.php?t=669

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